Aufklärung im Dienst der Religion

Ein Nachtrag zu meinem Blogbeitrag von Gestern, dem Gespräch mit Robert Spaemann. Am Sonntag Abend hatten wir Heiner Bielefeldt im Interview, UNO-Koordinator für Religionsfreiheit. Er schlägt was die Frage nach der Vernunft, der Aufklärung und der Religion angeht, in dieselbe Kerbe:

 

„Wir haben aber mittlerweile ein Klima, in dem Religion an und für sich mit Misstrauen betrachtet wird. Das gibt es viel zu tun. Übrigens würde ich das Aufklärung nennen: Verstehen wir Aufklärung so, dass wir eine Gesellschaft wollen, in der Pluralismus gelebt werden kann? Das ist eine aufklärerische Forderung. Oder verstehen wir Aufklärung so, dass die Religionen ersetzt werden durch irgendwelche postreligiösen wissenschaftsorientierten Ideologien. Das ist ein sehr, sehr enges Verständnis von Aufklärung.“

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Glaube und Gerechtigkeit, Glaube und Vernunft, Interview abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Kommentare zu Aufklärung im Dienst der Religion

  1. Teresa_von_A. sagt:

    von den meisten kritikern wird religion mit kirche gleichgesetzt. das ist das problem. glaube und vernunft, diese kombination war nie ein thema für mich, wenn nicht vernunft mit allgemeiner nachweisbarkeit und wissenschaftlichkeit geichgesetzt wird. glaube und kirche, katholisch wie evangelisch, scheinen mir sehr oft nicht zusammenzupassen. man wird gleich als synkretist beschimpft, wenn man im großen umfang nach antworten auf lebensfragen sucht.und eigentlich darf man als gläubiger mensch gar nicht so suchen und fragen. wir sollten nicht nur sehen,was kirche heute macht.was hat sie immer schon gemacht? es gibt immer nur sprüche auf schicksal. inzwischen ist der gott, der das unrecht zuläßt, modern.es geht beim glauben so wenig um eigene erfahrungen. mystiker.karl rahner..der christ der zukunft ist mystiker, oder einfacher ausgedrückt:beter..begegnung mit gott.. zuhören. meditieren..gott äussert sich über die amtskirche und die muss dann noch interpretiert werden?oder man übernimmt, ohne zu begreifen und die amtskirche ist verantwortlich?hat gott die kirche nach seinem abbild geschaffen, oder den menschen?stattdessen wird man zugepredigt und in schranken verwiesen, die dann obengenannte schwierigkeiten aufwerfen. alles wird durcheinandergeworfen. religion, kirche, gott, glaube.ungleich ein- und dasselbe.

  2. AM sagt:

    Ja, wunderbar. Ein Trost ist das schon, wenn es solche Stimmen, wie die beiden, gibt. Wie kommen die aber in die Vernunft deren, die Gewalt über die Aufklärung haben? Ansonsten bleibt die Wahrheit nur im Bereich der Ideologie. Und alles was ungleich Wahrheit ist wird sich öffentlich machen und zum Alltag werden.

  3. Gast auf Erden sagt:

    Hört sich gut an, allerdings konterkarieren solche „Vorfälle“ wie jüngst in Irland diese Aussage doch sehr. Alle wissen, dass die römisch-katholische Kirche und der römisch-katholische Klerus die allerletzten sind, die Schuld am Tod der jungen Inderin (war sie nicht Hinduistin?) tragen könnten, weil die römisch-katholische Kirche ja striktest eine „Kultur des Lebens“ vertritt und vehement fordert, im völligen Gegensatz zu den Abtreibungsbefürwortern, die ja eine Kultur des Todes vertreten, wie unser seliger Papst Johannnes Paul II. bestimmt hat. Dass da angeblich ein paar irische Ärzte Fehler gemacht haben sollen, kann man nicht der Kirche in die Schuhe schieben. Trotzdem wird es der römisch-katholische Klerus schwer haben, angesichts der toten jungen Frau, die Menschen davon zu überzeugen, dass die „Kultur des Lebens“ des römisch-katholischen Lehramtes nicht den Tod von Savita Halappanawar verursacht hat. Das waren ganz eindeutig die Fehler der irischen Ärzte, oder es war eben einfach das Schicksal.

