Es herrscht kein Krieg in Europa

Vor vielleicht eineinhalb Jahren war ich zu einem Vortrag geladen, ich sollte in Nürnberg über Papst Franziskus sprechen. Der Saal war voll, das Interesse – am Papst, nicht an mir – war groß, auf dem Pult stand eine kleine witzige Papstfigur, die Stimmung war gut.

Bis es in der anschließenden Fragerunde zu einer Frage nach „Christenverfolgung in Europa“ kam. Ich weiß nicht mehr genau, was der Anlass war, es waren auf jeden Fall Belästigungen von Christen, oder sogar Gewalt. Jedenfalls meinte im Saal jemand, dass jetzt ja schon in Europa Christen verfolgt würden.

Das war vor der Debatte um Flüchtlinge und Merkels „wir schaffen das“, das war aber Mitten in der Debatte um die Situation der Christen in Syrien und im Irak, in Ägypten, Libyen und anderen Ländern.

Seitdem ebbt diese Frage nicht mehr ab. Auch hier im Blog meinen einige kommentieren zu sollen, dass Krieg herrsche, und zwar gegen Christen.

Meine Antwort damals in Nürnberg ist geblieben, auch heute. Den Begriff „Verfolgung“ zu benutzen, ist obszön. Im Syrien und im Irak gibt es Verfolgungen, von Christen, von Jesiden, aber auch von Muslimen, die sich dem Terrorregime nicht unterwerfen. Dort kann man ernsthaft von Verfolgung sprechen.

Dass ein Priester brutal ermordet wird, dass es Beschimpfungen gibt, das darf man alles nicht verharmlosen. Aber das ‚Verfolgung’ zu nennen – ich wiederhole – ist obszön und wird dem Leiden der Tausenden nicht gerecht, die unter unglaublichen Umständen alles verlieren, Haus, Zukunft, Familie, die eigenen Kinder oder Eltern, und deren Leben unter der Gewalt des so genannten „IS“ oder Boko Haram oder sonst wem zusammen bricht.

Gewalt ist schlimm, auch hier. Wenn es sich gegen Christen richtet genau so wie die Gewalt, die unter den Türken in Deutschland gerade wächst, gegen-Gülen und so weiter. Aber es gilt Verhältnismäßigkeit.

 

Es gilt Verhältnismäßigkeit

 

Der so genannte IS möchte natürlich mächtig aussehen und Angst machen, den Gefallen müssen wir ihm nicht tun. Genau hinsehen, Gründe herausfinden, Menschen schützen, das ist alles wichtig. Nicht aber Panikmache und damit die Arbeit der Terror-Bringer selber noch unterstützen.

Es herrscht kein Krieg in Europa. Und keine Christenverfolgung. Und auch wenn die üblichen Webseiten schon schwadronieren, dass es nicht nur Pflicht sei, für Feinde zu beten, sondern auch, diese zu bekämpfen, dann hat der so genannte „IS“ der Rest dieser Mörderbanden schon einen Sieg errungen.

Ein Nachtrag: Immer mehr Leute weisen in Kommentarspalten – auch hier – auf „das Schweigen“ hin, des Papstes, der Kirche, der Christen. „Gutmenschen“ ist allgemein das Stichwort, „Appeaser“ und so weiter. Und sie weisen dadurch Papst, Kirche, Christen, wem-auch-immer eine Mitschuld zu. Das ist perfide. Nach dem Motto: wenn ihr nicht in unsere laute Unverhältnismäßigkeit einstimmt, zeigen wir mit dem Finger auf euch. Hier wird nur noch Schwarz und Weiß gesehen und Schuld verteilt, wo keine ist.

 

Guerra a pezzi

 

Moment Mal, Herr Pater, spricht der Papst nicht selber vom Weltkrieg, der heute herrsche? Immer und immer wieder, zuerst zur Verunsicherung aller hier in Europa?

Ja, das tut er. Erst neulich, im Flieger nach Polen: „Wir haben keine Angst davor, diese Wahrheit auszusprechen: Die Welt ist im Krieg, weil sie den Frieden verloren hat.“ Ganz ausdrücklich will er von Krieg sprechen, nicht von Unsicherheit. Aber dann sagt er weiter, im Nachsatz, angeführt von der Bemerkung, er wolle noch etwas klarstellen: „Manch einer könnte denken: ,er spricht von einem Religionskrieg´. Nein. Wir Religionen wollen alle den Frieden. Den Krieg wollen die anderen. Verstanden?”

Also passt das dann doch zusammen. Kein Krieg der Religionen, aber Krieg der Interessen, des Geldes, um Macht und Ressourcen, um die verschiedenen Dimensionen aus derselben Ansprache des Papstes noch mal aufzuzählen. Im Krieg geht es um andere Dinge als um Religion, diese wird nur vorgschoben.

Wenn wir also davon sprechen wollen, dann müssen wir Europa nicht auf der Seite der Opfer des „Krieges in kleinen Stücken“ suchen, sondern eher bei denen, die Interessen haben, an Waffenhandel verdienen, den eigenen Reichtum schützen, weltweit Rohstoffe abbauen … .

