Es war einmal in Berlin

Es wird Zeit, sich mit einigen Tagen Abstand um die Entscheidung des Gerichts Berlin Tiergarten zu kümmern, das in den Zeitungen wenig, in unserer Blogosphere aber viel Resonanz ausgelöst hat. Ein Blogger hatte im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einem Eintrag über Kardinal Joachim Meisner die katholische Kirche als „Kinderficker-Sekte“ bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft war tätig geworden, weil sie darin eine „Störung des öffentlichen Friedens“ sah, wie das Gesetz es formuliert.

Eine Richterin hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, eine Störung sei nicht zu erkennen. Der juristische Prozess ist noch nicht abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft kann Einspruch einlegen, aber das ist ein anderes Thema.

Was für eine Häme die Berichterstattung darüber im Netz ausgelöst hat! Bis auf einige Seiten, die sich zwar als katholisch Bezeichnen, mit Christentum aber nichts zu tun haben, habe ich von kirchlicher oder glaubender Seite noch nie solch herabwürdigende Häme Nichtglaubenden gegenüber gehört oder gelesen.

Die Richterin zitierte die Fälle von Missbrauch in der Kirche und das verloren gegangene Vertrauen in die Institution, das habe alles auch mit der Verantwortung der Kirche zu tun. Das ist alles richtig. Es mag sogar stimmen, dass Beschimpfungen nach solchen Ereignissen im gewissen Maß zu erwarten und zu ertragen sind, ohne gleich als Störung des öffentlichen Friedens gelten zu müssen. Nachdenklich macht aber, wie schnell das Internet bereit ist, Gewalt anzuwenden.

Denn genau das ist die oben genannte Formulierung: Sprachgewalt. Davon ist im  Internet wirklich kein Mangel, trotzdem muss das immer wieder gesagt werden: Solche Formulierungen sind Gewalt. Sie richten Schaden an, genau zu dem Zweck werden sie auch gemacht.

Wir bei Radio Vatikan haben eine eMail-Adresse, die öffentlich ist, deswegen bekommen wir viel Post an „die Kirche“ oder „den Papst“. Darin ist unglaublich viel Gewalt dieser Art. Beschimpfungen und Anklagen, Litaneien oder auch nur kurze Sätze. Die Tiefe der Hemmschwelle, über das Netz Gewalt auszuüben und Menschen absichtlich verletzen zu wollen, gibt zu denken.

Was aber vielleicht noch schwerer wiegt: Mir erscheint die Formulierung als Verharmlosung. Missbrauch an Minderjährigen ist ein vielschichtiges Phänomen, soviel haben wir bisher begriffen; es kann aus Krankheit oder aus anderen Motiven kommen. Und die Orte sind auch nicht festgelegt: Es gab viele, zu viele Fälle in der Kirche, zu viele Fälle auch, von denen man jahrelang nichts wissen wollte. Aber die Kirche ist nicht der einzige Ort.

Das sage ich nicht, um zu relativieren. Das sage ich, weil es auch um Prävention gehen soll, jedenfalls halte ich das für eines der Ergebnisse der Debatten. Ein Kampfbegriff, der genussvoll mit viel Häme verwendet wird, verkürzt. Kirchenbeschimpfung, so berechtigt oder unberechtigt sie ist, hilft für die Zukunft keinem Opfer. Wir brauchen einen klaren Blick, keine Scheuklappen, wenn wir Missbrauch verhindern wollen.

Noch einmal: Das soll die Kirche nicht vor Beschimpfung immunisieren, ein gewisses Quantum ist vielleicht auch normal und verdient. Deshalb sehe ich in der Berliner Entscheidung auch keinen Justizskandal. Was ich aber sehe ist eine Verrohung und einen Mangel an vernünftiger Urteilskraft.

Was auch immer diese Formulierung ist, ein Beitrag zur Hilfe im Umgang mit Missbrauch ist sie auf jeden Fall nicht.

