Ein Jahr Papst Franziskus: Das Epizentrum der Reform

Der Petersplatz, das „Epizentrum der Reform“ Papst Franziskus’. Wenn mittwochs oder sonntags hier tausende Pilger, Besucher und Touristen herkommen, um den Papst zu sehen, zu hören und mit ihm zu beten, dann ist das jedes Mal eine ganz besondere Atmosphäre. Der Franziskus-Effekt, so beginnt man das zu nennen.

Am 13. jährt sich zum ersten Mal die Wahl Jorge Mario Bergoglios zu Papst Franziskus, aber nach nur einem Jahr Pontifikat ist noch nicht ganz klar, was das genau ist, dieser Effekt.

OSSROM10725Zuerst hat man versucht, ihn mit Zahlen zu fassen. Also lautete die Frage, ob die Austrittszahlen zurück gegangen sind oder gar ob mehr Menschen sich für Glauben und Kirche interessieren. Aber so einfach ist es nicht. Zahlen sind nicht das Maß, diesen Papst zu messen.

Den wirklichen Franziskus-Effekt sieht man hier, auf dem Petersplatz. Es gibt wenige Menschen, die sich der Faszination einer Begegnung mit ihm entziehen können. Seine Worte, seine Art zu sprechen, vor allem aber seine Direktheit in Umarmung, Nähe, in Berührung und in Worten geht jeden an. Und dann sagt er Sätze wie „wer bin ich zu richten“ oder eine verbeulte Kirche sei ihm lieber als eine, die Angst hat vor dem Schlamm der Straße.

Papst Franziskus steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Lebenserfahrung der Menschen. Nicht einer kleinen Gruppe, nicht der besonders kirchlichen, nicht derer, die Papsttreue für sich reklamieren. Wir alle fühlen uns von ihm angesprochen und getroffen, wenn er spricht.

OSSROM10740Franziskus hat auch keine Angst, das „Mystik“ zu nennen, eine Mystik die darin besteht „zusammen zu leben, uns unter die anderen zu mischen, einander zu begegnen, uns in den Armen zu halten, uns anzulehnen, teilzuhaben an dieser etwas chaotischen Menge, die sich in eine wahre Erfahrung von Brüderlichkeit verwandeln kann, in eine solidarische Karawane, in eine heilige Wallfahrt“ (Evangelii Gaudium 87). Das ist sehr körperlich und direkt, da gibt es keine geistlichen Sicherungen zwischen dem Glaubenden und Christus.

Der Jesus, von dem der Papst erzählt, ist sperrig. Er eckt links und rechts in unserem Leben und unserer Welt an. Die Wirtschaft, der Egoismus, die Bequemlichkeit, alles bekommt sein Fett weg. Aber es ist ein Jesus, der keinen moralischen Druck macht, der nicht richtet.

Der Papst zeigt das in seinen Gesten. Er wäscht jugendlichen Gefangenen die Füße, darunter einer Muslima, er umarmt kranke und in den Augen der meisten Menschen von Tumoren entstellte Menschen. Er spricht der großen Mehrheit der Menschen aus dem Herzen, wenn er beklagt, dass Bewegungen an der Börse Nachrichten sind, der Tod eines Menschen aber nicht.

OSSROM10762Der Sekretär des Papstes – Alfred Xuereb – nennt ihn einen Missionar. Genau das ist er, ein moderner Missionar. Jemand, der versteht, in unserer Welt heute von Gott und Jesus Christus zu sprechen, so dass der Glaube interessant wird und etwas mit unserem eigenen Leben zu tun hat. Jeder, der den Papst sieht oder hört, versteht sofort, worum es dem Christentum geht. Er dreht die Botschaft Jesu, von einem defensiven „du sollst nicht“ zu einem anstrengenden „du sollst“. Wenn der Papst eine missionarische Kirche will, dann lässt das letztlich niemanden unberührt. Das kann man nicht einfach anschauen und schön finden, da soll man mitmachen. Das macht – in den Worten des Papstes – Lärm in den Straßen und in unserem Leben.

Ausgangspunk für diese tiefe Reform ist die Begegnung; die Begegnung untereinander, die Begegnung mit Christus. Bei aller Liebe für Verben der Bewegung wie ‚aufbrechen’ und so weiter ist es genau das, was den Anker des Sprechens und Predigens des Papstes ausmacht: Begegnung. Wer das erleben will, der ist hier auf dem Petersplatz richtig. Hier ist wirklich das Epizentrum der Reform Papst Franziskus.

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58 Kommentare zu Ein Jahr Papst Franziskus: Das Epizentrum der Reform

  1. Lieber Pater Hagenkord, ich freue mich sehr das ihre Bedenken ich erinnere an den Blog vomn 16.10.13 „Event Genaralaudienz“ nicht eingetreten sind.

    Hier nochmal meine Schilderung von damals: Ich war am 02.10.13 bei der Generalaudienz dabei. Da ich meine Eintrittskarte noch vom Pilgerzentrum abholen musste, ( Öffnungszeit um 8 Uhr) , bin ich so um kurz nach sieben am Petersplatz vorbei gekommen um über die St.Angelo Brücke zum Pilgerzentrum zu gelangen. Die Menschen standen schon um 7 Uhr am Platz. Als ich so gegen halb neun zurück war, war der Platz schon gut gefüllt. Es war unglaublich als der Papst über den Platz fuhr. Trotz unbeschreiblicher Freude und lauten Zurufen waren die Menschen um mich herum beseelt, ja sogar andächtig. Es ist Gott sei Dank kein Event. Ich habe es tief spirituell und betend erlebt. Ich war erstaunt wie still die Menschen doch auch waren. Es ist nur dort laut wo der Papst gerade vorbei kommt. Die Menschen wollen hören was Papst Franziskus zu sagen hat, hören sehr aufmerksam zu und beten gemeinsam. UPDATE Anbetung, PRAYFORSYRIA
    Am Tag des Angleus Gebets am 06.10.13 war es ähnlich. Die Menschen freuen sich auf den Papst, seinePredigt zu hören. Betend und voller Demut. Ich bin so danbar das ich dabei sein durfte.
    Morgen ist es 1 Jahr, dass wir diesen wunderbaren, Papst haben, mein Glaube vertieft sich mehr und mehr. Franziskus hat damals den Anstoß gegeben. Danke hl.Vater!!

  2. Rumpelstilzchen sagt:

    „DANKE, Papa Francesco, dass es Dich gibt“, sprach das Rumpelstilzchen und zog überwältigt vor Freude mit dem rechten Arm so heftig an der Himmelspforte, dass der ganze Himmel herunterkam, in dem es glückselig verschwand.

