„Betet für mich“

Es ist der Papstsatz schlechthin, unspektakulär und dauerpräsent, dass er schon gar nicht mehr groß auffällt. Irgendwie selbstverständlich, aber dann doch nicht so markant, dass er eine eigene Marke geworden wäre. „Betet für mich“, oder die Variante „vergesst nicht, für mich zu beten“ schließt immer Papstansprachen ab, Predigten, Grußworte, und wenn er Menschen vor sich hat, die nicht aus einem christlichen Kontext kommen, dann bittet er darum, dass sie ihm Gutes wünschen.

Aber was tun wir da eigentlich, wenn wir beten? Verändern wir da was?

Als Kind und vor allem Jugendlicher habe ich mich immer darüber aufgeregt, dass beten als etwas bezeichnet wurde, was uns selber ändert. Das mag schon sein, dass das auch der Fall ist, aber das kann es doch nicht sein, als selbstoptimierungs-Strategie. Andererseits, direkte Auswirkungen auf die Realität sind auch nicht messbar.

Unser Ordensgründer sagt, wir sollen alle Mittel einsetzen, die natürlichen wie auch die übernatürlichen, zu letzteren gehört das Gebet. Was verändern wir damit genau?

Das mal als Frage hier in den Blog gestellt, was tun wir, wenn wir mit Gott sprechen und Gott um etwas bitten?

 

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28 Kommentare zu „Betet für mich“

  1. Herbert Klupp sagt:

    Wenn wir mit Gott sprechen, dann sollen wir ihn loben und preisen, und danken für all das, was er uns schon geschenkt hat ( vor allem die Erlösung durch und in Jesus Christus ) Wenn wir ihn um etwas bitten, dann sollen wir es vertrauensvoll tun, wie Kinder. Kinder Gottes sind wir ja, wenn wir die Erlösungstat Jesu für uns angenommen haben, also getauft sind und aktiv für Gott ( hoffentlich in der Kirche ). Wir bewirken dann, daß Gott, der Vater, uns hört. Er wägt dann ab, ob das, was wir erbitten, auch gut für uns ist. Oder er hat noch ganz andere Kriterien, die ich nicht kenne ( und vermutlich auch nicht begreifen könnte ) Nach dem Bitten heißt es, vertrauensvoll auf seine Antwort zu warten. HERR, schenke mir ein hörendes Herz ! Beinahe das Wichtigste an der ganzen Sache ist es, Gottes Antwort ( die ganz anders daherkommen kann als von uns Menschlein erwartet ) nicht zu verpassen, nicht zu überhören.

    • Suarez sagt:

      Gottes Kinder sind alle Menschen, auch die Ungetauften. Oder meinen Sie, der Hl. Josef oder der Hl. Johannes d. T. sei kein Kind Gottes gewesen, weil sie nicht getauft waren?

      • Herbert Klupp sagt:

        Lieber Suarez, Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Nehmen Sie das wenigstens ernst ? Wer aber entschiedener Jünger Jesu ist, wer es für sich erlebt, daß er nur eine Traube an dem Weinstock namens Jesus Christus ist, der wird sicher nicht rebellieren, und sich nicht taufen lassen, wo Jesus es doch geboten hat. Sinnlos ist es, die (christliche) Taufe für die Menschen vor Jesus zu verlangen. Hier hat Gott andere Wege.

        • Suarez sagt:

          Sie denken zu klein von Christus, wenn Sie ihn auf eine historische Person reduzieren.

          Im übrigen weichen Sie aus. Johannes der Täufer war auch nicht getauft – Maria ebensowenig. Und dennoch sind sie – wie alle Menschen – Gottes Kinder.

      • Ganz so apodiktisch einfach ist es nicht, werter Suarez; mit Blick auf Joh 1/12: Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,

      • Brigitta sagt:

        Glückwunsch zu dieser Antwort. Und wenn wir das Neue Testament genauer durchgehen, finden wir noch mehr heutige Heilige, bei denen keine Taufe überliefert ist, z.b. alle Apostel, Stephanus, Maria von Magdala usw

  2. Suarez sagt:

    Gebet ist nichts, was Gott bräuchte. Er genügt sich selbst. Gebet ist etwas, was Gott FÜR UNS gemacht hat. Wenn wir beten, dann machen wir uns auf für IHN, sodass uns Gott erfüllen kann.

