Glaube à la Pegida

Die Kirche verrät den Glauben, wenn sie sich gegen Pegida richtet. Klingt das vertraut? Mir jedenfalls sehr, denn wir bekommen hier dauernd solche eMails, offenen Briefe und dergleichen in die Redaktion. Bei Facebook hört sich das dann unschöner an, da wird gleich beschimpft, aber der Tenor ist derselbe: Gegen die selbsterklärten Gegner der Islamisierung zu sein, sei ein Verrat am Glauben. Die letzte der vielen eMails: Das Ausschalten der Dombeleuchtung in Köln knipse der abendländischen Kultur das Licht aus.

Spätestens jetzt klingt das Argument vertraut. Selbsterklärte Verteidiger des Abendlandes sehen überall Feinde. Wer nicht für uns ist und wagt, eine eigene Meinung zu haben, ist gegen uns.

Aus der Angst der Pegida-Mitläufer heraus ist das vielleicht nachvollziehbar, man muss aber schon einen schweren Denkfehler machen, um das so aussprechen zu können. Nämlich den: Das, wofür Pegida steht, ist mit christlichem Glauben vereinbar. Ist es aber nicht.

Ein auch nur oberflächliches Blättern in den Evangelien zeigt einen Jesus, der anders mit Menschen umgeht, als das die Slogans in Dresden und anderswo tun. Das Christentum, was bei den Demos herbeibehauptet wird, ist eines in der Defensive, in Gefahr. Man darf aber nicht den Fehler machen, den Glauben für die Rechtfertigung eigener Ängste heran zu ziehen. Die Kirche hat das selber lange Zeit gemacht, das sind nicht wirklich schöne Kapitel in der Geschichte. Deswegen jetzt auch der gute Rat: Tut das nicht!

Ein Christentum, das deckungsgleich ist mit einer bestimmten europäischen kleinbürgerlichen Kultur, ist kein Christentum. Ein Christentum, das gegen einen Feind in Stellung gebracht wird, den es so gar nicht gibt, ist kein Christentum.

Die Kritiker haben insofern recht, als auch das Gegenteil nicht gilt: Ein Christentum, dass dem Wohlfühl-Diskurs in Deutschland dient, ist kein Christentum, richtig. Nur wenn der Glaube etwas mit Jesus Christus und seiner Botschaft zu tun hat, dann ist er wirklich christlicher Glaube.

Das Absingen von ehemalig christlichen Weihnachtsliedern in Dresden erfüllt diesen Tatbestand aber noch nicht.

Wenn also der Kölner Dom es der Dresdener Oper gleich macht und seine Beleuchtung ausschaltet, um nicht als Kulisse für die Demos missbraucht werden zu können, dann kann man nur sagen: Bravo!

 

 

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Die deutschsprachige Kirche, Franziskus, Vatikan abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

106 Kommentare zu Glaube à la Pegida

  1. Freiheit statt Unterwerfung sagt:

    Monsignore Gänswein hat dazu eine deutlich ausgewogenere Meinung als Sie: http://www.kathnews.de/sekretaer-des-emeritierten-papstes-warnt-vor-islamisierung-europas

    • Pater Hagenkord sagt:

      Das mag sein, aber der von Ihnen verlinkte Bericht ist geradezu tragisch-komisch, denn die Leute hinter der Seite können nicht einmal Daten lesen. Der Bericht über die Aussagen stammt aus dem Jahr 2007, aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, aber die Kollegen tun so, als ob das aktuell wäre. Ganz schlecht recherchiert. Auch im Netz sollte man besser mit Fakten umgehen als solch einen Unfug zu behaupten.

      • Silvia Brückner sagt:

        Wenn der oben verlinkte Artikel, der doch offenbar die Meinung von Erzbischof Gänswein wiedergibt, bereits aus dem Jahr 2007 stammt, dann ist es umso erschreckender, wie aktuell dieser Artikel heute ist.

        Ganz offensichtlich – zumindest für mich offensichtlich – hatte Erzbischof Gänswein in dieser Frage einen geradezu prophetischen Weitblick.

        2007 hätte doch bei uns noch kein Mensch daran gedacht, dass 2014 im Irak und in Syrien ein Kalifat ausgerufen wird, in dem Christen, Jesiden, Kurden und gemäßigte Muslime aus ihren Häusern vertrieben werden, geköpft, gesteinigt und gekreuzigt werden, in dem Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft, Frauen auf brutale Weise vergewaltigt werden.

        Gerade heute bei unserem „Neujahrsempfang“ nach dem Gottesdienst hatte ich eine Begegnung mit einer frisch aus Syrien eingetroffenen Asylbewerberin, wobei andere Araberinnen gedolmetscht haben (ich habe übrigens Hilfe angeboten) und beabsichtige, mich unserem ökumenischen Arbeitskreis Asyl anzuschließen.

        Ich denke nicht, dass Pegida gegen das Asylrecht verfolgter Menschen ist, sondern gegen eine weitere Ausbreitung des Islams in Europa.

        Politiker und Kirchenleute machen einen großen Fehler, eine solche Bürgerbewegung zu diffamieren.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Lassen Sie mich so antworten: Ich bin ein Freund davon, Ross und Reiter zu nennen. Wenn etwas nicht stimmt, dann muss man das auch so sagen. Ich habe genug Pegida gehört, gesehen und gelesen, dass mich das sehr beunruhigt. Da gibt es nicht nur Sorge um Christen im Nahen Osten, da ist viel Feindlichkeit drin, Ablehnung alles Fremden, Aggression und Wut und sehr wenig Differenzierung. Ich merke das bei allen Pro-Pegida Kommentatoren hier oder bei Facebook: Da wird wüst geschimpft und beschimpft. Wenn es wirklich Ernst zu nehmende Anliegen wären, dann erwarte ich, dass man sich der Debatte stellt.
          Im Übrigen wehre ich mich dagegen, dass ich oder die Kirche diffamiert. Das wäre der Fall, wenn falsche Behauptungen über Pegida in die Welt gesetzt würden. Wo sehen Sie das?

          • Silvia Brückner sagt:

            Lieber P. Hagenkord, nicht Sie diffamieren, aber Bischöfe, die die Pegida – Demonstranten als gottlos bezeichnen, tun das meinem Empfinden nach.

            Die rechtsextremen Trittbrettfahrer machen mir auch Sorgen, aber die soll es ja angeblich sogar auch bei den Lebensschützern geben.

            Ich fürchte, wenn die Politiker in Europa nicht endlich aufwachen, wird sich ein echter Rechtsradikalismus entwickeln.

            Es ist ja heute schon die Norm, dass man als älterer Mensch vom Bürgersteig gedrängt wird, wenn einem zwei oder drei türkische Jugendliche entgegenkommen.

            Selbst am hellichten Tag flüchten deutsche Senioren, wenn zwei, drei türkische Jugendliche die Sitze an der Bushaltestelle besetzt haben und sich so gebärden, dass zumindest ältere Leute Angst bekommen, dass sie tätlich angegriffen werden.

            Aber um das zu erleben, muss man selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Da sprechen Sie etwas wichtiges an, aber das hat mit Kriminalität zu tun oder Bildung, nicht mit Religion.

          • Freiheit statt Unterwerfung sagt:

            Wo haben Sie Pegida gesehen? Waren Sie in Dresden oder beziehen Sie sich etwa auf die Berichterstattung der Bertelsmann- und GEZ-Medien?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Jetzt verstehe ich, Realität ist nur dann Realität, wenn sie Ihnen passt? Alles andere wird gleich abgewertet, das macht die Sache natürlich einfach. Ich glaube schon, dass ich in der Lage bin, mir eine informierte Meinung zu bilden.

          • Freiheit statt Unterwerfung sagt:

            Sie verallen derselben Hybris wie die Politiker der Altparteien:
            http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_fatale_fehler_der_kanzlerin

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ich stelle bei vielen Pegida – Freunden fest, dass unter Nachfrage immer nur mit Beschimpfung kommt, nie Argument. Ich halte das nicht für Hybris. Ich bin gerne bereit, zu diskutieren, aber vernünftig und nicht irrational.

        • chrisma sagt:

          Liebe Silvia, danke Sie bei der Aufzählung der Opfer des radikalen Kalifats in Syrien auch die Muslime erwähnt haben. Ich hoffe sehr, dass in dem ökumenischen Arbeitskreis ebenfalls Muslime mit arbeiten. Bitte verharmlosen Sie Pegida und die rechtspopulistischen Tendenzen in unserem Land nicht. Niemand diffamiert Pegida und dem Himmel sei Dank, das unsere Politik und unsere Kirche sich klar gegen diesen Spuk aussprechen. Eben weil die Gefahr eines Rechtsrucks immer gegeben ist. „der Schoss ist fruchtbar noch aus den das kroch“ Wehret den Anfängen…

          • Pater Hagenkord sagt:

            Ich bin mir da nicht so sicher, dass das „rechts“ ist. Vielleicht verstehe ich Sie falsch, aber Pegida ist eine Bewegung, dich sich nicht allein aus den alten Kategorien von Rechts und Links heraus erklären lässt. Aber das ist nur ein Kommentar zum letzten Satz, dem Rest mag ich mich anschließen. Es ist aber interessant, dass – wie Sie richtig sagen – niemand Pegida diffamiert, viele Menschen, die sich in Pegida aber vertreten fühlen, eine Diffamierung ihrer selbst fühlen. Das ist ein großes Problem, das sich auch hier im Blog durch aggressive Emotionalität ausdrückt. Das wird uns weiter begleiten.

