Frei gesprochen

Papst Johannes Paul I.

Papst Johannes Paul I.

Er hat gelacht, und zwar viel. Der Spitzname „der lächelnde Papst“ war sehr schnell gefunden und hält sich bis heute. Heute – Montag – vor 35 Jahren wurde Albino Luciani zum Papst gewählt.

Es war der dritte Patriarch von Venedig in diesem Jahrhundert, der Papst wurde – vor ihm waren es Pius X. und Johannes XXIII.

Neben dem Lächeln und dem dazugehörigen Spitznamen halten sich aber auch andere Dinge: Er war der erste Papst, der vom Text abweichend frei sprach, zuerst vor den Kardinälen am Tag nach seiner Wahl.

 

„Es ging dann darum, einen Namen zu wählen. Darüber hatte ich gar nicht nachgedacht. Ich habe mir deswegen folgendes gedacht: Papst Johannes hat mich geweiht, hier in Sankt Peter. Außerdem komme ich vom Bischofsstuhl von Venedig hierher und Venedig ist immer noch voll von Papst Johannes (…). Papst Paul dagegen hat mich nicht nur zum Kardinal erhoben, sondern mich vor einigen Monaten auf dem Markusplatz rot werden lassen, vor 20.000 Menschen. Er hat seine Stola genommen und sie mir umgelegt. Nie war ich so rot wie da. Außerdem hat dieser Papst in fünfzehn Jahren Pontifikat der Welt gezeigt, wie man liebt, wie man dient und wie man arbeitet für die Kirche Christi. Deswegen habe ich gesagt: Ich nenne mich Johannes Paul.“

 

Und er wich ab bei der Ansprache bei der traditionellen ersten Audienz für Journalisten und Medienvertreter am 1. September 1978:

 

„Das heilige Erbe, das mir vom Zweiten Vatikanischen Konzil und von meinen Vorgängern Johannes XXIII. und Paul VI. hinterlassen wurde, enthält ein Versprechen einer besonderen Aufmerksamkeit und einer offenen, ehrlichen und effektiven Zusammenarbeit mit den Medien, wie sie hier von Ihnen repräsentiert werden.

Kardinal Mercier hat zu seiner Zeit einmal gesagt, wenn der heilige Paulus heute leben würde, wäre er Journalist. Ein Journalist von ‚La Croix’ aus Paris hat ihm geantwortet, „Nein Eminenz, wenn er käme, würde er nicht nur Journalist werden, sondern Direktor der Agentur Reuters.“ Heute füge ich hinzu: Nicht nur Direktor von Reuters, heute würde der heilige Paulus zu Paolo Grassi [1919-1981, ital. Theatermacher, zwischen 1977 u. 1980 Chef des ital. Senders RAI] gehen und ihn um Platz im Fernsehen zu bitten, oder zur NBC.

Ich habe den Eindruck, dass sich viele Journalisten mit zweitrangigen Dingen der Kirche abmühen. Man muss aber das Zentrum treffen, die wirklichen Probleme der Kirche. Das ist auch die Bildungsfunktion für ihr Publikum, das Sie liest, hört oder zuschaut.

Deswegen frage ich und bitte ich Sie, sich auch für die echte Berücksichtigung  der „Dinge Gottes“ einzusetzen und für die geheimnisvolle Beziehung zwischen Gott und jedem von uns, der heiligen Grundlage der menschlichen Wirklichkeit.“

 Der offizielle (englische) Text der Ansprache

Es war ein kurzes Pontifikat, aber eines, was Spuren hinterlassen hat. 33 Tagen können ausreichen, im Glauben etwas zu bewegen.

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83 Kommentare zu Frei gesprochen

  1. Silvia Brückner sagt:

    Ich erinnere mich noch gut an den Abend der Wahl – ich war damals 27- allerdings weiß ich nicht mehr, was für ein Wochentag das war.

    Was die freien Predigten anging, das war damals weitaus unproblematischer als heute, denn damals ging eine Papstpredigt nicht am selben Tag und in diversen Übersetzungen um die ganze Welt, weil es noch kein Internet gab.

    Die damaligen Kommunikationsmittel waren Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen und Illustrierte, Telefon und Fax und Briefe per Post.

    Von daher hat man sich auch noch nicht anonym mit wildfremden Menschen aus aller Welt austauschen können, sondern der Meinungsaustausch beschränkte sich auf das reale soziale Umfeld mit Menschen, die man persönlich kannte.

    Es konnte also schon von daher nicht so viel spekuliert werden wie heute.

    Auch die kirchliche Landschaft war noch anders als heute:

    Knapp 13 Jahre nach Konzilsende war es für jeden Katholiken sonnenklar, dass sich die Kirche auf der Basis des 2. Vaticanums kontinuierlich weiterentwickeln würde, und ein gläubiger Katholik war damals selbstverständlich romtreu.

    Auch die säkulare Gesellschaft sah noch anders aus. Natürlich gab es auch damals Atheisten, aber noch keinen so militanten und aggressiven Atheismus wie heute, es gab noch nicht so viel Multikulti und mit dem Islam z.B. hat sich damals noch kein Mensch befassen müssen.

    Religionsfreiheit für alle in Deutschland lebenden Menschen war eine vom Grundgesetz garantierte Selbstverständlichkeit und nichts, worum man kämpfen musste.

    Der Sozialstaat in Deutschland war hervorragend ausgebaut und galt als absolut sicher und Bildung gab es auch für Kinder aus einfachen Schichten.

    Das nur zur Erklärung für die Jüngeren, wie damals die Welt in unserem Kulturkreis beschaffen war.

    • veruschka sagt:

      Hallo Frau Brückner,

      vielen Dank für Ihre Ausführungen!

      Ich möchte nochmal auf folgenden Absatz etwas eingehen:
      „Ich habe den Eindruck, dass sich viele Journalisten mit zweitrangigen Dingen der Kirche abmühen. Man muss aber das Zentrum treffen, die wirklichen Probleme der Kirche.“
      Der Beruf des Journalisten oder auch Moderators einer Talksendung ist für mich leider fast genau so wenig greifbar wie der eines Politikers. Irgendwie müssen sich alltägliche Journalisten wahrscheinlich in allen Lebensbereichen zurecht finden. Sie werden wohl in den wenigsten Fällen selbst Spezialisten sein. Wie kann man da also immer die richtigen und tiefsinnigsten Fragen finden? Gerade als junger Journalist.
      Und die Fragen entscheiden erst, ob ein Gespräch/ein Dialog Qualität besitzt (die Prämisse hierbei ist natürlich die, dass der Gesprächspartner eine interessante Persönlichkeit meint).
      Nun: Und dann ist noch so ein Ding, dass die Texte bzw. Interviews die produziert werden, sehr schnell erstellt werden müssen (jeden Tag muss etwas Neues geboten werden).
      Und welches Sprachniveau wählt man? Der Dialog bietet sich da natürlich sehr gut an: Gesprochene Sprache ist viel verständlicher.
      Wenn ein Journalist tatsächlich den Kern des Christentums dem Publikum vermitteln will, dann braucht er eigentlich hierfür sehr viel Zeit. Er braucht ausreichend Sendezeit, zuvor benötigt er eine umfassende Vorbereitungszeit und das Publikum muss sich wiederum auch die Zeit nehmen, gegebenenfalls mehrere Sendungen bzw. eine Reihe zu einem Thema anzusehen oder zu lesen. Aber heute hat keiner mehr Zeit … und Ewigkeit gibt es sowieso nicht mehr. Wenn man diesen Berufsstand karikieren würde, dann wären sicherlich auch die Attribute einer Uhr und wahrscheinlich einer Kaffeemaschine mit auf der Graphik dargestellt.
      Also: Passen Journalismus und Gott/Kirche wirklich zusammen?

    • Chrisma sagt:

      Danke liebe Sylvia Brückner für diese kleine Reise in unsere Vergangenheit. Wir sind in etwa gleichaltrig- wir waren junge Studenten damals und dachten genau wie Sie, dass es im Sinne von Vaticanum II weitergehen würde, aber……vielleicht wenn unser lächelnder Papst ein wenig länger bei uns geblieben wäre…… Hätte, wäre, wenn….

      • Silvia Brückner sagt:

        Liebe Chrisma, das habe ich in den letzten Jahrzehnten oft gedacht, wie sich unsere Kirche entwickelt hätte, wenn Papst Johannes Paul I. länger gelebt hätte, was uns erspart geblieben wäre…..
        Der Niedergang der Kirche ausgelöst durch die systematisch betriebene Rückwärtsentwicklung fing erst nach seinem Tod an.

        • veruschka sagt:

          Liebe Frau Brückner, liebe Chrisma,
          aber was genau war denn so viel Besser an diesem Papst als etwa an Johannes Paul II? Pater Hagenkord gibt hierzu auch keine richtige Auskunft. Es muss wohl allen klar sein, dass er in den 33 Tagen etwas bewirkt hat. Aber was denn genau?
          Lächeln, Erröten und Freisprechen sind doch keine Indizien dafür, dass jemand ein Amt gut ausübt. Es zeigt vielleicht auf, dass er wohl ein gutmütiger Mensch war und deshalb den Kurs seines Vorgängers weiter verfolgt hätte.
          War denn Johannes Paul II. so ein schrecklicher Tyrann oder so unmenschlich? Für die Polen war er doch ein Segen.
          Tut mir leid, dass ich so wenig hierüber weiß.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Wir haben seit Johannes XXIII. eine Linie, das Papstamt in Sachen Pomp und Hofstaat herunter zu fahren. Johannes Paul I. hat viel Raum geschaffen für seinen Nachfolger: Das Lachen war man gewohnt, das freie Sprechen, das Charisma. Johannes Paul II. hat hier Erwartungen erfüllt, die sein Vorgänger geschaffen hat. Nicht umsonst nannte er sich ja auch Johannes Paul II. Und wenn ich die Rede lese, die er vor den Journalisten gehalten hat, dann finde ich auch sehr viel Ähnliches zu Papst Franziskus.
            Also: In 33 Tagen kann man rein atmosphärisch und symbolisch viel erreichen. Mindestens ein Ergebnis dieses kurzen Pontifikates.

