Falscher Papst

Was hat er genau gemeint? Was hat er genau gesagt? Wenn Papst Franziskus spricht, dann sind es oft diese Fragen, die als erstes kommen. Vor allem, wenn er frei spricht. Dann muss schnell übersetzt werden – wenn wir live übertragen – oder aus der gesprochenen Sprache lesbare Sprache werden, denn die beiden sind nicht dieselben.

Dann gibt es auch noch die Gelegenheiten, zu denen der Papst spricht, über die wir aber nur danach erfahren. Etwa Telefonate mit Menschen, die einen Schicksalsschlag erlitten haben. Oder die Ordensleute Lateinamerikas. Da sagen danach die Gesprächspartner, was der Papst gesagt hat. Oder besser: was sie erinnern der Papst gesagt habe. Da entstehen schon einmal Verschiebungen und es ist nicht wirklich klar, was genau der Papst da gesagt hat.

Audienz in der Halle, Dezember 2015

Auch bei offiziellen Terminen spricht er oft frei: Papst Franziskus bei einer Audienz

Und dann gibt es Dinge, die überhaupt nie gesagt wurden. Leider immer mehr, wie festzustellen ist. Da kann man noch von Glück sagen, wenn irgendwer postet, der Papst habe beim Dritten Vatikanischen Konzil alle Religionen für gleich wahr erklärt. Oder dass er den US Politiker Bernie Sanders in seiner Kandidatur für das Präsidentenamt unterstützt. Das ist so falsch, das erkennt jeder. Wenn es aber Stücke sind, die den Tonfall Franziskus haben und so klingen, als ob er es gesagt haben könnte, was dann? Wie damit umgehen?

Als erstes natürlich bei Radio Vatikan nachsehen, das versteht sich von selbst. Oder auf der offiziellen Vatikan-Webseite.

Aber dann? Nicht alles, was behauptet wird, hat auch stattgefunden. Am Sichersten ist es, sich bei seiner Meinung über den Papst auf das zu berufen, was er nachweislich wirklich gesagt hat und dabei gute und verlässliche Übersetzungen zu Rate zu ziehen. Die anderen Dinge, auch wenn sie noch so schön klingen wie das Repubblica Interview von 2013 oder die Ansprache an die Ordensleute sind einfach nicht verlässlich.

 

Was ist verlässlich?

 

Auch das ist eine Dimension des Papstamtes, die neu ist. Bislang hat der Vatikan sehr genau darauf geschaut, dass kein Schindluder getrieben werden konnte mit angeblichen oder echten Papstworten. Papst Franziskus öffnet das, er telefoniert und spricht frei und gibt Leuten Interviews von denen man weiß, dass die sehr – sagen wir – kreativ mit den Worten umgehen und unter journalistischen Standards arbeiten, die bei uns in keiner Redaktionskonferenz durchkämen.

Auch hier ändert sich das Amt. Der Papst ist pastoraler, er ist Seelsorger. Nicht jedes Wort ist Lehramt, nicht jedes Wort ist tiefe Weisheit, manchmal ist es einfach nur Kommunikation und hilft nicht dabei, die Tiefen und Weiten auszuloten oder den Kaffeesatz zu lesen, was jetzt als nächstes Reformvorhaben etc. dran ist.

Noch steckt das alles in uns drin, vor allem den Vatikan-Berichterstattern. Wir nehmen alles als sehr bedeutsam wahr. Aber Teil dieses Pontifikates ist es, dass Sprache eben manchmal nur Sprache ist, Kommunikation, nicht mehr und nicht weniger. Diese Dimension müssen wir in der Kirche neu entdecken. Und wir müssen ignorieren lernen, was für ein Unfug über den Papst im Netz herum schwirrt.

 

Dazu einige Hilfestellungen:

  1. Ist es zu schön, um wahr zu sein? Ein deutlicher Hinweis, dass da was nicht stimmt.
  2. Es taucht nirgendwo anders auf, weder bei RV, noch auf der Vatikan Webseite, noch sonstwo? Dann besser ignorieren.
  3. Der Papst ist repetitiv, ein Gedanke kommt immer in mehreren Gestalten und verschiedenen Ansprachen daher. Das hilft beim Verstehen und ist auch eine Stärke. Wenn ein Gedanke nur einmal kommt, dann Vorsicht!

