Die Mehrheitfrage: Das Maß des Bischofs

Was ist Leitung in der Kirche? Eine kleine Debatte hat sich an einem Zitat aus einem Interview mit Bischof Franz-Josef Overbeck entzündet: „Ein Bischof muss so handeln, dass die meisten der Gläubigen mitgehen können. Entscheidungen müssen nicht nur transparent, sondern auch nachvollziehbar sein.“

Der Widerspruch kam prompt: Die Mehrheit könne nicht das Maß des Handelns eines Bischofs sein, sie dürfe es nicht sein, ‚Weder Menschenlob noch Menschenfurcht soll uns bewegen’ zitiert zum Beispiel Andreas Püttmann den Bischof von Münster während des Krieges, Kardinal von Galen.

Dieser Widerspruch wäre jetzt nicht weiter schlimm, wenn er nicht etwas zeigen würde, was sich durch die vergangenen Monate zieht, spätestens seit der Veröffentlichung der Fragebögen zur Frage der Familie. Was zählt die Mehrheitsmeinung? Und präziser gefragt: Welche Rolle spielt die Mehrheit in Fragen der Leitung der Kirche?

 

Familienfragebogen: Welche Rolle spielt die Mehrheit

 

Ein erster lockerer Blick auf die täglich wachsende Flut von Ausdrucken von Auswertungen der Familien-Fragebögen in einzelnen Bistümern – ich hoffe, nach Weihnachten mal etwas systematischer zu einer Lektüre zu kommen – zeigt bereits eine klare Tendenz, nämlich dass es einen Widerspruch gibt zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Gläubigen. Wirklich überrascht darf jetzt niemand sein, nur haben wir es jetzt ausgedruckt und vom Papst selber angestoßen auf dem Schreibtisch liegen.

Also lautet die Frage, wie damit umzugehen sei, und da wird die Debatte um Leitung durch den Bischof interessant.

Zuerst einmal glaube ich, dass dem Widersprecher ein Kategorienfehler unterlaufen ist; Bischof Overbeck spricht von Leitung, der Widerspruch aber von Zeugnis ablegen, oder in der Sprache der Bibel: Prophetie. Getauft sind alle Christen zu „Priester, König und Prophet“, hier kommen die verschiedenen Charismen zusammen: Die Würde der Heiligung, Menschen zu Christus zu führen, die Würde des Entscheidens und Handelns und die Würde der Wahrheit und des Zeugnisses. Man kann die drei nicht voneinander trennen, aber sie sind auch nicht dasselbe.

 

Zeugnis und Leitung

 

Bischof Overbeck spricht von Leitung, also vom Handeln. Und er bezieht Transparenz, Glaubwürdigkeit, Nachvollziehbarkeit in sein Handeln ein. Anders kann man heute auch nicht mehr leiten, wenn man Ernst genommen und damit wirklich leiten will. Das heißt nicht, dass man alles exekutiert, was eine Mehrheit will. Hier geht es nicht sofort um Demokratie. Aber es geht um Verantwortung.

Das macht die Frage des Zeugnisses aber nicht unwichtig. Das Wollen und die Meinung der Mehrheit sind nicht mit der Wahrheit zu verwechseln. Dass die meisten Katholiken sich nicht nach der Lehre der Kirche richten, muss nicht unbedingt gegen die Lehre sprechen, das wäre kurzsichtig gedacht. Man kann intellektuell redlich auch andere Schlüsse daraus ziehen.

Die Botschaft Christi – und da hat der Widerspruch von Herrn Püttmann vollkommen recht – ist auf den Widerstand der Mehrheit gestoßen, bis hin dazu, dass Christus zum Schluss alleine war. Da darf man nichts abschleifen und unserer Konsum-Wohlfühlwelt anpassen, im Gegenteil, da muss man aufschreien, wie es zum Beispiel Evangelii Gaudium auch tut.