          • veruschka sagt:

            Ja, Sie dürfen aber doch eines auch nicht vergessen: Andere Zeiten, andere Sitten.
            Im 20. Jahrhundert wurde das Fernsehen eingeführt (Hitler stellte sich darauf sehr schnell um und benutzte dieses neue Medium… das das Volk erst einmal vollkommen überforderte). Davor war es doch vollkommen egal, ob ein Politiker bzw. ein König oder Papst frei sprechen konnte und was er für (kleinere) Gesten verwandte (er hätte auch ein Stotterer sein können. Da denke ich etwa an „The King’s Speech“… diesen Film). Das Volk kannte den Monarchen nur von irgendwelchen geschönten Bildsäulen oder Drucken und nie in Nahaufnahme.
            Alle Bereiche haben sich darauf umstellen müssen. Ich will das veränderte Verhalten der Päpste seit Johannes XXIII. nicht als Kalkül auffassen, aber das Milieu eines Menschen prägt ihn nun einmal sehr… und wenn Politiker anders handeln, dann auch Päpste… aber – und das ist das Schöne – ein Papst kann ebenso gut einen Politiker in seiner Einstellung verändern…

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe Veruschka, ich möchte noch etwas ergänzen. Versuchen Sie mal, sich über Papst Johannes den XXXIII und das von ihm einberufene Konzil zu informieren. Diese Linie wurde von Paul VI fortgesetzt und es war zu erwarten, dass dies auch Johannes Paul I. tun würde, zumal er sich in seiner Antrittsrede auf dieses Konzil berufen hat.

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe Veruschka, einer der Konzilsväter, die die Kirche in Deutschland damals sehr geprägt haben, war Kardinal Döpfner. Vielleicht hilft es Ihnen zu besserem Verständnis, wenn Sie diesen Artikel lesen:
            http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/130826_100_jahre_kardinal_doepfner.php

          • veruschka sagt:

            Liebe Frau Brückner,
            ja, das ist halt auch das Problem. Man müsste und könnte so viel Lesen…
            Aber wenn ich die Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts verstehen möchte, dann komme ich um das Konzil nicht herum. Stimmt’s?
            Sie sind halt Zeitzeugen… das macht einfach mehr Spass, als sich damit alleine zu beschäftigen. Aber gut, ich gehe heute zumindest einmal auf Wikipedia und verschaffe mir über das II. Vatikanische Konzil einen ersten Eindruck.
            Ich meine, ich finde das alles total spannend, aber ich bin halt auch restlos überfordert 🙂
            Viele liebe Grüße

          • veruschka sagt:

            total lustig: Sie glauben nicht, was ich gerade im Bücherschrank gefunden habe. Das muss ich mir einmal vor Jahren angeschafft haben: Ein „Lexikon der Kirchengeschichte“ in zwei Bänden. Sowas aber auch.

          • veruschka sagt:

            Liebe Frau Brückner,
            vielen Dank für diesen Aufsatz und den dazugehörigen Film (Herrn Kardinal Lehmann habe ich sogar schon einmal in München zugehört… da sprach er anlässlich eines Jubiläums der „Weißen Rose“ zum Begriff „Paresia“ (grob gesprochen: dass es wichtig ist, Dinge beim Namen zu nennen). Trotzdem muss ich mich mit dem Konzil noch viel ausführlicher beschäftigen.
            Dass Gottesdienste erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in der Muttersprache gefeiert wurden, ist wirklich nicht nachvollziehbar. Gerade so etwas Emotionales/Stimmungsvolles wie einen Gottesdienst auf Latein abzuhalten… sehr seltsam (gerade auch, weil das Deutsche doch auch eine so lebendige Sprache sein kann… wir etwa so eine große Dialektvielfalt haben… und die kleinen Wörtchen sind manchmal ganz ganz wichtig).
            Die Mitbestimmungsrechte der Laien in einem Pfarrgemeinderat sind sicherlich auch gut zu heißen… das heißt, wenn da Leute wie Sie drin sind, liebe Frau Brückner!
            Und was den Zölibat angeht… naja, vielleicht ist da echt nicht so viel Gutes dran zu finden. Aber was unterscheidet einen Priester denn dann noch groß von einem Laien?
            Und wenn ich mir die protestantische Priester so ansehe, dann sind mir die katholischen irgendwie lieber.

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe Veruschka, ich bin nicht im Kirchengemeinderat. So ein Gremium wird ja auch erst lebendig durch die Vielfalt seiner Mitglieder.

            Was den Zölibat angeht, freiwillig wäre o.k., nicht als Pflicht für alle. An einem Priester ist sicher noch mehr „dran“ als sein Zölibat. Und auch zölibatäre Priester sind „nur“ ganz normale Menschen, keine höheren Wesen.

          • veruschka sagt:

            Liebe Frau Brückner,
            das ist mir dann aber irgendwie schon ein bisschen zu weltlich gedacht. Ich möchte einfach moralische Vorbilder haben und die dürfen gar nicht so „normal“ sein (Natürlich darf das Ganze nicht in Abnormalität oder Krankheit enden).
            Ich weiß auch nicht, aber den Zölibat finde ich irgendwie schön… (wenn auch fast unmöglich einzuhalten… das ist halt das Problem mit den Idealen). Das hat sowas Androgynes an sich. Ich mein‘, da denk‘ ich schon wieder an den lieben Papst Benedikt XVI. Wenn der verheiratet gewesen wäre, hätte er ganz anders gewirkt… nicht so sympathisch scheu… und für seine Bücher hätte er auch keine Zeit mehr gehabt.
            So eine Lebensführung meint eben ein komplett anderes Menschenbild als dasjenige welches man heute so in der Popkultur „bestaunen“ kann.
            Gut, es gibt natürlich noch die Orden… so würde diese Lebensform nicht ganz verloren gehen.
            Naja, ich werd’s nicht bestimmen 🙂 (Manch‘ ein Pfarrer würde jetzt wohl denken, zum Glück auch 🙂 )
            Viele Grüße

  2. veruschka sagt:

    Aber das mit den roten Bäckchen ist schon zeitlos schön (und das gefällt wirklich jedem Menschen … auch noch in 500 Jahren). „Menschliches“ ist halt einfach zu vermitteln… da reichen kurze Augenblicke aus.
    Also muss derjenige, der interviewt wird, soviel Menschlichkeit wie möglich ausstrahlen.

    • Silvia Brückner sagt:

      Eine zu starke Idealisierung des Priesterberufs ist in mehr als einer hinsicht gefährlich und kann nur zu Enttäuschungen führen.

      Als Christen sind wir alle aufgerufen, moralische Vorbilder zu sein, aber nicht als abgehobene „Säulenheilige“ sondern als Menschen.

      Papst Franziskus z.B. betont immer, dass wir normal sein müssen und selbst er als Papst nicht „mehr“ ist als jeder von uns.

      Fest steht auch,dass wir alle Sünder sind, deshalb müssen ja auch die Priester beichten.

      natürlich wird es immer Priester geben, die ihr Amt besonders ernst nehmen und andere, die etwas „lascher“ sind. Das liegt aber in der menschlichen Natur und betrifft die Laien genauso.

  3. veruschka sagt:

    Auf die Gefahr hin, hier das Bild einer kleinen „Chatterbox“ abzugeben, muss ich noch etwas anführen. Aber es ist so spannend, ich muss einfach noch etwas anfügen und dann schweige ich… hoffentlich…
    Die Behauptung des Papstes, dass der Heilige Paulus heute im Medium des Filmes/des Fernsehens seine volle Wirkung entfalten könnte, halte ich für sehr spannend.
    Es gibt nämlich einen Kunstgriff den besonders gerne die Filmindustrie von heute einsetzt – etwa bei heroisch anmutenden Sujets. Das ist der Stil des sogenannten Erhabenen (oder in Englisch heißt es auch das „Sublime“; abgeleitet von limes-Grenze).
    Es gibt viele Kunsttheorien hierzu (auch sehr kontroverse) aber Fakt ist, dass das Sublime die Menschen schon seit der Antike beschäftigte. Was meint es nun?
    Das ist nicht leicht zu erklären: Das Sublime bewirkt im Menschen das Gefühl eines Überwältigtwerdens… etwas das mit einer „Grenzüberschreitung“ bzw. einem nicht Überschreitenkönnen zu tun hat.
    Die erste Schrift über das Sublime schrieb der sog. Pseudolonginus. In dieser Schrift gibt es ein sehr bekanntes Zitat, das „Fiat-Lux-Zitat“: „Gott sprach es werde Licht und es wart Licht.“ Für ihn meint das eine unglaublich schwierig zu begreifende Stelle innerhalb der Bibel: In nur zwei Sätzen wird die Erschaffung des Lichts „beschrieben“… so als wäre das ein Kinderspiel. Ein Schauer, eine Art Gänsehautgefühl wird somit beim Leser erzeugt. Und es gibt viele solche Stellen in der Bibel.
    Hier wird das einzig Richtige gemacht: Da man diese Aktion nicht mehr in Worten fassen kann, schweigt man lieber und deutet nur noch an.
    Das Sublime ist ein sehr schwieriger Begriff. Mit dem Sublimen werden auch Naturgewalten oder mit dem Auge nicht mehr fassbare Objekte (wie riesige Berge oder das Meer) bezeichnet (etwa ab dem 18. Jh.). Es kommt immer ohne viel Schnörkel aus (ein Beispiel hierfür wären die Bilder von Caspar David Friedrich).
    Die Filmindustrie kann dieses Gefühl beim Publikum relativ gut hervorrufen: die verwendete Musik ist da auch immer sehr entscheidend (hinzu kommen nun auch die 3D-Brillen: die den Zuschauer fast schon in den Film hineinziehen). Die ursprüngliche Ausgangssituation der Überlegungen hierzu bezogen und beziehen sich aber auf das Göttliche.
    Ich weiß nicht, aber mir schien das noch interessant zu sein und hierzu passend.

