Christenverfolgung – Kein Thema für uns hier?

Seit Tagen beschäftigt uns in der Redaktion intensiv die Situation im Irak, wenn man das denn noch als einen Staat bezeichnen kann. Die Islamisten haben Städte eingenommen, vertreiben Christen, verbrennen Häuser und Kirchen und zerstören damit etwas, was dort seit 1.700 Jahren und länger existiert hat. Sie tun es aus Machtgier, denn mit Religion hat das alles schon lange nichts mehr zu tun, da sind sich alle Beobachter – auch die muslimischen – einig.

Aber irgendwie scheinen wir die Einzigen zu sein. Katholische Medien weisen auf diese Christenverfolgung hin, aber sonst nicht wirklich viele Medien.

Für eine Sendung habe ich den Weltkirchen-Beauftragten der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg, dazu interviewt. Meine Frage war, was sich denn seit den 70er und 80er Jahren verändert habe; ich kann mich noch gut an die Eine-Welt Arbeitskreise erinnern und an Kritik an den Zuständen in Latein- und Südamerika. Dieses Bewusstsein, das ja auch ein politisches Bewusstsein ist, gibt es scheinbar heute nicht mehr.

 

Früher war der Horizont weiter

 

Erzbischof Schick urteilte in dem Interview so: „Damals war der Horizont weiter als er heute ist.“ Und weil er damit nicht nur uns Christen meint, fährt er fort: „Das ist eigentlich sehr schade, gerade wir Deutschen haben mit unserem Außenhandelsvolumen eine gute Position in der Welt, wir könnten da viel mehr bewirken. Aber wissen Sie, wenn ich Deutschland betrachte und dann die anderen europäischen Staaten und die EU, dann sage ich, dass in Deutschland noch mehr für verfolgte und bedrängte Christen und für Menschen in Notsituationen in Afrika, Asien, im Nahen und Fernen Osten getan als in anderen Staaten. Das darf uns aber nicht nachlässig machen; wir müssen da mehr fordern und wir müssen uns mehr einsetzen.“

Zu Beginn hatte ich Erzbischof Schick gefragt, warum der mediale Aufschrei bei der Christenverfolgung seiner Meinung nach ausbleibt. Es gibt die Ukraine und den Gaza-Streifen, aber auch davor war die mediale Konzentration auf die Zerstörung einer 1.700-jährigen Präsenz bei unglaublichem Leid nicht wirklich groß. Christenverfolgung ist nicht wirklich ein großes Thema.

Als Antwort wies Schick auf einen europäischen und deutschen Egozentrismus hin. Wir beschäftigen uns zu sehr mit uns selber, als dass wir Aufmerksamkeit übrig hätten. Flüchtlingsdramen kämen erst dann vor, wenn sie sich an den europäischen Küsten abspielten.

In einer Sitzung hier im Sender wurde uns am Montag ausdrücklich gedankt – allen Sprachredaktionen – dass wir so ausführlich über das Drama im Irak berichten, der Dank kam vor allem aus der Region. Ich würde mir wünschen, dass das für Christen weltweit ein Thema würde. Denn auch diese Christen gehören zu unserem Glauben, auch wenn uns das nicht wirklich bewusst zu sein scheint, auch wenn diese Einsicht zu fern liegt. Aber wir brauchen das Bewusstsein, oder wie es Papst Franziskus nennt: „Die Ökumene des Leidens.“ In den Worten von Erzbischof Ludwig Schick: „Ohne ein gesundes Traditionsbewusstsein gibt es auch kein Zukunftsbewusstsein“.

 

 

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100 Kommentare zu Christenverfolgung – Kein Thema für uns hier?

  1. Silvia Brückner sagt:

    Ich bin sehr froh, dass das Thema Christenverfolgung endlich auch hier im Blog zur Sprache kommt, das war längst überfällig!

  2. Arnd sagt:

    Ich glaube, dass die „Solidarität“ der 70/80er Jahre, soweit sie zu so etwas wie einem Mainstream geworden war, einfach einen politischen Zeitgeist darstellte. Heute ist der Zeitgeist ein anderer und es gibt die Sorge für Entwicklungsländer pp. nur noch bei wenigen Überzeugten. Die tun es dann weniger aus politischen als aus persönlichen, also zB religiösen Gründen.

    Und der Blickwinkel der nichtreligiösen Medien ist eben ein nationaler. Das bedeutet dann, dass vor allem eine Verfolgung deutscher Christen, Juden und Moslems interessiert.

  3. Jeannette Meyer sagt:

    Die Zeit als, aus dem Dritte-Welt -der Eine-Welt-Laden wurde und die Teestubenaktivisten ihre Hochzeit hatten, kenne ich nur aus Erzählungen. In Erzbischofs Schick Erinnerung war der Horizont damals weiter, vielleicht, weil er damals auch noch in einer anderen Lebensphase war?
    Ein angeblicher europäischer(?) und deutscher(?) Egozentrismus erklärt für mich das mediale Desinteresse an der weltweiten Christenverfolgung nicht wirklich. Auf eine subtilere Weise als im Irak findet ja auch hier mitten in Europa die Christenverfolgung statt. Das Christentum wird hier bekämpft, indem versucht wird, es aus dem öffentlichen und politischen Leben zu verbannen und ins Private abzudrängen. Genau das aber wiederspricht dem christlichen Glauben, der ja nicht allein der privaten Erbauung des Einzelnen dient sondern auch das gesellschaftliche Leben gestalten will.
    Das mediale Desinteresse an der Christenverfolgung hat deshalb einen systematischen Grund. Denn das Christentum wird in der veröffentlichten Meinung mit dem Dogma, genauer dem Bild, das man sich vom Dogma gemacht hat, und dem absoluten Wahrheitsanspruch assoziiert. Der Modernismus, dem die Medienschaffenden zum größten Teil angehören, ist aber agnostisch oder atheistisch und somit im Eigentlichen tyrannisch. Für diese gibt es keine absolute Wahrheit, d.h. man folgt der Macht und Gewalt, ganz einfach gesagt, dem Recht des Stärkeren. Dafür steht ja auch der Kampf gegen das Naturrecht als Rechtsquelle. Man folgt also der mächtigen Willkür der gerade Herrschenden oder der sogenannten anonymen Macht der Geschichte. Wenn also für die Medienzunft das Christentum verfolgt wird und untergeht, so ist das für sie einfach der Lauf der Zeit, vermutlich verbunden mit einer hämischen Genugtuung in ihrem letztendlichen Kampf gegen Gott und in der irrigen Annahmen, wenn die Hauptsache verschwunden ist, wäre man endlich irgendwie frei. Diese Freiheit endet aber in der Unterwerfung unter die Willkür. Darum ist Christenverfolgung nur eine Randnotiz im Sinne der korrekten Meinung wert.

    • Jeannette Meyer sagt:

      Ergänzung:
      Das häufige Verschweigen antichristlicher und antijüdischer Agitationen und Handlungen und die marginale Abwehr bzw. eigentlich Duldung und dadurch implizite Unterstützung des gewalttätigen Islam in der Berichterstattung der hiesigen agnostisch/atheistischen Medienlandschaft deutet auf die geistige Verwandschaft der Atheisten mit dem Islam. Beide hängen einem tyrannischen System an und unterwerfen sich dem machtvollen Götzen der Willkürherrschaft.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Das ist aber ziemlich krude, was Sie hier schreiben.

        • Jeannette Meyer sagt:

          Wenn es nur krude wäre! Wo treffen sich denn die Linksextremisten mit den Islamisten?

          • Silvia Brückner sagt:

            Jeanette Meyer, ja, wo treffen sich die Linksextremisten mit den Islamisten:
            Bei antisemitischen Demonstrationen und einer generellen Bekämpfung christlicher Werte, Symbole usw. in der Gesellschaft.

          • KRP sagt:

            Ja und das sind Linksextramisten und fanatische Salafisten und nicht der normale Muslime und sollte nicht verallgemeinert werden, nicht alle Islamisten sind fanatisch.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ganz meiner Meinung, man wird niemandem gerecht, wenn man mit schwarz und weiß malt. Weder der wirklichen Gefahr radikaler Gruppen – weil man ihre Motive nicht erkennen will – noch der großen inneren Vielfalt des Islam.