          • chrisma sagt:

            Ja, als Kind eines ideologischen Jahrhunderts (Jahrgang 51) bin ich immer schnell mit „einordnen“ bei der Hand. Kritisches Überdenken solcher Einordnungen ist, wie Sie schreiben, schon richtig. Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan verweist zur Beantwortung der Frage, wieso so viele Menschen auch aus der Mitte der Gesellschaft gegen eine in Wahrheit doch gar nicht drohende Islamisierung protestieren, auf die regelmäßigen Ergebnisse der Vorurteilsforschung. Danach liegen die Ursachen ressentimentgeladener, aggressiver Vorurteile nie bei den Gruppen, gegen sich jene richten, sondern in der Befindlichkeit derer, die sie hegen. Soziale Abstiegsängste äußerten sich regelmäßig in Aggressionen gegen Minderheiten, die zwar gefährlich wirkten, sich in Wahrheit aber nicht wehren könnten und von denen man annehme, sie seien auch in der Mehrheit der Gesellschaft unbeliebt. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts wären diese Minderheit die Juden gewesen, denen man Weltherrschaftspläne angedichtet habe, heute seien es Muslime, denen unterstellt werde, die Islamisierung des Abendlands anzustreben.

          • Elisabeth sagt:

            Ich hatte heute ein Tischgespräch, bei dem die Situation, die dieser Blogger benennt, Thema war und ich bin selbst erschrocken, wie sehr die Argumente meines Gastes diesem Blogbeitrag ähnelten…
            >>>Die Situation, wie der Westen, vor allem Europa, mit der Bedrohung des Islam Terrors umgeht, erinnert mich leider an die Situation, wie man im letzten Jahrhundert naiverweise einen Adolf Hitler als Spinner, Emporkömmling und nicht ernstzunehmenden Möchtegernpolitiker abgetan hat.
            Wie wir wissen, war das eine der fatalsten Fehleinschätzungen der damaligen Verantwortlichen und man möchte meinen, daß man daraus Lehren gezogen hätte.
            Uns wird jedoch nach wie vor eingeredet, daß man sich vor Salafisten, IS-Kämpfern und Boko-Haram Schlächtern nicht fürchten müsse, weil diese ja lediglich ein paar Spinner und Psychopathen seien.
            Das dachte man damals von den Nazis auch.
            Die damaligen Nazis, die leider Gottes immer noch vertrottelte Anhänger finden, haben schlußendlich ganz legal gemordet, einen Weltkrieg begonnen und in Europa ein Terrorregime geführt.<<< http://bellfrell.blogspot.co.at/

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe Chrisma, der ökumenische Arbeitskreis Asyl wird von unserem Diakon geleitet und kümmert sich um die Belange von Asylbewerbern und Asylanten, leistet Betreuungsarbeit und Hilfen aller Art.

            Ich habe keine Ahnung, ob da auch Muslime mitarbeiten, ich habe nur mitbekommen, dass auch Leute dabei sind, die in keiner Kirche engagiert sind.

            Seit dem 1. November gibt es in meiner Stadt zwei Sozialarbeiterinnen, eine beim Caritasverband und eine bei der Diakonie, die für die gesamte Flüchtlingshilfe zuständig sind, diese beiden Sozialarbeiterinnen arbeiten ökumenisch zusammen und beraten u.a. die Ehrenamtlichen vom Arbeitskreis Asyl.

            Warum aber bedanken Sie sich bei mir, dass ich auch die verfolgten Muslime erwähnt habe? Sind verfolgte Muslime bevorzugt zu schützen? Übrigens sind auch viele Kurden Muslime.

            Übrigens habe ich inzwischen erfahren, dass unser Vikar Bescheid wusste über den Gebetstag für verfolgte Christen am 2. Weihnachtsfeiertag. Also lag es nicht an den Bischöfen sondern am Pfarrer, dass dieser nichts davon wusste.

            Man liest halt nur, was einen selbst interessiert.

        • Kaline sagt:

          @ Silvia Brückner, Sie sagen“ ich denke nicht, dass Pegida gegen das Asylrecht verfolgter Menschen ist, sondern gegen eine weitere Ausbreitung des Islams in Europa.“
          Schauen Sie sich das Video an und hören Sie gut zu, dann erfahren Sie sehr eindrücklich, wofür Pegida steht:
          https://www.youtube.com/watch?v=eNpwDbMTAZo

          • Silvia Brückner sagt:

            @Kaline, ich habe mir jetzt das ganze Video angeschaut und das einzig Anstößige war nach meinem Empfinden die Rede des Franzosen.

          • Kaline sagt:

            @Silvia Brückner: und wie beurteilen Sie die Zugabe-Rufe nach dieser – wie Sie es nennen – „anstößigen Rede“ von Stephane Simon?

            „Die“ Pegida, das sind nicht die Organisatoren und Redner, das sind die 17.500 Menschen die in Dresden auf der Straße standen und dieser Hetzrede Beifall zollten und Zugabe forderten.
            Das sind die Menschen, die diesen Hetzern real und auch im Internet hinterherlaufen und sich ihr eigenes Weltbild hinbiegen.
            Schauen Sie sich die Facebook-Seiten von Pegida und deren Ableger an. Lesen Sie die dortigen Kommentare und verharmlosen Sie das Ganze nicht.

          • Silvia Brückner sagt:

            @Kaline, und Sie verharmlosen bitte nicht den Islamismus. Im Übrigen können Sie davon ausgehen, dass ich mich im Internet über Pegida informiert habe und das auch weiterhin tue.

            Über das von Ihnen verlinkte Video habe ich eine andere Meinung als Sie und es ist mein Recht in einer Demokratie, diese meine Meinung auch zu sagen.

          • Kaline sagt:

            @Silvia Brückner, selbstverständlich sollen Sie Ihre Meinung sagen, denn genau danach habe ich Sie gefragt: wie beurteilen Sie den Beifall und die Zugabe-Rufe aus dem Publikum zu dieser Rede.
            Meine Frage beantworten Sie nicht, aber Sie pochen auf das demokratische Recht der Meinungsfreiheit, was Sie – so gesehen- in diesem Fall doch gar nicht für sich in Anspruch nehmen.
            Ich will Ihnen nicht Ihre Meinung wegnehmen, ich möchte sie nur gerne lesen.
            Im zweiten Schritt unterstellen Sie mir dann, Dinge zu verharmlosen, die ich in meinem Post gar nicht erwähnt habe.
            Aber zur Islamisierung des Abendlandes habe ich eine Meinung:
            http://www.istdasabendlandschonislamisiert.de/

          • Silvia Brückner sagt:

            @Kaline, ich habe diese Rufe nach Zugabe nicht gehört, ehrlich nicht! Ich habe das Video spätabends angeschaut und mit Rücksicht auf die Nachbarn den Ton relativ leise gestellt.

            Ich habe nur gehört, was direkt in die Mikrofone gesprochen wurde.

      • Freiheit statt Unterwerfung sagt:

        Meinen Sie denn wirklich, verehrter Pater, daß sich die Situation seit 2007 verbessert hat? Das Inteview mit Monsignore Gänswein ist heute aktueller denn je.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Was nichts daran ändert, dass der von Ihnen zitierte Artikel die Aussagen dem Erzbischof Gänswein in den Mund legt, der er damals noch gar nicht war. Man legt sich hier einfach eine Wirklichkeit zurecht.
          Und: Natürlich gilt es aufzupassen. Aber wenn Sie meinen, dass ein einziger Satz ausgewogener in seiner Meinung ist, als mein Versuch, zu verstehen, dann müssen Sie schon etwas mehr an Argument bringen. So einfach ist das nicht.

          • Toribio sagt:

            @ Pater Hagenkord
            Das scheint mir ziemlich abenteuerlich und sogar lächerlich, wie Sie Ihre Argumentation in Bezug auf die Aussagen des EB Gänswein manipulieren und die Fakten in Bezug auf den Islam verniedlichen.
            Im Islam werden vor allem auch Christen als Ungläubige benannt und auch so behandelt.
            Nach den Auslegungen und Aussagen des Koran können Ungläubige jederzeit getötet, also aus meiner Sicht wie Freiwild behandelt werden.
            Das sind Fakten vor denen unsere demonstrierenden Landsleute Angst haben und deshalb ihre Angehörigen und Kinder vor so einer Behandlung durch Vorbeugung der Gefahr schützen wollen.
            Die Geschehnisse in vielen islamisch fundamentalistischen Gruppierungen und Ländern sowie islamistische, angeheuerte Gotteskrieger für einen im Islam erlaubten heiligen Krieg gegen die Ungläubigen sprechen dafür ihre eigene Sprache.
            Deshalb gehen sie dagegen regelmäßig friedlich und ohne Waffen auf die Straße und nehmen somit ihre grundgesetlich verbrieften Rechte in Anspruch.
            Nur um eines klar zu stellen, ich bin weder ein Pegida-Freund noch habe ich etwas gegen den Islam als friedlichen Glauben bzw. wirklich Verfolgte aus islamischen Ländern, die unserer Hilfe bedürfen.
            Aber Priester, Patres, Bischöfe und sonstige kath. Kirchenvertreter, die Tatsachen nur aus argumentatorischen und strategischen Gründen verniedlichen und wegdiskutieren wollen, halte ich für die wirklichen Totengräber des Christentums, nicht das glaubende, aus der RKK ausgetretene Christenvolk.
            Die Crux in unserer RKK scheinen mir eher die Kleriker, der Klerus und scheinbar heretisch angehauchte Teile des kontemplativen Lebens in unserer Kirche zu sein.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Lieber Toribo, ich muss widersprechen: Was Sie als Fakten bezeichnen, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Das ist nicht der Islam, nicht mal annähernd. Wie alles im Leben ist auch das unendlich differenzierter. Und was „abenteuerlich und lächerlich“ angeht habe ich nur darauf hingewiesen, dass ein Interview aus dem Jahr 2007 für ein Interview aus dem Jahr 2014 ausgegeben wird, wissentlich oder unwissentlich, das weiß ich nicht. So viel zum Thema Umgang mit Fakten.

    • Videns sagt:

      Vielleicht sollte manch ein Kommentator seine Meinung zu Pegida angesichts der Vorfälle in Paris noch einmal überdenken.