  4. Martina sagt:

    Damals war ich 15 und verfolgte gespannt das Sterben von Paul VI., sehr beklemmend in der Augusthitze. Der „Heiße Herbst“ war eben vergangen, die Ereignisse überschlugen sich.
    Der plötzliche Tod des neuen Papstes und der erste Vatikanbankskandal warfen bestürzende Fragen auf.
    Zuerst schien ein neuer „Frühling der Kirche“ auf, wie es Taizé im „Konzil der Jugend“ aufzeigte. Nach dem Tod des Papstes aber begann eine bleierne Zeit, die bis heute andauert. Fortwährend ist es schlechter, enger, distriktiver geworden. Der Heilige Geist hatte keinen Zugang nach Rom. Aus Bewegung wurde Kontraktur, aus Kontraktur Nekrose.
    Kein Land in Sicht niemals.

    • Carmen Fink sagt:

      Liebe Martina,
      ich kann mich garnicht mehr an das kurze Pontifikat erinnern, nur an die vielen Spekulationen um den plötzlichen Tod.
      Ich gestehe das ich lange Zeit nichts mehr mit der Kirche am Hut hatte und sogar ausgetreten bin. Doch jetzt habe ich ein ganz neues Gefühl und seit ein paar Monaten bin ich in den Schoß der Kirche zurück gekehrt. Dies hat mit Papst Franziskus zu tun. Er hat mein Herz und meine Seele berührt, Jesus zu folgen.

      Doch, der Heilige Geist ist in Rom , ansonsten hätten wir nicht diesen wunderbaren Papst bekommen. Was Franziskus in dieser kurzen Zeit schon bewirkt hat, kommt einen Tsunami gleich, im positiven Sinn natürlich.
      Alleine das ich zum Glauben zurück gefunden habe und sicher viele andere auch ist erstaunlich. Der Heilige Geist ist in Rom, deshalb werden alte verkrustete Strukturen aufbrechen.
      Wir haben einen neuen Pontifex der laut lacht und sich nicht verschießt ein wahrer Hirte.

    • Claudia sagt:

      Im Grunde besitze ich nur ein sehr kleines Wissen über die Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts. Doch möchte ich auf eine Zeit aufmerksam machen, die politisch unglaubliche Verwerfungen hervorrief: Die Entstehung von Solidarnosc in einem totalitären und marxistischen Regime, aus dem der damalige Papst Johannes Paul II. entstammte, dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger, der den deutschen Nationalsozialismus miterlebt hatte und dem Erstarken der Befreiungstheologie Lateinamerikas durch Leonardo Boff, der Gebrüder Cardenal und viele Andere. In Deutschland schoss Hans Küng und seine einflussreichen Theologen gegen Rom und da insbesondere gegen Ratzinger. Gleichzeitig erstarkte auch wieder die Organisation Opus Dei und unterstützte die Eliten aus Politik und Wirtschaft. Eine sehr verworrende Zeit, die sicherlich auch eine Kirchenspaltung hervorgerufen hätte. Musste da nicht Rom den Glauben wieder in den Mittelpunkt stellen? Denn die einfachen Leute verließen z. B. in Lateinamerika die Kirche und liefen regelrecht in Massen den evangelikalen Sekten und zur Pfingstbewegung über, weil sie den Glauben und das Wort Gottes hören wollten und nicht das Wort von Marx. Sollte ich nun irgendwas Falsches geschrieben haben, bitte ich um Aufklärung.

      • Chrisma sagt:

        Ja liebe Claudia, das 20. Jahrhundert war nicht nur kirchengeschichtlich ein ungeheuer spannendes und auch grausames Jahrhundert. Einiges in Ihrem Steatment würde ich persönlich anders bewerten wollen. Wir haben von 1980 bis 1990 in Lateinamerika, überwiegend in Peru und Bolivien gelebt und gearbeitet, unsere vier Söhne sind dort zur Welt gekommen. Meine Großmutter ist Brasilianerin (Dies nur um Ihnen meine tiefe Liebe und Verbundenheit zu diese Kontinent zu verdeutlichen.) Nein, die Befreiungstheologen haben nie Marx gepredigt. Helder Camara war während Vatikanum II einer der wichtigsten Sprecher für die Kirche der dritten Welt. Der Katakomben- Pakt – an dem sich 40 Bischöfe der Welt beteiligten griff das Leitwort Johannes XXIII von einer “Kirche der Armen” auf. So wie sie uns heute von Papst Franziskus vorgelebt wird. Helda Camara hat gesagt: „wenn ich den Armen zu essen gebe nennt ihr mich einen Heiligen, wenn ich die Ursachen dafür aufzeige nennt ihr mich einen Kommunisten.“ Das trifft es genau. Gustavo Gutiérrez Merino hat dann dieser Form der Theologie den Namen gegeben. Mit Marx hat er wenig zu tun. Nein die Theologie der Befreiung ist nicht für den Wechsel vieler Christen zu den Evangelikalen verantwortlich. Durch die Amtskirchen wurden massiv die bestehenden Basisgemeinden eingeschränkt . In dieses Vakuum sind die Evangelikalen eingebrochen. Eine Kirche der Armen und unterdrückten war zudem für die Machthaber ( und auch für Teile der Amtskirche ) in den Diktaturen Lateinamerikas gefährlich. Es gab immer wieder Konflikte mit der Kirchenhirachie, die eben diese Diktaturen gestützt haben, die häufig in Disziplinarmaßnahmen gegen einzelne Geistliche mündeten. Als Konsequenz ihrer Überzeugungen stellten sich die Befreiungstheologen zudem offen gegen die in Südamerika weit verbreiteten Regime, was zahlreichen Geistlichen das Leben kostete. Oskar Romero wurde von christlichen Milizen erschossen. Der Opus Die hat vom Anbeginn seiner unrühmlichen Gesichte immer auf der Seite von faschistischen Regimen gestanden und wird von mir genau wie die Legionäre Christi abgelehnt. Ich weiß nicht ob alle meine Ausführungen „richtig „ sind. Sicher kann Pater Hagenkord uns Literatur Hinweise geben, sind doch gerade die Jesuiten hier stark involviert. Und ich meine mich erinnern zu können, dass auf einer der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen die Zusammenarbeit mit Diktaturen grundsätzlich abgelehnt wird. Bis dahin war es ein weiter Weg mit vielen Irrungen und Leid für viele Menschen.

    • Chrisma sagt:

      Liebe Martina, Ihr Beitrag ist sehr traurig und ich mag es so einfach nicht sehen. Vieles was nach Johannes 23 und Johannes Paul kam hat mir nicht behagt, war nicht in meinem Sinne, aber unsere Kirche hat viele Facetten. Wir können und sollten auch nicht immer nur nach Rom schauen. Das kann einen dann schon deprimieren. Unser Glaube ist lebendig – vielleicht in den großen Ballungsgebieten in Europa ist ein Stillstand und die durch den Vatikan stark mit verursachte Krise zeigt hier deutlicher ihre Wirkung als anderswo. Aber Nekrose: Nein. Unsere Kirche ist lebendig wie der WJT gerade wieder gezeigt hat, in Afrika leisten unsere Orden eine bewundernswerte Arbeit. Der Beispiele sind viele …… Immer Land in Sicht und wir bestimmen wie das Land aussieht. Und nun ist wieder einer an unserer Spitze (Papa Franziskus)der uns vorangeht und uns führt bei der Entdeckung des Lande. Ihnen heute einen schönen spät sommerlichen Tag

  5. Renate H sagt:

    Johannes Paul I.

    Als ich 2006 beim Papstbesuch von Benedikt dem XVI. in Marktl wohnte, waren viele Besucher im Bürgerhaus, welche sich über P. Benedikt seine Vorgänger informierten. Mir persönlich fiel ein Foto von Joh. Paul I auf, das ich sofort abfotografierte und jetzt vor mir liegt mit seiner Handschrift .Folgender Satz lautet,,Gott möge euch vergeben, was ihr mir angetan habt.„ Bis heute suche ich nach einer Erklärung, was er damit gemeint hat.

    Renate H

    • Pater Hagenkord sagt:

      Es ist ein Satz, den Franziskus exakt genau so beim Abendessen mit den Kardinälen direkt nach seiner Wahl gesagt hat. Ich halte es für eine Kombination von Humor und Weisheit – wenn man die beiden überhaupt trennen kann. Humor, weil er über sich lachen kann und weiß, dass niemand diesem Amt gewachsen ist. Weisheit, weil er das offen ansprechen kann und gar nicht erst versucht, es zu überspielen.
      Man tut niemandem einen Gefallen, wenn man ihn zum Papst wählt. Ich glaube, das meinte Johannes Paul und das meinte auch Franziskus.

      • veruschka sagt:

        Das haben Sie aber wirklich schön gesagt. 🙂
        Tatsächlich wurde das Substantiv „Witz“ erst im 19. Jahrhundert so verwendet wie wir das heute kennen. „Witz“ ist etymologisch nämlich mit dem englischen „wit“ (Gewitztheit, Esprit!) verwandt. Abgeleiten wird es vom althochdeutschen „wizzi“ (Wissen, scharfe Beobachtung).
        Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, dass Gott oder auch der Heilige Geist Humor haben muss!