  3. S.G. sagt:

    Mit Papst Franziskus kann man auf der Straße wieder selbstbewusst sagen, dass man Katholik ist……….
    Mein Kollege (Freikirche) sagt, dass er den Papst gut findet. Wir sprechen im Büro auf einmal über den Glauben….
    Das hat es vorher nicht gegeben………
    Ich danke Gott für diesen Papst – ich bin zwar keine Prophet, aber ich glaube, dass Papst Franziskus die Kirche einen wird.
    Nur wenn alle Christen zusammenstehen, können wir die Außenstehenden neugierig auf das Christentum machen.

    • smilodon sagt:

      Auch wenn ich in diesem Forum unerwünscht bin: Darauf muss ich doch antworten, oder besser gesagt, drei Fragen stellen.
      1. Was für eine Art von Katholik sind Sie, dass Sie sich früher anscheinend nicht zuzugeben getraut haben, dass Sie einer sind?
      2. Worauf kommt es Ihnen beim Katholizismus an, auf seine Inhalte oder darauf, wie populär sein Oberhaupt in der Öffentlichkeit ist?
      3. Wenn der nächste Papst nicht so populär ist, bzw. wenn die Journalisten merken, dass der aktuelle Papst nicht plant, die katholische Kirche in einen Wellnessklub zu verwandeln und er deswegen bei selbigen Journalisten unten durch sein wird, werden Sie sich dann nicht mehr trauen, selbstbewusst zu sagen, dass Sie Katholik sind?

      • Jesus Christus, der gute Hirt, lehrte:

        „Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? …
        Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel … Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt.“ (Lukas 15:4,7.
        Wenn P.F. nur ein verlorenens Schaf zurück geholt hat wie mich, egal ob ev. oder kath. , ist es großartig! Bitte deshalb nicht urteilen, sie wissen nicht wie es dem Schaf ging oder geht!

      • S.G. sagt:

        Liebe(r) smildon,
        wer sagt denn, dass Sie hier im Forum unerwünscht sind?
        Bloß weil Sie nicht in den Freudenchor einstimmen können bzw. wollen?
        Dieses Forum ist doch dazu da, dass man unterschiedliche Meinungen äußern und sie auch, solange sie nicht ehrenrührig sind, mitteilen soll und kann. Das macht doch alles so spannend!
        Nun meine Antworten auf Ihre an mich gestellten Fragen:
        1. Ich bin tief und fest in der Katholischen Kirche verankert (ich gehe 2 – 3mal in der Woche zur Messe). Mein Mann ist evangelisch, meine Kinder waren jahrelang begeisterte Messdiener und gehen seit ihrer Firmung Knall auf Fall nicht mehr in die Kirche. Sie finden ihre Mutter als „altbacken“, weil es ihrer Meinung nach keinen Gott gibt (zumindest keinen katholischen). Mein Bruder ist zu den Zeugen Jehovas rüber gewechselt. Nach dem Abdanken von Papst Benedikt hat mich ein Bekannter, auch Zeuge Jehova, gefragt, ob ich schon eine Ahnung hätte, welcher neue Antichrist in Rom gewählt werden wird. Glauben Sie mir, ich habe innerhalb der Familie und Bekanntenkreis schon große Kämpfe wegen meines Katholisch seins ausgefochten. Nach den Missbrauchsfällen in der Kirche, habe ich keine Lust mehr, mich auch noch öffentlich für mein geliebtes „Katholisch sein“ zu rechtfertigen…
        2. Mein Glaube hat nichts mit der Popularität des Papstes zu tun – ich habe auch geglaubt, als Papst Benedikt Papst war. Mein Glaube leitet sich aus der Verbindung zu Jesus Christus her.
        Mich freut die Popularität von Papst Franziskus, da man jetzt, auch mit anderen Christen frei und offen über den Glauben sprechen kann. Früher wäre man in die Ecke der Zeugen Jehovas gestellt worden. Und man wäre sofort mit der Moralkeule der biederen Katholischen Kirche gekommen. Lauter Totschlagargumente. Wenn man dann aufklären will, haben die Leute den „Rollladen“ runtergezogen und das Gespräch war beendet. Jetzt genau das Gegenteil! Die anderen Christen sind auf einmal total neugierig auf das Katholische, weil Papst Franziskus sichtlich das Evangelium auch lebt. Ich hoffe auch im Geheimen, dass meine Kinder durch Papst Franziskus wieder zur Kirche zurück finden….
        3. Wenn Papst Franziskus bei den Journalisten „unten durch sein wird“ werde ich trotzdem meinen Glauben haben, da dieser, wie oben erwähnt, nicht vom jeweiligen Papst abhängt.
        Das wäre Götzendienst. Papst Franziskus macht es nur leichter, den katholischen Glauben zu bezeugen…
        Ich hoffe, Ihnen ist klar geworden, dass ich gerne Katholik bin. Übrigens habe ich nicht behauptet, so wie Sie es mir unterstellten, dass ich mich nicht getraut hätte, katholisch zu sein. Ich habe gesagt, dass ich jetzt wieder selbstbewusster Katholik sein kann….

        • smilodon sagt:

          Liebe S.G.
          Danke für die Antworten. Es gibt hier in diesem Forum also doch noch Leute, mit denen man vernünftig diskutieren kann. Zu Ihrer Frage von wegen „unerwünscht“. @Chrisma hat mir vor einiger Zeit mehr oder weniger deutlich erklärt, dass ich mich von hier verabschieden sollte.
          Ihre Antworten finde ich gut. Ich kann jetzt nachvollziehen, was Sie mit Ihrem Posting gemeint haben.
          Ich selbst habe allerdings andere Erfahrungen gemacht als Sie. Wenn ich in früheren Zeiten, als der Wind noch rauer war, mit Leuten diskutiert habe, die mit der RKK nicht viel am Hut hatten, habe ich nicht den Eindruck gehabt, dass ich dann Probleme bekam. Die Leute waren vielleicht nicht einverstanden mit meinen Meinungen, aber steckten doch ziemlich zurück. Allenfalls kam dann vielleicht noch das zaghafte Argument „Aber diese Doppelmoral …“. Dann musste man ja auch nur sagen, dass es natürlich auch in der RKK Leute gibt, die sich nicht an die Regeln halten und dass das sogar mir passiert, und dass Regeln nicht davon schlecht werden, dass sie übertreten werden. Sünder gibt es halt überall.
          Ich denke, es ist ein Fehler von uns Katholiken, dass wir zu wenig selbstbewusst sind, wenn die (Sorry, P. Hagenkord und @Chrisma, ich muss jetzt leider das „Unwort“ verwenden) Medien wieder einmal über die Kirche herziehen. Das trauen die sich nämlich nur, weil wir viel zu schnell kuschen. Sind wir hingegen auch gerade dann, wenn der (furchtbar, @Chrisma, ich verwende jetzt tatsächlich das andere anstößige Wort) Zeitgeist gegen uns ist, erst recht und zufleiß katholisch, werden wir, wenn man schon nicht unsere Ansichten teilt, zumindest respektiert. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung.
          (P:S. Entschuldigen Sie, liebe S.G., dass ich in diesem Posting noch andere Leute angesprochen habe, aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen.)

