1.400 Jahre Ideengeschichte des Islam

Bei Beiträgen, in dem es in in diesem Blog um Islam und Muslime geht, bin ich regelmäßig erschrocken über die Bereitwilligkeit vieler Kommentatoren, zu kruden, simplen und schwarz-weiß malenden Bildern und Vorstellungen zurück zu greifen. Deswegen an dieser Stelle eine Gegenvorstellung. Ich setze dazu außnahmsweise einen Beitrag aus einer Sendung von Radio Vatikan hier ein, nicht um ihn zu verdoppeln, sondern um Kommentare dazu zu ermöglichen.

Ausdrücklich soll das als Beitrag zur Vielfalt gemeint sein. Wir müssen Debatten führen und nicht gleich schließen. Der Wissenschaftler Mouhanad Khorchide – um den es hier geht – hat eine Perspektive, auch er hat nicht die wirkliche und wahre, aber es ist eine Sichtweise, die ich persönlich nicht missen möchte und auf die wir uns einlassen sollten (sie findet dankenswerterweise nicht nur hier statt). Widerspruch ist gut und erwünscht. Wenn sie Beiträge zur Debatte sein wollen.

 

Der Soziologe und Religionspädagoge Mouhanad Khorchide ist eine ungewöhnliche Stimme des Islam: Auch in seiner eigenen Religion umstritten spricht er von Barmherzigkeit und Gemeinsamkeiten mit dem Christentum. Im Augenblick sehen wir eher die Bilder von Christenverfolgung und –vertreibung, da ist seine Sicht auf den Islam ungewöhnlich. Ein Gespräch mit dem Professor aus Münster über „seinen“ Islam.

 

„Islam ist Barmherzigkeit“: So heißt das neueste Buch des muslimischen Theologen Mouhanad Khorchide. Doch der Professor aus Münster, der unter anderem künftige Imame ausbildet, wird aus den großen deutschen Islam-Verbänden nachgerade unbarmherzig kritisiert: Zu liberal sei er, zu sehr einem nicht-wörtlichen Verständnis des Korans zugeneigt. Khorchide, der in Beirut aufwuchs und lange in Österreich gelebt hat, lehrt seit 2010 Islamische Religionspädagogik am ‚Centrum für Religiöse Studien’ der Uni Münster. Er weist auf den Reichtum islamischer Tradition hin.

 

„Wir haben 1.400-jährige Ideengeschichte, da gibt es sehr viele Schulen, Traditionen, Positionen, unterschiedliche Argumente und Gegenargumente. Was nicht heißt, dass das eine besser oder schlechter ist, sondern nur, dass manche bestimmte Schulen, andere eben andere Schulen vertreten oder andere Positionen haben. Deshalb ist die Vielfalt im Islam – wie es der Prophet Mohammed und später auch die Gelehrten bestätigt haben – eigentlich ein Segen! „Eine Barmherzigkeit“ hat der Prophet Mohammed dazu gesagt. Es gibt keinen Anlass für Streitereien, jedenfalls nicht im Idealfall.“

 

Doch natürlich ist dieser Ideal- eher der Ausnahmefall. Das weiß auch Khorchide. Er wagt etwas, wovor viele muslimische Forscher warnen: den Koran nämlich durch die historisch-kritische Brille zu lesen, wie sich das bei der christlichen Bibel längst eingebürgert hat. Auch bei diesem Zugriff würden die wesentlichen Botschaften Mohammeds erhalten bleiben, glaubt Khorchide.

 

Für eine „Theologie der Barmherzigkeit“

 

„Ich versuche hier Aspekte der Barmherzigkeit im Islam herauszuarbeiten, als Kern der islamischen Botschaft, als Wesensattribut Gottes, als Motiv aller Motive in Gott, das aus seiner Barmherzigkeit agiert. Und daraus entwerfe ich eine Theologie, die ich „Theologie der Barmherzigkeit“ bezeichne. Im Sinne: Was sind die Konsequenzen daraus, wenn wir konsequent weiter denken, dass Gott in seinem Wesen die Barmherzigkeit ist? Was heißt denn das für alle anderen theologischen Fragestellungen?“

 

Aus christlicher Perspektive bedeutet der Satz „Gott ist Barmherzigkeit“ vor allem eine wichtige Schnittmenge zwischen Islam und Christentum. Das sieht auch der Imam-Ausbilder aus dem Westfälischen so.

 

„Da sind wir uns sehr schnell einig mit unseren Glaubensbrüdern und -schwestern im Christentum, die genau denselben Inhalt der Botschaft Jesu mit uns teilen: Es ist eine Botschaft der Liebe, der Barmherzigkeit, ein Ruf zu Gott, sein Leben auf Gott hin auszurichten. Auch was das ethische, das soziale Hier und Jetzt in der Welt angeht, da teilen wir dieselben Vorstellungen mit dem Christentum. In den Details, hier und dort, da gibt es sicher den einen oder anderen Unterschied: Das Menschenbild im Islam und im Christentum oder das Gottesverständnis, das Gottesbild – da gibt es kleine Unterschiede.“

 

Aber das sei „auch innerislamisch“ so, fährt Khorchide fort – es reiche, sich einmal „die unterschiedlichen Schulen anzusehen, die innerislamisch entstanden sind“:

 

„Da gibt es genauso viele Unterschiede und Vorstellungen, ob man Gott anthropomorph versteht oder ob seine Attribute metaphorisch zu verstehen sind, und welche die Wesensattribute Gottes sind. Kann man zwischen Wesens- und Tatattributen Gottes unterscheiden? Gibt es die Relationalität in Gott? Sind die Attribute Teil von Gott oder auch ewig bestehend neben Gott? Und so weiter. Also viele Fragestellungen, die man auch innerislamisch genauso kennt. Da sehe ich diese Differenzen als Bereicherung des Dialogs, dass man argumentativ versucht zu überlegen: ‚Wie können wir dann Aussagen über Gott machen, die für uns Menschen, gläubige Menschen, plausibel sind?’“

 

Jesus ist für den gläubigen Muslim Khorchide nicht der „Sohn Gottes“, aber er ist nach seiner Überzeugung „definitiv ein Brückenbauer, gerade zwischen Islam und Christentum“. Allein schon deswegen, weil Jesus im Koran mehr als hundertmal erwähnt wird:

