Die 15 Krankheiten der Seele, revisited

„Anweisungen zur Behandlungen der Krankheiten der Seele“. Kommt das bekannt vor? Es kommt bekannt vor! Es klingt nach dem, was Papst Franziskus vor einem Jahr seiner Kurie mit auf den Weg gegeben hat. Wir waren alle beim Hören und Nachlesen erstaunt, dass er nicht bei seinen gewohnten drei Punkten blieb, sondern immer weiter machte. Aber warum waren es fünfzehn? Und was für eine Art Beichtspiegel war das? Als Beichtspiegel hat das mir gegenüber Kardinal Walter Kasper bezeichnet, der damals vor einem Jahr dabei war.

Vor einem Jahr: Ansprache des Papstes an die Kurie

Vor einem Jahr: Ansprache des Papstes an die Kurie

Schließlich habe ich – dank meiner klugen Mitbrüder – einen Text gefunden und gelesen, der mich erstaunt hat. Eben weil er „Anweisungen zur Behandlungen der Krankheiten der Seele“ heißt und genau fünfzehn solcher Krankheiten beschreibt. Er stammt vom damaligen Generaloberen der Jesuiten Pater Claudio Aquaviva und stammt aus dem Jahr 1600. Ja, richtig gelesen, der Text ist über 400 Jahre alt.

Nun geht das auf eine lange und reiche Tradition zurück und Aquaviva war nicht der erste und nicht der letzte, solche Listen zu schreiben. Aber die Zahl fünfzehn lässt mich dann doch aufhorchen. Nun mag ich nicht behaupten, Papst Franziskus habe den Text angewandt oder auch nur gekannt, aber dass es eine Tradition gibt, wird dieser Kenner der geistlichen Tradition des Jesuitenordens Pater Jorge Mario Bergoglio wissen. Er hat in Argentinien einiges dazu publiziert, er kennt also die Tradition. Wer den Text selber nachlese möchte, kann das in der Reihe „Geistliche Texte SJ“ tun, Pater Thomas Neulinger SJ hat 2002 eine deutsche Übersetzung herausgegeben, aus der ich hier auch zitiere.

 

Pater Claudio Aquaviva

 

Der Text war jahrhundertelang so bekannt, dass er in die Regelbücher des Ordens eingegangen ist. Bekannt ist vor allem die Überzeugung „fortiter in re, suaviter in modo“, „stark in der Sache und milde in der Art“, die dem zweiten Kapitel „Die Verbindung von Milde und Wirksamkeit“ entnommen ist. Wörtlich heißt es dort „damit wir sowohl stark sind im Verfolgen des Zieles als auch mild in der Art und Weise, [es] zu erreichen“. Man merkt, es geht Aquaviva vor allem um Leitung, nicht um Selbstreflexion des Einzelnen.

„Die Kurie ist gerufen, sich zu bessern, immer zu verbessern und in Gemeinschaft, Heiligkeit und Weisheit zu wachsen, um ihre Aufgabe ganz und gar erfüllen zu können. Und wie jeder menschliche Körper ist sie auch Krankheiten ausgesetzt (..) Hier möchte ich einige dieser möglichen Krankheiten nennen, kuriale Krankheiten.“ Originalton Papst Franziskus am 22. Dezember 2014. Aquaviva geht es 1600 aber um das Individuum, nicht um eine Gruppe. Und es geht ihm um Leitung, wie ich schon gesagt habe. So wie das Exerzitienbuch des Ignatius nicht für den Beter gedacht ist sondern für den Begleiter, so sind diese Regeln für den Oberen und den Beichtvater gedacht.

Was den alten Text von seiner Adaption durch Papst Franziskus außerdem unterscheidet ist die Tatsache, dass auf die ‚Krankheiten‘ selber kaum eingegangen wird. Pater Claudio Aquaviva nennt sie in den Kapitel-Überschriften und setzt sie dann als erkannt voraus. Seine Kapitel befassen sich dann mit den Rezepten, wie ihnen zu begegnen ist, sehr konkrete Anweisungen ganz im Sinn der Unterscheidung der Geister, wie wir sie auch in der Tradition des Exerzitienbuches des heiligen Ignatius von Loyola finden, und wie sie auf die Kirchen- und Wüstenväter zurück gehen. Ich zitiere: „Sobald er während des Examens schlechte Früchte dieser verderblichen Wurzel (es geht hier um die Liebe zu Auszeichnungen und Ehre) sieht, wende er sich ihr sofort zu, tadle sich in diesem Punkt, seufze darüber und schreibe niemals seine Schwäche einer anderen Ursache zu, vor allem nicht der Schuld anderer.“ Das möchte man gleich unterschreiben: Niemals den anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Und wenn man das wirklich macht, wenn man sich wirklich hinsetzt und sich darüber ehrlich und im Gebet Rechenschaft ablegt, dann seien diese ‚Krankheiten‘ zu heilen.