Kurz: Es hilft Gelassenheit. Wem die Begeisterung oder der Ärger zu schnell durchgeht, der wird schnell fündig, aber der gerät auch schnell aufs Glatteis. Also, ruhig bleiben und nachdenken. Wie immer halt.

 

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37 Antworten auf Falscher Papst

  1. ..und trotzdem bin froh, dass wir diesen universellen PASTOR haben!

    er ist jetzt auch einer der ganz wenigen im öffentlichen Raum, der WIRKLICH die FLÜCHTLINGE – im Gegensatz zur ansteigenden Polemik vieler Politiker – „drin“ hat..

    ich meine damit nicht das wunderbare Engagement der Zivilgesellschaft!

  2. Elasund sagt:

    Ich versuche nach Möglichkeit meine Zeit nicht mit „Papst-Exegese“ zu verschwenden. Vor knapp zwei Jahren habe ich entschieden, dass ich es schon erfahren werde, wenn dieser Papst etwas ändert oder voranbringt. Deswegen überfliege ich (bzgl. Papst) Newsletter und Blog von Radio Vatikan. Damit weiß ich (so glaube ich) genug.
    Was mich noch aufregt sind die Leute (gerne auch Jesuiten darunter) die Erkärungen geben zum spannenden Thema „Was will Franziskus wirklich?“ oder „Wovon halten ihn seine „Feinde“ ab?“ oder „Was würde er tun wenn er könnte wie er wollte?“ So etwas anzuhören empfinde ich als Zeitverschwendung.

    • Katharina sagt:

      Geht mir ähnlich, Elasund.
      Wäre es nicht treffender, wenn über diesem Blog statt „Laudetur Jesus Christus“ stehen würde: „Laudetur Papst Franziskus“?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Die Frage finde ich gar nicht so falsch, „was will der Papst wirklich?“. Da schwirren so viele Dinge durch die Medien und Buchläden, gerade auch als Bestseller, die groben Unfug verbreiten. Da muss man schon mal genauer hinsehen.

      • Elasund sagt:

        Vielen Danke, dass Sie genauer hinsehen. Es ist ja auch Teil Ihrer beruflichen Aufgabe. Selber werde ich diese Bestseller aber nicht lesen – schon weil hier einfach abkassiert wird – vor allem aber finde ich, dass Bibel und Kirchenväter viel wichtiger sind als das was der gerade tätige Papst so von sich gibt. Ich stehe ja – genauso wie jeder Papst – in einem gewaltigen Strom mit meinem Glauben.
        Über den Papst Emeritus habe ich in letzter Zeit öfter gehört, dass man sein Pontifikat erst aus der zeitlichen Distanz wird beurteilen können. Ich glaube das gleiche gilt für den jetzigen Papst.

  3. Rosi Steffens sagt:

    Es sollte selbstverständlich sein, dass man sich nur mit den Dingen beschäftigt, die einem zur Aufgabe gestellt sind oder aber dem Lebensunterhalt dienen. Deshalb jedoch Themen in den Dreck zu ziehen, die diesem Anspruch nicht entsprechen, das empfinde ich persönlich als ziemlich arrogant. Sich dann auch noch hinter so einen Karren spannen zu lassen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Wenn ich ganz ehrlich bin, so hat mich der Titel „Falscher Papst“ sehr erschreckt und bevor ich den Inhalt gelesen habe, dachte ich kurz darüber nach, wie jemand auf die Idee für diesen Titel kommt.

  4. Christa sagt:

    Meine verlässliche Quellen sind ebenfalls der RV-Newsletter sowie die Homepage von Radio Vatikan. Bei anderen Medien herrscht teilweise nur die Interpretation vor. Vielleicht sollte man dem Papst in der Tat einfach zuerst zuhören – wie einem ganz normalen Pfarrer an der Basis bei seiner Predigt. Dieser Papst redet wie ein erfahrener Seelsorger. So wird er auch verstanden, nicht jeder KANN oder WILL aus diversen Gründen jedes Wort bzw. Satz interpretieren bzw. „sezieren“. Also muss er eben auf den Punkt kommen.

