„Die Lebensgeschichten der Menschen müssen ihren Platz haben”

Prof Thomas Söding bei der Bischofssynode

Prof. Thomas Söding

Bischofssynode, Schlussphase, Dienstag

Wenn man die Neuevangelisierung ernst nimmt, dann hat das Folgen nicht für die Art der Pastoral, sondern für den Stil des Glaubens selber. Der Glaube muss moderner werden. Das sagte mir einer der Experten bei der Synode, der Bochumer Neutestamentler Thomas Söding. Moderner heiße für ihn, dass die individuelen Biographien der Menschen, wie sie nun einmal seien, in der Kirche ihren Ort haben müssten.

Seine Herangehensweise verläuft über die Bibel: Das glaubende Lesen bringe den Einzelnen in Verbindung mit der Glaubensgeschichte der Schrift, und das müsse in „Freiheit und Selbstständigkeit“ geschehen.

 

„Man kann von der Synode jetzt nicht das große Generalrezept für die Zukunft erwarten. Es wird vieles beschrieben, was es gibt. Das muss man sich klug anschauen. Dann muss man aber entschieden einige Akzente setzen. Für mich ist in der Tat das Entscheidende, ob es gelingt, dass den Menschen, die irgendwie mit der Glaubensfrage und der Gottesfrage unterwegs sind, zugestanden wird, dass sie ihre eigene Antwort finden können.”

 

Prof. Söding sagte mir im Interview, dass er meine, dass gerade in Deutschland noch Hausaufgaben zu machen seien. Die Kirche sei zunächst einmal katholisch und nicht deutsch, dass müsse auch beim Verstehen eine Kategorie sein. Dann müsse man sehen, dass diese Synode pastoral ausgerichtet sei, und auch das habe im Denken und der Theologie Folgen: Eines der Probleme bei der Rezeption des Zweiten Vatikanums sei gewesen, dass man Gegensätze zwischen Pastoral einerseits und Theologie bzw. Dogma andererseits hat aufbauen wollen. Dabei sei die Pastoral das Ziel der Theologie:

 

„Das Pastorale heißt ja, dass der Glaube auch tatsächlich ankommt. Das ist ja das, warum überhaupt Theologie getrieben wird. Wenn der Glaube nicht ankommt, dann kann man große Theorien machen, aber er ist nicht dort, wo er sein sollte, nämlich in den Herzen der Leute.”

 

Das ganze Interview lesen Sie hier.

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2 Antworten auf „Die Lebensgeschichten der Menschen müssen ihren Platz haben”

  1. Teresa_von_A. sagt:

    Die eigene Antwort ist keine Wohlfühlantwort, sondern richtungsweisend.Wenn Himmel und Erde zusammen arbeiten.Wenn Himmel und Erde sich berühren, wie es in einem Lied heißt.Himmel und Mensch.

  2. Teresa_von_A. sagt:

    Die Lebensgeschichten der Gläubigen scheinen mir ganz besonders in der kath Kirche uninteressant zu sein. E i n Gesetz für alle, um nicht zu sagen, eine Illusion. Was ich als Nichtbetroffene! zum Thema gescheiterte Ehen von Hochwürden gehört habe..treibt die Leute raus. Unrealistisch und den Träumen des Pfarrers entsprechend, oder derjenigen, die sich bemühen, ihre eigene Ehe aufrechtzuerhalten und nun eine Belohnung haben wollen? Zu einer gelungenen Ehe gehören Zwei und es gibt immer wieder auch betroffene Kinder.Das Thema Kirchenaustritt wurde zu Beginn meines Theologiestudiums 1970 mit dem Satz “Die Kirche schrumpft sich gesund, es gehen nur die, die nie mitgemacht haben” abgetan. Genau diesen Spruch lese ich 2010 während der Mißbrauchsdebatte in einem Pfarrbrief.Es wird heile Welt gespielt, ist das Kirche? War Kirche je heile Welt? Es wird haufenweise agiert, die “Heidenkinder” reinzuholen, aber diejenigen, die gehen, werden verachtet.Allen, deren Leben heile Welt ist, sage ich: freuen Sie sich. Und seien Sie dankbar und geben Sie doch von ihrerm Glück an die ab, die nichts haben.

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