  3. Amica sagt:

    Ich bin kein großer Beter, muss ich leider zugeben. Bei uns Zuhause ist man, was Religion angeht, eher nüchtern positioniert. Mein Vater ist Analytiker und meine Mutter ein absoluter Naturmensch. Also, ich hab es nie so richtig gelernt, denke ich.
    Aber es verändert einen Menschen eben schon. Und wenn das Gebet den Menschen nur ruhiger werden lässt: Sicherlich könnte man anhand des Pulsschlags feststellen, dass Beten den Menschen beruhigt, langsamer werden lässt.
    Ich war im Herbst diesen Jahres das erste Mal bei Benediktinerinnen zu Gast – Benediktinerinnen der Anbetung: Um 5:20 beteten die schon das erste Mal. Sie beten bzw. singen vor allem die Psalmen und das sehr leise. Die Schwestern bilden dabei eine extrem stimmige Gemeinschaft: alle ordnen sich unter, keine entwickelt beim Singen einen eigenen persönlichen Stil. Sie wirkten auf mich ein bisschen wie ein Bienenvolk. Aber der Gesang war wirklich sehr beeindruckend, sehr schön. Ich dachte mir nur, sie singen für Gott, wo alle Welt noch schläft. Und er liebt diesen leisen Gesang, seiner Bräute, wahrscheinlich unendlich. Irgendwann hab ich dann aber auch begriffen, dass dieses Psalmensingen so etwas wie eine Katharsis bzw. eine Art öffentliche Beichte meint. Ist eine der Schwestern mit sich im Unreinen dürfte das auffallen: Der Wechselgesang erfordert sehr viel Konzentration und wenn man die aus welchen Gründen auch immer gerade nicht aufbringen kann, wirkt sich das auf die Harmonie des Chores aus. Den sensiblen – aufs Hinhören und Zuhören außerordentlich gut geschulten – Schwester fällt das, denke ich, sofort auf. Man kann sich da nicht verstellen.
    Das Chorgebet ist etwas extrem Komplexes. Es hat gleich mehrerlei Funktion. Gotteslob, Reflexion, öffentliche Beichte, Strukturierung des Tages und wahrscheinlich noch mehr.
    Als ich dann ein paar Tage später in einen „normalen“ Gottesdienst bei mir Daheim gegangen bin, hörte sich der Gesang der Gemeinde für mich direkt schrill und unangenehm laut an. Mich verstörte der fast. Das war eine sehr seltsame Erfahrung in Bezug auf das Gebet für mich.
    Ihre eigentliche Frage: Was wir tun, wenn wir Gott um etwas bitten, kann ich nicht beantworten. Ich bete so gut wie nie zu Gott wegen einer Bitte. Ich denke irgendwie, dass er weiß was gut für mich ist, deshalb bitte ich Ihn nicht um etwas.
    Meine Mutter ist zwar krebskrank, aber um ihre Gesundheit bitte ich selten. Wer weiß, was nach dem Tod kommt. Ich denke, es wird besser werden, gesetzt den Fall: Gott kann uns lieb haben, wir uns anständig verhalten haben… dann auf jeden Fall. Ich weiß das einfach.
    Ich hatte mal so eine extreme Erfahrung und seitdem weiß ich das. 🙂

  4. Ich danke meinem Chef in der Arbeit und bitte um seine Gesundheit.

  5. Dieses Wort Chef ist fur Viele Menschen in der Wirklichkeit benutzt.Aber fur mich nich passenden Wort fur den Diener Papst Franziskus. O mein Gott!Rette uns,starke uns, lenke uns ,vergib unsere Missetaten ,fuhre uns auf dem richtigen Weg. AmenAmenAmen!!!.

