Gewaltfreiheit: Stil einer Politik für den Frieden

Eine Politik des Friedens ist möglich. Es braucht immer mal wieder einen Papst, der so etwas sagt. Papst Johannes Paul II. hatte sich in der Politik keine Freunde gemacht, als er ganz konkret gegen den Irak-Krieg Position bezog. Legendär ist auch Papst Johannes XXIII. während der Kubakrise oder auch Benedikt XV. während des Ersten Weltkrieges.

Papst Franziskus

Papst Franziskus

Papst Franziskus macht das genauso, und das seit Jahren. Immer wieder spricht er über den „guerra mondiale a pezzi“, was wir als Weltkrieg in Stücken übersetzen. Und er setzt sein Sprechen vom Frieden dagegen, unter anderem heute, am 1. Januar, dem Tag, an dem die Kirche den Weltfrieden ins Zentrum rückt. Der Papst hat dazu wie in jedem Jahr eine Botschaft veröffentlicht.

Der Gedanke ist an sich nicht neu, immer wieder hat Papst Franziskus Elemente oder einzelne Posten dieses Politikstils aufgegriffen.

Der Papst nennt jetzt in der Botschaft Personen, die zeigen, wie da genau geht, der Stil einer Politik für den Frieden: Mahatma Ghandi, Martin Luther King und natürlich Mutter Teresa. Und er nennt die Bergpredigt das „Handbuch“ dazu: „Selig, die keine Gewalt anwenden – sagt Jesus –, selig die Barmherzigen, die Friedenstifter, selig, die ein reines Herz haben, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit,“ so die Papstbotschaft zum heutigen Tag.

Es ist halt eine Stilfrage: kann ich Konflikte ertragen, ohne mich gleich zu Macht und Gewalt verführen zu lassen? Das Wort „ich“ ist hier wichtig, für den Papst beginnt dieser Stil der Politik zu Hause, im eigenen Leben, nicht erst bei der UNO-Vollversammlung. Der Stil muss eingeübt werden, ausprobiert werden, gelebt werden, dann wird er in den handelnden Menschen auch wirksam.

Es ist halt wie immer bei diesem Papst: es muss bei mir anfangen, hier, heute, morgen, ganz konkret. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein friedvolles Jahr 2017.

 

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6 Kommentare zu Gewaltfreiheit: Stil einer Politik für den Frieden

  1. Der Beobachter sagt:

    Eine Politik des Friedesn ist möglicht, sagte Stalin und befahl der Roten Armee, die Waffen niederzulegen.

    • Konstantin sagt:

      Von Stalin ist auch der Satz überliefert: „Ein Mensch ein Problem? Kein Mensch, keine Problem“. Stalin in Zusammenhang mit Gewaltfreiheit und einer Politik des Friedens? Der „Friede von Potsdam“ war nichts anderes aLS der Anfang des Kalten Krieges.

    • Antonius Theiler geb.1941 sagt:

      Hallo @ „Der Beobachter“ ich gebe zu, es fällt mir schwer zu antworten. Ihr nickname ist nahe am Völkischen Beobachter. Diese Zeit brachte viel Elend über die Völker der Welt. Herr „Der Beobachter“ Sie wurden doch sicher getauft, bestimmt haben Sie einen sehr schönen Namen, auch wenn Sie einer anderen Religion angehören. Alle Eltern lieben ihre Kinder und geben ihnen schöne Namen.

      Und jetzt zu dem „Friedensstifter“ Stalin. Ich sehe weit und breit außer dem von Pater Hagenkord erwähnten Benedikt XV keinen. Dazu ist ins Gedächtnis zu rufen: Er machte den Hitzköpfen bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1. August 1917 (Der Krieg begann am 28. Juli 1914) einen Vorschlag, als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten zur Friedensverhandlung. Beide Parteien lehnten den Vorschlag ab. Das ist in Vergessenheit geraten. Der Plan wurde ausgeschlagen, da sich jede der Kriegsparteien durch ihn benachteiligt sah. Das ist bemerkenswert. Der Vatikan wurde sogar von den Verhandlungen zum Waffenstillstand ausgeschlossen. Seine am 23. Mai 1920 veröffentlichte Enzyklika Pacem, Dei munus pulcherrimum war ein Plädoyer für die Versöhnung der Völker. Benedikt wandte sich darin gegen die harten Maßnahmen der Sieger im Friedensvertrag von Versailles. Warum wohl? Es wurde die Saat für den zweiten Weltkrieg in diesen Friedensvertrag gesät.

      Die Reparationszahlungen trafen Deutschland schwer. Aber die Kohle die nach England geliefert wurde machte die Kumpel in England brotlos. Beispiele füllen Bücher. Ein Friede soll den Gegner versöhnen, das heißt diese sollen sich als Brüder in die Arme nehmen können.