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18 Kommentare zu Es war einmal in Berlin

  1. A.Wachsmann sagt:

    Anonyme Beschimpfungen im Internet hatten wir jahrelang bei Tagesspiegel online im Forum. Wenige Katholiken und der eine oder andere Atheist haben dafür gesorgt, dass diese Zeitgenossen das Weite suchen.Die Tradis mit ihren bildungsschwachen Beiträgen haben uns zusätzlich geschadet. Ihre Denkweise haben wir nicht verändern können, das nehme ich an. Aber sie halten sich geschlossen, wenn bestimmte Namen auftauchen. Ich blogge bei Tagesspiegel und woanders anonym.Ich bin doch nicht blöd.Das Thema Mißbrauch gibt es überall. Ich habe mir just neulich Gedanken gemacht, wie Psychologen mit dem Thema umngegangen sind jahrelang und besonders in den Anfängen. Und mir kam das Grauen meines Lebens hoch. Es wurden von herkömmlichen Psychologen Kinder gesammelt und an bestimmte Orgas, die sich ausschließlich mit Mißbrauch befaßt haben damals,weitergereicht, den Fachleuten vorgestellt. Wenn man lange genug fragt, geben die das irgendwann zu, sagte mir eine Psychologin. Weiterhin wurde jedes verhaltensgestörte Kind auf Mißbrauch abgestempelt. Dann jedes normale Gespräch in Beratungsstellen, auch wenn man nur ein Gutachten wegen Schulwahl wollte, fing an mit “Hat es in Ihrer Familie Übergriffe gegeben?” wer da nicht antworten wollte, war draußen. Das nächste, alle Mißbrauchsopfer wurden von Psychologen als unheilbar geschädígt abgestempelt.. also nicht nur Wegesehen seitens der Kirche war eine wirksame Blockade gegen das Erkennen, sondern auch bedrängen und einsortieren und abstempeln seitens der weltlichen Einrichtungen. Das war bei mir mit d e r Grund, weshalb ich nie etwas erzählt habe.. Da ist mir die Hilflosigkeit des Klerus beim Thema Mißbrauch lieber..obwohl mich da auch einiges ärgert. Das Andere, man sollte nie aufgeben, wenn es um anonyme Äusserungen im Internet geht.Beleidigungen gibt es auch vom frommen kath.net und anderen, die jedem den Glauben absprechen, der nicht denkt wie sie. Meine Freundin und ich und unter anderem ein Protestant, wir haben Jahre gebraucht, bis dass an den Orten ,an denen wir bloggen, Ruhe war. Obszöne Äusserungen a la Kinderfickeverein gehörten zur Tagesordnung. Der Tagesspiegel hat diese Beiträge nur gelöscht, wenn wir uns beschwert haben,. Zusätzlich kamen Journalisten hinzu, die mit hinterhältigen Methoden die antikirchliche Stimmung aufgeheizt haben. Ein kna Journalist ist da auch groß drin. Mein Hinweis an kna blieb ohne Antwort. Wer sich im Internet aufhält, braucht keine weiteren Beschäftigungen mehr.

  2. skipper sagt:

    Was erwarten Sie eigtl.? Die kath. Kirche wurde in den letzten Jahren mit gutem Recht dafür kritisiert, das, nachdem Kirchenangestellte sich während der Arbeitszeit am Arbeitsplatz an Kindern vergangen haben, dafür nach Kenntnisnahme lediglich versetzt und nicht staatl. Stellen gemeldet wurden. Die Opfer werden alleine zurückgelassen und in einer Form entschädigt, die dem Wort Entschädigung Hohn spricht. Alleine die Tatsache, das fǘr ärztliche Betreuung der Opfer, um über ihre Traumatas hinwegkommen zu können, kaum nennenswerte Unterstützung gewährt wird, spricht Bände. Es gibt unter Ausnutzung des sogenannten Buskekammer-Gerichtstourismus. also des Umstands, das Gerichte gegen freie Meinungsäußerungen angerufen werden, die gegen die Rechtsauffassung der Gerichte in Deutschland urteilen, gewisse Klagewellen gegen Blogger, die über eben diese Folgen und Hintergründe zu sexualisierter Gewalt informiert haben. Es gab Klagen wie bspw. gegen Stefan Aigner v. Regensburg-digital.de, zu denen deutliche Klageabweisungsgründe in nachfolgenden Instanzen klargestellt wurden. Abgesehen davon, aufgrund einer scheinheiligen Prinzipienreiterei hat die kath. Kirche in Irland das Beichtgeheimnis eingebüßt. Soweit hätte es nicht kommen müssen. Man hätte im Vorfeld genügend vorhandene Zeit dafür aufwenden können, die Richtung insofern zu korrigieren, das für die Zukunft kein bei der kath. Kirche beschäftigter Täter vor Strafverfolgung geschützt und lediglich versetzt und nicht, was eigtl. richtig wäre, hochkant rausgeworfen wird und die eigtl. sehr detaillierte, allgemein verständliche Kritik, die jahrelang vorgebracht wurde, ernst nehmen müssen. Das wurde versäumt und insofern war eine Empörung und ein anschließender hoher Konsequenzenstand, wie die rechtliche Würdigung des Wortes zeigt, zu erwarten gewesen.