      Wie ich unsere europäischen Politiker kenne, wird es bald ein Verbot islamkritischer Karikaturen und Texte geben. Natürlich im Interesse eines harmonischen Zusammenlebens der Kulturen. Natürlich nicht aus Angst vor islamischen Terror. Einfach ekelhaft.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Ekelhaft ist der Terror. So ein Verbot kann es gar nicht geben, das wäre gegen jede Verfassung. Es ist traurig und tragisch, was den Mitarbeitern von Charlie Hebdo angetan wurde, aber das wird nicht zu einem Verbot führen. Im Gegenteil, sie malen schwarz.

        • Videns sagt:

          Lassen Sie sich überraschen, Herr Pater! Heute deutete ein Polizeigewerkschaftler bereits an, daß die Pegida-Demonstranten ein mögliches Attentatsziel sind. Von dieser Feststellung bis zum Demonstrationsverbot ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt. Selbstverständlich im Interesse der Sicherheit der Teilnehmer, der Polizisten und des inneren Friedens.

          Und genauso wird es auf allen anderen Gebieten laufen.

  2. chrisma sagt:

    Auch 2007 wären die Aussagen von Erzbischof Dr. Gänswein falsch. Wenn sie, wie zitiert, überhaupt gemacht wurden. Es gibt nach wie vor keine „Islamisierung in Europa“. Die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache. In Raum der EU leben heute ca. 6- max 7% Muslime. In Länder wie Frankreich ca. 9% Muslime (geschichtlich bedingt). Es geht um Fremdenhass um nichts anderes. Mit dem was sich nun (2014) im Rahmen des erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland (AfD) auch unter massiver Mithilfe einer sog. christlichen Partei (CSU) abspielt, müssen wir uns sehr entschlossen auseinandersetzen. Wir dürfen den Gehässigkeiten keinen Millimeter nachgeben. Pöbler dürfen nicht den Eindruck haben, sie müssten nur laut und lange genug pöbeln, bis ihnen die Politik um den Bart geht. Die Werte der Aufklärung, die Religionsfreiheit, die Toleranz, den Respekt voreinander, das Miteinander der Kulturen verteidigt man nicht dadurch, dass man ihren Gegnern „berechtigte Sorgen“ attestiert. Unter den Pegida-Demonstranten sind Holocaust-Verharmloser, obskure Persönlichkeiten und Kader rechtsextremer Gruppen. Wer hinter solchen Figuren herläuft hat das Recht auf das Argument „wir haben Sorgen und Ängste“ verloren. „Köln stellt sich quer“ die Kölner Initiative gegen die Pegida-Demo in Köln am 05.01.2015, die sich in Köln „Kögida“ nennt, hat diese Abkürzung für sich reklamiert und folgendermaßen übersetzt:„Kölner/innen gegen Idiotentum, Dummheit und Ausländerhass“. Genau deshalb bleibt am 05.01.2015 der Dom dunkel. Ich freue mich über die kompromisslose Haltung unserer Kirchen.

  3. Elisabeth sagt:

    Lieber P. Hagenkord, erstmal möchte ich Ihnen ein gesegnetes Jahr wünschen, vor allem, dass Sie es in relativer Sicherheit verbringen können. Ihr letzter Satz „…wenn also der Kölner Dom es der Dresdener Oper gleich macht und seine Beleuchtung ausschaltet, um nicht als Kulisse für die Demos missbraucht zu werden, dann kann man nur sagen: Bravo!“.,. hat mich schlicht und einfach erschüttert.
    Wenn wir hier in der südwestlichsten Ecke Österreichs (noch) weitestgehend von PEGIDA& CO verschont sind, so bekomme ich doch durch meine Tätigkeit in der Tourismusbranche einiges hautnah mit, was in Deutschen Landen so vor sich geht…und die Sorgen, Ängste und Bedenken der deutschen Gäste in den Gesprächen teile ich: wenn z. B. in einer bis 2012 ruhigen Wohnstraße in bayrischen (!) Gebieten nun bis zu dreimal pro Woche Polizeieinsätze notwendig sind, wenn Hausmauern täglich aufs Neue mit Halbmond verbunden mit Hakenkreuz beschmiert werden, wenn man als einheimische Frau angepöbelt wird, weil man (noch!) KEIN Kopftuch trägt, wenn sich die Kinder weigern, morgens ohne Begleitschutz das Haus zu verlassen, wenn sich muslimische Clans untereinander befetzen, sodass schon mal Glasfronten zu Bruch gehen, wenn einem muslimische Jugendliche mit Hitlergruß entgegenkommen (besagter Erzähler meinte, es sei ihm lieber gewesen, sie hätten ihm den Stinkefinger gezeigt!)…usw…
    Also ehrlich…wie sollen da die betroffenen Inländer diesen neuen Mitbürgern CHRISTLICH begegnen? Mit dem Rosenkranz, weihwasserversprengend und dem Kreuz Christi in den erhobenen Händen, wie seinerzeit ein P. Haspinger oder Speckbacher, um jetzt in meiner Heimat und den Tiroler Freiheitskriegen um 1809 zu bleiben. …(Zwischen 1809 und 2015 liegen UN-GLAUBENSWELTEN, dass es nur so rauscht!!!!!!)
    Wenn ein Bischof Bode von der „Schwäche des Christentums“ stammelt…ein Kardinal Schönborn „mehr Engagement in Sachen Flüchtlingspolitik“ ( dabei geht mir eh schon das Messer im Sack auf, wenn ich diese Floskel höre…als wenn man ohnehin nicht schon längst mit Flüchtlingen Politik betriebe…) besäuselt…“Komm, Herr Jesus, aber bald“…kann man da nur flehen.
    Sind denn Kölner Dom & Stephansdom nicht längst schon Kulisse-bezw. Attrappe im Leben der sogenannten abendländischen Christen? Was haben wir denn dem Islam wirklich entgegen zu setzen? Dazu eine Episode: Wir hatten im vergangenen Sommer die erste muslimische Familie auf unserem Bauernhof zu Gast. Abends saßen wir auf der Hausbank, als überall um 19 Uhr die Glocken zum Angelus läuteten; der muslimische Vater meinte nun, ich solle und wolle jetzt wohl beten und unterbrach sein Gespräch…okay, so betete ich den „Engel des Herrn“, das ein schönes Gebet sei, wie mir dann bestätigt wurde. Jedoch war dies eine einmalige „Leistung“ von mir; außerhalb der Kirchenmauern ist dieses Gebet so gut wie vergessen…wie mir eine fortgeschrittene Pastoralreferentin sagte, sie sei froh, dass man endlich diese „vorgefertigten“ Gebete , wie Angelus überwunden hätte; auf meinen Einwand, dass doch jeden Sonntag der Papst das Angelus-Gebet spreche (es war noch Benedikt!), meinte sie lapidar…Rom sei weit (weg) und das sei gut so!
    Vom mickrigen Kirchenbesuch in meiner Heimat zur Weihnachtszeit habe ich in Ihrem vorherigen Beitrag erzählt.; Silvia Brückner hat darauf sehr gut reagiert, es ist so, wie sie es bezeichnet…Tradition & Brauchtum sind gut, wenn sie nicht zu Kulisse & Attrappe verkommen und das „Dahinterliegende“ vergessen lassen. Dreimal jährlich trachtenbehangen durch Wald& Flur zu wallen, um dann anschließend gefragt zu werden, wie denn das „Gestell“ hieße, das der „Alte Mann“ dahin schleppe (man kannte den Ausdruck Monstranz nicht!) halte ich mittlerweile eigentlich für total überflüssig!!
    >>>Betroffen machen mich unter anderem folgende Befunde: Kirche und Sakramente sind für einen “guten Christen” unerheblich geworden, heute stehen vor allem gute Werke und Anständigkeit im Fokus. Da fragt man sich: Wozu dann noch einer Kirche angehören? Wozu noch Sakramente verkünden, empfangen und leben?Liebe Kirche und liebe Gläubige, es heißt AUFWACHEN! Wann werden wir in unseren Diözesen aktiv, um für eine Reform der Sakramentenverkündigung einzutreten? Wann sagen Gemeinden ihren Bischöfen, dass sie eine mutige und am Evangelium orientierte Predigtkultur einfordern? Wann gehen Christen auf die Straße, um die gängige Anwendung der Menschenrechte zu beklagen, die nur mehr dem positiven Recht und GOTT-abgewandten Weltanschauungen folgt?<<<
    Es sind dies Worte Ihres Bloggerkollegen Stefan Erhardt in seinem Blog http://zeitzubeten.org/2014/12/25/materiell-reiches-geistig-verarmtes-osterreich-weihnachten/ Dem kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen!!
    Wie gesagt, geschätzter P. Hagenkord, ich wünsche es Ihnen wirklich nicht, dass sie die Folgen der Bravo-Rufe für verdunkelte Kirchen/Dome zu spüren bekommen, (wie wir sie aber ALLE eigentlich schon längst verdient haben).

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe Elisabeth, es freut mich sehr, dass Sie meine im vorigen Blogthema vorgebrachte Kritik am „folkloristischen“ Christentum richtig verstanden haben. Ich wollte keineswegs die alpenländische Brauchtumspflege an sich abwerten, aber das katholische Christentum erfordert ein spirituelles Fundament, das über eine Prozession in Tracht hinausgeht.

      Den Trachtenumzug kann auch der Heimatverein ohne religiösen Bezug veranstalten oder der Schützenverein. Eine Prozession hinter dem Allerheiligsten mit oder ohne Tracht aber ist mehr als Brauchtumspflege.

      • Silvia Brückner sagt:

        Liebe Elisabeth, ich möchte hier gerne noch mal meinen Beitrag vom vorigen Thema aufgreifen, dass bei uns die Kirche immer voll ist.