          • chrisma sagt:

            @Smilidon, das Zitat möchte ich bitte sehen, mir ist nicht bekannt das ich dies je geschrieben habe. Also bitte Quellenangabe….. Im übrigen steht der Blog unter der Leitung von Pater Hagenkord…..

  4. chrisma sagt:

    Etwas Persönliches: wir hatten so nebenbei NT V laufen als es geschah, ich rief dem Gatten in der Küche zu. Komm, komm es ist Bergolio. Mein Mann kommentierte mit Leberwurstbrot in der Hand: er wird die Kirche umkrempeln!! Dass sich aber sein Charisma in solch vollendeter Weise herausbilden würde, haben wir natürlich nicht geahnt. Das uns aber eine Zeit bevorstand in der ein Papst mutig die dringend notwendige Reform der Kurie angehen und auch andere Probleme die auf der Agenda standen und stehen ebenso angehen würde das haben wir schon geahnt. Wir wussten was er in der CELAM nach den dunkel Jahren von 1972 bis 1979 mit anderen Bischöfen zusammen geleistet hatte, das Aparecida 2007 unverwechselbar seine Handschrift trug. Die Option für die Armen war und ist sein Credo, er hat Vatikanum II an den Platz gestellt an den es gehört, hat die Ideen des Katakombenpakt in den Vatikan integriert. Herzlich gelacht habe ich heute als ich bei Spiegel online las wie er den ersten Jahrestag seines Pontifikats feierte „Er packt seine Kurienkardinäle und andere geistliche Herren, 80 an der Zahl, in einen großen Bus und fährt fünf Tage zum gemeinsamen Fasten und Beten in ein einsames Exerzitienhaus, 30 Kilometer jenseits der vatikanischen Landesgrenze. Dienstpersonal und Assistenten darf keiner mitnehmen, das karge Zimmer muss jeder selber zahlen. Ach, das Leben im Kirchenstaat war schon angenehmer!“ Mach weiter so Papa Franziskus

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe Chrisma, ich hatte heute vor einem Jahr auch NTV laufen, aber nicht nebenher, sondern ich klebte förmlich vor dem Fernseher.

      Als endlich der weiße Rauch aufstieg, war ich wahnsinnig aufgeregt: Wer ist der neue Papst? Bekommt die Kirche endlich eine Chance zu einem Neuanfang? Diese Fragen bewegten mich an jenem Abend.

      Vom Aufsteigen des weißen Rauches bis zum „Habemus papam“ verging dann noch ungefähr eine Stunde des Zitterns.

      Dann der Name Bergoglio, nie gehört, wer mag das sein? Und dann endlich erschien er auf der Loggia, in schlichtem Weiß. Dann das „buona sera“, nanu, dachte ich, aber da hatte er mein Herz schon gewonnen und ich fühlte intuitiv, dass er „der Richtige“ ist, und seither bete ich fast täglich für ihn und verfolge alle Nachrichten über ihn.

  5. KRP sagt:

    Mich erinnern manche Berichte, Kommentare an eine Affinität die man mir hier schon vorgehalten hat. Aber anscheinend darf man bestimmte Leute verehren, da ist es dann Verehrung und bei anderen ist es Affinität. Bei allem Respekt den ich vor Papst Franziskus und auch vor Papst Benedikt em habe. Ich habe nichts gegen Verehrung ganz im Gegenteil es gibt Menschen die sind es Wert. Die lassen sich aber auch überall finden, sogar vor meiner Haustür wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gehe. Nichts gegen Ihre Berichte und geht auch nicht an Sie P. Hagenkord. Mir geht es im Augenblick nur darum herauszustellen das es Affinitäten überall gibt auch innerhalb der christlichen Kirchen und muss auch gar nichts schlechtes sein alles in Mass und Grenzen.

  6. Elisabeth sagt:

    @KRP
    Mich erinnern die Jahrestagbeiträge der MSM ständig daran, welch wundersamen und merkwürdigen Papst wir seit einem Jahr haben! Mit ihm scheint eine neue Zeitrechnung zu beginnen; möge es Gott walten, dass wir weiterhin, ohne in Lebensgefahr zu geraten, zu unserem röm. kath. Glauben stehen dürfen!

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe Elisabeth, erklären Sie doch bitte mal, was Sie an unserem Papst so wundersam und merkwürdig finden.

      Warum glauben Sie denn, dass wir unter Papst Franziskus unseren Glauben nicht mehr ohne Lebensgefahr praktizieren könnten?

      Denken Sie, der Papst ist nicht katholisch und will die „wahren“ Katholiken verfolgen?

      So jedenfalls hört sich Ihr Posting für mich an.

      • Peter Lehmann sagt:

        Wete Frau Brückner
        Ich weiß nicht wie Elisabeth das meint. Aber eins ist sicher, wenn die katholische Kirche in ihrer Gesamtheit dem folgt was Franziskus vorgibt scheint mir Elisabeths Befürchtung nicht unbegründet. Dann hat die Katholische Kirche einem mächtigen Gegner, das KAPITAL. Dieses züngelt gerade in der Ukraine und hat dort rechtsradikale an die Macht geputscht.

  7. Tilda sagt:

    Ich schmunzele immer, wenn die Presse schreibt – aber in Sachen Abtreibung hat er nichts geändert. Dieser Papst ist im Feuer einer Diktatur gewesen. Er spricht vom Beichten, bekennt sich als Sünder, er redet vom Teufel. Wann wird er die deutschen Bischöfe zu klaren Glaubensaussagen bewegen? das politisch korrekte
    Drumherum reden wird nicht mehr möglich sein.
    Er wird sich dem Terror der Presse nicht unterwerfen.
    Papst Benedikt mit seiner wunderschönen Sprache hat mir geistige Türen geöffnet jetzt aber kommt Aktion in den Laden, ich freue mich darauf.

