Die große Verwirrung

Was war das nun? Die Synode ist zu Ende, alle hatten das Schlussdokument betreffend etwas anderes erwartet, der Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen. Die Kommentatoren weltweit wissen nicht recht, was sie vom Ergebnis der Synode halten sollen. „Triumph der Konservativen“ und „Triumph für Franziskus“ liest sich beides, bei den Leuten, die es nicht lassen können, in diesen Kategorien zu denken. Auf Deutsch heißt es entweder, die Kirche habe nichts Wirklichkeitstaugliches zur Familie zu sagen, Kirche könne sich nicht zu Reformen durchringen oder Streit ohne Fortschritt. Die große Verwirrung.

Bei mir drängt sich allmählich ein anderer Gedanke nach vorne, nämlich der, dass wir im synodalen Prozess ein Stück „Projekt Franziskus“ gesehen haben. Nichts weniger.

Abschlussrede des Papstes bei der Synode

Abschlussrede des Papstes bei der Synode

Der Papst will Zeit, nicht Raum, genau das haben wir hier. Wenn die Kolleginnen und Kollegen sagen, dass die Synode nix zu sagen habe, dann liegt das genau daran: Prozess, nicht Festlegung.

Die „Umkehr der Kirche“, von der der Papst in Evangelii Gaudium sprach, liegt deswegen nicht in neuen Positionen, an denen man das messen könnte. Sie liegt in der Dynamik, die angestoßen wird, so dass die Kirche sich wieder auf den Weg macht und nicht stecken bleibt.

Das Ganz ist natürlich mühsam, ist natürlich voller Haken und Ösen, aber so ist das Leben eben – die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee, um noch einmal den Papst zu zitieren. Wer genaueres lesen will, dem empfehle ich dringend die Schlussansprache des Papstes, das ist ein Stück für die Geschichtsbücher, auch wenn es gar nicht so daher kommt.

So und genau so sieht das „Projekt Franziskus“ aus.

Jetzt werde ich mich erst einmal von der Synode entfernen, aber irgendwann muss ich diesen Gedanken noch einmal ausführlicher aufgreifen.

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76 Kommentare zu Die große Verwirrung

  1. 1234556 sagt:

    Danke – für d. interessante Blog!
    Ruhn` Sie sich doch jetzt erst mal etwas aus. 🙂

  2. @Pater Hagenkord.
    es tut gut zu wissen, dass auch ein „Insider“ auch positiv FRAGENDER bleibt..

    auf der Web Suche nach dem Thema Theologie und Tiere (ich bin ein Freund der Tiere) bin ich zu einem Dr Rainer HagenCord geführt worden; kennt den jemand-ich möchte mich mit dem Thema näher befassen- aber nicht in die Hände irgendwelcher Esoteriker gelangen!

    schönen Abend noch.. Ulli H

  3. chrisma sagt:

    Ja Pater Hagenkord, erstmal entfernen um es dann wieder aufzugreifen. Gute Methode mit einem Thema umzugehen. Alles in allem bin ich ganz zufrieden. Zusammen mit der Predigt des heiligen Vaters vom heutigen Tag sieht es recht rund aus. Gelesen habe ich das Abschlussdokument noch nicht, aber ich werde sicher einige Dinge entdecken die mir gefallen. Die deutschsprachige Gruppe hat mich sehr, sehr beeindruckt. Mit diesen „Jungs“ kann man/frau arbeiten. Apropos Frau, das war eine richtige ausgewachsene Schande was uns die Synode da geboten hat. Was nun unsere wilde 13 oder 9 oder wie viel auch immer anlangt: wir werden den heiligen Geist um Erkenntnis bitten. Ihnen lieber Pater Hagenkord zusammen mit Radio Vatikan ganz herzlichen Dank für Kommentare und Berichterstattung. Gefreut hat mich ich, dass Sie auch noch Zeit für unseren Blog gefunden haben.

  4. Micaela Riepe sagt:

    Also ich finde den Text wunderbar, er ist eine Meisterleistung des Heiligen Geistes – sie schwebt über den Wassern – in dieser Zeit, in der sich die die Kirche, nach außen und innen, zerstritten und zerrissen durch unüberwindbare Gegensätze zeigte.

    Es geht nicht darum, ob meine Positionen vertreten sind. Es geht nicht darum, ob eine Seite gesiegt hat und die andere verloren. Es geht um den Augenblick, in dem Friede und Übereinstimmung möglich waren nach einem Prozess, der, gerade durch seine Lebendigkeit und Offenheit, schwierig und für Einige auch schmerzhaft war.

    Heute morgen habe ich den Friedensgruß in der Abschlus-Messe als besonders wahrhaftig empfunden, erfüllt, stiller als sonst.

    Auch wenn wieder zu anderen Ufern aufgebrochen wird und der Augenblick vorbei ist, dass es ihn gegeben hat, dafür können wir dankbar sein.

  5. Rosi Steffens sagt:

    Käme nicht ein kirchlicher Beschluss einer neuen Vorgabe gleich, die aber nichts Neues bringt sondern nur das Bestehende in Handlungsanweisungen packt statt es zu vergegenwärtigen? Die Schlussansprache von Papst Franziskus bringt „Synode“ auf den Punkt, sie ist der erste Schritt vieler weiterer Schritte, die nun auf dieselbe Art folgen müssen, durch Kommunikation und Anteilnahme. Die Kirche befindet sich auf dem richtigen Weg, denn sie gibt nicht vor was sein soll, sie nimmt sich dem Istzustand an, um ihm die Zeit zu geben, die er braucht, um sich in den Sollzustand zu wandeln. Es geht nicht um die Differenzierung der Menschen in Gruppen, es geht um das Herunterbrechen auf die Person mit ihrer Würde, denn Gott will ein Volk mit allen Inhalten die es zu bieten hat, um den Menschen die Möglichkeiten zu geben, die sie brauchen, um Lösungen für ihre Differenzen zu finden, statt ihre Differenzen als bedeutsame Fehlentwicklungen zu etablieren oder zu bekämpfen. Es gilt alle Inhalte so zu leben, dass dadurch eine Gemeinschaft gefördert wird, die ihre Differenziertheit mit Hilfe des Dialogs in einen Konsens führt und durch das gegebene Recht in seinen Grenzen hält. Es geht um das gelebte Miteinander, nicht das füreinander Dasein oder das nebeneinander her leben. Es geht um die Realisierung einer Menschheit mit allen Inhalten und nicht um die Differenzierung der menschlichen Eigenschaften in Normen, denen Menschen dann zugeordnet oder gar unterworfen werden. Der von Papst Franziskus geforderte Umgang miteinander ist in der Familiensynode offensichtlich erstmals für die Beteiligten bewusst wahrnehmbar geworden. Nun gilt es diesen Weg weiter zu gehen und ihn ebenfalls bewusst auf das hinzuführen, was in der Synode kommuniziert wurde, um einen synodalen Prozess in die Gemeinden hinein zu tragen und damit das Miteinander so zu fördern, dass alle Menschen mitgenommen werden, ohne Ausnahme. Das Amt des Priesters sollte sich dem synodalen Prozess unterwerfen, der auf einer Ebene mit den Mitgliedern seiner Gemeinde stattfinden kann. Das Evangelium hilft als Grundlage auf dem Weg in einen Entwicklungsprozess, der das Bewusstsein der Gemeinden so fördert, dass daraus ein gemeinsamer Weg für alle entstehen kann, der sich über die nachfolgenden Generationen fortsetzt. Gott dient im Glauben als die Liebe für eine geeinte Menschheit, die jeder Mensch braucht, um seinen Teil zum Leben beitragen zu können.

  6. Silvia Brückner sagt:

    Die Synode hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen und ich bin keinesfalls verwirrt sondern glücklich.

    Die Synode hat Türen geöffnet und das Abschlussdokument lässt dem Papst alle Freiheiten, nun seine Entscheidungen zu treffen. Und die werden dann hoffentlich so eindeutig formuliert sein, dass Klarheit für die ganze Kirche herrscht.

    Auch ich war von den deutschsprachigen Teilnehmern, also nicht nur den deutschen sondern auch den österreichischen Bischöfen, sehr beeindruckt.

    Vermissen werde ich die Beiträge von Abt Jeremias Schröder, die immer mit einer Prise feinen Humors gewürzt waren und die ich mit Genuss gelesen habe.