        Unser neuer Vikar (Kaplan) war gestern ganz überwältigt, weil er sich am Neujahrsmorgen einer proppenvollen Kirche gegenüber sah. Zugegeben, bei uns wird nach der Messe auch ein wenig gefeiert und das zieht auch Leute aus der weiteren Umgebung an.

        Unser Vikar ist übrigens ein so genannter Spätberufener, wurde im Juli mit 44 Jahren geweiht und war vorher Gymnasiallehrer. Bei uns ist er seit dem 1. September und hat seither die Gemeinde im Sturm erobert.Leider müssen wir ihn in eineinhalb Jahren schon wieder ziehen lassen zu seiner nächsten Ausbildungsphase.

        In meiner Diözese (Rottenburg – Stuttgart) gibt es seit Jahren immer mehr Spätberufene. Dieser neue Typus von Priester bringt Erfahrung in einem anderen Beruf und Reife mit ins Amt und gibt Hoffnung.

        Unser Vikar ist auch etwas konservativer als die Priestergeneration vor ihm, aber auf eine gute Weise.

      • Elisabeth sagt:

        Liebe Silvia, ich bin da voll Ihrer Meinung. Danke!

    • Christina sagt:

      Wenn Ihr muslimischer Gast erwartet, dass Sie beim Glockengeläut beten, wie er es beim Ruf des Muezzin müsste, und Sie das nur etwas „verlegen“ tun, wenn Ihre Kapellen leer sind und die Leute nicht mehr wissen, was eine Monstranz ist und was sie bedeutet, dann hat das nichts mit der Islamisierung zu tun, sondern mit unserer Entchristlichung, und dafür können die muslimischen Arbeitsmigranten nichts.

      • Elisabeth sagt:

        Christina, Bingo!!! Danke! Die Islamisierung hat auch meiner Meinung nach mit der Gleichgültigkeit , der Lauheit und des Modernismus in der kath. Kirche zu tun.
        Im Zuge des Jahreswechsels erhielt ich auch einige Anrufe von Priestern: einer benannte als großes Problem die Scham, durch Frömmigkeit aufzufallen (bigottisch zu erscheinen…grgrgr…)
        ein anderer erzählt mir, dass er schon mehr als zwei Jahre kämpft , um in seinem Pfarrverband eine Stunde wöchentlich eine eucharistische Anbetung durchzusetzen…Noch Fragen??

        • Pater Hagenkord sagt:

          Es gibt meiner Meinung nach einen Unterschied zwischen dem Verpuffen des Glaubens einerseits, dem ich die Phänomene zuordnen würde, die Sie anhand des Priesters beschreiben, und der Islamisierung, die sie als gegeben voraussetzen. Ich sehe aber keine Islamisierung. Die Zahlen geben das nicht her.

  4. Eva-Maria Paul sagt:

    Ich unterstelle dem Erzbistum Köln zunächst einmal eine grundlegend gute Motivation ihrer Entscheidung, die Dom-Beleuchtung zur PEGIDA-Demo abzuschalten.

    Allerdings- Motivation und deren Auswirkung auf Aussenstehende sind zwei verschiedene Dinge.

    Mein Sohn, bekennender Agnostiker, Hochschulabsolvent, äusserte in einem ersten Kommentar:
    „Das passt, das passt exakt zu dem Bild, das ich von der Kirche habe und wie sie sich präsentiert.“
    Sein erster spontaner, doch unausgesprochener Gedanke war weitaus deftiger, wie er mir sagte.
    Ich habe inzwischen den Eindruck, dass sich Menschen noch nie von ihrer Kirche dermaßen verlassen fühlen müssen, wie in den vergangenen Monaten und Jahren.
    Menschen – Arbeitnehmer, Arbeitslose, Alte, Familien, alle wurden und werden mit Dingen konfrontiert, die sie ängstigen, überfordern, entmutigen.
    Sie alle, ob gläubig oder nicht, sind mittlerweile auf sich allein gestellt.

    Interessen der Hochfinanz, der Wirtschaftsmonopole, der Politik, die
    Einflussnahme durch mächtige Lobbygruppen, teilweise Bevormundung durch staatliche Stellen (Bspl. die sog. Schul-Bildungspläne in einigen Bundesländern) – diese Interessen sind es, die ausschließlich zählen.
    Dies alles lässt in ihnen die Wahrnehmung von Ohnmacht und der totalen, absoluten Bedeutungslosigkeit entstehen.
    Nun kommt noch ein Gefühl, ob realistisch oder nicht, der Überflutung von Menschen anderer Kulturkreise hinzu.

    Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass Betroffene beginnen, darüber nachzudenken, welchen Situationen sie mehr und mehr ausgesetzt werden, ohne darüber befragt worden zu sein.
    Und jetzt nehmen sie ein grundgesetzlich garantiertes Recht in Anspruch und gehen auf die Straße, so wie andere Gruppen auch.
    Es ist sicher ein Unterschied, ob ich in Hamburg-Blankenese meine Villa bewohne oder im städtischen Brennpunkt, wo die Probleme sicht- und vor allem real erfahrbar sind.

    Für die Aufnahme von Flüchtlingen bin ich ohne Wenn und Aber.
    Doch sie werden in ohnehin schon problematischen Stadtvierteln untergebracht.
    Wie wäre es beispieslweise mit dem Bau eines Flüchtlingsheims in Hamburg-Blankenese oder HH-Pöseldorf oder in schicken Wohnvierteln anderer Städte?
    Wäre dies ein so schlimmes, unzumutbares Ansinnen für die dortigen Bewohner?

    Noch ein Letztes:
    Mit der Abschaltung des ansonsten stets ins Licht getauchten Kölner Doms macht sich die Kirche einer beabsichtigten Verzerrung von Realtität schuldig.
    Denn es weiß ja doch jeder, dass da ein Dom steht.
    Eine Realtitätsverzerrung, die auch die Politik und die Medien betreiben.

    Die Anti-Pegida-Petition darf Unterschriften sammeln, die Pro-Pegida-Petition wurde vom Netz genommen.
    So einfach geht das heute und ganz ohne Protest!
    Wo sind denn all´ die demokratisch Gesinnten?
    Ich dachte bisher immer, alle Menschen seien gleichberechtigt.

    Die Hauptsache scheint halt zu sein, dass die Kirche auf der „richtigen“ Seite steht.
    Ganz so, wie es mein Agnostiker-Sohn wahrnimmt.

    Jesus hat alle Menschen geliebt!
    Gott schließt niemand aus!
    Das Erzbistum Köln allerdings schon, es stößt die Demonstranten buchstäblich ins Dunkel und belässt sie auch dort.
    Warum?
    Weil sie die Rolle der „Bösen“ einnehmen.

  5. Angelika Oetken sagt:

    Erstmal: allen ein Frohes Neues Jahr!

    Dann: hier die Forderungen von PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) im Originaltext (Stand 10. November 2014)
    http://lasno.de/wp-content/uploads/2014/11/Forderungen-PEGIDA-560×809.jpg

    Kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Und bei der Umsetzung des Anliegens Nr. 3 könnte es für so manche christlich-abendländische Religionsvereinigung kritisch werden 😉
    „Null-Toleranz-Politik gegenüber radikalreligiösen Gruppierungen und sofortige Abschiebung der Mitglieder solcher“

    Möglicherweise entschloss man sich deshalb schon wenige Wochen später, sein Programm doch noch mal zu überarbeiten….
    http://www.menschen-in-dresden.de/wp-content/uploads/2014/12/pegida-positionspapier.pdf

    Auf Wikipedia sind die Einschätzungen von WissenschaftlerInnen zu Pegida aufgeführt http://de.wikipedia.org/wiki/Patriotische_Europ%C3%A4er_gegen_die_Islamisierung_des_Abendlandes#cite_note-32

    Ich bin keine Wissenschaftlern, aber inmitten von Immer-noch-Faschisten aufgewachsen. Und der SPD, die mir durch ihre Bildungsoffensive den Besuch einer höheren Schule ermöglichte und dem NDR und dem Radio Bremen (die mir damals leicht zugängliche Informationen lieferten) zunehmend dankbar, dass sie mir eine mentale Gegenwelt boten.

    Und mein Fazit ist kurz: PEGIDA rekrutiert sich nicht mal aus Wut-Bürgern, sondern nur aus NeidHammeln.

    Solchen Leuten machen Sie es nie Recht. Die sind als kleine Kinder mal zu kurz gekommen und haben dieses Gefühl nie überwunden.

    Aber das Ganze hat ein Gutes: es zeigt, dass die Ressentiments, die Göbbels Propagandafeldzug in die Köpfe und Herzen der Menschen gepflanzt hatte, nie ganz aufgearbeitet wurden. Im Westen, genauso wenig wie im Osten unseres Landes. Und damit auch nicht abgebaut werden konnten. Es ist wie bei den institutionellen Missbrauchsfällen: macht man nie reinen Tisch, bleibt der immer klebrig.

    Insofern stellt sich mir nur die Frage: wie stehen die christlichen Kirchen zu Menschen, die Neid- und Frustgefühle hegen?

    VG
    Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

    P.S. ob es ein Zufall ist, dass PEGIDA in Dresden gegründet wurde? Dresden wurde zu DDR-Zeiten auch als das „Tal der Ahnungslosen“ bezeichnet. Grund: es lag geografisch in einem Funkloch. Die Einwohner konnten also keine Westsender empfangen. Und galten daher als besonders aufrechte Genossen. Weswegen sie von einem Teil der DDR-Bevölkerung skeptisch beäugt wurden. Ressentiments gegen Sachsen pflegen hier noch recht viele Leute. Wie berechtigt sie sind, kann ich nicht beurteilen. Da ich im Westen aufgewachsen bin

    • Eva-Maria Paul sagt:

      Neid?
      Selbst wenn es so wäre, wäre dies nur menschlich.
      Neid ist ein hässliches, aber durchaus reales Gefühl.
      Hatten Sie noch nie ähnliche Gefühle?
      Wir alle wissen, dass die Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinanderklafft.
      Die Lichter der Semper-Oper wurden abgeschaltet.
      Ich vermute mal, dass die wenigsten der PEGIDA-Leute sie je von innen gesehen haben.
      Ist dies ihre Schuld?