    • Teresa_von_A. sagt:

      gast auf erden, ich lade sie ein, mal mit beiden füßen auf den boden zu kommen.ich lese schwarz.weiß aus ihrem post. hier leben, da todeskultur.allein der ausdruck todeskultur paßt n i c h t zu diesem thema.und das wissen sie aus der ferne, oder aus der nähe?welche konfession die ärzte hatten, war es ein staatliches krankenhaus? in irland noch nicht so denkbar…und alles wissen sie aus den medien. also gesiebt. na, denn…dieser ganze zeitungsbericht läßt mich als jahrzehntelange irlandkennerin nur mit einem riesengroßen fragezeichen zurück.wenn die frau eine schwangerschaftsvergiftung hatte, weiß ich nicht, was eine abtreibung noch soll, wo sie eh wehen hatte. sowas heilt man in deutschland seit 30 jahren anders.mir egal. ich urteile nicht über dieses land, das dank europazugehörigkeit nun mehr am boden liegt in jeder hinsicht als es je gelegen hat. und: ich bin g e g e n abtreibung. also keine falschen diskussionen .es gab mal einen film. der kardinal. da wurde so eine szene gezeigt. die frau starb, weil kirchengesetz es so wollte. der kardinal hätte unterschreiben müssen, hat er nicht und also starb seine schwester an dem steckengebliebenen kind. und d as kind blieb am leben.auch ein seltsamer medizinischer fall. hat mich an gottesurteile aus ma zeiten erinnert.die kirche in irland hat es aus anderen gründen schwer zur zeit. schon vergessen?

      • Gast auf Erden sagt:

        Gast auf Erden
        vor 9 hours
        Hört sich gut an, allerdings konterkarieren solche “Vorfälle” wie jüngst in Irland diese Aussage doch sehr. Alle wissen, dass die römisch-katholische Kirche und der römisch-katholische Klerus die allerletzten sind, die Schuld am Tod der jungen Inderin (war sie nicht Hinduistin?) tragen könnten, weil die römisch-katholische Kirche ja striktest eine “Kultur des Lebens” vertritt und vehement fordert, im völligen Gegensatz zu den Abtreibungsbefürwortern, die ja eine Kultur des Todes vertreten, wie unser seliger Papst Johannnes Paul II. bestimmt hat. Dass da angeblich ein paar irische Ärzte Fehler gemacht haben sollen, kann man nicht der Kirche in die Schuhe schieben. Trotzdem wird es der römisch-katholische Klerus schwer haben, angesichts der toten jungen Frau, die Menschen davon zu überzeugen, dass die “Kultur des Lebens” des römisch-katholischen Lehramtes nicht den Tod von Savita Halappanawar verursacht hat. Das waren ganz eindeutig die Fehler der irischen Ärzte, oder es war eben einfach das Schicksal.

        Teresa_von_A.
        gast auf erden, ich lade sie ein, mal mit beiden füßen auf den boden zu kommen.ich lese schwarz.weiß aus ihrem post. hier leben, da todeskultur. allein der ausdruck todeskultur paßt n i c h t zu diesem thema.

        Mit Verlaub, das Wort stammt nicht von mir, sondern vom seligen Papst Johannes Paul II. Und hier geht es nun einmal um den Tod im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbruch. Und das HAT er als Kultur des Todes bezeichnet.

        und das wissen sie aus der ferne, oder aus der nähe?welche konfession die ärzte hatten, war es ein staatliches krankenhaus? in irland noch nicht so denkbar…und alles wissen sie aus den medien. also gesiebt. na, denn…dieser ganze zeitungsbericht läßt mich als jahrzehntelange irlandkennerin nur mit einem riesengroßen fragezeichen zurück.wenn die frau eine schwangerschaftsvergiftung hatte, weiß ich nicht, was eine abtreibung noch soll, wo sie eh wehen hatte.

        Sehe ich das richtig, dass Sie Gynäkologin mit dem Spezialgebiet Perinatalmedizin sind? Ja, bei diesem geballten Fachwissen muss das so sein. Ich bin dagegen ja nur ein Zeitungsleser, der von vorne und hinten angelo… pardon, mit gesiebten Informationen versorgt wird. Sie dagegen müssen ja die Krankenakte im Original gelesen haben.

        sowas heilt man in deutschland seit 30 jahren anders.mir egal. ich urteile nicht über dieses land, das dank europazugehörigkeit nun mehr am boden liegt in jeder hinsicht als es je gelegen hat.

        Sieh da, Spezialistin für Volkswirtschaft sind Sie auch noch und wie könnte es anders sein, Europa und die EU muss natürlich an allem Schuld sein. Aber haben sich nicht deutsche Banken extra Tochterfirmen in Irland geschaffen, weil das mit der Bankaufsicht dort eher lässig gesehen wird? Egal, sie werden’s wissen.

        und: ich bin g e g e n abtreibung. also keine falschen diskussionen .

