Man nehme … Bischöfe à la Franziskus

Der Vorname Stefan ist keine Vorbedingung für das Bischofsamt. Auch wenn alle drei bisher von Papst Franziskus in Deutschland ernannten Bischöfe – von den „Verschiebungen“ mal abgesehen, Stefan heißen, dürfen wir sicher sein, dass das nur ein Zufall ist. Heße (Hamburg), Burger (Freiburg) und Oster (Passau) sind die Stefans-Bischöfe (oder Stephan, je nachdem). Blicken wir nach Österreich können alle Nicht-Stefans aufatmen: Benno, Werner und Wilhelm heißen die dort ernannten Ortsbischöfe (Elbs, Freistetter bzw. Krautwaschl).

Warum das wichtig sein soll? Weil mit Aachen und Dresden/Meißen bereits zwei Bistümer vakant sind, weil Mainz und Sankt Pölten bereits über das Rücktrittsalter von 75 hinaus sind, Kardinal Lehmann wird bereits 80. Und weil sich auch Würzburg und Hildesheim der Grenze von 75 nähern. Außerdem ist da noch Limburg zu besetzen, also ein ganze Reihe von Bischofsstühlen.

Wenn also Stefan keine Kategorie ist, wonach ernennt dann der Papst? Was sind seine Vorstellungen vom Amt, die ja doch gewissen Einfluss haben?

Der Vollständigkeit halber: Einfluss haben auch die Konkordate, also die Verträge zwischen den einzelnen Ländern und dem Heiligen Stuhl, Einfluss hat auch die die Ernennungen vorbereitende Bischofskongregation in Rom, der Vorsitzende der jeweiligen Bischofskonferenz und natürlich der das Verfahren vor Ort organisierende Nuntius. Aber die agieren fallweise, der Papst hat grundsätzliche Vorstellungen. Und die zählen.

Bischofsweihe im Petersdom am Samstag vor Palmsonntag

Bischofsweihe im Petersdom am Samstag vor Palmsonntag

Was das für Vorstellungen sind, wird er nicht müde vorzubringen. Keine Papstreise, bei der er nicht der dort versammelten Bischofskonferenz sagt, was er zu sagen hat. Und wenn man die drei Jahre zurück blickt, sind es eher deutliche Worte, die er bei diesen Gelegenheiten findet. Sehr deutliche sogar, es sind die Klartext-Ansprachen der Reise.

So sehr, dass es jetzt nach der Mexiko-Reise einen kleinen Eklat gegeben hat, eine Publikation des Erzbistums Mexiko-Stadt hat im Editorial mit Bezug auf die Papstrede dort gefragt, wer eigentlich den Papst berate, dass dieser so Falsches über das Land und die Bischöfe sage. Da gab es Einiges an Unruhe.

Wenn er vor den Bischöfen spricht, dann ist das meistens die Übersetzung seiner Vorstellung von Kirche in die pastorale Wirklichkeit eines Landes, und das wie gesagt gerne in aller Deutlichkeit, die von Versuchungen dergleichen spricht, wie der Papst das gerne tut.

 

Männer ohne „Prinzen-Psychologie“

 

Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir die erste dieser Bischofs-Ansprachen, die in Rio de Janeiro vor den versammelten Bischöfen des Koordinationsrates der CELAM, also der Bischofskonferenzen des Kontinents: „Derjenige, der die Pastoral (…) leitet, ist der Bischof. Der Bischof muss leiten, was nicht dasselbe ist wie sich als Herr aufzuspielen. (… ) Die Bischöfe müssen Hirten sein, nahe am Volk, Väter und Brüder, mit viel Milde; geduldig und barmherzig. Menschen, die die Armut lieben, sowohl die innere Armut als Freiheit vor dem Herrn, als auch die äußere Armut als Einfachheit und Strenge in der persönlichen Lebensführung. Männer, die nicht eine „Prinzen-Psychologie“ besitzen. Männer, die nicht ehrgeizig sind und die Bräutigam einer Kirche sind, ohne nach einer anderen Ausschau zu halten. Männer, die fähig sind, über die ihnen anvertraute Herde zu wachen und sich um alles zu kümmern, was sie zusammenhält: über ihr Volk zu wachen und Acht zu geben auf eventuelle Gefahren, die es bedrohen, doch vor allem, um die Hoffnung zu mehren: dass die Menschen Sonne und Licht im Herzen haben. Männer, die fähig sind, mit Liebe und Geduld die Schritte Gottes in seinem Volk zu unterstützen. Und der Platz, an dem der Bischof bei seinem Volk stehen muss, ist dreifach: entweder vorne, um den Weg anzuzeigen, oder in mitten unter ihnen, um sie geeint zu halten und Auflösungserscheinungen zu neutralisieren, oder auch dahinter, um dafür zu sorgen, dass niemand zurückbleibt, aber auch und grundsätzlich, weil die Herde selbst ihren eigenen Spürsinn hat, um neue Wege zu finden.“

Bischofsweihe im Petersdom am Samstag vor Palmsonntag

Bischofsweihe im Petersdom am Samstag vor Palmsonntag

Und dann schließt der Papst an: „Ich möchte nicht ausufern in weiteren Einzelheiten über die Person des Bischofs, sondern schlicht hinzufügen – und dabei mich selber einschließen –, dass wir in Bezug auf die Umkehr in der Pastoral ein wenig in Verzug sind.“

Wie gesagt, das sind verbale Anwendungsbeispiele von pastoralen Vorstellungen. Das ist noch nicht gleich eine Kritik, das ist auch nicht unbedingt ein Maßband, aber dass ist die Vorstellung, nach der Bischöfe sich strecken sollen. Und das ist vielleicht auch die Erwartung der Gläubigen.

 

Mexiko ist irgendwie überall

 

Noch ist das alles sehr abstrakt und allgemein, vielleicht muss es das ja auch sein, weil die Situationen immer sehr unterschiedlich sind.

Ich könnte hier an dieser Stelle nun alle Reden an Bischöfe durchgehen und eine große Sammlung anstellen, aber ein erster Überblick zeigt mir, dass sich erstens vieles doppelt, dass das zweitens aber so umfassend wäre, dass es nicht mehr viel sagen würde. Also belasse ich es mit einem ausführlichen Blick auf die Rede in Mexiko, die letzte der vielen, die auch für etwas Unruhe gesorgt hat.

„Habt keine Angst vor Transparenz! Die Kirche hat es nicht nötig, im Dunkeln zu arbeiten.“ Ob diese Ermahnung einen besonderen Grund in der Wirklichkeit Mexikos hat, kann ich nicht sagen, vielleicht ist es ja das, was sauer aufgestoßen ist. Die Botschaft gilt aber auch so: nicht auf die „Pferde und Streitwagen“ der heutigen Pharaonen bauen indem man mit ihnen Deals trifft. Für unsere Breiten ist das sicherlich nicht unbedingt anwendbar, Kumpanei unter den Mächtigen gibt es so nicht mehr, und dennoch gehört es auf die Liste der Franziskus-Bischöfe.

„Wenn unser Blick nicht bezeugt, dass wir Jesus gesehen haben, dann wirken die Worte, mit denen wir von ihm sprechen, wie leere rhetorische Phrasen.“ Glaubwürdigkeit also. Und die kommt in der Religion immer aus dem eigenen Glauben. Nicht, dass dieser vor sich her getragen werden sollte, im Gegenteil, aber man merkt ja sehr schnell, ob jemand „echt“ spricht oder nur abliest.

„Seid also Bischöfe, die fähig sind, diese Freiheit Gottes nachzuahmen, indem ihr das Ärmlich-Bescheidene wählt, um die Majestät seines Antlitzes sichtbar zu machen.“ Auch das gehört in die Kategorie ‚Glaubwürdigkeit‘; Gott soll sichtbar werden, nicht das Amt, nicht die Kirche.

„Ich bitte euch, nicht in die Erlahmung zu fallen, alte Antworten auf neue Fragen zu geben.“ Das erklärt sich von selbst.

 

Keine alten Antworten auf neue Fragen

 

„Weh euch, wenn ihr euch auf euren Lorbeeren ausruht!“ Die Vergangenheit ist kein Sessel und wir – um eine andere Papstaussage zu bemühen – sind keine Museums-Christen. Die schönen Kirchen und die stabilen Strukturen sind Auftrag, nicht Ruhekissen.

„Unsere Zeit verlangt pastorale Aufmerksamkeit gegenüber Menschen und Gruppen, die hoffen, aufbrechen zu können zur Begegnung mit dem lebendigen Christus. Nur eine mutige pastorale Umkehr – und ich unterstreiche: pastorale Umkehr! – unserer Gemeinschaften kann die heutigen Jünger Jesu suchen, hervorbringen und ernähren.“ Wenn die Kirche eine missionarische sein soll – und eine andere kann es nicht geben – dann hat das bei der Leitung der Kirche mit Aufmerksamkeit und Mut zu tun.