      Die Meldung, dass nun auch die Lichter des Kölner Doms abgeschaltet werden sollen, hat mir einen richtigen Schlag versetzt.
      „Ihr gehört nicht zu uns!“ – das ist die Botschaft, die dadurch ausgesandt wird.

      Sind nicht alle Sünder, die Neidischen genauso wie diejenigen, die kaum materielle Probleme kennen?
      Seit wann siebt die Kirche aus?
      Von diesem Schlag werde ich mich so schnell nicht erholen und ich spüre eine immer größer werdende Entfremdung zur deutschen katholischen Kirche.
      Ich bin kein PEGIDA- Mitläufer, unterstütze aber das Recht eines Jeden, auf die Straße zu gehen und seinen Unmut zu äussern.
      Was tun sie denn so Anstößiges?
      Sie heben ein Paar Plakate hoch.
      Ist das schlimm?
      So – und nun muss ich für ein paar Tage ins Krankenhaus. Für wie lange, weiß ich noch nicht!
      Ich klicke mich deshalb aus der weiteren Diskussion aus.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Es ist ein Unterschied, zu protestieren und seine Meinung kund zu tun, oder sich von einer Meinung mit Beschlag belegen zu lassen. Pegida vertritt nicht die Meinung der katholischen Kirche, auch die Kirche hat das Recht, ihre Meinung kund zu tun. Und das tut sie mit dem Licht. Und ich finde das nur gut und richtig.
        Ihnen gute Besserung!

        • Vom-anderen-Stern sagt:

          Am Montag ist Vollmond und es soll sogar abends in Köln heiter bis klar werden. Da hat das Ausschalten der Dombeleuchtung dann den Effekt, das das stimmungsvolle Licht des aufgehenden Mondes besonders gut und kontrastreich wahrgenommen wird und eine tolle Kulisse bildet, es sei denn der Dom steht gerade vor dem Mond und „schaltet“ das Mondlicht für eine Weile „aus“. Von daher wäre es umsichtig, bei einer Planung von symbolischen Aktionen mit Photonen den „anderen Himmel“ mit einzubeziehen, damit die beabsichtigte Wirkung nicht verpufft.
          http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/30328522
          http://www.westline.de/storage/pic/fotostrecken/bilder-des-tages/2014/september/bilder_des_tages__9_september_2014/1452207_1_51788665.jpg?version=1410283677

          • Elisabeth sagt:

            Vollmond also am Montag; es ist auch die dritte Rauhnacht, da zieht die wilde Jaidt durch die Lüfte.
            Dreikönigsabend noch dazu, die Heiligste der drei Rauhnächte übrigens…wenn das nur alles gut ausgeht…und nicht eines Tages permanent der Halbmond vom Turme grüßt …Tolle Bilder übrigens!!

          • Vom-anderen-Stern sagt:

            @ Elisabeth; nicht nur Vollmond! Wenn der Dom schön dunkel ist, könnte man auch versuchen nach dem Kometen Lovejoy Ausschau zu halten. Falls Sie hingehen, nehmen Sie ein lichtstarkes Fernglas mit. Vieleicht können Sie auch noch eine Quadrantiden-Sternschnuppe erhaschen und dürfen sich bei ihrem Anblick etwas Schönes wünschen. Eigentlich sollte man die Dombeleuchtung in jeder sternklaren Nacht ausschalten und das eingesparte Stromgeld den Flüchtlingen zugute kommen lassen. http://www.starobserver.org/ap141231.html

        • Vom-anderen-Stern sagt:

          Warum man das Ausschalten der Dombeleuchtung überhaupt vorab öffentlich und damit polarisierend verkünden mußte, erschließt sich mir nicht. Man könnte die Beleuchtung auch schlicht unangekündigt zur richtigen Stunde aus- und einschalten und das hernach erklären. „Man muss Dinge auch so tief sehen, dass sie einfach werden.“ (Konrad Adenauer)

      • Angelika Oetken sagt:

        Ja, Neid ist ein menschliches Gefühl. Und wie man damit umgeht, eine Frage der Reife und des Verantwortungsbewusstseins. Wie bei allen anderen Empfindungen auch.

        Ich fasse es nicht so auf, dass irgendjemand dazu aufgerufen hätte, PEGIDA-Anhänger aus der Kirche auszuschließen. Im Gegenteil: die vernünftigen unter den Stimmen die sich bisher erhoben haben, rieten den Sympathisanten von PEGIDA und AfD, sich gut zu überlegen, von wem man sich da mobilisieren lässt. Und mit welchem Zweck. Bei Hans-Olaf Henkel ist das ja ziemlich klar. Bei seinen adeligen Mitstreiterinnen auch. Aber beim PEGIDA-Personal?

        Das „Licht-aus“ empfinde ich eher als eine Art passiven Widerstands der Betreiber der Semper-Oper und des Kölner Doms gegenüber Vereinnahmungsversuchen durch eine undurchsichtige Truppe, die mehr als zweifelhafte Propaganda betreibt. Und Emotionen schürt, wo nüchterne Überlegungen und ein Mindestmaß an Mitgefühl deren Forderungen schnell zerstäuben lassen.

        Wer eigentlich hinter diesen beiden Bewegungen, die sich selbst als Sprachrohr bzw. Auffangbecken für Enttäuschte und Übervorteilte anbieten steckt, ist ja immer noch unklar.

        Was den Besuch der Semperoper angeht: ich vermute mal, dass der typische PEGIDA-Demonstrant andere Aktivitäten bevorzugt. Und es deshalb keine Frage der Finanzen ist, wenn man ihn eher selten auf solchen Veranstaltungen der Hoch-Kultur findet.

      • Suarez sagt:

        Neid ist nicht menschlich. Neid ist widerlich.

    • AM sagt:

      „Aber das Ganze hat ein Gutes: es zeigt, dass die Ressentiments, die Göbbels Propagandafeldzug in die Köpfe und Herzen der Menschen gepflanzt hatte, nie ganz aufgearbeitet wurden. „- @Angelika Oetken, ja es ist was Wahres in Ihrer Behauptung. Deutschland ist nicht vorbereitet und nicht geeignet für die Aufnahme (in Massen) von Andersdenkenden und Andersaussehenden. Man wirft den Auslaender die fehlende Integrationsbereitschaft vor. Verschweigt aber die totale menschliche Unfaehigeit zur integrativen Aufnahme denen gegenüber.

      • Angelika Oetken sagt:

        Für so total halte ich unsere Unfähigkeit, Menschen aus anderen Kulturkreisen willkommen zu heißen und zu integrieren nicht.

        Es gibt etliche Regionen in Deutschland, wo das gelungen ist. Bestes Beispiel: der Ruhrpott. Auch in Berlin klappt das. Ebenso in Köln. Aber das sind Landesteile, in denen Offenheit und Toleranz Tradition haben und als hohes Gut gelten. Ruhrpöttler und Berliner gelten als „rauh“. Dabei sind sie nur vergleichsweise direkt. Es interessiert sie vor Allem, wie jemand ist, nicht wie er aussieht oder wie viel Geld er besitzt.

        Die reaktionären Neonationalisten dagegen bilden nur einen kleinen Teil der Bevölkerung Deutschlands ab. Aber sie befeuern Vor-Urteile, die es über „die Deutschen“ im Ausland leider auch immer noch gibt.

        Und stärken rechtsradikale Positionen.

        Radikale Positionierungen, egal aus welcher Ecke rechne ich sowieso den Psychopathologien zu. Bei Kindern heißen sie „Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten“ und tragen in der ICD10 die Kennziffer F91.3

        • Carmen Fink sagt:

          Liebe Angela,

          dieser Kodierung schließe ich mich an 😉

          Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr! Angst ist keine gute Begleiterin und diese Bewegung spielt mit Ängsten der Menschen und die Politik tut dieses auch. Man könnte es auch Popolismus nennen, ich finde es gut dass der Kölner Dom das Licht abstellt. Christ sein heisst Licht verbreiten. Danke Pater Hagenkord!

        • chrisma sagt:

          Frau Oetken Sie gehen wieder zu weit. Ich teile Ihre politischen Ansichten weitesgehenst. Aber bitte hören Sie auf mit Begriffen wie ICD10 und F91,3 rumzuwerfen- Sie sind dafür nicht ausgebildet. Oder gab es eine Zusatzausbildung die Sie uns verschwiegen haben???Übrigens Pipi Langstrumpf würde nach diesen Kriterien, die Sie da ausgraben haben und mit denen Sie nun ohne Sinn und Verstand umsichwerfen, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sitzen. Gehen Sie davon aus, dass ich nun mit Ihnen keine Metadebatte zu diesem Thema anfange.

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe chrisma, Ihre Antwort an Frau Oetken kann ich voll und ganz unterschreiben. Gut, dass Sie Frau Oetken in ihre Grenzen verwiesen haben. Danke dafür!

            Hobbypsychologen – und psychotherapeuten können damit viel Unheil anrichten.

          • Angelika Oetken sagt:

            @chrisma,

            die medizinische Klassifizierung der ICD 10 ist jedermann zugänglich und bewusst allgemein verständlich formuliert. Die Absicht der Entwickler bei der WHO ist es, die medizinisch-therapeutische Fachsprache zu vereinheitlichen und die Allgemeinheit daran teilhaben zu lassen.

            Ich habe hier im Übrigen keine Diagnose im medizinischen Sinne gestellt, sondern eine Analogie gezogen.