  5. Amica sagt:

    Tut mir leid das sagen zu müssen: Aber „Sprache ist nur Sprache“ – das ist eine „saublöde“ Feststellung und die Überschrift die Sie gewählt haben konterkariert den Inhalt dieses Artikels zudem – siehe Frau Steffens Beitrag. Also: Hierbei sind Sie selbst nicht besser als die unseriösen Kollegen. 😉
    Auch wenn sie keine Symbolik enthält, verrät Sprache alles über den Sprecher; sie ist wie die Handschrift eines Menschen (vgl. die Graphologie), sie ist einzigartig und deshalb ein Schlüssel zur Person und deren Denken und Handeln. Natürlich muss man vieles vom Redner vorab gelesen haben um seine Art zu Sprechen analysieren zu können, aber das geht durchaus und das wissen Sie, Pater Hagenkord, doch am besten: Sie übersetzen, interpretieren und analysieren die Ansprachen des Papstes schließlich ständig und seit Jahren und eben auch auf diesem Blog. Und genau das haben Sie ja auch nicht verneint im Artikel oben… und dann kommt so ein blöder Satz.
    Und es ist einfach so, dass Menschen nun einmal gerne wissen möchten, was die Zukunft so bereit hält und deshalb fieseln sie gerne an Aussagen herum. Das war immer so und wird immer so sein und das können Sie niemandem verbieten. Und das ist auch gut so, denn wenn das nicht so wäre, dann wäre auch der Zauber des Papstes dahin. Und das Papstamt lebt auch von diesem Zauber der Spekulation und Symbolik: von roten Schuhen (und von schwarzen die irgendwann wieder roter werden werden), von Fischerringen, von der Schweizer Garde (die nach wie vor diese eigentlich unnötigen Kostüme von Michelangelo trägt) etc. Lassen Sie die Menschen doch spekulieren und Ihre Kollegen Bücher und Artikel schreiben. Die müssen auch von was leben. Was ist denn daran wirklich so schlimm?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Ich glaube nicht, dass meine Überschrift hier was konterkariert. Aber ich habe auch nicht vor, mich zu entschuldigen.
      Weswegen ich auf seriöse Berichterstattung so viel Wert lege ist ganz einfach: zu viel wird vorher spekuliert und wenn das Ereignis dann eintritt, interessiert sich keiner mehr dafür. Ich finde Wirklichkeit wichtig, wichtiger als Spekulation. Was ist so schlimm daran, zu warten, was passiert, um sich dann ein Urteil zu bilden anstatt das vor dem Ereignis zu tun und das Ereignis selber dann gar nicht mehr wahrzunehmen? Ich interpretiere und analysiere, richtig, aber nach den Fakten, nicht davor.
      Ich halte meine Feststellung auch nicht für saublöd, und dass sie da Anführungszeichen setzen und einen Smiley dahinter macht das nicht besser. Benehmen gilt auch für das Internet, auch hier.

      • Amica sagt:

        Ok, vielleicht war der Ausdruck meinerseits wiederum „saublöd“ – ich bin halt manchmal etwas zu impulsiv – da schaltet das Hirn etwas aus. Dafür eine Entschuldigung meinerseits.
        Aber Sprache ist einfach etwas grandioses. Schrift und Sprache sind das Kommunikationsmittel welches Menschen am besten verfeinert haben. Sie können nicht von „nur Sprache“ sprechen. Mann. Das ist eine Beleidigung an alle Sprachwissenschaftler, Graphologen und Intelektuellen. Sprache ist der Schlüssel zu fast allem.
        Was Sie sonst so schreiben stimmt natürlich. Aber der eine Satz bringt mich zur Weißglut. Ich habe Jahre lang Texte analysiert und bin permanent von meiner Familie belächelt worden. Ich bin einfach eingeschnappt, wenn man die Sprache und deren Logik und Komplexität herabsetzt. Tut mir leid, ich bin hierbei einfach nicht objektiv genug. Nix gegen Sie – ich halte einfach die Klappe und schmolle vor mich hin.