Also noch einen Schritt weiter: Das Reden über „den Islam“ und seinen Krieg verdeckt die wahren Interessen dahinter. Mörderische, finanzielle, was auch immer für Interessen. Und um die müssen wir uns kümmern, sonst findet der Krieg in Teilen und finden die Fluchtbewegungen kein Ende.

 

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40 Kommentare zu Es herrscht kein Krieg in Europa

  1. Danke Pater Hagenkord für DIESE so WICHTIGE DIFFERENZIERTE KLARSTELLUNG!!

    mit einigem Grausen „befallen“ selbst solche seriösen Blogs

    – von manchen „Rechtgläubigen“ besonders- diesen Untergangspropheten(„Rettung des christlichen Abendlandes“ usf.usf….)

    muss man diese dem EVANGELIUM ZUWIDERLAUFENDE Kommentare lesen..

    vor denen hat übrigens schon Johannes XXIII (Unglückspropheten!!)gewarnt!!

    Christen sollten nicht den „Privaten Lehrämtern“ mancher speziellen Blogs hinterherlaufen..

  2. Willi sagt:

    Nein, in diesem toleranten Europa werden wir Christen nicht mehr auf glühende Roste oder den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Da haben Sie recht. Auch der Brutalität der Allahkrieger in Afrika und dem Orient sind wir hier nicht ausgesetzt. Solche brutalen Methoden hat die in Europa herrschende Elite gar nicht nötig.

    Die Verfolgung existiert dennoch, aber die Mittel sind subtiler. In diesem toleranten Europa können Sie schwul sein, Moslem oder pädophil. Das wird alles verziehen. Aber wenn Sie sich wirklich ausgrenzen wollen, dann müssen Sie zugeben, katholischer Christ zu sein.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Willi, das ist wirklich Quatsch. Nein, man darf hier nicht Kinder missbrauchen, das wird bestraft. Streng sogar, und das ist richtig so. Das mit Muslim sein oder homosexuell sein zu verrühren ist schon dreist.
      Und nein, es gibt keine Verfolgung. Wie man auf die Idee kommen kann, sich in der freiesten Gesellschaft, die wir in Deutschland jemals hatten, als Opfer umzudefinieren, ist mir schleierhaft. Rechte werden geschützt, nicht verfolgt, das gilt auch für die Religion.

    • Suarez sagt:

      Fragen Sie mal ruhig junge Lesben oder Schwule, ob die ausgegrenzt werden, Willi. Die werden Ihnen was husten. Ich habe nicht einmal Ausgrenzung wegen meiner öffentlich kundgetanen Religion erlebt – im Gegenteil, ich bin deswegen schon peinlicherweise und gegen meinen Willen protegiert worden. Von weltanschaulich angeblich neutralen Beamten…
      Man muss schon eigentümlich sein, um solchen Mist in die Welt zu setzen.

      • Wrightflyer sagt:

        Suárez, ich habe selbst eine Tante die sich, als sie den Verkauf unseres gemeinsam geerbten Hauses managte, weigerte, es an ein Schwulenpaar zu verkaufen.
        Und für die es ein ganz furchtbarer Verdacht ist der nicht augesprochen werden darf, daß mein jüngerer Cousin, ihr jüngerer Neffe, evtl. schwul sein könnte.

    • Wrightflyer sagt:

      Solange „schwule Sau“ noch das schlimmste nur mögliche Schimpfwort auif unseren Schulhöfen ist, kann mir keiner erzählen daß Homosexuelle nicht diskriminiert würden…

  3. Realist sagt:

    Es kann unter Menschen kein gerechterer Grund zum Schmerz entstehen, als wenn sie von einer Seite, von der sie mit Recht Dankbarkeit und Wohlwollen erwarten müssten, Kränkungen und Schaden erleiden. – Joseph Pulitzer

    Dieser Umstand scheint mir auch der Grund für viele Vorbehalte zu sein. Diese Erfahrung macht man nicht in jeder Position und nicht in jedem Lebensumfeld aber eben doch in Bezirken wie Berlin-Neuköln oder in Duisburg-Marxloh. Wer dort zum Opfer wurde, tröstet sich nicht damit, dass ihm sein Schaden in Mitteleuropa widerfahren ist.

    Der Pessimist sagt…schlimmer kann es nicht mehr werden… Der Optimist sagt doch

  4. Galahad sagt:

    „Es herrscht kein Krieg in Europa. Und keine Christenverfolgung.“

    Danke für diese klare und nüchterne Feststellung. Wenn man sich in Zeiten der Verunicherung von der martialischen Weltuntergangs-Rhetorik – leider bis in die politischen oder kirchlichen „Eliten“ hinein – anstecken lässt, ist es nur noch ein kurzer Weg von der sprachlichen zur gedanklichen Verwirrung, die in keiner Weise die Implikationen und dann auch konkreten naheliegenden Folgen des Kriegs-Geredes oder des Verfolgungs-Wahns bedenkt.