 

Jesus und Mohammed

 

„Es gibt eine ganze Sure, die die Überschrift ‚Maria’ trägt und die auf die Jungfrauengeburt Jesu eingeht, genauso wie auf viele Aspekte seines Lebens, auch seine Heilung von Kranken und dass er in der Lage war, Tote wieder aufzuerwecken. Die Wunder Jesu werden im Koran genauso wiedergegeben – wie man sie jetzt hermeneutisch interpretiert, das ist eine andere Fragestellung, aber es gibt im Koran und im Christentum sehr viele Gemeinsamkeiten, was das Leben Jesu angeht. Alleine die Tatsache, dass wir Muslime Jesu würdigen und ehren als Botschafter, als Träger einer göttlichen Botschaft, das ist zentral für den Islam! Es ist ein Glaubensgrundsatz bei uns Muslimen, dass wir auch an Jesus als Träger einer göttlichen Botschaft glauben.“

 

Wie auch Mohammed wird Jesus im Koran als Prophet dargestellt. Den meisten Muslimen gilt Jesus als Vorläufer Mohammeds, und der Letztgenannte als ‚Siegel der Propheten’ schlechthin. Dass Mohammed Allahs Prophet ist, macht sogar schon die Hälfte des aus nur zwei Zeilen bestehenden islamischen Glaubensbekenntnisses klar. Khorchide aber hebt Jesus und Mohammed auf ein und dieselbe Ebene:

 

„Der Koran sagt in der zweiten Sure: Es gibt keinen Unterschied zwischen den Propheten, und wir sollten keinen Unterschied zwischen ihnen machen. Wir können nicht sagen, ‚Mohammed ist besser als Jesus’, oder ‚Mohammeds Botschaft ist besser als Jesu Botschaft’. Denn Mohammed betont, er habe dieselbe Botschaft wie Jesu; er trägt genau dieselbe Botschaft wie Jesus. Es gibt Kontinuität in der Verkündung Abrahams, Moses, Jesus, anderer Propheten, Mohammeds. Sie verkünden alle dieselbe Botschaft und haben alle dieselbe Botschaft gemeinsam. Deswegen gibt es hier kein ‚Wer ist besser oder wer ist weniger besser?’ Sie sind alles Propheten, an die wir gleichberechtigt glauben müssen als Muslime.“

 

Das werden nun viele Anhänger des Islam anders sehen. In Mossul zum Beispiel, aber auch anderswo. Trotzdem würde natürlich Khorchides Sicht eine starke Basis bieten für ein ganz neues Verhältnis der Religionen untereinander. Für Khorchide ist da der Libanon, in dem er die ersten 18 Jahre seines Lebens verbracht hat, „das beste Beispiel“:

 

„Religion nicht missbrauchen, um politische Macht zu erringen“

 

„Dort leben zur Hälfte Christen und Muslime – und sie leben friedlich miteinander. Es gibt auch mehrere Dokumente, die im Libanon geschrieben wurden, in denen sich beide gegenseitig würdigen. Ich betreue gerade selbst eine Doktorarbeit eines katholischen Priesters zu dem Thema, wie die Verständigung im Libanon – man könnte fast sagen: idealerweise – funktioniert. Das wäre ein schönes Beispiel für andere Städte und andere Länder, wie Christen und Muslime miteinander leben, wie sie miteinander die Gesellschaft gestalten, das Leben konstruktiv, friedlich zusammenführen.“

 

‚Konstruktiv und friedlich’ – viele Nachrichten aus der islamischen Welt widersprechen dieser Formulierung. Etwa der Einmarsch der Isis-Terroristen in Mossul, der zweitgrößten Stadt des Irak, im Juni 2014. Terrorführer al-Bagdadi hat sich dort zum Kalifen aufgeschwungen und einen (sunnitischen) islamischen Staat gegründet. In der schiitischen Variante gibt es den Gottesstaat schon seit 1979 im Iran. Khorchide meint dazu:

 

„Viele, die behaupten, einen „Gottesstaat“ – oder wie auch immer man das nennt – im Namen des Islams errichten zu wollen, haben Machtansprüche, die sie versuchen durch Religion zu legitimieren. Es geht um Macht und weniger um Religion an sich. Religionen sind aber nicht dazu da, um als Instrumente missbraucht zu werden, um politische Macht zu gewinnen. Sondern Religionen sind da, um uns einerseits als Individuen zu bereichern, unsere Seelen zu läutern, unsere Charaktereigenschaften zu vervollkommnen und uns andererseits daran zu erinnern, dass wir auch ein Teil eines Kollektivs sind. Wir leben in einer Gesellschaft, in der jeder einen Beitrag für das friedliche und schöne Miteinander in der Gesellschaft, in der er lebt, leisten soll.“

 

Da gehe es „nicht um politische Agenden oder darum, politische Macht zu erlangen“, so Khorchide.

 

„Leider gibt es diese Gruppierungen in allen Religionen, und da müssen wir einfach aufklären und genau erklären: Was ist die Rolle von Religionen? Natürlich haben die Religionen – gerade Islam und Christentum – einen öffentlichen Auftrag: Sie erinnern uns, dass wir Teil einer Gesellschaft sind und jeder einen Beitrag leisten soll. Das heißt aber nicht, dass wir einen Machtanspruch haben, einen Machtauftrag, im Namen einer Religion zu regieren.“

 

Natürlich gebe es „eine Lesart, die im Islam eben eine Gesetzesreligion sieht“, räumt Khorchide ein. Eine Gesetzesreligion, „die man durchsetzen muss, wenn es sein muss, auch mit Gewalt.“

 

„Diese Lesart ist an erster Stelle für die islamische Welt bedrohlich, weil sie die Muslime spaltet. Wie man sieht, sterben unter dieser Lesart auch viel mehr Muslime als Nicht-Muslime, und das spaltet innerislamisch noch mehr. Die andere Lesart sieht im Islam eine Botschaft, die uns Menschen als Individuen, aber auch als Gesellschaft bereichern will: Da hat man hier in Europa eine schönes Beispiel gesehen, als im neunten bis zwölften Jahrhundert der Islam auch Europa bereichert hat mit vielen Ideen und der Spiritualität, die er mitgebracht hat.“

 

Einen solchen bereichernden Islam wünscht sich Khorchide auch heute wieder für Europa: Diese spirituelle Lesart seines Glaubens sollte „die Chance bekommen, etwas in der Welt im positiven Sinne zu verändern“. Es gebe eben nicht nur den gewalttätigen Islam – auch wenn „fundamentalistische Strömungen“ derzeit „etwas stärker“ würden.

