Die Herausforderung der Vielfalt

Österreich kennt einen „soliden und bewährten Religionsfrieden”: Es ist zwar schon einige Tage her – Mittwoch – aber da ich unterwegs war komme ich erst jetzt dazu, das aufzuschreiben. Kardinal Christoph Schönborn hat diese Worte gewählt, bei einem Empfang für Medien, Kultur und Wirtschaft, und daran die Warnung angeschlossen, denen nicht in die Hände zu spielen, die diesen Religionsfrieden nicht wollen.

Blick auf den Redner, von mir aus gesehen weit weg. Aber es kommt ja auf das Hören an

Blick auf den Redner, von mir aus gesehen weit weg. Aber es kommt ja auf das Hören an

Er nannte zum Beispiel die Reduzierung des Islam auf einige wenige Kontroversthemen, das sei ein Weg, die Spalter stark zu machen. Religionsfrieden sei zwar nicht mehr so einfach wie vielleicht früher, aber das sei kein Grund zur Panik.

Leben in Vielfalt sei eine Herausforderung: leicht versteckt lag hier die Aufforderung, sich nicht zurück zu sehnen oder zu glauben, mit einfachen Rezepten sei das Früher wieder herstellbar.

Interessant war auch, dass Kardinal Schönborn seine Gedanken ausdrücklich unter die Überschrift des „Tages des Lebens“ stellte. Er begann damit, an das Leben der Christen zu erinnern, die verfolgt werden, und er nannte ausdrücklich die Kopten Ägyptens. „Tag des Lebens“ ruft gleicht das Wort „Lebensschutz“ wach, und das ist leider von einigen kirchlichen Gruppen auf die Frage nach Abtreibung beschränkt worden. Auch hier helfen die Gedanken des Kardinals: Wer für das Leben eintritt, muss auch für das Leben der Christen im Nahen Osten eintreten wie überhaupt aller Verfolgten dort. Wer für das Leben eintritt, muss auch für den Religionsfrieden eintreten, siehe oben.

Der Religionsfrieden in Österreich und der Einsatz für Christen und alle Verfolgten im Nahen Osten: Das sind Anliegen des Lebensschutzes. Nur zwei kurze Eindrücke von einer sehr guten Veranstaltung.

 

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3 Kommentare zu Die Herausforderung der Vielfalt

  1. Roswitha Steffens sagt:

    Ich glaube die Herausforderung der Vielfalt hat uns erst das Internet so richtig ins Bewusstsein gerufen, denn dort findet man alles, auch das wonach man gar nicht sucht. Das bedeutet aber auch, dass es Menschen gibt, die sich als Vorreiter einbringen, sich auf illegalem Weg Geld beschaffen, funktionierende Systeme hinterfragen aber auch gezielte Angriffe auf Menschen starten und damit ein Ansinnen aufzeigen, dass sehr fragwürdig erscheint (Dark Net) und ziemlich beunruhigend sein kann, gerade wenn man Kinder hat, die in diese Zeit hineinwachsen.

    Das Internet gehört heute zum Leben wie Gott, denn ohne Vernetzung wären wir alle ein Stück ärmer und könnten unser gemeinsames Wissen nicht so enzyklopädisch anbieten, wie das heute der Fall ist. Des Weiteren haben wir die Möglichkeit tagesaktuell zu verbinden, was sich gegenseitig braucht um einen Fortschritt im Leben zu erzielen. All dies unter der Prämisse der globalen Vielfalt, die durch diese einzigartige Möglichkeit in ihre ganz persönliche Einheit führen kann, um dem Internet das abzugewinnen wozu es wirklich in der Lage ist, statt es nur für persönliche Interessen zu nutzen.

    Dass all dies sehr differenziert wahrgenommen wird, weil die Menschen nun einmal nicht alle gleich sind, jedoch von ein und demselben Gut abstammen, das zeigt auf, wie weit wir noch von dem Ziel entfernt sind, das uns durch Jesus vorgegeben wurde, weil es Gott selbst in den Raum stellte, den unser Leben braucht, um bestehen zu können.