    Sehr beruhigend, dass Pater Hagenkord einen kühlen Kopf behält 🙂

    • Gallicantus sagt:

      Ich darf in aller Demut daran erinnern, dass Papst Franziskus selbst Anfang März dieses Jahres von einer „arabischen Invasion“ Europas gesprochen hat. (Die Medienberichte darüber können im Internet jederzeit noch nachgelesen werden.) Und wenn ich im Online-Duden die Synonyme für „Invasion“ nachschlage, dann stoße ich durchwegs auf ziemlich kriegerische Begriffe: Einfall, Einmarsch, Überfall, Feldzug etc. Wer in der zweiten Oktoberhälfte vorigen Jahres mit angesehen hat, wie an der südöstlichen Grenze Österreichs in Spielfeld 1500 Migranten die Grenzkontrolleinrichtungen einfach durchbrochen und überrannt haben, der hat übrigens eine lebhafte Vorstellung davon, was eine „Invasion“ ist. Hier ereignete sich, um (sinngemäß) mit dem steiermärkischen Landeshauptmann Schützenhöfer zu sprechen, der Zusammenbruch des Staates (vorläufig noch örtlich und zeitlich begrenzt).
      Und welche Vorstellung von „Frieden“ muss man eigentlich haben, um die Tatsache noch als „friedlich“ bezeichnen zu können, dass in Lourdes ein am 15. August übliches „Großereignis“ nur noch unter dem Schutz eines Großaufgebots schwerbewaffneter Polizisten und eines ständig in der Luft kreisenden Helikopters stattfinden kann?

      • Pater Hagenkord sagt:

        1.500 Migranten sind schon eine „Invasion“? Da haben Sie aber wenig Vertrauen. Und was Lourdes angeht: das hat vor allem mit dem Schutzbedürfnis der Menschen zu tun, nach dem Mord an dem Priester im Bistum Rouen. Gehen Sie mal hier durch Rom, da stehen an jeder Ecke Soldaten – nicht Polizisten – und die Straßen Richtung Sankt Peter sind von Fahrzeugen absichtlich blockiert und so weiter. Das hat nichts mit Krieg und Frieden zu tun, sondern mit dem Schutzbedürfnis von Menschen. Aber Krieg ist etwas anderes, was man schnell feststellen kann, wenn man mit Menschen spricht, die aus echtem Krieg kommen.

        • Gallicantus sagt:

          Von Ihnen, geschätzter P. Hagenkord, habe ich keine andere Antwort erwartet. Allerdings bin ich enttäuscht, dass Sie die Aussage von Papst Franziskus nicht umzuinterpretieren versucht haben. ER hat nämlich als erster von einer arabischen „Invasion“ Europas gesprochen. ICH habe Spielfeld Oktober 2015 nur als Beispiel hiefür angeführt.

          • Gallicantus sagt:

            Ergänzung:
            Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, welche Ursachen das Schutzbedürfnis der Menschen hat, das einen derart immensen Aufwand erfordert?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Aus Angst folgt noch nicht, dass die Ursachen real sind.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie sind enttäuscht, dass ich die Aussagen von Papst Franziskus nicht „uminterpretiert“ habe? Dem kann abgeholfen werden: http://bit.ly/1Qpo9tL. Viel Spaß bei der Lektüre!

        • Suarez sagt:

          @Gallicantus
          Interessanterweise hat der Papst selbst noch das Wort invasione (das im Italienischen durchaus nicht nur die negativen Konnotationen hervorruft wie im Deutschen das Wort Invasion) in seiner Stellungnahme gedeutet. Das unterschlagen Sie natürlich, weil es ihre Hysterie destruieren würde.

          • Gallicantus sagt:

            @P. Hagenkord; @Suarez
            Danke, P. Hagenkord, für den Hinweis auf Ihren Blog „Invasion und kulturelle Bereicherung: Papstworte“ vom 4.3.2016. Ich habe ihn aufmerksam und mit Interesse gelesen; allerdings ohne Spaß – der vergeht mir bei diesem Thema nämlich.
            Und, Suarez, Hysterie ist mir vollkommen fremd; sie kann mir daher auch nicht zerstört werden. Was ich mir allerdings durch nichts und von niemandem „destruieren“ lasse, ist mein ausgeprägter Realismus. Dieser sagt mir beispielsweise, dass bei den religiösen Mehrheits- und Minderheitsverhältnissen im arabischen Raum die Behauptung, arabische Invasion sei nicht gleichbedeutend mit muslimischer, ziemlich lächerlich klingt.
            Und noch etwas, damit ein für allemal Klarheit über meine Einstellung herrscht: Ich lege nicht den geringsten Wert auf eine „kulturelle Bereicherung“ Europas durch den Islam.
            Um zum Schluss zu kommen: O.Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, Vorstand des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Linz, schrieb am 3.10.2015 für die Oberösterreichischen Nachrichten eine Kolumne, die er mit „Wird Mitteleuropa muslimisch?“ übertitelte. Wer Sandgrubers Ausführungen liest, wird allerdings feststellen, dass „Mitteleuropa wird muslimisch!“ der zutreffendere Titel für seine Kolumne gewesen wäre.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie wollen keine kulturelle Bereicherung? Das ist ihr Recht. Aber damit stehen Sie gegen die Päpste – um nur eine Institution zu nennen – von Johannes Paul II. bis heute. Dann müssen Sie Mauern bauen, und zwar sehr, sehr hohe.