    • chrisma sagt:

      Liebe Silvia Brückner, so euphorisch habe ich Sie selten erlebt. Ich werde Ihre Euphorie mitnehmen wenn ich das Abschlussdokument lese. Ja Abt Jeremias war eine große Bereicherung. Ihnen einen gesegneten Sonntagabendabend

      • die Streit-Kultur(!), überhaupt das freie Wort, allen „Intrigen“ zum Trotz ist für die Kirche ein großer Schritt voran zweifellos, Franziskus gibt den Raum zu Atmen. seine Schluss Ansprache und die Predigt heute morgen lassen hoffen..?!

        aus meiner Freiburger Zeit kannte ich Klaus(Hemmerle+)fast ein Freund, den späteren Bischof von Aachen(und der war der Kirche sehr verbunden) ,im kleinen kreis hat er betont ,dass auch für Katholiken das eigene GEWISSEN die letzte Instanz ist!

        das Franziskus durchaus „prophetische“ Dinge sagt, zeigt sich gerade jetzt in ´der EU!! FURCHTBAR gerade auch die Osteuropäer. was würden wohl JPII. und der unvergessene Václav Havel dazu sagen??

        in diesem Kontext sollte man nochmal Franziskus Rede in Straßburg nachlesen..

        also bin nicht euphorisch aber nicht unzufrieden aber es ist wirklich traurig ,das kaum Paareohn Stimmrecht(!) präsent waren; da müsste sich Synode auch noch weiterentwickeln, gerade bei DIESEM Thema..

        • chrisma sagt:

          Lieber Ullrich, Bischof Klaus Hemmerle ist einer der Wege gewiesen hat. Seine Gedanken und Predigten weisen in das 21. Jahrhundert unserer Kirche. Danke das Sie an ihn erinnern.

  7. Malpertuis sagt:

    Der Prozess war tatsächlich beeindruckend. Einiges ist auch sehr deutlich geworden. Chapeau! Und gleichzeitig hätte ich mit, naiv wie ich nun mal bin, gewünscht, dass die verfasste Kirche mit ihrem Top-Management, die Homosexuellen zumindest so willkommen heißt und akzeptiert wie das anständige Deutschland die Flüchtlinge. Aber wieder – wie schon so oft, geht Systemerhalt vor! Aber das ist nicht meine Angelegenheit. Meine Angelegenheit ist, weiterhin die „gesparte“ Kirchensteuer sinnvoll einzusetzen. Leider kann man nicht noch einmal austreten, nachdem man schon ausgetreten ist… Der Schmerz bleibt. Aber es geht auch um die eigene Würde. Ich muss mein Leben leben. Das kann kein Bischof für mich tun, auch keiner aus Afrika… Und ich orientiere mich weiter und wachse hinein in das vermutete Maß Jesu. Gott hilf mir.

    • @lieber Malpertuis. Ihr Zeugnis hat mich unglaublich berührt!!

      und ich möchte mit Ihnen meine -diskrete- innere Nähe teilen.

      Darf ich Ihre wunderbares Jesus- Bild noch verstärken, indem ich sage: das „vermutete Maß Jesu“ zeigt sich auch darin, dass er Sie in seine Arme nimmt, und sich mit Ihnen freut, wenn Sie das Geschenk erfahren, Ihre Liebe-in allen Facetten-mit dem geliebten Menschen zu teilen ;ohne Angst!!– und Ihr ganz persönlicher“ Schutzengel“ möge sie begleiten..
      die Liebe ist das einzige Maß das zählt. Punkt.
      Ihr Ullrich Hopfener

  8. Sorry:vertippt: natürlich „kaum Paare und ohne Stimmrecht“

  9. Elasund sagt:

    Die Ansprache des Papstes gefällt mir sehr gut. Die Ermahnungen sind gut ausgedrückt in Ermutigungen. Was bedeutet […]? Hat der Papst das beim Zitieren weggelassen oder der Übersetzer?
    In das Abschlussdokument habe ich mal eine Weile reingelesen. Es ist eindeutig vielfach interpretierbar. Das war doch so zu erwarten, oder? Insofern wundert mich momentan nur, dass Sie P. Hagenkord schreiben „alle hatten das Schlussdokument betreffend etwas anderes erwartet“. Wie kommen Sie zu dieser Aussage? Und was haben Sie erwartet?

  10. galahad sagt:

    „… ein Stück für die Geschichtsbücher …“ – geht’s nicht auch eine Nummer kleiner?

    Und ja, die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee – aber das gilt wohl auch für die rhetorisch geschickt verpackte Idee eines „Prozesses“, einer „Dynamik“.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wir sprechen uns in 20 Jahren wieder und schauen zurück.
      Und zum Thema des Prozesses: Wer nicht sehen will, der wird auch nicht sehen.

      • Petra sagt:

        Ich habe kürzlich etwas sehr sehr Erschreckendes gelesen, geschrieben von einem Katholiken.
        Gott entfernt sich von uns und lässt Kriege und Zerstörung zu, weil wir uns von ihm entfernen durch Abschaffung von Prügelstrafe, Gleichberechtigung von Frau und Mann, Recht der Frau über ihren Körper, Entfernung von religiösen Symbolen aus öffentlichen Räumen und insgesamt Offenbarungsgötter hinterfragen. Ich weiss, dass das extreme Ansichten sind. Aber fern von dem Gesamtkonzept der RKK ist das ja nicht. Anstatt ‚zeitgeistlich’ erkennen, dass es vielleicht diesen Gott gar nicht gibt, sucht man mit diesen abstrusen Begründungen die Schuld bei Humanisten und Ungläubigen. Mein Leben betrifft das zum Glück nicht, aber mir ist dabei etwas in den Sinn gekommen: es ist nämlich genau umgekehrt.
        Die Kirchen richten ‚Chaos’ an, mit der seltsamen Sexualmoral, ihrem Anspruch auf Wahrheit, Religionskriegen, Fanatismus, dem Versprechen auf ewiges Leben, unsinnigen und falschen Geboten usw usw und wir Atheisten in aufgeklärten Staaten müssen dann den entstandenen ‚Dreck’ und die Sünden/ Ausschweifungen (nur möglich durch diese Restriktionen) wieder aufräumen und in ihre Schranken weisen, mit Menschenrechten, Rechtsstaat, bezahlten Therapien, Sozialleistungen, Toleranzgesetzen, Gleichberechtigung usw und werden dann dafür auch noch angeklagt und verdammt und sind Schuld an der Abwesenheit Gottes, wobei wieder die eleganteste Lösung wäre, dass dieser Gott höchstwahrscheinlich nicht existiert.
        DAS ist echt übel.

        • Rosi Steffens sagt:

          Ich glaube Gott ist der Teil des Lebens, der sich allen Lebensbestandteilen mitteilen kann, sodass sie in der Lage sind sich von uns als Menschen so abzugrenzen, dass ihre eigene Wesensart in Gott ihren Abschluss findet? Der Mensch mag als Atheist seine Abstammung im Glauben finden, der erst mit dem Leben als zeitlicher Bestandteil eines Ganzen gefüllt wird, das dem menschlichen Bewusstsein unterworfen ist, um Gott durch sein Wirken in die Gewissheit zu führen. Kein Mensch kann mir erzählen, dass seine Geschichte auf den Erzählungen zwischen den Affen beruht, die sich zweifelsohne auch über ihre Herkunft „unterhalten“ konnten, jedoch keinen kommunikativen Draht zum Menschen finden, außer vielleicht über ihr Sozialverhalten. Davon blieb aber leider unter den Menschen nicht mehr viel übrig, abgesehen vom Kampf um die Vorherrschaft und der Weiterentwicklung in eine Sprache, die sich von der Kommunikationsebene des Affen offensichtlich abgrenzt, jedoch nach wie vor mit der Natur an sich verbunden scheint. Ich weiß nicht, ob Atheisten die Grundrechte in Deutschland verfasst haben, wenn sie es getan haben, dann taten sie es offensichtlich in bester Absicht und aus menschlicher Verantwortung dem gegenüber, an was sie glaubten, auch wenn es vielleicht nicht Gott war. Die Kraft Gottes liegt im Glauben der Menschheit verborgen, der sich nur durch Liebe so entfalten kann, wie er heute im Bewusstsein des einzelnen Menschen angelegt ist. Die Liebe ist das Ziel, das wohl jeder Mensch erreichen will, egal welcher Glaubens- oder Antiglaubensrichtung er auch entspringen mag, vielleicht ist sie es auch, die uns mit der Natur verbindet. Dass nun gerade Gott diese Liebe sein soll, das mag das Schicksal der bestehenden Menschheit werden, dem sie sich wohl oder übel unterwerfen muss, will sie ein liebevolles Miteinander und keine animalischen Auseinandersetzungen führen.