      Ein Beispiel aus einem Leserbrief vom 21. Dezember 2016 um 20:56
      „Vor allen Dingen möchte ich an dieser Stelle betonen, daß dieser LKW-Unfall in Berlin nichts mit dem Islam zu tun hat.
      Der tunesiche Fahrer wahr durch seine drohende Abschiebung so traumatisiert, daß er, nachdem er von dem katholischen Kuffar aus Polen bedroht wurde, nur noch Gas geben konnt.“

      Sie schrieben „von dem katholischen Kuffar aus Polen“. Wir hier in Europa können dem Polnischen Volk danken, dass der engstirnige stalinistische Kommunismus zurückgedrängt wurde nach dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“. Diese Befreiung gelang, weil ein Pole kein ungläubiger (Kuffar) Katholik sein kann, wie Sie es darstellen. Ich möchte die Namen der Mutigen nicht aufzählen, sonst vergesse ich einen, ja einer wurde sogar Papst.
      Was kann daraus gelernt werden? Wir Europäer aller Glaubensrichtungen müssen unseren islamischen Brüdern helfen. Wir dürfen uns nicht auf die Seite der Sunniten oder Schiiten stellen. Wir müssen beiden beistehen, dass Worte wie Ungläubige aus den Buch Allahs entfernt werden. Das Wort „Ungläubige“ steht 182 mal im Koran. Einmal ist bereits zu viel. Sehr schön erklärt der Islam: … Alle Menschen kommen als Kinder Allahs zur Welt. Erst ihre Kondition macht sie zu dem, was sie später sind… Kann ich etwas dafür, dass ich in Bayern zur Welt kam? Kann ein Flüchtling aus Syrien etwas dafür, dass er dort zur Welt kam?
      Es ist gut, dass im August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten ist. Dies ist ein wichtiges Signal für eine gerechtere Gesellschaft. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierungen aus ethnischen Gründen, Gründen der Religion oder Weltanschauung, aufgrund einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern und zu beseitigen. Es steht somit niemandem zu, einen anderen als ungläubig zu bezeichnen. Ein weises Europäisches Gericht wird dieser Diskriminierung ein Ende bereiten, es wird daran gearbeitet. Nach dieser Entscheidung können die Völker der Erde sich wichtigerem zuwenden. Wenn Sie irgendeinen negativen Ton heraus hören, dann lesen Sie bitte meinen Leserbrief vom 17.02.2015 http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4664533/Das-offene-Tor-zur-libyschen-Hoelle#kommentar0

      Re: Wenn man vom IS spricht muss man auch von der CIA sprechen
      Ein CIA-Agent kam nach al-Sidra Libyen. Er wollte den hundertsten Namen Allahs in Erfahrung bringen, denn er meinte damit Allmacht zu erlangen. Er suchte einen alten weisen Moslem auf und sagte zu diesen: „Vertraue mir den hundertsten Namen Allahs an und ich belohne dich reich dafür.“ Der alte weise Moslem fragte ihn, ob er sich auch dessen würdig erachte. Der CIA-Agent bejahte die Frage sofort. Gut, sagte der alte weise Moslem, ich will dich auf die Probe stellen, ob du würdig bist. Gehe ans Meer und komme abends wieder und berichte mir, was du gesehen hast. Der CIA Agent ging ans Meer und beobachtete. Er sah Schiffe anlegen und sah, wie sie betankt wurden und wieder ablegten. Er sah auch eine Gruppe alter Männer an den Verladesteg gehen. Diese baten die Männer dort kein Öl mehr von ihrer Heimat zu stehlen. Die Männer von den Schiffen verlachten sie und stießen sie mit Füßen. Der CIA-Agent ging abends zu dem weisen alten Moslem und berichtete ihm, was er gesehen hatte. Er sagte ihm weiter, hätte ich schon den hundertsten Namen Allahs gewusst, so hätte ich den Männern, die verlacht und geschlagen wurden, helfen können und hätte die Schiffe der Fremden vernichtet. Der alte weise Moslem lachte: „Jetzt wüsste ich, wer dir den hundertsten Namen Allahs sagen könnte. All diese Männer die um ihrer Heimat willen die Fremden ansprachen das Öl nicht zu stehlen und dafür geschlagen wurden, diese kennen den hundertsten Namen Allahs.“

  2. Christine Promny sagt:

    Angebote von Papst Franziskus sind einfach zu realisieren.Gott hat keine Stolpernsteine dem Mensch gelegt deshalb sein Weg zum Ziel ist gerade frei friedlich.Papst Franziskus geht weiter mit gottes Erbarmen und nimmt die Politik in der Hand obwohl das zur Regierung gehort fur Menschen gut zu tun.