        • Rosi Steffens sagt:

          Liebe Amica, ich glaube nicht, dass man Sprache mit Hilfe der Logik erforschen kann, sie unterliegt der Vernunft des Anwenders. In meinem Leben habe ich gelernt, das Gefühl spricht eine ganz eigene Sprache, die es auch versteht zu vermitteln ohne zu sprechen. Wir sind als Menschen mit so komplexen Fähigkeiten ausgestattet, die durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln oft in Abwesenheit geraten und erst dann zum Vorschein kommen, wenn man sie wirklich braucht.

          • Amica sagt:

            Sie „glauben“… Sind sie schon einmal in einer Vorlesung in Sprachwissenschaften gesessen? Das ist mathematisch-analytisch – aber sehr aufschlussreich.
            Sprache hat ihren eigenen Code: Grammatik und Vokabular sind in sich hochkomplex und es gibt Regeln (Wie baue ich die Syntax eines Satzes zusammen?Wie enden bestimmte Wortformen – also Zeitformen, Adjektive, Substantive)?
            Dann kommt es wiederum auf den Inhalt – die Aussageabsicht – an: Was will der Sprecher mitteilen? Und da ergänzen Form und Inhalt einander. Es kommt also immer darauf an, wie ich etwas sage. Wie geschickt ich meine Meinung dem Gegenüber mitteile. Dabei kann ich das Gegenüber auch manipulieren… Also hat Sprache auch einen psychologischen Ansatz – einen großen sogar – in sich.
            Und nicht zuletzt kann Sprache schön sein. Ein einigermaßen musikalischer Mensch nimmt Sprache auch so wahr. Dabei ist wichtig wie jemand spricht – ob er sich bewusst ist, dass Sprache auch bezirzen kann.
            Lauter solche Dinge machen Sprache aus. Das ist hochkomplex, weil es im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder verfeinert wurde.
            Natürliche gibt es die unterschiedlichsten Sprachen (die Bildsprache, die Körpersprache, die Sprache von Musik etc. … mir fällt gerade nicht mehr ein), aber die Sprache mit dem Mund ist die gängigste und best entwickeltste, und wir nennen sie schlicht und einfach „Sprache“ – weil sie eben die ausgeklügeltste Sprache aller uns zur Verfügung stehenden Kommunikationsarten ist. Diese ist hochkomplex, logisch und analysierbar – zumindest teilweise.

          • Amica sagt:

            Sorry für die Rechtschreibfehler (zu viele ts).

          • Rosi Steffens sagt:

            Manipulation mit Hilfe der Sprache mag einen psychologischen Ansatz haben, doch das rechtfertigt noch lange nicht die Manipulation des Menschen mit Hilfe von Sprache. Menschenwürde ist eine sehr schwer zu erreichende Einstellung zum Leben, die nur in der Annahme der Gemeinschaft erzielt werden kann, die eben besteht und nicht manipulativ beeinflusst wird. Es geht hier immerhin um Menschen und nicht um Objekte, die kein eigenes Gefühlsleben haben. Hier bei uns in Bayern sagt man so schön, „Wir reden wie uns der Schnabel gewachsen ist.“ Ich finde diese Argumentation birgt viel Wahrheit in sich. Zur Entschlüsselung der Sprache benötigt man demnach nur ein reines Herz und Gottes Segen.

          • KRP sagt:

            @ Rosi Steffen Meine Meinung dazu das jeder der etwas entschlüsseln möchte und etwas Verstand besitzt das auch kann, sicher gehört auch Herz dazu aber bestimmt mehr noch der Verstand. Genauso wie meines erachtens jeder Mensch mehr oder weniger manipulierbar ist.