          • chrisma sagt:

            Liebe Angela, liebe Carmen Ihr bewegt Euch auf gefährlichem Terrain!! In den Tagen der nicht glorreichen Sowjetunion war es gang und gäbe unliebsame politische Gegner oder politisch Andersdenkende mit Stigma psychisch krank zu belegen und wegzusperren. Ich bin wie hier zu lesen ist eine entschiedene Gegnerin der Pegida. Psychische Krankheit ist entschieden was anderes…..

          • AM sagt:

            Wenn man der Wissenschaft glauben soll, dann ganz abwegig ist es nicht, wenn man von psychischen Störungen spricht. Denn laut „Studien zufolge erkranken rund zwei Prozent aller Menschen im Lauf ihres Lebens einmal an einer Zwangsstörung.“ http://www.spektrum.de/ratgeber/zwangsstoerung/986859
            Rechnen Sie aus für Deutschland, wie viele von den 81 Mio. dies betrifft.

          • Angelika Oetken sagt:

            @chrisma,

            Danke für den Hinweis auf die missbräuchliche Verwendung psychiatrischer Diagnosen in Diktaturen.

            Allerdings: selbst wenn ich wollte, wäre ich nicht in der Lage irgendwen in einen Psychogulag oder in ein psychiatrisches Straflager zu schicken.

            Abgesehen davon: eine psychiatrische Diagnose heißt nicht, dass jemand seine Bürgerrechte verliert oder ihm seine Bürgerpflichten abgenommen werden.

            Und ich bleibe dabei: Menschen, die extreme Positionen vertreten bzw. sich extremistischen Gruppen anschließen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit seelisch gestört. Dazu auch: http://www.ankerland.org/main/files/upload_live/pressespiegel/20141201_spiegel.pdf

            VG
            Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

          • chrisma sagt:

            @ Frau Oetken
            „die medizinische Klassifizierung der ICD 10 ist jedermann zugänglich und bewusst allgemein verständlich formuliert. Die Absicht der Entwickler bei der WHO ist es, die medizinisch-therapeutische Fachsprache zu vereinheitlichen und die Allgemeinheit daran teilhaben zu lassen. „
            Frau Oetken, es könnte lächerlich sein wenn es nicht so ernst wäre und wozu Nachtdienst gut ist!!! Nie und zu keiner Zeit hat die WHO ICD weiterentwickelt um Laien Krankheiten oder gar psychische Krankheiten für Laien verständlich zu machen. Wenn Sie diese Behauptung weiter aufrecht erhalten hätte ich dies gern durch Quellenangaben belegt. Was der ICD-Code ist und seine Entwicklung finden Sie hier.
            http://flexikon.doccheck.com/de/ICD-Schl%C3%BCssel
            Was die Aufgabe der WHO ist finden Sie im Internet. Google+Wikipedia bietet sich an.
            Haben Sie bitte Respekt vor den Krankheiten der Seele und Respekt vor den Menschen die an diesen Krankheiten leiden. Nur weil für Sie scheinbar ICD 10 und DSM leicht und eindeutig zu lesen sind, der Umgang damit in der psychiatrischen Arbeit ist es noch lange nicht.
            Nun kommen Sie bitte nicht auf die Idee, wenn Sie im Internet die Beschreibung einer Blinddarmoperation finden, sich ein scharfes Küchenmesser zu greifen und den Menschen der über Seitenstiche klagt zu operieren.

          • Kaline sagt:

            „Die Absicht der Entwickler bei der WHO ist es, die medizinisch-therapeutische Fachsprache zu vereinheitlichen und die Allgemeinheit daran teilhaben zu lassen.“
            Die Teilhabe der Allgemeinheit liegt in dem Fall aber beim Verständnis FÜR die psychischen Erkankungen und ist kein Freifahrtschein für die Diagnostizierung von psychischen Erkrankungen DURCH die Allgemeinheit, sprich: Küchenpsychologie. Sie haben die Diagnose F91.3 gestellt – was ist denn Ihr Therapievorschlag so gesamtgesellschaftlich gesehen?

          • Angelika Oetken sagt:

            @chrisma,

            hier die Homepage der Entwickler der ICD http://www.who.int/classifications/icd/en/

            Wer hier mitliest: die Informationen auf „Doccheck“ sind oft gut, aber leider auch unvollständig. Für Nicht-mit-der-Materie-Vertraute kann das verwirrend sein.

            VG
            Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

          • Angelika Oetken sagt:

            „Sie haben die Diagnose F91.3 gestellt – was ist denn Ihr Therapievorschlag so gesamtgesellschaftlich gesehen?“

            @Kaline,

            ich habe in einem Beitrag weiter oben schon darauf aufmerksam gemacht, dass ich lediglich auf die Analogie hinweisen wollte.
            Unabhängig davon mich aber freuen würde, wenn Experten für Psychiatrie, Psychotherapie und Sozialpsychologie uns an ihrer Einschätzung in Bezug auf radikale Gruppen vermehrt teilhaben lassen.

            Was früh traumatisierte, gewaltbereite bzw. radikalisierte junge Menschen angeht, finde ich den Ansatz der Gesellschaft für Psychotraumatologie hilfreich. Die Weiterbildungsgänge folgen einem Curriculum und sind zertifiziert http://www.degpt.de/

            Außerdem gibt es einige wenige Projekte, die sich speziell um traumatisierte Kinder kümmern. Damit eben aus einem seelisch verletzten Kind kein Extremist wird http://www.homeforkids.de/index.html

            Mit Methoden der Deeskalation bei Gruppen, die sich gewaltbereit gegenüber stehen, beschäftigt sich z.B. der systemische Familientherapeut und Gewaltforscher Haim Omer http://www.spiegel.de/politik/ausland/interview-mit-dem-israelischen-psychologen-haim-omer-scharon-war-schon-als-kind-so-a-191952.html

            VG
            Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

          • AM sagt:

            @Kaline, Sie fragen @Agelika „was ist denn Ihr Therapievorschlag so gesamtgesellschaftlich gesehen?“ – ich erlaube mir anhand des von Angelika Oetken weitergegebenen Artikels zu antworten: Die Lösung gibt der Hamburger Psychiater Andreas Krüger in dem o.g. Artikel von Angelika Oetken vor:

            „Wir brauchen Hilfsstrukturen, die sich auf die gesamte Lebenssituation solcher Kinder beziehen und in denen Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen, Traumatherapeuten, auch Imame wirklich zusammenarbeiten.(…)“
            Alleine Reden und Argumentieren bei den Erwachsenen, die selbst durch Trauma betroffen sind, und bereits an z.B. Angstzuständen leiden, hilft nicht. Die Prävention = Investition in deren Kinder – dies ist die Lösung.
            Noch einmal der Link:
            http://www.ankerland.org/main/files/upload_live/pressespiegel/20141201_spiegel.pdf

    • Christina sagt:

      Tja, der Bezug des Pegidaprogramms auf die Schweiz ist wirklich lustig: Da werden die Regeln für die EU-Einwanderer mit der Asylgesetzgebung verwechselt. Die ist nämlich ziemlich gleich wie in Deutschland: Persönlich Verfolgte ja, Armutsmigranten nein. Mir graut: Pegida könnte auf die Schweiz überschwappen. Hier wird versucht,mit dem Baugesetz gegen die Einrichtung einer Asylempfangsstelle in abgelegenen leer stehenden Dorfschulhäusern, Kasernen, ja sogar gegen die Umnutzung leer stehender Blaukreuz-Heime 15 km ausserhalb des Dorfes vorzugehen. Das Boot war schon einmal voll, damals, als die Juden versuchten, über den Rhein zu schwimmen. Nenei, fremdenfeindlich sind wir nicht. Ich grüsse Euch in Deutschland aus der putzigen Schweiz, die die Weltkriege nicht erlebt hat und nicht weiss, was Flucht bedeutet. Doch Ihr solltet es doch wissen, von Euren Grosseltern.

      • Angelika Oetken sagt:

        @Christina,

        wie überall ist es auch in der Schweiz nicht nur putzig. Das weiß ich, weil mein Ehemann Schweizerbürger ist 😉

        Zu Ihren Anmerkungen von wegen „wissen, was Flucht bedeutet“: sehr treffend. Ich beobachte hier in meinem Lebensumfeld, dem Südosten der Stadt Berlin, dass die alten Menschen, vor allem solche, die es selbst immer schwer hatten, am meisten Mitgefühl mit Flüchtlingen hegen. Und auch am hilfsbereitesten sind. Außerdem gibt es ja in jedem Land Ecken, wo die Menschen es nicht gewöhnt sind, sich auf „Fremde“ einzustellen und irrationale Ängste hegen.

        Dazu der Erfurter Bischof Neymeyr:
        „Es erstaunt schon, dass „Pegida“ dort den meisten Zulauf hat, wo die wenigsten Ausländer leben, von Muslimen ganz zu schweigen. Wer dagegen mit Flüchtlingen in direkten Kontakt kommt, versteht viel besser ihre Not, auch die Schwierigkeiten im Asylverfahren. Begegnungen mit Fremden entfremden von Vorurteilen und ermöglichen Sympathie. Kirchengemeinden können da schon mit kleinen Aktionen viel bewirken, angefangen von einem Adventskaffee bis hin zu Deutsch- und Nachhilfeunterricht.“
        http://www.tlz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Bischof-Neymeyr-will-Klarheit-in-DDR-Unrechtsfrage-1212591930

        Redet man diesen Menschen dann auch noch ein, sie seien „zu-kurz-gekommen“, dann steigern sie sich in solche Ressentiments hinein, wie sie PEGIDA und die AfD schüren. Die ganze Unzufriedenheit und Unausgeglichenheit, die viele Menschen mit sich herumzutragen scheinen, fokussiert sich dann auf Probleme, die eigentlich gar keine sind.

        Mein Verdacht: da haben bestimmte Interessengruppen vor, unsere Gesellschaft zu destabilisieren.