„Darum tut es uns Hirten not, die Versuchung der Distanz zu überwinden – und ich überlasse es jedem von euch, den Katalog der Distanzen aufzustellen, die in dieser Bischofskonferenz bestehen können; ich kenne sie nicht, doch es ist nötig, die Versuchung der Distanz zu überwinden – wie auch die des Klerikalismus, der Kälte und der Gleichgültigkeit, des triumphalistischen Verhaltens und der Selbstbezogenheit.“ Achtung: Nicht wir machen Kataloge für andere, wir machen Kataloge für uns selbst. Ja, wir sind keine Bischöfe, aber das Prinzip hält. Und noch ein letztes gilt ceteribus paribus nicht nur für Bischöfe, ich sagte ja, das hat mit der Umsetzung pastoraler Vorstellungen in die Wirklichkeit zu tun: „Mit größtem Nachdruck ermahne ich euch, die Gemeinschaft und die Einheit unter euch zu bewahren.“ Das könnten wir nicht-Bischöfe sicherlich auch auf den Spiegel schreiben.

Hier ist er wieder, der Papst der Versuchungen, des Beichtspiegels, der „15 Krankheiten“. Seine Idealbilder entwickeln sich an der Realität und an dem, was er an Gefahren und Versuchungen entdeckt und nennt. Und was er von Bischöfen erwartet und was wir von Bischöfen erwarten können, das gilt allemal für den Rest der Kirche auch.

Damit wir in der Kirche nicht noch weiter mit der Umkehr in Verzug geraten.

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69 Kommentare zu Man nehme … Bischöfe à la Franziskus

  1. L'Osservatore sagt:

    Gut, daß hier kein Personenkult betrieben wird.

  2. Paschalis sagt:

    1. Wenn L’Osservatore und Pater Hagenkord das sagen. Ja dann…
    2. Der Papst ernennt, darf sich also nicht beklagen über seine Bischöfe à la Franziskus.

    • Gabriele Luzia sagt:

      Ihre Bemerkung unter 1. finde ich unverständlich, da Sie alles offen lassen. Ich habe zwar eine Ahnung, worauf Sie vielleicht hinaus wollen, aber einen Verdacht zu äußern bringt so wenig wie Ihre Bemerkung, finde ich.
      Zu 2.:
      Soll das jetzt der so genannte „Osterwitz“ sein?

      Ich freue mich über „Bischöfe a` la Franziskus“. Wir können uns in Deutschland derzeit nicht beklagen, ist mein Eindruck, denn auch einige Bischöfe, die nicht von Franziskus geweiht wurden, bekennen sich offenbar und schon von je her zu seinen Anforderungen an das Bischofsamt und leisten damit einen glaubhaften Dienst in der Öffentlichkeit. (Graue Mäuse gibt es leider überall, aber die sind meistens eben unauffällig und halten meistens keine Grundsatzreden.)

      Ich hoffe, Papst Franziskus hat für seine Bischofs-Ernennungen weltweit immer auch genügend unterschiedliche Informationsquellen über die Kandidaten zur Verfügung, damit er echte Entscheidungen treffen kann.

      Es kann doch gar keine Frage sein, wo Papst Franziskus die hier von Pater Hagenkord sehr komprimiert dargestellten Anforderungen an das Bischofsamt entlehnt hat: sie stehen im Einklang mit dem Auftrag, den Jesus seinen Jüngern und Jüngerinnen gegeben hat.

      • L'Osservatore sagt:

        Über die deutschen Bischöfe läßt sich trefflich streiten. Aktuell sorgt hier ein Erzbischof für Schlagzeilen, der pauschal jeden achten Wähler zu Heiden erklärt, sich aber nicht weigert, deren Kirchensteuern zu kassieren.

  3. @Paschalis “ Der Papst ernennt, darf sich also nicht..?
    versteh nicht ganz was Sie damit meinen..???

    wenn ich an Wölki, Koch u.a. denke hat er jedenfalls ein gutes Gespür gerade für die deutsche Befindlichkeit gezeigt!

    gestern hat mich ein Bekannter zu meiner großen Freude auf eine Website über einen alten -längst heimgegangen- Freund aufmerksam gemacht. Klaus Hemmerle. (ich kannte die Site nicht)
    und ich bin dankbar, dass da auch Audios dabei sind.

    beim inneren Nachhören spüre ich noch jetzt, dass dieser frühere Aachener Bischof nicht nur das Evangelium ziemlich mit-fühlend gepredigt hat,
    aber vor allem auch SELBST ALLTÄGLICH in diesem Sinne, wie Franziskus sich einen Bischof wünscht.. GELEBT hat.

    insofern sind das Texte nicht so sehr aus vergangenen Zeiten sondern von jemand der ZEUGNIS ABGELEGT HAT..
    Hier mehr http://WWW.klaus-hemmerle.de

  4. Amica sagt:

    Dass die alle Stefan/Stephan heißen, ist allerdings kein Zufall, sondern statistisch gut nachvollziehbar:
    Von 1960 – 85 war „Stefan“ ein absoluter Modename in Deutschland. Also, wenn ein Bischof heutzutage „Stefan“ heißt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen jüngeren Bischof handelt.
    Vielleicht braucht Deutschland derzeit eher junge Oberhirten – vielleicht ist das auch ein Kriterium. Nur seltsam, dass sich die drei doch sehr voneinander unterscheiden: von Erzbischof Burger krieg ich eigentlich nicht viel mit, Erzbischof Heße ist, glaub ich, eine Superwahl (der ist die größte Persönlichkeit von den dreien) und wird sicherlich noch Kardinal. Er ist ja nicht umsonst für die Flüchtlingsfragen zuständig. Bischof Oster ist dann wiederum Dozent und Medienmann in einer Person. Er konzentriert sich sehr auf die junge Generation – will die Probleme der doch sehr säkularen Kirche in Deutschland sozusagen bei der Wurzel anpacken. Vielleicht ist das doch sehr katholisch geprägte Passau so eine Art Übungsterrain diesbezüglich. Nach dem Motto: mit euch kann man es ja machen, ihr lauft uns nicht so schnell davon. 🙂
    Also, die sind alle ungefähr gleich alt, aber sehr unterschiedlich.
    Braucht man diesen Facettenreichtum in der deutschen Kirche heute vielleicht mehr denn je? Ältere Menschen sind oft nicht mehr so kreativ… und Kreativität ist einfach wichtig für die Glaubensvermittlung, das sagt ja auch der Papst.

  5. Elasund sagt:

    Ich finde es seltsam, dass Sie zuerst auf Deutschland und die dort zu besetzenden Bischöfsstühle Bezug nehmen um dann über Ansprachen in Rio und Mexiko zu schreiben. Schließlich hat der Papst auch direkt zu den deutschen Bischöfen gesprochen. Ist Ihnen diese Ansprache zu wenig „à la Franziskus“?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Es ist schwierig, mit einem Text umzugehen, den der Papst so nie gehalten hat. Er weiß sehr genau, was er sagen will, variiert Texte oder hält sich an sie, so wie er das will und für richtig hält. Im Fall der ad Limina Besuche wissen wir nicht, was ehr gesagt hat, außer aus dem Mund derer, die dabei waren. Und der Text ist so nie gehalten worden. Es ist also – formal gesagt – nicht das, was der Papst den Bischöfen sagt, sondern was der Vatikan vorbereitet hat. Und wenn Sie sich den Text von Benedikt XVI. 2006 und Franziskus 2015 ansehen, dann sehen Sie die Übereinstimmung der Themen. Und wenn man sich nur die Ansprache 2015 ansieht, dann ist das so gar nicht die Sprache des Papstes. Der Text ist ein offizieller Text. Es ist nur nicht das, was Papst Franziskus den Bischöfen zu sagen hatte.

      • AR35 sagt:

        Lieber Pater Hagenkord!
        Ganz so einfach ist die Sache wohl doch nicht. Man wird wohl annehmen dürfen, dass ein Text aus den Händen des Heiligen Vaters auch dessen Zustimmung findet. Ich weiss noch, der Text den Benedikt XVI. den deutschen Bischöfen 2006 mitgegeben hat, wurde auf die Goldwaage gelegt, jedes einzelne Wort öffentlich seziert. Warum gilt für Franziskus nicht, was für seine Vorgänger gegolten hat? Gibt es dafür eine gute Antwort? Wenn einem manche Aussagen des Papstes nicht gefallen, heisst es, die kämen vom Vatikan, nicht vom Papst. Wenn einem bei Benedikt XVI. oder Johannes Paul II. etwas nicht gefallen hat, hieß es nie, das hat der Vatikan gesagt, nicht der Papst. Diesen beiden Päpsten hat man, entschuldigen Sie die Wortwahl, jedes unpassende Wort um die Ohren geschlagen. So einfach, wie Sie das darstellen, lieber Pater, ist die Sache nicht.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Das habe ich nicht gesagt. Es ist ein offizieller Text, das gilt. Ich bin der letzte, der „Vatikan“ gegen „Papst“ ausspielt. Nur geht es in meinem Stück – und darauf bezog sich ja die Kritik – um vom Papst selbst gemachte Aussagen, und deswegen habe ich genau solche heran gezogen. Bitte keine Grundsätzlichkeiten hier vermuten.