          • Petra sagt:

            Das hört sich ja alles so schön an…: „Ich glaube“.
            Aber es sind alles reine Behauptungen, die der ‚Wirklichkeit‘ nicht im Geringsten entsprechen.
            Warum ist Gott nicht da, wenn er gebraucht wird?
            Alle Menschenrechte mussten GEGEN den oft erbitterten Widerstand der Kirche durchgesetzt werden. Ich frage mich auch deshalb immer, wieso Christen sich eigentlich damit schmücken, Grundlage unseres abendländischen Menschenbildes zu sein. Ich sehe nichts.
            Ungläubigkeit ist kein Glaube, das wird immer so dargestellt, entbehrt aber jeglicher Wahrheit: jeder ist 1000facher Atheist (Amun, Thor, Zeus, Thor usw), bei mir ist es nur einer mehr.
            Sagen Sie mir bitte 1 (nicht geglaubtes/ behauptetes!) Ereignis in Raum und Zeit mit dem (irgendein) Gott seine Liebe für die Menschheit, das Universum, die Erde, Dinosaurier, Affen oder irgendwas Anderes bewiesen/ gezeigt hat.
            Mir fällt nichts, gar nichts ein/ auf und ich war viel unterwegs in der Raumzeit.

          • Petra sagt:

            Mir ist was eingefallen:
            Gott hat vor 60 Mio Jahren einen Asteroiden auf die Erde geworfen, 90 Prozent allen Lebens zerstört, damit Säugetiere aus ihrer Evolutionsnische heraus geholt und die Entwicklung von uns Menschen ermöglicht.
            Aber was ist das für ein Gottesbild, der in seinem Sandkasten so mit Leben, Asteroiden, Planeten und überhaupt Allem spielt, wie ein verzogenes kleines Kind???

            Nein…: Liebe ist das auch nicht.

          • Rosi Steffens sagt:

            Was wenn Gott der ist, der wirklich alles aufnimmt und dem Menschen bereit stellt, damit Er sein Leben daraus bauen kann? Als Teil des Ganzen stehen wir vor Gott in seinem Wort, wer außer dem Menschen könnte all das realisieren, was dieses Wort in der Lage ist zu fassen? Liebe ist der Teil des Lebens, den es braucht, um sich selbst als das zu achten, was man ist und nicht zu dem machen zu wollen, was man gerne sein möchte. Gott war das Nichts im Anfang und hat sich im menschlichen Wesen zu dem gebildet, was Zeit begreiflich machen kann. Es gibt kein Bild Gottes, denn Gott ist nicht sichtbar, er ist fühlbar im Raum als das, was Zeit in sich als Wesen am Leben erhält, um es im Glauben an die Liebe als Gott zu vermitteln, weil es keinen anderen Empfänger für die Liebe gibt. Egal wie unerträglich das Leben von außen auch erscheinen mag, Er gibt ihm immer dann die Energie, die es braucht, um als gebildeter Mensch weiter zu machen, wenn die Liebe verloren scheint. Die Dreifaltigkeit Gottes liegt im lebendigen Tod verborgen, um durch das Leben in seine Bestände zu finden, die dem Menschen zugänglich werden, durch Gott. Glaube steht der Liebe gegenüber, weil ihr nichts anderes übrig bleibt als an sich selbst zu glauben, um die Gewissheit zu vermitteln, die sie braucht um Erlösung im Leben zu finden. Sensorik könnte das Phänomen des menschlichen Wesens für die Sensibilität sein, die Liebe in der Lage ist im Individuum hervorzurufen, um sie Gott als ihre Lebenszeit zu vermitteln. Gott trug diese Liebe im Wort bis in ihre Existenz, um sie dann als solche zu empfangen. Wer noch nie im Leben geliebt hat, dem dürfte es sehr schwer fallen diese Worte nachzuvollziehen, doch wer gestern bei Panorama durch den Anblick der Flüchtlinge Tränen vergossen hat, der weiß wovon ich spreche. Trauer ist der Zugang zur Liebe, denn ohne Verlust kann man Liebe nicht empfinden, denn sie stellt die Verbindung zwischen Tod und Leben her. Ich würde sagen, dass Nichts im Anfang ist Gott so vermittelt, dass Er es der heutigen Psyche des Menschen, so mitteilen kann, das daraus wandelbarer Lebensinhalt entsteht, der durch den Menschen als Gedanken ins bestehende Leben einfließen kann, um daraus das zu formen, was der Menschheit in ihrem Streben nach Frieden und Freiheit dienen kann.

        • KRP sagt:

          Wer sagt Ihnen eigentlich das Sie bzw. die Atheisten das auszubaden haben? Wenn es diese höhere Macht, Gott oder wie immer man das nennen möchte nicht gäbe, es wirklich so wäre wie Sie schreiben dann ist das Leid das sich die Menschen gegenseitig antun trotz alledem ein Produkt der Menschen den nach Ihrer Einschätzung gibt es ihn ja nicht also kann er doch auch nicht dafür verantwortlich sein, widersprechen Sie sich da nicht?

  11. Silvia Brückner sagt:

    Auf katholisch.de sagt Kardinal Marx, dass die Synode mit einem Doppelpunkt geendet hat, also an einem Punkt, von dem ab es weiter gehen kann und wird.

    Man darf nicht vergessen, dass eine Synode selbst keine Entscheidungen treffen kann sondern nur den Papst berät.

    Das Abschlussdokument hat Türen geöffnet durch die der Papst und die gesamte Kirche gehen können.

    Dieser Weg wird in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich sein, aber genau dass das sein darf, ist ein immenser Fortschritt.

    Das endgültige Dokument zum Abschluss der Synode wird der Papst erstellen und auch er wird wahrscheinlich einen Doppelpunkt setzen.

  12. Silvia Brückner sagt:

    Falls ich was verpasst habe:

    Gibt es das vollständige Abschlussdokument der Synode bereits in deutscher Übersetzung und wenn ja, wo?

  13. Silvia Brückner sagt:

    Hier kommt noch einmal Abtpräses Jeremias Schröder zu Wort und bringt es mal wieder auf den Punkt:

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/tag-21-auszahlung

    Er wird mir sehr fehlen in der katholischen Medienlandschaft.

  14. Michael sagt:

    „Der Papst will Zeit, nicht Raum“ – dieses Fazit werde ich mir gerne merken! Weil es mutig ist, und weil er damit einem Trend widerspricht. Sich Zeit zu nehmen, ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach, weil sie einem ständig davonzulaufen scheint. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass der Trend in Gesellschaft und Politik eher dahin geht, möglichst viele Räume einzunehmen: Das zeigt die Diskussion über Grenzzäune für Flüchtlinge, Putin und seine neue Eroberungspolitik, und natürlich der „moderne“ Islam, der seine vielfältige Geschichte über Bord wirft, um mit einfachsten und radikalen Koranauslegungen die Welt zu bestürmen (dazu hab‘ ich übrigens kürzlich erst einen aufschlussreichen Artikel gelesen: http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-10/islam-saudi-arabien-salafismus-dogmatismus) … Lustig aber auch immer wieder die Kritik konservativer Katholiken, die überall den „Zeitgeist“ wittern. Mal abgesehen davon, dass ich mich immer wieder wundere, wieso Menschen, die vorgeben an den Hl. Geist zu glauben, am liebsten irgendwelchen Gespenstern hinterherjagen – gerade an diese Leute gerichtet sollte man mal klar feststellen: Der Papst läuft eben nicht dem „Zeitgeist“ hinterher, im Gegenteil! Franziskus widersetzt sich offenbar ganz bewusst diesem Trend, Räume zu besetzen, um die Zeit „totzuschlagen“!

    An dieser Stelle noch kurz ein „Dankeschön“ an P. Bernd für die Berichterstattung, und dann auch an einige Kommentatoren, die mich auf den Blog von Abtpräses Jeremias Schröder gebracht haben – der war wirklich super zu lesen!