 

Die Wirklichkeit hat Vorrang

 

Die Vollmacht, die Christus dem Amt in der Kirche gegeben hat, ernst nehmend kann man aber unter den Bedingungen heute nicht mehr anders als auf eine Weise leiten, die der Zeit entspricht. Ein Bischof würde diese Vollmacht beschädigen, würde er sie nicht mit den Mitteln der Zeit umsetzen. „Die Wirklichkeit steht über der Idee“: Dieses Prinzip nennt der Papst ausdrücklich (EG 231) und er fährt fort „Das schließt ein, verschiedene Formen der Verschleierung der Wirklichkeit zu vermeiden: die engelhaften Purismen, die Totalitarismen des Relativen, die in Erklärungen ausgedrückten Nominalismen, die mehr formalen als realen Projekte, die geschichtswidrigen Fundamentalismen, die Ethizismen ohne Güte, die Intellektualismen ohne Weisheit.“ Um letztere zu erkennen, braucht es das glaubende Rückrad des Zeugnisses, das widersteht. Und es braucht die Klarheit des Blicks, der nicht auf die Mehrheit schielt.

Leitung der Kirche ist beides. Die Debatte ist noch nicht vorbei, im Gegenteil, sie hat gerade erst begonnen. Und nicht zuletzt bekommen wir neue Impulse vom Papst. Ich wünsche mir also mehr solche Debatten.

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37 Kommentare zu Die Mehrheitfrage: Das Maß des Bischofs

  1. Oliver Stephan sagt:

    wieviele Katholiken sind eigentlich wirklich dagegen, und wieviel Prozent sind das von allen Katholiken?

  2. micaela sagt:

    Die Büchse der Pandora ist geöffnet.

    Jetzt bleibt der katholischen Kirche nur, sich ein neues Kirchenvolk zu wählen. 🙂

  3. KRP sagt:

    Danke für den Bericht, sehr aufschlussreich der klare Blick…. 😉

  4. Chrisma sagt:

    @Perfekt Micaela….es gibt noch mehr zu sagen, aber in der Kürze lag hier die Würze

  5. Silvia Brückner sagt:

    Gespannt darf man sein, wie letzten Endes der Papst selbst mit dem Umfrageergebnis umgehen wird.

    Was geschieht mit einer Lehre (zur Sexualmoral) die auch unter den praktizierenden fast niemand mehr befolgt?

    Ich möchte aber noch einen anderen Aspekt ins Spiel bringen, den der Mitarbeiter im kirchlichen Dienst, die diese Moral nach außen unter allen Umständen vertreten müssen.

    Ich spreche hier nicht von Priestern sondern Laien, u.a. Sozialarbeitern /innen im kirchlichen Dienst, die sich z.B. zu Fragen der Verhütung auch gegenüber Ehepaaren absolut „linientreu“ äüssern müssen, unter allen Umständen, weil sie sonst ihren Arbeitsplatz gefährden (eigene Erfahrungen als Sozialarbeiterin im kirchlichen Dienst vorhanden).

  6. Andreas N sagt:

    Vielleicht sollte man trotzdem einmal berücksichtigen, dass es sich hier um eine Mehrheit der aktiven Katholiken handelt, die katholische Sexualmoral ablehnen. Das sollte doch unter dem Aspekt sensus fidelium berücksichtigt werden.

  7. Ein wichtiger und informativer Artikel. Als ansonsten „stiller Mitleser“ auf verschiedenen Seiten im Internet möchte ich mich hier zu Wort melden.

    Die Mehrheit muß nicht unbedingt im Besitz der Wahrheit sein. Sehr richtig. Hier sind Zeugnis und Mut gefordert.

    Nicht im Sinne extremistischer esoterischer Aussagen (wie zum Beispiel auf kath.net zu lesen), sondern im konstruktiven Sinne, mit Geduld und dem „Zuhören“ wollen.

    Das sollte sowohl für die liberalen als auch konservativen Strömungen innerhalb der katholischen Kirche gelten. Liberale Tendenzen sind nicht immer tolerant und umgekehrt.