          • AR35 sagt:

            Lieber Pater!
            Es war nicht meine Absicht, Sie persönlich anzugehen, da habe ich mich wohl ein wenig falsch ausgedrückt. Dafür entschuldige ich mich.
            Worum es mir geht, es gibt im Allgemeinen eine Tendenz dazu, den Vatikan als bösen Gegenspieler des Heiligen Vaters darzustellen. Ob in der Gesellschaft, bei den Gläubigen oder aber, in extremster Form, bei den Medien.
            Ein kleines, berüchtigtes, Besispiel: Die Williamson-Affäre. Da wurde in den unteren Etagen extrem geschludert (denken wir an den schwedischen Bischof, der den Vatikan gewarnt hat). Die Hauptschuld wurde dem Papst aufgebürdet, bis hin zur öffentlichen Scheltung durch die Kanzlerin (ein Unding).
            Jetzt haben wir Franziskus, der in seinen Bemühungen, die Piusbrüder in die Kirche einzugliedern, viel weiter geht als Benedikt XVI. es je bereit war zu gehen. Hören Sie irgendeine Kritik an diesen Bemühungen? Nichts zu hören!
            Und da liegt der Hase im Pfeffer. Es wird mit zweierlei Mass gemessen, und das nicht gerade auf die feine, englische Art, bis hin zur Ausspielung Papst/Vatikan. Das kritisiere ich!
            Ich wünsche ein gesegnetes Wochenende!

      • Elasund sagt:

        Ihre Antwort verblüfft mich. Also ich habe im Internet nach „Papst deutsche Bischöfe“ gesucht und das erste Suchergebnis war http://de.radiovaticana.va/news/2015/11/20/ad_limina_der_deutschen_bisch%C3%B6fe_die_papstansprache/1188163 – also dieser Text ist sozusagen Kokolores, oder wie? Das ist dann ja eine Täuschung. Ich dachte, dass es eine Papstansprache ist, wenn „Volltext: Die Papstansprache“ dasteht. Bei Benedikt hat man dann doch die Texte geändert, wenn er was anderes gesagt hat als im Redemanuskript. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis?
        Für was dient dieser Text dann? Und wer hat ihn geschrieben? Und was hat der Papst dann tatsächlich gesagt?

        • @Elasund:mir fällt,- auch bei Ihren Posts- auf, dass Sie gelegentlich, ich sags mal spontan:

          das RECHTLICHE absolutieren – vatikanische Textvorlagen jetzt- oder auch den RRR oder die kanonische Rechtslehre in anderen Posts..

          FAST immer ÜBER DIE VITALITÄT und das immer NEUE an unserem GELEBTEN GLAUBEN stellen;

          ist das Angst vor den vielen Wohnungen ,die uns der Herr bereitet hat? „ZUR FREIHEIT DER KINDER GOTTES sind wir doch berufen!!

          oder sind Sie Jurist, dann könnte ich das besser nachvollziehen
          danke für eine Antwort und einen schönen Frühlingstag!

          • Elasund sagt:

            @Ullrich Hopfener, ich bin beruflich mit juristischen Fragen befasst und finde rechtliche Themen spannend. Jura habe ich leider nicht studiert. RRR oder kanonische Rechtslehre kenne ich gar nicht. An Gesetzen und Verträgen schätze ich z. B., dass Begriffe und Vorgehensweisen genau definiert sind. Dies ermöglicht Kommunikation, weil man dann über das gleiche spricht. Ich glaube schon, dass ich diese Art an Fragen heranzugehen auf christlich Themen übertrage.
            Die Frage wer vatikanische Textvorlagen mit der Überschrift „Papstansprache“ schreibt, die der Papst dann nicht hält und hinter der er möglicherweise auch nicht steht, finde ich spannend. Die FREIHEIT DER KINDER GOTTES beeinflusst die Antwort auf diese Frage wohl nicht, also ich kann da keinen Zusammenhang herstellen.

          • JLTD sagt:

            Sie sind auf den Einwand von @Elasund gar nicht eingegangen. Statt diesen zu verstehen versuchen Sie ihn sich mit „Angst“ zu erklären.

            Das ist, wohlwollend gesagt, keine gute Gesprächskultur.

        • Silvia Brückner sagt:

          Elasund sagt:
          31. März 2016 um 21:04

          Die Frage, was der Papst wann tatsächlich gesagt hat, was im Redemanuskript steht aber so nicht gesagt wurde und was einfach Interpretation ist, beschäftigt mich auch sehr.

          Hinzu kommt, dass Benedikt als Deutscher unsere Sprache gesprochen hat, bei Franziskus muss erst übersetzt werden, und jede Übersetzung enthält auch zwangsläufig eine Interpretation.

          Aber auch bei Johannes Paul II musste übersetzt werden, ohne dass es so viel Verwirrung und unterschiedlichste Interpretationen gab.

  6. Rosi Steffens sagt:

    Ist nicht das grundsätzliche Problem das der Sensibilisierung für die Macht die aus einer Leitung entsteht? Auch der Papst kann nur unter denen wählen, die im Dienste der Kirche stehen, über deren Motivation richtet allein Gott.

    „Männer ohne Prinzen-Psychologie“: Was mir an diesem Text ins „Auge“ sprang, das war die Wortverwendung für die Behutsamkeit, die Männern abgefordert wird, die sich in den Auftrag der Kirche stellen. Das scheint ein Problem darzustellen, denn offensichtlich gibt es nicht genügend Männer, die sich zu diesem Dienst berufen fühlen. Behutsamkeit zügelt die Kraft die Gott als tragendes Element zur Verfügung stellt. Schutzbedürftigkeit und Kraft stehen sich in Kohärenz gegenüber. Menschlichkeit scheint immanent vor Gott, der sie für sich gewinnt und damit alles was aus ihrer natürlichen Fruchtbarkeit erwächst. Es wäre sehr armseelig, wenn es für den Glauben keinen natürlichen Nährboden mehr gäbe, dessen Schutz auf göttliche Existenz angewiesen ist, um dieses Potential den Fähigkeiten einer sich stetig wandelnden Schöpfung bereit zu stellen. Als Frau und insbesondere als Mutter empfinde ich Männer durch deren Fähigkeit Schutz zu vermitteln oder Angst einzuflößen. Dem gegenüber steht der Wunsch sich diesem Schutz hinzugeben, wenn man sich seiner weiblichen Verletzlichkeit bewusst wird. Wahre Liebe erzeugt diese Verletzlichkeit deren Eigenschaft es ist, sich bedingungslos hinzugeben. Vielleicht ist es das, was die Männer im Kirchendienst empfinden sollten, die bedingungslose Liebe einer Mutter, die sich für all ihre Kinder aufopferungswürdig einsetzt. Der Mutter geht es darum, Kindern die Liebe zu vermitteln, die sich des Schutzes Gottes gewiss sein kann. Die Menschheit braucht diesen Schutz der männlichen Behutsamkeit um sich aus weiblicher Empfindsamkeit zu nähren. So baut beständiges Potential, auf die Potenz der bestehenden Menschlichkeit, um sich im Glauben an Gott zu nähren.

    Ich persönlich kann mich bei denen bedanken, die für die Kirche als die Mutter eintreten, die sich im Glauben an Gott offenbart, weil sie unter seinem Schutz die Sicherheit gewinnt, die sie braucht, um neue Kraft zu schöpfen. Ich glaube, die Frau hat in der Katholischen Kirche einen besonderen Status, der durch die Männer erhalten wird, die sich behutsam um die Kirche als „Mutter“ kümmern, die sie damit vor den Unbilden aller Zeiten schützen. Sie scheint der Fels zu sein, auf dem alles gebaut ist und ich glaube, dieser Fels liegt im Angesicht Gottes, der ihm sein Wesen gibt. Es wäre schön, würden sich alle Männer aus innerer Überzeugung dieser bedeutsamen Aufgabe im Leben widmen.

  7. Seit nun mehr sieben Jahren befasse ich mich ausführlich mit christlicher Religion im weiteren und der katholischen Lesart im engeren Sinn, einfach, weil ich in diese Religionsgemeinschaft hineingetauft bin, das ist aber schon etliche Jahre länger her.

    Jetzt ist es Zeit, alles neu zu inventarisieren, zu ordnen und auch aufzuräumen. So manches kommt weg, doch Anderes bleibt und begleitet mich weiterhin zur sinnvollen Verwendung und Weiterentwicklung.

    Zu dem, was bleibt, gehört jedenfalls Umkehr als eine ganz persönliche Aufgabe und Herausforderung sowie das Nachsinnen über den pastoralen Zugang, etwas, das mit Verantwortung, Leitung und Führung zu tun hat. Gemeinsam ergibt sich daraus dann der für mich sehr ansprechende Begriff der pastoralen Umkehr.

    Doch was bedeutet eine pastorale Haltung bzw. Praxis konkret? In den Ansprachen von papst Franziskus an diverse Bischofskonferenzen ist vieles zu finden, aber nicht nur dort.