        • KRP sagt:

          Scalfari hätte das nicht besser interpretieren können… 😉

        • Elisabeth sagt:

          Solange „das Christentum“ nur mit „Die Kirche“ identifiziert wird und dieser „Verein“ incl. seinem Führer, dem Papst, den Medien verfolgungswürdiger (sic!) erscheint, als Massakrierungen von Christen im Irak, solange wird Christenverfolgung auch nicht DAS Thema schlechthin werden.
          Detail am Rande: Unser österr. Landwirtschaftsminister Rupprechter fordert heute die Abschaffung des Zölibates; diese seine glanzvolle Erkenntnis wird von den Medien bejubelt und wird die Christen im Irak ebenfalls zu wahren Jubelstürmen hinreißen!
          Sorry, manchmal geht’s nur so…Es ist zum Verzweifeln ob dieser „christlichen“Politiker!

          • Silvia Brückner sagt:

            Wir sollten das Thema Christenverfolgung nicht als Argument gegen innerkirchliche Konflktthemen instrumentalisieren.

        • Gabriele sagt:

          Verehrter Pater Hagenkord, das ist gar nicht krude. Betrachten Sie es bitte als Christ: Ich als Christin glaube an Jesus Christus als den Sohn Gottes, den Erlöser, als das Licht der Welt. Diesen christlichen Glauben, der das Fundament unseres Seins ist, besser wohl war, finden Sie weder im Islam noch bei den Atheisten. Hier liegt also durchaus eine geistige Verwandtschaft zwischen beiden Richtungen vor, im kleinsten gemeinsamen Nenner der Ablehnung der wahren Gestalt Christi. Als Christin werde ich von Christus gewarnt, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, soll mich der Gewalt enthalten, um diese Gewaltspirale zu durchbrechen und eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Finden Sie diese Gedankengänge bei denen, die sich hier zusammentun, und gewalttätig werden? Egal wo und zu welchem Anlass? Ich jedenfalls nicht.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Da kann ich wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln, das wird niemandem gerecht sondern baut nur irgendwelche Phantasie-Gegner auf. Das erklärt gar nichts. Es ist halt krude gedacht.

      • KRP sagt:

        Kennen Sie Agnostiker oder Atheisten von gläubigen Moslems und radikalen Islamisten ganz zu schweigen. Hört sich für mich wie versteckter Rassismus an?

        • Elisabeth sagt:

          @Silvia…

          Das Thema Christenverfolgung wird aber nach wie vor von innerkirchlichen Streithemen überlagert! Das ist Fakt!

          • Silvia Brückner sagt:

            @Elisabeth, das Thema Christenverfolgung wird nicht von innerkirchlichen Streitthemen überlagert sondern vom satten und egoistischen europäischem Christentum überhaupt nicht wahrgenommen weil es uns bis jetzt noch nicht selbst betrifft,

        • Gabriele sagt:

          @ KPR: Mit Rassismus ist man schnell bei der Hand. Hier wird das Argument schnell zur Haltung selbst, wenn es nicht sensibel genug angewendet wird.
          Ich kann keinen Rassismusvorwurf erkennen bei der Betrachtung der Haltung zweier verschiedener Gruppierungen, deren kleinster gemeinsamer Nenner die Ablehnung des Gottessohnes Jesus Christus ist. Dies hat mit der Rasse des einzelnen nichts zu tun.

          • KRP sagt:

            Da geht es mir wie P. Hagenkord und muss nur noch mit dem Kopf schütteln. Bitte setzen Sie sich doch mit den einzeln Religionen auseinander, gehen Sie auf die Menschen zu und vor allem überprüfen sie was Rassismus ist.

  4. Harald sagt:

    Was ich bei dieser ganzen Diskussion um die Christenverfolgung vermisse, ist die Rolle, die der Westen dabei spielt. Werfen wir doch einmal einen Blick auf die muslimischen Länder, in die die Amerikaner Frieden und Demokratie bringen wollten… Da entstehen die Terroristen. Mit Krieg kann man nämlich nur bedingt für Frieden sogen. Drohnentote in der Zivilbevölkerung heizen den Terror weiter an. Die brauchen wir hier bei uns auch gaaaanz dringend! Bush sprach auch noch von Kreuzzug, als er in den Irak einfiel. Das ist jetzt die Rechnung, die andere arme Schweine für unsere Politik bezahlen müssen. Es ist einfach nur widerlich…

    • Christina sagt:

      Seit Wochen weise ich meine auch kirchliche Umgebung auf die Christenverfolgung im Irak und in Syrien und auf das skandalöse Verschweigen der Medien hin ohne grosse Reaktionen zu ernten. Ob man hier vielleicht ahnt, dass diese Katastrophe durch die westliche Politik mitverursacht wurde und deshalb schweigt? Als die USA den Irak bombardierten, wusste Bush (und viele andere auch) vermutlich gar nicht, dass es dort Christen gibt, wie die Amerikaner auch nichts wussten von den Zeugen der dortigen Kultur, deren Plünderung und Zerstörung sie zuliessen. Statt das Museum zu schützen,haben sie das Oelministerium abgeriegelt. Das sagt schon alles.
      Im westlichen Europa ist das Nichtwissen über die Christen im Orient, von der Türkei bis zum Irak, notirisch, auch unter Geschulten. Aus lauter Angst, als rassistisch angesehen zu werden, schweigen die seriösen Medien über die Verfolgungen der Rassisten. Der Vatikan, als zentral organisierte Institution, hat vermutlich weltweit das differenzierteste Informationsnetzwerk (ausser der NSA, die aber eine Geheimorganisation ist!). Trotzdem ist es nicht denkbar, dass die anderen diplomatischen Vertretungen nichts nach Hause melden. Trotzdem keine Reaktion! Vielleicht auch schaut das reiche Westeuropa weg, weil die schändliche Polemik gegen die Flüchtlinge die Wahrnehmungsfähigkeit vernebelt und es nicht aufgeschreckt werden will.

      • Silvia Brückner sagt:

        @Christina, ich versuche schon seit ca zwei Jahren auf das Thema christenverfolgung hinzuweisen und zwar vergeblich.

        Bis vor kurzem hielt man das Ganze zumindest in katholischen Kreisen noch für Hetzpropaganda ultrarechter Traditionalisten gegen den Islam, kein Wunder, wenn die Medien nichts darüber berichten.

        Ein weiterer Grund aus meiner Sicht ist Angst, den Islam zu kritisieren, Angst vor der „Nazikeule“ aber auch Angst, hier Ausschreitungen von Muslimen zu provozieren.

        Und dann habe ich den Eindruck, dass es in unserer Gesellschaft starke Kräfte gibt, denen der Islam weltweit und auch bei uns gerade recht ist, das Christentum und vor allem das katholische Christentum zumindest aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.

        • Elisabeth sagt:

          @Silvia
          …weil’s Ihnen nur auch so geht! Ist zwar kein wirklicher Trost, doch ist es gut zu wissen, dass man mit seinen Empfindungen nicht allein ist!

        • Christina sagt:

          Meinen Sie Ausschreitungen DER Muslime oder GEGEN die Muslime? So wie es jetzt in Frankreich im Kontext des aktuellen Krieges zwischen Israel und Palästina Ausschreitungen gegen Juden und Synagogen gibt.

          • Silvia Brückner sagt:

            @Christina ich meine Ausschreitungen aufgebrachter Muslime hier gegen uns, nicht umgekehrt.

          • KRP sagt:

            Da frage ich mich doch wo bei uns in Deutschland aufgebrachte Muslime gegen uns sind. Meines erachtens geht dann immer voraus verbietet man unsere Kopftücher usw. verbrennen wir eure Bibeln oder so ähnlich. Wie ich unten geschrieben habe, wie du mir so ich dir, das gibt es überall und ich glaube das hat mit Christenverfolgung nichts zutun. Bei Christenverfolgung geht es doch um Tod und Leben und das sehe ich so bei uns nicht. Hier werden doch meistens Minderheiten wie Asylsuchende usw. verfolgt und geschlagen oder täusche ich mich da?

          • Silvia Brückner sagt:

            KRP, ich habe geschrieben, dass man sich hier nicht getraut, den Islam zu kritisieren, weil es zu Ausschreitungen seitens der Muslime kommen KÖNNTE.
            Bitte lesen sie genau, was ich geschrieben habe, und wenn Sie es nich verstehen, dann verzichten Sie doch mal auf einen Kommentar.
            Und was das angebliche Kopftuchverbot angeht, also och sehe genug Muslimas mit Kopftuch. Und die ewigen Selbstbezichtigungen, wir wären an allem selbst schuld, kann ich schon nicht mehr hören. Und falls sie es nicht verstanden haben sollten, hier geht es um die Christenverfolgung im Nahen Osten, ich habe nicht behauptet, dass wir hier eine vergleichbare Christenverfolgung hätten.