 

„Das hat auch mit der Lage in der Weltpolitik zu tun. Man beruft sich immer wieder auf den Westen und pauschaliert: ‚Wir müssen alles unternehmen um sie zu besiegen’ – das sind politische und machtpoltische Parolen.“

 

Doch auf der anderen Seite gebe es – in der islamischen Welt und in Europa – „immer mehr Menschen, die aufgeklärt werden“.

 

Unser kriegerisches Mohammed-Bild revidieren

 

„Aufgeklärt meine ich in dem Sinne, dass sie sich kritisch mit ihrem Glauben auseinandersetzen, ihren Glauben reflektieren. Diese Tendenz wird stärker. Ich sehe das besonders für Deutschland sehr positiv, ich bin sehr optimistisch, gerade weil sich die islamische Theologie an den Universitäten jetzt etabliert und das Interesse von jungen Menschen sehr groß ist, die kommen und sagen: ‚Ich will jetzt meine Religion auf sachlicher Ebene kennenlernen’. Diese Menschen wollen ihre Religion kritisch reflektieren, verstehen, hinterfragen und sie nicht einfach hinnehmen. Ich glaube, sie werden dafür sorgen, dass die aufgeklärte Strömung im Islam letztendlich mehr zu sagen haben wird als all die dekonstruktiven Strömungen, die in der Gesellschaft nur dekonstruieren wollen.“

 

Skeptiker werden spätestens hier daran erinnern, dass Gewalt gewissermaßen zur DNA des Islam gehört. Mohammed selbst war nicht nur Prophet und Verkünder, sondern auch Krieger: Er hat gekämpft und Gegner getötet. Dass im Islam von Anfang an die Überzeugung geherrscht habe, der Glaube dürfe oder solle durch das Schwert verbreitet werden, war 2006 der Hauptvorwurf von Papst Benedikt XVI. an die islamische Welt bei seiner berühmten Regensburger Rede. Doch Khorchide zeichnet ein anderes Bild Mohammeds.

 

„Mohammed hatte in Mekka in den ersten dreizehn Jahren jede Form einer kriegerischen Auseinandersetzung – auch um sich selbst zu verteidigen – untersagt, obwohl die Muslime sehr stark von den Mekkanern angegriffen, zum Teil auch gefoltert und getötet wurden. Aber in Medina, wo er als Staatsoberhaupt fungierte und dort einen eigenen Staat eingerichtet hatte, wurde den Muslimen erlaubt, sich selbst zu verteidigen. Es ging um Selbstverteidigung! Als Mohammed und seine Gefährten einmal von einem Krieg zurückgekommen waren, sagte er ihnen: „Und jetzt sind wir zurückgekommen zum eigentlichen Dschihad.“ Seine Gefährten haben sich gewundert: „Aber wieso, wir kommen dich gerade vom Krieg!?“ Da hat er geantwortet: „Der eigentliche Dschihad ist die Auseinandersetzung mit sich selbst. Sich selbst kennenzulernen, an sich zu arbeiten. Das verlangt viel mehr Anstrengung als der physische Kampf. Der spirituelle Kampf ist viel schwieriger.“

 

Aus Khorchides Sicht ist es sehr wichtig, dass Muslime und Nichtmuslime sich fragen: ‚Wie lesen wir die islamische Geschichte? Wie lesen wir die Biographie des Propheten und sein Wirken?’

 

„Etwa im Sinne des Korans, wenn der Koran den Anspruch an den Propheten stellt und sagt: „Wir haben dich lediglich als Barmherzigkeit für alle Welten entsandt.“ Das heißt, wir haben hier einen hermeneutischen Schlüssel, ein Kriterium: Alles, was diesem Kriterium widerspricht, dem Kriterium der Barmherzigkeit, kann nicht etwas sein, dass Mohammed getan hat. Und deshalb müssen wir jetzt in dieser akademischen Auseinandersetzung mit dem Islam auch die Biographie des Propheten, wie wir sie heute kennen, neu reflektieren und überlegen: Was stimmt davon, was stimmt davon nicht?“

 

Khorchide greift hier zum historisch-kritischen Werkzeug:

 

„Denn die erste Biographie des Propheten, die wir kennen, ist viele Jahrzehnte – fast eineinhalb Jahrhunderte – nach seinem Tod entstanden bzw. systematisch niedergeschrieben worden. Da vermischen sich sehr viele Elemente in der Geschichte des Propheten, die nicht Teil seiner Biographie sind. Umso wichtiger ist es, hier für Klarheit zu sorgen, klare Kriterien zu erstellen, damit auch seine Biographie nicht missbraucht wird!“

 

„Streit um mich ist auch eine Chance“

 

Mit dieser und ähnlichen Vorstellungen stößt Khorchide beim „Koordinationsrat der Muslime“ in Deutschland nicht gerade auf Beifall. Der Dachverband, kurz KRM, fordert die Absetzung des Professors und rät Muslimen davon ab, bei ihm zu studieren und Prüfungen abzulegen. Dieser Konfrontationskurs bringt sogar die von der rot-grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen angestrebte Einführung von Islamunterricht an den Schulen in Gefahr. Khorchides Gegner werfen ihm vor, in seinem Barmherzigkeits-Islam werde Gottes Androhung von Höllenstrafen für Ungläubige weichgespült und wegerklärt. Der Angefeindete sagt dazu:

 

„Also, die Kritik an meiner Person oder an meiner Thesen war bisher äußerst unsachlich. Ich habe keine Gegenargumente gehört, sondern nur persönliche Angriffe. Persönliche Angriffe nehme ich zur Kenntnis, aber ich lasse sie auch so im Raum stehen. Wenn jemand Gegenargumente, sachliche Argumente, hat, dann soll er sie auf einer sachlichen Ebene, nicht via Medien, sondern wirklich in einem sachlichen Rahmen mit mir austauschen. Das war bisher nicht der Fall. Die vielen jungen Menschen, auch unsere Studierenden, viele junge Menschen, viele Muslime, schreiben mir regelmäßig Emails und bestätigen mir, wie wichtig es ist, sich objektiv und sachlich mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Sie sind sehr dankbar für das, was wir in Münster im Zentrum für Islamische Theologie machen. Das gibt mir Mut, diesen Weg weiter zu beschreiten.“

 

Eigentlich sei der Streit um den richtigen Islam eine große Chance, findet Mouhanad Khorchide. Immerhin gebe es neuerdings in Deutschland, anders als etwa in Österreich, die Gelegenheit, sich an den Universitäten „sachlich und objektiv mit dem Glauben auseinanderzusetzen“.