    • @lieber Michael,
      danke für Ihren Brief; ich sehe das ähnlich.
      die Rede von Kermani in der Paulskirche war in großen Teilen sehr bewegend, seine Sehnsucht nach der verlorengegangenen alten muslimischen KULTUR.. und sein schmerz darüber.. die Zerstörung durch diese modernen Barbaren; seine emotionale Anteilnahme an Pater Paulo und den Seinen..
      es ist zwingend ,dass der Islam auch so eine Art Aufklärung und eine wissenschaftliche Exegese erfährt. in Münster gibt’s wohl einen muslimischen Theologen der da unterwegs ist. solche Leute müssen unbedingt von der Politik unterstützt werden gerade im Kontext zur aktuellen Situation..

      Erinnere aber auch daran, dass wir vergessen haben, dass das Christentum Jahrhunderte lang auch grausame Spuren gesetzt hat!!
      ich behaupte jetzt einfach mal einfach ohne Aufklärung uva. hätte die Selbstreinigung unserer Tradition möglicherweise nicht stattgefunden..

  15. Franziskus sagt:

    Mir sagt die Synode, die Kirche schreitet weiter durch eine sich stets veränderte Welt und bleibt Gott treu. So ist es nunmal mit den Zeiten. Die Kirche ist ausgesandt um die Welt zu heiligen , doch immer begegnet sie auch Menschen , die die Kirche „heiligen“ wollen .Das heißt Christus verändern wollen mittels einer Dynamik des Zeitgeistes als Begründung .
    Die Botschaft der Synode : Die Welt mag sich drehen , aber das Kreuz steht fest .

  16. Silvia Brückner sagt:

    Der Synodenabschlussbericht ist sehr offen formuliert, um dem Papst völlige Entscheidungsfreiheit zu lassen, und das ist auch sehr gut so.

    Aber um unmittelbar im Anschluss an die Synode diesen Bericht so (umzu)interpretieren, wie es Kardinal Pell tut, dazu braucht man schon sehr viel Fantasie, vorsichtig ausgedrückt.

    Umso wichtiger ist es, dass der Papst möglichst zeitnah sein Statement abgibt und zwar so, dass kein Spielraum mehr für fantasievolle Interpretationen bleibt, bei denen man sich erstaunt die Augen reibt.

    Seine Kritik an der deutschen Sprachgruppe und deren Theologen empfinde ich als unfair.

    Mein Wunsch ist es, dass alle Synodeninterprtierer sich jetzt mal zurückhalten, bis der Papst gesprochen hat.

  17. KRP sagt:

    Nun P. Hagenkord ich finde Sie können schon zufrieden sein mit Ihrem guten Beiträgen die man gut lesen konnte und sich noch genügend seine eigene Meinung bilden konnte. Aber das Beste habe ich heute in euerem Newsletter gelesen was Kardinal Pell sagte keiner kann Papst Benedikt das Wasser reichen genauso wie Urs von Baltasar und Karl Rahner solche Leute wären doch sehr nötig.

    • Silvia Brückner sagt:

      @KRP, verstehe ich Sie richtig, dass Sie außer Papst Benedikt = Professor Ratzinger auch die theologischen Positionen von Karl Rahner und Urs von Balthasar in und auswendig kennen????

    • chrisma sagt:

      @KRP wenn schon Zitate, dann bitte richtig und ganz: Nicht „keiner“ (würde auch Papst Franziskus mit einschließen, sondern „keiner in der deutsche Sprachgruppe“,
      Hier Zitat richtig „Ich hielt sie intellektuell gesehen für nicht so herausragend wie es eigentlich die Bischöfe und vor allem deutschen Theologen in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils waren. Das ist ein großer Verlust für die Kirche. Ich würde sagen, unter den Mitgliedern dieser Sprachgruppe ist keiner, der Papst Benedikt XVI. oder Hans Urs von Balthasar oder Karl Rahner das Wasser reichen kann.“
      Was Kardinal Pell mit Urs von Balthasar und Karl Rahner gemacht hätte dazu brauche ich nicht viel Fantasie……..
      Hier der Link für die Interessierten Blog Leser:
      http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/27/kardinal_pell_%E2%80%9Ekeiner_kann_benedikt_das_wasser_reichen%E2%80%9C/1182378
      Allerdings ist die Headline bei Radio Vatikan auch nicht korrekt.

      • @Liebe Chrisma.mir geht’s ähnlich. und will es noch verstärken.
        ich finde so eine Aussage(Pell) in seiner Funktion mehr als problematisch.. oder im Klartext: ARROGANT…gegenüber seinen Kollegen…

        Karl Rahner, der große Forscher und Suchende, ganz „Sohn der Kirche“ würde sich da vom falschen vereinnahmt wissen.

        Rahner hat trotz seiner immensen wissenschaftlichen Forschungen demütig vom „Großen Geheimnis“ gesprochen. Die „ALLESERKLÄRER“
        waren nicht so sehr seine Welt,vermutlich denkt sein damaliger wissenschaftlicher Assistent Karl Lehmann ähnlich.
        was wohl „Hausklemmerle“ (sein Spitzname) dazu sagen würde?..

      • KRP sagt:

        Danke mal wieder für Ihre Belehrung und das Sie das Zitat erweitert haben auf die deutsche Sprachgruppe, was mir aber schon klar war. Im übrigen warte ich auf das Schlussdokument von Papst Franziskus und ich werde sicher nicht überrascht sein.

        • @liebe Chrisma.
          muss ich mir Sie jetzt als „ständig belehrende“ Dozentin mit Dutt
          Vorstellen….? Grins
          kann ich so bei Ihnen nicht nachvollziehen..! nichts für ungut aber so ein gewisses Schmunzeln über „den unaufmerksamen Schüler grins “ darf doch sein oder?

          • chrisma sagt:

            Ach @Ullrich, ich habe keinen Dutt, is viel zu kompliziert bei meinem Tagespensum. Brille allerdings wg. Alter…. als Kopf und-Seelen Doktor neigt man/frau allerdings zur festen Haltung…….“frech grins“ ist bei mir immer gern gesehen…

    • Petra sagt:

      Schauen Sie doch bitte mal die Debatte von diesem Kardinal Pell mit Richard Dawkins an (youtube).
      Ich habe noch nie jemand gesehen, der so ‚armselig‘ seinen fehlenden Intellekt im TV, noch stolz, ‚offenbart‘ hat. Fast würde mir rausrutschen, dass man bei ihm die gemeinsame Abstammungslinie mit Affen deutlicher erkennen kann, aber ich sage es nicht, es wird dann berechtigt zensiert ;-). Das ist ein Witz, den Sie erst nach Ansehen der Debatte verstehen.
      Und Benedikt: OK…, aber auch er ist intellektuell und rhetorisch noch meilenweit von einem Dawkins entfernt.

  18. Damian sagt:

    Was wollte man denn mehr erwarten. Auf der Synode sass das Ergebnis der Personalpolitik der letzten zwei Pontifikate vor Franziskus. Dafür ist das Ergebnis nicht schlecht und hält ja die Tür auf. Und zu was die deutschsprachige Gruppe fähig war. ist bemerksnwert.

  19. Marcus sagt:

    1980 fand ja schonmal eine Bischofssynode zum Thema „Familie“ statt. Die Formulierungen damals waren auch vorsichtig, aber wurden zumindest etwas konkreter. Z.B. wurde der Vorschlag gemacht, sich etwas mehr an der Praxis der orthodoxen Kirche zu orientieren. Der damalige Papst JPII reagierte wie bekannt: Nochmalige Klarstellung nach der Synode, dass Sexualität nur innerhalb der Ehe legitim sei. Alles andere sei schwere Sünde und verbiete damit den Kommunionempfang. In Veritatis Splendor wurde dies ebenfalls untermauert und im Jahr 2000 stellte der Vatikan nochmals unmissverständlich klar, dass jeder Kommunionspender sich an diese Regelung zu halten habe; keine kirchliche Autorität könne hiervon dispensieren.