          • KRP sagt:

            Manipulierbar ist und so auch die Sprache und das Gefühl überhaupt die Emotionen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Meine Postition unterliegt keiner Meinung, sie stellt einfach nur in den Raum, was ich in Betracht ziehe. Ich sehe den Menschen in der Verantwortung als Mensch auch gewissenhaft zu handeln und dazu gehört Manipulation sicherlich nicht und bewusste schon gar nicht. Aufklärung liegt wohl so sehr im Argen, dass man sich selbst ganz genau hinterfragen sollte, an was man eigentlich noch glaubt oder sollte man besser fragen an wen. So viele offene Fragen warten auf Antworten und ich denke, mit deren Aufarbeitung hätten wir genug zu tun und müssten uns nicht in Meinungen verlieren, die auf der Zerlegung wieder anderer Meinungen beruhen, jedoch nur wenig Grundlagen für eine offene und ehrliche Diskussion bilden. Vom Selbstbild des Menschen Jesus so weit entfernt wie wir beide voneinander. Außerdem besitzt man Verstand nicht, er erwächst aus der Gemeinschaft mit der man aufwächst und zu der man sich zugehörig fühlt. Je größer die Gemeinschaft, je stabiler die eigene Position und je offener die Diskussion, umso ertragreicher dürfte das Ergebnis daraus sein.

          • Rosi Steffens sagt:

            Vielleicht erkläre ich es am besten mit dem Glauben an Gott, der dazu dient Gott am Leben zu erhalten, während Er sich gleichzeitig um die Menschheit sorgt, kümmert und das Volk unterstützt. Das dürfte in den vergangenen 70 Jahren kein leichtes Unterfangen gewesen sein, wenn ich mein eigenes Gefühl für die noch bestehende Menschlichkeit als Maßstab setze.

          • KRP sagt:

            Weshalb sollte man sich in Meinungen verlieren, ich denke Diskussionen können nur stattfinden wenn man seine Meinungen offen austrägt und sich damit auseinandersetzt. Vielleicht ist das ja der Grund das man sich nicht mehr richtig austauschen kann und die Meinungen der anderen nicht verstehen will, kann möchte und nur seine eigene Meinung zum Maßstab setzt. Offene und ehrliche Diskussionen beruhen mit Sicherheit auf den Meinungen des anderen. Meinung und Argumentation gehören meines erachtens sehr wohl zusammen. Stellen Sie nicht auch Ihre Meinung zur Diskussion ich meine das schon so herauszulesen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich stelle meine eigene Lebensgrundlage zur Diskussion, sozusagen mein Weltbild, das auf dem Menschenbild Jesus beruht und durch meinen gelebten Alltag hier zum Ausdruck kommt. Ich baue also nicht auf vorgefasste Welt- oder Meinungsbilder sondern versuche mich von meiner eigenen Sichtweise zunächst selbst zu überzeugen, um sie dann gewissenhaft vertreten zu können.

          • KRP sagt:

            Ich denke das eine eigene Lebensgrundlage auch etwas mit einer eigenen Meinung zu tun hat und die sicher jeder hat der schreibt. So stell ich mir das bei Autoren von Büchern und Publikationen vor. Kann man ohne eigene Meinungsbildung denn überhaupt was schreiben?

          • Rosi Steffens sagt:

            Wozu soll Meinungsbildung gut sein? Wen interessiert schon was jemand denkt, ohne zu wissen, warum er so denkt?

          • KRP sagt:

            Wozu Meinungsbildung gut ist? Was soll so eine Frage, für mich gehört die Meinung der anderen genauso wie meine eigene zu meinem Leben sonst wäre mein Leben nix und ich müsste mich fragen wozu bin ich was ich bin, wozu lebe ich das ich keine Meinung nicht haben darf eigene Meinungen sind nicht erwünscht also das was Sie mir da schreiben kann ich nicht nachvollziehen. Als mündiger Mensch muss mir doch eine Meinung zustehen dürfen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich kann mir aber doch erst eine Meinung bilden, wenn ich dafür die Voraussetzungen erfülle. Das bedeutet, ich muss den Sachstand meines eigenen Erkenntnisvermögens in den Konsens mit dem meines Gesprächspartners setzen. Dazu müssen zunächst beide von der gleichen Grundlage (Menschenbild/Weltbild) ausgehen, andernfalls wäre es doch nur eine Diskussion über Dinge, die sowieso jeder anders sieht.