 

„Das ist auch für Deutschland eine neue Erfahrung. Man sieht das unter anderem anhand der Spannungen, die durch meine Person in der islamischen Gemeinschaft zum Teil entstanden sind. Aber diese Erfahrung ist wichtig, dieser Prozess ist wichtig! Das kennt auch das Christentum aus seiner Geschichte. Und deshalb sehe ich hier eine große Chance für die islamische Theologie in Deutschland, sich zu entfalten. Wir sind außerdem im engen Austausch mit einigen islamischen Ländern, die großes Interesse an unserer Arbeit hier in der islamischen Theologie zeigen. Ich hoffe darum, dass das, was wir in Deutschland machen, auch in der islamischen Welt rezipiert wird und auf sachlicher Ebene für einen Diskurs sorgt, in dem der Islam objektiver reflektiert wird.“

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46 Kommentare zu 1.400 Jahre Ideengeschichte des Islam

  1. Ester sagt:

    Sagen wir mal so, ich habe jahrelang den privaten interreligiösen Dialog geführt mit einem Bekannten und Fan des Herrn Khorchide.
    Ja es ist möglich, aber es ist mühsam und man kommt irgendwann auch an einen Punkt wo man nicht weiter kommt, einfach weil prinzipiell die islamische Gottesvorstellung von einem absolut nicht fassbaren, im Grunde willkürlichen Gott ausgeht. Der islamische Gott ist wie eine abgeschlossene Kugel in der keinerlei Struktur erkannt werden kann,.
    Während christlich Gott durchaus erkannt werden kann, schon unklar in der Natur (Römerbrief) und durch die Offenbarung, zwar nicht vollständig und so wie ich meine Westentasche kenne, und im Grunde nur deshalb weil Er es so zugelassen hat. Aber unser Gott ist zwar größer als alles Erkennen größer als alles theologische und betrachtende Erkennen (das leere Stroh des Thomas von Aquin) aber dennoch ist unser Gott nicht willkürlich. Gott ist einfach sagen die Theologen, und der islamische Gott ist prinzipiell nicht beschreibbar.

    Und ja ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass so verheerend die historisch kritische Methode für die katholische Lehre ist, sie dennoch wohl das Säurebad sein wird, das den Islam „bändigen“ kann.
    Jedoch um es mal schlapsig zu sagen der Islam weiß das, und wehrt sich deshalb nicht nur mit Händen und Füßen, sondern mit Granaten und Gewalt dagegen.
    Es hat auch, wenn ich das richtig verstanden habe, und das schreiben Sie ja auch werter Pater Hagenkord, schon in der Vergangenheit, immer wieder auch innerislamische Versuche gegeben, den Koran zu interpretieren, draus sind so Gruppen entstanden wie die Sufis, die ja auch Frauen für intelligent und gottfähig halten, aber wir müssen wissen, das sind Minderheiten, z.T verfolgte Minderheiten im eigenen „Laden“.
    Es stimmt wohl schon, die Lage ist nicht komplett hoffnungslos, nur vermute ich mal, nutzt das was wir uns im sicheren Deutschland bzw Rom an Möglichkeiten eines Dialogs ausdenken, den verfolgten Christen im Irak und in Syrien recht wenig und wir müssen auch sehen, dass die einfache Variante „Ich bin ein besserer Mensch, weil ich den richtigen Glauben habe und deshalb darf ich dich alle machen, weil du den falschen Glauben hast“ gerade in so einer hochkomplexen Welt wie der unseren, für viele eine ungeheure Attraktivität hat.
    Wobei das wiederrum eine Versuchung ist, der Christen auch wieder und wieder erlegen sind, nur so sehr klar ist, das ist eine Versuchung für Christen, sprich dem Nachgeben ist Sünde, so sehr frage ich mich ob der Islam das auch so sieht.
    Ich hatte mal einen Koran zuHause, da stand dann auch nach jeder Sure „God is most mercyful and almost forgiving“ ich christlich geprägt dachte automatisch „Klar, wenn Gott gnädig ist, dann muss sein Anhänger das auch sein!“ aber sorum denkt ein Moslem nicht.
    Wie gesagt es steht zu hoffen, dass die Ideen des Herrn Khorchide Schule machen, aber sehen tu ich es noch nicht, und Sie schreiben ja auch, er sei, und das sagte mein Dialogpartner auch immer „ein Fremder bei den eigenen Leuten“

    • Teresa_von_A. sagt:

      @ ester: Ja, man kommt sehr schnell an Grenzen, wenn es um Gott geht. Gott sei Dank.Hoffentlich nicht nur bei den Gottesbildern der anderen Religionen. Du sollst dir kein Bildnis machen. Vom Menschen nicht und von Gott nicht.Und: der Teufel steckt im Vergleich.

    • Harald sagt:

      Na, jetzt bin ich aber mal auf Ihre Intervention gespannt, Herr Hagenkord… Oder wollen Sie das so stehen lassen? So schreibt also jemand, der Gott erkannt hat, anders als die Muslime! Wenn ich diesen Hiob oder diesen Jesus richtig verstehe, dann sind diese Leute besonders gefährlich.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Harald, mir ist nicht klar, was das heißen soll.

        • Harald sagt:

          Sollte Ihnen zu den Ausführungen von Ester nichts einfallen, ist das natürlich sehr betrüblich. Ich dachte, dass sowohl bei Jesus als auch bei Hiob mit dem Tunergehenzusammenhang aufgeräumt wird, und damit eben ganz viele Fragen zum Leid zur Verantwortung Gottes offen bleiben und gerade diejenigen, die Gott zu kennen glauben, zum Widersacher werden… Aber das mag auch eine Fehlinterpretationen sein…

          • Pater Hagenkord sagt:

            Mir war schlicht ihre Frage nicht klar, wenn es denn eine gewesen sein soll.