        • Dolorus sagt:

          @ Veruschka
          Klasse Ihr letzter Satz!
          Meinen Sie nicht auch, dass sehr viele von uns allen diesen Satz als Lebenswahrheit zu tiefst verinnerlichen sollten?
          Ihnen allen eine gute Zeit, Gottes Segen und viel, viel Humor.

          • veruschka sagt:

            Ich hab‘ noch einen schönen Satz (lange Zeit war das mein Lieblingssatz… ich hab‘ ihn sogar an der Zimmerwand stehen)
            „Der liebe Gott steckt im Detail“ (von Aby Warburg)
            Schön, wenn auch zur Abwechslung einmal der Teufel ausgetauscht wird 🙂 Schönen Abend!

        • Gabriele sagt:

          Hat er! Einen sehr liebenvollen Humor, der uns Menschen oft zum Staunen bringt. Habe ich selbst schon erfahren. Einfach mal darauf achten im Alltag und bei besonderen Begebenheiten.

      • Renate H sagt:

        Danke Pater Hagenkord,

        jetzt kann ich wirklich etwas mit dem Satz anfangen. Schade, dass ich nicht von selbst auf die Idee gekommen bin.

    • Dolorus sagt:

      @ Renate H

      Hallo,
      habe den Satz mal gegoogelt und einen Artikel der Zeitschrift Glauben & Wissen/ Lourdes. de
      unter folgender Internet-Adresse gefunden:

      http://www.liborius.de/wissen/von-paul-vi-bis-jp-ii/der-fremde-vater.html

      Vielleicht hilft Ihnen das ja auch weiter und Sie finden dort noch mehr Hintergrundwissen. War zur Zeit der Wahl von Kardinal Albino Jugendlicher und kann mich jetzt im Nachhinein noch sehr gut an den Satz erinnern.
      Er hat ihn, wenn ich mich recht erinnere, nach langem Zögern in Bezug auf die Annahme des Pontifikats, nach seinem“ ja“ zum Pontifikat zu dem Kardinalskollegen des Konklaves gesagt.
      War so ziemlich in allen Medien in Deutschland zu lesen/ zu hören.
      Ich hoffe Ihnen ein wenig geholfen zu haben.
      Alles Gute und Gottes Segen.

      @ Pater Hagenkord
      Sorry,
      habe in der Eile diesen Blog, der hier auch her gehört, versehentlich zweimal eingestellt.
      So long!

  6. Gabriele sagt:

    Liebe Silvia,
    für mich war Papst Johannes Paul I. der Wegbereiter für eine neue Entwicklung. Ich war damals 13 Jahre alt, als er gewählt wurde und ich weiß es noch sehr genau, wir waren damals in Ferien an der Ostsee, in Bayern waren damals noch Schulferien. Ich habe die Nachricht im Fernsehen und unsere Umgebung noch vor mir.
    Wenn hier in diesem Blog von einer bleiernen Zeit gesprochen wird, so möchte ich dem doch gerne widersprechen. Vieles, was sich erst in Zukunft erweisen wird, wurde in dieser Zeit nach Johannes Paul I. angelegt. Ich habe sein Buch gelesen, in dem er sich mit Märchenfiguren und anderen fiktiven Charakteren auseinandersetzt. Er machte hier etwas, was heute in der Kirche oft fehlt und was Franziskus hoffentlich wieder mehr in den Mittelpunkt stellt: Die Seelsorge für die Menschen. JPI. sprach in einer einfachen, aber verständlichen Sprache, er wollte verstanden werden von den Menschen. Jeder Papst ist auf seine Weise Seelsorger, muss es sein. JPII. war der große Menschenfischer, Benedikt XVI. der geniale Theologe. Ich lese gerade wieder in seinen Schriften und ich bin immer wieder erschüttert, wie genau er den Punkt trifft. Wie einfach und klar er ist. Die Kirche ist vielleicht in einem wichtigen Umbruch, Franziskus ist wie sein Vorgänger auch, vom Heiligen Geist erwählt worden. Wir sehen in den Päpsten Antworten, die uns durch den Heiligen Geist gegeben werden. Die dazu passenden Fragen müssen wir oft erst hinterher finden. Liebe Silvia, lassen Sie mich ein verwegenes Bild zeichnen, das mir gerade in den Sinn kommt: Vieles mag wie Rückschritt aussehen. Wir sehen nur die letzten Jahrzehnte. Aber die Kirche ist eine 2000 Jahre alte Institution. Gott hat ihr immer beigestanden, sonst würde sie heute nicht mehr existieren. Vielleicht nimmt sie ja gerade kräftig Anlauf für einen riesen Sprung nach vorne? Stellen Sie sich das im Sport vor: Beim Weitsprung geht man oft auch einige Schritte zurück, und läuft dann umso kräftiger an, um kräftiger abspringen zu können und dann weiter zu landen. Ich habe dieser Tage wieder so reiche Erfahrungen machen dürfen, dass ich voller Hoffnung bin. Vielleicht werden wir den Weitsprung noch erleben. Vielleicht auch nicht. Aber Gott ist bei seiner Kirche. Ich weiß es. Ich habe diese Erfahrung gemacht und ich schreibe sie gerade auf. Schlechte Zeiten sind dazu da, um die Menschen zu prüfen, ihren Charakter, ihre Persönlichkeit, um das Beste im Menschen herauszufinden. Auch in der Kirche. Gerade da. Liebe Claudia, ich habe früher in den 80er Jahren auch vieles von dem einfach übernommen, was so in den Medien erzählt wurde. Vieles nicht geprüft. Hatte mit der kath. Kirche nichts am Hut. War Protestantin. 1997 bin ich voller Überzeugung in die kath. Kirche konvertiert. Trotz und gerade wegen JPII. Vieles war gut an ihm und hat mich umdenken lassen, Opus Dei und ähnliche Hardliner-Organisationen aber werde ich ihm nie verzeihen. Und als Benedikt sein Amt antrat, war dies für mich ein strahlendes Zeichen des Heiligen Geistes – und das ist es für mich bis heute. Dieser Papst hat viel mehr verändert, als wir heute schon erahnen können. Und wenn die kolportierten Meldungen der letzten Tage über den wahren Grund seines Rücktritts nur einen Gran Wahrheit enthalten, dann hat er, wie einst JPI., den Platz frei gemacht für seinen Nachfolger. Der Heilige Geist ist nicht nur in Rom, er ist überall. Bei jedem von uns. Ich weiß es. Ich habe es erlebt.

    • Tina sagt:

      Was hier erfreulicherweise mehrfach über den Heiligen Geist in Rom gesagt wurde, kann ich nur vollen Herzens unterstreichen. Wer sich die letzten Pontifikate und Päpste anschaut – offenen Herzens und Auges – der kann es erkennen. Ein jeder Papst hat sein eigenes Charisma. Und wer sich die Zeit nimmt, sich mit Predigten, Auftritten und Gesten zu beschäftigen – einfach mal SCHAUEN – der kann reich beschenkt werden mit Hoffnung und praktischen Hinweisen für das tägliche persönliche Glaubensleben und Glaubenserfahren. Ich verdanke Benedikt und Franziskus die Impulse für die wichtigste Wendung in meinem bisherigen Leben; eigentlich war es kaum denkbar, das diese noch eintreten könnte. Es tut mir weh, dass diese beiden vom „normalen“ Menschen so wenig gehört, gesehen, verstanden, wahrgenommen werden. Sie haben so unendlich viel zu geben und tun es ungeachtet ihres eigenen Ergehens. So bedient sich der Heilige Geist dieser wunderbaren Menschen. Wir brauchen eigentlich nur mal bereit sein, uns darauf einzulassen. Wie Papa Franziskus es so treffend gesagt hat: Jesus verlangt nichts von uns, außer dass wir Seine Liebe annehmen. Was könnte schöner sein?

    • Claudia sagt:

      Liebe Gabriele und liebe Chrisma, vielen Dank für Ihre Antworten, die ich als Ihre persönlichen Aussagen sehr spannend finde. In den 70/80iger Jahren gehörte ich keiner Konfession an. Fand aber die aufkommende Befreiungstheologie und die beginnende feministische Theologie unglaublich spannend, weil ich hoffte, in beiden Themen eine religiöse Heimat zu finden. Erst so ab 1989 begann ich mich mit dem Protestantismus und dem Katholizismus ernsthaft auseinander zusetzen. Nun habe ich bedingt durch Papst Franziskus angebissen und lese von und über beide Päpste alles was ich in die Finger bekommen kann. Benedikt habe ich völlig verkannt und bin jetzt genau wie Sie, Gabriele, zur Erkenntnis gelangt: Ein genialer Theologe und ein sehr sympathischer Mensch. Meine Einlassung weiter oben beruht auf der Biographie von Klaus-Rüdiger Mai zu Benedikt. Ein empfehlenswertes Buch und wenn Sie sich vielleicht noch erinnern können, drehte die dreiteilige Dokumentation „Die geheime Inquisition“ deren dritter Teil sich fast ausschließlich mit Ratzinger befasst.
      Darin stimme ich Ihnen absolut zu: Der Heilige Geist ist überall, auch auf diesem Blog von P.Hagenkord.

      • Gabriele sagt:

        Liebe Claudia, liebe Tina,
        es klingt vielleicht etwas seltsam, aber ich bin in der glücklichen Lage, die Liebe Christi, so wie Papst Franziskus uns das wünscht, gerade zu erfahren und annehmen zu können. Diese Freude im Glauben, von der er spricht, auch erleben zu dürfen. Es ist eine Gnade und ein großes Geschenk Gottes. Benedikt muss man sich erschließen, aber wenn man es tut, dann öffnet sich eine reiche Quelle im Glauben. Franziskus lernen wir gerade erst kennen.
        Ihre beide Antworten waren auch wieder ein Geschenk an mich. Dafür herzlichen Dank!