          • Andreas sagt:

            Pardon, auch ich möchte in Europa weder tibetische Himmelsbestattungen (http://www.tibetreiseexperte.de/himmelsbestattung.htm) noch hinduistische Flußbegräbnisse (http://heulnicht.blogspot.de/2010/11/der-ganges-heiliger-fluss-voll-mit.html) sehen, mag man mir das auch als kulturelle Bereicherung schmackhaft machen wollen. Sich aus einer fremden Kultur nur schmackhafte Rosinen herauszupicken ist kein echter Ansatz.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Wenn man Extreme wählt, dann sieht alles immer richtig aus. Wie sieht es mit Pizza aus? Wollen sie auch dagegen Mauern bauen? Schließlich ist das eine andere Kultur. Oder die Kartoffel, die ja aus Südamerika kam. Sehen Sie, Extreme auswählen kann ich auch.

          • Suarez sagt:

            @Gallicantus, es geht nicht um den Unterschied zwischen arabisch und muslimisch, sondern um den Unterschied zwischen „invasione“ und „Invasion“. Das ist nicht dasselbe.
            Wenn Sie und andere sich nicht bereichern lassen wollen, dann lasse ich Sie gern in Ihrer selbstgewählten kulturellen Armut. Wie peinlich. Wer sich so absperrt, hätte sich sicher auch gegen einen jüdischen Wanderprediger gewehrt, der aber – dumm für Sie – Gottes Sohn ist…

          • Andreas sagt:

            @Pater Hagenkord: Pizza, Kartoffeln oder Lebertran, bei denen man leicht die Freiheit hat, sie zu meiden, mit religiös-kulturell verankerten Bestattungsriten, bei denen man in der Regel keine Freiheit der Vermeidung hat, zu vergleichen, wirkt seltsam. Aber es ist schon extrem, dass so viele aus anderen Kulturkreisen in so kurzer Zeit nach Europa strömen. Man weiß ja hierzulande nach vier Jahrzehnten noch nicht einmal sicher, ob die Integration der türkischen Mitbürger nun gelungen ist oder nicht. Man wird daher nicht schon heute sicher behaupten können, dass man den jetzigen Zustrom ohne gravierende gesellschaftliche Zerwürfnisse positiv bewältigen wird, denn die Zukunft bleibt ungewiss und ist keine leerstehende Mietskaserne, in die man einzieht.

          • Suarez sagt:

            „Aber es ist schon extrem, dass so viele aus anderen Kulturkreisen in so kurzer Zeit nach Europa strömen.“

            Wann war das in Europa eigentlich NICHT der Fall? Da leidet offenbar jemand schlicht an Xenophobie.

          • Andreas sagt:

            Extrem ist vor allem die „so kurze Zeit“: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76095/umfrage/asylantraege-insgesamt-in-deutschland-seit-1995/ Das ist so ähnlich wie beim klimatischen Temperaturanstieg: https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4oklimatologie#/media/File:All_palaeotemps_G2.svg Beschleunigungen wie auch Verlangsamungen wirken in der Natur destabilisierend auf den ursprünglichen Zustand. Früher kann der Zustrom nach Europa nebenbei nicht in dem Maße wie heute gewesen sein, weil insgesamt weniger Menschen auf der Erde lebten. In diesem Punkt versagt eine gedankliche Anleihe bei der Vergangenheit. Überbevölkerung in Verbindung mit kargen Ernten ist auch ein Fluchtgrund. Nicht umsonst sind schon früher viele aus Europa in die Neue Welt eingeströmt, wo es genügend Platz und saftige Weiden gab. Lesen Sie hier: http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2011/03/Massenauswanderung/komplettansicht. Mit medizinischen Ferndiagnosen ist aber niemandem geholfen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Zum Verfahren: Bitte nicht einfach Links setzen. Selber was schreiben. Einfach nur verweisen und andere die – vermeintliche – Argumentation machen lassen, ist nicht hilfreich.

          • Andreas sagt:

            Danke für Ihren freundlichen Hinweis! Die ersten beiden Links sind graphische Darstellungen (‚Ein Bild, eine Funktionsgraphik, sagt auf Anhieb mehr als tausend Worte‘). Die dritte Verknüpfung ist zum Verständnis des davor Geschriebenen jedoch entbehrlich.

          • Suarez sagt:

            Ob man Migrationsbewegungen als sozio-kulturelles Phänomen mit möglichem ökonomisch-ökologischem Hintergrund mit dem Klimawandel vergleichen kann, sei dahingestellt. Eines ist aber die Feststellung von Xenophobie – ob aus den Äußerungen geschlossen oder nicht – auf jeden Fall: kein medizinischer, sondern ein psychologischer Vorgang.