    Sie tun doch selbst nichts anderes als der Blogger, der diesen Erfolg errungen hat, als zu provozieren/polarisieren. Und dann wundern Sie sich allen Ernstes noch, wenn andere Ihnen in allgemein verständlichen bzw. deutlichen Worten den Spiegel vorhalten?

    Und an der Stelle hätte ich zu gerne gewusst, was tun Sie denn ansonsten anderes, wenn Sie auf Themen wie sexuelle Orientierung und Familienplanung näher eingehen? In den Zusammenhängen wird es auch sehr schnell persönlich ausgetragen. Und das Sie zwar diesbezüglich austeilen, aber nichts bzw. kaum einstecken können, ist auch eine interessante Sache. Und ich sag es an der Stelle ganz offen, wenn Sie irgendwo meinen, anderen Menschen Vorschriften machen zu müssen, dann sollten Sie auch Kritik an ihren Worten/Taten erdulden könenn. Oder ist Ihnen das eine Zumutung?

    • Anna Maletzka sagt:

      Provozieren ist immer noch besser, als Schweigen ohne zu verstehen 🙂

    • A.Wachsmann sagt:

      dass kirche, wer immer das ist, nicht einstecken kann, stimmt nicht. die jesuiten können sehr viel einstecken, das sage ich, weil ich mich dort aufhalte und weil mein täter jesuit war. die medienberichte haben mich persönlich abgeschreckt, muss ich sagen.spätestens da habe ich mich als nicht normal und auf immer geschädigt gefühlt.was ich nicht bin. es gibt nicht d i e opfer. die sind ganz unterschiedlich. weiblich, männlich, kinder, jugendliche, junge erwachsene..der eine war religiös, der andere nicht. es geht nicht um weniger oder mehr geschädigt, das kann man nicht abmessen. wie man da als zeitung oder fersehn nun anders mit hätte umgehen müssen, weiß ich nicht.eine hilfe war das für mich nicht. es gibt immer noch tabus, die aber nicht kirche heißen. sondern: wo waren die eltern dieser kinder, wenn es um schule ging.dies nur als e i n beispiel.es kommen kaum die zu wort, die im begriff sind, das problem zu bewältigen bzw die keine rache üben.die kirchenferne gesellschaft ist nicht der ort, wo man das glück auf erden findet.ausserhalb von kirche ist auch kein heil.in kirche nicht und woanders auch nicht.

  3. Anna Maletzka sagt:

        Ja, diese Verhaltensbilder der Christen zeigen den Status unserer christlichen Entwicklung, wie wir es verstehen ein “Christzusein” – in der Tat.

    Abgesehen davon stört mich hier ein Satz, lieber P. Hagenkord. Es kann sein, dass ich den Satz hier nicht richtig verstehe “Was aber vielleicht noch schwerer wiegt: Mir erscheint die Formulierung als Verharmlosung. Missbrauch an Minderjährigen ist ein vielschichtiges Phänomen, soviel haben wir bisher begriffen; es kann aus Krankheit oder aus anderen Motiven kommen”

    Ist das Ihre Meinung?: “Missbrauch an Minderjährigen ist ein vielschichtiges Phänomen, soviel haben wir bisher begriffen; es kann aus Krankheit oder aus anderen Motiven kommen”

    Missbrauch ist ein “Verbrechen” kein Phänomen! Das sollte jeder Erwachsene wissen. Wenn ein Erwachsener der Zwangsinitiator des Sex ist, dann braucht man nichts mehr zu erwähnen. Der anderer Fall ist:
    Sexualleben gehört den Erwachsenen, nicht den Minderjährigen. Das sollte ein Priester wissen.  Ein Kind, egal in welchem Alter auch immer, verführt erotisch.  Egal, ob dieses Nachgehen der erotischen Seite des Kindes krankhaft ist, oder aus einer anderen “Not” kommt, ist ein Zeichen der “Unreife”, die mit einer Krankheit zu setzen ist. 
    Fällt mir gerade der Fall Christian  von Boetticher, der wahrscheinlich auch bis Ende nicht begriffen hat, was alle von ihm wollten. Er hat diese Beziehung aus Liebe angefangen. Was ist denn “Liebe”? Wissen wir es, die Erwachsenen? 