Das Buch des Pater Claudio Aquaviva SJ

Das Buch des Pater Claudio Aquaviva SJ

 

Alles sehr konkret

 

An dieser Stelle müsste man über den Krankheitsbegriff der Frühneuzeit sprechen und darüber, was sich seitdem verändert hat. Wir können ‚Krankheit‘ nicht einfach gleichsetzen, damals wurde der menschliche Körper nicht wie heute als vom Rest losgelöst zu behandelndes etwas, quasi als Maschine betrachtet. Medizin war etwas ganz anderes, Ärzte gab es nicht in unserem Sinn etc. Das würde an dieser Stelle zu weit führen. Ich will nur sagen, dass zu all der Fremdheit, die wir beim Lesen erfahren, diese Schwelle auch noch dazu kommt.

Was sind das noch an ‚Krankheiten‘? „Neigung zu Sinnengenuss und Vertraulichkeiten“, „Laxheit in der Beobachtung der Regeln und ein sehr wenig gottesfürchtiges Gewissen“, oder auch „Streben nach Ruhe und Ablehnung von Diensten“, gemeinhin Faulheit genannt. Bekannt mag auch „Weltlichkeit und Interesse am höfischen Leben“ vorkommen, wenn man „höfisch“ durch unsere heutigen gesellschaftlich relevanten Gruppen ersetzt. Eindeutig ist auch „ Starrsinn und streitsüchtige Härte im Urteil“.

Aquaviva richtet sich an die Oberen, nicht an die ‚Kranken‘ selber, wie oben schon gesagt. Also gewissermaßen an die Ärzte, nicht dir Kranken, wenn man im Bild bleiben will. Und deswegen stellt er seinem Text auch eine wichtige Regel vorweg, die gewissermaßen die ganze Idee und die Dynamik des Textes erklärt: „Bei Krankheiten des Körpers erkennt und spürt derjenige, der leidet, die Krankheit am stärksten. Er ist es, der sich von allen am meisten wünscht, geheilt zu werden, und den Arzt herbei ruft. Da er sich danach sehnt, gesund zu werden, lehnt er kein Medikament ab, auch wenn es noch so bitter und unangenehm ist. Bei der Seele verhält es sich allerdings umgekehrt: alle erkennen seine Krankheit, nur er [selbst] nicht, sodass er den Arzt meidet und eine Behandlung kaum zulässt. Daher muss man sich im Blick auf die Behandlung vor allem darum bemühen, dass er die Krankheit (an)erkennt.“ Der größte Feind dieser ‚Krankheiten der Seele‘ ist also die Überzeugung, gar nicht krank zu sein.

Nun muss man aber bei Aquavivas Text sich immer vor Augen halten, dass er in den Orden hinein gerichtet ist, es geht um Gehorsam gegenüber dem Oberen und der Ordensregel und so weiter. Das gilt natürlich nicht nach außen. Aber es ist eine Tradition, die es im Orden gegeben hat, eine Weiterschreibung der Exerzitien in den Alltag des Ordenslebens. Nun ist die päpstliche Kurie nicht der Orden, aber alles geistliches Leben beruht auf einigen geistlichen Prinzipien, und die kann man anfragen. Und das hat Papst Franziskus vor einem Jahr getan. Und wie bei Aquaviva so gilt auch bei der Gewissensrechenschaft von Papst Franziskus, was bereits 1600 wahr war: „ eine äußere Zurechtweisung bewirkt nichts, wenn nicht ein innerer Antrieb mitwirkt.“

 

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36 Kommentare zu Die 15 Krankheiten der Seele, revisited

  1. Amica sagt:

    Dann haben Sie wohl noch nie was von Andreas Vesalius gehört (ich hab meine Facharbeiter unter anderm darüber geschrieben 🙂 ); er gab 1543 seine „Fabrica“ heraus. Ein Werk zur Anatomie des menschlichen Körpers das viele Holzschnitte beinhaltete und anhand von tatsächlichen Sektionen am menschlichen Körper angefertigt wurde (der Vorgänger Galen sezierte nur Tiere). Also: es gab um 1600 bereits eine ernstzunehmende Medizin innerhalb derer durchaus bekannt war wo welches Körperorgan lag und welche Funktion es hatte. Der Körper durchaus mit einer „Maschine“ verglichen wurde. So blöd waren die Leute damals auch wieder nicht – aber das nur nebenbei.
    Was ich etwas ulkig finde ist der Name des Ordensoberen: Claudius Aquaviva (der Verschlossene und das „Lebenswasser“) Hieß er wirklich so oder war das sein Ordensnamen? Wieso hieß er so?
    Und die 15 ist eine seltsame Zahl… Diese Zeit lebte von Symbolik wie kaum eine andere (gerade im 16./ 17. Jahrhundert gab es zahlreiche Emblemta-Bücher. also: die Zahl 14 war damals eine hochaufgeladene Zahl… die Zahl 15 allerdings nicht. Wieso macht er das? Er war doch sicherlich gebildet. Und humanistische Kirchenoberen verfuhren so.
    Tut mir leid, aber das kann man heute einfach nicht mehr anwenden.
    Was „Seelenkranke“ angeht haben wir heute auch neue Ärzte vorliegen, die Psychologen etwa. Ich hab einmal ein sehr interessantes Buch von Gabriele Amorth gelesen: „Ein Exorzist erzählt“ lautet der Titel. Es gibt da einen Unterschied zwischen psychisch Kranken und Bessessenen und wahrscheinlich noch viele weitere Zwischenstadien. In der Zukunft wird man sicherlich immer mehr abschätzen können, welche Kranke vom Psychologen und welche vom Exorzisten behandelt werden müssen. Was Sie beschreiben ist aber wohl eine Art von Krankheit, die man selbst heilen kann und die nur Geistliche befällt – also Fachmänner im Bereich Seelsorge. Vielleicht sind diese ja sehr anfällig dafür. Hoffen wir, dass sie auch wissen, wie sie diese Probleme beheben können.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Nein, ich habe noch nie was von Andreas Vesalius gehört. Aber ich habe die Periode studiert und weiß, dass es noch 200 Jahre dauern sollte, bevor das, was wir heute Medizin nennen, allgemein akzeptiert wurde. Einzelne Namen in die Debatte zu werfen bringt nicht viel.
      Auch verstehe ich nicht wirklich, was sie mit den Deutungen des Namens anfangen wollen. Jesuiten haben keine Ordensnamen, das war sein Name, latinisiert, aber sein eigener Name. Wenn Sie daraus irgendwelche esoterischen Schlüsse ziehen wollen, bitte sehr, aber wirklich interessant ist das nicht. Was sich auch in Ihrem Zahlenspiel zeigt. Es waren 15. Punkt. Ohne Geheimniskrämerei. Einfach 15.