    Doch wie so oft frage ich mich, ob sich pastoral nicht auch in ganz anderen Bereichen anwenden lässt, jenseits von religionsgemeinschaftlichen Strukturen und Einrichtungen. Ich denke, dass dies sehr gut möglich ist. Entsprechend meiner Arbeitsbiografie (freiwillig, ehrenamptlich und brotberuflich) nenne ich zwei Bereiche: jenen der NGOs und NPOs sowie jenen der Schule.

    pastoral – von der Realität ausgehen, in der Menschen leben (gut möglich sind auch verschiedene Lebensrealitäten):

    Dies bedeutet keineswegs, alle Zustände, die es in dieser Welt gibt, als unveränderlich zu betrachten oder gar unreflektiert gut zu heißen. Es geht um Verstehensprozesse, nicht um mit allem Einverstanden-Sein. Es geht um Begegnung auf Augenhöhe, um das Finden einer gemeinsamen Sprache (verbal und nonverbal). Es geht um Fordern und Fördern, in einem ausgewogen vernünftigen Verhältnis. Es geht um das menschliche maß.

    Pastoral – plausibel, nachvollziehbar und transparent:

    Wie wird meine Spende, mein Mitgliedsbeitrag und meine bezahlten Steuern verwendet? Eine oft gestellte und berechtigte Frage. Eine gut funktionierende Administration ist schlichtweg notwendig. Doch Strukturen und Organisationsformen entwickeln sich organisch und mit der Zeit kann es vorkommen, dass sie immer komplexer und leider oft auch undurchsichtiger werden. Es kommt zu Doppelgleisigkeiten oder Überschneidungen von Kompetenzen, bzw. scheint gar niemand mehr zuständig zu sein.

    In Österreich gibt es, historisch gewachsen, Bund, Länder und Gemeinden. Und dieser Tage beginnt das Ringen um den Finanzausgleich, also die Umverteilung der Steuermittel. Der Rechnungshof warnt ununterbrochen und dies seit Jahren. …

    Pastoral – neue Antworten auf neue Fragen:

    Jede Organisation weist völlig zurecht auf frühere Errungenschaften und Erfolge hin. Das ist Teil ihrer Geschichte und ihrer gewachsenen Identität. Doch in der Erinnerung bewegungslos zu verharren, ist ganz sicher nicht gut. Ich denke, dass hier die Erinnerungskultur, wie sie in den biblischen Büchern, v.a. des ersten Testamentes, vorgestellt wird, sehr hilfreich ist. Sich erinnern, um daraufhin zu Neuem aufzubrechen und den Horizont zu erweitern. Oder wie es ein Kollege in der Schule, in der ich arbeite, ausgedrückt hat: Entwicklung ist immer möglich.

    Herzlichst, Euer Lese-Esel

  8. Paolo sagt:

    Prinzipiell beweist Franziskus in der Bischofsernennung in Deutschland ein gutes Händchen. Während bei Benedikt und den letzten Jahren des heiligen Papstes Johannes Paul II. oft nur eine gewisse (manchmal auch vorgegaukelte) konservative Grundhaltung für die Bischofsernennung wichtig war, scheinen die von Franziskus bisher ernannten, alle einigermaßen fähige Männer.
    Wie meine Vorkommentatoren stört mich dass im Text der Schwenk von der deutschen Perspektive zur Betrachtung der mexikanischen Bischofskonferenz.
    Bei einem Hinweis darauf reagieren sie wenn man es genau nimmt ähnlich wie die Zeitung in Mexiko. Der Tenor ihrerseits „der Papst wurde vermutlich schlecht beraten“ bzw. ziehen sie damit in Zweifel dass die angesprochenen Kritikpunkte wirklich von Franziskus kritisiert werden würden.
    Verschiedene Bischöfe hatten sich ebenfalls gleich bemüht die ihnen zugeteilte Papstrede im nachhinein zu relativieren anstatt sich mit ihr inhaltlich auseinanderzusetzen.
    Das hätte mich hier auch gefreut. Stattdessen wird auf Mexiko gezeigt.
    Die Stelle an der sie meinen das unsere hiesigen Bischöfe keine Verbindungen zu den Mächtigen und zur Politik hätten, wundert mich auch.
    Solch brave Bischöfe wenn es um den Lebensschutz und viele weitere Themen gibt, gibt es in wenigen anderen Ländern. Im folgenden Link ist die Verwunderung zu spüren, dass die Kirche plötzlich ihre Stimme für die Flüchtlinge erhebt. Ich finde das positiv und würde mir das viel öfter wünschen. Man muss also gar nicht so viele Breitengrade weiter gehen um eine Kirche zu finden die sich mit den mächtigen ganz gut arangiert hat.
    http://www.deutschlandfunk.de/verhaeltnis-von-politik-und-kirche-die-kirchen-als.724.de.html?dram:article_id=349425

  9. Elisabeth sagt:

    Wir in Innsbruck haben derzeit überhaupt keinen Bischof …und das Besorgniserregende daran ist: Es fällt gar nicht auf! Immer öfter höre ich die Frage: Wozu braucht’s einen Bischof denn?? Der kirchl. Laden läuft auch ohne ganz gut!
    Meiner Meinung nach weisen auch solche „Statements“ auf ein dramatisch gestiegenes Desinteresse, auf eine zunehmende Ignoranz und ein generell abnehmendes Wissen über Kirche im allgemeinen hin. Gegengesteuert wird so gut wie nicht!!

  10. Silvia Brückner sagt:

    @AR35

    Ich habe mich kürzlich mal im ZDF – Blog kritisch zu den Bemühungen von Papst Franziskus, die Piusbruderschaft unter Bedingungen, die weit über die von Benedikt hinausgehen, zurück zu holen, geäußert.

    Das ging aber unter, weil niemand darauf einging und die Medien selbst dieses Thema kaum bis gar nicht ansprechen.

    Wieso das beim einem Papst so und beim anderen ganz anders gehandhabt wird, frage ich mich auch.

    Papst Franziskus war vom ersten Tag an ein Liebling der Medien, Papst Benedikt hing vielleicht noch seine Zeit als Glaubenspräfekt nach, siehe z.B. „Panzerkardinal“ während Franziskus von außerhalb der Kurie und noch dazu von sehr weit weg kam.

    • Suarez sagt:

      Verehrte Silvia,

      es sind halt auch zwei verschiedene Paar Stiefel. Franziskus und B16 haben unterschiedliche Anschauungen. Ich finde auch zum Vatikanum 2 und der Liturgiereform. Es gibt einen hübschen Passus im von Konservativen ebenso wie Progressiven gelobten Vatikanumsbuch von O.H. Pesch, in dem dieser schreibt, dass der damalige Präfekt der Glaubenskongregation durch die Zelebration der Alte Messe die Liturgiereform relativiert. Und so sehe ich das auch: B16 steht geistig den Piusbrüdern erheblich näher als Franziskus. Ich habe die B16s Tendenzen, eine Miniminiminderheit mit absonderlichen Vorstellungen zu Frauen und Juden zu wertschätzen, die große Mehrheit der Katholiken, die ihren Glauben aber im Heute leben wollen, schlicht zu ignorieren, immer für falsch gehalten. Letztlich hat das dazugeführt, dass die Piusbrüder meinten, sie könnten uns Katholiken heimholen. Bei Franziskus habe ich diese Sorge nicht. Er steht glasklar hinter dem 2. Vatikanum und seiner Liturgiereform und relativiert da nichts. Wenn er die Piusbrüder umgarnt, dann liebt er sie zu Tode. Wenn die Piusbrüder unter Franz in die Kirche zurückkehren, dann sind sie doch nur – sit venia verbo – eine unter vielen Spinnergruppen, die es in jeder Großkirche gibt (so sehr ich den Antisemitismus, die Homophobie und Misogynie der FSSPX verurteile!). Sie verlören doch nur ihr protestantischen (sic!) Proprium.
      Ich finde, es wäre an der Zeit, endlich auch die 2007 angekündigte Evaluation von Summorum Pontificum durchzuführen – aber da drückt man sich, es würde sich herausstellen, dass niemand die unreformierte Messe will außer wunderlichen Menschen, die eigentlich professionelle psychologische Betreuung und nicht einen obsoleten Ritus bräuchten.

      • Suarez sagt:

        Nachtrag: „Man kann die Konfessionen nicht wie auf einem Kasernenhof zueinander dirigieren und sagen: Hauptsache, sie marschieren miteinander; was sie dabei denken, ist im einzelnen nicht so wichtig. Die Wahrheitsfrage durch ein paar kirchenpolitische Operationen zu überspringen… wäre ein ganz und gar unverantwortliches Verhalten“. Das sind wahre Worte – sie stammen aus einer Polemik Ratzingers gegen H. Fries und K. Rahner. Letztlich spricht J. Ratzinger damit auch ein Urteil gegen die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbrüderbischöfe durch B16 aus (die Laien und Priester der FSSPX sind nach einem Dekret der Glaubenskongregation aus den 90ern ohnhin immer noch exkommuniziert und die Bischöfe haben sich selbst durch ihre fortwährende Widersetzlichkeit gegen Bischöfe und Papst durch ihre auch nach 2009 fortgeführten Weihehandlungen ohnehin wieder exkommuniziert). Und um der Wahrhaftigkeit willen muss man sagen: Die FSSPX lehnt mit der Kollegialität und Sakramentalität des Bischofsamtes, so wie sie das 2. Vatikanum verpflichtend lehren, zwei Dogmen ab. Überzeugte FSSPXler sind also Häretiker.