  4. IWe sagt:

    Sie schreiben: “Wir bei Radio Vatikan haben eine eMail-Adresse, die öffentlich ist, deswegen bekommen wir viel Post an „die Kirche“ oder „den Papst“. Darin ist unglaublich viel Gewalt dieser Art. Beschimpfungen und Anklagen, Litaneien oder auch nur kurze Sätze. Die Tiefe der Hemmschwelle, über das Netz Gewalt auszuüben und Menschen absichtlich verletzen zu wollen, gibt zu denken.”

    In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich viel mit kirchlichen Mitarbeitrn unterschiedlicher christlicher Denominationen zu tun. Ich kenne auch viele Menschen, die in katholischen Schulen und Internaten waren und Erfahrungen mit Gewalt, die viele Facetten hat und nicht nur in der Form sexueller Gewalt auftritt, ausgesetzt waren.

    Bei den Ansprüchen, die Kirchen im Hinblick auf (christliches) Verhalten formulieren, müssen sie und deren Mitarbeitrr sich an diesen Ansprchen messen lassen. Daß dabei auch immer hämische Äußerungen kommen, finde ich menschlich sehr verständlich.

    Und vielleicht sind die gewalttätigen Äußerungen gegenüber Kirche, die Sie jetzt wahrnehmen, nur der Spiegel dessen, was Kirche an Gewalt in unterschiedlichen Kontexten ausübt bzw. ausgeübt hat.

    • A.Wachsmann sagt:

      k o n s t r u k t i v e Kritik baut auf und sorgt dafür, dass die Kirche nachdenkt. Pranger ganz sicher nicht. So mancher in Radio Vatikan kann sich aufgrund seines jüngeren Alters kaum vorstellen, was damals passiert ist..den Täter beschimpfen, aber nicht Sippenhaft..

  5. A.Wachsmann sagt:

    Kritik dulden hat nichts mit Häme dulden zu tun.Wir sind zwar Weltkirche, aber Irland und Afrika sind nicht Deutschland. Dass Mißbrauch immer unterm Tisch war, hat auch mit der Bearbeitungspraxis der weltlichen Organisationen zu tun, die mit ihrer penetranten Fragerei und Auseinandernehmerei der möglichen Opfer so brutal waren, dass diese geschwiegen haben. Ich habe in Jahren Therapie nie über meinen erfahrenen Mißbrauch in der Kirche geredet. Das hat damit zu tun, dass ich trotz allem noch einen Rest Selbstbewußtsein behalten habe. Gerichtsprozesse bei häuslichem Mißbrauch waren so, dass die Opfer zusammengebrochen sind. Endergebnis, die Erziehungsheime für Mädchen waren voll.Täter bekamen ihre Strafe, Opfer auch. Kirche konnte schlecht sein, weil die Gesellschaft schlecht war bzw bei der Aufklärung n i c h t auf die Interessen der Opfer geachtet wurde. Im Staat nicht und in der Kirche nicht.Opfer ist man, wenn man nicht auch selber die Initiative ergreift. Ich habe immer schon gesagt, ich muss nicht jede Hilfe annehmen, die mir angeboten wird. Wieviel Therapeutenschrott habe ich erlebt, genauso wie Klerusschrott. Aber auch g a n z andere. Ich bin zäh im Suchen..ich habe eines Tages einen kirchlichen Berater gefunden, der zu mir paßt, der mit seiner Art alles aus mir herausholt, was ich erzählen w i l l, aber früher nie konnte,unsere ZusammenArbeit ist schon mal kein Vergnügen.Für ihn nicht und für mich nicht.Die Vergangenheit kommt oft als Monster hoch um 10 Ecken. Begleitung, auch wenn sie funktioniert, ist harte Arbeit.Der Spruch, na Du hast es hinter Dir, ist bei mir fehl am Platz..ich habe nie drauf gewartet, dass mir die gebratenen Tauben ins Maul fliegen. Das Leben ist so und nicht anders. Wo gibt es denn die heile Welt, in der nichts passiert, in der es Gerechtigkeit gibt? Die muss man a u c h selber machen. Wir wohnen nicht im überschaubaren Kral, auch da gibt es Gemeinheiten.Opfer, steigt aus eurer Rolle aus, wehrt euch, sucht euch Hilfen, wer sucht, der findet.. Meine Vorstellungen von Hilfe in Bezug auf Mißbrauch waren dermaßen eng..dass es ewig gedauert hat. Auf und Ab. Ein Jesuit hat mich ins Unglück gestürzt, habe ich gesagt und ein Jesuit soll mir hinaushelfen.Bei meinem jahrzehntelangen Jesuitenhass war das die Quadratur des Kreises..Und drum beten nicht zu vergessen. Gott kann nichts für die Kirche, die er als Jesus gegründet hat. Die haben die Menschen in Schutt und Asche gelegt. Wer will, dass sie besser wird, muss mitmachen. Und braucht wie im Staat starke Nerven.Stärkt den Willen und die Seelenkräfte.Das Mitmachen.