        Wissen wir, am besten gar keine Diskussionen über Schwangerschaftsabbrüche. Die DARF es einfach nicht geben! Roma locuta, causa finita!

        es gab mal einen film. der kardinal. da wurde so eine szene gezeigt. die frau starb, weil kirchengesetz es so wollte. der kardinal hätte unterschreiben müssen, hat er nicht und also starb seine schwester an dem steckengebliebenen kind. und d as kind blieb am leben.

        Father Stephen Fermoyle hat in Henry Morton Robinsons Roman seine Schwester Mona so sicher getötet, als hätte er ihr die Mündung seiner durchgeladenen 45er ACP vor die Stirn gehalten und abgedrückt. Aber Frauen waren und sind für die römisch-katholische Kirche ja nicht so wichtig. Ein Grund mehr, warum Fachärzte für Frauenheilkunde jüdischen Glaubens im Wien der Vorkriegszeit so viele katholische Patientinnen hatten. Die fühlten sich dort einfach sicherer.

        auch ein seltsamer medizinischer fall. hat mich an gottesurteile aus ma zeiten erinnert.

        Kein Gottesurteil. Eine völlig korrekte Entscheidung des Bruders (= Father Stephen Fermoyle im Roman) seine Schwester Mona nach katholischer Lehre sterben zu lassen. Wie gesagt, bei einem nichtkatholischen Mediziner hätte die Frau überlebt.

        die kirche in irland hat es aus anderen gründen schwer zur zeit. schon vergessen?

        Das wird niemand, der sich nur halbwegs in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche auskennt, so schnell vergessen. Aber ist eine selbst verschuldete Katastrophe ein Grund für den Tod von Savita Halappanawar gewesen? Oder doch eher die Vorschriften des katholischen Lehramtes, auf die sich das medizinische Personal berufen hat?
        Na wie auch immer. Diese Vorschriften werden jetzt jeden Tag auf dem Prüfstand stehen. Und das ist auch gut so! um mal einen bekannten deutschen Politiker zu bemühen.

        PS: und wenn Sie sich um eine halbwegs lesbare deutsche Orthografie bemühen würden, dann könnten Sie allen geneigten Leserinnen und Lesern eine frühzeitige Erblindung ersparen; und das wäre ein ausgewiesen christliches Werk!

        • Teresa_von_A. sagt:

          lieber gast auf erden, noch mal meine einladung, ganz auf die erde zu kommen. gast auf erden ist eher der aussenstehende. wo sind sie denn zu hause?

          • Gast auf Erden sagt:

            Also ich bin da, aber so wie ich das sehe sind weder Sie (angesichts Ihrer zauberhaften Orthografie) noch der römisch-katholische Klerus (angesichts seiner Reslitätsferne) auch nur in Bodennähe. Das schlechte an der Sache ist, dass, zumindest bei der Kirche, eine Bruchlandung vorprogrammiert ist. Aber das werden die wohl erst dann wahr haben wollen, wenn sie merken dass sie sich überhaupt nicht mehr durchsetzen können mit ihrer „Moral“. Bin gespannt wie das mit dem Streikrecht für Kirchenmitarbeiter, dem „Lebensschutz“ für Embryonen in der Stammzellenforschung, der Sterbehilfe und den anderen für die Kirche glühenden Themen weitergeht. Adieu!

          • H.Sattel sagt:

            Geehrte Teresa_von_A, soweit ich es von einem Kirchenlied weiß und wie es wohl bei jeder römisch-katholischen Beerdigung zu hören ist, sieht die Kirche die Schar der Auserwählten als „Gast auf Erden“, darin wir eben die Welt (deren Geist) verlassen und uns selbst verleugnend JESUS nachfolgen sollen („Mir nach spricht Christus unser Herr…) Insoweit verstehe ich Ihre Argumentation nicht.

          • AM sagt:

            Liebe Teresa_*, bei aller Achtung, Sie haben so viel Toleranz und Selbstachtung gegenüber eigener Meinung und Kritik. Warum fehlt die den Andersdenkenden gegenüber. Die Schwäche wird nur ausradiert, wenn man jede Kritik zulässt und die Lorre

            Korrektur folgt. Daher jede Stimme sollte ganz ernst genommen werden, und mind. in den „Fachkreisen“ tiefa

          • AM sagt:

            Sorry, sollte noch nicht abgeschickt werden, so ist es wenn man auf einem Handy schreibt.

            Hier die Fortsetzung:
            analysiert werden.