        • Silvia Brückner sagt:

          Lieber Suarez, genau das meine ich:

          Unzählige Menschen, die genau wie Sie der Meinung sind, genau zu wissen, was und wie der Papst denkt, was er vorhat usw. und das Anderen zu erklären versuchen.

          Das Ganze könnte man sich sparen, wenn der Papst so sprechen würde, dass es keine Interpretationen braucht.

          Haben die Päpste vor Benedikt, deren Muttersprache nicht Deutsch war, doch auch geschafft.

          Oder liegt es am Internet, dass man heute einfach viel dichter am Papst dran ist?

          • @Suarez und@ Silvia Brückner:
            einerseits kann ich mich in diesen Dialog THEORETISCH hinein-denken, aber ist das nicht auch ein wenig ein „Luxusproblem“..

            Lasst doch die, die es brauchen diese vorkonziliare Messe u.a.feiern-VORAUSGESETZT die judenfeindlichen oder irgendwelche weltliche Allmachtsfantasien sind Getilgt!!

            Leute! „wir“ haben dieses wunderbare Geschenk der Bergpredigt -die Welt brennt allenthalben- bündeln wir unsere Kräfte und . .- „tun desgleichen“ – vgl. die Predigten des Papstes von der gestrigen Vergil und der heutigen Messe!!

            habe gerade Bilder von den Flüchtlings Gefängnissen gesehen, deren “ Insassen“ ab morgen endgültig zur „Handelsware “ werden!!

            GOTT SEI UNS GNÄDIG UND VERZEIH UNS“EUROPÄERN“ DIESE HERZENSHÄRTE!!

          • Christa sagt:

            Papstäußerungen werden wahrscheinlich immer „interpretiert“ werden. Egal, ob der jeweilige Papst Klartext spricht oder nicht. Und wenn es Klartext ist: Dann wird gerätselt, ob es tatsächlich so gemeint sein soll, wie er es gesagt hat…

          • Suarez sagt:

            Liebe Silvia,

            „Unzählige Menschen, die genau wie Sie der Meinung sind, genau zu wissen, was und wie der Papst denkt, was er vorhat usw. und das Anderen zu erklären versuchen.“
            Es kann ja auch sein, dass der Papst hinreichend klar ist, aber Sie die Botschaft nicht verstehen. Das Problem kann ja auch beim Adressaten liegen und nicht beim Adressenten. Ich finde den Papst klar in seinen Äußerungen. Wesentlich klarer als seinen Vorgänger, dessen – verzeihen Sie mir – doppeldeutiges Geschwurbel mir mehr Sorgen bereitete.

          • Suarez sagt:

            Lieber Herr Hopfener,

            „Lasst doch die, die es brauchen diese vorkonziliare Messe u.a.feiern-VORAUSGESETZT die judenfeindlichen oder irgendwelche weltliche Allmachtsfantasien sind Getilgt!!“

            Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr. Die unreformierte Messe lässt sich ja nicht von einer obsoleten Theologie, die vielfach hinter der Bibel zurückbleibt, und auch an etlichen Stellen judenfeindlich ist, trennen. Den Satz: „Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und gross; es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein.“ habe ich immer für sachlich falsch und persönlich für Hohn gehalten – wie schaut es denn aus, wenn ich mir um 1500 die Ostersequenz mit der fallax turba Iudaeorum anschaue? Oder die treulosen Juden in der Karfreitagsfürbitte. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Nein, das ist SCHÄDLICH und es war NIE HEILIG. Und vieles, was früheren Generationen als groß und heilig galt, ist gottseidank heute verboten, weil es schädlich ist (z.B. intra-uterine Taufen aus Angst vor der Verdammung ungetauft gestorbener Feten)…

          • Silvia Brückner sagt:

            Lieber Suarez, am anfang des Pontifikats von Papst Franziskus war ich durchaus der Meinung, ihn genau zu verstehen, bis ich feststellen musste, dass auch diejenigen, die ihn genau entgegengesetzt verstanden haben als ich, dafüt überzeugende Argumente hatten.

            Dann wurde von allen Seiten interpretiert und wirklich JEDER konnte für seine Interpretation Beweise anführen.

            Und die Medien haben den Papst für sich vereinnahmt ohne Kenntnisse der katholischen Lehre sonst hätten sie merken müssen, dass er vielfach nichts anderes sagt als das, was im Katechismus steht, nur menschenfreundlicher formuliert.

            Siehe der berühmte Satz „….., wer bin ich, um ihn zu verurteilen?“ in Bezug auf homosexuell veranlagte Menschen.

        • Elasund sagt:

          Das sind ja interessante Thesen Suarez. Ich behaupte mal, es gibt viele evangelische Christen, die die Kollegialität und Sakramentalität des Bischofsamtes im Sinne des 2. Vatikanums ablehnen. Sind das dann auch Häretiker, oder wie sehen Sie das?

          • Suarez sagt:

            Keine Thesen, sondern Tatsachen! Es folgen diese, von Ihnen inkriminierten Lutheraner hinsichtlich der Kollegialität nicht der Lehre ihrer Kirche. Das ist ein Problem, aber ein anderes als bei den Piusbrüdern. Zur Sakramentalität muss man außerdem noch die unterschiedliche Begrifflichkeit zwischen den Konfessionen genau erörtern. Das Sache nach sind wir alles andere als fern; und für denselben Sachverhalt, den wir Weihe nennen, haben die Lutheraner den Begriff der Ordination. Und auch wir Katholiken kennen sehr wohl eine Wertigkeit von Sakramenten, wenn wir von den größeren und kleineren Sakramenten sprechen.
            Davon abgesehen ist die ausdrückliche Ablehnung der Maria Assumpta oder der Unfehlbarkeit des Papstes von uns aus betrachtet eine Häresie. Ich halte aber auch hier die Häresie der Piusbrüder für schlimmer, weil sie sich selbst auch noch dahin gehend belügen, dass sie sich als besonders papsttreu ausgeben, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

          • Silvia Brückner sagt:

            @Elasund, so wie ich das sehe, sind nichtkatholische Konfessionen auch nicht verpflichtet, das Vat II und seine Beschlüsse anzuerkennen, sie sind ja definitiv von Rom getrennt.

            Aber wer innerhalb der römisch – katholischen Kirche einen legitimen Platz haben will, muss unabdingbar das Vat II zur Gänze, dh., mit allen seinen Beschlüssen, anerkennen sonst ist er ein Häretiker und spaltet sich selbst von der römisch – katholischen Kirche ab.

            Es geht also um die Einheit innerhalb der rk Kirche.

            Mit anderen christlichen Konfessionen laufen ja ökumenische Gespräche und Aktionen.

        • JLTD sagt:

          @Suarez

          Könnten Sie bitte dies erläutern:

          „Die unreformierte Messe lässt sich ja nicht von einer obsoleten Theologie, die vielfach hinter der Bibel zurückbleibt, und auch an etlichen Stellen judenfeindlich ist, trennen.“

          Meine Fragen wären:
          – auf welche obsolete Theologie, die mit der „unreformierten“ Messe untrennbar verbunden sei, beziehen Sie sich?
          – inwiefern bleibt diese Theologie hinter der Bibel zurück? Die von Ihnen so genannten „unreformierte“ Messe ist von der Heiligen Katholischen Kirche als legitime Messe für uns alle erlaubt.
          – an welchen Stellen ist die „unreformierte“ Messe judenfeindlich?

          Ich gehe bei meinen Fragen davon aus, dass Sie sich auf die heute überall gefeierte, gültige und erlaubte Heilige Messe nach altem Ritus beziehen.