          • KRP sagt:

            Liebe Silvia ich habe schon gelesen was Sie geschrieben haben wozu diese Aufregung Ihrerseits. Ausserdem habe Ich lange schon nicht mehr zu Ihren Kommentaren was geschrieben, wollte doch nur wissen wo gibt es im Westen Muslime die Christen verfolgen, das ist doch hier bei uns kein Thema oder vielleicht ist es in unserer Kleinstadt kein Thema. Und was heißt KÖNNTE – das ist für mich keine Christenverfolgung.

          • Gabriele sagt:

            @ Christina: Silvia meint mit Sicherheit Ausschreitungen der Muslime, anders ergibt das „von“ grammatikalisch gesehen keinen Sinn. Und darf ich hier gleich an die Ausschreitungen erinnern, die damals nach der Regensburger Rede Papst Benedikts entstanden sind? Wo Medien auch sehr bewusst den Papst missverstehen wollten? Und entsprechende muslimische Gruppierungen diese wunderbare Gelegenheit nur zu dankbar ergriffen, um wieder wüten zu dürfen? Daran erinnern, dass im vorauseilenden Gehorsam in Theatern und Opernhäusern Inszenierungen abgesetzt oder verändert wurden aus Angst davor, es könnten sich Muslime in ihrer Religiosität angegriffen fühlen? Ausschreitungen gegen die Mohammed-Karikaturen? Ermordung eines Regisseurs in Holland (dessen Auffassungen ich ausdrücklich nicht unterstütze), weil er sich islamkritisch zeigte? Wer fragt danach, wie die Christen durch den Islam verunglimpft, beleidigt und verachtet werden? Wir sind Ungläubige für die Moslems, egal wie glaubensfest und glaubensstark wir als Christen sein mögen? Wer fragt danach, wie sich die Christen hier fühlen, ohnmächtig mit ansehen zu müssen, wie die älteste christlichen Kultur im Irak in Flammen aufgeht und niedergebrannt wird, die Menschen vertrieben und vergewaltigt und ermordet werden? Das ist alles in Ordnung, oder? Aber wehe, man sagt was gegen einen fehlgeleiteten Islam.

        • Gabriele sagt:

          @ Silvia: Ich kann Ihren Feststellungen nur zustimmen. Der katholische Glaube soll ersetzt werden. Die politische Korrektheit gebietet die Anerkennung des Islam, egal welcher Ausrichtung. Die Aussage des ehem. Bundespräsidenten Wulff hat dies gezeigt. Eine klassische Fahne, schön in den herrschenden Wind gehängt, wie m.E. alles bei diesem Herrn, nur dass diese Aussage leider weiterreichende Folgen hatte. Wir holen uns den Beelzebub ins Haus damit. Und das sage ich als überzeugte Christin, ohne jeden politischen Hintergrund.

      • Gabriele sagt:

        @ Christina: Bei beiden Irak-Kriegen gab es eine breite Ablehnung der us-amerikanischen Pläne in der deutschen Öffentlichkeit, weil sehr klar war, dass hier ein Krieg rein aus wirtschaftlichien Interessen gegen die Interessen eines souveränen – wie auch immer gelenkten – Staates geführt wurde. Heute wird eine Minderheit, noch dazu christlichen Glaubens und noch dazu eine der ältesten bestehenden christlichen Kirchen, im Irak verfolgt. Unter dem Deckmantel eines wie auch immer entarteten Islam. Das Denken heute missversteht vieles, u.a. versteht es nicht, dass alles Tolerieren und scheinbar Verstehen nichts mit echtem christlichem Denken zu tun hat. Unsere Gesellschaft ist gleichgültig und ablehnend gegenüber dem Christentum geworden, aufrechte Christen werden mindestens als unbequem und lächerlich abgetan, wenn nicht sogar in die rechte Ecke gestellt. Der Islam wird wenig kritisch in seinen Spielarten hinterfragt, hier gilt nur: Das ist eine Religion, die dürfen wir nicht angreifen – begründet in der neuen Doktrin des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts des unbedingten korrekten politischen Denkens. Dieses Denken verquickt sich mit christlichem Denken und unterwandert es. Darum erfolgt auch aus dem Vatikan keine eindeutigere Haltung zu den Vorgängen im Irak und in Syrien. Was interessiert schon eine kleine christliche Minderheit, die irgendwo untergeht? Dass es sich um reiches, christliches Glaubensgut, um wichtige Traditionen auch für unseren eigenen Glauben handelt, – im Zeitalter der großen Nivellierung aller Besonderheiten eher zu begrüßen als zu bedauern.

  5. Elasund sagt:

    Ich bin an der Formulierung hängen geblieben „denn mit Religion hat das alles schon lange nichts mehr zu tun“. Können Sie diesen Satz erläutern? Islamisten gehören doch einer Religion an und werden von dieser Religion in ihrem Handeln motiviert. Dabei fiel mir auch ein, dass ich schon ab und zu die Formulierung gehört habe: „Mit Religion hatten die Kreuzzüge nichts zu tun.“ Welche Definition von „Religion“ liegt solchen Sätzen zu grunde?
    Durch diesen Beitrag wurde ich darauf aufmerksam, dass ich wirklich nur von Radio Vatikan zum Thema Christenverfolgung informiert werde. Ich habe in den säkularen Medien rumgesucht und verblüfft festgestellt: Alles was ich dazu erfahre kommt von Radio Vatikan. Vielen Dank, dass Sie immer wieder über dieses wichtige Thema berichten!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Die Formulierung soll heißen, dass ich oder wir diese Mörderbanden nicht bestimmen lassen, was Religion ist. Nicht jeder, der sich auf Glauben und Religion beruft, kann das sein Handeln erklären lassen. Bei den „IS“ Leuten etwa im Irak ist alles mögliche in der Mixtur dabei, Anderes aber Ähnliches lässt sich über Boko Haram in Nigeria sagen. Gerade dort betonen unsere Interviewpartner immer wieder, dass es sich nicht um einen religiösen Konflikt handelt, wie sehr Boko Haram das auch behauptet.
      Religiöse Gesinnung beruft sich immer irgendwie auch auf die Freiheit der Religionsausübung. Oder einen inneren Bezug zur Mission. Damit hat das aber alles gar nichts zu tun.

    • S.G. sagt:

      OpenDoors hat am 11. Januar 2014 deutschlandweit dazu aufgerufen, durch einen Flashmob auf die weltweite Christenverfolgung aufmerksam zu machen (siehe http://www.youtube.com/watch?v=VR5ViyBaiG4). In den Zeitungen habe ich vergeblich nach einer Berichterstattung darüber gesucht….. – so viel zur neutralen Berichterstattung….
      Zum Islam: Religion und Politik sind im Islam eins. Die Umma (Gemeinschaft aller Muslime) setzt sich aus Gläubigen zusammen. Der Rest sind Ungläubige. Politik und Religion bilden eine Symbiose und schützt die Gläubigen vor den Ungläubigen. Das war in Deutschland auch so im Mittelalter (Der König/der Kaiser war verantwortlich für die gesamte Christianitas und der christliche Glaube war institutionalisiert. Wer gegen die Religion war, bzw. wer keinen Glauben hatte wurde verfolgt, bis zur Todesstrafe, da die antichristliche Gesinnung die Gemeinschaft (Christianitas) zerstört hätte. Häretiker wurden als Staatsfeinde betrachtet, die den gemeinschaftlichen Frieden zerstören wollen. Häresie wurde als Majestätsbeleidigung angesehen (Cäsaropapismus). So gesehen steckt der Islam noch im Mittelalter und entwickelt sich noch entsprechend. Der Islam ist ja auch 700 Jahre jünger als das Christentum….
      Die Kreuzzüge hatten sehr wohl was mit Religion zu tun. Die Christenheit ist nach Jerusalem gepilgert. Da Jerusalem aber von den Seldschuken besetzt war, baten die Pilger um einen bewaffneten Schutz, da sie selbst keine Waffen tragen durften. Als Byzanz von Muslimen überrannt wurde, bat der byzantinische Kaiser um Hilfe für Byzanz und Jerusalem. Papst Urban II. sicherte Hilfe zu. Es war ein christlicher Kriegszug zur Rückeroberung Palästinas, da s unter islamische Herrschaft geraten war. Erst im 17. Jahrhundert verwendete man im deutschen Sprachraum hierfür den Begriff „Kreuzzug“ (siehe Hölderlin).