    Liebe Freunde, die sogenannte „Büchse der Pandora“ wurde schon vor langer Zeit geöffnet. Und nur einer wird in der Lage sein, diese wieder zu schließen. Gott selbst. Darauf sollten wir vertrauen.

  8. Chrisma sagt:

    Püttman nimmt den Wahlspruch von Kardinal um sein Kirchenvolk „zu reglementieren“ um es „mundtod“ zu machen. Mir sind Hirten lieber die mit ihrer „Herde“ sprechen, ihre Sorgen, ihrer Nöte teilen. Sich ihren Auffassungen vom Leben in dieser Zeit annehmen ohne den Zeigefinger zu erheben und alles bis ins kleinste mit einer lebensfernen Moral zu zu kleistern. Ja die Diskussion ist seit geraumer Zeit eröffnet und sie muss geführt werden. Es geht nicht um Mehrheit oder Minderheit, sondern um die Auflösung von verkrusteten Strukturen, um eine Moral, die in der Form wie sie die katholische Kirche vorgibt unhaltbar geworden ist. Für diejenigen die wissen möchten in welchem Sinne wir den Wahlspruch von Kardinal von Galen getrost interpretieren dürfen hier ein kleiner Link
    http://kirchensite.de/index.php?myELEMENT=100730

    • micaela sagt:

      Liebe Chrisma,
      danke für den Link, doch ich will trotz des Mutes von Galens in seiner Predigt gegen die Euthanasie seinen ersten Hirtenbrief 1933 zietieren:

      »Wir wollen Gott dem Herrn für seine liebevolle Fügung dankbar sein, welche die höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt hat, daß sie die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten Volke durch die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt haben und sie auch mit starker Hand auszurotten suchen.« (zit.n. Publik Forum, 31. Mai 1996)

  9. Mimmo Paladin sagt:

    „Die Wirklichkeit hat Vorrang“. Hört sich an, wie eine Parole aus postmodernen Zeiten. Was war es damals doch noch schön, als man Freund und Feind klar auseinander halten konnte. Da die Linken, dort die Rechten! Die da unten konnten noch auf die da Oben schimpfen! Der Praktiker konnte sich noch dem Theoretiker überlegen fühlen und umgekehrt! Wer sich in diesen Denkmustern noch als zeitgemäß empfindet, bekommt wohl nicht mehr mit, dass er seinen Rollator im Seniorenviereck hin- und herschiebt. Die Kirche als Beschützenden Werkstätte für Apoopas und zurückgebliebene Rüstrentner, wem das gefällt, bitte sehr.
    Was mich aber heute interessiert: Wie nimmt ein Bischof auch mal Leitung war in Bezug auf heutige Aufgaben, wie die Entwicklung oder das Fortschreiten des Mensch-Maschine-Organismus? Welche Brücken kann er da bauen oder anbieten? Gibt es dazu interessierte Kleriker? Oder sind das heute alles Sozialarbeiter?

    • Silvia Brückner sagt:

      Ich wusste noch gar nicht, dass der BDKJ ein Seniorenverein ist, ich dachte immer, das sei der Bund der deutschen katholischen Jugend, der sich da geäußert hat:

      http://www.bdkj.de/bdkjde/newsansicht/article/kirchliche-sexuallehre-spielt-bei-jugend-keine-rolle.html

    • Chrisma sagt:

      @Mimmo Paladin, ich mag science fiction (im Ernst). Vorrangig beschäftigen wir uns im in der Kirche mit den verschiedenen Auswirkungen die die Entwicklung der Genetik mit sich bringen wird. In diesen Bereich gehört sicher auch der „Cybor“. Der Mensch wird nicht zögern solange zu experimentieren bis er scheinbar den Super Menschen gezüchtet hat. Hier hat unsere Kirche eine eindeutige Haltung, sie stellt den Menschen als von Gott nach seinem Ebenbild geschaffen in den Mittelpunkt. Es lohnt sich allemal sich mit der Haltung der katholischen Kirche hier auseinanderzusetzten. An dieser Stelle bin ich mit meiner Kirche im Einklang. Auch ich habe gelesen, dass bereits daran gearbeitet wird, wie und an welcher Stelle man Chips ins Gehirn einpflanzen kann und z.B. die Wikipedia- Datenbank direkt im Gehirn zu verankern. Ihre Gedanken sind berechtigt, wären sie nur nicht so schrecklich polemisch und selbstverliebt in die eigenen Formulierungen ausgefallen. Gestatten Sie mir eine polemische Antwort: Es gibt nicht nur Apoopas, nein man höre und staune, auch Omas. Und wenn ich dann eines nicht mehr fernen Tages auch einen Rollator brauche, wird meiner getunt sein und mit „Born to be wild“ beschallt. Es könnte auch passieren das Ihnen die „zurückgeblieben Rüstrentner“ den Begriff „Postmodern“erklären, denn Sie liegen hier grundfalsch mit Ihrer Definition, sie diente der Überwindung von ideologischen Einordnungen….

      • Mimmo Paladin sagt:

        @Chrisma
        Sie haben völlig Recht mit Ihrer Kritik. Tatsächlich war es der elende Versuch Aufmerksamkeit für ein Riesenthema zu erzeugen, das in der Kirche keine Rolle zu spielen scheint.

        • Chrisma sagt:

          @Mimmo Paladin alles gut zwischen uns. Sie haben recht es ist ein Thema und wird in den nächsten Jahrzehnten sehr viel Raum einnehmen. Ich bin Neurologin und beschäftige mich sozusagen „Semiprofessionell“ mit den Neurowissenschaften, von hier so denke ich, werden die ersten Übergriffe in Richtung „Mensch-Maschine-Organismus erfolgen. „1984“ ist dagegen ein betulicher Sonntagausflug. Nein die „Alltagskirche“ beschäftig sich nicht mit diesem Thema, aber es gibt – wenig bekannt übrigens – die päpstliche Akademie der Wissenschaften. Das Mitgliederverzeichnis enthält die angesehensten Namen der Wissenschaft des 20. Und beginnenden 21. Jahrhunderts wie Stephen Hawking, sowie einige Nobelpreisträger. Die Akademiemitgliedern sind Männern und Frauen jeder Rasse, Religion und auch ohne Religionszugehörigkeit aufgrund des hohen wissenschaftlichen Werts ihrer Aktivitäten und ihrem hohen moralischen Profil. Die Akademie ist eine unabhängige Stelle innerhalb des Heiligen Stuhls und genießt Forschungsfreiheit und von hier werden dann sicher die „Gegenmodelle“ entwickelt werden. Die katholische Kirche lebt nicht neben der Welt, auch wenn es manchmal den Eindruck erweckt. Leitbild bleibt das Menschenbild, dass uns Jesus im Evangelium hinterlassen hat. Danke für die kleine Diskussion die ich mit Ihnen führen durfte, bleibt mir Ihnen und Ihren Lieben gesegnet Weihnachten zu wünschen.

  10. veruschka sagt:

    Nur eine Frage hätte ich dann doch:
    Gesetzt den Fall es würde eine Art demokratischer Staatsform innerhalb der Kirche geben: Soll heißen, das Kirchenvolk würde Priester, Bischöfe, Kardinäle und eventuell den Papst selbst wählen dürfen. Was würde das bedeuten? Das ist jetzt etwas extrem, aber, spielen wir das mal durch.
    Was hätte das für Konsequenzen? Wäre das wirklich so gut? Ist Demokratie eigentlich tatsächlich eine so gute Staatsform?
    Geistliche würden wohl genau so wie Politiker Wahlkampf betreiben, oder? Das Christentum würde tatsächlich zu einer Art „Wohlfühlreligion“ verkommen (denn was bequem ist, spricht die Mehrzahl wohl eher an).
    Wie sieht die Mehrheit der katholischen Laien denn so aus? Was oder wen würden die wählen? Sind diese tatsächlich klüger/ethischer als etwa das deutsche Volk bei Bundes- bzw. Landtagswahlen?