      • chrisma sagt:

        Oh Amica, oh Amica nur kurz: klar kenne ich Andreas Vesalius, was hat er nun mit dem Beitrag von Pater Hagenkord zu tun? Und bitte, bitte Psychologen sind keine Ärzte. Und bei Krankheiten der Seele helfen in gar keinem, aber auch wirklich gar keinem Fall Exorzisten. Wir werden nicht erst in Zukunft heraus finden wer bei den Krankheiten der Seele hilft, wir wissen es jetzt schon: in keinem Fall Exorzisten vom Schlage eines Gabriele Amorth. Besessenheit gibt es nicht. Das ist ein Begriff aus einer unaufgeklärten Zeit der in der heutigen Psychiatrie keinen Platz hat.

        • Brigitta sagt:

          Danke Chrisma für diese klare Aussage. Ich erinnere mich noch gut an den Fall in Miltenberg, bei dem eine ärztliche Behandlung verweigert wurde zugunsten eines Exorzismus mit entsprechenden schlimmen Folgen.
          So wie es immer weniger von der Kirche anerkannte Wunder gibt, weil die Medizin immer weitere Fortschritte macht in der Erklärung von Heilungen, so wird sich hoffentlich das Thema Exorzismus mehr ins mehr erledigen durch die Weiterentwicklung der klinischen Psychologie.

        • Amica sagt:

          Liebe Chrisma,

          Sie glauben an einen christlichen Gott, oder? Was heißt das genau für Sie? Denken Sie mal darüber intensiv nach. Sie glauben also an die Nächstenliebe und daran, dass Eucharistie den Mensch verändern kann. Und Sie glauben daran, dass es den Heiligen Geist gibt… dass er in uns wirken kann. Wieso ist es dann so abwägig für Sie, auch an das Gegenteil zu glauben. An Dämonen die vom Menschen Besitz ergreifen können?
          Wieso soll es das nicht geben? Wenn man an Jungfrauengeburt, an Auferstehung und Vergebung aller Sünden glaubt, dann darf man den Teufel nicht ausschließen. Wer von Ihnen kann denn schon sicher sagen, dass es böse Geister nicht gibt? Nennen Sie mir bitte nur einen Beweis und ich werde ganz ganz leise. Also, nicht so überheblich bitte, auch wenn Sie mir einige Lebensalter und damit verbundenen Erfahrungen voraus sind. Wer sagt Ihnen, dass das naturwissenschaftliche Denken in allen Punkten Recht behält?intuitiv glaube ich jedenfalls daran, dass es Besessene gibt. Ob man diese korrekt therapiert sei dahin gestellt.

          • Amica sagt:

            Nicht „Lebensalter“, „Jahrzehnte“ wollte ich schreiben.
            An die Bibel glaubt ja, das darf ich voraussetzen, jeder von Ihnen, Jesus trieb aber auch Dämonen aus, schon vergessen? Soll Jesus sich geirrt haben? Daran glauben Sie wohl nicht… Also, wie gesagt, nicht ganz so überheblich bitte! Und lesen Die mal das Buch, so gruselig ist es nicht.

          • chrisma sagt:

            Liebe Amica, ich glaube um gleich zum Kern zu kommen an das personifizierte Böse, in der Taufe wurde ihm durch meine Paten widersprochen, in der Osternacht widerspreche ich jedes Jahr neu. Ja Jesus wurde in der Wüste versucht, durch nennen wir es ruhig Satan. Ja er hat wiederholt Menschen von Dämonen geheilt. Er war also ein Heiler, ein Heiland. Hier die erste Anmerkung: könnte es sein, das er Menschen von schlimmen und schlimmsten psychiatrischen Krankheiten geheilt hat? Für die die Menschen seiner Zeit keine anderen Worte hatten als „Dämonen“? Bleiben wir bei Satan: ich sehe sein Wirken, sein Wüten in der heutigen Zeit an allen Ecken und Enden. Vor allem in der grenzenlosen Gier, den brutalen Kriegen usw.usf. Aber halten Sie Satan für so dämlich, das er in einem Menschen einfährt und unchristlich flucht, literweise grünen Schleim kotzt und sich furzend in die Höhe erhebt und dabei bestialisch nach Schwefel stinkt? Ich sende Ihnen anbei einen Artikel der es trifft. Geschrieben hat ihn Ulrich Niemann SJ Dr. med., Lic. phil. ettheol., war Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychosomatiker und emeritierter Dozent für Psychosomatische Anthropologie, Pastoralmedizin undMedizinische Ethik an der Philosophisch-Theologischen
            Hochschule St. Georgen. Die volle Titellage war mir in diesem Fall wichtig.
            Und zum Schluss noch der von mir sehr verehrte Karl Rahner SJ
            „Wie wir heute auch als orthodoxe Gläubige , ohne Hexen auskommen‘, so könnte man in der Praxis auch ohne ,Besessenheit‘ auskommen. Selbst wenn man einen Einfluss solcher bösen Mächte als denkbar annimmt, wäre dieser uns empirisch gegeben in dem, was wir schlicht Krankheit nennen und unter dieser Voraussetzung durchaus mit irdischen Mitteln bekämpfen können.
            Karl Rahner SJ Zitiert aus:

            http://www.katholische-filmarbeit.de/download/Exorzismus_HK_60_2006_03_Ss_119ff.pdf

            Ps: Dämonen: zwei meiner Schwiegertöchter sind Qechua, meine drei Enkelkinder tragen kleine Amulette gegen Dämonen, sicher ist sicher……

          • Andreas sagt:

            Wenn es solche Dämonen gäbe, müßte man sie nicht neutral in ihrer reinen Form beobachten können, ohne der Anwesenheit eines von ihnen Besessenen, so wie man auch einen Blitz sieht, ohne dass er ins Haus einschlägt, oder ein gefährliches Bakterium auf einer Petrischale?

      • Andreas sagt:

        Eine mögliche Erklärung für die Zahl 15: Der Mensch begreift, weil seine Hand greifen kann. (Dem Daumen kommt beim Greifen nebenbei eine Schlüsselfunktion zu.) Die Hand hat fünf Finger, akkumuliert ergibt sich 1+2+3+4+5=15. Vielleicht hat der fünfte Jesuitengeneral solch akkumuliertes Denken, sprich solche Zahlenreihen speziell geliebt oder es war zu seiner Zeit in gebildeten Kreisen allgemein en vogue.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Ist das nicht viel zu nebensächlich, sich auf eine Zahl zu konzentrieren? Immerhin haben die Aussagen auch einen Inhalt, den finde ich persönlich viel interessanter als Spekulationen über Zahlenspiele.

          • Andreas sagt:

            Zweifellos kommt der Inhalt an erster Stelle, aber man kann sich nebenbei schon fragen, da gerade in Religionen bestimmte Zahlen symbolisch gern verwendet werden, warum es, falls nicht zufällig, ausgerechnet 15 und nicht 3, 4, 5, 7, 12 oder 72 sind.

        • Amica sagt:

          Mir kam da noch was in den Sinn: es gibt drei göttliche Tugenden (Glaube, Liebe, Hoffnung): so soll der Mensch geschaffen sein: im Blick darauf immer denken, fühlen, handeln. Nehme ich die Drei mit der Fünf mal, dann ergibt sich die 15. Es gibt etwa fünf Sinne und die verleiten zur Sünde. So könnte man es auch deuten. Ich liebe Zahlenspiele. Ihr Beispiel war aber auch sehr gekonnt, Andreas!

  2. chrisma sagt:

    Eine sehr schöne geistige Begegnung mit Pater Claudio Aquaviva SJ der uns aus dem 17. Jahrhundert erstaunlich aktuelle Gedanken schickt. Wenn ich mir das Intrigantenstadl im letzte Jahr so anschaue hat das mit dem erkennen „der Krankheit“ in teilen des Klerus nicht so ganz geklappt. Das Bild das Kardinal Kasper vom „Beichtspiegel“ entwirft trifft es. Nur wenn das Spiegel“bild“ von den verhärteten „Seelen“ so gar nicht gesehen wird, hilft vielleicht nur noch Katharina von Siena, die sich im 14. Jahrhundert mit den „Krankheiten“ des Klerus beschäftigt: „Im Garten der Kirche müssten die faulenden Pflanzen ausgerissen und durch frische, duftende neue Pflanzen ersetzt werden.“
    Als Ärztin, die sich mit den Krankheiten – also in diesem Fall wirklichen Krankheiten der Seele oder besser gesagt Krankheiten des Geistes beschäftigt hat Pater Pater Claudio Aquaviva SJ Kersätze der modernen Psychiatrie vorweggenommen: „alle erkennen seine Krankheit, nur er [selbst] nicht, sodass er den Arzt meidet und eine Behandlung kaum zulässt“

    • Rosi Steffens sagt:

      Die Anerkennung der Krankheit ist für mich die Grundvoraussetzung für eine sinnvolle und auf Dauer angelegte Genesung. Wie sollte ein Arzt eine Krankheit behandeln, die vom Patienten als solche nicht anerkannt wird? Gerade in der Psychiatrie scheint mir das mit eines der größten Probleme zu sein.