  6. Christsein ist gesellschaftlich und damit auch medial kein Thema, somit auch Christenverfolgung nicht. Die Christen sind „einfach irgend eine Gruppe“ in all diesen endlosen weltweiten Kriegen, Verfolgungen und Massakern, die schon quasi zum Frühstücksfernsehen gehören. Natürlich ist da auch eine allgemeine Abstumpfung wirksam, wo die Horror-News ja ständig geballt auf uns einströmen.

    Was mich aber selber noch mehr erschreckt, ist, dass mir selbst der Aspekt der aktuellen Christenverfolgung emotional kaum eine Reaktion abringen konnte. Stärker war mein Schreck über diese fehlende Reaktion. Das war nicht nur die Horror-Abstumpfung. Das war die Unmöglichkeit, diese von Verfolgung und Tod betroffenen Christen als „Geschwister im Glauben“ zu fühlen. Warum gelingt mir das nicht? Und geht es vielleicht nicht nur mir so? Wäre das eine (erschreckende) Antwort? Und was ist es? Glaubens-Abstumpfung?

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe Marianne, Ihr Post hat bei mir spontan Bestürzung ausgelöst.

      Kann es sein, dass Sie sich zu sehr mit Ihren eigenen (religiösen) Befindlichkeiten und Bedürfnissen und deren Nichterfüllung beschäftigen, also all den Missständen in der Kirche, über die wir uns kürzlich in einem anderen Thread ausgetauscht haben, und dabei das um ein Vielfacheres größeres Problem der Christenverfolgung emotional nicht nachempfinden können.

      Kürzlich haben wir uns über die in vielen Gemeinden herrschende soziale Kälte und Gleichgültigkeit ausgetauscht. Kann es sein, dass Sie diese Kälte nur wahrnehmen, wenn Sie selbst quasi als Opfer davon betroffen sind? Aber nicht, wenn es andere Christen „weit weg“ betrifft.

      Könnte es sein, dass Sie von der Kirche nur die Erfüllung I H R E R eigenen Bedürfnisse erwarten aber selbst nicht bereit sind, sich für Andere zu öffnen, weil Sie nur um sich selbst kreisen?

      Ich will Ihnen nichts unterstellen, aber vielleicht denken Sie mal darüber nach.

      Ich freue mich übrigens wahnsinnig, dass Meriam und ihre Familie wohlbehalten den Sudan verlassen konnten.

      • Christina sagt:

        Ja sicher freuen wir uns über diesen besonderen Fall. Doch dadurch wird mein mulmiges Gefühl noch schlimmer: Die vielen Tausend namenlosen Verfolgten, für welche es keine personalisierte und Emotionen aufpeitschende Kampagne und keine helfenden Entscheidungsträger und vermutlich auch Garantien aus dem Ausland gibt, diese gehen einfach unter.

        • Silvia Brückner sagt:

          @Christina, da haben Sie natürlich Recht, trotzdem überwiegt bei mir im Moment die Freude und Erleichterung über die Rettung dieser tapferen jungen Frau und Mutter, ich habe regelmäßig für sie und ihre Familie gebetet,
          Dass es viele ähnliche Fälle gibt, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen, ist mir bewusst, ich bete auch für die vielen anderen, namenlosen verfolgten Christen weltweit.

        • Gabriele sagt:

          @ Chrtistina: Die tausende Namenlose gehen einfach unter – weil sie eben keinen Namen und kein Gesicht und kein Einzelschicksal haben. Meriam war ein Einzelschicksal, mit Story und Gesicht und Baby in Fesseln. Verzeihen Sie meine harte Formulierung. Aber so tickt die breite, kaum zu interessierende Öffentlichkeit heute. Ich bete um ein Wunder für die verfolgte Christen, um Hilfe, wenigstens nehmen sich die einstmals ebenso sehr verfolgten Kurden ihrer an.
          Als einzelner Christ fühle ich mich wirklich ohnmächtig.

      • Liebe Silvia, das kann sein. Ich weiß den Grund nicht, registriere nur erschrocken, wie es sich anfühlt. Denn wir suchen hier ja nach Antworten auf die Frage, warum diese aktuelle Christenverfolgung gesellschaftlich und unter Christen hierzulande sowenig Aufmerksamkeit bekommt. Meine Aufmerksamkeit ist nun geweckt, aber nur kognitiv, nicht emotional. Diese weltweite Verbundenheit in Leid und Bedrohung fühle ich nicht, es ist für mich eine theoretische. Und dass mir dies emotional nicht nahe genug geht, glaube ich, ist Teil der Antwort, die wir hier suchen. Denn sicherlich bin nicht nur ich so emotional unbeteiligt. Es geht mir auch nicht um ein Outing einer seltsamen Einzelhaltung, daran glaube ich nicht.

        Vielleicht habe ich, haben viele Christen hierzulande frei von eigenen Kriegserfahrungen und aufgewachsen in Wohlstandsjahren nie den Zugang erlernt zu einem Empfinden der Christen als Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern im Leiden. Offenbar war es doch eher eine Konsumentenhaltung? Dies sind nur Fragen, keine Urteile. Da fällt mir ein Lied ein: „Schaffe mir, oh Herr, ein neues Herze und gib mir einen neuen, gewissen Geist!“

        • Gabriele sagt:

          @ Marianne: Es fällt sicher sehr schwer, sich wirklich in eine solche Extremsituation hineinzufühlen, die in allen Umständen und Kontexten so vollkommen verschieden von unserer eigenen Lebenssituation ist. Wir können das Leiden und Sterben unserer Brüdern und Schwestern in Christus nur bis zu einem gewissen Grad erfühlen und begreifen. Das hat sicher noch nicht einmal etwas mit Unmenschlichkeit und fehlendem Mitleiden zu tun, sondern ist auch eine natürliche Grenze. Auch wir stoßen an eine Grenze, zahlenmäßig, geographisch, kulturell, wenn die Gruppe, mit der wir uns identifizieren sollen, zu unübersichtlich wird. Wir haben dann bestenfalls noch ein diffuses Wir-Gefühl, z.B. jetzt wieder zur WM, aber können das nicht auf jeden Einzelnen hier in Deutschland übertragen.
          Als Christen ergeht uns das sicher auch erst einmal so. Dazu kommt sicher auch die Konsumentenhaltung: Minimaler eigener Beitrag und alles ist bestens. Und die weiter oben schon angesprochene Gesichtslosigkeit der Ereignisse.
          Mich ergreift dieses Schicksal der bedrohten, uralten Klöster und ihrer Mönche, die nun nach so langem christlichem Leben einfach vernichtet werden. Mich ergreift das Schicksal einer einzelnen Familie in Mossul, die das Kopfgeld nicht zahlen konnte, die Mutter und die Tochter daraufhin vor den Augen des Vaters vergewaltigt wurden und dieser sich aus Verzweiflung das Leben genommen hat. Da renne ich in meiner Verzweiflung gegen Christus an und beschwöre ihn, diese Verbrecher mit aller Härte zu bestrafen, denen es doch nur um Vergewaltigung, Mord und Raub und Macht geht, nie aber um Religion.
          Es sind diese Einzelfälle, die das ganze Ausmaß dieser Verfolgung deutlich machen. Ihre dargelegte Haltung, Marianne, ist zutiefst menschlich, nichts desto trotz haben wir die Möglichkeit, uns solche Einzelfälle vor Augen zu rufen, und dann mitzuleiden, sich des ganzen Ausmaßes dieser Katastrophe gewahr zu werden.