        VG
        Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  6. Dominikus sagt:

    Für die Diskussion über Pegida möchte ich auf die Stellungnamen von Manemann und Blume auf der oben verlinkten Webseite hinweisen. Es ist erschreckend, dass selbst Theologieprofessoren wie Herbert Frohnhofen Opfer der Pegida-Propaganda werden. In seinem Facebook-Kommentar unter der Stellungnahme von Bischof Oster suggeriert Frohnhofen, dass deutsche Muslime die Umbenennung von Sankt-Martins-Umzügen und Weihnachtsmärkten „verlangen“ und malt im Zusammenhang mit der „sog. Islamisierung“ die Gefahr eines Verbots von Fronleichnamprozessionen an die Wand. So werden Ängste geschürt. Wann und wo haben repräsentative Vertreter des deutschen Islams die Umbenennung von Sankt-Martins-Umzügen und Weihnachtsmärkten verlangt? Zu dem angeblichen Weihnachtsmarktverbot siehe auch die Klarstellung in dem Beitrag Blumes. Nach meiner Einschätzung wird die Manifestation von christlicher Religion in der Öffentlichkeit nicht durch deutsche Muslime in Frage gestellt, sondern durch einen aggressiven Atheismus, der in Deutschland immer (laut)stärker wird.

    • Elisabeth sagt:

      Dominikus…wie sagte ein serbischer Moslem zu meinem Schwiegersohn am gemeinsamen Arbeitsplatz: „Von Euch etwas verlangen brauchen wir gar nicht; Ihr unterwerft Euch uns schon freiwillig“!
      Solange Bischöfe nur die „Schwäche des Christentums“ beklagen, aber nicht den Mumm haben, der (christlichen?) Herde voranzugehen, wird sich an der Feststellung des serbischen Moslem auch nichts ändern…

      • Guardianus sagt:

        Geehrte Elisabeth, das ist sicher richtig was Sie da feststellend sagen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es einem Serben -ohne auf dessen Religionszugehörigkeit zu achten- wohl eher um etwas anders geht, nämlich das, was in dessen Heimat von gewissen rechtspopulistischen
        Politiker „gepredigt“ wird….Die Aussage jenes Serben ist doppeldeutig wie und somit doppelzüngig und leider kein Einzelfall.

        • Elisabeth sagt:

          Guardianus…diese Feststellung hat er als Moslem gemacht, nicht als Serbe. Er lebt seit 1987 in Österreich, seine Kinder gingen hier zur Schule, leben und arbeiten/studieren nun in der Großstadt …u.a. weil es dort Moscheen gibt, was bei uns auf dem Lande (noch) nicht der Fall ist.
          Er war nie wieder in Serbien, weil durch den Krieg dort alles vernichtet wurde.

    • Guardianus sagt:

      Geehrter Dominikus, mit Ihrer Einschätzung werden Sie wohl den Nagel auf den Kopf treffen….

    • Suarez sagt:

      Dominikus, ich muss Ihnen recht geben! Davon abgesehen: Wer wirklich davon ausgeht, dass Jesus Christus die fleischgewordene Wahrheit Gottes ist, muss Gott bei der Durchsetzung dieser Wahrheit nicht helfen. Das kann er selber. Weil er Gott ist. Wenn wir also wirklich ChristInnen sein wollen, leben wir dieses Christentum auch bitteschön und seien in unsere Güte ebenso schrankenlos wie Gott. Das ist überzeugender und auch anständiger als Fremdenhass (ob verhüllt oder unverhüllt) aus Furcht vor „Islamisierung“.

  7. Vom-anderen-Stern sagt:

    Ich würde am kommenden Montag von achtzehn Uhr an die Kölner Domglocken läuten lassen und mich im Herzen freuen wie Don Camillo. Warum so viel Verbissenheit – und das gleich nach dem Fest der Geburt des Erlösers!?

  8. chrisma sagt:

    @Elisabeth ich beziehe mich auf Ihren Beitrag vom 01.01. 2015 um 22.:01 unter meinen Beiträgen. Elisabeth ich verstehe ihre Einleitung nicht ganz. Von Verharmlosung des Terrorismus war in keinem meiner Beiträge die Rede. Leider weiß ich nicht wer Ihnen einredet das Salafisten mit ihren politischen Aktivisten Boku Haram und IS Kämpfern – um nur die beiden Hauptgruppen zu nennen „Spinner und Psychopathen sind???? Spinner garantiert nicht, da steckt klar radikaler Fundamentalismus hinter also ein Ideengebäude. Psychopathen?? Was soll das sein. Wir in der forensischen Psychiatrie verwenden diesen Begriff nicht. Das Wort allerdings setzt sich zusammen aus dem griechischen „Seele“ und „Leiden“. Dies sollte Ihnen zu denken geben. Der Vergleich zum Faschismus hinkt deutlich, Hitler war kein Terrorist, er wurde massiv unterstützt aus Mitteln des deutschen Kapitals und kam legal an die Macht. Bei den politischen Aktivisten der Salafisten handelt es sich eindeutig um Terroristen und die sind niemals harmlos. Ich sende Ihnen einen Artikel über die Boku Harum nicht um Sie zu belehren, sonder weil er Kernsätze enthält: „Diese Gruppen haben an nichts weniger Interesse als an einem funktionierenden Staat.“ Und „Denn einen „Sieg über den Terrorismus“ gibt es nur als Sieg über die Armut.“ Das sind die kürzesten und prägnantesten Formeln für die Situation.
    http://www.ipg-journal.de/kolumne/artikel/boko-haram-ist-ein-symptom-415/
    Nun zum dunklen Dom. Der Dom bleibt in Kölle und dunkel. Ich bin Rheinländerin und wohne in der Nähe von Köln. Köln hat seit 1992 eine sehr gute Initiative „Arsch hu Zäng ussenander (meint Popo hoch und Zähne auseinander) gegen Rassismus und Neonazis. Da wird es am Montag eine kraftvolle Antwort auf Pegida geben die sich wie ich schon geschrieben habe in Köln Kögida nennt.
    http://www.arschhuh.de/category/demo-du-bes-koelle/

    • Elisabeth sagt:

      Liebe chrisma…die Übersetzung von arschuh beschreibt die Gebetshaltung der Moslems…haben Sie noch die Bilder vom Tahir-Platz im Kopf? Ein Heer von arschuh’s! Ich finde diese köll‘sche Brauchtumsgruppe nicht hilfreich !
      Zu Ihren psychologischen Erklärungen nur soviel: Mein Großvater war Teilnehmer des Ersten Weltkrieges und sagte nach seiner Heimkehr „den Zweiten brauch ich nimmer mitzumachen, da kommen andere“…er spürte bereits Ende der 20er Jahre den kommenden „Umschwung“ und hat von Anfang an die aufkeimenden „Bewegungen“ sehr wachsam verfolgt und sah die Katastrophe kommen, während die meisten noch von “ braunen Spinnern“ faselten, die man nicht ernst nehmen soll…ganz ohne forensische Kenntnisse hat ihm einfach der gesunde Hausverstand gesagt, dass es „Matthäi am letzten“ ist…und er hat recht behalten. So gibt es auch heute wieder in meinem Umfeld Menschen, die sich auf das sich zusammenbrauende –nicht nur politische -Unwetter vorbereiten, um den Herausforderungen der kommenden Monate gewachsen zu sein.
      Und am Montag ist vollmond…
      Ich hoffe nicht, dass 2017 der Halbmond vom Turme grüßt und Lutherfeiern schon verboten sind!

      • chrisma sagt:

        @ach Elisabeth Fremdsprachen sind schwer (kölsch) es gehört schon etwas dazu von Arsch hu (meint aufstehen) zur Gebetshaltung der Muslime zu kommen (meinte sich vor Allah auf dem Boden verneigen)!!! Hab ich in Anbetung meines Gottes auch schon oft gemacht. Aus einer Initiative gegen Rechtsradikalismus und Fremdenhass eine Kööl’sche Brauchtumsgruppe zu machen, dazu gehört schon eine große Portion Verkennung. Nun gut. Ich sehe es genau wie Sie „es braut sich etwas zusammen, wir leben am Vorabend von etwas…. Aber anders als Sie, denke ich nicht, dass „die Muslime“ die Welt erobern und die IS 2017 vor Wien oder Köln steht. Derzeit verhindern die Kurden dies noch und die IS müsste falls diese scheitern, die Türkei überrennen… Wenn aber Herr Erdogan vor Wien stehen würde dann müssten wir handeln, nicht weil er Muslim ist, sonder weil er die demokratischen Werte mit Füßen tritt. Genug schwadroniert soweit erst mal

        • Elisabeth sagt:

          Danke chrisma …zu Fremdsprache *zwinker*;
          auch meine Tiroler Gebirgsschützen entstanden einst aus einer Initiative für Freiheitsliebe und Heimattreue; heute schießen sie an bestimmten Feiertagen in die Luft, weil’s halt Brauch ist. Sonstige Beweggründe sind nicht mehr vorhanden.
          Ich sehe „Matthäi am letzten“ anders, als Sie mir zumuten. Die Zeiten, der romantischen Belagerungen a la „Türken vor Wien“ sind Geschichte. „Kriege“ werden heute anders angezettelt, protegiert und vollzogen. Ich warte darauf, bis der erste Einkaufstempel in einer europäischen Großstadt in die Luft fliegt, die „Rush hour“ benutzt wird, um „Zeichen zu setzen“…sei es durch „nach den 77 zu entjungfernden Wesen im nächsten Leben lechzenden“ Moslems, oder den, keinen Ausweg mehr sehenden, deutschen (geschiedenen) Familienvater, nach seinem endlosen und fruchtlosen Marathon durch die deutsche (auch österr. = bei uns nicht viel anders!) Ämterbürokratie, die längst schon zum Selbstläufer mutierte…
          Da werden „demokratische Werte“ nebulös bezw. überhaupt unwichtig. Die allergrößte Gefahr in der „Kriegsführung“ der Jetztzeit sehe ich ganz einfach in einer, immer schneller und intensiver sinkenden ( auch persönlichen!)Frustrationsgrenze!
          Diese ist bedingt durch die totale Gottvergessenheit, „wegrationalisierte“ Ehrfurcht vor der Schöpfung und das fehlende Wissen um das nächste Leben- oben im Himmel oder unten in der Hölle!