  2. KRP sagt:

    Tja, wer kennt nun Gott besser der Christ oder die anderen? Ich für mein Teil bzw. meine Aufgabe ist es Gott suchen und finden alle Tage weil ich weiss das ich nichts weiss.

    • Ester sagt:

      werter KRP Sie haben den Knackpunkt nciht verstanden.
      Christlich ist zu glauben, dass Gott die Menschen liebt und sich deshalb in seinem Sohn an Kreuz hat schlagen lassen, der „Kunde gebracht hat“ eben genau von diesem Gott.
      Es bin also nicht ich, der irgendwie so ein supertolles religiöses Fliewatüt ist, sondern Gott der will, das ich ihn erkenne, gemäß der ersten (alten) Katechismusfrage.
      Der islamische Gott will nicht erkannt werden, kann nicht erkannt werden, sondern fordert einfach Unterwerfung, totale Unterwerfung, was die Wortbedeutung von Islam ist.
      Eine ähnliche Haltung gibt es bei Christens auch, im Quietismus (von to be quit) frei nach dem Motto „Wer nur den lieben Gott lässt walten…“ das ist aber in letzter Konsequenz, wenn es über das was üblicherweise Gottvertrauen heißt hinausgeht, eine Irrlehre.
      Jedoch auch hier der Unterschied, dass einer der „nur den lieben Gott walten lässt“ also dem, der am Wege liegt nicht aufhilft, sondern sagt „Vertrau nur auf Gott“, eben nichts macht, während wildgewordene Gotteskrieger ihren Aggressionen freien Lauf lassen und jetzt kommt der Punkt, wegen der Aussicht auf ein ganz schön irdisch gedachtes Paradies, wo aber keine Gottesschau stattfindet, was vom Islam aus gesehen schon logisch ist, weil, eben Gott nciht geschaut werden kann.

  3. Teresa_von_A. sagt:

    Der Mensch braucht Sicherheiten an allen Ecken und Enden. Dann gibt es Festlegen und Ranking und Zwänge und Drohen.In allen Religionen.Das hat aber sicher wenig mit Gott zu tun.Wenn Gott die Liebe ist, was ist Liebe?Die Bibel zeigt W e g e mit Gott. Ist das bereits Gott?Gott im eigenen Leben erkennen, wie lange dauert das? Hat man es erkannt, heißt das nicht, dass mein Nächster denselben Weg geht oder gehen muss. Wer Gott im Katechismus sucht, wird ihn dort finden. Der Gott, den ein Mystiker findet, ist unbeschreiblich.Gott sei Dank.Mystiker sind auch unbeschreiblich.

    • KRP sagt:

      Da halt ich mich doch lieber an den Gott der Mystiker als an Esters Katechismus…;-)

      • Ester sagt:

        Das ist aber derselbe Gott, nur nicht alles was metaphysisch daher kommt, ist auch
        wahr, weswegen es schon des Katechismus bedarf, weil es eben auch die gefallenen Engel gibt.

        • KRP sagt:

          Wieso ist das nun wieder der gleiche Gott, der Gott der Mystiker ist unbeschreiblich den Ihren beschreiben Sie doch, machen Sie doch so eine Vorstellung/Bild daraus. Ich bleib dabei mein Gott ist kein Bild und lässt sich nicht in eine Bild zwängen. Jeder hat seinen Weg, ein lebenslanger Weg, zu und mit Gott.

        • KRP sagt:

          Ach und die gefallenen Engel sind dann die Muslimen die dann bekämpft werden müssen weil der Mensch der Richter ist. Wer ist gefallen und wer entscheidet das. Sicher nicht der Mensch.

        • Teresa_von_A. sagt:

          Ester, S i e brauchen den Katechismus, ich nicht. Und „daher“ kommt der Mystiker in I h r e n Augen.Die haben allesamt einen harten Weg hinter sich.Auf dem man nicht daherkommt, wie Sie es ausdrücken. Bitte grenzen Sie das mal ein.Ich stelle fest, dass Sie das, was andere glauben, auf kurze Sätze reduzieren.Der Mensch glaubt in der Praxis. Da muss man sehr viel mehr in Betracht ziehen.Stückwerk ist unser Erkennen, sagt Paulus.Die gefallenen Engel hatten keinen Katechismus, die haben einfach nur ihre Freiheit genutzt. So wie es jedem Menschen zusteht.Die Strafen dafür hat möglicherweise der Mensch sich ausgedacht.Vielleicht geht es den „gefallenen“ Engeln besser, als Sie gerne hätten?Was machen die Protestanten in Ihren Augen?Fallen?

  4. Teresa_von_A. sagt:

    Soweit ich weiß, sehen die großen Religionen alle Gott als Schöpfer. Also eine gemeinsame Basis ist da. Was auch gemeinsam ist, dass die Geschöpfe sich gegenseitig umbringen und auf dem Rest der Schöpfung gerne herumtrampeln. Solange das nicht anders wird, können unsere Gottesbilder und Götter nur hoffen.Nicht, dass die sich eines Tages zusammentun.

  5. Teresa_von_A. sagt:

    Es soll jeder seinen Weg mit und zu Gott gehen dürfen.Wenn es heißt, dass Gott jeden beim Namen ruft, klingt das für mich nach Individuum.Am Freitag hatten wir Besuch aus Japan.Eltern mit 2 erwachsenen Kindern. Der Mann war 1981-1983 Wissenschaftler in Berlin, Kollege meines Mannes und wir waren mit ihm und der Ehefrau 2 Jahre lang befreundet. Beide waren damals atheistisch. Der deutsche Chef hatte diesen Japaner schlecht behandelt, es war immer wieder peinlich.Nach über 30 Jahren waren sie wieder in Berlin und wir haben den Nachmittag miteinander verbracht. Sie wollten unbedingt ans Grab des ehemaligen Chefs. Am Grab hat dann jeder ein Gebet nach buddhistisch-ähnlichem Ritus gesprochen: Vater, Mutter, Sohn, Tochter, ich selber ein christliches. I thanked Dr, K. because he was my first boss..sagte der Japaner.Ich sage,you were atheist long ago..life changes people, sagte er. Na, derChef wird sich wundern. An ein Leben nach dem Tod hat diese japanische Familie nicht geglaubt. Ich habe ihnen versichert, dass es eins gibt. Das fanden sie tröstlich. Nun, ich habe mich in dem Moment nicht für die Gottesbilder der Japaner interessiert, sondern war beeindruckt, dass dieser schwierige Chef die Gebete der ganzen Familie bekam.Sehr beeindruckt.