      • Chrisma sagt:

        Liebe Claudia, nein ich kenne weder das Buch noch den Autor. Es gibt aber eine Reihe guten Artikel in „Stimmen der Zeit“. (Herausgeber sind die Jesuiten) Hier finden Sie auch einen Artikel über Marxismus und Theologie der Befreiung. Sie können die Artikel einzeln bestellen. Die Bischofskonferenz die ich meinte fand 2007 in Aperecida statt. Auch hier einen Link. Bemerkenswert das Schlusswort von Papst Benedikt.
        „Eigentlich wurde die Theologie der Befreiung ja schon lange totgesagt. Der Peruaner Gustavo Gutiérrez OP, einer ihrer Gründerväter, sagte dazu ironisch, er hätte zumindest erwartet, zu der Beerdigung eingeladen zu werden. Dies sei aber nie geschehen. Ernsthafter bemerkte er, seine Sorge gelte weniger der Theologie der Befreiung, sondern der Frage, wo die Armen dieser Welt im 21. Jahrhundert schlafen werden. So lange in Lateinamerika 209 Millionen Menschen in Armut und 81 Millionen im Elend leben, so lange die 500 reichsten Menschen über ein höheres Einkommen verfügen als die Hälfte der Gesamtbevölkerung, so lange wird und muß es auch eine Theologie der Befreiung geben.“ (Pater Martin Maier SJ)
        http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/suche/suchergebnis_beitragssuche_html?suchbegriff_titel=Theologie+der+Befreiung&suchbegriff_verfasser=&los=los%21
        http://www.kirchen.net/upload/44844_Dokument_Aparecida_2007.pdf
        Danke, das Sie mich inspiriert haben mich damit erneut damit zu beschäftigen.

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe Gabriele, und ich war gerade an der Ostsee im Urlaub, als Johannes Paul I gestorben ist.

      n den Urlaub erinnere ich mich auch noch gut und wie schockiert ich war, dass der neue Papst gestorben ist.

  7. Peter Lehmann sagt:

    Es wird wieder Krieg geben. Was juckt´es Rom, den Papst , Katholiken, Evangelen, Muslime, Buddhisten, Atheisten, Agnostiker ? Hauptsache man ist so schön mit sich selbst beschäftigt.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Was soll das denn? Bitte informieren Sie sich einfach mal, bevor Sie Häme posten. Es juckt sehr, und das schon lange, auch dann, als der Rest der Welt andere Dinge auf den Titelseiten hatte!

      • Peter Lehmann sagt:

        Keine Häme, nur noch Verbitterung

        • Pater Hagenkord sagt:

          Pardon, die ist aber verfehlt. Wer setzt sich denn seit Monaten und Jahren für Frieden in Ländern ein, über die bei uns keiner Spricht?

      • Peter Lehmann sagt:

        Wo ist er denn, der Papst, wo ist Rom in diesen Stunden ?

        • Pater Hagenkord sagt:

          Er trifft sich mit Verantwortlichen – zum Beispiel morgen – er nutzt seine öffentlichen Auftritte, die Position der Kirche sehr klar zu machen: Frieden gibt es nicht durch noch mehr Gewalt.

          • Tina sagt:

            Hat unser Papa Franziskus nicht immer wieder betont, wie wichtig es ist, nicht zu resignieren, sondern die Hoffnung zu behalten? Zu beten und zu hoffen? „Nulla è impossibile a Dio“, für Gott ist nichts unmöglich. Bitten wir darum, immer wieder, mit Geduld und Hoffnung. Wenn die Verantwortlichen für diesen Kriegswahnsinn nicht hören wollen, was kann da ein Papst machen? Wir alle haben doch die Möglichkeit des Gebetes, das ungeahnte Kräfte hat, wenn es nur aus tiefstem Herzen kommt. Also nicht klein beigeben und nicht dem Pessimismus verfallen (auch darauf weist Franziskus immer wieder hin!!!)!

          • Peter Lehmann sagt:

            Pardon, er ist der Papst. Und wie schon einmal vor längerer Zeit beschrieben könnte er die Katholiken allen Länder auffordern sich nicht an der Gewalt zu beteiligen. Eine allgemeine Äußerung, dass die Welt doch friedlicher werden möge, dazu braucht es keinen Papst.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Bitte lesen Sie sich erst durch, was er wirklich gesagt hat, bevor Sie solche Behauptungen aufstellen.

          • Peter Lehmann sagt:

            Als Papst ist der der höchste Hirte der Katholischen Kirche. Hier denke ich ist er weisungsberechtigt. Er kann natürlich auch die Staatengemeinschaft auffordern, ohne jedoch die Durchsetzungskraft zu besitzen. Aber den Katholiken kann er kokrete Anweisungen machen, im Grunde befehlen. Er ist schließlich Stellvertreter Jseu. Der Katholischen Kirche wäre ein Aufnahmeansturm gewiss.

          • KRP sagt:

            Das lieber Peter Lehmann tut er doch, jeder Papst redet zu den Katholiken, zu wem den sonst. Doch wird er gehört? Und was wird gehört? Meistens nur das was man hören will. Es liegt nicht nur am Papst es liegt wie ich immer schon gesagt habe und immer wieder sage an jedem einzelnen Menschen. Jeder einzelne hat die Erfahrungen des Glaubens selbst zu gehen, selbst zu Glauben.

          • Peter Lehmann sagt:

            Nein, nein KRP. Die Apelle des Papstes sind in diesem Zusammenhang doch immer sehr anonym, und nie konkret nur an seine katholischen Schäfchen. Bitte entsprechende Beweise liefern.

          • KRP sagt:

            Das hat doch sogar Jesus schon versucht mit den Menschen zu reden nicht mal auf ihn hat man gehört und ihn sogar ans Kreuz genagelt. Wenn es so einfach wäre mit dem Weltfrieden dann hätten wir ihn womöglich schon. Der Friede fängt in uns an, in jeden Menschen.

          • KRP sagt:

            Was passiert denn wenn er konkret wird, ist doch dann meistens ein großes Geschrei und ändern tut sich nichts. Beispiele z.B. die Regensburgrede, Freiburg wird zerredet usw. bei Franziskus sieht es nicht viel besser aus. Alle wollen ihn sehen doch seine Reden gehen fasst unter. Zu diesen Reden würden halt auch mal ganz konkrete Taten gehören, die würden sich vielleicht besser einprägen.

          • Peter Lehmann sagt:

            KRP. Also doch. Anstatt Beweise für Ihre Aussage zu liefern, wieder nur Allgemeinplätze. Er könnte sich doch in Rom hinstellen und medienwirksam anordnen, dass die Katholiken sich nicht an der Gewalt beteiligen sollen. Das wäre dorch denkbar ? Es ist ihm doch nicht verboten ?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Aber gegen allen Eindruck sind wir keine Kommandokirche. Es gibt klare Überzeugungen in der Kirche, was den Krieg angeht. Wenn Katholiken sich daran halten, gut. Wenn nicht, dann wird auch der Papst nichts machen können.

          • Peter Lehmann sagt:

            Und noch etwas KRP. Es ist eine Frage der Kompetenz. Jesus wurde seinerzeit bestenfalls von einer Minderheit der Juden als Autorität anerkannt. Den Papst als höchsten Vertreter der Katholischen Kirche müssen alle Katholiken als oberste Autorität anerkennen. Damit wäre zwar nicht der Weltfrieden gerettet, aber zumindest die Katholiken wären aus der Gewaltschiene raus und könnten sich nicht auf Befehle ihrer irdischen Vorgesetzten berufen.

          • Peter Lehmann sagt:

            Herr P. Hagenkord. Die Katholische Kirche ist keine Kommandokirche?
            Habe ich Sie da richtig verstanden ? Die Katholische Kirche behauptet selbst von sich hirarchisch strukturiert zu sein. An der Spitze dieser Hirarchie steht der Papst. Bitte beantworten Sie doch meine Frage ob der Papst von den Katholiken dieser Welt fordern könnte sich nicht an der Gewalt zu beteiligen mit einem einfachen Ja oder einem einfachen Nein. Bitte nicht mit ja, aber oder nein, aber.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Hierarchische Struktur hat etwas mit Theologie und einem von Christus gegebenen Auftrag zu tun. Und auf Zwang-Fragen antworte ich grundsätzlich nicht.

          • Peter Lehmann sagt:

            Danke Herr P. Hagenkord.
            Von einem Theologen habe ich nichts anderes erwartet.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Wenn Sie Schwierigkeiten und Nachdenken meiden wollen, dann sind sie hier tatsächlich falsch.

    • Gabriele sagt:

      Was juckt es die Kriegstreiber, was sie der Menschheit damit antun? Glauben Sie wirklich, dass nicht unzählige Menschen aller Glaubensrichtungen jeden Tag dafür beten, dass wir vor neuen Kriegen verschont bleiben? Aber, was interessiert es die, die meinen, sie müssen Krieg führen? Da sind leider alle guten Worte vergebens. Die Geschichte ist voll davon. Wer Krieg führen will, vor allem gegen das eigene Volk wie in Syrien, lässt sich von niemandem davon abhalten. Er wird alle Zugeständnisse der Gegenseite als Schwäche auslegen und sich in seiner Haltung bestätigt fühlen. Das Münchener Abkommen von 1938 ist das beredte Beispiel dafür, welches sich dutzendfach seither im großen wie im kleinen wiederholt hat.