    • Silvia Brückner sagt:

      Es ist ein ziemlicher Schmarrn, wenn es immer wieder heißt „aber in der Frage der Abtreibung hat er nichts geändert“ und zeigt nur, dass man keine Ahnung von unserem Glauben hat. Kein Papst kann und wird die Abtreibung „freigeben“.

      Aber er hat doch etwas geändert, nämlich, dass er die Hilfe für Frauen in Not in den Vordergrund stellt, Hilfe, damit sie nicht aus Not heraus abtreiben, statt zu moralisieren und zu verurteilen. . er hat den Akzent verschoben.

      Und er hat klar gemacht, dass es in unserer Kirche noch andere Probleme und Themen gib als Abtreibung.

      Er betont statt dessen die Würde des Menschen vom Anfang bis zum natürlichen Ende.

      Es ist auch nicht damit getan, dass ein Kind ausgetragen wird, man muss ihm und seinen Eltern auch die Möglichkeit zu einem menschenwürdigen Leben geben. Das alles sind Themen, die der Papst anspricht, wenn er sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt.

      Deshalb sollten auch wir die Botschaften des Papstes nicht auf das Thema Abtreibung einengen.

  8. chrisma sagt:

    http://de.radiovaticana.va/news/2014/03/14/franziskus_im_slum-radio:_%E2%80%9Edas_waren_keine_kommunisten%E2%80%9C/ted-781365

    Für mich ist dieses Statement ein weiterer Grund meine Knie in Demut vor diesem Papst zu beugen

    • Silvia Brückner sagt:

      Ja, Chrisma, und es wurde höchste Zeit, dass Gott uns diesen wunderbaren Papst geschenkt hat, der Sachverhalte, die ins schiefe Licht geraten sind, wieder gerade rückt.

      Danke, Papa Francesco, für dieses mutige Eintreten für die Ehre der Armenpriester!

  9. Elisabeth sagt:

    @Silvia
    Die gestrigen Jahrestag-Medienberichte, die ja diverse Blogger thematisiert haben, fasste ein Kommentator wie folgt -sehr gelungen-zusammen:
    …“also wir wissen jetzt, unser franz trägt kein spitzenkleidchen mehr, isst im speisessaal, weil das essen eventuell vergiftet sein könnte…und papa franz ist ein ganz einsamer mensch…verlassen und geschlagen, sein edles angesichte wird dann nur überschminkt…hätten wir aber die medien nicht, hätten wir keine lachkrämpfe…“
    Soviel also zu wundersam & merkwürdig!
    @Peter Lehmann
    Ich sehe in der Tat etwas schwierigere Zeiten auf Kirche & Papst zukommen; sollte sich Franziskus aber des „Merkens würdig“ erweisen, so braucht er die Standhaftigkeit eines Märtyrers! Gibt er die Abtreibung NICHT frei, führt er die Homo-Ehe NICHT als achtes Sakrament ein, wird er NICHT die Notwendigkeit konzelebrierender Frauen sehen, wird er weiterhin NICHT den Forderungen „Sex für alle“ folgen und den Teufel NICHT als vorkonziliares Konstrukt sehen…dann steht er auf der Abschussliste! Mit ihm natürlich alle katholischen Christen, die die Lehre ihrer Kirche ernst nehmen!
    Inwieweit die derzeitigen politischen Umwälzungen in sein „Ressort“ fallen, kann ich nicht beurteilen…(verschwörungstheoretisch bin ich nicht so gebildet*seufz*)

    Und es wird ein langer Prozess werden, bis die MSM Franziskus‘ echte Botschaft verstehen werden…beten wir dafür, dass dies in NICHT allzu ferner Zukunft gelingen möge…

    • chrisma sagt:

      Können Sie mir liebe @Elisabeth bitte sagen was MSM ist und aus welchem Blog ist das Zitat das Sie anführen???. Sorry ich habe immer versucht den konservativen Standpunkt zu verstehen und zu respektieren. Vor dem was Sie an @ Peter Lehmann schreiben stehe ich ratlos.

    • Peter Lehmann sagt:

      Werte Elisabeth
      Was sie als Verschwöhrungstheorien bezeichnen, sind Tatsachen. Die Verschwöhrungstheorien zu der Lage in der Ukraine können Sie in den, von Ihnen genannten MSM, nachlesen, von den meisten unserer Politiker hören und im Fernsehen verfolgen.

  10. smilodon sagt:

    @Chrisma
    Ich kann leider nicht direkt unter Ihrer Frage unter meinem 2. Posting an @S.G. antworten, weil unter dieser Frage keine Schaltfläche für „Antworten“ steht.
    Ich muss Sie wirklich bei um Entschuldigung bitten. Ich habe das was verwechselt. Ich habe nachgeschaut, um Ihnen den Link anzugeben und habe dabei festgestellt, dass das nicht Sie waren, sondern @galahad.
    Auch die Bemerkungen im Posting an @S.G., mit denen ich Sie angesprochen habe, hätte ich an @galahad richten müssen.
    Also nochmals: Entschuldigen Sie bitte. Das war mein Fehler.

    • galahad sagt:

      @ Smilodon – Das werden Sie mir sicher seriös belegen können, dass ich Ihnen erklärt habe, dass Sie sich aus diesem Forum verabschieden sollten. Ich halte Sie in der Tat mit Ihren Thesen zu „Zeitgeist“ und „Medien“ für nicht satisfaktionsfähig, aber mir fehlt völlig der exkommunikative Eifer, andere aus Foren wegsperren zu wollen. Im übrigen ist das der Blog von Pater Hagenkord, wie bereits angemerkt wurde.

    • chrisma sagt:

      @smilodon alles ist gut zwischen uns. In diesem Blog ist jeder willkommen, so habe ich Pater Hagenkord verstanden und so führt er diesen Blog. Wenn die „Wogen“ bei einem Thema hoch gehen, so gibt es doch bei anderen Themen wieder Gemeinsamkeiten. Ihnen eine schöne Woche.