    • Bayerin sagt:

      Genau. Auch wenn ich das jetzt mal absichtlich anders interpretiere als Du es wohl meinst.

      Nicht durch tagelanges Hungern, nicht durch ekelerregende / schwere Arbeiten, nicht durch ein hartes Lager, Schläge mit einem Stock oder eisernes Anschweigen war eine Insassin der Ursberger Anstalten um 1900 dazu zu bewegen, ein religiöses Buch zu lesen. Sie gehörte zu jenen, „von denen behauptet wurde, sie seien besessen“. (Lena Christ: „Erinnerungen einer Überflüssigen“)

      Ich war von jeher der Meinung, dass dieses Mädchen in ihrer Umgebung wohl die am wenigsten vom Bösen Erfüllte war und dass sie durch eine weniger bigotte Erziehung vielleicht später andere, aber bestimmt nicht schon mit ca. 12 Jahren diese Wahnsymptome gezeigt hätte.

      • chrisma sagt:

        @Bayerin, die Geschichte der Psychiatrie ist eine sehr, sehr leidvolle und beginnt nicht erst mit Bedlam. Über Jahrhunderte sind die Krankheiten des Geistes mit Tabuisierung belegt und die Menschen auf das brutalste „behandelt“ und ausgegrenzt worden. Krankheiten die man nicht als solche erkennen konnte wurden oft als „Besessenheit“ deklariert und das was Sie beschreiben war schon fast Alltag. Da Sie sich offensichtlich für diese Geschichte Interessieren hier ein wertvolles Buch zu diesem Thema: Wahnsinn und Gesellschaft: Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft von Michel Foucault.

    • Brigitta sagt:

      Dieses Nichterkennenwollen, dass man krank ist, kann ich nur aus Erfahrungen in meinem eigenen Umfeld bestätigen.
      Was Pater Aquaviva schreibt, empfinde ich als sehr modern.
      Und die Krankheiten, die der Papst letztes Jahr beschrieb, die haben für mich letztlich nur bedingt mit der Zahl 15 zu tun. Ich sehe es so: Es waren die 15 Krankheiten, die ihm da am meisten auf der Seele lasteten.
      Und wir alle hätten genug damit zu tun, bei uns selber anzufangen, diese in uns zu besiegen.

  3. Stephan sagt:

    Die Frühneuzeit mag ich, sie kommt mir vor wie frisches Wasser. Da gab’s z.B. „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant, Professor für kirchliches und weltliches Recht und für Poesie in Basel, Illustrationen zum großen Teil von Albrecht Dürer. Sehr lesenswert, eine Art Neurosenlehre. Im heutigen Sprachgebrauch haben wir uns angewöhnt, in Deutsch von krank zu sprechen, wenn einer selbst leidet. Weniger populär geworden ist die Beschäftigung mit denjenigen Krankheiten, worunter nicht sosehr das Subjekt, sondern mehr die Anderen leiden (z.B. Psychopathien, schwere narzisstische Persönlichkeitsstörungen, Charakterneurosen). Liegt vielleicht an einer Zeitströmung, der Medikalisierung, daß oft gedacht wird, die Ärzte verstünden tiefergehend etwas von Krankheit, ja sogar sie seien die einzigen, die Krankheiten verstehen oder behandeln könnten. Die Hinweise von Pater Hagenkord finde ich sehr interessant. Die Papstrede hat mir gefallen, sehr bildreich, blumig und direkt. Da kann man doch wenigstens hier und da was finden, wo man über sich selbst zum Lachen angeregt wird oder ins Nachdenken kommt. Auf keinen Fall wird man die Ansprache gut verstehen können, meine ich, wenn man jedes Wort auf die Goldwaage legt oder alles genau beim Buchstaben nimmt, denn der Sinn ist wohl metaphorisch gemeint, zwischen, unter und über den Zeilen, eben ein Beispiel für ‚fortiter in re, suave in modo‘

    • chrisma sagt:

      @Stephan das Narrenschiff ist eine wunderbare Satire, wenn Sie so wollen ist es eine Belehrung über menschliche Schwächen. Allemal immer noch gut zu lesen. Nur mit einer wie auch immer gearteten Neurosenlehre hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun. Es ist für eine ausgebildet Ärztin/Psychiaterin doch sehr schwer ihren küchenpsychiatrischen Ausführungen zu folgen. Grundsätzlich leidet immer der Mensch, den es unmittelbar betrifft. Wen Sie in diesem Fall mit „Subjekt“ meinen erschließt sich mir nicht, selbst wenn ich in der Vielzahl der Bedeutungen von Subjekt, das psychosomatische Subjekt zu Grunde lege?? Wer bitte sind dann die Anderen?? Das sie dann wahllos mit drei Begriffe aus der Psychiatrie herumwerfen, von denen zumindest zwei (Psychophatien und Charakterneurosen) rettungslos überaltert sind, der dritte einen hochkomplexen Krankheitsbegriff (schwere narzisstische Persönlichkeitsstörungen) beschreibt, von dessen Verwendung man unausgebildet doch Abstand nehmen sollte. Bitte was soll „Zeitströmung der Medikalisierung“ sein? Wer bitte wenn nicht der dafür ausgebildete Arzt soll eine Krankheit verstehen? Und gemeinsam mit dem Patienten an ihrer Heilung arbeiten.