          • KRP sagt:

            Um mir eine Meinung zu bilden sicher und dazu braucht es aber auch die verschiedenen Möglichkeiten der Meinungsbildung und dazu zähle ich eben alles was es so auf der menschlichen und zwischenmenschlichen Ebene so gibt. Der Austausch oder die Diskussion ergibt sich bestimmt nicht wenn alle gleicher Meinung sind, gegensätzliches trägt sicher auch dazu bei.

          • Rosi Steffens sagt:

            Die Möglichkeiten der Meinungsbildung liegen in uns selbst und nicht in unseren Gesprächspartnern. Sie konfrontieren uns mit kontroversen Ansichten. Wenn ich z.B. farbenblind bin, ist es dann falsch zu sagen die Ampel ist grün obwohl sie rot ist, oder unterliege ich damit einfach einem Trugschluss aus meinen persönlichen Möglichkeiten, auch wenn ich weiß, dass die Ampel an der Stelle wo ich grün sehe, rot ist? Eine Meinung gibt also die persönlichen Möglichkeiten wider und jeder sollte versuchen, diese Ansicht zu reflektieren und auf ihre Echtheit hin zu überprüfen. Solange er die Wahrheit nicht kennt, sollte er sich auch kein Urteil darüber bilden. Andernfalls kann er den entsprechenden Sachverhalt darlegen und erfährt so, dass sein Gegenüber farbenblind ist.

          • KRP sagt:

            Na dann viel Spass Sie scheinen ja die Wahrheit zu kennen? Wer kennt die schon also darf es keine Meinung von niemanden zu geben oder darf niemand Meinung abgeben denn ich bin der Meinung das niemand die einzige Wahrheit kennt. Aber sicher sind Sie ja klug das Sie mir gleich wieder meine höchstpersönliche Meinung absprechen. Und damit ist für mich die Diskussion beendet. Viel Spass ohne Meinung.

          • Rosi Steffens sagt:

            @ krp, nach reiflicher Überlegung aufgrund Ihrer Meinung bin ich zu dem Schluss gekommen, ich bin der Meinung, man kann sich erst ein Urteil bilden, wenn man die, dieses Urteil betreffenden Voraussetzungen der Gesprächsparter mit in Betracht zieht. Diese zu hinterfragen ist die wohl schwierigste Aufgabe einer ehrlichen Kommunikation, die die Bereitschaft zur Offenheit fordert, um auch ein gerechtes Urteil fällen zu können, aus dem dann ein einheitlicher Konsens zwischen den Gesprächspartnern gebildet werden kann. Was dem vorauszugehen scheint, ist die Gewissensbildung der Kummunikationspartner, denn nur wenn alle mit gutem Gewissen eine Übereinstimmung finden, dann kann man auch mit einem guten Gefühl weiter arbeiten.

    • Rosi Steffens sagt:

      Wenn Sie liebe Amica mich mit in Ihre Ausführungen einbeziehen, dann fühle ich mich irgendwie auch davon angesprochen, obwohl ich nichts damit zu tun habe. Ich möchte mich also explizit von Ihrer Interpretation des Textes von Pater Hagenkord distanzieren.

    • Konstantin sagt:

      @ Ja, Sprache kann einiges über den Sprecher aussagen. Leider aber auch über Unkekenntnis. Kleines Beispiel, die Uniform der Schweizergarde wurde nie und nimmer von Michelangelo „entworfen“. Mein Glaube hat mit der Symbolik der Kirche sehr sehr wenig zu tun. Und im übrigen, schwarz bleibt schwarz. Rot können schwarze Schuhe n i e werden. 🙂

    • Konstantin sagt:

      Nachtrag @ Amica
      „…..lebt auch von diesem Zauber der Spekulationen und Symbolik….“ Ich bin Papst Franziskus dankbar, dass er in diesen Tagen eine alte Symbolik, die der Fusswaschung „entzauberT“ hat. Dieser Ritus (!) hat durch seine „Neuinterprätatsion einen ganz neuen „Stellenwert“ in der Kirche bekommen. Ich persönlich wünsche mir, dass P.Franziskus weiter den Mut und die Kraft findet wo es notwendig ist, weitere Schritte der „Entzauberungen“ macht. Im Übrigen finde ich das Wort ZAUBER völlig unangebracht. Von magischen Handlungen und Mitteln (Duden) nährt sich mein Glaube nicht.