  6. A.Wachsmann sagt:

    Ich sehe nicht, dass Pater Hagenkord bagatellisiert. Ich sehe aber auf der anderen Seite Verallgemeinerungen und Einseitigkeiten. Dass die Gesellschaft mit ihrem Mißbrauch und der gewalttätigen Art, diese Probleme zu lösen..ausgeklammert wird.Ein Mißbrauchsprozess in den 60 ern sah so aus, dass das Kind zusammen mit dem Täter in einem Raum von mehreren Erwachsenen gleichzeitig verhört wurde..bitte haargenau beschreiben, was er dir angetan hat..wer überlebt das als Opfer? Dann ab ins Erziehungsheim, da war Redeverbot, Ausgehverbot, Anstaltskleidung.Keine Prügel, eine Lehre als Hauswirtschafterin. Ich habe in Dortmund in so einem Ding gearbeitet… In meinem kirchlichen Mädchengymnasium in den 60 rn wurde nicht geprügelt oder beschimpft. Aber im humanistischen Jungengymnasium. Es war damals üblich.In Kirche wurde das mit Bibel gerechtfertigt, wen Gott liebt, den züchtigt er. Ein dusseliger Kardinal fragte uns Kinder in den 5o ern : Welche Eltern sind die guten. Liebe Kinder? Diejenigen, die schlagen, oder diejenigen, die alles durchgehen lassen? Das war die Alternative, muss man sich mal überlegen. Alle Kinde haben gebrüllt, diejenigen, die schlagen, sind die guten Eltern. Die Bibel war immer schon für alle da. Gott hat Leid geschickt um den Menschen zu bessern, die Erwachsenen waren Gottes Handlanger.Mich stört das Einseitige hier und ich sehe nicht ein, dass P Hagenkords Generation den Blitzableiter spielen muss..für die Schandtaten derer, die sich aus dem Staub gemacht haben. Nicht alle sind tot. Ich sehe, dass P Hagenkord versucht ,zu zeigen, dass Kirche sich bemüht. Kirche besteht aus Männern, die gucken gerne weg. Nicht alle. Organisationen ,die Mißbrauch bekämpft haben früher, waren überwiegend mit Frauen versehen , die haben das Gras wachsen gehört. Es hat in Berlin ein Vater einen Verein angezeigt wegen Verleumdung. Die hatten seiner Tochter eingeredet, sagte diese, dass er sie mißbraucht hatte..Nachweislich nicht. Man muss aufpassen. Man kann eine zeítlang hassen und dann sollte es aus reinem Selbsterhaltungstrieb angesagt sein, in der Gegenwart zu leben. Ich kenne mich mit Hass gut aus, der zerstört genauso wie die Tat, die man haßt. Also meine Bitte: P Hagenkords Bemühungen, die positive Seite zu zeigen, den Versuch der Wiedergutmachung , anzuerkennen ..Kirche ist ein Männerverein. Wenn ich die Überschrift..endlich klare Worte und ich bin dankbar.. lese..muss ich lachen und bin sauer..so schnell begreifen nicht alle Männer..2 Jahre sind da lang für die Opfer und kurz für die Täter.Mal davon ab: wer von seinen Eltern ruiniert wird, bekommt keine Entschädigung und auch nicht automatisch von der Krankenkasse eine Therapie bezahlt-

    • Anna Maletzka sagt:

      Annemarie, Hass ist nicht die Lösung, ich hoffe wissen wir alle Christen, sagt uns dies auch die Bibel. 