    • Silvia Brückner sagt:

      Es geht nicht um eine demokratische Staatsform sondern um demokratische Prozesse bzw. demokratische Strukturen innerhalb der Kirche.

      Wenn eine Gemeinde z.B. ihren Pfarrer selbst wählen kann, dann geschieht da kein Wahlkampf wie in der Politik sondern es läuft eher so wie in einer Firma, bei der unter mehreren Bewerbern ausgewählt wird.

      Aber weil Sie schon den Staat zum Vergleich heranziehen, was wäre denn Ihrer Meinung nach eine bessere Staatsform als die Demokratie? Das interessiert mich wirklich.

      • Chrisma sagt:

        @@ Liebe Silvia Brückner, Sie haben recht eine bessere Staatsform als die Demokratie ist weit und breit nicht in Sicht, aber wir müssen sie verbessern, verbessern und auf die Einhaltung pochen. Ihnen und Ihren Lieben gesegnete Weihnachten, für das neue Jahr wünsche ich Ihnen vor allem Gesundheit und Kraft um die Kirche im Sinne von Vatikanum II zu verändern.

      • veruschka sagt:

        Naja, wer weiß, was es in 100/200 Jahren für neue Staatsformen geben wird (vielleicht gibt es ja auch eine Art reloaded Kommunismus… Kennen Sie Raumschiff Enterprise?… Die leben in einer Art kommunistischem Staatssystem… vielleicht ist der Mensch dafür irgendwann reif genug).
        Als austrophiler Bayer gefällt mir aber auch die Monarchie recht gut (kommt natürlich immer auf den Monarchen an, nicht! Aufgeklärt sollte er schon sein! Also, eine Art Maria Theresia der Neuzeit… Gegen so eine hätte ich nichts).
        Aber leider ist nix perfekt und wahrscheinlich meint die Demokratie momentan tatsächlich „die beste aller möglichen“ Staatsformen.
        Frohe Weihnachten, liebe Frau Brückner!

    • Chrisma sagt:

      @Veruschka, klug gedacht. Das was wir in der Politik „Demokratie“ nennen, ist weit vom Ideal entfernt. Ich – und ich kann hier nur von mir ausgehen –wünsche mir keine -im politischen Sinne- demokratische Kirche, also Mehrheit und Minderheit. Nur unser „Lehramt“ hat sich zu weit von den Menschen, die es „Lehren“ will entfernt. Diese Entfernung/Entfremdung muss überwunden werden. Sonst sitzen eine Menge Bischöfe im Elfenbein Turm und lehrt still vor sich hin. Sie erreichen die Menschen nicht mehr, aber und das ist gut, sehr gut die Diskussion ist eröffnet…… Pater Hagenkord beschreibt die Richtung in dem Absatz „Zeugnis und Leitung“ sehr gut.
      Liebe Veruschka, Ihnen an dieser Stelle: Danke für die vielen tollen Anregungen, nicht nur aus der Kunst und Kunstgeschichte, die Sie mir in diesem Block gegeben haben. Ich freu mich im nächsten Jahr auf mehr. Gesegnete Weihnachten Ihnen und Ihren Lieben. Neugierig wie ich bin, möchte ich wissen welche drei Bücher unterm Christbaum lagen…..