  3. Elisabeth sagt:

    Oder um es mit Ignatius zu sagen:
    „Der Mensch, der es unternimmt, andere zu bessern, verschwendet Zeit, wenn er nicht bei sich beginnt.“
    Es waren Freunde, die mir letztlich indirekt den Weg aus der Resignation zeigten, als sie mir Lektüre zur Zerstreuung ans Krankenbett brachten. So las ich von Dingen wie den Reduktionen in Südamerika oder den Damen der Gesellschaft, die sich verpflichteten, die Betreuung des Marthahauses in Rom zu übernehmen…
    Es gäbe sicherlich viele ähnliche Beispiele, die belegen, dass die gestern genannten Räume an Möglichkeiten ungeachtet des politischen und gesellschaftlichen Rahmens zumindest im Kleinen existieren und zum Guten genutzt werden können, wenn wir nur jeder bei uns selbst anfangen und nicht darauf warten, dass die „Großen“ und „Mächtigen“ etwas ändern und neue Rahmenbedingungen schaffen.
    Der Abwehrreflex, den die Worte des Papstes auch heute noch bei einigen dieser Adressaten provozieren, zeigt, dass wir besser mit eigenem Bemühen vorangehen.
    Mein Vorsatz für dieses Jahr entlehnt sich an den Worten Jakobus‘ über die menschliche Zunge: „Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind. Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Meine Brüder, so darf es nicht sein.“ (3,3-10)
    Vielleicht wäre das ein Anfang.
    Auch Ihnen, Herr Pater Hagenkord, ein friedvolles und gesundes neues Jahr und haben Sie vielen Dank für Ihre so wichtige Arbeit!

  4. Roswitha Steffens sagt:

    Ich bin der festen Überzeugung, es ist die Selbstbegrenzung auf den Lebensraum Erde, die uns in eine friedliche Lösung für all die Konflikte führen kann, die erst aus der Maßlosigkeit einiger weniger Mitmenschen entstehen. Unser Lebensraum benötigt alle Zeit der Welt, um sich selbst als die Natur erhalten zu können, die uns alle Lebensgrundlagen bietet, die wir hegen, pflegen und auf liebevolle Art bearbeiten können, um sie am Leben zu erhalten und sie im Bewusstsein dafür mit zu gestalten. Alle Wesen die diesen einzigartigen Lebensraum miteinander teilen brauchen seine Atmosphäre, die durch die Kraft erhalten wird, die Zeit freisetzt. Nur wir, die Menschheit brauchen aufgrund unserer Einzigartigkeit die Einheit, um uns angemessen unserer Lebensumstände weiter zu entwickeln. Politisch sollten wir uns also auf unsere lokalen Möglichkeiten beschränken, um sie durch weltweite Anerkennung so auszubauen, dass sie nicht nur die Bedürfnisse des eigenen Volkes decken, sondern den globalen Anforderungen der Nachhaltigkeit Stand halten können. Ich glaube an die Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen, um ihnen dieselben Lebensgrundlagen zukommen zu lassen, die sie für sich in Anspruch nehmen. Dass dies auf ein natürliches Maß beschränkt ist, das die Weltbevölkerung als solche berücksichtigen muss, das sollte selbstverständlich sein, denn nur so können wir die Lebensgrundlage einer Menschheit erhalten, die unser aller Lebensraum braucht, um sich selbst nachhaltig weiter zu entwickeln. Wir sind Besucher auf Kosten der Zeit, die wir mit unseren Mitmenschen teilen, die diesen einzigartigen Lebensraum mit uns gemeinsam nutzen. Natur ist ein sehr disziplinierter Partner im Umgang mit den überlebenswichtigen Ressourcen, die sich versuchen ihr zu entziehen, ohne sie damit zu fördern. Im Gegensatz zum Menschen hält sie sich strikt an ihre Gesetzmäßigkeiten und handelt entsprechend der Abweichungen, die daraus entstehen ohne Rücksicht auf Unwägbarkeiten, immer mit Blick auf den Erhalt ihrer artgerechten Vielfalt. Wir sollten uns auf diese natürliche Art zu leben einigen, die sich durch ihre eigene Gesetzgebung auf das beschränkt, was den gemeinsamen Lebensraum erhalten kann und die Lebensart stärkt, die darin Frieden finden will und in größtmöglicher Freiheit leben möchte, indem sie sich selbst auf das beschränkt was sie am besten kann, nämlich Mensch sein.

    In diesem Sinne ein sehr friedvolles und erfolgreiches Jahr 2017!

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