      Aber eine Dauerrechtfertigung fuer alle Misstaten und Fehldenken ist auch keine Lösung. 

      Die Generation P. Hagenkords sollte nicht nur aus den Fehler lernen sondern darüber hinaus dazu lernen. Man macht das Lernen aber zunichte, wenn man einerseits den Fehler feststellt und andererseits man fuer den Fehler immer eine Entschuldigung findet. So geht es nicht. Mehr Konsequenz ist gefragt, ansonsten macht man die Kirche lächerlicher als sie wirklich ist.

      • A.Wachsmann sagt:

        Anna, P. Hagenkord findet keine Entschuldigung..ich sehe da nichts an Rechtfertigung, sondern an Hinweis, Leute, wir tun was. Mein Begleiter ist im selben Alter und also weiß ich, wie seine Generation sich fühlt. Denen ist auch ein Zuhause und eine heile Welt verlorengegangen. Versöhnung ist für mich keine Leichtigkeit. Man kann sich nicht erst versöhnen oder drüberstehen, wenn alle auf dem Boden liegen. Es müssen immer die Nachgeborenen ausbaden..das ist mit dem Holocaust auch so. Die anderen nichtkirchlichen Mißbrauchstäter ruhen sich gewaltig auf Kirche aus, das könnte man auch behaupten.. Die ganze Gesellschaft hat zum Schweigen verurteilt. Ein Priester, der damals Frauen belästigt hat, galt als ganzer Mann. Na ja, normal ist er doch. Diese Sprüche kamen nicht von Kirche.Und ein Priester, der ehrlich war und geheiratet hat, anstatt heimlich einen Harem am Laufen zu halten (eigentlich wurde er am Laufen gehalten von den Frauen),oder uneheliche Kinder, wurde aus der Gesellschaft ausgestoßen. Von der Amtskirche und von den Frommen.Bei der ganzen Debatte profitiere ich von meinen 15 Jahren Mitgliedschaft bei den Anthroposophen. Die gehen ganz anders mit solchen Dingen um. Karma heißt da das Zauberwort.Und:jede Tat sucht ihren Ausgleich. Der Täter geht nicht leer aus.Wenn ich noch anfangen wollte, mich mit Rom zu befassen, bekäme ich einen Herzinfarkt.Mir reicht meine Umgebung, die ist vielfältig genug.

        • Maletzka sagt:

          Annemarie, diesmal habe ich Sie gemeint. Sie berichten von so viel Übel in der Kirche, und dann immer wieder diese Rechtfertigung …
          Verzeihen ist gut, aber nach einer Entschuldigung für die Täter zu suchen, dass müssen Sie bestimmt nicht tun.
          In eine Familie wird man eingeboren, die kann man sich nicht aussuchen. Die Kirche dagegen, ist uns eben dazu gegeben, um uns zu heilen, aus dem, wo manchmal die Familie versagte, zu befreien. Aber nicht umgekehrt …

          • A.Wachsmann sagt:

            sie meinen mich, ich weiß.die kirche kann man sich auch nicht aussuchen.seine arbeitskollegen nicht,wer kinder hat, sucht sich noch weniger aus.was meinen sie, was sie in der schule alles antreffen?nichtmals blogs sind ein vergnügen, anna. 🙂 auch hat man oft die falschen freunde. wenn sie alles nach dem gesetz des karma betrachten, suchen sie sich nichts aus..sie werden staunen. anziehungskraft ist das stichwort. ich bin nach 15 jahren anthroposophie steckengeblieben in meiner spirituellen entwicklung. da religion -leider inklusive kirche- mein leben ist, mein lebensweg, ging es mir übel wie nie. der weg zurück in die kath kirche war dramatisch.ab 2005 und 2011 war er erst zuende. kirche ist nicht gleich täter. ich sehe nach wie vor nicht, dass p. hagenkord irgendetwas rechtfertigen will.er betont das positive.das ist ignatius von loyola, den ich mehr als bewundere. gott sei dank.teresa von avila und andere heilige, besonders die mystiker, hatten mit kirche die hölle. in all meinen problemen und depressionen habe ich aber nie den überblick verloren. nochmal gott sei dank. p.hagenkords generation und etwas älter und überhaupt all die, die integer sind, haben auch den schock fürs leben.. ich rege mich über die römischen sprüche auf, bin aber froh, dass da überhaupt etwas in bewegung kommt. was ich in meiner näheren umgebung an frommem volk erlebe. das mich am liebsten mit knebel versehen würde..das ist arbeit genug. wie gesagt: meine anthroposophische vergangenheit läßt mich vieles gelassener sehen.ich bin ein mensch, der sich schnell aufregt, aber nie aussteigt.wenn ich dann plötzlich mit pfarrern klarkomme, die mich vorher gerne exkommuniziert hätten..stärkt das meine seelenkräfte.nicht zu vergessen meinen sehr guten begleiter, der auch nicht ausgestiegen ist, obwohl ihm danach zumute war.den kenne ich erst seit einem halben jahr.ich habe nicht verziehen bisher und mich mit meiner vergangenheit auch nicht versöhnt. es ist aber mein wunsch, das zu tun. mal geht es, mal nicht.im moment bin ich sogar eher in einem tief, aber unter anderem die diskussion hier holt mich wieder raus, obwohl ich dachte, schon wieder das mißbrauchsthema..es steht mir obenhin. verarbeiten hat nichts mit verdrängen zu tun, sondern mit auseinandersetzung.mit meiner umwelt, mit meinem gebetsleben, das darf auch nie als endgültig betrachtet werden, muss immer wieder überprüft werden, mit mir und meinen wünschen und träumen.