    Das Abschlussdokument dieser aktuellen Synode liest sich zwar gut, bleibt aber sehr unverbindlich und verliert sich in einer gefälligen pastoralen Sprache. Für mich klingt das mal wieder nach Vertröstung. An der Lehre ändert sich nichts, sie wird nur netter verpackt.
    Das Grunddilemma bleibt: Solange außerehelicher Sex (also auch in einer Zweitehe) eine schwere Sünde ist und der Empfang der Kommunion voraussetzt, dass alle schweren Sünden bereut und gebeichtet wurden, kann es keinen Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene geben. Genauso wenig wie für alle anderen, die in einer nichtehelichen Partnerschaft leben.
    Alle netten Erläuterungen zur Synode täuschen darüber hinweg. Ausnahmen von dieser Regel wären nur möglich, wenn die Kirche endlich anerkennt, dass Sex auch außerhalb der Ehe legitim ist. Aber damit würde man mit einem alten Grundsatz brechen, den gerade der vorletzte Papst oft betont und ihn für unveränderlich erklärt hat. Und natürlich haben viele Bischöfe Angst: Was ist, wenn wir jetzt Ausnahmen zulassen? Werden diese anschließend nicht ständig ausgeweitet und schließlich auch auf andere Bereiche übertragen?
    Solange hier keine Änderung stattfindet, sind schöne pastorale Formeln vor allem eins: Beruhigungspillen. Die Leute bleiben bei der (kirchlichen) Stange, weil die vage Hoffnung aufrecht erhalten wird, dass sich in Bälde etwas ändern würde. Formulierungen wie die, dass die Tür offengehalten wird, täuschen nur darüber hinweg: JETZT ist die Tür zu.

    • Rosi Steffens sagt:

      Ich denke, es kommt immer darauf an, was der Einzelne will und wie verantwortungsvoll er mit seinen göttlichen Gaben umgeht. Jeder Mensch sollte sich darüber bewusst sein auf was sein eigenes Leben baut und allein aufgrund der eigenen Ansprüche daraus die Grundlagen schaffen, denen man vielleicht selbst entbehrt hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder gerne ohne ihre leiblichen Eltern aufwachsen und dabei geht es nicht um Recht und Gesetz sondern um Verantwortung, die man im Leben als Eltern tragen muss, wenn man sich der menschlichen Geschlechter bedient. Das nur dann zu verantworten, wenn man eben dazu bereit ist und nicht dann, wenn es passiert, das erscheint mir des heutigen, gebildeten Menschen nicht würdig und man sollte nicht erwarten, dass man als verantwortungsvoller Mitmensch wahrgenommen wird, wenn man Kindern gegenüber nicht so handelt, dass man sie im Schoße einer Familie aufnimmt und nicht den persönlichen Ansprüchen an das Leben aussetzt. Das bedeutet jedoch auch, dass man an seinem eigenen Verantwortungsbewusstsein dem Menschsein gegenüber arbeiten sollte, um nachfolgenden Generationen gerecht werden zu können und nicht die Schuld für die eigenen Unwägbarkeiten bei anderen sucht. Jeder Mensch hatte in unserer Zeit die gleichen Chancen, durch Gott, in einer Menschheit deren Bruder Jesus ist. Das Jammern über ein ungerechtes Leben sollte nicht dem Schulderlass gelten, denn jeder trägt seine eigene Schuld und sollte dabei nicht auf seinen Nächsten schielen sondern vielmehr Jesus im Blickfeld behalten. Ich weiß nicht wie stark das Gottvertrauen sein muss, um Verhütung in seine Hände zu legen, doch ich glaube, jeder sollte Geschlechtsverkehr als Akt der Liebe und nicht als bloße sexuelle Befriedigung sehen, denn das ist in meinen Augen dem Menschen nicht würdig.

      • Marcus sagt:

        Sie argumentieren hier ganz mit Blick auf die Kinder. Das ist aber nur ein Teil der Debatte. Es geht u.a. um den Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen und von Menschen in einer homosexuellen Partnerschaft – egal ob diese Menschen Eltern sind oder nicht.
        Beispiel: Wer eine kinderlose Ehe verlässt und standesamtlich eine zweite Ehe eingeht, aus der dann Kinder hervorgehen, ist von der Kommunion ausgeschlossen.

        Und ob es menschenunwürdig ist, wenn man seine sexuelle Befriedigung sucht, lasse ich mal dahingestellt. Vermutlich wird bei keinem Menschen nur das eine (reiner Akt der Liebe) oder nur das andere (sexuelle Befriedigung) beim Sex eine Rolle spielen. Und vermutlich sind es noch nicht einmal Gegenstücke.

        • Rosi Steffens sagt:

          Ich denke, alles sollte im Blick auf die Kinder geschehen, denn ohne Kinder gibt es keine Zukunft und ohne Zukunft braucht niemand etwas anderes außer sich selbst. Homosexuelle sind Kinder ihrer Eltern, Geschiedene sind Kinder ihrer Eltern und auch getrennt lebende sind die Kinder ihrer Eltern, alle mit der gleichen Vorgeschichte, aus der Zeit Jesus. Wenn jeder die Verantwortung für sein eigenes Werden selbst übernimmt und auch auf sich selbst zurückwirft, um mit seiner Identität das zu erreichen, was er erreichen will, dann sehe ich persönlich auch kein Problem im Zugang zu den Sakramenten. Mir geht es hierbei viel zu sehr um das Recht haben wollen, als vielmehr um die Liebe, die den Zugang zu allem und jedem finden kann. Ich bin nicht homosexuell, also wäre es anmaßend, mich für Homosexuelle einzusetzen, denn ich denke jeder Mensch ist in der Lage, seine Interessen individuell dort zu vertreten, wo er sie nicht vertreten sieht. Ich bin Frau und ich kann für mich persönlich keine Defizite beim Umgang der Kirche mit mir feststellen, allerdings bin ich aus der Kirche ausgetreten, weil die Tür verschlossen war, als ich sie offen gebraucht hätte. Auf der anderen Seite wurde mir dadurch jedoch erst bewusst, dass auch Kirche aus Menschen besteht. Da habe ich mich persönlich an Gott gewandt und erhielt immer wieder die Chance mich selbst zu hinterfragen. Heute sehe ich genau deshalb diese Kirche als Gemeinschaft, aus der auch ich erwachsen bin, auch wenn ich ihr vielleicht entwachsen bin, so habe ich den Kontakt nicht verloren. Immerhin ist die Kirche auch Mutter. Ich fühle mich als Christin mit Jesus verbunden und dazu brauche ich keine Bestätigung von Kirchenseite, denn wie könnte eine liebende Mutter für ihren Erstgeborenen beten, ohne damit auch die ihm Nächsten mit einzubeziehen? Nichts desto trotz sind Errungenschaften aus dem Glauben ein Verdienst der Kirche und nicht mein persönlicher Anspruch, denn ohne die Kirche fände man heute nur schwer den Zugang zu Gott, und ohne Glaube wäre Gott eine unbekannte Macht, die über den Menschen steht, um Gleichberechtigung unter den Menschen überhaupt erkennbar zu machen. Vielleicht bin ich ein Vorzeigechrist, was meine Lebenseinstellung betrifft, es ist aber nicht der einfache Weg im Leben, den ich damit gewählt habe und ich unterwerfe mich Geboten, Regeln, Gesetzen und dem Recht, allem, was allgemeingültig herrscht, um eine friedliche Gemeinschaft überhaupt ermöglichen zu können. Auch wenn das von vielen nicht so praktiziert wird, so fühle ich mich dadurch sicher und frei. Wenn ich mir allerdings einmal ungerecht behandelt vorkomme, dann trete ich für meine Rechte ein und versuche sie nach bestem Wissen und Gewissen durchzusetzen. Das tue ich auch für meine Nichte, für die ich verantwortlich die Betreuung übernommen habe, als mein Bruder vor drei Jahren gestorben ist und seine Frau zurück nach Thailand ging, weil sie mit der geistigen Behinderung ihrer Tochter überfordert war. Ich trete allerdings nicht für die Rechte von Menschen ein, zu denen ich keine persönliche Verbindung habe oder die mich nicht selbst darum bitten, denn das fände ich sehr anmaßend.

          Abschließend möchte ich zusammenfassen, dass ein Individualrecht sicher nicht beim Aufbau einer Gemeinschaft hilft, jeder jedoch auf seine ganz eigene Art einer Gemeinschaft bei ihrem Aufbau dienen kann, wenn alle dabei dem gleichen Recht unterworfen sind. Warum also sollte die Kirche den Zugang für alle Sakramente für jeden frei machen, solange das nicht ihrer Moralvorstellung entspricht? Jesus hat uns bereits alle als gleichberechtigte Menschen angenommen, nun gilt es einen Weg in die Gemeinschaft zu finden, die der Mensch selbst verantwortet.