          • Suarez sagt:

            Sie können die Anführungszeichen bei unreformiert ruhig weglassen. Über 2000 Bischöfe plus ein Papst waren davon überzeugt, dass das Messbuch Pius V. dringend zu reformieren sei, was dann auch energisch und sehr gut umgesetzt wurde.
            Die Feier der Eucharistie nach dem veralteten Messbuch entspricht also definitv nicht dem ausdrücklichen Willen von Konzil und Paul VI. Das sollte man schon auch ehrlichkeitshalber dazu sagen. Und ich meine: Gottseidank wird diese Messe NICHT überall, sondern nur in Winkelkapellen gefeiert, im Grunde braucht sie ein grundkatholischer, anständiger Mensch auch nicht – ich kenne nur Leute an der Grenze zur Zwangsneurose, die dieses lateinisch-magische Gebrabbel, das diese Leute für mystisch halten, weil sie mystisch und mysteriös nicht unterscheiden können, wirklich wollen. Dass sie wieder gültig und erlaubt ist, halte ich für einen richtig schweren Fehler, erkauft um den Preis der Selbstrelativierung der plena potestas des Papstes.
            Zu Ihren Fragen (in Auswahl):
            – obsolete Theologie und hinter der Bibel Zurückbleiben: Die Auswahl der Perikopen entspricht nicht dem Erkenntnisstand, dass auch und v.a. das Alte Testament Heilige Schrift ist; einziger Handelnder ist stets der Priester, das Volk hat buchstäblich nichts zu sagen (nicht in einer verständlichen Sprache und vor allem nicht laut – wir sollten dann nämlich auch die Messe so nehmen, wie sie vor 1962 gefeiert wurde und nicht so, wie sich manche die unreformierte Messe herbeikonstruieren), die Offenbarungstheologie huldigt u.a. der Substitutionstheorie, derzufolge die Kirche das Judentum als Gottesvolk abgelöst hat, eine Theorie, der m.W. sogar Joseph Ratzinger anhängt. Mit einem von der Bibel gespeisten „Gottesbild“, mit biblischen Israeltheologie hat das alles wenig bis gar nichts zu tun.
            – Antisemitismus im veralteten Messbuch: Nun, mich erstaunt, dass Sie „die Verblendung der treulosen Juden“ (nicht meine Meinung, sondern der Text der Judenfürbitte im unreformierten Messbuch) ebensowenig kennen wie die Alte Strophe der Ostersequenz. Zur unreformierten Liturgie gehören z.B. übrigens auch die wirklich schlimm antisemitischen Entgleisungen um die Verehrung eines Heiligen, den es so nie gab: Anderl von Rinn, und auch eine Wallfahrt wie zur Deggendorfer Gnad, beides gottlob von verehrungswürdigen Bischöfen wie R. Stecher und M. Müller abgeschafft.

          • AR35 sagt:

            Werter Suarez!
            Informieren Sie sich erst mal, bevor Sie Joseph Ratzinger Dinge unterstellen, die er nie behauptet hat. Lesen Sie seinen Jesus von Nazareth, lesen Sie in Band 7 der Gesammelten Schriften. Nirgends behauptet er, dass die Kirche das Judentum als Gottes Volk abgelöst hat. Ganz im Gegenteil, er bekräftigt stets, auch als Papst (was Sie sehr genau wissen), dass der Bund Gottes mit dem Volk Israel niemals aufgekündigt wurde oder jemals wird, denn Gottes Zusagen gelten ewig.
            Im übrigen ist es erstaunlich, wie Sie per Ferndiagnose Zwangsneurosen diagnostizieren können. Ein grosses Talent! Das konnte Prof. Gudden auch.

          • Suarez sagt:

            Mein lieber AR,

            ich empfehle Ihnen die Lektüre des ein oder anderen Lexikonartikels, z.b. im LThK2 (Art. Kirche). Da steht das sehr wohl.
            Und wer sein Herz an einen Ritus und nicht an Gott hängt, ist sehr wohl neurotisch. Da hilft Ihnen Polemik nix.

          • AR35 sagt:

            Sehen Sie, lieber Suarez, das ist der Unterschied. Sie begnügen sich mit dem Lesen von Büchern und Artikeln ÜBER Joseph Ratzinger, ich lese Bücher und Artikel VON Joseph Ratzinger.
            Im Übrigen war es keine Polemik, sondern eine treffende Feststellung.

          • Suarez sagt:

            Mein lieber AR, der Artikel Kirche im LThK (2. Auflage) STAMMT von Joseph Ratzinger… Und dort vertritt er klar die Substitutionstheorie. Offenkundig kennen Sie das Werk Ratzingers also nicht besonders gut…
            Und es ist sehr wohl Polemik, wenn Sie mich mit einem Irrenarzt gleichsetzen wollen, dessen Tragik es war, dass er die Persönlichkeitsstörung eines Ludwig II. feststellen konnte und musste, aber über den eigenen Horizont nicht hinausblicken konnte, nämlich dass diese Persönlichkeitsstörung ihre Ursache hatte in einer unterdrückten statt angenommenen Homosexualität des bayerischen Königs.

          • AR35 sagt:

            Was Ludwig II. angeht haben Sie ausnahmsweise mal recht (was nicht viel heißen will), dennoch ist es ein Unding über Menschen zu urteilen, die Sie persönlich nicht kennen. Das zeigt Ihre Denkweise (auf einer Linie mit Prof. Gudden) und das ist erschütternd.
            Was Joseph Ratzinger angeht, so kenne ich sein Werk (im Gegensatz zu Ihnen) ausgezeichnet. Was Sie aus dem Zusammenhang reissen, um Ihre Darlegung zu untermauern, hat nichts mit dem Denken Joseph Ratzingers zu tun. Ich empfehle Ihnen, nicht einzelne Satzfragmente zu analysieren, sondern Aussagen in ihrem Kontext zu beurteilen, und da sind die Äußerungen Ratzinger glasklar, und zwar im genau gegenteiligen Sinn, wie Sie es hier darstellen (wollen). Soviel dazu. Machen Sie sich erst mal schlau, dann können Sie mit mir weiter diskutieren.

      • JLTD sagt:

        „es würde sich herausstellen, dass niemand die unreformierte Messe will außer wunderlichen Menschen, die eigentlich professionelle psychologische Betreuung und nicht einen obsoleten Ritus bräuchten.“

        Der überlieferte Ritus wird an Hunderten von Orten in Westeuropa gehalten und geschätzt. Ich habe ihn letztes Jahr erst kennengelernt und frage mich seitdem, warum etwas so wunderschönes faktisch abgeschafft wurde. Wenn es nach mir ginge, würde ich nur noch den alten Ritus besuchen, der ja schließlich von der Kirche erlaubt ist.

        Ihre Verunglimpfungen sagen viel über Sie aus und wenig über den alten Ritus. Der Heilige Geist, der die Kirche leitet, möchte offenbar, dass wir zur Zeit zwei Liturgien haben. Sie sollten allein deshalb mit mehr Ehrfurcht darüber schreiben.

        • Suarez sagt:

          Ich verunglimpfe gar nichts, sondern referiere Tatsachen. Sie scheinen ja den Hl. Geist sehr gut zu kennen. Ich lasse mich nicht zu solchen Blasphemien hinreißen. Wunderschön ist eine ordentlich gefeierte Messe nach dem Messbuch Paul VI. noch viel mehr. Bringen Sie sich dort ein, da haben Sie mehr davon.
          Ich schreibe über die Liturgie sicher ehrfürchtiger als Sie, weil ich mich da in Einklang mit J. Ratzinger weiß: „Ich glaube aber, daß auf Dauer die römische Kirche doch wieder einen einzigen römischen Ritus haben muß; die Existenz von zwei offiziellen Riten ist in der Praxis für die Bischöfe und Priester nur schwer zu ‚verwalten'“ (so Ratzinger in einem Brief an den im rechtsextremen Umfeld referierenden Privattheologen Barth).

  11. Silvia Brückner sagt:

    @Ulrich Hopfener, was mich betrifft, haben Sie da was missverstanden.

    Ich habe kein Problem mit Menschen, die die Alte Messe bevorzugen, ich kenne auch welche, die gerne zur Petrusbruderschaft gehen.

    Aber ich habe Bedenken gegen eine bedingungslose Wiederaufnahme der Piusbruderschaft in die römisch-katholische Kirche.

    Andererseits haben Sie insofern Recht, als dass die Welt und damit auch die Kirche weitaus größere Probleme haben.

    • @Silvia Brückner. Danke für diese differenziertere Antwort!
      ich kann mit Petrus – oder Piusbruderschaft überhaupt nichts anfangen,habe ich das noch inhaltlich selbst erfahren. diese schreckliche karfreitagsbitte aber auch die GRUNDANGST, mit der diese „Ideologie“ fast sadistisch „gespielt“ hat

      ich wollte einfach auf das JETZT WICHTIGE hinweisen und nicht Zeit für relativ ABSTRAKTE Erörterungen investieren, im übrigen
      habe ich sehr deutlich auf den Antisemitismus oder andere Allmachtsfantasien ( alleinseligmachend- etc.) deutlich hingewiesen !!

      aber,wie schon in meinem poste geschrieben hab:

      KONZENTRIEREN WIR UNS AUF UNSRE „JUWELEN“; UND DAZU GEHÖRT DIE BERGPREDIGT UND DAS VATERUNSER NUNMAL in der LEHRE UND DEM LEBEN!!! JESU an herausragender! Position.

      Und JA!! dann haben wir schon das Wichtigste vom „Reich Gottes“ erfahren..

      • Silvia Brückner sagt:

        @Ulrich Hopfener, ich bin Jahrgang 1951, habe also ebenfalls die Alte Messe noch persönlich erlebt und bevorzuge ohne Wenn und Aber die neue Messe.

        Diese diskriminierende Karfreitagsfürbitte für die Juden, die Papst Benedikt wieder zugelassen hat, geht eindeutig hinter Vaticanum II und Nostra aetate zurück und ist regelrecht gefährlich.