          • Andreas sagt:

            @Suarez: Die Ähnlichkeit von Migrationsbewegung und Klimawandel können Sie unter den Stichworten „Nichtlineare komplexe Systeme“ und „Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft“ vertiefen. Daraus kann man übertragend extrahieren, dass menschliche Barmherzigkeit im äußeren interpersonellen Handeln, also nicht nur als verinnerlichte intrapersonelle Grundhaltung, niemals unbegrenzt sein kann, wie es von der göttlichen Barmherzigkeit gesagt wird. Plakativ gesprochen, bewegt sich menschliches barmherziges Handeln in einem Bereich wie bei der Temperaturregulation. Unter 27°C droht ein Kältetod, bei 42°C Kreislaufversagen. Allerdings scheinen manche politischen Parteien sowie ganze Staaten bei der Flüchtlings- und Barmherzigkeitsdiskussion schon bei normalen 36°C heftige Fieberkrämpfe und Schweißausbrüche zu bekommen.

  5. Luise R. sagt:

    Im Vatikanstaat wurden aber keine Flüchtlinge aufgenommen?
    Nur exterritorial auf italienischem Boden in vatikanischen
    Einrichtungen? Ein starkes Zeichen wäre die hautnahe
    Beschäftigung mit Einwanderung und ihrer späteren
    Entwicklung, inklusive Ausbildung, Zuzug etc.. Das
    müssten gar nicht viele sein. Der Dom zu Regensburg
    hat kürzlich über Wochen Erfahrungen der Freuden
    und Leiden im direkten Zusammenleben sammeln dürfen.
    Nur echte Nähe vermittelt echte Erfahrungen.

    Zur exterritorialen Aufnahme von Flüchtlingen
    sind nahezu alle Staaten der Erde bereit.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Was heißt hier „nur“? Das eigenliche Territorium des Staates ist recht überschaubar und hat zum Beispiel überhaupt keine Einrichtung für Bildung, für Kinder, etc. Außerdem wären die Flüchtlinge dort völlig von der Außenwelt isoliert, Integration fände nicht statt. Dann doch lieber richtig, mit Beziehungen und Möglichkeiten in die „normale“ Welt. Das ist als Zeichen vielleicht schwächer, hilft aber den Menschen mehr.

      • Suarez sagt:

        Vielleicht stimmt bei Ihnen @Luise und bei Ihnen, P. Hagenkord, das katholische „et“. Der Vatikan hat im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zur Flächengröße mehr Flüchtlinge als die meisten europäischen Länder aufgenommen. Für einen „Museumsstaat“, der einerseits für die Pflege kultureller Güter, die laut Johannes Paul II. allen Menschen gehören (das ist etwas RIchtiges und Wichtiges!), andererseits durch der notwendigen Koordination einer Weltkirche dient (auch dies bei allen zurecht zu beschneidenden Auswüchsen kurialer Machtphantasien, für die Franziskus gewählt worden ist, etwas Richtiges und Wichtiges!), eine große Leistung. Aber vielleicht muss es noch das „+1“ geben, mit dem die Kirche zeigt, dass sie – nein, dass wir als Katholik*innen – im Sinne Jesu noch mehr als das Notwendige leisten wollen: Wäre es nicht möglich, ein, zwei Lehrer einzustellen? Der italienische Bildungssektor soll laut Presseberichten leiden – da würde man gleich zweifach Gutes tun: Leute zu Lohn und Brot bringen UND Bildung für Flüchtlinge garantieren (ich weiß, dass so etwas leichter hingeschrieben ist aus der deutschen Wohlfühlperspektive, als so etwas umsetzbar ist – aber darüber nachdenken kann man!). Und ja: Hautnah vor Ort mit Flüchtlingen zu tun zu haben, das verändert die Sicht. Und das würde vielleicht auch dem einen oder anderen Kurienmitarbeiten auch nicht schaden.

    • Suarez sagt:

      @Luise R.

      Dann muss man aber auch zu der Regensburger Geschichte sagen, dass sich der Bischof durch Nichtwissenwollen und Nichtstun hervorgetan hat (seine Kollegen in Bamberg und in Linz haben sich letzthin sehrwohl in der Sache fundiert und berechtigt zur mehr als problematischen Situation der Roma auf dem Balkan geäußert – und das ohne Dombesetzung, schlicht, weil es nötig war) und seinem Generalvikar, der schon, sit venia verbo, seine persönliche Unfähigkeit (der Ordenskollege von P. Hagenkord, P. Mertes, spricht gar von Mittäterschaft) bei der Missbrauchsaffaire gezeigt hat, die Sache überlassen hat. GV Fuchs war nicht vor Ort und hat nicht mit den Roma gesprochen. Man hatte nur den Eindruck, sie seien eine Last für die Kirche. Wie unser Papst über eine so handelnde Kirche denkt, wissen wir alle. So eine Kirche ist krank.

