Europa in Gefahr

Bischofssynode, Tag 1, Nachmittag

Europa braucht die Neuevangelisierung, das christliche Erbe geht verloren. „Im größten Teil des Kontinents verbreitet sich Unwissen über den christlichen Glauben, die Massenmedien verbreiten ein Bild vom Glauben, das voll ist von falschen Behauptungen. Sie desinformieren so die Öffentlichkeit sowohl über die Inhalte des Glaubens als auch über die Realität der Kirche.“ Zwar gebe es Religionsunterricht in weiten Teilen des Kontinents, allerdings hätten Untersuchungen gezeigt, dass ein solcher so genannter ‚neutraler’ Unterricht nur eine Bildung in Synkretismus oder Indifferentismus bringe.

Das ist die Diagnose von Kardinal Peter Erdö, des Bischofs von Esztergom und Vortsitzenden des Rates der europäischen Bischofskonferenzen. Nach dem ersten inhaltlichen und in die Breite gehenden Vortrag vom Morgen waren am Nachmittag die einzelnen Kontinente dran, einen Überblick zu geben. Afrika und Asien, Ozeanien, Lateinamerika und Europa sind zwar weit davon entfernt, koherente Bilder der Kirche abzugeben, aber ein erster Überblick sollte den Synodenvätern helfen, die verschiedenen Herausforderungen zu verstehen.

 

Kardinal Erdö begann also mit einer recht drastischen Schilderung. Dagegen hätten vor allem der Weltjugendtag in Madrid, die neuen – und nicht mehr ganz so neuen – Bewegungen Zeichen der Hoffnung gesetzt. Ausdrücklich erwähnte Erdö auch die neue Lust am Ehrenamt (meine Formulierung, sein Gedanke), vor allem auch unter älteren Menschen.

 

Leider schien es mir, als würde etwas zu viel Gewicht auf die Trauer über das Vergehen Alten gelegt. Die Kardinäle Wuerl und Erdö ergänzten sich hier. Die negativen Zeichnungen der Situation überwogen, nicht die Hoffnung oder die Anzeichen, wo in unserer modernen Welt Gott gehört werden könne. Das ist schade. Aber wir sind ja erst am Anfang der Synode, vielleicht kommt das ja noch.

 

Erste Anzeichen gab es bei dem afrikanischen und dem lateinamerikanischen Berichten. Afrika hat ja gerade erst eine Bischofssynode hinter sich, die pastorale Situation ist gut reflektiert. Lateinamerika sprach zuert von der „Erforschung des eigenen Gewissens“ der Kirche, bevor man sich an die Verkündigung mache. Letzteres war ein Schwerpunkt der Vorbereitungsdokumente.

 

P.S. ein kleines Detail: Für Amerika trug der Mexikanische Erzbischof Carlos Aguiar Retes vor, Präsident der lateinamerikanischen Bischofskonferenz. Auch für Nordamerika.

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