Diaspora 2: Kirche ≠ Kirche

Ansicht der Elisabethenkirche in Basel

Basel, Elisabethenkirche: Kirche oder Kirche? (c) Noebu

Zukunft der Kirche, das kann man auch verstehen als Zukunft der Gebäude. So stellt es sich jedenfalls – zum Beispiel – in Basel dar. Was tun mit den nicht mehr für Gottesdienste gebrauchten Kirchenbauten? Das Christentum geht in die Diaspora, auch hier wird es deutlich. In Basel finden nun vom kantonalen Denkmalamt organisierte Führungen unter dem Titel „Zukunft Kirchenraum“ statt. Es geht um Erhalt der Gebäude.

Einige Kirchen bleiben so sichtbar: In Basel etwa gefüllt durch ein Museum und ein Künstlerhaus. Der Grund dafür ist der kulturgeschichtliche Wert. Uns spätestens hier bekommt die entstehende Diaspora Europas noch einmal eine andere Farbe: Das Christentum und seine Hinterlassenschaften sind allenfalls noch kulturgeschichtlich wertvoll.

Besser als die Niederlande ist das allemal, dort entsteht schon einmal eine Diskothek in einer Kirche, da ist Basel mit seinem Denkmalpflegeansatz viel besser. Trotzdem wächst nun eine Generation von Menschen heran, für die das Äußere einer Kirche nicht mehr unbedingt auf den Inhalt schließen lässt. Stellen Sie sich vor: In 50 Jahren sind die meisten Kirchen keine Gottesdiensthäuser mehr. Das In-Eins-Setzen von Kirche (= Gebäude) und Kirche (= Gemeinde) wird schief.

Die europäische Diaspora entsteht, nicht nur in den Großgemeindeverbänden. Und sie wird nicht nur in den Entfernungen zwischen Gottesdienstorten entstehen, nicht nur in den Zahlen, wenn die Christen Minderheiten werden.

Sie wird auch in den Köpfen entstehen, wenn eine Kirche keine Kirche mehr ist.

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2 Kommentare zu Diaspora 2: Kirche ≠ Kirche

  1. Teresa_von_A. sagt:

    Zukunftsunkenrufe nehme ich nicht ernst. Ausser wenn es um Umwelt geht.Da haben wir aber jetzt schon Zukunft. Zum Thema Glaube,Kirchen und Zukunft fällt mir der Pillenknick mit Lehrerschwemme ein.Wie sieht es aus? Die Klassen sind inzwischen randvoll. Lehrer Mangelware. Warum nur? Weil es zu den Pillenknickproblemen ganz etwas anderes gibt: den Verfall des Lehrerberufs.Davon war früher nie die Rede. Die werden nicht mehr ernstgenommen, Polizei in Schulen, Eltern, die sich um nichts kümmern. Wer hat denn da noch Lust auf den Lehrerberuf?Und dass unbedingt Pille in gewissen Kreisen die Kinderzahl reduziert, ist mir noch nicht begegnet.Ich denke, es hat immer Kirchenkrisen gegeben. es hat Kriege gegeben, die für die Reduktion der Gläubigen gesorgt haben.Eines Tages wird der Mensch merken,nachdem er sich ausgetobt hat, dass er ein geistiges Zuhause mit Steinhaus drumherum braucht, Ich bin eher zuversichtlich.

  2. Tilda sagt:

    Wer gibt die Kirchengebäude auf? Doch wohl in erster Linie unsere Kirchenleitung. Für mich macht es den Eindruck als wenn unsere Bischöfe nicht mehr an das Glauben was sie predigen.
    Mit viel Mühen haben unsere Vorfahren diese Gebäude unter großen Opfern gebaut.
    Ohne Kirchensteuer.
    Not lehrt beten, war der Satz. Wenn wir wieder Not haben, sind auch die Kirchen wieder voll. Bei großen Unglücken wird nach den Seelsorgern gerufen auch von Menschen, die der Kirche fern sind.
    Meinen Enkelkindern habe ich gesagt: Wieso soll Gott sich um dich kümmern, wenn du in Not bist, wenn du für ihn keine Zeit hattest als es dir gut ging?

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