Die Schwachen

Rotherham: Sprachlos stehen wir vor der Entdeckung, dass 1.400 Kinder – sprich eintausendvierhundert – Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind. Die Details sind grausam. Mindestens so grausam sind aber auch die Umstände: Die Täter hielten weiße Mädchen für ‚benutzbar’, die wegschauenden Behörden im Klassendünkel wollten für diesen ‚white trash’, wie die US-Amerikaner das nennen, nichts tun.

Und das alles fast zwanzig Jahre, nachdem die ersten Missbrauchdebatten in Großbritannien geführt wurden, ähnlich wie bei uns nach 2010. Keiner kann also sagen, er oder sie hätte nichts gewusst.

In einem Schweizer Bericht habe ich folgenden Satz gelesen, den ich hier einfach unkommentiert wiedergeben möchte:

„Die alte Weisheit gilt unverändert: Wer eine Gesellschaft verstehen möchte, tut gut daran zu untersuchen, wie sie ihre schwächsten Mitglieder behandelt. Das wirft einen Schatten auf alle.“

Eine Mahnung. Mal wieder.

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5 Kommentare zu Die Schwachen

  1. Angelika Oetken sagt:

    Sehr geehrter Herr Hagenkord,

    ich freue mich, dass sie hier in Ihrem Blog auf diesen Fall hinweisen.

    Das, was in Rotherham aufgedeckt worden ist, geht weit über die übliche Missbrauchskriminalität hinaus. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um organisiertes Verbrechen. Und wie immer in solchen Fällen bleiben die eigentlichen Strippenzieher und Profiteure im Hintergrund. Steuern aber systematisch das Vertuschen. Und initiieren Ablenkungsmanöver, wie aktuell die Diskussion um falsch verstandene „political correctness“ als Ursache fürs Vertuschen. In Wirklichkeit schert sich die Missbrauchsmafia einen Teufel um Herkunft, Kultur oder den Glauben ihrer Mitglieder. Sie eint ihre hoch kriminelle Energie und ihre Soziopathie.

    Das haben wir ja im Zuge der nun schon über viereinhalb Jahre lebhaft geführten öffentlichen Debatte und Berichterstattung in unserem Land gelernt.

    Bevor Prof. Jay von der örtlichen Stadtverwaltung beauftragt wurde, gab es bereits zwei öffentliche Berichte.

    Untersucht werden sollte noch, ob Großbritannien organisierten Missbraucherbanden nur besonders günstige Bedingungen bietet, oder ob es an der doch sehr starken britischen Presse liegt, dass vergleichsweise viel über GB-Missbrauchsverbrechen an die Öffentlichkeit dringt.

    MfG,
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    • Angelika Oetken sagt:

      Es gibt Hinweise darauf, dass es sich hier um die übliche Art von ganz besonders ordinärer Missbrauchsbandenkriminalität handelt.

      Das mit der „political correctness“ ist lediglich eine geschickte Tarnung. Ablenkung, indem Ressentiments geschürt werden.

      In GB gab es über Jahrzehnte immer wieder spektakuläre Fälle von organisiertem Missbrauch in größerer Dimension. Sie beschränkte sich nicht auf bestimmte Ethnien. GB scheint aber für Missbrauchsverbrechen, die organisiert werden besonders günstige Bedingungen zu bieten. Wie Deutschland im Übrigen auch.
      Die Täter, zu denen auch sehr einflussreiche Menschen im Hintergrund gehören, sind so gut und straff organisiert wie Drogenkartelle.

      Bei den eigentlichen Drahtziehern handelt es sich um Menschen mit sadistischen Persönlichkeitsstörungen, die angesichts ihrer dahin schwindenden Potenz, Schönheit und Lebenskraft was davon bei jungen, hübschen Menschen abzapfen wollen, die über etwas verfügen, das ihnen selbst abhanden gekommen ist: eine Seele.
      Sie nutzen dazu sexuelle Gewalt. Denn fast überall auf der Welt dient die dem Zweck, einem anderen Menschen seine Unterlegenheit zu demonstrieren, indem der – vermeintlich – Stärkere sie ausübt.

      Letztlich wird das aber nichts nützen. Ein von Impotenz betroffener verlebter alter Mann, bei dem Viagra auch nicht mehr als nur ein bisschen was hervorzaubert, kann tun was er will. Er ist so gut wie am Ende.
      Und blickt dabei auf ein mehr als schäbiges Leben zurück. Und kann nie wieder was gut machen… ist das nicht eigentlich die Hölle auf Erden? Morgens in den Spiegel blicken und man sieht eine Person, die ihr Lebtag nichts Gutes zu Stande gebracht hat? Und das nicht nur im übertragenen Sinne 😉

      Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  2. Gabriele sagt:

    Wie wütend mich diese Nachricht macht, kann ich hier nicht schreiben. Aber allmählich frage ich mich doch, in welche Sackgassen und Irrwege wir uns hineinverlaufen, wenn wir den Toleranzbegriff zu weit auslegen und ihn am christlichen Verständnis vorbei definieren. Zu mehr möchte ich mich hier nicht hinreißen lassen. Meine Gedanken, die ich dazu habe, sind meilenweit von der überall eingeforderten political correctness entfernt. Und ich frage mich, wieviele bisher nicht entdeckte Opfer wir auf diesen Altären des großen Irrtums der gegen alles geübten Toleranz wir noch finden werden …
    Noch etwas: Ich habe in anderen Meldungen gelesen, dass es sich hierbei vor allem um pakistanische Strippenzieher handeln soll. Sollte dies wahr sein, warum wird das hier verschwiegen? Weil sie ,ach ja, Moslems sind?

    • Silvia Brückner sagt:

      Gabriele, wenn Sexualstraftäter Moslems sind, wird das in unseren Breiten fast immer verschwiegen.

      Man will ja nicht die religiösen Gefühle der hier lebenden Muslime verletzen, wenn man auf eine so unbedeutende Nebensächlichkeit hinweist.

      Mein Beitrag ist ironisch gemeint!

  3. KRP sagt:

    Sexuelle Gewalt, genau wie alle andere mörderische Gewalt auch, wird immer von allen verschwiegen, immer wird es von Menschen ausgeübt die Macht über andere erreichen möchten und da ist es vollkommen egal welcher ethnischer, religiöser Hintergrund vorhanden ist. Vor allem wird überall unter den Teppich gekehrt solange bis es nicht mehr anders geht. Dann ist das Geschrei groß. Das sind nicht „die Moslems“, und nicht „die liberalen“ Christen sondern das sind Gewalttäter die andere damit unter Druck und Zwang setzen wollen und die sind entweder Krank oder Verbrecher die keinerlei Glauben haben ausser Macht, Geld und Gier und das hat mit Toleranz nichts zutun. Toleranz heisst nicht wegsehen wo Unrecht ist sondern zu Unterscheiden. Aber ich weiss schon ich bin ja viel zu naiv und leb auf einem anderen Stern.

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