    • Stephan sagt:

      Die Überlegungen über extraterritoriale oder territoriale Aufnahme von Geflohenen finde ich auf den ersten Blick seltsam, auf den zweiten interessant. Ich habe in Israel mitbekommen, daß es dort einen gewitzten Vorschlag eines angesehenen Rabbiners zur Befriedung des Konfliktes zwischen Juden und Palästinensern gibt. Der Vorschlag ist, daß auf ein und demselben Territorium „Israel und Palästina“ einfach zwei völlig autonome und gleichberechtigte Staaten gegründet werden sollen mit jeweils eigener Legislative, Parlament, Exekutive, Jurisdiktion, Armee usf. in denen die Juden und die Palästinenser auf demselben Territorium in verschiedenen Staaten miteinander friedlich leben könnten. Ich finde die Idee sehr kreativ, originell, vernünftig und zukunftsweisend. So könnten die beiden und müssten es auch, miteinander zusammenarbeiten, könnten einander anerkennen und in Frieden leben ohne das furchtbare Töten und Morden, Angst und Ausgrenzen. Würde man das heute z.B. in der syrischen Stadt Aleppo so machen, könnte morgen Frieden sein! Wären z.B. die territorialen Grenzen zwischen Syrien und Deutschland aufgegeben und würden beide Völker auf diesem Territorium in getrennten Staaten wie nach der Idee des Rabbiners leben, wäre Frieden und es müssten nicht täglich so viele unserer wunderbaren syrischen Mitbürger und deren kleiner hilflosen Kinder im schönen Mittelmeer, das wir alle lieben, ertrinken. Man müsste miteinander zusammenarbeiten, könnte einander achten und schätzen. Ich will sagen, daß das Modell des Territorialstaates mit einer Grenze, wer drin ist lebt, wer draussen ist verdirbt und kommt um, ein überkommenes, wirklich verrücktes und paranoides, strukturell niederträchtiges Modell ist und ein echtes Auslaufmodell. Stephan

      • Thomas sagt:

        Irgendwann in ferner Zukunft werden vermutlich wirklich alle nationalen Grenzen verschwinden. Man schaue sich nur die
        ehemaligen Grenzverläufe der Kleinstaaten auf deutschen Boden
        an. Und nun geht es auch so.

        Einen ähnlichen Vorschlag wie den des Rabbiners gab es auch
        einmal von einem Volkswirt in Bezug auf die Entwicklung und
        Rechtssicherheit von Ländern in der Entwicklung. Dieser schlug vor
        das ausgereifte Straf- und Wirtschaftsrecht Deutschlands einfach auf Sonderwirtschaftszonen in einzelnen Regionen wie etwa in Afrika anzuwenden. Und Förderprogramme, Berufsausbildungs-verordnung etc. ebenfalls für einen gewissen Zeitraum dort zu übernehmen. Diese Regionen würden nach seiner Meinung prosperieren, und ihren Erfolg von diesen Zentren aus
        ausweiten. Eine Idee um Armut, Unrecht und Flucht die
        Ursache zu nehmen. Kein schlechter Ansatz – könnten die
        Menschen doch in ihren sozialen Strukturen verbleiben, und
        in Rechtssicherheit und Förderung die Entwicklung ihrer
        geliebten Heimat voran treiben. Denn die Flucht ist sicher
        nicht für alle die menschliche Lösung.

  6. Wrightflyer sagt:

    (Normalerweise bin ich nicht hier unterwegs, sondern im ZDF-Blog, hier gehöre ich eigentlich nicht her. Eigentlich mache ich gerade Onlinepause bis Ende Olympia, aber jetzt brauche ich eine kleine Olympiapause, außerdem ist Ihr Thema, Herr Hagenkord, gerade wichtig)

    Sie haben in der Grundtenzend definitiv Recht.
    Es GAB schlimme Ereignisse, die darf man nicht beschönigen, in Nizza oder der Tod von diesem alten Pfarrer, aber in Weinerlichkeit ausbrechen von wegen „wir sind hier soooo arm dran, wir sind ganz furchtbar arme Kriegsopfer!“ verhöhnt die Opfer wirklicher Kriege.
    Allerdings, das möchte ich kritisieren, konzentrieren Sie sich dabei sehr auf die Opfer islamistischen Terrors, unterschlagen aber, daß z.B. in Syrien die Mehrheit der Opfer auf das Konto des Regimes al-Assad geht. Oder, was mich seit Monaten entsetzt und nicht mehr loslässt: Die Millionen Opfer die die westlich geführten Kriege im Irak gekostet haben. Ich komme im anderen Blog häufiger drauf zu sprechen, weil ich das und unsere Gleichgültigkeit gegenüber dem Irak und allem was er seit 1991 durchgemacht hat seit mindestens einem Jahr nicht mehr vergessen kann. Es geht nicht mehr.

    Der Nahe Osten ist seit 100 Jahren Spielball fremder Mächte. Europas, der USA, der Sowjetunion, Russlands. Und an ihm zeigt sich ganz deutlich was nicht in Ordnung ist: Daß wir, trotz aller Beteuerungen von wegen wir wären ja so antirassistisch und so humanistisch, IMMERNOCH glauben daß manche Menschenleben weniger wert wären als andere. Daß wir immernoch glauben daß wir mit ganzen Ländern nach Belieben brutal und egoistisch umgehen dürften, je nach unseren Interessenslagen. Deswegen kümmert es uns nicht daß die Kriege, die Invasion und das Embargo Millionen irakischer Menschenleben gefordert haben, deswegen hat es uns auch vor dem Eintreffen der Flüchtlingswelle nicht gekümmert was in Syrien geschieht.