      • veruschka sagt:

        Da „lag“ noch nix! Und frech wie ich in diesem Jahr war (o, ich war wirklich sehr frech), wird das Christkind wohl die Geschenke behalten und mich eventuell erst nächstes Jahr damit beglücken. Noch einmal schlafen, dann kann ich Ihnen mehr verraten.
        Ich wünsche Ihnen jedenfalls auch einen herrlichen Weihnachtsabend! Die Dialoge mit Ihnen und Frau Brückner helfen mir wirklich sehr, die Kirche von heute besser zu verstehen. Ich bedanke mich an dieser Stelle recht herzlich dafür und hoffe, dass mir die „dummen“ Fragen auch im nächsten Jahr nicht ausgehen werden… aber ich denke, das krieg ich hin 🙂
        Bis bald!

  11. KRP sagt:

    Liebe Silva da gebe ich Ihnen doch mal wieder uneingeschränkt Recht mehr Mitsprache für das Kirchenvolk in allen Angelegenheiten. In der Kirche sollte es keine Mehrheit und Minderheit geben und jeder sich in seiner Glaubensgemeinschaft in seiner Gemeinde wohlfühlen, jeder seinen Glauben, seine Richtung entsprechend. Keiner dem anderen vorhalten was falsch und richtig ist. All das entscheidet Gott alleine. Ob sich ein über Jahrhunderte geprägtes Lehramt mit den was weiss ich wie vielen Dogmas, das sich nicht Entfernt hat sondern eher nicht mit den Menschen mitgewachsen ist, in der nächsten Zeit anpassen wird und anpassen kann in dem dann mal ganz schnell neue Dogmas und Kirchenlehren geschrieben werden denke ich nicht. Hat P. Hagenkord in seinem letzten Absatz gut beschrieben. Das es nicht immer nach der Mehrheit geht. Die Debatten haben erst begonnen und es wird mit Sicherheit noch viele geben.

  12. Silvia Brückner sagt:

    Liebe Chrisma, danke für die guten Wünsche zu Weihnachten und zum Neuen Jahr, die ich gerne erwidere, auch für alle anderen Mitblogger.

    Chrisma, ich bin nur ein winziges Sandkorn im Getriebe der Kirche und kann nicht viel verändern, aber ich werde mir Mühe geben nach dem Motto „Wenn viele kleine Leute viele kleine Dinge tun oder wenn viele kleine Sandkörner das Getriebe stören ……“

  13. Friedrich Kapler sagt:

    Auch ich möchte mich den Weihnachtswünschen der Mitblogger anschließen. Die dogmatische Konstitution „Pastor aeternus“ verbietet meines wissens selbst dem Papst, neue Lehren einzuführen (z.B. bezüglich Moral, Ehe uw.)…

    Im Moment lese ich des heiligen Augustinus Meisterwerk „De civitate Dei“… Interessante Gedanken, die Aurelius dort äußert. Sein Umfeld und seine Zeit könnte man durchaus mit der heutigen vergleichen. Im 20. Buch, 19. Kapitel rätselt Augustinus über die Worte des heiligen Paulus, wonach sich der Antichrist mit seiner falschen Lehre in den Tempel Gottes setzen werde.

    Die Synagoge und den Tempel Salomos schließt Augustinus aus, da dort nicht Gott, sondern der Dämon wohne. Er kommt zu dem Schluß, daß es sich am ehersten also um die Kirche handle, beziehungsweise die Menschenmenge mitsamt ihrem Fürsten und ihrer falschen Lehre, die sich selbst als Kirche ausgebe.

    Interessante Gedanken… frohe Weihnachten!

  14. Friedrich Kapner sagt:

    Um genau zu sein und Mißverständnisse meinerseits vorzubeugen, möchte ich ergänzend den Wortlaut wiedergeben, (der Begriff Syynagoge kam nicht vor, bitte um Verzeihung):