  6. Roswitha Steffens sagt:

    Ich nahm mich im Gebet dessen an, was ohne meine Kraft am Leben war, um mir bewusst zu machen, dass das Leben viel mehr ist als die Summe all seiner Teile. Meine Gebete schlossen das ein, was mir am Herzen lag, weil ich ein Mensch sein wollte. Ich weiß nicht ob die Natur beten kann, aber wenn sie es könnte, dann würde sie sicher darum beten, dass sich die Menschheit in ihr entdecken möge, um im Glauben ihr Leben so anzunehmen, dass ihre Gewissheit die Kraft erwirkt, die sich in diesem Leben fasst, um damit der Menschheit für alle Zeiten zu dienen. Das Grundanliegen in meinen Gebeten war der Wunsch nach der Einheit, die über allen Zeiten steht, um das Machtspiel der Menschen zu beenden, die damit Frieden und Freiheit für die Menschheit als solche unmöglich machten.

    Wir wissen so viel, doch wie kommt dieses Wissen in die Köpfe einer ganzen Menschheit?

    Ich glaube, weil mir dieser Glaube die Kraft schenkt, die mir die Sicherheit gibt, alles wird gut werden, so Gott will. Aus diesem Glauben heraus bete ich darum, mich dem Willen zu unterwerfen, der dieses Leben führt.

  7. Das Vater unser ist „mein“ Gebet..- da ist ALLEs drin und vor allem ist es SO KONKRET!!
    in den letzten Tagen – die Flüchtlingshetze wird von den DEUTSCHEN HASSPREDIGERN aufs Schamloseste betrieben..

    und in diesem Kontext bin ich über „meine“Freiburger richtig stolz-die sind mehrheitlich sehr gefasst und engagieren sich weiter..

    ja und ich hab was probiert: in die Stille gehen- spazieren oder auch beispielsweise in einer leeren Kirche -schweigend erst mal alle ungeordneten Gedanken zulassen und -wenn möglich-diese einfach loslassen..
    dann kam mir die Idee einfach mal in mich hineinhören(!!) was das mit mir macht, wenn mich meine „soziale Gruppe“ sozusagen ausschließt und schmerzlich erlebe wenn ich gerade noch geduldet bin weil ich meinen eigenen „Rucksack“ habe der den anderen lästig erscheint.. 10 Minuten hab ich diese für mich imaginäre Situation ausgehalten und dann floss es bitterlich…

    gestern in dieser Haltung früh nach dem Laufen eine winzig kleine eher kalte Mini Marien Kapelle entdeckt-mich hingesetzt und wollte nach dem Vater unser in meinem NT. lesen,-totale Sperre meine Gedanken ein reines furchtbares Durcheinander…
    dann kamen mir die jungen männlich einsamen Flüchtlinge in den Sinn-

    beten konnte ich nicht-auch NICHT FÜR diese oftmals durch traumatische Erlebnisse hindurchgegangenen Jungs …

    ABER ich erinnerte mich an den Dienstag und irgendwann konnte ich mich mit meinem Fühlen in diesen stummen Schrei der Jugendlichen hineinhören…
    ich kann es nicht besser erklären.. jedenfalls auch das macht was mit Dir..
    kann ich nur empfehlen ..

    • Silvia Brückner sagt:

      Lieber Herr Hopfener,

      was Sie schreiben ehrt Sie sehr, auch Ihre Offenheit hier. Vielleicht schaffe ich es mal, ähnlich empfinden zu können wie Sie.

      Ich helfe ja z.Zt. zwei arabischen Mitchristinnen, die schon lange hier leben, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Da kommen natürlich auch die aktuellen Ereignisse zur Sprache.

      Dazu muss ich sagen, dass wir primär einfach drei ältere Frauen sind, die der gemeinsame christliche Glaube verbindet. Und dann stelle ich fest, dass diese Frauen genauso über diese Gewalttaten denken wie ich, dass sie auch für unser Land und unser aller Schutz beten. Und dass sie als Mütter und teilweise Großmütter dieselbe Angst um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel hierzulande haben, wie viele der sogenannten Biodeutschen.

      Eine ähnliche Angst erfüllt auch die sogenannten modernen Muslime hier.

      Kürzliche wurde bei uns in der Stadt eine junge, modern gekleidete Muslima im Bus von drei konservativen muslimischen Männern angegriffen. Zum Glück hat der Busfahrer die drei Männer aus dem Bus gewiesen.