        Das Judentum ist unsere Mutterreligion und da darf es keine Zweideutigkeiten geben.

        • Suarez sagt:

          Liebe Frau Brückner,

          „Diese diskriminierende Karfreitagsfürbitte für die Juden, die Papst Benedikt wieder zugelassen hat, geht eindeutig hinter Vaticanum II und Nostra aetate zurück und ist regelrecht gefährlich.

          Das Judentum ist unsere Mutterreligion und da darf es keine Zweideutigkeiten geben.“

          Da sind wir Seite an Seite. Und zur unreformierten Messe: Niemand, die/der normal ist, braucht sie. Und das sage ich als jemand, der Latein sehr mag. Ich bin froh, dass ich von diesen Winkelmessen verschont bin.

      • JLTD sagt:

        Es wäre wohltuend, wenn Sie aufhören würden zu SCHREIEN.

        Nun zum Inhalt:

        1) die Petrusbrüder als Ideologen zu bezeichnen ist eine krasse Verunglimpfung. Wenn Sie das nicht so sehen, dann her mit Ihren Argumenten, die Sie ja haben müssen, wenn Sie nicht bloß schlechtreden wollen.

        2) am Ende der Bergpredigt fordert uns der Herr auf, „vollkommen zu sein wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist“. Das schließt ein, dass man jene, die man offenbar noch nicht verstanden hat, nicht psychologisiert oder verunglimpft.

        • liebe(r)Herr(?)/Frau(?) JLTD :
          Ich hab nicht GESCHRIEN:
          ich wollte nur die Prioritäten deutlich machen….

          und ich bin Franziskus so dankbar, dass er die Messe -als ZENTRUM unsres Glaubens- SO LEBT!!, dass diese gerade im Engagement für die Ausgegrenzten. Flüchtlinge…usf. SICHTBAR Wird: „das ist mein Leib; das ist mein Blut “ WÜRDE sich ja SONST auf eine kultisch- ästhetische „Veranstaltung“ reduzieren..

          siehe dazu auch die einschlägigen Ausführungen von Mutter Theresa..

          • Silvia Brückner sagt:

            @MMutter Teresa war eine großartige Frau, aber gerade deswegen sollte man sie nicht für die Flüchtlingskrise vereinnahmen so nach dem Motto „Mutter Teresa würde das bestimmt auch sagen“ (nämlich dasselbe wie ich).

            Bei solchen und ähnlichen Formulierungen schrillen bei mir immer sämtliche Alarmanlagen.

  12. @Silvia Brückner:1. zum Flüchlingsthema habe ich mich klar hinter unsere Bischöfe und den Papst positioniert!! er hat die Haltung Jesu am Gründonnerstag eindrucksvoll bezeugt!!

    Mutter Theresa lebt nicht mehr, aber vermutlich würde sie sich auch in dieser Frage mit tiefster Überzeugung diese Haltung teilen!

    ich habe die Zeiten mit Mauern und Stacheldraht noch sehr lebendig vor mir, damals waren es die Kommunisten, und heute?…

    2. dieser poste galt Herrn/Frau JLTD! Mutter Theresa war eine eindrucksvolle Zeugin auch dafür, dass die Messfeier und die tätige Liebe in eins zu sehen sind.

  13. Silvia Brückner sagt:

    @Ulrich Hopfener,

    Es war mir schon klar, dass Ihr o.g.JLTD galt, aber ich musste mir kürzlich hier im Blog sagen lassen, dass es keine „Privatgespräche“ gibt, also nahm ich mir die Freiheit, meine Meinung dazu zu sagen.

    Sich in der Flüchtlingsfrage mit Papst und Bischöfen einig zu wissen, ist übrigens noch keine Garantie dafür, dass diese Meinung quasi unfehlbar ist.

    Ich habe mich nur gegen eine Instrumentalisierung der verstorbenen Mutter Teresa für eine Mainstream – Meinung ausgesprochen.

    Was die Flüchtlinge angeht, nach all dem Chaos der letzten Monate werden Menschen ohne Anspruch auf Asyl in die Türkei zurück gebracht, dafür Syrer, die Asylanspruch haben, auf legalem Wege hierher gebracht.

    Dadurch kann man auch die Einreise mit gefälschten syrischen Pässen zumindest eindämmen.

  14. Silvia Brückner sagt:

    Wie ich gerade gelesen habe, hat der Obere der Piusbruderschaft verlauten lassen, es ginge wohl in Richtung Personalprälatur.

    Von irgendwelchen Bedingungen, wie sie seinerzeit Papst Benedikt gestellt hat, scheint offenbar nicht mehr die Rede zu sein.

    Ich frage mich, was der Glaubenspräfekt dazu sagt, denn dessen glaklare Haltung gegen die Piusbruderschaft ist bekannt.

    Und wieder stellt sich mir die Frage, was der Papst eigentlich vorhat, ja sogar, ob er überhaupt weiß, was er tut.

    Das Chaos wird immer größer ( und meine Verwirrung auch). Eine Linie des Pontifikats kann ich beim besten Willen nicht mehr erkennen.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Nun macht eine Schwalbe keinen Sommer, niemand hat die Bedingungen zurück genommen, ganz gleich, was Herr Fellay dazu sagt. Dass der sich natürlich etwas anderes wünscht, dürfte klar sein.

    • Chrisma sagt:

      @Silvia Brückner Ich kann die Linie im Pontifikat Franziskus durchaus erkennen, aber wer nicht sehen will sieht nicht und wer nicht hören will hört nicht. Die Betonung liegt auf WOLLEN. Die Unterstellung, das Papst Franziskus „nicht mehr weiß was er tut“ ist despektierlich. Sie schreiben über das geistige Oberhaupt von ca. 1,2 Milliarden katholischer Christen und nicht über den Milchmann von „ums Eck“ Ich kann kein großes Chaos sehen. Sondern die Linie des Pontifikats: Barmherzigkeit, integrieren, einbinden und letztlich reformieren. Eben BRÜCKEN BAUEN und nicht einreißen um es nur kurz zu umschreiben.

      • Suarez sagt:

        Liebe Chrisma,

        und hier bin ich mit Ihnen völlig d’accord: „Ich kann kein großes Chaos sehen. Sondern die Linie des Pontifikats: Barmherzigkeit, integrieren, einbinden und letztlich reformieren. Eben BRÜCKEN BAUEN und nicht einreißen um es nur kurz zu umschreiben.“
        Wenn es ein Chaos geben sollte, dann deswegen, weil die Kurie sich nicht dem Papst unterordnen will (eine Ungeheuerlichkeit). Aber ich bin sicher: selbst dieses Chaos wäre gering.

      • Silvia Brückner sagt:

        Chrisma sagt:
        5. April 2016 um 19:36

        Ich schreibe vor allem über einen MENSCHEN, den Gott in ein sehr hohes Amt berufen hat, der aber trotzdem ein Mensch mit Fehlern und Schwächen bleibt.

        Obrigkeitsdenken ist mir völlig fremd, für mich zählt nicht das Amt sondern das, was bei den Handlungen und Aussagen des Papstes tatsächlich heraus kommt.

        @Suarez, die Kurie darf sich sehr wohl dem Papst widersetzen, JEDER muss zuerst seinem Gewissen folgen.

        • Chrisma sagt:

          @Silvia Brückner „Obrigkeitsdenken“ findet sich in meinen Antwortenzu Ihren Post’s nicht. Es handelt sich ganz offensichtlich um eine Projektion Ihrerseits.

          • Silvia Brückner sagt:

            @chrisma, Ferndiagnosen sind unseriös!

          • Chrisma sagt:

            @ Silvia Der Begriff „Projektionen“ stammt aus der Verhaltenspsychologie und ist in der Form wie er bei Ihnen auftritt noch nicht pathologisch verwertbar, sondern stellt sich als kommunikationsdefizit dar. Im übrigen verwenden wir in der klinischen Psychiatrie den Begriff „Diagnose“ nicht.
            Den Begriff“ Gewissen vor Gott“ können wir, so wie Sie es tun, nicht beliebig oder gar inflationär anwenden. Thomas von Aquin ist uns da ein guter Ratgeber.

          • Chrisma sagt:

            PS @ Silvia Brückner, da zur Projektion unbedingt das „ich habe Recht“ gehört und nun unweigerlich von Ihnen kommt „sie haben ja selbst ein „kommunikatuindefizit“, verabschiede ich mich an dieser Stelle aus der Debatte. Vollkommen unpsychiatrisch mit einem Satz aus der Mitte des realen Lebens: Sie haben Recht und ich hab meine Ruhe…..
            PPS Killerphrasen, sie als…..Ärztin, etc können sie auch lassen.

          • Silvia Brückner sagt:

            @chrisma, na da bin ich ja beruhigt, dass mein angebliches Kommunikationsdefizit noch nicht pathologisch ist.

            Übrigens, ich habe ein erfolgreich abgeschlossenes Fachhochschulstudium der Sozialen Arbeit nebst langjähriger Berufserfahrung hinter mir und in diesem Studium habe ich u.a. sehr viel über Psychologie gelernt.