      • Claudia sagt:

        Es ist die „Ohnmacht“ des Glaubenden, destruktive und Menschen verachtende Gewalttaten, aus welchen Beweggründen auch immer, zumeist nicht verhindern zu können. Es liegt aber in der „Macht“ des Glaubenden, dass Dunkel dieser Welt mit Licht zu erhellen. Und bei allen möglichen Gelegenheiten und wo auch immer, dieses Licht zu zeigen. (Das beginnt schon bei den eigenen destruktiven Gedanken, die vielleicht dann auch zu Taten werden – da machen auch wir die Welt dunkel.) Je lichter, heller und klarer unsere Gedanken sind, um so mehr tragen wir zu einer konstruktiven und schöpferischen Welt bei. Ich möchte niemanden belehren, meine Erfahrung aber bestätigen mir immer wieder diese Beobachtungen. Auch ich möchte all diese fürchterlichen Greueltaten nicht, die auf dieser Welt passieren. Aber ich vermute, dass Gott uns immerzu einlädt, uns zu entscheiden.

        • Gabriele sagt:

          Liebe Claudia, genau das ist es. Wir sind jeden Augenblick unseres Lebens aufgerufen uns für Gott zu entscheiden. Für ihn oder gegen ihn. Mit all unseren Handlungen, Gedanken, Vorsätzen. Worten und Werken, wie es in der Liturgie heißt. Wir haben jeder für sich, für sein Handeln eine große Verantwortung. Alles ist uns gesagt worden. Gott hat die Rahmenbedingungen klar dargelegt. Die 10 Gebote, die Bergpredigt Christi, seine Worte und Predigten an die Menschen nicht nur seiner Zeit, sondern aller Zeiten. Das ist es, was uns auferlegt ist, jedem von uns. Der Papst kann als moralisches Gewissen dieser Welt unsere Stimmen bündeln und zu einer Macht machen. Oft konnten die Päpste nichts ausrichten. Die Kriegstreiber und Verbrecher an den Spitzen der Nationen haben ihre Kriege angezettelt. Aber immer doch stand da das Menschliche, Göttliche, das Gute gegen das Böse. Das scheinbar Schwache, dem Bösen, dem Kriegsverbrecher unterlegene. Das ist das Paradoxon unseres Glaubens, das schon Paulus angesprochen hat. Die Stärke des Schwachen. Damit müssen wir leben. Und auf Gott trotz aller Greuel in dieser Welt vertrauen. Und anpacken, dort wo wir selber tätig werden können. Auch mit Gebet.

    • Carmen Finl sagt:

      Erst Sonntag hat Papst Franziskus an alle Entscheidungsträger und Kriegstreiber appelliert die Waffen ruhen zu lassen und den Dialog zu suchen. Und das war nicht dass erste mal. Morgen trifft er sich mit Jordaniens König um über die Flüchtlinge aus Syrien und den Krieg dort zu reden. Was erwarten sie von Papst Franziskus? Er ist kein Politiker, doch seine Worte werden gehört das ist sicher. Er gibt den Menschen Kraft und Hoffnung , in dieser schlimmen Zeit. Bitte nicht die Hoffnung aufgeben und beten.

  8. Silvia Brückner sagt:

    Generell möchte ich sagen, dass ich es als überaus wohltuend empfinde, dass man sich hier im Blog endlich sachlich austauscht mit Respekt vor der Meinung des Anderen.

    So kann sich auch ein sachlicherer, weniger emotionaler Blick auf die Vorgänger von Papst Franziskus entwickeln.

    Übrigens ist es heute genau ein halbes Jahr her, dass der Rücktritt von Papst Benedikt in Kraft getreten ist.

  9. Guardianus sagt:

    Ich glaube, dass ein Paulus heute das wäre und ist, zu dem ihn Gott berufen und erwählt hat: ein Völker- wie auch ein Volksapostel…und ein Meister der freien Rede, weil erfüllt vom Heiligen Geist. Ob dessen Rede allerdings unser aller Gefallen finden würde, das wage ich einmal zu bezweifeln. Schon damals nahm Paulus kein Blatt vor den Mund und predigte furchtlos „tacheles“. Und ebenso würde er wohl über vieles hinweglächeln…wo wir uns heute ereifern…Heute würde er vielleicht sich in das Gebet zurück ziehen als die einzige Kraft und Macht gegen die bösen Mächte….

  10. Dolorus sagt:

    @ KRP

    Ihre Aussage: „Das hat doch sogar Jesus schon versucht mit den Menschen zu reden nicht mal auf ihn hat man gehört und ihn sogar ans Kreuz genagelt“.

    Wir hatten vor Jahren einen polnischen Priester bei uns im Ort als Vikar, der diesen Spruch ähnlich ausdrückte: „ Jesus hat Wunder gewirkt, hat auch nichts genützt.
    Damit wollte er uns gegenüber seine Resignation bekunden.

    Ich hoffe doch nicht, dass wir Ihre Aussage nicht auch dahingehend werten sollen?

    Wollen wir doch wenigstens auf Gott und unseren Herrn Jesus Christus vertrauen!
    Ich möchte Sie auch fragen: Wer sonst, wenn nicht der Papst, die RKK und wir gläubigen Christinnen und Christen, kann durch eine positive Einstellung im Namen Gottes und durch das Gebet, mehr bewirken?
    Wenn unsere Kirche resigniert, dann werden wir alle verspielt haben.
    Ich meine, man muss auch Peter Lehmann verstehen.
    Haben wir mehr Vertrauen in den „Dreifaltigen Gott“, in „unseren Herrn Jesus der Christus“ und in seine Stellvertreter auf Erden (Papst Franziskus als Pontifex und Streiter für unseren Glauben, Papst Benedikt XVI. em. im Gebet), dann wir auch Gott in dieser Sache seine ganze Macht und Liebe einsetzen und seiner Schöpfung helfen.

    • Tina sagt:

      Den Pessimismus, den ich hier in manchen Antworten finde, empfinde ich als traurig und gefährlich. Wenn gefordert wird, dass wir Katholiken auf den Papst hören sollen, was das Unterlassen von Gewalt angeht (was völlig klar und richtig ist), dann sollte doch auch auf das gehört werden, was Franziskus noch von uns fordert, und zwar von jedem einzelnen: nämlich sich vor Resignation, Pessimismus und Mutlosigkeit angesichts der scheinbar ausweglosen Situation der Welt zu hüten, die die Saat des Bösen ist. Das betont er immer wieder in seinen Reden (die man alle auf http://www.vatican.va nachlesen kann). Der Papst kann aufrufen (und ich finde er tut das sehr eindrücklich), TUN aber muss jeder Mensch an seinem Platz selbst, was ihm möglich ist, und das fängt mit der Grundeinstellung an. Bevor ich den Splitter im Auge meines Bruders entferne, sollte ich erst den Balken in meinem eigenen Auge beseitigen. Außerdem finde ich es bemerkenswert, dass der Papst nicht nur Katholiken anspricht, sondern jeden Menschen guten Willens, da das Gute in jedem Menschen angelegt ist, egal zu welcher Religion er sich bekennt (oder auch zu gar nix). Und seine Worte werden eben auch von Nicht-Katholiken gehört und geschätzt. Wir können nicht alle Verantwortung auf unseren Papst abwälzen; jeder von uns hat Verantwortung am eigenen Lebensplatz; und wenn jeder seiner christlichen Verantwortung nachkommt, dürfte das schon eine friedliche Revolution auslösen.

      • Gabriele sagt:

        Ich möchte darauf einmal mit einem sehr persönlichen Erlebnis antworten. Papst Franziskus ruft dazu auf, mehr Freude im Glauben zu haben. Diese Freude in den Alltag hineinzutragen. Aus meiner eigenen Erfahrung muss ich sagen, dass das oft gar nicht so einfach ist, nicht so sehr, weil ich nicht glaube, an den Ratschluss Gottes und Christi glaube, sondern, weil sich einfach zu vieles im Alltag ereignet, was einem die Freude raubt, bis hin zu einer Veranlagung zu Depressionen. Seit einigen Tagen erlebe ich diese Freude des Glaubens, die gelöste, heitere Freude und Zuversicht, die Geborgenheit in Gott ein zweites Mal in meinem Leben. Sie ist ein Geschenk Gottes, eine Gnade, die mir völlig ohne mein Zutun zuteil wird und die ich nur staunend und voller Demut annehmen kann. Ich erlebe genau die Freude, die Papst Franziskus bei uns Christen gelebt sehen möchte. Es ist eine Gnade, um die wir auch beten müssen. Die sich in unsere Seele senken muss. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Eigentlich habe ich mit Depressionen zu tun, die sind wie weggeblasen. Wir müssen Gott immer wieder um Seine Gnade bitten. Bittet, so wird Euch gegeben, wie Jesus es schon sagte.
        Ich habe schon Menschen getroffen, meistens solche, die sich für ein geistliches, gottgeweihtes Leben entschieden hatten, denen ich ihre Freude, ihre innere Ruhe in Gott, ihre Geborgenheit und eine gewisse Gelassenheit., weil Vertrauen in Gott, in ihren Augen und in ihren Gesichtern ablesen konnte. Sie haben Gesichter von ganz eigener innerer Schönheit. Und sie lächeln auf eine ganz besondere Weise. So wie Papst JPI. damals auch.
        (Pater Hagenkord, ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn ich Sie vielleicht gesondert einmal auf diese persönlichen Erfahrungen ansprechen dürfte, da ich schon Erfahrungen machen durfte, die ich einfach nur mit der Gnade Gottes erklären kann. Leider habe ich in meiner Umgebung niemandem, mit dem ich darüber auch in theologischer Hinsicht sprechen könnte. Ich wäre Ihnen sehr dankbar dafür. )
        Sie haben Recht, Tina, dass unser Papst ja immer auch eine moralische Instanz in dieser Welt ist, die auch von Nicht-Katholiken gehört und ernst genommen wird.
        Und noch ein Gedanke zu KPR und Peter Lehmann. Dieses Zerreden der wirklich großen Reden Papst Benedikts in Regensburg und Freiburg (in Regensburg habe ich seine Rede live im Fernsehen verfolgt und bin auf die Knie gegangen, weil ich spürte, hier sprach der Heilige Geist aus ihm) und auch jetzt die Diskussionen um Papst Franziskus (ich bekenne meine anfängliche Zurückhaltung ihm gegenüber) rühren doch auch daher, dass angefangen bei der Politikerkaste bis hin zu den einzelnen Menschen, nicht die Bereitschaft vorhanden ist, sich ernsthaft mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen, sie umzusetzen, weil das bedeutet, eigene Positionen aufzugeben, Irrtümer einzugestehen und anzuerkennen, dass da einer ist, der im Namen Gottes spricht. Dass Papst Benedikt und Papst Franziskus tatsächlich die Autoritäten sind. Es wird ihnen gerne in der Politik oberflächlich zugestanden, nicht aber in der Tiefe des eigenen Geistes und Handelns umgesetzt, da es Machtverlust bedeuten würde. Und welcher Politiker lässt sich schon gerne in der Öffentlichkeit belehren?
        Ich kann nur jedem wünschen, diese Gnade Gottes zu erfahren.