  6. Elasund sagt:

    Bezüglich Menschenbild und Gottesbild gibt es keine Unterschiede. Jesus und Mohammed verkünden dieselbe Botschaft…. Ich finde es gut beim Dialog mit dem Islam genau bei diesen Fragen anzusetzen: Menschenbild, Gottesbild, Wer ist Jesus? Spätestens bei letzterer Frage bin ich nicht mehr einig mit dem Wissenschaftler. Jesus ist für mich Gottes Sohn, Erlöser und Herrscher. Mohammed gleichberechtigt daneben zu stellen kommt für mich nicht in Frage. (Das akzeptieren die Muslime mit denen ich geprochen habe aber auch. Genauso wie ich akzeptieren muss, dass Jesus für sie ein Prophet ist, der zu Allah entrückt wurde und nicht am Kreuz gestorben ist. – Und ich fände es gefährlich alle Muslims die den Koran nicht historisch-kritisch lesen wollen in eine gewalttätige Ecke zu stellen. Ich kenne Moslems für die ist der Koran das was für mich Jesus Christus ist und da verstehe ich, dass sie keine historisch-kritische Methode wollen.)

    • Teresa_von_A. sagt:

      sicher, elasund, das alles sagt mir auch besser zu. jesus und unsere heiligen. was das uneinige christentum an lehre hat, genügt doch für glaubenskriege.keine 2 katholischen pfarreien kommen ohne drama klar miteinander. . mein umgang mit menschen hat wenig mit deren religion zu tun. was wollen die dann mit atheisten anfangen? die debatte über moslems und den islam artet hier aus und das halte ich für kontraproduktiv. andere machen regelmäßig interreligiöses gebet in berlin und reißen sich ein bein aus und im internet geht die alte leier weiter.ich merke, dass es in unseren landen noch heile ökumenefreie welt gibt.die historisch.kritische methode konnte auch den jesus nicht zwingend nachweisen. na, herzlichen glückwunsch.

      • Harald sagt:

        schade, dass sich Herr Hagenkord aus der gesamten Debatte so vielsagend heraus hält…

        • Pater Hagenkord sagt:

          Was einfach daran liegt, dass wir gerade 50.000 Ministranten in Rom haben. Dass sie meinen, das sei „vielsagend“, ist reine Projektion.

          • Harald sagt:

            Dann würde ich sagen, sollten Sie nicht ein solches Fass aufmachen, wenn Sie nicht in der Lage sind, den Hetzern in Ihrem Kommentarbereich Paroli zu bieten! Entschuldigen Sie, ich mag dieses Blog und ansonsten auch Ihre theologische Ausrichtung. Das aber finde ich unverantwortlich!

        • Teresa_von_A. sagt:

          Harald Vielleicht liest der Pater alles und hat einen weiteren Beitrag im Ärmel?Sein Beitrag oben ist mir Kommentar genug.Ich schreibe hier für Andersgläubige, weil ich nicht weiß, wer sich im Blog aufhält im Hintergrund.Man muss sich schämen über den Missionszwang derer, die sich ihre eigene Tür ansehen sollten.2000 Jahre Christentum und 1400 Jahre Islam haben beide ein hohes Gewaltpotential gezeigt.Der eine oder andere Fromme macht ja nichtmals vor Protestanten Halt.

    • Ester sagt:

      elasund Sie haben keine Ahnung vom Islam, schon allein das Menschenbild ist verschieden, weil das Gottesbild total anders ist, habe ich übrigens beschrieben, und lässt sich in einem einfachen Gespräch mit dem islamischen Nachbarn (so er sich drauf einlässt und das nicht von wegen Mission und versuchter Abwerbung ablehnt) herausfinden

      • KRP sagt:

        Das Menschenbild ist anders weil das Gottesbild anderes ist, ist das nicht Ihre Auslegung? Bei einem einfachen Gespräch wird man bestimmt feststellen das es Menschen sind wie wir alle. Ausser die Sprache ist so wie auf Ihrer Webseite „wo Islamisten hausen…“und nicht als Nachbarn leben hier und anderswo.

      • KRP sagt:

        Ester Sie haben Islamwissenschaft studiert weil Sie meinen sich so gut auszukennen?

      • Teresa_von_A. sagt:

        meine nachbarn lassen sich immer drauf ein, denn ich will sie nicht bekehren. versuchen sie es mal mit einfachem zuhören.ester..:-)da elasund aus erfahrung redet, hat sie ahnung. oder hat man erst ahnung, wenn man ihre ansichten übernimmt?ich stelle mir gerade einen arbeitsplatz multikulti und multireligiös vor an dem sie sich jahrzehntelang aufhalten müssen.besonders da ist nicht die theorie wichtig, sondern die praxis.im frauenbild treffen kath kirche und islam sich doch.

      • Elasund sagt:

        @Ester: Die ersten beiden Sätze habe ich aus dem obigen Artikel. Ich vertrete diese Thesen nicht. Meine moslemischen Gesprächspartner übrigens auch nicht. Ich habe keinen Kontakt zu irgendwelchen Extremisten sondern zu gläubigen Moslems. Unser Gottesbild ist unterschiedlich. Es ist wertvoll darüber zu sprechen. Ich kann mich z. B. erinnern, dass ich durch ein Gespräch mit einer Muslima gemerkt habe, welche gewaltige Provokation es ist, dass „mein“ Gott jämmerlich am Kreuz stirbt, dann tatsächlich tot ist und dann (erst) aufersteht. Zu realisieren wie wenig „normal“ ein leidender und sterbender Gott ist – das kann ich von gläubigen Moslems z. B. lernen…. (Es wäre interessant das alles genauer anzuschauen. Das Thema hat unterschiedliche Ebenen. Wenn ich es richtig verstehe, werfen sich Prof. Khorchide und muslimische Verbände gegenseitig „Polarisierung“ vor. Fehlende Sachlichkeit und Kommunikation via Medien (anstatt direkt) sind auch ein beiderseits erhobene Vorwürfe.)