            Und noch etwas: SIE können mich gar nicht beleidigen!

      • Suarez sagt:

        Liebe Frau Brückner,

        ein Kurialer hat ein Gewissen, die Kurie nicht. Als Kirchenbeamter hat man ein Remonstrations-, aber kein Widerstandsrecht. Das sollte man feinsäuberlich unterscheiden.

  15. Chrisma sagt:

    @Lieber Ullrich Sich positionieren ist gut. Sich hinter den Papst und der überwiegenden Mehrzahl der Bischöfe der Weltkirche und allen deutschen Bischöfen aufzustellen, ist in diesen Tagen ein guter und im Sinne Jesu, ein richtiger Platz. Mit „fehlbar“ oder gar „unfehlbar“ hat dies nichts zu tun. Flüchtlinge verkaufen die einem so gar nicht gehören ist weder die gute humanistische Art noch rechtlich in Ordnung. Die Rechtsstaatlichkeit wird nicht nur von den deutschen Kirchen (beide) angezweifelt, sondern auch von den großen Hilfsorganisation und sehr klar und deutlich von Amnesty International. Dies nur soweit.
    Die Debatte um die alte Messe habe ich mit großem Interesse verfolgt und aus Zeitgründen nicht eingegriffen. Mir geht es wie @Silvia Brückner, ich habe diese Form der Messe mit der Muttermilch eingeimpft bekommen und vermisse sie ganz und gar nicht. Aber der Ritus ist wieder in der katholischen Welt. Und ganz und gar Franziskus ist die Tatsache, das er verfügte, dass die Lossprechung von den Sünden durch Priester der Piusbruderschaft während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit „gültig und erlaubt“ empfangen werden kann. Ja @Suarez „Er (Franziskus) steht glasklar hinter dem 2. Vatikanum und seiner Liturgiereform und relativiert da nichts. Wenn er die Piusbrüder umgarnt, dann liebt er sie zu Tode.“ Hat mir sehr gut gefallen diese Aussagen. Bischöfe (später Kardinäle) a la Franziskus sind der Garant dafür – ich mag es nicht denken das der Tag kommt – die Linie des Pontifikats weitergeführt wird.

    • Silvia Brückner sagt:

      Ich glaube nicht, dass man die Piusbrüder „zu Tode lieben“ kann, dafür sind die ein viel zu harter Brocken.

      Und was die Flüchtlingsfrage angeht, zumindest wird im Internet verbreitet, dass jetzt vermehrt Familien mit Kindern und zwar aus dem syrischen bürgerkrieg aufgenommen werden.

      Bisher kamen überdurchschnittlich junge Männer alleine, ofz mit gefälschten syrischen Pässen.

      Ich kann nichts Schlechtes darin sehen, dass jetzt endlich mal bevorzugt Kindern geholfen wird – sofern es stimmt.

      Und die kommen per Flugzeug aus der Türkei und sitzen nicht mehr wochenlang in irhendwelchen menschenunwürdigen Zeltlagern fest.

      Ein Fortschritt, wie ich meine.

  16. JLTD sagt:

    @Suarez

    Die Feier der Heiligen Messe nach außerordentlichem Ritus entspricht dem Willen der Kirche heute. Sie ist erlaubt und gültig. Wenn nicht der Heilige Geist für diese Entscheidung gesorgt hat, wer sonst? Wer leitet sonst die Kirche? Sie halten diese Begründung für Blasphemie. Wie kann man Sie darin ernst nehmen? Der außerordentliche Ritus wird z.B. regelmäßig in Marienfried in der Kirche gefeiert, um nur diesen einen Ort zu nennen, der nun ganz offenkundig keine Winkelkapelle ist.

    Sie schreiben von „grundkatholischen, anständigen“ Menschen, die diesen alten Ritus nicht bräuchten, und davon, dass nur Zwangsneurotiker und Menschen, die „professionelle psychologische Betreuung“ bräuchten, den alten Ritus besuchen. Ihrer Ansicht nach ist das alles keine Verunglimpfung und vermutlich sehen Sie sich als einen solchen „grundkatholischen, anständigen“ Menschen. Bin ich froh, dass ich mit solchen „grundkatholischen, anständigen“ Menschen, die ihre Mitbrüder im Glauben als Zwangsneurotiker verunglimpfen, nichts zu tun habe!

    Sie halten die Erlaubnis, den alten Ritus zu feiern, für einen großen Fehler und ziehen wohl deshalb in ziemlich unredlicher Weise über den alten Ritus und seine Besucher her. Auf der anderen Seite halten Sie es für eine „Ungeheuerlichkeit“, dass die Kurie sich dem Papst (so Ihre Auskunft) nicht unterordnen will. Auch Sie sollten Entscheidungen der Kirche akzeptieren und darin das Wirken Gottes erkennen, denn die Kirche ist lebendiges Werk des lebendigen Heiligen Geistes. Und hören Sie auf, solche Aussagen als Blasphemie hinzustellen. Sie tun sich selbst kein Gefallen damit.

    Unabhängig davon ist Ihre Argumentation lückenhaft und scheint eher durch Vielwissen verwirrt als gestützt. Sie müssten noch die folgenden Zusammenhänge herstellen, wenn Sie wirklich nicht einfach im Groll etwas schlechtmachen wollten.

    Wie folgt aus Ihren Aussagen, dass der heute gültige und erlaubte außerordentliche Ritus

    a) untrennbar verbunden sei mit
    b) einer obsoleten Theologie, die
    c) „vielfach hinter der Bibel zurückbleibt“ und
    d) „auch an etlichen Stellen judenfeindlich ist“

    Ihre Aussagen, die Sie hinsichtlich dieser vier Punkte vor allem zu erklären aber zum großen Teil auch zu belegen hätten, sind:
    – „Die Auswahl der Perikopen entspricht nicht dem Erkenntnisstand, dass auch und v.a. das Alte Testament Heilige Schrift ist“ (bitte belegen)
    – Der Priester ist Haupthandelnder im außerordentlichen Ritus (hier ist freilich kein Beleg nötig)
    – zum außerordentlichen Ritus gehört die Substitutionstheorie (bitte belegen)
    – „die Verblendung der treulosen Juden“ gehört zum erlaubten außerordentlichen Ritus (bitte belegen)
    – „die alte Strophe der Ostersequenz“ gehört zum erlaubten außerordentlichen Ritus (bitte belegen)
    – „die wirklich schlimm antisemitischen Entgleisungen um die Verehrung eines Heiligen“ gehören zum erlaubten außerordentlichen Ritus (bitte belegen)

    Wie folgen also aus diesen Aussagen die Punkte a) bis d) ? Diese Frage setzt freilich voraus, dass Sie Ihre Aussagen überhaupt belegen können.

    Wenn Sie nicht wie jemand da stehen wollen, der einfach nur falsches Zeugnis abgibt und bereit ist, andere mit dem Vorwurf der Blasphemie zu belegen, und sich dabei sogar auf ein „grundkatholisch“ und „anständig“ Sein berufen, werden Sie sicher hierzu in redlicher Weise stellung nehmen können.

    Übrigens hat Bischof Stecher den Kult um den von Ihnen genannten „Heiligen“ offiziell erst 1994 verboten. Was hat das mit dem heute gültigen außerordentlichen Ritus zu tun? Es gibt auch keine „Verblendung der treulosen Juden“ im heute gültigen außerordentlichen Ritus, genauso wenig wie es „die alte Strophe der Ostersequenz“ heute gibt. Sie wird seit 1570 nicht mehr verwendet!

    Sie behaupten, Sie würden mit „mehr Ehrfurcht“ über den außerordentlichen Ritus schreiben, weil Sie Benedikt XVI darin recht geben, dass „auf Dauer die römische Kirche doch wieder einen einzigen römischen Ritus haben muß“. Ich hoffe, ich muss Ihnen nicht erklären, warum diese Begründung nicht funktioniert.

    Und ich zweifle stark an Ihrer Redlichkeit, wenn Sie so viel verschiedenes durcheinander bringen, um am Ende zeigen können zu wollen, dass der außerordentliche Ritus „schädlich“ und vor allem „NIE HEILIG“ war (!). Und dann können Sie ohne Probleme noch von „grundkatholischen, anständigen“ Menschen schreiben.
    Ich werde mir zwar weiter Mühe geben, aber ich kann Ihre Ausführungen jetzt schon kaum noch ernst nehmen.

  17. @JLTD und @Suarez

    ich versuche Ihre Dialoge nachzuvollziehen..
    ich frage mich nur, „was Jesus dazu sagen würde“ (Pastor Niemöller)

    ,..ich denke ER war-oder ist- kein Theoretiker sondern Zeuge für das „LEBEN in Fülle“

    ich finde es andererseits wunderbar wie ER diesen grandiosen Strauß der unterschiedlichsten Blumen zusammenfügen kann..

  18. Pater Hagenkord sagt:

    Da es schon lange nicht mehr ums Thema geht, schließe ich jetzt diesen Thread.

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