  4. H.Sattel sagt:

    Geehrte Teresa, in einem Kirchenlied heisst es, dass wir nur Gast auf Erden sind und wiederum in einem anderen, dass wir uns selbst verleugnend die Welt verlassen und CHRISTUS nachfolgen sollen: wir zwar in der Welt , so wie es der HERR sagt, aber nicht von dieser Welt sind. Insoweit verstehe ich Ihre Argumentation wie auch Ihre Einladung nicht. Unsere Heimat, so Paulus, ist im Himmel, darin er -Paulus- sogar soweit geht, dass wir schon jetzt Mitbürger der Heiligen und Tischgenossen JESU sind, die für ihn eben noch unterwegs in diese himmlische Heimat sind, aber eben auch schon Teil von dieser Heimat.
    Insoweit muss und darf man diesem „Gast auf Erden“ recht geben….

    • Teresa_von_A. sagt:

      hallo, h. sattel.sie sind ja wenigstens noch regelmäßig zum a u s t a u s c h hier. also gehe ich auf sie ein…präsenz hat noch nie geschadet. besonders in kirchenkreisen. und:ich habe eine frage gestellt. die antwort ist angriff.und das wort gast kann ich hier noch analysieren: als gast läßt man sich bedienen. und bekommt heile welt serviert, wenn einem etwas nicht gefällt, kommt man nicht mehr wieder.gast auf erden in diesem lied hatte eine seltsame vorstellung vom leben..alles ist vergänglich.w e r sagt denn, das wir nur gast sind.ein gast macht sich die erde n i c h t untertan und das steht in der bibel..w a r u m hat gott den menschen geschaffen und ihn auf die erde gestellt? damit er schnellstens das weite sucht , sich nicht zu hause fühlt und also auch für nichts verantwortlich ist?und mit einem bein nur vorhanden ist? da lob ich mir die reinkarnationslehre..die sagt, ohne erde kein himmel. und nun absentiere ich mich. ich sehe mich hier erstmal auch als gast. man muss bei den meisten hier ab ovo anfangen.stichwort europa und die unerwarteten probleme mit armen ländern, die so gar nicht auf die schnelle reich werden können… sie lesen nicht, sie hören nicht, aber sie posten-weiteres stichwort pro multis…adios

  5. KRP sagt:

    Gast auf Erden ich frage mich nur wessen Orthographie besser ist die Ihre oder die von Teresa_v._A.. AM und H. Sattel frage ich ob Ihr gelesen habt was oben im Artikel steht und was das ganze mit dem zutun hat was hier so vorzüglich von Ihnen kommentiert wurde. Ich kann hier nur einen Kommentar folgen und das ist der von Teresa ansonsten lese ich hier nur ?????

  6. KRP sagt:

    Zu dem Thema Gast auf Erden fällt mir noch ein als Gast bin ich gekommen doch soll ich auch heimisch werden und die Erde mir untertan machen, also nicht Gast bleiben, mit der Erde und allem was darauf ist zu leben. Wenn ich nur Gast bin dann bin ich Gast und muss mich ja um nichts kümmern. So wie ich das sehe wird hier Vernunft und Aufklärung übergangen.

  7. Teresa_von_A. sagt:

    anna, es geht hier um irland..und um den zeitungsbericht. und da ist einiges seltsam dran. was schreiben sie von ernstnehmen..ich bin in irland nie gast gewesen, habe den immensen einfluss der kirche erlebt.ich habe mittendrin gewohnt mit menschen, die ich seit 1967 kenne und deren weg ins abseits ich mitverfolgen konnte.und das ist nicht irlands schuld, sondern ebenso wie bei griechenland und portugal der egoismus der reichen länder, die nur eine weitere großmacht herstellen wollten.nichts hergeben von ihrem reichtum ,weil mit dem reichtum auch die bedürfnisse wachsen.wer 2 hat, gebe dem, der keins hat.da hier das thema orthographie kam: meine sehbehinderung bringt das schon mal mit sich.und aus dem grunde lese ich auch nur die posts, die hoffen lassen. adios.

  8. Tilda sagt:

    Die junge Frau in Irland ist an einem Harnwegsinfekt mit einem multiresistentem Keim gestorben. Davon ist aber in der Presse nicht zu lesen sondern
    ein Votum für die Abtreibung in Presse und Fersehen.

  9. H.Sattel sagt:

    Aufklärung und Klärung im Dienste der WAHRHEIT gefällt mir besser, wobei der Mensch heute tatsächlich alles relativiert hat, obgleich die Wahrheit an sich absolut ist..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*