  7. Rachac Dr.Dr.Erich sagt:

    Ich finde es richtig, wenn P.Hagenkord sich vehement gegen eine Verunglimpfung auch hier in der Bloggergemeinde wehrt. Wenn man diskutiert, dann bitte sachlich und ohne eine Kriegserkläung an den Anderen. Nur eine faire und sachliche Diskussion bringt einen weiter. Obwohl man Kardinal Meisner etwas “unschönes” nachsagt, ein Bekannter der bei ihm lange Zeit arbeitete “erzählte mir einiges”, wäre es aber an Verleumdung grenzend, würde man diesen Gerüchten Glauben schenken. Darum liebe Bloggermeinde nach wie vor gilt” offen und ehrlich zueinander sein”, nur wenn die kath. Kirche beginnt wirklich mit Ehrlichkeit gegenüber Ihren Gläubigen ihre “Taten” zu bekennen, gibt es die Hoffnung, daß sie wieder Vertrauen und Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Schäflein zurückgewinnt.

    • A.Wachsmann sagt:

      Mh, Herr Doktor. So ganz nett hört sich das nicht an, was Sie posten. D i e katholische Kirche ist riesig. Ich kenne mich sehr gut in Irland aus…was da abgegangen ist,ist irisch. Halten wir uns in Deutschland auf. Man bemüht sich. Manchmal muss ich tief durchatmen. Aber im Großen und Ganzen..kann ich mich nicht beklagen. Das Leben ist kein Rosengarten, egal wo. Das vergessen die Leut.

  8. dimo sagt:

    nach der durchsicht aller beiträge muss man einfach festhalten: das, was innerhalb der kirche und kirchlichen träger passiert ist und vielleicht sogar noch passiert, muss an die öffentlichkeit und geahndet werden. anschließend muss eine neustrukturierung stattfinden, für den fall, das einzelne mitglieder untragbar geworden sind. die kirche muss dazu stehen, dass ineinigen bereichen vieles mächtig schiefgelaufen ist und die opfer entschädigen. polemisierungen und beschimpfungen sind trotz allem nicht sinnvoll, weil sie das essentielle, nämlich veränderung und das eingeständnis von schuld, verfehlen. unrecht muss an die öffentlichkeit, opfer müssen verstanden und unterstützt werden, und die täter bestraft werden. und zuguterletzt muss man der kirche zugestehen, dass sie natürlich nicht nur aus menschen wie den tätern besteht, sonders es auch dort anständige menschen gibt.

  9. Atheist sagt:

    Die Relegion bzw. die Kirche dient nur als Instrument, die Menschen zu verdummen und die Macht der herschenden Klasse zu festigen.Dem Vatikan geht es nur um Berreicherung und im verborgenen sexuelle Orgien zu feiern.
    Wenn dem nicht so sein sollte, gäbe es weniger Kinder die mißbraucht werden oder gar zu verhungern.

    • Petra Krafft sagt:

      Ohne Zweifel was passiert ist, ist schlimm genug aber waren Sie dabei, bei den verborgenen sexuellen Orgien um dies zu behaupten.

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