  20. KRP sagt:

    Nun hier noch etwas was mir persönlich gefällt denn ich denke das dieser Artikel doch der ganzen Wirklichkeit der Synode schon sehr viel näher kommt. Aber ohne gleich wieder von Fr. brückner oder sonstigen angemacht zu werden das ist meine persönliche subjektive Meinung.

    So mancher Synodenvater wird jetzt vielleicht bereuen, dass er Lucetta Scaraffia in den drei Wochen der Synode nicht mal die Tür aufgehalten hat. Oder dass er sich in der Kaffeepause an ihr vorbeigedrängelt hat, in Richtung Buffet. Jedenfalls zieht die Beobachterin der Synodenarbeiten – eine von 32 Frauen, die es überhaupt in die Aula geschafft hatten – eine teilweise ätzende Bilanz, und zwar ausgerechnet in der französischen Tageszeitung „Le Monde“.

    „Wenigstens haben sie mich eingeladen“: Das sei ihr immer wieder mal durch den Kopf gegangen während der Synode, berichtet die Historikerin und Feministin Scaraffia, Verantwortliche der Frauenbeilage in der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Für eine Frau wie sie, „die den Mai 68 und den Feminismus mitgemacht hat“, sei die Synode eine „ungewöhnliche Erfahrung“ gewesen, und das meint sie nicht nur positiv. „Was mich bei diesen Kardinälen, Bischöfen und Priestern am meisten erstaunt hat, das war ihre vollkommene Unkenntnis des Weiblichen, ihr unsensibler Umgang mit Frauen, die sie offenbar für minderwertig halten“, so die 67-Jährige. Eine große Mehrheit der Synodenväter, nicht alle, hätten vor allem zu Beginn in ihrer Anwesenheit „deutliches Unbehagen“ verspürt. Nach einer Weile habe man sich immerhin an sie gewöhnt und sie „als eine Art Maskottchen“ gelten lassen.

    „Es gab ganz klar verschiedene Lager“

    „Nur geduldet“ und „fast inexistent“ habe sie sich gefühlt – nicht nur in der Aula, sondern auch in ihrer Sprachgruppe. „Jede meiner Wortmeldungen ging ins Leere.“ Als sie versucht hatte, mit einigen der anderen Frauen in der Synodenaula über ihre Erfahrungen zu sprechen, hätten die sich offenbar gewundert: „Für die war es offenbar normal, so behandelt zu werden.“ „Fast unsichtbar“ waren die Frauen auf der Synode, dabei gehe sie das Thema – die Ehe- und Familienpastoral – doch unmittelbar an. Immer, wenn sie darauf hingewiesen habe, hätten Synodenväter ihren „Mut“ gelobt, notiert Scaraffia. „Erst war ich etwas überrascht, dann merkte ich: Dass ich deutlich gesprochen hatte, befreite sie davon, das ebenfalls zu tun.“

    Anders als viele Synodenteilnehmer schreibt Scaraffia übrigens unumwunden, natürlich habe es „verschiedene Lager“ gegeben: „jene, die die Dinge wirklich ändern wollen, und die, für die alles so bleiben soll, wie es ist“. Die „Opposition“ sei „sehr deutlich“ gewesen. „Zwischen den Lagern gab es eine Art Grauzone, wo man sich arrangierte, nur vage Dinge äußerte und erst einmal abwartete, in welche Richtung sich die Debatte entwickeln würde.“ Mit Belustigung notiert Scaraffia die Redeweise im „konservativen Lager“: „Sie haben eine bunte Sprache, um von den Freuden der christlichen Ehe zu sprechen, etwa Hochzeitsgesang, Hauskirche, Evangelium der Familie. Sie zeichneten damit eine perfekte Familie, wie es sie in der Wirklichkeit gar nicht gibt.“

    Das „progressive Lager“ kam Scaraffia „nuancierter“ vor. Man erkenne die Mitglieder dieses „Lagers“ allerdings daran, dass sie alle von Barmherzigkeit sprächen. „Barmherzigkeit war das Schlüsselwort der Synode: In den Arbeitsgruppen kämpften die einen darum, es aus den Texten zu tilgen, während die anderen versuchten, es ganz im Gegenteil überall einzustreuen.“ Eigentlich sei das „gar nicht so kompliziert“, fährt Scaraffia fort. Sie habe sich vor der Synode eine „theologisch irgendwie komplexere Situation vorgestellt“.

    „Sexualität“ wurde zu „Affektivität“

    Die auf der Synode geführte Sprache fand Scaraffia, von einigen Ausnahmen abgesehen, viel zu „selbstreferentiell“. Sie sei „fast immer unverständlich“ gewesen „für alle, die nicht zum kleinen Kreis des Klerus gehören“. Da werde etwa „Sexualität“ zu „Affektivität“.

    Trotz ihrer beißenden Bemerkungen glaubt Scaraffia, dass sich auf der Synode „ein tiefer Wandel vollzogen“ habe: „Zu akzeptieren, dass die Ehe ebenso eine Berufung ist wie etwa das Ordensleben, ist ein großer Schritt nach vorn. Es bedeutet, dass die Kirche den tiefen Sinn der Inkarnation versteht, die dem, was mit dem Körper zu tun hat, spirituellen Wert zuspricht.“ Das gelte „auch für die Sexualität“ als „spirituelles Mittel“.

    Ebenso wichtig erscheint ihr das Insistieren auf einer guten Vorbereitung auf die Ehe: „Das war’s jetzt mit der Fassaden-Zugehörigkeit, ohne wirkliche Gewissensentscheidung. Die große Lehre Jesu, dass nur die Absicht des Herzens zählt, tritt jetzt immer mehr ins praktische Leben. Wir machen also einen wichtigen Fortschritt im Verständnis seines Wortes.“ Die Autorin fährt fort: „In den zahlreichen Polemiken über die Lehre oder die Normen kommt nichts von alledem vor. Aber wenn man näher hinsieht, ist die Veränderung doch erkennbar, und sie ist ohne Zweifel positiv.“

    (rv 29.10.2015 sk)

    • Bayerin sagt:

      „Da werde etwa „Sexualität“ zu „Affektivität“.“

      Und aus Liebe wird „Barmherzigkeit“. Demnächst.
      „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ (Matth. 12.7)
      „Seid barmherzig, wie (auch) euer Vater barmherzig ist.“ (Lk. 6.36)

      Von Liebe steht in der Bibel doch auch irgendwo irgendwas. Von wegen Gott und Liebe oder so – egal!

      Seien wir hübsch herabl… – äh: barmherzig: Legen wir unsere Maßstäbe oder, wo dies doch zu auffällig arrogant rüberkommt, die unseres Gottes an sie an und entschuldigen sie dann! Und lassen den ein oder anderen Krümel von unserem Tisch für sie abfallen.

  21. chrisma sagt:

    Hier die Meinung von Lucetta Scaraffia, die ich mit sehr großem Interesse gelesen. Die Synode ist frauenfeindlich abgelaufen ohne wenn und aber. Wie sich 270 oder auch mehr Männer einbilden können über Ehe und Familie zu sprechen ohne einen signifikanten Anteil an Frauen hinzuzuziehen, ist mir schleierhaft. Vielleicht mal zur Aufklärung unserer katholischen Herren: ohne Frauen keine Kinder. Keine heiligen, kompletten Familien auf die unsere Kirche viel Wert legt.

    http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/29/synode_einmal_anders_%E2%80%9Eeine_art_maskottchen%E2%80%9C/1182850

    Wir brauchen viele, sehr viele Frauen wie Lucetta Scarafia und bitte liebe Frauen in den Gemeinden, in den Gremien wehrt Euch, jede nach ihren Möglichkeiten und ihren Fähigkeiten.