    • S.G. sagt:

      Liebe Marianne,
      ich fand die Antwort von Silvia auf Ihre offene, klare, ehrliche Äußerung sehr hart!
      Ich bin nicht der Meinung, dass Sie nur an sich denken. Diese Aussage empfinde ich als eine große Unterstellung. Man hört jeden Tag grausame Dinge (Kriege, Mord und Totschlag, usw.), dass man schon aus reinem Selbstschutz die „Luke dicht“ macht. Seit ich regelmäßig das Monatsmagazin von OpenDoors erhalte, erfahre ich mehr über die Christenverfolgungen auf der ganzen Welt. Dort werden Dinge erzählt, die den Tatsachen entsprechen und so manches Mal bin ich in Tränen ausgebrochen, ob den Schilderungen. Mir wurde durch diese Berichte klar, wie dankbar wir in Europa sein (noch!) dürfen, unseren Glauben frei ausleben zu können. Wenn ich die Zeugnisse von Witwen lese, die ihre Männer verloren haben, bloß weil diese das Evangelium verkündet haben und die Frauen dann trotzdem beim Glauben an Jesus bleiben, werde ich ganz klein und frage mich, wie ich in einer solchen Situation reagieren würde. Würde ich bei einer Christenverfolgung in Deutschland meinen Glauben an Christus verraten? Es ist nämlich einfach zu glauben, wenn es einem gut geht. Bewährt sich mein Glaube in der Not? Wir als Nichtbeteiligte können viel für die verfolgten Christen tun, indem wir für sie beten. Bei OpenDoors kann man sich übrigens an einer Gebetskampagne beteiligen: https://www.opendoors.de/aktiv-werden/ bzw. „Kirche in Not“ unterstützen: http://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2014/07-23-appell-von-patriarch-louis-rafael-sako-christen-von-mossul-wohin

      • Silvia Brückner sagt:

        Liebe S.G., ich habe meine Antwort an Marianne als FRAGEN formuliert und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich ihr nichts UNTERSTELLEN will, aber diese von ihr geschilderte Emotionslosigkeit hat mich nun mal sehr betroffen gemacht und spricht Bände für das hiesige Wohlstandschristentum, das werde ich ja wohl och sagen dürfen, die Tatsache als solche ist hart, nicht, dass ich sie ausspreche.

        • Liebe Silvia und liebe S.G., ich habe mich von Silvia nicht angegriffen gefühlt, denn ich habe, wie ich ja weiter oben auch nochmal auf Silvia geantwortet habe, selber das Wohlstandschristentum und eine Art Konsumhaltung im Verdacht für meine emotionale Nicht-Reaktion. Bitte lesen Sie doch dazu nochmal meine Antwort auf Silvia. Sie steht genau vor Ihrer, S.G.

          Ja, S.G., über konkrete Familientragödien zu lesen öffnet sicherlich auch das zugeschnürteste Herz.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Marianne, alles hat seine Zeit. Zumindest merken Sie, was in Ihnen vor sich geht. Man kann nicht zu jeder Zeit mit leiden. Ich denke, Sie haben das Recht dazu, im Moment einfach die Schotten halbdicht zu machen.Ich lese meist mehre Zeitungen täglich und danach vergeht mir der Appetit. Man muss auswählen, ohne zu werten, der ist wichtiger, der unwichtig. Sondern das ist mir näher wegen der eigenen Biografie vielleicht..wir haben zur Zeit in Berlin das Problem, das Junden und ihre Gegner betrifft. Der Krieg findet nicht im Fernsehn statt, sondern überall. .

  7. KRP sagt:

    Angst vor Verfolgung kann sein das man sich deshalb nicht mit dem Glauben anderer auseinandersetzt bzw. sich nur oberflächlich damit beschäftigt Kopftücher zu verbieten, sich gegen Moscheebauten stellt oder anderen am liebsten verbieten möchte mit der Gebetsschnur öffentlich zu beten. Du verbietest mir ich verbiete Dir. Das ist keine Verfolgung sondern einfach nur „Kindergarten“.

    • Gabriele sagt:

      KRP: Das mit dem Kindergarten, das äußern Sie bitte mal als Christ in der Türkei und anderen islamisch geprägten Staaten, wo Sie nicht mal in der Öffentlichkeit ein Kreuz tragen dürfen. Wo Sie für den Besitz einer Bibel bereits mit der Todesstrafe belegt werden können. Wo gelebter christlicher Glaube die Todesstrafe nach sich ziehen kann. Alles wunderschön, aber es zeigt eine Haltung, die mir als Christ nicht gefallen kann: Forderungen und Rechte auf islamischer Seite in christlichen Staaten für sich in Anspruch nehmen, die, wenn sie von dem angesprochenen christlichen Gegenüber als gleichberechtigte Forderung für einen islamischen Staat gestellt werden, mit der Bedrohung durch die Todesstrafe beantwortet werden.
      Das ist für mich nicht Kindergarten. Das ist Unmenschlichkeit.

  8. river runner sagt:

    Radio Vatikan ist ein Spartensender, der über Themen berichtet, die die katholische Kirche betreffen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Vatikan

    Wenn ich mich frage, warum andere Medien die Berichte von Radio Vatikan zum wichtigen Thema der Christen-Verfolgung im Irak nicht aufgreifen, habe ich vor allem zwei Antworten:

    1) Die betroffene christliche Minderheit ist zahlenmäßig sehr klein.
    2) Die Nachricht „Christ will Christ helfen“ hat in der heutigen Medienlandschaft kaum einen Neuigkeitswert.

    Neuigkeitswert haben aber Nachrichten wie Christ hilft Muslim, Christ hilft Juden usw.

    Die Vorschläge wie Radio Vatikan über derartige Nachrichten mit Neuigkeitswert berichten könnte, ließe sich beliebig fortsetzen. Wohlgemerkt, ich billige keineswegs die Haltung des Schweigens der Presse zur Christenverfolgung im Irak, ich versuche nur Gründe zu finden, warum sie das tut.

    Ich habe aber eine Ausnahme gefunden:

    Von der Zeitung die „WELT“ wurde folgender Text gedruckt:

    Muslime protestieren gegen Christen-Verfolgung im Irak
    Hunderte Iraker verschiedener Glaubensrichtungen haben in der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion gegen die Verfolgung von Christen durch die Gruppierung Islamischer Staat (IS) demonstriert. Muslime, Christen und Mitglieder politischer Parteien versammelten sich in Erbil vor der Vertretung der Vereinten Nationen. Ein Vertreter der Muslime sagte an die Christen gerichtet: „Wir sind da, um Euch zu unterstützen.“

    http://www.welt.de/newsticker/news1/article130539762/Muslime-protestieren-gegen-Christen-Verfolgung-im-Irak.html

    Das Thema des Artikels ist die Nachricht „Ein (eigentlich) religiöser Gegner (hier die Muslime) eilt dem aus Sicht der Muslime „nicht-rechtgläubigen“ Christen in schwieriger Lage zur Hilfe.

    Dies ist das Thema des Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das zu den bekanntesten Erzählungen Jesu im Neuen Testament zählt:

    http://www.die-bibel.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/bibeltext/bibelstelle/lukas%2010,25-37/

    Zu diesem Gleichnis sagt Joseph Ratzinger/Benedikt XVI in seinem Buch Jesus von Nazareth, Herder Verlag 2006, Seite 234:

    „Auch nur einen größeren Teil der Gleichnisse Jesu auslegen zu wollen, würde den Rahmen dieses Buches sprengen. So möchte ich mich auf die drei großen Gleichnis-Erzählungen des Lukas-Evangeliums beschränken, deren Schönheit und Tiefe auch den nichtgläubigen Menschen immer wieder spontan berühren: ……..Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25 – 37)

    • KRP sagt:

      Verfolgung weder christlich noch anderer sollte doch eigentlich gar kein Thema sein wenn alle Menschen sich der Barmherzigkeit öffnen, wenn Toleranz und Akzeptanz nicht nur Wörter sind sondern verstanden würden. Aber das ist nun mal das Problem des Menschen, jedes Menschen egal welcher Religion oder Zugehörigkeit. Hat jeder genug zutun, die Aufgabe des Menschen.

      • Silvia Brückner sagt:

        Ja, KRP, WENN die Welt friedlich wäre , dannnn….

        • KRP sagt:

          Ich weiss das die Welt nicht friedlich ist, habe ja geschrieben „sollte kein Thema sein“….ist es denn nicht die Aufgabe von jedem einzelnen Menschen das zu tun was in seiner Macht steht, jeder so wie er kann.