      MfG

  6. Also, ich bin mir ziemlich sicher, dass es im Internet falsche Päpste gibt. Zwar habe ich noch keine Spam-Mail mit dem Absender Papst Franziskus, Papa Bergoglio oder Ähnlichem erhalten, doch es könnte ja jemanden geben, der mit dem berühmten Namen ein kleines, eigenes Geschäft versuchen möchte zB in Form eines spendenaufrufes für einen sehr guten Zweck.

    Hier gilt wohl, genauso wie bei zweifelhaften Papst-Zitaten: genau Lesen, Nachdenken, gegebenenfalls nachprüfen und dann ab in den E-Müll.

    Ich verstehe sehr gut, dass diese Fülle von Meldungen, Interpretationen, wohl auch eine Menge an Nachfragen, einiges an zusätzlichem Stress verursacht. Dazu kommt noch, dass Gerüchte so etwas ekelig Haftendes haben wie Kletten. Da bedarf es kräftiger bürstenstriche mit dem Kleiderreiniger, damit dies wieder alles abgeht. Das kann lästig und anstrengend sein.

    Doch er lohnt sich, der Weg mit Papa Bergoglio, jeden Tag aufs Neue spannend. Und ab dem 12. Februar steht wieder eine Papstreise auf dem Programm, nach Mexiko; da werde ich bestimmt nicht viel schlafen in der Nacht. 🙂 Und dies alles Dank RV, meiner ersten und liebsten Adresse: Zuhören, Lesen, Verstehen, einfach Radio. Möge es gut weitergehen mit der Radio Vaticana!

    Herzlichst, Euer Lese-Esel

  7. Chrisma sagt:

    Es hilft immer Texte zu lesen von denen wir wissen, das sie authentisch sind. Und genauso halte ich ich es. Quelle Radio Vatikan. Da ich wenig bis gar nicht Radio höre (ich mag die Stille, schaue bewusst TV und höre bewusst Musik,) ist das „Stöbern“ auf der Seite von RV meine Informationsquelle und da höre ich auch in die Audio Beiträge hinein die dort oft eingestellt sind. Sehr gut sind auch die Dokumente die auf der Webseite des Vatikan. Gelassenheit hilft immer und speziell bei der Infoflut Der Blog ist auch sehr gut da er ebenfalls bestimmte Themen vertieft, Dazu gehören auch die vielen Blog-Beiträge, gerade weil sie so unterschiedlich sind, geben sie doch die Vielfalt unserer Kirche wieder. Mehr braucht’s eigentlich nicht, aber da ist noch eine persönliche Komponente: dieses Pontifikat ist für mich ein „Herzenspontifikat“. Bisher gab es noch keines mit dem ich mich so intensiv auseinander gesetzt habe. Ich freue mich mit unserem @Lese-Esel auf den Besuch in Mexico und werde den Besuch ausgiebig bei Radio Vatikan befolgen. Ja und dort spricht Franziskus spanisch, seine Muttersprache, ich kann nicht erkennen wie gut sein italienisch ist (meins nicht gut) aber auf spanisch kann ich die Lebendigkeit seines Ausdrucks, das Temperament für Gott und Glauben unmittelbar erleben.
    Hier ein Buch (Trend zum 2. und mehr Buch nimmt zu) Der Name Gottes ist Barmherzig. Es fasst auf sehr klare Art die Grundpfeiler des Pontifikats zusammen (Franziskus im Gespräch mit. A. Tornelli (?)