  11. Elisabeth sagt:

    @chrisma
    Liebe chrisma, MSM abgekürzt für Mainstreammedien…Spiegel, Fokus, online Portale usw…alles, was die Lehre der röm. Kath. Kirche von Grund auf kennt…*ironie off*
    Der witzige Kommentar dürfte sich auf den Blogbeitrag beim Kreuzknappen beziehen, ich persönlich ärgerte mich am meisten über meinen „Heimatfunk“ ORF <<…Ein Jahr Franziskus: „Ein Papst ohne Spitzenkleidchen“ Vor einem Jahr hat der Argentinier Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus die Leitung der römisch-katholischen Kirche übernommen. Seither hat sich einiges verändert – vor allem das Papst-Amt an sich<<
    Alles in allem hat sich bei dieser 1.Jahresfeier einfach gezeigt, dass Franziskus wohl am besten bei Adam & Eva anfängt mit der „Reform zu einer missionarischen Kirche“… es scheint Hopfen und Malz verloren (siehe Video bei BR, in das ich auch unvermutet hineingeriet und dabei an einige einstens franziskusfreudige Mitchristen in meinem Umfeld denken musste…denen spricht Franz mittlerweile zuviel von Hölle, Teufel, Beichte, Gnade usw…er setze aber keine notwendigen „Reformen“ durch…(siehe mein Posting @Peter Lehmann)
    Beim Blog http://vorgestellt-nachgedacht.blogspot.co.at/ habe ich eine bemerkenswerte Darlegung dieses Problems gefunden…
    <<Wenn die "Eschatologiekompetenz", wie ich sie genannt habe, verloren geht, wird vieles nicht mehr einsichtig. Im Zusammenhang mit der kirchlichen Sexualmoral hat neulich ein Freund geschrieben, dass die Kirche kein Kommunikations-, sondern ein Plausibilitätsproblem hat. Und es stimmt: Ohne den Blick "nach oben", ohne die Perspektive der Ewigkeit, ist vieles nicht nur nicht mehr kommunikabel, sondern auch nicht mehr plausibel: Wie soll ich z.B. das Evangelium des heutigen Sonntags verstehen, wenn nicht aus eschatologischer Perspektive? Wenn ich das nicht tue, bleibt es bei dem unangenehmen Geschmack sinnloser Gesetzesverschärfung oder fader Institutionenkritik, abgemildert durch den sorgenvollen Predigerhinweis, dass es entweder alles nicht so gemeint, oder eher für die anderen bestimmt sei. Das trifft wohl nicht den Punkt, denn dieses Evangelium erweist sich doch als wahrlich "frohe Botschaft" erst aus der Reich-Gottes-Perspektive <<
    Im Übrigen, liebe chrisma, wird es in Zukunft echt nicht mehr um konservativ & progressiv gehen, sondern (um es mit Steve Jobs zu sagen) einzig um KONSTRUKTIV & DESTRUKTIV…eben in/mit „Blick auf die Ewigkeit“!

    • KRP sagt:

      Ich gebe Ihnen vollkommen recht entweder ist es Affinität oder Ironie was so wieder gegeben wird und hat nichts aber auch rein gar nichts mit Glauben zu tun.

    • chrisma sagt:

      @Elisabeth, Liebe Elisabeth danke nun versteh ich besser. Ihre Einschätzung zu MSM teile ich. Als ich weiter oben einen kleinen Auszug aus einem Artikel von Spiegel online eingestellt habe, hatte ich vergessen dazu zu schreiben. „der Rest war belanglos und unnötig wie immer“. Auch teile ich Ihre Meinung, dass einige unserer Mitchristen offensichtlich unter „ Reformen“ verstehen die Grundmauern unseres Glaubens einzureißen und sich ein unverbindliches Glaubensmodell zu schaffen. Andere wiederrum unterstellen schon beim geringsten nachdenken, bei der geringsten Veränderung Häresie. Diesen Spagat muss das Pontifikat Franziskus leisten (übrigens nur da wo die gegenpoligen Ansätze seriös gemeint sind, die derzeitige Hetzkampagne gegen das Pontifikat nehme ich nachdrücklich aus.) Die „Eschtalogiekompetenz“ wird dieser Papst, werden sich seine mit ihm wirkenden Kardinäle dabei nicht aus der Hand nehmen lassen. Da bin ich absolut sicher. Ja die Zeiten ändern sich, wir stehen am Anfang einer neuen Zeit. Dies meint aber weniger die Veränderung des Papsttums (dies hat sich seit Pius 12 ständig verändert, besonders in seiner äußeren Ausdrucksform) sondern vielmehr die die das 21. Jahrhundert für uns bereithalten wird. Zur kirchlichen Sexualmoral liebe Elisabeth, der Zug ist abgefahren und zwar ohne weite Teile unseres Klerus. Der kirchliche Erlaubnis, – Herrschafts und Autoritätsdiskurs, wie er über lange Jahrhunderte das private wie öffentliche Leben eben auch das Sexualleben der Christen beherrscht hat, er läuft heute ins Leere, hat sich in den Bereich der Irrelevanz manövriert. Wie Bischoff Ackermann es formuliert: „wir spüren ja, dass die Kirche hier auf breiter Fläche nicht gefragt ist, dass Menschen da von ihr keine Orientierung mehr erwarten.„Der Mensch ist ein sinnliches, ein körperliches Wesen und sexuelles Wesen. Wer Sexualität nur als etwas sieht, das kontrolliert und reguliert werden muss, verneint nicht nur einen wesentlichen Aspekt menschlicher Existenz, sondern beraubt sich auch einer Begegnung mit der göttlichen Wirklichkeit. Hier gibt es nur eine Frage die wir uns in unserer Kirche fragen müssen: Hat die Kirche in ihrer Geschichte auch etwas zu lernen oder nur zu lehren, haben die Menschen ihr auch etwas zu sagen oder braucht sie nicht auf sie zu hören. Wo ein vermachteter, verrechtlichter Diskurs über all diese Themen in der Kirche dominiert, gibt es zu wenig Orte wo das Volk Gottes erkunden kann was die Botschaft Jesu heute bedeuten kann. Was nun den Schluss anlangt: ich habe so mein kleines Problemchen mit dem Zitat von Herrn Job: wer bitte legt dann fest was konstruktiv oder destruktiv ist. Für Steve Job war dies ein leichtes, alles was Apple und seinen Interessen diente war konstruktiv, alles was ihm und Apple nicht diente war destruktiv. Nur sahen dies einige Mitarbeiter von Apple anders und ein Dialog wurde dann nicht geführt, die waren dann eben destruktiv…… Aber „Schachteldenken „ist nicht gut. So habe ich Ihren Hinweis am Schluss verstanden. Ihnen morgen einen gesegneten Sonntag.

  12. Silvia Brückner sagt:

    Was mich bei der Debatte über Reformen nervt ist, dass es immer nur um die Sexualmoral geht, und zwar in allen „Lagern“.