        • Tina sagt:

          @Gabriele
          Sie sprechen mir so sehr aus dem Herzen, dass ich ganz froh bin, Ihre Worte zu lesen, die ich selbst zwar fühle, aber nicht ausdrücken konnte. Depressionen sind mir nur allzu bekannt, und auch die Gnade des Glaubens, die dagegen wirkt und mir zum ersten Mal seit ich denken kann erlaubt, mich „seelenruhig“ zu fühlen, kenne ich seit ein paar Monaten. Ich habe nicht geblaubt, mich jemals wieder am Leben freuen zu können, auch wenn es genug Hürden in meinem Leben gibt. Aber dieser Frieden, der mit der Begegnung mit Christus kommt, ist ein Geschenk, das mit nichts zu vergleichen ist. Und die Offenheit dafür (ohne die es nicht geht) verdanke ich unserem Papa Franziskus, der mich vom ersten Moment an zutiefst berührt hat. Er ist ein Geschenk Gottes, und wie ich schon geschrieben habe, bin ich der Meinung, dass der Heilige Geist in ihm wirkt, so sichtbar, dass es einem beinahe ins Gesicht springt. Und Sie haben ganz recht: wenn man sich wirklich mit seinen Aussagen beschäftigt, kommt man nicht daran vorbei, bei sich selbst nachzuschauen, was man ändern kann, und das machen die wenigsten gern, denn es ist nicht leicht. Aber ich finde ihn so autenthisch und glaubwürdig, dass ich ihm voll vertraue und dementsprechend auch mich selbst fragen kann, wo ich umdenken sollte. Und wenn ich es tue, merke ich, dass Papa Franziskus recht hat; somit wächst mein innerer Frieden mit jedem Schritt, den ich auf Gott zu tue. Danach hab ich mein Leben lang gesucht.

          • Gabriele sagt:

            Liebe Tina, nur ganz kurz, da ich jetzt leider mich von diesem Blog doch mal losreissen und arbeiten muss. Es ist für mich in meiner Diaspora wunderbar zu erleben, wie sich hier über diese Blogs Menschen kennenlernen, die im Glauben miteinander verbunden sind und die sich wirklich aus sehr ähnlichem Erleben austauschen und gemeinsam „befeuern“ können. Es ist genau diese Seelenruhe, von der Sie sprechen, dieser innere, tiefe Frieden in Gott, den ich erlebe. Ich hoffe und bete, dass er länger als nur ein paar Tage anhalten möge. Die Freude an Christus Jesus ist immer bei mir und bei ihm, nur manches Mal erlaubt es der Alltag eben nicht, sie wirklich zu empfinden.
            Liebe Veruschka, ich bin auch sehr „kreativ“ und a weng durchgeknallt. Der Herr hat seinen Spaß daran, das können Sie mir glauben!
            Dazu eine Szene: Ich schreibe an einem Roman über eine erste gewählte Päpstin in naher Zukunft. Und bin vor einiger Zeit auf „Die Priester“ gestoßen mit Mojca Erdmann zusammen „Ave Maris Stella“ – ein richtig gut neu interpretiertes altes Kirchenlied. Als ich das zum ersten Mal hörte, im Rahmen des bevorstehenden ESC, wo sie mit angetreten sind in der Vorauswahl für Deutschland, hat es mich vom Stuhl gerissen, so toll ist diese Interpretation. Dieses Lied begleitet mich jeden Tag und ist ebenfalls Feuer und Kraft für den Alltag. Die 5 min-Version ist noch besser als die kurze 3 minütige. Ich habe ich mir die Finger an zwei Telefonen wund gewählt, um genügend Stimmen für sie zu bekommen. Hat mich ne Stange Geld gekostent, allein der Spaß und das verblüffte Gesicht der Jury über den Platz 7 beim Publikumsvoting wars wert. Und dieses LIed wird zum Leitmotiv der Päpstin, das sie auch in ihr Pontifikat hinein begleitet – ebenso wie das Oh happy day der Edwardian Singers aus den 70er Jahren, undbedingt mal wieder anhören!
            Wie gesagt, Gott liebt die Verrückten! :-)))
            Und ich habe langsam den Eindruck, dass sich jetzt endlich mal ein paar Versprengte hier in den Blogs sammeln sollen – wo wir wieder beim Thema von vor 2 Wochen wären.

      • Peter Lehmann sagt:

        Ja liebe Tina. Ich finde es auch gut dass er sich an alle Menschen Guten Willens wendet. Die Kompetenz etwas zu verlangen hat er aber nur gegenüber Katholiken.

        • Tina sagt:

          Lieber Peter Lehmann, die Kompetenz hat er, nicht zuletzt dadurch, dass er vorlebt, was er verlangt. Aber auch er kann niemanden zwingen, etwas zu tun. Denn nicht jeder, der katholisch ist, fühlt sich verpflichtet, auch entsprechend zu handeln. Und die, die „katholisch genug“ sind, die Autorität des Papstes als handlungsweisend für das eigene Leben anzuerkennen, sind bestimmt bemüht, entsprechend zu handeln. Ich stimme Pater Hagenkord zu: wir sind keine Kommandokirche; die letzte Entscheidung, Weisungen der Kirche oder des Papstes anzunehmen und umzusetzen, liegt beim Gewissen und in der Verantwortung jedes einzelnen. Niemand kann gezwungen werden. Diese Freiheit der Entscheidung hat Gott selbst uns gegeben; der Papst kann uns das nicht abnehmen, er kann nur deutlichst den richtigen Weg aufzeigen. Gehen muss jeder selbst.

        • Guardianus sagt:

          Geehrter Peter Lehmann, Sie täuschen sich mit dieser Meinung, darin der Papst solche Kompetenz hat, da eben Gott auf diese „Kompetenz“ freiwillig verzichtet. Sein Bund ist ein Angebot und nicht weniger Seine Erlösungstat, das der Mensch annehmen kann mit den damit verbundenen Konsequenzen oder eben ausschlagen. Es ist zwar das Verlangen und die Sehnsucht Gottes, dass der Mensch zu Ihm zurück-bzw. umkehrt, aber Er fordert es nicht, um die Freiheit des Menschen zu achten. Darf Sein Stellvertreter anders handeln?….ohne den Weg der Nachfolge auch dahingehend zu verlassen?….Die einzige Kompetenz, welche der Stellvertreter wohl dahingehend hat ist die, dass er sein Leben hingibt/opfert, damit möglichst alle Menschen dieses Angebot Gottes annehmen und sich mit Gott versöhnen, solange es noch „heute“…

      • Guardianus sagt:

        Geehrte Tina, ja Sie haben Recht, dass Pessimismus und Resignation traurig wie auch gefährlich ist. Beides ist kein Atribut gelebten Glaubens in und an Jesus Christus, der eben uns dazu ermuntert, niemals Angst zu haben und nicht zu verzagen:“Glaubt an Gott und glaubt an mich“. Und angesichts der letzten Dinge und des letzten Endes sagt Er:“….dann richtet euch auf, denn eure Erlösung ist nahe.“ Und mit den Worten eines Paulus`:“Freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Noch einmal sage ich euch: freut euch.“ Die (innere) Freude, die Freude am Herrn, ist also das Markenzeichen eines wahrhaft glaubenden Menschen und somit ein wahrhaftiges, lebendiges wie auch freudig gegebenes Zeugnis für Jesus Christus, anderen Falles wir ja ein falsches Zeugnis von Ihm abgeben und wir usn selbst wie auch den „Nächsten“ in die Irre wohl führen. Die wahre Frömmigkeit wurzelt wohl auch darin, dass wir an deren Kraft auch glauben und eben nicht „nur“ deren Schein nach außen hin wahren. Vor solchen menschen, so ein Paulus, sollen wir uns sogar hüten.
        Somit ist Johannes Paul I. auch heute noch bei vielen gegenwärtig und lebendig, darin eben ein Freude ausstrahlendes Lächeln mehr bewirken kann als fromme und erbauliche Worte, die vielleicht auch für viele unverständlich sein können. Ein Lächeln kommt immer an und ist vielleicht auch ein wesentlicher Teil des Schlüssels, den Menschen auch wirklich zu erreichen. Es ist vielleicht der Anfang eben die Frohe Botschaft Jesu auch glaubhaft zu vermitteln.
        Dieses Lächeln Johannes Paul I. ist wohl sein Vermächtnis an uns alle, darin wir eben unser Vertrauen und unsere Liebe zu Gott bezeugen, der eben sagt, dass Er alle Tage bei uns ist bis zum Ende der Tage. Und so lange Gott in unserem Boot ist (auch wenn Er scheinbar schläft) wird diesem Boot, trotz der gewaltigen stürmischen See nichts passieren. Er ist der „ich bin da“, der „Gott mit uns“…
        und Er ist es, der die Geschicke der Welt letzten Endes lenkt. Warum also zittern und sich fürchten? Der, von dem wir uns fürchten sollen, der ist es auch, der die Angst und den Pessismismus und somit den Unglauben, das Mißtrauen gegenüber Gott sät, so wie es ein altes Sprichwort sagt:“Der Teufel fischt im Trüben.“
        Wäre doch unser aller Glaube so groß wie ein Senfkorn, dann könnten wir wahrlich Berge versetzen und durch den Geist des Herrn jenes Feuer auf der Erde entfachen, von dem der Herr schon damals froh war, dass es doch schon brennen würde: die Begeisterung und die Freude an Gott. Lassen wir uns von diesem lächelnden Johannes Paul I. anstecken….

