Gegen religiöse Gewalt. Geht doch.

Es geht also doch. Während die AfD das Treffen mit einer der muslimischen Vertretungen hat platzen lassen, schreiben ZDK und muslimische Theologen gemeinsam einen Text über die Gewalt und die Religion.

„Als Christen und Muslime verurteilen wir jedweden Fundamentalismus, Radikalismus, Fanatismus und Terrorismus, seien sie religiös oder anders begründet“, heißt es in dem Text. Soweit, so selbstverständlich. Man bleibt aber nicht dabei, sondern geht an die Gründe. Das könne geschehen, wo Religionen „ein straff hierarchisch-autoritäres System entwickeln, der allgemeine Bildungsstand niedrig und die ‚Hörigkeit‘ gegenüber Anführern aller Art hoch ist, sowie mündige und kritische Reflexion unterdrückt oder gar nicht erst entwickelt wird.“

Die Geschichte kennt noch andere Gründe, aber es ist richtig, das vor allem die deutlich genannt sind. Es geht um Verführung unter einem Deckmantel zu etwas, was mit Religion nicht mehr viel zu tun hat.

Das Papier zeigt, dass man nicht nur auf Konfronotation setzen muss. AfD setzt darauf, ihre vermeintliche Klarheit und „das wird man doch sagen dürfen“ Rhetorik baut darauf, eben keine gemeinsamen Papiere zu verabschieden.

Es ist gut, dass gerade jetzt, nach der Österreich-Wahl, nach Flüchtlings-Debatte und brennenden Asylheimen, nach Terror in Paris und Brüssel, so ein Papier kommt. Ein Schritt nur, ein Stein, aber ein wichtiger.

„Die Begegnung ist die Nachricht“ sagte Papst Franziskus am Montag, als er sich mit einem Vertreter einer der wichtigsten islamischen Institutionen traf. Das Papier hier in Leipzig ist mehr.

 

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