    Die Würde des Menschen steckt im täglichen Anspruch aus Gott. Dieser Anspruch zeigt auf, was es überhaupt bedeutet Mensch zu sein. Das Leben selbst ist die Vernetzung aller Menschen in einer Einheit, die sich als Gegenwart reflektieren lässt, um die notwendigen Arbeiten aufzuzeigen, die dieses Leben täglich verbessern können.

    Ich weiß, ich habe eine sehr eigentümliche Sichtweise auf diese Welt, doch mir gibt das eine Sicherheit, die ich vorher nicht gekannt habe, weil ich nach ihr suchte, um als Mensch meine Aufgaben auf dieser Erde erfüllen zu können und nicht nur meine Zeit hier abzuarbeiten. Zu dieser Aufgabe gehören für mich als deutsche Staatsbürgerin das Einhalten der Grundgesetze, insbesondere das Erlangen der Würde, die dort für jeden Bürger fest verankert ist und als Mutter die Verantwortung für die Erziehung meiner Kinder mit dem Vater zu teilen, was mir Gott vor Augen hält, um in ihnen nach dem zu suchen, was unser gemeinsames Leben fordert.

    Das Leben meiner Kinder wird durch Menschlichkeit bestimmt, die heute an allen Ecken und Enden nicht die Wahrheit erfüllt sondern leere Ansprüche stellt. Mit welchem Recht, frage ich, stellen Menschen heute ihre persönlichen Ansprüche in den Raum, ohne den menschlichen Anspruch aus genau diesem Raum im geforderten Maß zu erfüllen und dann mit Würde zu tragen? Viele Probleme, die heute nach politischen Lösungen schreien, würden sich damit von selbst erledigen, weil Menschen nämlich Intelligenz in dem Maße verkörpern können, wie sie sie selbst zum Überleben brauchen.
    Das bedeutet für mich, viele Menschen machen sich durch ihr Anspruchsdenken abhängig von ihren Mitmenschen, statt das Leben mit ihrer Person zu entlasten indem sie sich selbstständig und eigenverantwortlich einbringen und nicht egoistisch und fremdbestimmt fordern.

    • Gabriele Luzia sagt:

      @ Roswitha Steffens, ..“Das Leben meiner Kinder wird durch Menschlichkeit bestimmt, die heute an allen Ecken und Enden nicht die Wahrheit erfüllt sondern leere Ansprüche stellt. Mit welchem Recht, frage ich …“ –

      Liebe Frau Steffens, bleiben Sie ganz in Ihrem Vertrauen auf Gott: das, was Sie selbst Ihren Kindern mitgegeben haben, ist IN ihnen, und das werden sie leben.

      Das, was Andere leben, wird Ihre Kinder letztlich nicht vereinnahmen, im Gegenteil, sie werden für DAS, was sie überzeugt hat zu Hause, einstehen, und fragwürdige Ansprüche der Mitmenschen auch immer kritisch sehen.
      Ich spreche aus vierfacher Erfahrung… Meine Kinder waren – und sind – im Prinzip den selben weit verbreiteten egozentrischen Ansprüchen der Gesellschaft ausgesetzt wie Ihre, aber ich muss mir keine Sorgen machen.

      Die inzwischen alle sehr erwachsenen Kinder (34 +) sind radikaler und kritischer als ich selbst gegenüber der Konsumgesellschaft. Und sind unterschiedlich stark engagiert für Menschen, denen es nicht so gut geht… Damit geht es mir gut. Jetzt leben sie ihr Leben, und ich Meins. Wir sind froh, dass wir jeweils in einer Situation sind, mit Anderen Irgendetwas teilen zu können.
      Ich wünsche Ihnen dieses Vertrauen und die Zuversicht in Gottes Führung!
      Gute Nacht und einen schönen Tag … wünscht Gabi

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