        • Gabriele sagt:

          Dieses Lächeln verbunden mit einer wunderbaren Zurückhaltung, die hat mich von Anfang an berührt. Sein Bild steht noch heute auf meinem Bücherregal und ich denke an ihn und bete für ihn.

        • Peter Lehmann sagt:

          Sehr geehrter Herr Guardianus.
          Sie haben sicher recht, dass resignieren und Pessimismus gefährlich sind.
          Das man sich freuen soll.
          Aber Resignation bedeutet, sich mit den Dingen abzufinden. Dies scheinen hier offenbar einige Mitblogger zu tun, wenn sie bemerken, dass man gegen die Kriegstreiber nichts unternehmen kann außer zu beten. Das ist aus meiner Sicht nicht richtig, auch wenn es auf Gottvertrauen beruht. Dieser Gott hat uns aber auch mit der Fähigkeit zum Denken ausgestattet und fordert uns auch auf nach seinen Geboten zu handeln. Dieses handeln schließt meines Erachtens auch ein, aktiv zu versuchen, Dinge die gegen die Gebote Gottes laufen zu beeinflussen (Was Ihr dem geringsten unter Euch antut, das habt Ihr mir angetan).
          Und wenn ich dann sage gegen die Kriegstreiber kann man nichts machen, dann hatbe ich tatsächlich resigniert. Im Rahmen meiner Möglichkeiten versuche ich darauf hinzuweisen, das töten (gemäß Gottes Geboten falsch ist) und versuche aufzuklären, dass dies auch für Soldaten zutrifft und diese keine moralische (gar durch Gott gerechtfertigte) „Erlaubnis“ zum töten besitzen.
          Und hier fehlen mir einfach ein paar deutliche Worte des Papstes.

    • Gabriele sagt:

      Ich bin ja neu hier im Blog. Silvia Brückner hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich bedauere sehr, nicht schon viel eher hier dabei gewesen zu sein. Gerade lese ich mich noch in die Beiträge ein, die noch erreichbar sind, und bin sehr ergriffen von Ihrem Beitrag, Pater Hagenkord, und der Diskussion vor zwei Wochen „Wir können nicht einfach tun“. Das spricht mir aus der Seele. Wort für Wort. Und es passt nochmals als Ergänzung auch zu den Gedanken hier. Sollte Teresa von A. hier noch mitlesen, möchte ich ihr für das Gedicht der Hl. Teresa danken. Ihr fühle ich mich innerlich sehr nahe.
      Vielleicht ist es gerade das, was uns umtreiben sollte: In Zeiten wie diesen sind wir mehr den je aufgerufen, unser inneres Licht zum Leuchten zu bringen. Uns zu unserem Gott, zu Seiner Liebe zu bekennen. Keine Karteileichen zu sein, sondern den Mut zu haben, zu sagen: Haltet mich für bescheuert und überspannt, aber ich weiß, dass Gott bei mir ist, mich liebt und mich antreibt, dies kund zu tun. Ich bin kein Hysteriker und ich habe auch keinen Fehler im Dachstübchen, ich glaube an Gott, an Christus Jesus, an den Heiligen Geist und ich lasse sie in meine Seele, wie Teresa es schrieb.
      Liebe Veruschka, Ihre Beiträge dort haben mich sehr beeindruckt. Da ist sehr viel Gedankentiefe drin. Sehr viel, was uns auch zum Nach- und Weiterdenken anregen kann.
      Dolorus hat Recht. Resignation ist das Letzte, was wir gebrauchen können! Gerade jetzt.

      • Tina sagt:

        @Gabriele
        Mit dem mittleren Absatz Ihres Beitrags (ich will nicht alles zitieren) sprechen auch Sie mir voll aus der Seele. Es verlangt heute Mut zuzugeben, dass man katholisch ist und das nicht nur nominell, sondern wirklich im alltäglichen Leben. Aber der Frieden, den ich da gefunden habe, gibt mir immer mehr die Kraft zu sagen, es ist egal, was meine lieben Mitmenschen von mir denken, ich stehe dazu. Da ich nicht gut im Reden bin, kann ich das nur übers Tun und Ausstrahlen verkünden, was ich glaube, aber ich denke, auch das wird bemerkt. Mir ist klar, dass man jemandem, der Gott gegenüber skeptisch und verschlossen ist, nicht mit Worten erklären kann, was das bedeutet, von Ihm berührt zu werden. Daher bete ich lieber, dass Gott ihnen die Gnade Seiner Berührung schenken möge; das wirkt mehr als alle Worte. Es freut mich sehr, hier immer wieder zu lesen, dass es Menschen gibt, die das genauso erleben dürfen wie ich; das stärkt!!!

      • veruschka sagt:

        Liebe Gabriele,
        jetzt bekomme ich aber rote Bäckchen und mir wird ganz warm ums Herz! Vielen Dank für das wunderschöne Kompliment! Aber so tiefsinnig bin ich nicht… ich bin halt durch und durch ehrlich und versuche das was ich fühle so verständlich wie möglich auszudrücken, mehr ist da nicht dahinter. Und was die sog. Verrückten angeht, diejenigen die sich nicht so 100% in unsere Gesellschaft eingliedern können oder wollen: Die sind wenigstens kreativ. Ich glaube, ich bin gern etwas durchgeknallt 🙂

    • KRP sagt:

      Meine Aussage sollte nicht als Resignation rüber kommen sondern nur zum Ausdruck bringen das nicht mal Christus alle Menschen erreicht hat und dies auch bis heute nicht. Weshalb sollte es dann ein Kirchenoberhaupt der immer noch Mensch ist und noch kein Heiliger. Denn es ist der freie menschliche Wille jedes einzelnen sich Gott, Christus der Kirche zu zuwenden. Man kann hören was die Päpste sagen oder auch nicht es liegt am freien Willen und am Verstand jedes einzelnen. Weshalb sollten Katholiken auf ihr Oberhaupt wenn man es so nennen will besser hören als es andere auf nicht kirchliche tun. Meines erachtens hat das was mit dem freien menschlichen Willen jedes einzelnen zutun und man kann niemanden zwingen.

  11. Silvia Brückner sagt:

    Um jetzt doch einmal konkret auf die Situation im Nahen Osten einzugehen:

    Die Flüchtlinge müssen integriert werden. Da ich von Beruf Sozialarbeiterin war, wäre ich bereit, mich im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten im Großraum Stuttgart ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen, daran mitzuwirken, bevorzugt bei einem kirchlichen Hilfswerk.

    Falls Bedarf bestehen sollte, kann P. Hagenkord in diesem Fall meine Emailadresse weitergeben.

  12. Chrisma sagt:

    @Veruschka, da fällt mir nur ein bitte, bitte bleiben Sie so wie Sie sind. Lassen Sie sich nie nicht verbiegen. Ich lese Ihre Beiträge alle, wirklich alle und hätte Lust zu jedem was zu schreiben, aber leider fehlt mir einfach die Zeit….Nur soviel: die Unangepassten sind die Besten, immer und überall.
    @Tina@Gabriele@Claudia, danke dass Sie mich an Ihrem Gedankenaustausch teilhaben lassen. Sie haben „ Glaube, Liebe , Hoffnung „ in wunderschöne Worte gefasst und erfahrbar werden lassen.

  13. KRP sagt:

    Hallo Peter Lehmann noch eins Sie schreiben die Katholiken „müssen“ den Papst als ihre Autorität anerkennen, wer sagt das, ich weiss nicht ob Papst Franziskus sagt ihr Katholiken „müsst“ mich anerkennnen und auch ein Papst Benedikt XVI hat das nie gesagt. Es ist und bleibt der freie Wille jedes Menschen.

  14. Gabi sagt:

    Nach meinem Urlaub, auch von der alltäglichen Informationsflut, komme ich hier gern wieder in der Normalität an. Einen spannenden Austausch von Meinungen und Erfahrungen der Blogger finde ich hier vor und fühle mich gleich gut aufgehoben in dieser wohltuend gläubigen Diskussion. Das liest sich auch noch nach 2 Wochen gut.
    Allen meinen herzlichen Dank für geäußerte Zweifel, für mutig geäußerten Glauben und Offenheit. So sollte sie sein, meine Kirche, aber nicht richtend, beurteilend, wertend. Es macht mich wieder neugierig, ob ich das hier vor Ort in der katholischen Gemeinde in meiner Stadt auch so vorfinden würde – wenn ich denn den Schritt dorthin tun würde.
    Aber das ist ein anderes Thema.

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