    Zur Liebe gehört Sexualität. Unsere Morallehre -für mich in einigen Teilen richtungsweisend -( Gen-Technik, Sterbehilfe, Abtreibung usw. usf)- muss sich verändern. Die Haltung weiter Teile unserer Kirche zu diesem Thema ist desaströs. Ich erspare mir hier auf diese historisch gewachsene Haltung in der Ursache hinzuweisen. Ich bin Mutter von vier Söhnen, die alle noch katholisch sind. Drei von Ihnen sind inzwischen Familienväter. Sie wurden von mir und meinem Mann nicht in der verengten Sicht auf ihre Sexualität hin erzogen wie sie in Teilen unserer Kirche gefordert werden. Kern unserer Sexualerziehung war die Mantra artige Wiederholung der Kernbotschaft: Zur Liebe gehört verantwortlich gelebte Sexualität. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Unsere Kirche sollte sich auf ihre Kernkompetenz „Verkündigung des Glaubens“ besinnen und die Gestaltung der Sexualität mündigen Menschen selbst überlassen, dazu gehört auch gelebte Homosexualität. Was nun die diversen Lehren anlangt: ich bin meinem Gewissen vor Gott verantwortlich wenn meine Kirche erkennbar irrt.

    • chrisma sagt:

      PS Oder sich nicht mit sich selbst einigen kann

      • @Hallo Chrisma. Mir geht’s da ähnlich
        1. wir haben eine Verfassung ,welche den JURISTISCHEN Rahmen setzt.
        2. ich denke Kirche hat“ ihren“ Schatz und das ist nun mal die LIEBE IM BREITEN SPEKTRUM und das war für uns-bis zum Tod der Lebensgefährtin- eine ganz WESENTLICHE Orientierung, aber „das Schlafzimmer“ sollte für die Kirche tabu sein -und bei Bedarf gibt es doch in den Diözesen auch gute Paar bzw. FamilientherpeutInnen..

        @Pater HAGENKORD, es ist doch super dass die Autorin in RV wenigstens zu Wort gekommen ist ,wenn ich da an andere „kath.Medien“ denke.. oder nicht?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Da erlauben Sie sich ein ziemlich hartes Urteil: frauenfeindlich. Die Männer dort haben sich nichts eingebildet, Bischof ist ihr Amt. Man kann das schade oder schlecht oder falsch finden, dass nur sie dort eine Stimme haben, man kann nach Änderung rufen, aber denen kollektiv Frauenfeindlichkeit zu unterstellen, ist schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt.

      • chrisma sagt:

        Mag sein Pater Hagenkord ,dass es ein hartes und kollektiv verallgemeinerndes Urteil ist. Ich weiß um die guten Hirten in unserer Kirche, aber im Angesicht einer nun seit bald 2000 Jahre währenden Geschichte darf einer Frau schon mal „der Hut“ hoch gehen. Nichts für ungut….

    • Silvia Brückner sagt:

      Also in den meisten Gemeinden haben die Frauen keinen Grund, „sich zu wehren“, weil sie in allen – ehrenamtlichen – Diensten fast schon überrepräsentiert sind, da würde man sich durchaus mehr Männer wünschen, damit die Teams nicht so einseitig sind.

      Bei uns z.B. wird der Lektorendienst zur Zeit nur von Frauen ausgeübt (ich bin eine davon), bei den Ministranten sind auch deutlich mehr Mädchen vertreten.

      Ich finde die ´68er bewegten Frauen etwas einseitig in ihrer Wahrnehmung.

      Die Einzige, die heute wirklich noch für Frauenrechte eintritt und nicht nur Scheingefechte führt da, wo es nicht weh tut, scheint mir im säkularen Bereich Alice Schwarzer zu sein. Im kirchlichen Bereich fallen mir dazu spontan Schwester Lea Ackermann und Schwester Hatune Dogan ein.

      • chrisma sagt:

        @ Liebe Silvia, darüber freue ich mich. Wie Sie von mir wissen kann ich mir durchaus ein Frauenordinariat vorstellen, bin aber realistisch genug das dies ferne, sehr ferne Zukunft ist. Aber das Diakonie-Amt sollten wir doch als Nahziel für Frauen anstreben. Schwester Lea Ackermann und Schwester Hatune Dogan sind wunderbare Frauen…..Alice Schhwarzer war nie meins und wird es auch nicht werden, aber das ist persönlich

        • Ullrich Hopfener sagt:

          @liebe Silvia @Liebe Chrisma,
          in beiden Beiträgen kann ich meinen Standort ganz gut erkennen

          Lea Ackermann-der Engel der (Zwangs) Prostituierten- gibt’s überhaupt SELBSBESTIMMTE Prostitution???—ist eine wunderbare Frau. Ihre LEBENSFREUDE, trotz dieses harten Engagements..

          noch zu ALICE SCHWARZER: ich bin schon der Überzeugung, dass Sie mit ihren Mitstreiterinnen doch wesentliches erreicht hat von denen die jüngeren Frauen heute profitieren. noch ANFANG der 60er Jahre durfte Frau nur mit „Einwilligung“ des Ehemanns arbeiten oder ein eigenes Bank Konto eröffnen.. usf.. Nein, diese Frauen haben doch einige fundamentalen Rechte erstritten..
          ABSOLUT INAKZEBTABEL für mich die HALTUNG zum §218!! (da müsste ich jetzt einen Zusatz-poste scheiben-allein schon wegen der unrühmlichen Rolle der betroffenen Männer, deren reale Nötigungen fast immer verharmlost werden..)

          2 Bemerkungen noch: 1.es gibt heute noch Unternehmungen, in denen Frau nicht-für die gleiche Arbeit und A-Leistung-nach den gleichen Kriterien wie Männer bezahlt werden; habe selbst mal einen Geschäftsführer erlebt ,der das mit dem Hinweis-sie Könnte ja schwanger werden…!! „begründete“. es fällt mir schwer das nur auf sein „Spatzenhirn“ zurückzuführen..

          2.in Kitas Pflegeheimen usf..-da arbeiten mehrheitlich Frauen ,deren Tätigkeiten-oftmals Knochenjobs-finanziell wenig wertgeschätzt werden.. Und dann der zynische Verweis der Politik auf „leere Kassen“.. zynisch deswegen weil die Politik andererseits Milliarden in die Rüstungsindustrie pumpt!
          -da ist übrigens Papst Franziskus eindeutig.!!

          Also es gibt noch viele Baustellen hin zur vollen Gleichberechtigung! Oder?

        • Silvia Brückner sagt:

          Liebe chrisma, das mit dem Frauenordinariat – und diakonat sehe ich genauso, aber das hat – aus meiner Sicht – nichts mit der von Ihnen wahrgenommenen Frauenfeindlichkeit der Synodenväter im Zusammenhang mit dem Ablauf der Synode zu tun.

          Alice Schwarzer war früher auch nicht mein Idol, aber sie hat im Alter deutlich dazu gelernt, trit wesentlich sympathischer auf als früher und legt den Finger in echte gesellschaftliche Wunden unserer Zeit.

      • Rosi Steffens sagt:

        Fällt es uns Menschen wirklich so schwer das zu sein was wir sind? Ich persönlich halte gerade Alice Schwarzer für eine Person, deren Einsatz für die Menschheit auf sehr fragwürdigen Beinen steht. Wie viel Würde gibt sie der Frau, die traditionell ihre Position in der Menschheitsgeschichte vertritt, als die Sünderin, die sie nun einmal im Anfang der Gottesgeschichte war, indem sie Gottes Gebot missachtet hat? Ich würde mir für Frauen die Sensibilität wünschen, diesen Fehltritt noch heute als solchen zu spüren, um die Liebe Gottes wenigsten in Ansätzen greifbar zu machen.

        • @liebe Rosi Steffens
          ich möchte ihren Betrag gerne verstehen, deswegen eine Verständnisfrage; ich kann nicht nachvollziehen- die Linie vom wunderbaren(!) Schöpfungsmythos hin zum Frauenbild? Sünderin?
          oder möchten sie einfach Bezug nehmen auf die Bedürftigkeit-oder theologisch ausgedrückt Erlösung aus der „Knechtschaft“ zum Selbst- des Menschen -weiblich UND männlich)
          oder habe ich Sie einfach missverstanden?
          Oder hab ich sie total missverstanden?

          • @Rosi Steffens Sorry die Doppelung des letzten Satzes..
            ich hab mein Notebook erst 1 Jahr und bin noch in der Übungsphase.
            Geige im Quartett zu spielen ist einfacher als die Konzentration auf dieses Ding“!!!grins..