  8. Eskil sagt:

    Heute habe ich Zeit, also verschwende ich sie mal hier.
    Ich finde es sehr witzig, worüber sich „gute Katholiken“ offensichtlich den Kopf zerbrechen.
    Dass Sie, verehrter Pater Hagenkord Ihren Job machen finde ich gut und richtig. Und ich kann mir mit Schmunzeln vorstellen, dass Sie und ihre Kollegen (und -Innen???)durchaus ins Schwitzen konnen, wenn Papst Franziskus kommuniziert. Und wenn das zur Folge hat, dass Ihre Abteilung etwas neues lernt, wie wunderbar. Ich wünsche Ihnen da viele neue Erfahrungen.

    Aber mahl ehrlich: Ich, als erwachsener Katholik, höre doch nicht ständig hin, was der Papst sagt. Für mein Glaubensleben im tiefsten Alltag hab ich mein Gewissen, meine Gebetsbeziehung zum Herrn, die Schrift und meine Brüder und Schwestern vor Ort.

    Aber Papst Franziskus agiert duch auf einer anderen Ebene. Ich finde klasse wie er seinen Job macht. Zum ersten Mal in meinen Leben (ich bin 43 Jahre) habe ich wirlich Spaß daran katholisch zu sein. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass auch die höchsten Ämter in der Kirche im Geist Christi versuchen zu leben. Aber ganz ehrlich, an meinem persönlichen Glauben, Suchen, Beten und Leben hat sich nichts geändert. Darauf hat er keinen direkten Einfluß. Warum auch?

    Aber ich hoffe, dass uns dieses Unikum von heiligem Vater noch sehr, sehr lange erhalten bleibt und er der Presseabteilung, den „frommen Katholiken“ und der Welt noch viel, sehr viel Neues lehrt.

    Das mag an Zeitverschwendung reichen. Ich frühstücke jetzt erst mal.

  9. KRP sagt:

    Also ganz ehrlich versteh ich nun diesen Artikel und die dazugehörigen Kommentare nicht so ganz. Weshalb lässt man nicht jedem sein eigenes individuelles Sprach- und Hörverständnis, weshalb wird von manchen Seiten immer nur das akzeptiert was mit dem offiziellen amtierenden vermittelt wird und die Meinungen der anderen sind generell nicht richtig oder zu rechts, links, konservativ oder sonst was. Weshalb muss man sich distanzieren wenn andere Meinungen kommen. Jeder Mensch versteht das was er verstehen will und kann und jeder zu seiner Zeit. Solange die Interpretationen in einem angenehmen respektvollen Ton sind sollte jeder sein Verständnis von Sprache und Hören zum Ausdruck bringen dürfen.

    • KRP, ich gebe Ihnen recht, was die Vielfalt an inddividuellem Sprach- und Hörverständnis betrifft sowie die Fülle an verschiedenen Meinungen und Interpretationen.

      Ich bin Standard-Leserin und habe an dieser Stelle schon einmal auf einen seiner Kommentare verwiesen, allerdings zu einem anderen Thema. Die Tageszeitung Der Standard steht Religionsgemeinschaften und somit auch der RKK, ihren Amptsträgern und ihrem Papst, eher kritisch distanziert gegenüber. Dies spiegelt sich auch im Standard-Meinungsteil wieder. Ich lese diese Kommentare mit Interesse, eine Sicht von außen, von etwas weiter weg empfinde ich als bereichernd. Und die Qualität ist beim Standard gegeben.

      Anders verhält es sich, wenn es um falsche Zitate oder um, sagen wir, Nachdichtungen geht. Dies muss nicht immer mit Absicht geschehen. Übersetzen bedeutet Interpretieren, das hat jeder erfahren, der mal mit dieser Kunst in Berührung gekommen ist. 🙂 Dazu kommt noch das erwähnte individuelle Sprach- und Hörverständnis. Doch, wenn manipulative Motive ins spiel kommen, wenn jemand ein Zusammentreffen mit dem Papst für seine eigenen dubiosen Zwecke ausbeutet, geht es wohl in eine unredliche Richtung.

      Klar, dies ist das Risiko eines sehr hohen Bekanntheitsgrades und einer sehr offenen Kommunikation; und ich bin ganz sicher, dass sich dieses Risiko lohnt und viele gute Früchte trägt.

      Herzlichst, Euer Lese-Esel

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