      Wenn wir hier auch in Zukunft – integrierte Muslime, Christen aus aller Herren Ländern und Einheimische – friedlich nach den Regeln eines modernen, demokratischen Staates zusammen leben wollen, dürfen wir nicht jede Gewalttat bis hin zu Vergewaltigung und Mord durch junge, muslimische Flüchtlinge, als Hilfeschrei traumatisierter Jugendlicher herunterspielen.

      • @Frau Brückner ich achte ihre Sichtweise-
        ich habe meines innerstes in Teilen gezeigt, und das mag so stehen bleiben. „wer kann der fasse es“
        das ist KEIN EXKURS..
        KEIN(E)Blogger oder Bloggerin MUSS das akzeptieren..
        ——————————————————————-
        aber die Erfahrung mit den deutschen Hass Predigern ist eine ERFAHRUNG die viele andere auch erleben!! und das wird immer schlimmer manchmal ganz subtil-JU auf dem CDU Parteitag..

      • noch ergänzend; in der Mediathek ARD Dienstag 6.12.2016 „Beckmann“ war eine hervorragende Sendung von engagierten Ehrenamtlern nicht nur mit den Refuges aber auch vor ort-Ärzte ohne grenzen usf..

    • Brigitta sagt:

      Danke für diese Erfahrung

  8. Gerd sagt:

    Ich liebe meine Frau, also spreche ich mit ihr. Ich liebe meinen Gott, also spreche ich mit ihm. Wir lieben also Gott, wenn wir beten. Eigentlich ganz einfach.

  9. Andreas sagt:

    Auch nach 35 Jahren und in der 19. Auflage liefert die Gebetsschule von Hubertus Halbfas immer noch neue Einsichten in das, was wir tun, wenn wir mit Gott sprechen und Gott um etwas bitten: http://www.patmos.de/images/978-3-8436-0754-4.jpg

  10. Brigitta sagt:

    Mich haben andere Thesen von Halbfas mehr interessiert. Als ich 1969/70 meine Zulassungsarbeit im Fach Religionslehre zu dem Thema „die mythologische Sprache und ihre Texte und ihr Einsatz kommen Religionsunterricht“ schrieb, stieß ich auf ihn, weil er damals einer der wenigen war, der mir aus religiöser Sicht Antworten gab.
    Aber das Buch von Halbfas kenne ich nicht, möchte aber zu bedenken geben, dass ihm in den 80ger Jahren die Lehrerlaubnis entzogen wurde.

    • Andreas sagt:

      Was bedeutet jetzt der Entzug der Lehrerlaubnis für das Buch?

      • Brigitta sagt:

        Das Buch ist danach erschienen, wenn ich richtig informiert bin. Und seine Entwicklung danach erscheint mir etwas merkwürdig, wenn man Wikipedia glauben kann

        • Andreas sagt:

          Merkwürdig, Sie lancieren Bedenken gegenüber einem Buch, dessen Inhalt Sie nicht, aber den Autor und seine Entwicklung anhand von Wikipedia zu kennen meinen.

  11. Brigitta sagt:

    statt „kommen“ hätte es heißen müssen ihr Einsatz im Dienste des

  12. F. H. sagt:

    Segne, was wir heute beginnen, und lenke unsere Schritte auf den Weg des Guten.
    Lass uns das Rechte bedenken und tun.
    Deine Güte sei um uns, jetzt und allezeit.
    Amen.

    • Micaela Riepe sagt:

      Ein schönes Gebet, es gibt so viele davon:

      Gott will, dass Ihr ein Segen für seine Erde seid.
      Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
      der wird uns dahin leiten,
      wo er uns will und braucht.
      Amen

      Es lässt sich statt Gott auch einfach mit Du beten.

      Mit Adorno konnte ich ja hier nicht reüssieren – klar, auf dem Blog eines Jesuiten schreibt man nicht über den autoritären Charakter, wo kämen wir dahin -, doch viielleicht klapt es ja mit Markus11,24:

      „Darum sage ich euch: Alles, um was irgend ihr betet und bittet, glaubet, daß ihr es empfanget, und es wird euch werden.“

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