    Und zum Thema das Christentum wird angeblich verfolgt:
    Ja, es gibt eine Macht die das Christentum in Europa abschaffen will und dem wir zuviel Raum gegeben haben. Allerdings nicht der Islam.
    Sondern der Atheismus.
    Ich habe es NIE!! erlebt daß Muslime gefordert haben das Martinsfest abzuschaffen. Oder Ostern in „Hasenfest“ umzubenennen. Solche Forderungen kommen in der Regel aus einer anderen Ecke.

    Tatsache ist auch, daß das Christentum kleinlaut geworden ist. Der Durchschnittschrist schämt sich schon seines Glaubens und möchte sich nicht beim Gottesdienstbesuch erwischen lassen, denn das ist ja „uncool“.

    Da ich ein Patenkind habe und es nächstes Jahr zwei sein sollen, denke ich auch über meinen eigenen Glaubensweg nach.
    Auch ich hatte eine sehr kleinlaute Zeit in der Jugend. In der mich auch zugegebenermaßen Science Fiction mehr fasziniert hat als Gott.
    Ich war auch in einer betont athistischen Szene drin, und wenn ich den Atheismus heute kritisiere, weiß ich wovon ich spreche.

    Wir hatten aber auch, muss ich sagen, als Jugendliche keine überzeugende Kirche als Rückendeckung.
    Wer mich kennt weiß daß ich das wovon ich überzeugt bin auch heftig verteidige. Auch wenn es wehtut. Aber ich halte für nichts den Kopf hin was ich nicht für richtig halte.
    Ich war also in der Jugend glaubenstechnisch in einer peinlichen Lage: Kirche wie sie ist hat mich nicht überzeugt. Aber was ich tatsächlich glaube, was ich von Gott halte, hatte ich noch nicht gefunden. Und ich vermute mal: Ich bin bei weitem nicht die einzige der es so ging oder heute so geht…

    Demnächst irgendwann soll doch Mutter Theresa heiliggesprochen werden…
    Ungeachtet ihrer Verdienste oder auch ihrer umstrittenen Seiten halte ich den Anlass eher für einen Trauertag.
    Sie war DAS christliche Vorbild für uns damals. Weil wir kein anderes hatten. Wir mussten bis zu einer Nonne nach Indien gehen weil uns hier nichts überzeugt hat.
    Im Prinzip erzählt die Heiligsprechung Mutter Theresas also eher von einer christlichen Leere in Europa. Die schon angefangen hat als die Leute noch vordergründig fleißig in die Kirche gingen und sich kirchlich trauen ließen.

  7. @Wrightflyer;Schön Sie hier auch hier zu lesen…Danke Für Ihre Beiträge!!
    Weil Sie nebenbei auch Rio erwähnen: ich schau mir-trotz vieler Ambivalenzen-das eine oder andere an, gestern Fabian Hambüchen..

    INNELICH BERÜHRT war ich von diesem Jungen Turner, der- trotz schwerer Verletzung -noch seine super Übung am Pferd turnte und so, dafür sorgte, dass seine Kameraden im Wettbewerb bleiben konnten…
    darauf angesprochen, sprach er davon dass er seine „Familie“ nicht im Stich lassen wollte..

    DAS(!) ist Olympia und auch gelebte Solidarität!

    • Wrightflyer sagt:

      Ja, da haben Sie Recht, es sind diese schönen Geschichten die Olympia zu Olympia machen und die es bei der Fußball-WM oder so kaum gibt.
      Ich mag auch den endlos langen Einmarsch der Nationen aus dem die halbe Eröffnungsfeier besteht: Es ist faszinierend, wie fröhlich auch die Athleten aus ganz armen Ländern strahlen wenn sie bei Olympia starten dürfen. Natürlich gab es diesmal zwei Ausnahmen: Die Syrer sahen nicht sehr fröhlich aus, klar wenn in Syrien der derzeit schlimmste Krieg tobt, und wir können uns auch nichtmal ansatzweise vorstellen was die Menschen in Aleppo durchmachen, und natürlich Nordkorea: Die Gesichter sahen schon maskenhaft aus, versteinert. Und nicht zum ersten Mal. Auch logisch…

      Berührt hat mich auch etwas bei den Turnern: Es wurde erzählt daß der ukrainische Turnverband so wenig Geld hat, daß er sich ganz simple Ausrüstungssachen wie Magnesia oder Pflaster nicht leisten kann. Andere Verbände, UNTER ANDEREM DER RUSSISCHE!!!, bringen den Ukrainern häufiger benötigte Sachen mit. Russen helfen Ukrainern… tja, trotz Putin ist noch Frieden möglich und steckt bei den Russen tief drin ein gutes Herz.