    Katholisch sein hat doch nicht nur etwas mit Sexualmoral zu tun, da hängt doch viel mehr dran.

    Und auch die Debatte über die wiederverheirateten Geschiedenen, so wichtig sie auch ist, sollte nicht isoliert von der Gesamtheit des katholischen Glaubens gesehen werden.

    Kürzlich habe ich „irgendwo“ im Internet, ich weiß nicht mehr wo, ein Video gesehen, wie Papst Franziskus in Buenos Aires gearbeitet hat. Das hat mich so sehr beeindruckt, dass ich gedacht habe, je mehr von diesem Stil er als Papst beibehalten kann, desto besser.

    Das ist nämlich die Kirche, wie ich sie mir von Jugend an erträume. Liturgiefeinheiten werden unter diesem Gesichtspunkt völlig unwichtig.

    Aber eine liturgische Frage habe ich doch:

    In einem anderen Blog wurden mit großer Entrüstung Bilder verlinkt von einem Gottesdienst, den der neue Sekretär der Bischofskongregation gefeiert hat.

    Da traten u.a. sehr hübsche junge Frauen in wunderschönen, duftigen Gewändern als Tänzerinnen auf, und solche Bilder von einem brasilianischen Gottesdienst habe ich schon mal gesehen.

    Weiß jemand, welche Funktionen diese Tänzerinnen in der Eucharistiefeier haben?

  13. KRP sagt:

    Konstruktiv oder destruktiv egal wo es angewendet wird hat sicher damit zutun bzw. sehe ich so das es einfach nur zwei Seiten gibt und nichts anderes dazwischen. Ob das dann wirklich so ist???

  14. Elisabeth sagt:

    @chrisma & Silvia
    In Bezug auf Sexualmoral und was derzeit (noch) kirchlicherseits davon „gelehrt“ wird…da gebe ich Ihnen recht, da ist der Zug abgefahren! Der Ehebruch steht ja nicht allein als Sünde (9 Gebot) da, sondern zeitigt Folgesünden (Lüge, Stehlen, Verleumden, Unkeuschheit, als Vater und Mutter versagen, usw…) aber das weiß heute der allergrößte Teil der Christenheit nicht mehr! Das Sündenbewusstsein ist dahin…an seine Stelle ist ein Gutmenschentum getreten. Der Blogger Josef Bordat formulierte das so…“heute ist von Sünde nur mehr in Bezug auf Steuer und Umwelt die Rede!“ Die Geschichte hat gezeigt, dass es immer wieder „Stämme“ (Nationen) gegeben hat, die an ihrer Dekadenz zugrunde gingen…Warum sollte das mit Europa nicht passieren??
    Über „Ungezügelte Sexualität“ machten sich schon berühmtere Leute so ihre Gedanken und blickten damit weit voraus…
    „Diese Welt ist gefallen“, schreibt J.R.R. Tolkien 1941 in einem Brief an seinen Sohn Michael. Er fährt fort: „Die Störung des Sexualtriebes ist eines der Hauptmerkmale des Falles.“ http://www.kath.net/news/45262
    Schön, wenn Sie Papst Franziskus eine „Eschatologiekompetenz“ zutrauen! Hoffentlich macht er davon heftig Gebrauch!
    Zu wunderhübschen Tänzerinnen in flockigen Roben…“Tanz um den Altar“ gilt in Indien und Südamerika als Gebet…sie würden überzeugend auch vor der ausgesetzten Monstranz in leerer Kirche tanzen. Hier in Europa tanzt man wohl, um die paar Leutchen zu erfrischen, die sich noch aufraffen, um einen sogenannten „Gottesdienst“ zu besuchen…Ich hatte dazu einmal eine heftige Diskussion in meinem pers. Umfeld…es ging auch um das Tanzen im Sinne von „mehr Unterhaltung & Abwechslung“ im Gottesdienst (Hl. Messe!) Ich fragte die Tanzwilligen, ob sie ihre Einlage auch vor einem simplen Wegkreuz zum Besten gäben…schließlich tanzen sie ja für Gott/Jesus…Na, mehr hat’s nimmer gebraucht…“da schaut ja niemand zu und wenn das jemand sähe, dann käme der Notarzt und man würde mit Verdacht auf Drogenrausch in die nächste Klapse gefahren…usw…“
    Also, meiner Meinung nach fehlt es in unseren Breitengraden an überzeugten, betenden, demütigen, ausdrucksstarken, glaubensbezeugenden JUNGEN Tänzerinnen, die damit glaubhaft ihre Verehrung, Lob und Preiss des Dreifaltigen Gottes „rüber bringen“! (Man gebe sich nur die vielen stümperhaften Versuche, die gehen dann als liturgische Missbräuche durchs www… https://www.facebook.com/media/set/?set=a.549988751695267.87433090.544137242280418&type=1
    Noch ein Satz zu „Konstruktiv & Destruktiv“…Ich verstehe das so, dass man sich einfach fragen sollte: Was ist konstruktiv für mich, um das Ewige Leben zu erreichen…und was eben destruktiv (Zielsetzung)…Recht viel andere Möglichkeiten haben wir nicht! Und da bin ich sehr froh, dass sich Papst Franziskus sowohl den Orthodoxischen Kirchen, als auch den Freikirchen (Charismatischen Gemeinschaften) annähert. Wir können viel voneinander „profitieren“, indem wir wirklich gemeinsam den „Blick nach oben“ richten im Wissen um das NÄCHSTE Leben!!
    Und nicht in Strukturen und Bürokratie versinken….

    • chrisma sagt:

      @Liebe Silvia Brückner, ich denke es ist so wie in vielen Teilen der Welt (Indien, Lateinamerika und allen voran unsere Glaubensschwestern/Brüder in Afrika) Tanz wird zur höheren Ehre Gottes in die Feier der Liturgie eingebunden. Andere Kontinente andere Sitten, persönlich mag ich dies sehr gern, besonders in Afrika geht da manchmal „die Post ab“ und wer sagt das wir Gott nur still, sitzend oder auf Knien verehren dürfen. Ich glaube Sie würden so eine ordentlich lebendige afrikanische oder mit Tänzen der indigenen Menschen in Peru durchsetzte Messe mögen. Soweit meine Interpretation der schönen Bilder. Wenn sowas in anderen Blog‘s kontrovers diskutiert wird fällt mir nur ein Kommentar dazu ein: Europa ist schon lange nicht mehr das Epizentrum des katholischen Glaubens. Allerdings fehlt uns hier in Europa auch die Tradition dazu. Also bleiben wir bei Mozart, Hyaden und anderen.
      @Elisabeth, ich glaube Sie irren sich da ein wenig „Unkeuschheit“ ist keines der 10 Gebote. Falls Sie damit die „Masturbation oder Selbstbefriedigung“ meinen, so muss ich Ihnen leider sagen, dass ich an diesen Stellen dem Katechismus selbstverständlich nicht folge, dies mag mit meinen Beruf (Neurologin/Psychiaterin in der geschlossenen Psychiatrie) zu tun haben. Welch verehrende Auswirkungen die Unterdrückung und unter das unter Strafe stellen besonders der jugendlichen Sexualität haben kann, erfahre ich jeden Tag in meiner Arbeit. Auch für den erwachsenen Menschen ist, nennen wir es „Autoerotik“ ein gutes Mittel sexuelle Spannungen abzubauen, ja überhaupt erst mal welche zu machen wenn es noch keinen Sexualpartner gibt. Lebendige, verantwortlich gelebte Sexualität sollte im Mittelpunkt der Lehre der katholischen Kirche stehen, hat Gott doch den wunderschönen „Garten der Lüste“ für uns geschaffen; dies nicht um uns am Zaun des Gartens die Nase platt zudrücken, sondern um hineinzugehen und seine Früchte zu genießen. Das es Auswüchse in jede Richtung gibt, als da z. B. sind Pornografie und sinnlose Promiskuität stelle ich nicht in Abrede. Hier hätte die katholische Kirche gute Lebensmodelle anzubieten. Stattdessen rammt sie Verbotsschilder in die Erde und droht mit Sünde.
      J.R.R. Tolkien (ich liebe „Herr der Ringe,) ist ein sehr lausiger Sexualwissenschaftler, wenn nicht überhaupt keiner. Die Sexualwissenschaft hat in den letzten 100 Jahren herausragendes geleistet. Zu ihrem Verständnis Sexualwissenschaft: Die Sexualwissenschaft befasst sich mit der Lehre vom Geschlechtsleben, der Sexualität im weiteren und im engeren Sinne. Die Arbeitsschwerpunkte liegen neben der empirischen Forschung bei den physiologischen, psychischen und soziokulturellen Aspekten der Sexualität sowie der Entwicklung von pädagogischen und therapeutischen Angeboten. Selten erwähnt, wenn auch nicht unwesentlich, sind die sexualpolitischen Stellungnahmen. So wie wir nicht mehr Glauben, das die Erde ein Scheibe ist( war schwer genug das der katholischen Kirche beizubringen) dürfen wir uns getrost den Wissenschaften anvertrauen, weder werden wir dann dekadent noch geht die Welt unter. In Ihrer Definition zu konstruktiv und Destruktiv kann ich Ihnen folgen, Öffnung zu den sog. Freikirchen wird sicher ein langer Weg, da die Bereitschaft und das Verständnis auf beiden Seiten nicht sehr groß ist.

      • chrisma sagt:

        @PS Das wir der Wissenschaft eine Ethik entgegenhalten halte ich für unerlässlich. Dies tun wir in den meisten Fragen wie Abtreibung oder in unserer Haltung zur PDI und anderes sehr gut. Aber wir können sie niemandem mehr restriktiv „anordnen“.

        • chrisma sagt:

          @Elisabeth, da fand ich gerade in den Werker der Heiligen Edith Stein noch etwas für unsere Diskussion bemerkenswertes:
          „“Die Kirche ist das Reich Gottes in dieser Welt und muss den Wandlungen alles Irdischen Rechnung tragen; sie kann ewige Wahrheit und ewiges Leben in die Zeit nur hineintragen, indem sie jedes Zeitalter nimmt, wie es ist, und es seiner Eigenart gemäß behandelt.“
          ESGA 13, 147

          • Guardianus sagt:

            @chrisma. Die (röm.kath.) Kirche: das Reich Gottes? Muss Gott der Weltzeitalter Rechnung tragen, darin es nicht umgekehrt sein müsste? Wird in dieser Auffassung und diesem Glauben das Wort Gottes “ nicht ganz geschickt außer Kraft gesetzt“?
            Ist das Reich Gottes nicht da, wo Gott ( das Wort, welches im Anfang ist) allein über, in und durch uns herrscht…und nicht das, was wir in Ihm glauben zu sehen und daher für jede Generation übersetzen meinen zu müssen? ….

      • Silvia Brückner sagt:

        Liebe Chrisma, ja, das sehen Sie richtig, dass ich solche lebendigen Messen in anderen Kulturen mögen würde. In meiner Nachbarschaft wohnt einkatholisches Ehepaar in unserem Alter, sehr engagiert in der katholischen Kirche, die schwärmen regelrecht von den Gottesdiensten in Afrika, und für afrikanische Priester hier in Deutschland, die sie nach Möglichkeit sehr unterstützen.

        Auch Ihre Äußerungen zur Sexualität und der offiziellen katholischen Sexualmoral kann ich hundertprozentig unterstützen.

    • Silvia Brückner sagt:

      @Elisabeth, verstehe ich Sie richtig, dass für Sie „Ehebrecher“, also Menschen, die nach einer Scheidung ein zweites Mal standesamtlich heiraten, ohne jedwede Differenzierung Menschen sind, die infolge dieser „Todsünde“ auch stehlen, lügen, verleumden?

      Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung? „Wer bin ich, um (ihn / sie) zu verurteilen?“ fragte unser Papst einmal wenn auch in anderem Zusammenhang. Wer sind Sie, um als Christin andere Menschen quasi zu Verbrechern, denen alles zuzutrauen ist, abzustempeln, nur weil sie nach dem Scheitern ihrer ersten Ehe einen zweiten Anlauf mit einem neuen Partner wagen?

      Wahrscheinlich bin ich für Sie jetzt auch ein „Gutmensch“, wenn ich Ihnen diese Frage stelle.

      Was ist für Sie das Gegenteil von „Gutmensch“?

      Übrigens, bei den von Ihnen verlinkten Bildern von „liturgischen Missbräuchen“ sind auch Bilder unseres Papstes dabei, die ihn zeigen, wie er auf Lampedusa an einem Altar zelebriert, der aus Überresten eines vor Lampedusa untergegangenen Bootes errichtet worden ist.

      Können oder wollen Sie diese symbolische Botschaft nicht verstehen?

    • KRP sagt:

      Eine Frage zum Gutmenschentum, was ist verkehrt daran „Gut“ zu sein wünscht man sich das denn nicht, bzw will das denn nicht eigentlich jeder? Wäre es nicht so das dann eventuell das Böse keine Macht mehr hätte?