      • Gabriele sagt:

        KPR: Christliche Barmherzigkeit und Toleranz wird nun mal leider von vielen Moslems als Schwäche ausgelegt. Für mich krachendes Beispiel ist die Einladung des Papstes zum Friedensgebet an Pfingsten. Was passiert? Der Imam betet außerplanmäßig für die Vernichtung der Ungläubigen. Wohl wissend, dass er mangels Sprachkenntnisse nicht gestoppt werden wird. Da erübrigt sich für mich jeder Interpretationsversuch. Als Ungläubige werden nun mal auch die Christen bezeichnet. Und die erlaubten Folgen sind ja bekannt.

  9. Christina sagt:

    @Silvia: Vermutungen und Fragen sind nicht wertneutral. „Die hiesigen Muslime könnten zu Ausschreitungen provoziert werden…“ Wie kommen Sie drauf? Viel eher KÖNNTE es eher sein, wenn ich die Leserkommentare in den seriösen Zeitungen über die Flüchtlingswellen lese, dass im Kontext der Christenverfolgungen unsere christlichen Karteileichen gegen die muslimischen Einwanderer zu Ausschreitungen greifen. Ich bin nicht blauäugig: Meine steinalte orthodoxe Mutter hat seinerzeit Istanbul/Konstantinopel per Heirat mit einem „gottlosen Protestanten“, wie sie zu sagen pflegte, verlassen, weil sie ahnte, dass es für ihresgleichen dort keine Zukunft geben würde. Und trotzdem wendet sie sich auf der Gasse, wenn sie Hilfe braucht, eher an den türkischen Arbeiter als an den hiesigen Herrn. Denkt mal nach!

    • Silvia Brückner sagt:

      @Christina, na dann erzählen Sie das mal den verfolgten Christen in den islamiischen Ländern. Die werden sich sicher sehr „freuen“ dass Sie so viel Verständnis für die Muslime haben.

      • KRP sagt:

        Liebe Silvia wenn ich das lese wundert mich nichts mehr….

      • Christina sagt:

        @Silvia: Ich weiss nicht, wo Sie mein grosses Verständnis für die Muslime orten. Ich versuche einfach, unterschiedliche Tatbestände zur Kenntnis zu nehmen und daraus faire Schlüsse zu ziehen. Ich fasse zusammen:
        1. Zu Beginn dieses Blog habe ich meine Betroffenheit und mein Entsetzen für die Christenverfolgung im Orient kundgetan und mein Unverständnis für das Ausbleiben von Reaktionen hier. Wie weiter unten ersichtlich hat das auch mit meiner Familiengeschichte zu tun.
        2. Aus genau dieser Familienerfahrung weiss ich aber auch, dass das Zusammenleben von Muslimen und Christen in normalen Zeiten möglich, ja sogar freundlich ist, wenn nicht Politik und religiöser Fanatismus im Namen eines höheren Zieles Krisen herauf beschwören.
        3. Und so kommt es, dass sich meine orthodoxe Mutter, trotz der Erfahrung, durch die Politik des türkischen Staates aus der Stadt ihrer Herkunft vertrieben worden zu sein, im normalen Leben bei uns eher den Türken als den Hiesigen um Hilfe angeht. Die alte Dame hat ein feines Gespür dafür, wie unterschwellig diekriminierend wir hiesige gegenüber den Fremden sind.
        Fazit: Für uns in Westeuropa ist diese ambivalente Lebenswirklichkeit der Christen im Orient kaum nachvollziehbar. Dass ein normales Zusammenleben zu normalen Zeiten möglich war, macht für die nun Vertriebenen die Katastrophe noch viel katastrophaler. Und falls sie unter uns eine sichere Bleibe finden werden, werden sie trotzdem Heimweh nach der alten Heimat im muslimischen Umfeld haben. Die Sachverhalte sind kompliziert und die Menschen auch.

      • Teresa_von_A. sagt:

        Frau Brückner,d i e Muslime sind also gleichzusetzen mit den Extremisten. Die Art von“ Argumentation“ erinnert mich an d i e Katholiken und alles, was je Böses im Namen des Herrn getan wurde, in einen Topf zu werfen. Es soll ja Menschen geben,die fühlensich von muslkimischen Busführern bedroht. Dass dieser Blog genützt wird, nicht für die verfolgten Christen zu posten, sondenr gegen Moslems, ist hanebüchen hier.Aber nicht neu.Wir fürchten das, was wir nicht kennen, hat Kardinal Woelki zum Thema Oekumene mit allen gesagt.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Ich habe seit meinem 12. Lebensjahr mit Moslems eng zu tun.Ab Studium mit Juden. In Berlin ist es multikulturell und multireligiös.Ich hatte noch nie Probleme. Bin Jahrgang 1949. Die Moslems schämen sich für die Extremisten so wie der gescheite Deutsche sich für die NPD und ihre Parolen schämt.Prols gibt es auf allen Seiten. Unser Kardinal hat sehr viel für Asylanten getan.Und für die Ökumene mit allen Religionen.. Er hat es eingeführt, dass an den Festtagen der anderen Religionen den Gemeinden in Berlin Glückwünsche überbracht werden. Das stand dann sofort in den Zeitungen. In Berlin halten alle Religionen zusammen. Neun Prozent Katholiken, 7 Prozent Moslems, 20 Prozent Protestanten und so weiter..Buddhisten, Hindus..diverse christliche Richtungen..Die Christenverfolgung war sofort in den Medien Thema, es gab und gibt Fürbitten in den Kirchen. Verfolgt werden von entsprechenden Pappenheimern alle religiösen Minderheiten, die machen auch vor Moslems nicht Halt, die sich an den selbstgestrickten Koran der Extremis nicht halten. Erinnert mich doch alles sehr an Kreuz-net. Wie laut war der Aufschrei, als alle Katholiken mit denen über einen Kamm geschoren wurden. Differenzieren. Im Alltag geht es gut hier mit den Religionen.. Spinner gibt es immer.Die sind dann in der Zeitung und gleich heißt es, alle…haben. Die Frau ist freigelassen worden, weil soviele interveniert haben. Also Aufschrei war genug.Bei uns war er sehr laut.Unsere Journalisten sind auch nicht atheistischen Verbündeten, die haben sich spezialisiert zum Teil auf religiöse Themen. Wenn ich mir vorstelle, ich komme ins Krankenhaus und sage, aber nur ein deutscher Arzt..was hatte ich schon türkische und armenische und sudanesische und afrikanische und..endlose Liste Ärzte und wie nett und zugewandt waren die alle.Eine sehr kluge mit Kopftuch war dabei :-).Es muss bei allen Verfolgten laut werden, nicht nur bei Christen. In den kirchlichen Fürbitten bei uns kommen alle vor. A l l e.An Weihnachten wurde gesammelt für die Kinder von Häftlingen und eine Weihnachtsfeier organisiert.

    • KRP sagt:

      Danke Christina ich bin ganz Ihrer Meinung.

    • Gabriele sagt:

      @ Christina: Muslime SIND zu Ausschreitungen provoziert worden. Ein Rückblick auf die ältere Berichterstattung belegt das zu Genüge.
      Ich finde meist sehr hämische Leserkommentare zu allem, was den christlichen Glauben anbelangt, nicht durch Muslime, sondern durch die „glaubensneutralen“ Zeitgenossen. Wenn dann Leute sich zu Ausschreitungen herausgefordert fühlen, dann sind das wohl eher Trittbrettfahrer, die die gute Gelegenheit, gegen Muslime loszugehen, sich nicht entgehen lassen wollen. Diese Gewalt findet sich schon im Kleinen jeden Abend zwischen den Gangs auf den Straßen. Die christlichen Karteileichen habe ich eher weniger im Verdacht, sich dermaßen um Leib und Leben zu engagieren – ein wenig Ironie ist untergemischt.-
      In einem muss ich Ihnen Recht geben: Meine Erfahrung war auch, dass es oft genug Menschen muslimischen Glaubens sind, die mir als Erste ihre Hilfe angeboten haben.