      Am meisten freuen mich immer Medallien für kleine und nicht gerade reiche Länder. Z.B. Gold Judo Frauen für das Kosovo.
      Ich hoffe aber auf noch zweimal deutsches Gold: Einmal Kanu Frauen, für den verstorbenen Assistenztrainer, er hätte das so gewollt, und einmal Gold für unseren Armenier im Boxen, damit der deutsche Boxsport gerettet ist.
      Letzteres nicht ganz ohne persönliches Interesse, denn ich habe im Hochschulsport ein bischen geboxt, wenn auch nie sehr gut. Und wir haben ein sehr dämliches System der Sportförderung: Fördermittel gibt es nur für erfolgreiche Sportarten, d.h. solche die eh schon Medallien gewinnen. Wäre der letzte deutsche Boxer ohne Medallie heimgekommen, hätte es für die Boxer keine Mittel mehr gegeben. Basta!

      Ich bin Olympiafan seit Lillehammer. Damals habe ich soviel Schönheit gesehen, das hat mich nicht mehr losgelassen.
      Sie haben auch recht mit den ganzen Ambivalenzen, z.B. daß ein US-Schwimmer der eigentlich schonmal mit Schwimmen aufgehört hatte derart locker und leicht diesen Haufen Gold holt, glaube ich keine Sekunde. Und dann die Korruption im IOC…
      Aber prinzipiell, denke ich, steckt in Olympia sehr viel gutes und schönes und Olympia sollte reformiert und gerettet und nicht abgeschafft werden!!

      Jetzt rollt der Herr Hagenkord mit den Augen weil ich soviel von Olympia laber….
      Soooorrrryyyy!!! Sind ja nurnoch 4 Tage….
      Und vielleicht lasse ich mich danach doch öfters mal hier blicken…

  8. Rosi Steffens sagt:

    Für mich führt ein Krieg die Auseinandersetzung zwischen Leben und Tod indem er Macht für sich in Anspruch nimmt. Kein Mensch hat das Recht diesen Krieg mit Gewalt einem System zu entreißen, das sich über die Sinnlichkeit der Menschheit erst in seiner ganzen Vollkommenheit entfalten kann. Einzelne Menschen von diesem System auszuschließen ist genauso verwerflich, wie nur einzelnen Menschen dieses System zu unterstellen. Ein System lebt von dem Aufbau einer Struktur, derer es sich dann auch bedienen kann, um tragbar zu funktionieren.

    Als Menschheit sind wir, die wir uns dazu in der Lage sehen auch im Stande, unser Wesen als die göttliche Eigenschaft anzuerkennen, die sich durch seine Menschlichkeit selbst über alle Zeiten entfalten kann.

  9. Gallicantus sagt:

    @Suarez, 20.8., 19.19 Uhr
    Sie sind anscheinend wild entschlossen, sich vom ISLAM „kulturell bereichern“ zu lassen. Dazu kann man Ihnen nur gratulieren. Es wird Ihnen dann nämlich viel leichter fallen, sich in jene muslimische Mehrheitsgesellschaft zu integrieren, die seit geraumer Zeit im Begriff ist, sich im ehemals christlichen Abendland zu etablieren.

    • Suarez sagt:

      „sich in jene muslimische Mehrheitsgesellschaft zu integrieren, die seit geraumer Zeit im Begriff ist, sich im ehemals christlichen Abendland zu etablieren.“

      Ich bin jetzt sehr direkt: Wer so einen Unsinn glaubt, hat den Verstand verloren. Wer diesen Unsinn verbreitet und weiß, dass es Unsinn ist, ist ein rechtsradikaler Panikmacher. Und als Lügner übrigens schwer unmoralisch.

      Es geht mir nicht um wilde Entschlossenheit. Und natürlich sind muslimisch geprägte Kulturen eine Bereicherung. Persien hat wunderbare Liebeslyrik hervorgebracht (übrigens in einer dem deutschen verwandten Sprache), im nahen und fernen Osten steht wundervolle Architektur, der Islam hat eine hochstehende Philosophie hervorgebracht – die Küche hab ich noch nicht erwähnt. Vielleicht brauchen Sie einfach ein bisschen Belehrung. Bildung schadet niemandem, auch Ihnen nicht.

    • Wrightflyer sagt:

      Sie werden staunen: Mich hat der Ramadan der Muslime angeregt, die gute alte christliche Fastenzeit aus der Mottenkiste zu holen.
      Ich dachte: Warum leben nur die 5% Muslime (bei 95% Nichtmuslimen kann man noch lange nicht von „Mehrheitsgesellschaft“ sprechen… vermutlich gibt es hierzulande auch 5% Alkoholiker!) ein öffentliches Bekenntnis und wir nicht??
      Also habe ich mich in der Kantine die ganze Fastenzeit über nur mit einem Stück Kuchen zu den Kollegen gesetzt…. Es fiel mir ein bischen schwer, denn das Essen wo ich zu der Zeit gearbeitet habe war wirklich ausgezeichnet.
      Der Koch war ein bischen beleidigt, aber es gelang mir nach Ostern, ihn wieder versöhnlich zu stimmen, z.B. weil ich die Estragonsoße gelobt habe. Dafür habe ich am nächsten Tag auch 3 Königsberger Klopse bekommen, statt 2, wie die anderen.

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