      • Peter Lehmann sagt:

        KRP
        Sehr gute Frage. Ich vermute Elisabeth meint mit Gutmenschen, dass es sich dabei um Menschen handelt, welche im gewissen Sinne Probleme mit der ewigen Verdammnis bei Zuwiderhandlungen gegen „Grundsätze“ haben bzw. damit leben können, dass Menschen fehlbar sind. So gesehen, stimme ich Ihnen zu, dass das Gutmenschentum im Grunde positiv zu besetzen ist, hat doch der Gutmensch erkannt, das wir alle, wie es Papst Franziskus auch von sich selbst sagt , „Sünder“, also nicht fehlbar sind.

    • Ich glaube dies passt zu ihren Beitrag und das was Papst Franziskus sagt kann man nicht oft genug wiederholen: „Ich frag mich“, so Franziskus: „Wie oft verachten wir in unserem Herzen gute Menschen, gute Leute, die den Herrn so preisen, wie es ihnen kommt, so spontan, weil sie nicht gebildet sind, weil sie nicht formalen Haltungen folgen? Tja, Verachtung! Und die Bibel sagt, dass Michal deswegen ihr ganzes Leben lang unfruchtbar geblieben ist! Was will das Wort Gottes hier sagen? Dass uns die Freude, dass uns der Lobpreis fruchtbar machen! Sara tanzte im großen Augenblick ihrer Fruchtbarkeit, im Alter von neunzig Jahren! Die Fruchtbarkeit, die uns der Lobpreis des Herrn schenkt, die Unentgeltlichkeit des Lobpreises des Herrn. Der Mann oder die Frau, die Gott preisen, die beten, indem sie den Herrn lobpreisen, die sich, wenn sie das Gloria beten, dabei freuen, die sich bei Singen des Sanctus in der Messe freuen — sie sind ein Mann oder eine Frau, die fruchtbar sind“
      Es kommt darauf an das man es tut, Lobpreisen, und nicht so sehr auf die Form.

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe Elisabeth, bezüglich Ihrer Klage über die Schlechtigkeit „der Anderen“ möchte ich Ihnen die heutige Predigt unseres Papstes ans Herz legen:

      http://de.radiovaticana.va/news/2014/03/18/papstpredigt:_nein_zur_scheinheiligkeit/ted-782473

  15. KRP sagt:

    Sind wir nicht auch hier in Europa – Stichwort Globalisierung – ein Land mit vielen Kulturen das heisst doch dann auch das wir uns anpassen sollten und den Fremden öffnen nicht nur unsere Kultur aufdrücken sondern um die Menschen zu integrieren, einzubinden ihnen auch ihre Lebensweisen zu lassen und akzeptieren. Ist das dann „Gutmenschentum“?

    • KRP sagt:

      ich meine ein „Gutmenschentum“ das doch nicht verkehrt sein kann, andere in ihrer Lebensweise zu akzeptieren, anzuerkennen.

      • Peter Lehmann sagt:

        Eine Einschränkung
        Das Gutmenschentum, die Akzeptanz des Anderen, seiner Lebensweise kann nur soweit gehen, solange zur Lebensweise des Anderen nicht die bewusste Schädigung seiner Mitmenschen gehört. Jemand anderen bewusst Schaden zuzufügen kann auch ein Gutmensch nicht mehr gut heißen.

        • KRP sagt:

          @Peter Lehmann Ja, Ihre Einschränkung versteh ich, doch wenn ein Mensch mit guter Absicht andere akzeptiert, ohne Hintergedanken dann kann es doch keine bewusste Schädigung geben und heisst es nicht auch wenn dir jemand auf die Rechte Wange dann halt ihm auch die Linke hin. Genauso wie es heisst nicht siebenmal sollst du vergeben sondern sieben mal sieben, also unzählig oft…immer.

          • Peter Lehmann sagt:

            KRP
            Wenn ein Mensch mit guter Absicht andere akzeptiert, ohne Hintergedanken, heisst das noch lane nicht, dass der Andere ihn nicht bewusst schädigen kann.
            Sicher kann er dem „Schädling“ unendlich oft vergeben und auch jede Wange immer wieder hin halten, aber das Verhalten des Anderen Gut finden muss er deshalb meiner Meinung nach trotzdem nicht. Dann müsste man auch den zweiten Weltkrieg gut heißen.

      • Guardianus sagt:

        .. dabei kommt mir das Wort des Herrn in den Sinn, der sagt:“was nennst du mich gut? Nur einer ist gut (der Gute), Gott der Herr…“

  16. Elisabeth sagt:

    Liebe Silvia, Sie bringen da einiges durcheinander. Bis es zu einer Scheidung kommt, muss ja etwas passiert sein. So aus heiterem Himmel geht man nicht auseinander. „Liebling, es wird heute später im Büro…“(klassischer Ehebruch-Satz in jedem Krimi!) derweil trifft man/frau sich mit dem nächsten Partner/in…ist das nicht eine Lüge? Stiehlt man dem/der Ehepartner/in nicht das Selbstwertgefühl, wenn man sich was Neues (vermeintlich Besseres) sucht? Wird den Kindern nicht das Kindsein in der Geborgenheit einer funktionierenden Familie gestohlen? Wie wahrhaftig geht man/frau mit dem/der Neuen Partner/in um? Ich meine also diese Sünden, die letztendlich zur Ehescheidung führen. So ganz ohne sind die nämlich auch nicht!
    Das Gutmenschentum klammert jegliche „Eschatologiekompetenz“ aus! Verdunkelt sie und lässt sie nicht zu! Bringt mir der Konsum von Ökostrom und Bioeiern eine tiefere Sehnsucht nach der ewigen Anschauung Gottes??
    Bezgl. Verlinkter Facebookseite…kann man eigentlich nur wieder seufzen…“wenn Ihr nur halb so viel gebetet hättet…“!

    • KRP sagt:

      Sicher liefert mir Ökostrom und Bioeier alleine keine Sehnsucht aber Massentierhaltung und Ausbeutung sicher auch nicht und wenn ein Mensch in guter Absicht sich dagegen stellt und auf die Straße geht spiegelt sich da sicher auch Gott wieder.

    • KRP sagt:

      Was eigentlich ist Eschatologiekompetenz? Wer hat die oder wie kann ich die erreichen? Also da glaube ich reicht mein Gut sein, meine guten Absichten, die alleine Gott kennt sicher nicht aus. Welch ein Glück das es Christus gibt.

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