    „…Dagegen ist ungewiß, was für ein Tempel Gottes gemeint ist, worin der Antichrist sitzen wird, ob die Ruinen des Salomonischen Tempels oder aber die Kirche; denn ein Tempel irgendeines Götzen oder Dämons kommt nicht in Betracht; einen solchen würde der Apostel nicht Tempel genannt haben. Wegen dieser Schwierigkeit wollen manche als Antichrist an dieser Stelle nicht den Fürsten selbst verstanden wissen, sondern sozusagen seinen gesamten Leib, d. i. die ihm zugehörige Menschenmenge im Verein mit ihm als ihrem Fürsten; es würde dann im lateinischen Text statt „so daß er im Tempel Gottes sitzt“ richtiger heißen müssen „so daß er für den Tempel Gottes sitzt“, wie es im griechischen Texte heißt, also an Stelle des Tempels Gottes, gleich als wäre er der Tempel Gottes, d. i. die Kirche; wie wir sagen: „Er sitzt da für einen Freund“, d. i. als ein Freund, und was dergleichen übliche Redewendungen mehr sind.“…“

    Aureliu Augustinus, De Civitate Dei, Buch 20, Kapitel 19

    • Chrisma sagt:

      @ Ach Friedrich Kapler… auch Ihnen zuerst: gesegnete Weihnachten. Na das wäre ja ein Ding wenn die Kirche für immer im 19. Jahrhundert stehen bleiben müsste. Dies vor den Herausforderungen die das 3. Jahrtausend noch so für uns bereit hält…oh, oh. Vieles von dem was wir seit dem 19. Jahrhundert so mit uns „rumschleppen“ ist kein Dogma sondern Ballast. Unsere Kirche „die Braut Christi“ ist lebendig, gläubig und voller Leben auch wenn die Kirchen manchmal leer sind. Der Antichrist ist in ihr nicht zu finden. Das würde Jesus nicht zulassen, wäre doch sein Opfer, das er für uns am Kreuz erbracht hat, umsonst gewesen. Erst recht ist er nicht bei den Menschen zu finden die unsere Kirche verändern wollen. Ihnen viel Erfolg beim Studium von De Civitate Dei, das ist ein ordentliches Stück arbeit…..

    • Traumtänzer sagt:

      Der Mensch an sich ist Gut und Böse und wird es vermutlich auch immer bleiben. Zu Augustinus Zeiten genauso wie jetzt und alle Zeit.

      • Chrisma sagt:

        @Hallo Traumtänzer, nur zum Verständnis; Begriffsdefinition: „Der Antichrist (deutsch auch: Widerchrist, Endchrist) ist eine Figur der christlichen Apokalyptik, die als Gegenspieler und Gegenmacht Jesu Christi vor dessen Wiederkunft erwartet wird. Der Begriff stammt aus dem Neuen Testament, wird nur in den Johannesbriefen benutzt und bezeichnet dort einen Menschen, der „gegen den [von Gott] Gesalbten“ (griechisch ἀντὶ Χριστοῦ, ὁ Ἀντίχριστος)[1] auftritt und falsche Lehren über ihn verbreitet“ Ihre Auffassung das der Mensch sowohl gut und böse ist und wir die Freiheit haben uns zu entscheiden teile ich. Zu Ihrer Beruhigung: ich lebe in der Realität. Auf fremden Sternen würde ich gern einmal vorbeischauen, so man darauf leben könnte. Ihnen gesegnete Weihnachten.

        • Traumtänzer sagt:

          Nur es könnte sein das es Endzeitstimmung zu aller Zeit gegeben hat und vermutlich auch immer geben wird und so kann es sein das der Gegenspieler Gottes allzeit lauert.

        • Traumtänzer sagt:

          Übrigens nicht nur im NT wird über Endzeitstimmung/Prophezeiungen geschrieben gibt es auch im AT bei Daniel schöne Weihnachten und Amen.

  15. An dieser Stelle wünsche ich allen Blogern gesegenete Weihnachten und ein guten Rutsch ins neue Jahr.

  16. AM sagt:

    Frohe Weihnachten für Alle 🙂

  17. Chrisma sagt:

    Liebe Mitbloger auch von mir gesegnete Weihnachten. Und ich freu mich auf ein „wiederlesen“ in 2014

  18. Pingback: Bekehrung der Strukturen | Laudetur Jesus Christus

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