          • Rosi Steffens sagt:

            Die Frau hat den Mann im Garten Eden dazu verführt von der verbotenen Frucht zu essen, diese Schuld war in meinem Dafürhalten noch nicht beglichen. Jede Frau sollte sich also diesbezüglich fragen, wieviel Unabhängigkeit sie sich selbst erarbeiten kann, um dieser Erbsünde das entgegenzusetzen, was ihr selbst den gewünschten Frieden verschafft, um dann an ihrer Freiheit zu arbeiten.

        • Silvia Brückner sagt:

          @Rosi Steffens, ist Ihr Beitrag so zu verstehen, dass Sie den Schöpfungsmythos wörtlich nehmen?

          Und daraus eine Art „Erbsünde“ speziell für „die Frau“ ableiten?

          Die Schöpfungsgeschichte ist ein MYTHOS, nichts, was sich so tatsächlich abgespielt hat.

          Damit haben sich die Menschen der Bibel die Welt nach ihrem damaligen Verständnis erklärt und in eine orientalische Erzählform gebracht, also sehr blumig.

          Gott hat weder die Welt in sieben Tagen erschaffen, noch ein allererstes, einziges Menschenpaar, dessen weibliche Hälfte sich versündigt hätte usw.

          Das sind alles BILDER.

          Daraus kann heute kein vernünftiger Mensch mehr eine Minderwertigkeit „der Frau“ ableiten, und das tut die christliche Theologie auch nicht.

          • Rosi Steffens sagt:

            Das ist auch mir klar, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass der Mann von der Frau verführt wurde die verbotene Frucht zu essen. Ich nehme immer das wörtlich, was ich auch nachvollziehen kann. Das diese Geschichte vereinfacht den Werdegang unserer irdischen Welt darstellt, das dürfte wohl allen gebildeten Menschen klar sein.

          • Silvia Brückner sagt:

            @Rosi Steffens, und wegen eines Mythos sollen nun alle frauen bis in alle Ewigkeit sich sündig, schuldig, minderwertig fühlen?

            „Die Frau“ als ewige Verführerin des „schwachen“ Mannes?

            Das ist eine sehr gefährliche, fundamentalistische Sicht auf die Bibel, die die christliche Theologie zum Glück schon lange hinter sich gelassen hat.

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich fühle mich nicht als Sünderin und auch nicht minderwertig, ganz im Gegenteil, duch das Anerkennen von Schuld kann man an seinen Aufgaben wachsen. Vielleicht hätte ich ja die verbotene Frucht gar nicht genommen und damit den Garten Eden erhalten können, nichts desto trotz baut mein Leben auf diese Tatsache mit all ihren Vorzügen, allerdings auch mit den Menschen, die heute leben.

  22. KRP sagt:

    Ja Liebe Chrisma in gewisserweise teile ich Ihre Meinung wie Sie an meinem obrigen Kommentar sehen jedoch mit etwas Vorbehalt denn Frauenfeindlich würde ich es nicht direkt bezeichnen denn es ist halt die Meinung die sich doch schon lange hält. Eher würde ich der Tatsache ins Auge blicken das es der realitätsnahen Wahrheit schon eher näher kommt als so mancher fast weltfremder Blick so mancher Zeitgenossen. Wobei ich aber nicht P. Hagenkord meine denn er hat doch sehr realitätsnahe seine Kommentare abgegeben die ich doch noch so manchen anderen vorziehe was den Blick auf die Synode anbelangt.

    • KRP sagt:

      Sorry für die fehlenden Satzzeichen, die mir in der Eile entfallen sind.

    • chrisma sagt:

      @KRP die Einschätzung zur Berichterstattung von Pater Hagenkord teile ich. Und was Orthografie anlangt: Meine ist einfach nur schlecht bis teilweise grauenvoll…Es ist immer die Zeit, die fehlt

  23. Astrid sagt:

    Pater Hagenkord,

    Können Sie mir erklären, wie die Synodenleitung die Ungleichbehandlung zwischen den vom Dachverband der Ordensoberen gewählten stimmberechtigte Mitglieder der Synode und den zur Synode entsandten Mitgliedern der Internationalen Vereinigung der Ordensoberinnen (Auditoren, also nichtstimmberechtigt), rechtfertigt?
    Der Hintergrund ist dieser:
    obwohl Bischofssynode durften immer schon die männlichen Orden Vertreter entsenden. Bei ihrer Generalversammlung hatten die Ordensoberen beschlossen ihnen zustehende Plätze für diese Synode an die weiblichen Orden abzutreten. Die Synodenleitung sagte daraufhin, nein, das ist nicht nötig, die weiblichen Orden bekommen ihre eigenen Plätze. Man gewährte ihnen nicht 10, wie den Männern, sondern ganze 3! Wenn man die Mitgliederzahlen der weiblichen Ordensgemeinschaften mit denen der Männer vergleicht, hätte es genau anders herum sein müssen! Schwester Maureen KELLEHER, aus den USA, merkte bei ihrem Statement kritisch an: beim II. Vatikanischen Konzil waren 2 Ordensfrauen eingeladen, jetzt, 50 Jahre später, sind wir zu dritt!
    Nun könnte man natürlich sagen, da die Ordensschwestern, da Nicht-Priester, eh nicht mit abstimmen dürfen ist das nur ein kleiner Faux-pas.
    Bei näherer Betrachtung wird allerdings aus dem kleinen Faux-pas ein ganz gewaltiger. Denn unter den 10 von den männlichen Ordensoberen Gewählten war Bruder Hervé JANSON, P.F.J., Generalprior der Kleinen Brüder Jesu. Er ist Laienbruder, also ohne Priesterweihe, und war demnach eigentlich nicht stimmberechtigt. Er bekam aber eine Ausnahmegenehmigung (von wem?), die Ordensfrauen, die den selben Status haben wie er, Mitglieder des geweihten Lebens aber Laien, dagegen nicht! Das bedeutet doch im Klartext, da bekommt jemand etwas zugestanden nur aufgrund seines Geschlechtes! Wenn das keine Form von Sexismus ist!!!
    Ich möchte nicht missverstanden werden, ich bin keine Verfechterin der Frauenordination, ich habe überhaupt kein Problem damit, dass die Priesterweihe den Männern vorbehalten ist. Aber das hier ist eine flagrante Ungerechtigkeit.
    Übrigens in der Relazione Finale der Synode steht unter Nr. 27 (holperige Übersetzung mittels Google von mir): “zur sozialen Anerkennung der Rolle der Frau kann eine grössere Wertschätzung ihrer Verantwortung in der Kirche beitragen, durch ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen, ihre Beteiligung an der Leitung von Institutionen, ihr mitwirken an der Priesterausbildung”.
    Man sieht, der Graben zwischen Theorie und gelebter Praxis ist riesig.

  24. chrisma sagt:

    Es wäre schön gewesen, wenn dieser Vorschlag der deutschsprachigen Gruppe einen Platz im Abschlussdokument gefunden hätte.
    http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/25/bode_schade,_dass_schuldbeknntnis_keine_mehrheit_fand/1181967

    Aber noch eine Frage in die Runde: Gibt es das Abschlussdokument bereits auf deutsch? Wenn ja wo? Ich habe es noch nicht gefunden.

  25. Astrid sagt:

    Ich möchte meine Frage wiederholen: welche offizielle Begründung gibt es dafür, dass dem Ordensbruder Hervé JANSON P.F.J. das Recht zugestanden wurde am Votum für das Schlussdokument teilzunehmen trotz fehlender Priesterweihe, während dies den Ordensschwestern vorenthalten wurde?
    Hat denn keiner der vielen hundert Journalisten im Pressesaal dies zur Sprache gebracht?
    Während man das Verhalten der Bischöfe, das Lucetta Scaraffia in ihrem Artikel vom 27. Oktober im “Monde” beschreibt (Titel dort “Et Dieu bouda la femme”), in die Kategorie “unsensibles Verhalten eingefleischter Junggesellen” einordnen könnte, ist obergenannter Fall eine glasklare Diskriminierung.
    So sieht es jedenfalls auch Pater James MARTIN S.J. In seinen Tweets vom 24. Oktober schreibt er u.a.:
    At #Synod15 one Brother (not ordained) had the right to vote. So if ordination isn’t required to vote, where were the Sisters or lay women?
    It’s the worst kind of sexism, and if we’re looking at family issues, it’s something our mothers, sisters and daughters fight every day.

  26. Pingback: Reform wie im richtigen Leben | Laudetur Jesus Christus

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