        • Ester sagt:

          Okay , da habe ich Sie im Eifer des Gefechts verkehrt verstanden, elsaund.
          Sorry dafür.
          Ja und ich merke das auch, dass man im Kontakt mit anderen merkt, wie provokant und skandalös unser Glaube ist, jedoch um das zu merken muss man eben miteinander reden und nicht den eigenen Glauben beim anderen vorraussetzen.
          Und man darf auch nicht so tun, als seien die Früchte des katholischen Glaubens selbstverständlich und bei den anderen, ohnehin präsent.
          Das soll jetzt nicht bedeuten, dass Katholiken automatisch bessere Menschen sind, weil die Kirche der Beichtstühle muss sich von niemandem sagen lassen, was Sünde ist (CHesterton), aber wenn wir glauben, dass Christus das Licht ist, so können und dürfen wir andere nicht im Dunkle lassen.
          Wobei man das mit dem Licht durchaus ganz wörtlich sehen kann, weil in einem dunklen Zimmer, wo Licht gemacht wird, kommt dann auch der Dreck und die Unordnung erst richtig ans Licht.

          • Peter Lehmann sagt:

            Werte Ester
            Dann tun Sie es doch. Lassen Sie die anderen nicht im Dunkeln. Das geht aber nicht durch reden, einfach festlegen, ich habe Recht und ihr habt Unrecht. Überzeugen sie durch handeln. Seien Sie Vorbild, seien Sie das Licht.

  7. Silvia Brückner sagt:

    Normalerweise habe ich nicht das Geringste gegen akademische, theologische Diskussionen, ganz im Gegenteil.

    Aber DIESE Diskussion hier ist zumindest im Augenblick nicht hilfreich, weil sie unseren verfolgten Glaubensgeschwistern im Nahen Osten rein gar nichts nützt.

    Alles hat seine Zeit! Es gibt eine Zeit zu studieren und zu diskutieren und es gibt eine Zeit zu helfen und ohne Wenn und Aber auch öffentlich für die Verfolgten einzustehen.

    Diese, letztere Zeit ist JETZT!

  8. KRP sagt:

    Es nuetzt weder den christlichen Glaubensbruedern noch den muslimischen normalen etwas sich gegenseitig die Religion und Kultur abzusprechen

  9. KRP sagt:

    Gott kennen ist ein lebenslanger Weg.
    Von einem nicht willkürlichen Gott ausgehen das haben Christen erst lernen müssen in einer 2000 Jahre alten Geschichte und lernen noch immer. Was heißt Gott kennen und verstehen, nicht mal Jesus wurde verstanden, vor 2000 Jahren nicht und heute nicht. Gott zu kennen ist harte Arbeit für jeden einzelnen Menschen. Gott lässt sich suchen und finden, von jedem der ihn ernsthaft sucht. Solche Menschen gibt es überall in allen Religionen. Wer sagt das es leicht und einfach ist der hat nichts verstanden. Gott will jeden Tag aufs neue gesucht und gefunden werden und nicht jeder der sagt ich kenne Gott, kennt ihn. Wenn Gott bei den Christen so einfach zu beschreiben wäre, so wie manche schreiben, dann hätte man die Apostel und alle Päpste sowie alle Heiligen bis in die heutige Zeit besser verstanden aber die wurden auch nicht von allen verstanden.
    Es geht nicht um „den Islam“ nicht der Islam wehrt sich sondern die Radikalen, Rechten und Fanatiker hetzen und das hat etwas mit den Menschen zutun, so wie der Politik und Macht weil Mensch gerne so wären wie Gott. Da sind sich alle Menschen gleich egal welcher Religion.
    Gott suchen und finden braucht Zeit. Für jeden einzelnen. Jeder hat seinen eigenen Weg auch die Muslimen.
    Fremd bei den eigenen Leuten gibt es auch in allen Kulturen und gerade im religiösen wer anders denkt wird sowieso von den sogenannten guten, traditionellen rechtgläubigen, wer auch immer sich dafür halten mag, beschimpft und vertrieben. In allen Religionen.
    Noch eins zur Zeit sind die Gedenkfeiern zum 1. Weltkrieg vor 100 Jahren, den haben die Deutschen angefangen und das war politisch. Was im Nahen Osten vor sich geht liegt nicht allein am Islam als das es genauso politisch ist. Und ich denke das müssen die Menschen in den jeweiligen Ländern und Krisengebieten lösen. So viele Mächtige versuchen von außen einzuwirken doch funktioniert es Nein, weil niemand sich etwas aufzwingen lassen will. Vielleicht aus stolz oder Eigensinn oder Egoismus. Und immer sind es die Unbeteiligten Neutralen die am Ende die Leiden zu tragen haben.
    Das sich die verschiedenen islamistischen Glaubensrichtungen gegenseitig sich ihre unterschiedlichen Meinungen und Polarisierungen vorhalten ist nicht neu das gibt es auch in allen Religionen da möchte ich doch nur erinnern zwischen Katholiken und Protestanten. Hab ich doch erst vor ein paar Tagen auf einer “ kath.webseite“ gelesen wie man über evangl Pfarrerinnen denkt und schreibt. Es ist immer besser man setzt sich im Dialog auseinander und schmeisst mit Worten als mit Gewalt. Aber jeder Religion braucht seine Zeit genauso wie alle Menschen ihre Zeit brauchen. Jede Generation und Gesellschaft.

    • Elasund sagt:

      Alle sagen mir, dass die Christenverfolgung im Nahen Osten nichts mit einem richtig verstandenen Islam zu tun hat, sogar konservative Moslems (in Deutschland wohnend, andere kenne ich nicht). Es seien nicht die Moslems sondern Radikale und Fanatiker die unrechtmäßig den Islam benutzen. Eigentlich müsste es doch Initiativen von Moslems geben, dass die eigenen Glaubensgeschwister zurechtgewiesen werden. Gibt es diese tatsächlich nicht, oder weiß ich nur nichts davon? Und Moslems selbst könnten sich viel wirkungsvoller einsetzen bei denen die sich auf die gemeinsame Religion berufen. — Silvia Brückner hat völlig recht: Es ist jetzt Zeit für die Verfolgten einzustehen. Nur wie? Was kann ich tun?