  10. Teresa_von_A. sagt:

    Ab welcher Fürbittenmenge darf man denn als guter Katholik zufrieden sein?Letztlich sind Politiker gefragt, wenn es ums Einschreiten geht.Man kann sich grad mit dem befassen, was man verarbeiten kann. Ein Blick in diverse Tagesszeitungen getan und man ist überschüttet mit Schauernachrichten.. da muss man sich nicht auf seine Provinzzeitung beschränken.Die Diskussion hier erinnert mich zum Teil an D i e haben und wir nicht, pfui , wie gemein. An erster Stelle geht es um Menschen, die verfolgt werden. Die Religionszugehörigkeit interessiert m ich persönlich nicht.Da gäbe es dann noch sehr viel mehr zu erzählen und in Fürbitten zu packen. Besonders, wenn es um Frauen geht.Da sehe und höre ich hier in diesem Blog wenig drüber bis nichts.Als die Inderin zu Tode vergewaltigt wurde, gab es grad das Thema Todesstrafe und natürlich haben wir andere und bessere Lösungen.Amnesty International statt Fürbitten, dies mal als Vorschlag.Oder denkt man hier, dass Gott erst nach Fürbitten aktiv wird?Und, ja, Christen sind keine Herrenrasse, die kommen auch mal dran.

    • Gabriele sagt:

      @ Teresa von A: Ihre Antwort ist m.E. sehr kurz gegriffen und wird dem komplexen Ganzen in ihrer Einstellung nicht gerecht. Die bisher geführte Diskussion lässt, jedenfalls für mich, Ihre Interpretation nicht zu.
      Es geht außerdem nicht um ein Quantum heruntergesprochener Fürbitten, sondern um die Kraft des Gebetesdes Einzelnen zu Gott an sich. Lesen Sie dazu doch einfach mal die Ermahnungen der Mutter Gottes zu verschiedenen Gelegenheiten nach, die den Menschen immer wieder mit aller Inständigkeit ans Herz legt, zu beten. Gebet als Haltung, als Hinwendung zu Gott. Als unabdingbarer Teil des einzelnen christlichen Lebens. Als zusätzliche wichtige Kraft für das eigene und das Leben anderer.
      Ihr letzter Satz bedarf keinen Kommentars. Er spricht leider eine deutliche Sprache.

  11. KRP sagt:

    Silvia noch etwas Sie haben mich auch nicht verstanden, es geht mir nicht um das Kopftuch. Alle fühlen sich verfolgt wenn sie angegriffen werden, Das gilt für alle Menschen gleich egal welche Religion. Ich denke auch das sehr viele die Situation in den Krisengebieten sehen und erkennen und im Einzelfall auch auf Seiten der Verfolgten Christen stehen genauso wie sie auf Seiten der Verfolgten Muslimen stehen.

    • Teresa_von_A. sagt:

      In den entsprechenden Ländern geht es um Bodenschätze. Wer liefert die Waffen? Wer sieht weg, wer kauft das Öl, das die Terroristen sich an Land ziehen? Nicht zu vergessen die Urlauber, die dorthin fliegen. Also mal wieder eine ganze Reihe von Helfershelfern. Oder will mir jemand erzählen, dass die alle nur unter sich sind?Die Geschichte der Frau, die ins Gefämgnis kam, weil sie einen Christen geheiratet hat, ist eher ein Familiendrama, der eigene Vater hat dafür gesorgt, dass sie gründlich bestraft wurde und hat sogar noch nachgehakt. Mal wieder eine Frau, die nicht pariert hat.Die aber sagt, sie wäre von ihrer Mutter christlich erzogen worden.Man muss sich wirklich mal ansehen, wie verquer die Geschichten oft sind und was wirklich dahintersteckt.

      • KRP sagt:

        Ja ganz einverstanden und kann man auch in allen seriösen Medien nachlesen wem es interessiert. Und Biographien gibt es auch genug.

      • Silvia Brückner sagt:

        Na, dann ist ja alles klar. ein „Familiendrama“ war schuld, dass Meriam zum Tode verurteilt worden ist und unter menschenunwürdigen Bedingungen ihr zweites Kind gebären musste.

        Was gehen uns schließlich hier die Familienprobleme irgendeiner Sudanesin an.

        Dieser Beitrag von mir ist ausdrücklich ironisch gemeint.

      • Silvia Brückner sagt:

        Ich habe den Fall von Meriam Ishag wochenlang in den Medien mitverfolgt, hier eine Zusammenfassung:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Maryam_Yahya_Ibrahim_Ishaq

        Dies ist kein „Familiendrama“ sondern Christenverfolgung, ob das hier einigen Usern passt oder nicht.

        @KRP, ich habe auch nie behauptet, dass wir hier in Deutschland eine Christenverfolgung hätten, das ist eine Unterstellung von Ihnen oder Sie haben einfach meine Posts nicht verstanden.

      • Gabriele sagt:

        @ Theresa von A: Und Sie sind mit diesem Familiendrama einvestanden? Einverstanden damit, dass ein Staat sich bemüßigt fühlt, bei innerfamiliären Glaubensfragen einzugreifen und im Falle des falschen Glaubens die Todesstrafe zu verhängen? Ich weiß ja nicht, an was Sie glauben oder nicht. Aber ich befürchte, dass Sie in diesem Staate ebenfalls um Ihr Leben fürchten müssten.

  12. KRP sagt:

    @ Silvia verstehen Sie meine Posts??? Was unterstellen Sie eigentlich mir? Laut ihrem Link kann ich nicht feststellen das es ein so großer Unterschied ist zwischen Wikipedia und dem was Teresa geschrieben hat. Es war ein Angehöriger der die Frau angezeigt also doch Familiendrama. Ich versteh Ihre Aufregung nicht. Niemand streitet ab das es Verfolgung gibt aber auf allen Seiten. Aber habe ich sicher wieder alles falsch verstanden, lebe ja auf einen anderen Stern.

    • KRP sagt:

      Meines erachtens hätten Angehörigen die so fanatisch im Glauben sind das auch mit ihren eigenen Frauen so gemacht wenn sie sich widersetzen. egal ob Christ oder Muslime.

      • Silvia Brückner sagt:

        Liebe KRP, ja, Meriam wurde von einem eigenen Angehörigen angezeigt. Aber das war nur erfolgreich, weil im Islam die Scharia herrscht.

        Die Scharia bestraft einen Abfall vom Islam mit dem Tod und verbietet einer muslimischen Frau die Ehe mit einem Christen. Letzteres hätte Meriam vor der Hinrichtung noch 100 Peitschenhiebe eingetragen wegen „Ehebruchs“.

        Meriam ist aber von ihrer Mutter als Christin erzogen worden. Sie hätte ihr Leben nur retten können, wenn sie ihren christlichen Glauben verraten hätte und zum Islam „zurückgekehrt“ wäre.

        Verstehen Sie jetzt, dass es sich dabei um einen Fall von Christenverfolgung handelt und nicht um eine Familienstreitigkeit zwischen Muslimen?

        Sollten Sie es jetzt immer noch nicht verstanden haben, kann ich Ihnen auch nicht helfen.

        • KRP sagt:

          Liebe Silvia für mich ist und bleibt es eine Menschenverfolgung weil die Scharia jeden anderen Menschen genauso treffen kann wie einen Christen. Wenn Menschen verfolgt werden ist es schlimm für Christen wie für anders Glaubende. Und ob Sie das nun meinerseits verstehen oder nicht ist mir nun egal. Ist alles eine Sache der Auslegung und ich mache keinen Unterschied zwischen Christen und anderen Religionen.

          • Gabriele sagt:

            @ KPR: Ist es nicht schlimm genug, dass es eine Scharia gibt? Die sich gegen Freiheiten wendet, die einigen wenigen ein Dorn im Auge sind? Ich kenne die Ausführungen der Scharia in ihren einzelnen Strafakten nicht. Aber die Peitschenhiebe, so war es zu lesen, wären für die Heirat mit einem Christen gewesen. Die Todesstrafe für das Festhalten am christlichen Glauben. Und 100 Peitschenhiebe. Ich weiß nicht, ob ein Mensch so etwas überhaupt überlebt.
            Fakt ist, KPR, dass zur Zeit doch die Christen in vielen Ländern massiven Verfolgungen ausgesetzt sind. Meriam ist da nur ein Beispiel unter vielen, man muss es leider so sagen. Denken Sie an China, wo zur Zeit die zu sichtbaren Kirchen eingerissen werden. Die Kreuze zerstört werden und Christen lieber das Martyrium erleiden, als dies tatenlos hinzunehmen.