      • chrisma sagt:

        @Stephan, doch noch einen Nachsatz : ich habe eine keine Anamnesen erhoben. Keine Pathologien erstellst. Sondern Sie lediglich darauf hingewiesen dass Sie mit Begriffen umsichwerfen deren Inhalt Sie nicht auch nur Ansatzweise verstehen.

        • Bayerin sagt:

          Soweit ich weiß, wird in der Medizin 1 (in Wortetn: eine) Erkrankung als „Krankheit der Angehörigen“ bezeichnet: der Alzheimer im Spätstadium…

      • Brigitta sagt:

        Und aus der Praxis für die Praxis: Ich nehme seit bald 20 Jahren ein Mittel gegen Depressionen und habe es zweimal von mir aus abgesetzt, weil es mir „zu gut“ ging. Jedes Mal hat es mich dann hart formuliert „auf die Fresse gehauen“. Soviel zu dem Sinn und Unsinn von Medikamenten und/oder Therapien (die ich natürlich auch gekappt hatte). Gott sei Dank – und das meine ich ehrlich und ist keine Redensart) hatte die Therapien bis zu dem jeweiligen Zeitpunkt mich soweit stabilisiert, dass ich gemerkt habe, dass etwas nicht stimmt und ich mich deshalb wie Münchhausen selber aus dem Dreck ziehen konnte durch einen Anruf bei meinem ärztlichen Therapeuten.
        Und zum Thema Dämonen: Vieles konnten die Menschen früher nicht erklären. Also wurden hier Deutungsversuche gemacht. Vor diesen Situationen schützten dann Amulette. Aber dieser „Brauch“ lebt bei vielen Christen auch heute noch – siehe Christopherusplakette im Auto, die wundertätige Medaille ….. bis hin zu einem Rosenkranz, den mir jemand nach dem Tod meines Verlobten schenkte mit den Worten: Ich glaube zwar nicht an Gott, aber dieser Rosenkranz ist geweiht und deshalb wird er dir helfen….
        Aber diese Diskussion führt mal wieder weit weg vom ursprünglichen Thema.
        Der Papst war vor einem Jahr „stinksauer“ über das Verhalten einiger seiner Mitarbeiter, das so wenig bis gar nicht am Evangelium ausgerichtet war. Und das hat er mit klaren Worten gesagt. Übrigens hat er heute die Rede weitergeführt und die Antibiotika gegen diese Krankheiten benannt. (Ich habe diese Rede bis jetzt nur in der Zusammenfassung gelesen – deshalb noch kein inhaltlicher Kommentar). Und der Papst hatte Recht mit seiner Anklage. Fangen wir doch erstmal bei uns selber an. Leben wir wirklich in der Sicherheit, dass wir bei Gott geborgen sind und von dort alle Kraft kommt? Da muss ich noch viele Schritte machen.

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  5. Rosi Steffens sagt:

    Ich denke, wenn einem ein Spiegel vorgehalten wird, dann sollte man dankbar dafür sein und sich selbst darin unter den Gesichtspunkten betrachten, unter denen man sich gerne im Leben stehen sähe und nicht einfach vom Spiegelbild angegriffen fühlen. Der Spiegel weist einen im Stillen auf die Möglichkeit der Objektivität hin, was in meinen Augen nichts anderes heißt, als sich der Auseinandersetzung mit der eigenen Ansicht zu stellen, um nicht andere Menschen dafür verantwortlich zu machen sondern aus den Eigenschaften der eigenen Person heraus zu schöpfen, was Fähigkeiten zum Vorschein bringen kann, denen man erst durch dieses Spiegelgefecht begegnet. Mein Glaube sagt mit, das sollte ein ständiger Prozess der Selbstbeherrschung eines jeden Menschen sein, denn ohne Selbstreflektion gewinnt der Wille nicht mit der Zeit die Freiheit, die in einem steckt und am Ende dem zu Teil wird, der sie für sich selbst einsetzen kann, um daraus den gewünschten Nutzen hervorzurufen. Gemeinschaft ist ein großes Wort für eine ganz kleine Sache, denn sie basiert auf dem eigenen Anspruch an sich selbst als Mensch, den man großzügig auf andere anwendet, indem man gibt was man sich selbst so sehr wünscht, die Zeit der Erkenntnis im Gegenüber des täglichen Lebens.