      • KRP sagt:

        Also ich denke die gibt es schon die nicht einverstanden sind und die sind auch bei den Demonstrationen nur die gehen unter weil die Plakate derer die ihre Hetzparolen vertreiben größer sind. Das wird dann überlagert und die Medien zeigen auch meist nur diese. Es gibt sehr wohl Gegenstimmen. Es traut sich nur niemand und ich denke von vielen Muslimen nicht mal weil die dann ja vielleicht sofort als Rechts und Radikal eingestuft werden. Gerade hier kann man es ja lesen.

        • KRP sagt:

          Was man selber tun kann die Muslimen die man kennt, mit denen man im täglichen Leben zu tun hat unterstützen ihnen immer wieder auch sagen das man auf Ihrer Seite ist z.B. .Von den Rechten nicht unterkriegen lassen. Mensch sein unter Menschen mit allen und keine feindlichen Argumentationen zulassen. Überall vor allen in unserer nächsten Umgebung. Wie z.B. das Dorf das sich für ihren muslimischen Schützenbruder einbringt gegen eine statische Satzung. Hab ich heute erst im Fernseher gesehen im Morgenmagazin.

          • Silvia Brückner sagt:

            @KRP, ich denke, bei der Frage von Eleasund ging es nicht darum, was wir für die hier lebenden Muslime tun können sondern für die verfolgten Christen im Nahen Osten.

            Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, dass unsere Medien sich mit den Problemen eines Schützenvereins befassen, der nun Probleme damit hat, einem muslimischen Mitglied die Würde des Schützenkönigs zu lassen oder nicht, während zig Tausende aus ihrer Heimat vertriebene Christen, um ihres Glaubens willen ermordete Christen keiner Erwähnung wert sind, bestenfalls wird von der Verfolgung „Andersgläubiger“ oder „religiöser Minderheiten“ berichtet.

            Aber irgendein Provinzschützenverein ist einer Meldung wert.

          • KRP sagt:

            Silvia es ist mir egal wie Sie das sehen wenn ich von Muslimen spreche ist das auch ein Beispiel im Grunde geht es in erster Linie um VERFOLGTE Menschen und da ist es mir egal ob das Christen sind oder anders Gläubige. Es wird auch über verfolgte Christen Sendungen gemacht, genauso wie über Andersgläubige. Der Schützenverein sollte auch nur Beispiel sein. Christliche Liebe, Menschenliebe überhaupt fängt in der Nachbarschaft an. Ich habe schon mal geschrieben ich mache keinen Unterschied zwischen verfolgten Menschen egal welcher Art von Minderheit egal wo das ist, wir sind hier und müssen hier was tun und sei es noch so klein jeder Beitrag trägt Früchte. Unterstellen Sie mir doch nicht immer sonst was, Islamismus wird aber auch nicht von allen als fanatische, intolerante Form gesehen, es wird alles untergemischt. Sie müssen mir auch nicht schreiben was die Demos für eine Ausrichtung die haben ich habe auch Internet, Fernsehen usw. und bin schon groß und kann mir meine eigene Meinung bilden. Wenn Sie besser wissen wie man gezielt helfen kann schreiben Sie es doch, Antworten Sie Elasund was Sie tun soll….

        • KRP sagt:

          Es ist jetzt die Zeit sicher, doch die Zeit ist nicht nur jetzt sondern immer wieder jeden Tag aufs Neue.

        • Silvia Brückner sagt:

          @KRP, die Demonstrationen, die Sie meinen, richten sich gegen die Juden, sind also antisemitisch. Der Anlass zu diesen Demos ist der derzeitige Krieg im Gazastreifen.

          Mit der Christenverfolgung im Nahen Osten haben diese Demos nichts zu tun, höchstens insofern, dass sowohl der hiesige wieder aufgeflammte Antisemitismus und die Christenverfolgung im Nahen Osten etwas mit dem Islamismus zu tun hat. Islamismus meint die fanatische, intolerante Form des Islams nicht die moslemischen Nachbarn, die jeder von uns hat.

          Was den vom Islamismus befeuerten Antisemitismus mit dem konkreten Auslöser Gazakrieg angeht, so ist der Antisemtismus leider ohnehin latent vorhanden und hat nur zur Zeit ein neues Ventil gefunden.

          • KRP sagt:

            Christen und Muslime im Nahen Osten unterstützen sich sehr wohl auch gegenseitig habe ich auch schon einen Bericht gehört. Es wird nicht nur einseitig berichtet wer sich interessiert findet auch andere Berichte wo Menschen aufeinander zugehen. Ausser Gazastreifen gibt es auch noch die Ukraine und wie sieht es aus mit all denen die in Afrika sterben an der Ebulagrippe und man hier nur Angst hat sich anzustecken und die größte Sorge ist ob man da noch im Urlaub hin kann. Als ob es nichts anderes gäbe.

          • KRP sagt:

            „…. Nur wie? Was kann ich tun?….heißt für mich einsetzen für alle Menschen die verfolgt werden egal wo und aus welcher religiösen Gesinnung heraus. Auch wenn es nur kleine Handreichungen sind.

      • Silvia Brückner sagt:

        @Elasund, was jeder tun kann ist, für die verfolgten Christen zu beten.

        In manchen Gemeinden liegen Fürbittbücher auf, dort kann man eine Fürbitte eintragen, diese fürbitten werden z.B. in meiner Gemeinde turnusgemäß vorgelesen. Wenn Fürbitten auf eine konkrete, aktuelle Situation Bezug nehmen, bleibt bei den Gottesdienstbesuchern durchaus was hängen, habe ich festgestellt.

        Dann können Sie in ihrem persönlichen Umfeld das Problem zur Sprache bringen, in der Gemeinde den Vorschlag machen, eine öffentliche Gebetsstunde für die verfolgten Christen abzuhalten, den Vorschlag machen, in kircheneigenen Räumen Flüchtlinge unterzubringen.

  10. KRP sagt:

    Beten schließe ich als Christ und auch für andere Christen voraus, aber ich weiss schon es gibt ja Leute die schicken andere zu den Gebetstreffen die dann für alle mitbeten sollen. Vor ein paar Tagen erst gelesen.

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