        • Teresa_von_A. sagt:

          Falls ich es immer noch nicht verstanden habe..nun, ich war noch nie in diesen Ländern in Urlaub, aber Sie schon? und lebe auch von Nachrichten. Aber nicht von Nachrichten aus der Provinz.Die dafür sorgen, dass wir vom gemütlichen Sessel aus“ ist es nicht schrecklich“ spielen können.Einfach mal gründlich die Tageszeitungen lesen.Und im Internet recherchierenUnd schauen, ob die Geschichten stimmig sind..Solange man von hier aus Fußballweltmeisterschaften in Länden bejubelt, wo Arme ausgebeutet werden, hat man sicher wenig Sinn für die Zusammenhänge, wenn es um Bodenschätze geht. Erst fliegen die Christen raus, was sich immer gut als Ablenkungsmanöver macht, dann müssen die Übriggebliebenen Wegegeld zahlen. Was ist denen vom Leitspruch Kampf gegen Unterdrückung geblieben? Hungersnot.Ist immer sehr viel einfacher, sich auf Kleinkram zu konzentrieren und Weihnachten Brot für die Welt zu spenden, als zu begreifen, dass die Unterstützer aus den eigenen Kreisen mit dabei sind.Es waren immer schon die Petzen die Ursache allen Übels. Bei der Inquisition, beim Buchindex, bei der Hexenverfolgung. Die eigenen Reihen, die irgendwas behaupten und dann muss das Gericht handeln.Die Geschichte mit Meriam ist unstimmig. So wie sie berichtet wird. Trotzdem ist die Frau ein riesengroßes Opfer. Das kann man aber nicht auf Christenverfolgung reduzieren, das ist der übliche Frauenhass.Und nun verabschiede ich mich aus diesem erlauchten Moslemphobistenkreis.Der sich sicher noch nicht mit der christlichen Vergangenheit befaßt hat.Stichwort Gewalt in allen Religionen.

          • KRP sagt:

            Wie immer absolut gut

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe Teresa, falls Sie es übersehen haben sollten: Ich habe Internet, lese auch keine „Provinzblättchen“ und kenne die Geschichte des Christentums sehr gut.
            Falls Sie es ebenfalls nicht bemerkt haben sollten, dieses Thema handelt von Christenverfolgung!
            Ihre immer wieder gerne zitierten erfahrungen mit muslimischen Frauen im Studentenwohnheim haben Sie in den 1970er Jahren gemacht. Seither hat sich die Welt gravierend verändert!

          • Gabriele sagt:

            @ Theresa von A: Wenn nichts mehr hilft, holt man halt das neue Schimpfwort à la mode der Phobie heraus, ob homophob oder islamophob .. egal, Hauptsache, der Diskussionsgegner wird schlgkräftig mundtot gemacht und seine wie auch immer berechtigten Einwände sind mit einem Mal politisch verdächtig. Politische Korrektness at it’s best! Ironie aus.
            Gehn Sie zum Friedensgebet hin? Beten Sie doch für alle jene mit, die zu weit von Berlin weg wohnen.

  13. Teresa_von_A. sagt:

    Heute findet in Berlin wieder ein interreligiöses Gebet für den Frieden statt.Juden, Christen, Moslems.

  14. KRP sagt:

    Und von mir noch ein kleiner Link auf die Papstpredigt von gestern in Caserta. Camorra oder Scharia!? http://de.radiovaticana.va/news/2014/07/27/papstbesuch_in_caserta:_nein_zur_camorra,_ja_zur_nächstenliebe/ted-815901

    • Silvia Brückner sagt:

      Sie kapieren wirklich nicht, was SCHARIA ist, oder? Und auch nicht, was CHRISTENVERFOLGUNG von Familienstreitigkeiten unterscheidet?

      Ich werde immer meine Stimme gegen Christenverfolgung erheben und das nicht vom bequemen Sessel aus und werde mich hier für die Flüchtlinge engagieren.

      • Silvia Brückner sagt:

        Übrigens engagiere ich mich genauso vehement gegen Judenverfolgung und Antisemitismus, nur damit das klar ist.

        Interessant ist aber in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet die muslimischen Immigranten hier den Judenhass wieder aufleben lassen.

        Teresa hat bestimmt auch dafür eine Entschuldigung parat.

  15. KRP sagt:

    @ Silvia und Gabriela keinen Kommentar mehr sie kapieren nicht das dass was Sie schreiben nicht Christenverfolgung ist sondern Christen verfolgen Christen. Und Ende der Diskussion.

  16. KRP sagt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Scharia Damit Sie sich über die Scharia das Gesetz der Moslimen informieren können.

  17. Silvia Brückner sagt:

    Danke Gabriele, für Ihre tatkräftige Unterstützung hier im Blog. Somit stehe ich mit meiner Meinung nicht mehr allein „auf weiter Flur“.

    @Teresa, in den 1970er Jahren habe ich bezüglich der wenigen, damals hier lebenden Muslime auch noch völlig anders gedacht, inzwischen haben wir alle aber neue Erfahrungen gemacht.

    • Christina sagt:

      Diese Verallgemeinerungen über DIE Muslime, alle gleich, alle gewalttätig, wo auch immer, sind allmählich unerträglich! Jaja,1970 waren die Muslime noch weniger böse. Aber heute? Lesen Sie den Blog von 4 katholischen Pilgern, die 2011 von Einsiedeln zu Fuss nach Jerusalem gepilgert sind, von Auffahrt bis Weihnachten, durch den Balkan, die Türkei und sogar auch Syrien, wo die ersten Aufstände schon begonnen hatten: http://www.blog.lassalle-haus.org. Als christliche Wallfahrer erkennbar haben sie jede Gastfreundschaft erfahren.

      • Christina sagt:

        Fortsetzung: Verwechseln wir doch bitte nicht die normalen Zeiten, die bei uns Gott sei Dank herrschen, mit der Kriegssituation, welche von fanatischen Mörderbanden unter dem Deckmantel des Islams ausgelöst wurde!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wobei viele Religionsvertreter im Irak selber gar nicht so sehr auf externe Hilfe warten, sie sagen uns immer wieder ins Mikro, dass eine Lösung aus dem Inland kommen muss. Nur dann bliebe das stabil. Jede Lösung von außen verschiebe das Problem nur. Ich will damit den Vorstoß aus Österreich nicht kritisieren, im Gegenteil ich finde das gut vor allem was die Sanktionen angeht, finanziert sich ISIS doch über Öl. Aber Protagonisten müssen die Menschen im Land bleiben. Auch politisch.

      • KRP sagt:

        …und es sollte dann auch wirklich für alle sein. Gleiche Rechte für alle Bürger, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit.

      • Christina sagt:

        Überlebenshilfe aus den reichen christlichen Ländern wäre aber dringend. Und was ist mit der Aufnahme von christlichen Flüchtlingen? Aber dann hört vielleicht das christliche Entsetzen über die Christenverfolgung schlagartig auf.

  18. KRP sagt:

    Und für alle die noch nicht verstanden haben was Verfolgung ist….“http://de.radiovaticana.va/news/2014/08/03/thailand:_die_traurige_geschichte_von_baby_gammy/ted-…“ auch das ist Verfolgung wo Menschen aussortiert werden weil sie einen „Defekt“ haben.

  19. Christenverfolgung in deutschen Flüchtlingsheimen?

    Wenn es nicht ein link von ZEITonline wäre, hätte ich es gar nicht geglaubt! Für mich ist es unvorstellbar, dass Menschen, die Asylrecht aufgrund der Bedrohung ihres Lebens in ihrem Herkunftsland und aufgrund der Nichtachtung ihrer Menschenwürde wollen, dass sie andere so behandeln wie sie selber ja eben nicht mehr behandelt werden wollen. Und das in unserem Land mit christlichen Wurzeln.

    Das ist mir unvorstellbar. Welche Doppelmoral ist das denn? Wie verbreitet ist das wirklich?

  20. KRP sagt:

    Ich weiss nicht ob das nun noch jemand liest. Doch habe ich das Gefühl ich muss das nun noch hier schreiben. Liebe Silvia und auch an Gabriele gerichtet. Die Isis ist eine Verbrecherbande, wie die SA im 3. Reich oder auch die Camorra oder wie die alle heissen mögen und solche Banden gibt es im Großen und auch im Kleinen überall, wenn alles so einfach wäre und alle Gläubigen, Päpste alle Zeiten und auch heute die Lösungen hätten dann gäbe es bestimmt schon längst Abhilfe und vielleicht hätte man dann Christus nicht kreuzigen müssen. Genau das ist der Punkt Christus kam für alle die, die keine Lösungen haben zur Versöhnung und für jeden einzelnen aus reiner Liebe und ohne Hintergedanken.

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