    Ich habe einmal einen Text geschrieben „Der Wille Gottes“, der leider zu lang ist, um ihn hier einzubringen. Er vermittelt mir heute, wie schwer der Weg des Glaubens für mich war, wenn man dabei sich selbst in den Vordergrund stellt, ohne seine Mitmenschen außer Acht zu lassen. Aus heutiger Sicht war das mein Kampf um Nächstenliebe. Es ist harte Arbeit an sich selbst, die immer wieder durch das Spiegelbild gefordert wird, um sich zu dem zu entwickeln, was durch Jesus an Menschenmöglichem in dieses Leben geführt wurde. Dabei geht es zunächst nicht darum sich selbst zu verwirklichen, es geht darum sich selbst zu identifizieren und anzunehmen, im Wust der Ansprüche, die an einen gestellt werden. Was kann ich und was will ich, das muss in Einklang gebracht werden, mit den eigenen Ansprüchen an das Leben und die Mitmenschen. Der Wille frei zu sein diente mir dazu, in eine Zeit zu finden, die sich im Weltbild realisierbar so präsentiert, dass sie erst durch Gott dem Glauben einer Gemeinschaft dient, die in diesem Glauben den menschlichen Fortschritt erkennt. Als Wort im Anfang steht Gott dem Glauben gegenüber, einzig mit dem Willen frei zu sein. Die Menschheit führt Gott mit diesem Willen in all seine Möglichkeiten, die nun im Raum stehen, um mit der Zeit verwirklicht zu werden. Alles was wir tun sollten ist, unser Vertrauen in Gott zu investieren, um die Freiheit zu erlangen, die Gott schenken kann, und die von Regenten immer wieder in Frage gestellt wird.

    Sind wir als Gottesvolk in der Lage so zu leben, dass Politik das Werkzeug sein kann, das unsere Wünsche und Träume in Bahnen lenkt, die noch vielen Generationen zur Erhaltung des gemeinsamen Hauses als Wegweiser dienen kann?

    Ich wünschte mir so sehr eine Kirche, die die Weisheit und Güte besitzt, die Zeit ihr zur Verfügung stellt, um damit das Leben so zu entwickeln, wie es tatsächlich ist und dieser Wunsch wurde erfüllt. Wir, die Kinder Gottes sind das bestehende Potenzial, das durch die Essenz des Lebens in seine Bestimmung findet, so Gott will. Kirche ist als Braut Jesu der Teil der Lebensgemeinschaft, der aufnehmen und verarbeiten kann, was Jesus ins Leben führt. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich dieses Leben liebe, trotz all der Widrigkeiten, die sich gerade in der Zeit zeigen, die sich uns bietet. So ist es doch besser heute zu leben als vor hundert Jahren oder vor tausend Jahren oder vor zweitausend Jahren, denn wir haben unsere Fähigkeiten aus der Geschichte erworben, die wir mit Hilfe unserer menschlichsten Eigenschaften so ins Leben führen können, dass daraus etwas wirklich wertvolles für die Zukunft entsteht.

    • Bayerin sagt:

      Ihre Einlassungen, @Rosi Steffens, kommen mir immer so vor, als wollten Sie sozusagen die Materialisierung der Kirche als mystischen Leib Christi beschwören, das Konkretwerden eines gedachten „Leibes“, in dem jedes Organ, jeder Nerv seine Funktion hat…(?)

      … Falls Sie antworten möchten, können Sie sich Zeit lassen, denn ich werde zumindest morgen an keinen Rechner kommen.

      • Rosi Steffens sagt:

        Ich weiß nicht, was Sie in meine Gedanken hineininterpretieren, denn ich empfinde Kirche als den Teil dieser Welt, der sich dem Glauben an Gott verschrieben hat und damit die Begleitung des Lebens übernimmt, das eben nun einmal für den Christen auf Jesus baut. Für mich ist die Kirche einfach die erste und die letzte Instanz, die den Glauben auf seine Reinheit hin prüfen kann, ob nun seelisch, körperlich oder geistig, sie steht im Raum und ohne Jesus können wir Kinder Gottes nicht in die Zeit unserer Bestimmung finden. Kirche ist der Teil Jesus, der den Tod überdauert und damit das Leben bis in die Unendlichkeit begleiten kann. Für mich ist auch das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ein ganz klarer Hinweis der Kirche an das Volk Gottes, dass er uns alle willkommen heißt. Nun liegt es an jedem einzelnen, sich für oder gegen das zu entscheiden, woran er glaubt.

  6. Bayerin sagt:

    Der Papst kommt mir vor, als dächte er, er könne qua Papst die Kirche in einer Art (Neu-)Schöpfungsakt verwandeln: „Der Herr sprach und sogleich geschah es.“
    Auch seine viel zu häufigen (Moral-)Predigten klingen für mich danach.
    Tatsächlich hat er mit seiner „Diagnosestellung“ nur einen Bumerang losgeschickt, der ihm jetzt um die Ohren pfeift.

    • Rosi Steffens sagt:

      Der Papst kann doch nichts dafür, wie ihn die Menschen sehen, er nimmt das Evangelium als Maßstab für den Bildungsstand der bestehenden Menschheit, aus der er sich selbst nicht ausschließt. Wenn Sie nun Papst Franziskus so empfinden, wie Sie das tun, dann sollten Sie sich Gedanken darüber machen, warum das so ist, genau wie jeder Mensch, der einen Angriff dort vermutet, wo er auf sein Gewissen zurückgeworfen wird, indem er sich von Worten angesprochen fühlt, die nur allgemeines Gedankengut in den Raum stellen. Nun als Richter aufzutreten und damit diesen Worten ihren Klang zu rauben, das finde ich persönlich sehr kontraproduktiv, wo jeder Mensch selbst für das einstehen muss, was er mit seinem Gewissen ins Leben trägt. Gehen Sie doch zum Papst oder schreiben ihm einen Brief, um ihren Worten den Nachdruck zu verleihen, der ihnen ohne die direkte Konfrontation mit ihm einfach fehlt. Mir ist es zuwider, Menschen zu kritisieren, die sich dieser Kritik nicht selbst stellen können. Heutige Eliten wenden sich immer häufiger von Gott ab, um im eigenen Licht der Öffentlichkeit ein Leben mit zu bestimmen, dem sich die Menschheit zu beugen hat, das tut Papst Franziskus sicherlich nicht, denn er lebt was er glaubt und spricht. Deshalb gehe ich davon aus, dass er fühlt, was seinen Worten im Glauben an Gott zu Grunde liegt. Man sollte als Mensch zu schätzen wissen, was es bedeutet die Menschheit mit dem zu konfrontieren, was man empfindet, denn das ist wie eine öffentliche Beichte und sollte in Güte und Demut angenommen werden, um in sinnvolle Gedanken für dieses Leben gewandelt werden zu können.

    • Gabi sagt:

      Na und?! Es beschädigt sein Ansehen in der Kirche und in der Welt im Großen und Ganzen keineswegs! Im Gegenteil, finde ich. Tut Ihnen Irgendwer leid? Ich habe mir als ganz normaler „Möchte-Gern-Christ-Sein“ auch Gedanken gemacht, wo ich mich angesprochen fühlte. Oder haben diese Herren in der Kurie etwa gar nichts mit uns Katholiken zu tun? Wer sind sie dann, was haben sie uns voraus? Sie, liebe @ Bayerin, zweifeln doch wohl allen Ernstes nicht an, dass es in der gesamten bisherigen Kirchengeschichte – die sich im Übrigen fortsetzt, so lange es Kirche gibt – eine Menge Herren (und wohl auch Frauen) gegeben hat, die ihre Weihe unwürdig gelebt haben. Ich dachte immer, wir seien Brüder und Schwestern im Herrn!? Irrtümer in der Lebensweise sind also jedem Christen immanent, nicht nur dem Fußvolk…
      Wer sich getroffen fühlt, möge überlegen, weshalb, und da es durch die ganze Welt ging, was Papst Franziskus wohl auch schon vor einem Jahr wusste, konnten sich weltweit alle Katholiken dazu ihre Gedanken machen, nicht nur die Kurialen.

  7. der gesamten Blog-Gemeinde wünsche ich Sinn-volle Weihnachten -die Evangelien in diesem Kontext sind ha sooo real dass sich eine explizierte Weihnachtspredigt eigentlich erübrigt-es sei denn es gibt Flüchlingsfamilien die aus die von ihren „Erlebnissen“ berichten wollen..

    gute wünsche für 2016 und danke für die ein Stück gemeinsamer Kommunikation .

    Adieu.. und gute zeit Ihr Ullich H

  8. Antonius Theiler sagt:

    Nun es gibt Spieler an der Börse, es gibt Hacker im Netz. Dass es auch solche bei Pater Hagenkord und seinen 25 veröffentlichten Kommentaren gibt ist klar. Eine Zahl ist mehr wert als alles philosophische Geschwätz, sagte Prof. Walter Gerlach.
    Dazu der Beweis: In all den 25 Kommentaren kommt Franziskus nur dreimal (3) vor und es geht doch bei der Diskussion um seine, vor einem Jahr getätigte Aufzählung der seelischen Krankheiten. Es freut mich, dass es da Wesen gibt, die seinen Namen fürchten. Sie wollen seinen Namen weder schreiben, noch aussprechen, obwohl er ihnen mit Liebe entgegen kommt. Es gibt Menschen bei denen ist das Wort Liebe ein Fremdwort.
    Also fürchtet euch nicht, wir haben den Franziskus gerade aus diesem Grunde geschenkt bekommen.

  9. Frau sagt:

    Schade, ich dachte Franziskus nutzt die Chance und macht seinen geistlichen Mitarbeiter ein unvergessliches Weihnachtsgeschenk, indem er den Zölibat abgeschafft hätte. Meine Meinung: Viele Skandale resultieren aus dem Pflichtzölibat heraus. Es ist ein Manko vorhanden, welches fehlgeleitet kompensiert wird. Leider verliert die Kirche damit immer mehr an Glaubwürdigkeit. Frauen werden ausgegrenzt (für mich müssen sie nicht Priesterinnen werden), „Männerfolklore“ wird weiterhin hochgehalten.

  10. Pater Hagenkord sagt:

    Dieser Thread ist geschlossen.

  11. JLTD sagt:

    Pater, kennen Sie eine Quelle für die „Anweisungen zur Behandlungen der Krankheiten der Seele“?

    • Rosi Steffens sagt:

      Man kann an der Seele genesen, wenn man sie durch gelebte Werte gesund hält und dabei das Leben als Ganzes nicht aus den Augen verliert. Dafür stehen uns Fähigkeiten zur Verfügung, die Gott im Glauben wachsen lässt, um daraus die gelebte Menschlichkeit zu schöpfen, die er in ihren guten Geist führt.

      Ein gutes Mittel zur Genesung der Seele ist meines Erachtens ein reines Gewissen.

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