  9. KRP sagt:

    Das es schlichtweg Fremdenhass ist steht ausser Zweifel jedoch gilt mal wieder die Unterscheidung zwischen den einzelnen Gruppen. Bei Pegida sind es diejenigen, wer auch immer das ist, die Hetze betreiben im Namen des Guten und denen die Angst haben von „Fremden“ überfallen zu werden anzubieten und meinen helfen zu wollen und nur ihre eigene Machtposition zu vergrößern. Was jedoch nur vorgetäuschte Hilfe ist. Menschen die anderen Menschen und das ganz egal ob sie Schwarz, weiss oder rot oder sonst wie sind, anderen was antun sind VERBRECHER und das gilt für alle Menschen jeder Rasse. Bei den Menschen die sich nun hinter Pegida stellen und das sind ganz normale Menschen die sich aus irrationaler Angst vor allem Fremden einfangen lassen von leeren Versprechungen dieser Hetzpropaganter. Dagegen hilft nur regelrecht Aufklärung und immer wieder sich gegen jede Art von Gewalt zustellen.

  10. chrisma sagt:

    Zu ihren Beitrag vom 01.01.2015 23:06 an mich

    Nein Silvia ich glaube nicht das Muslime „vorangig“ behandelt werden sollen. Ich spüren aber bei Ihnen latente „Schwingungen“ der ihre Probleme mit dem Islam , mit einigen Ethnien erkennen lässt. Ich weiß dass Sie zutiefst human geprägt sind und habe ihre Familien- Geschichte aufmerksam und mit Respekt gelesen Wenn ich mich täusche schimpfen Sie mich aus. Meine ich von Herzen.

    Liebe Silvia Anfang 2014 betrug die Gesamtbevölkerung der EU geschätzt rund 507,4 Millionen Einwohner; in der Euro-Zone waren es 334,6 davon sind ca. 9% Muslime. Warum sollte ich also hinter einer Initiative herlaufen, die sich „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ nennt??? Der Islam ist eine Weltreligion und als solche hat er Platz in unserem Land, wie in jedem anderen Land dieser Erde. Ich habe @Kalinas Link auch angesehen, anders als Sie, haben ich bei einige Beiträge die dort zusehen waren, erhebliche Einwände. Der Franzose war dann der Gipfel. Ich fahre wenn ich aus der Klinik komme öfter S-Bahn. Diese Strecke führt durch ein sog. Brennpunktgebiet. Besonders an Freitagen tob dann der Bär in dieser S.Bahn. Die Kids fahren in die Stadt und „glühen vor“ (billiger Schnaps, Drogen der leichteren Art), das sind Deutsche, sog. Rußlanddeutsche, die verschiedensten Ethnien die sich so sammeln, auch Türken. Mit Religion haben die schon lange nichts mehr am Hut. Armut, keine Bildung, keine Bindung an irgendwas, keine Perspektive, das ist die Situation dieser verlorenen Kinder, die unsere Gesellschaft wegwirft. Das wissen Sie aus ihrer Arbeit besser als ich. Die machen wie man so schön sagt dann „einen auf dicke Hose“ Als offen gewaltbereit habe ich sie noch nicht erlebt. Ist es ein Wunder wenn Männer in langen Kaftanen kommen und Ihnen sagen: „du bist wer wenn Du mit uns kämpfst.???
    Der Wolf „Pegida“ hat übrigens Kreide gefressen. Der ursprüngliche Internetauftritt „Pegida.de“ ist eingedampft. Hier wurde klar zum Krieg gegen die Muslime aufgerufen unter Einbeziehung der christlichen Afrikaner, Stattdessen landet man nun auf der Facebook Seite und es erscheint ein sehr seltsames „Thesenpapier“ das sich lammfromm gibt und dem ich keine Sekunde traue. Mir gefallen auch die Protagonisten dieser Bewegung nicht. Ich begegne ihnen mit großer Skepsis.
    http://www.dw.de/wer-steckt-hinter-pegida/a-18116319 .
    Ich lebe in einer gemischten Gesellschaft. „Mein“ Gemüsehändler ist Türke, mein Friseur Libanese, meine Gynäkologin Marokkanerin (ohne Kopftuch). Sie sind alle Muslime, aber so unterschiedlich wie auch Christen sind in ihrer Auffassung ihres Glaubens. Mein Mann und ich sind bei einem Bummel durch unsere Altstadt vor kurzem an einem Infostand der Salafisten hängengeblieben. Wir hätten genauso gut mit einer Gruppe Aale reden können. Sie flutschen nur so weg. Aber sie schenkten meinem Mann eine wunderschöne Ausgabe des Korans. Mir nicht! Siehe da auf der ersten Seite Stand in großen Lettern. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Und auf Seite 26 steht. „Der Islam ist eine Religion der Gnade und verbietet Terrorismus“. Das sollten wir im Zusammenleben mit Muslimen ernst nehmen.

    • Gabi sagt:

      Danke, Chrisma, für Ihre Beiträge! Ich bewundere immer wieder Ihren Mut, aber auch Ihre diplomatische Art, zu diskutieren, auch hier zu diesem Thema. Leider besitze ich nicht dieses Feingefühl, im „Gespräch“ mitzuwirken, denn ich explodiere schon, wenn Christen meinen, sich die Angst der Kleingläubigen zu Eigen machen zu müssen. Warum? Müssen wir für alle Ängstlichen Verständnis aufbringen? Nein! Ich denke; Jesus hat in der Bergpredigt klare Worte gesprochen, wasWERT hat in unserem Leben, und jeder Christ sollte sich daran erinnern.
      Ich kann kein Verständnis aufbringen für Christen, die zu Pegida- oder Kögida(?)-Demos gehen oder dafür Sympathie zeigen. Und in meiner Umgebung – sprich Freundes- und Bekanntenkreis aus Dresden – habe ich noch Niemanden entdeckt, der denen traut. die das anführen, geschweige, dass er mit diesen Leuten gemeinsam eine Demo macht. Ich wohne schon lange nicht mehr in Dresden, aber bin noch sehr verbunden.
      Demjenigen Blog-Teilnehmer, der sich das Läuten der Glocken des Kölner Doms am kommenden Montag wünscht, mag ich sagen, dass in Dresden – wie in anderen Städten – schon vor Jahren von einer mutigen und couragierten Christin GEGEN Nazi-Demos die Glocken der Katholischen Hofkirche in Eigenentscheidung geläutet wurden, und die dafür noch bestraft wurde von den „Glockeneigentümern“ – die sich wohl nicht erst heutzutage, sondern längst dafür schämen. KLar kann ich unterscheiden zwischen reinen Neonazis und diesen Pegida-Umzügen… Aber auch mir eröffnet sich nicht die Logik, mit der Christen daran teilnehmen. Ich begrüße daher die Entscheidungen des Kölner Dompropstes, sowie die Aufforderung mehrerer Kirchenvertreter, sich als Christen nicht diesen Rattenfängern anzuschließen.

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe chrisma, mit anderen Ethnien oder Hautfarben habe ich kein Problem, auch nicht mit dem türkischen Gemüsemann usw.

      Aber ich gebe zu, dass ich ein Problem mit dem Islam habe. Mit dem Islam als Religion oder Weltanschauung, nicht mit einzelnen muslimischen Mitbürgern.

      Einen Koran habe ich übrigens auch.

      • chrisma sagt:

        Liebe Silvia danke für das offene feed back. Ja mit dem Koran ist wie mit dem neuen Testament. Wenn wir es lesen kommt niemand auf die Idee das im Namen dieser wunderbaren Botschaft Autodafe oder die Hexenverfolgung losbrechen konnte. Soweit so kurz

        • Silvia Brückner sagt:

          Liebe Chrisma, vielleicht möchten Sie sich ja mal dieses Video anschauen?

          https://www.youtube.com/watch?v=pzO3n0Rxmqo

          Ich hatte übrigens auch einen türkischen Gemüsemann, so lange dieses Geschäft existiert hat und kaufe manchmal im türkischen Supermarkt in der Nachbarschaft ein-

          Und nein, ich habe keine Angst vor JEDEM türkischen Busfahrer sonst könnte ich bei uns in der Stadt in keinen einzigen Bus mehr einsteigen.

          Aber mir wird mulmig, wenn ich alleine an einer Haltestelle stehe, die von erkennbar muslimischen Jugendlichen „besetzt“ ist, die bewusst herumpöbeln. Da habe ich es mir angewöhnt, lieber zur nächsten Haltestelle zu gehen wie es die meisten deutschen Fahrgäste inzwischen machen.

  11. Sonja Schubert sagt:

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht Fakten zu den Argumenten der PEGIDA Bewegung aus seriösen Quellen zu recherchieren und finde, die Daten sprechen eine eindeutige Sprache. Eine schleichende Islamisierung ist daraus nicht abzulesen, genausowenig wie ein vermeintlich zu laxes Asylrecht. Ich habe mir übrigens erlaubt genau diese Daten auf der FB Seite von PEGIDA zu posten unter 5 tsd. vorherige Kommentare und musste erleben, dass mein erster und einziger Post dort innerhalb von 5 Minuten gelöscht und die Kommentarfunktion für mich blockiert wurde. Das fand ich sehr bezeichnend…

    Hier die Daten:

    Einwohner Deutschland: 81 Mio
    davon ohne deutschen Pass: 7,6 Mio, (davon sind 75% EU Bürger)
    nicht EU Bürger: 1,9 Mio (= 2,3% der Gesamtbevölkerung)

    Verteilung der Religionszugehörigkeit in Deutschland:
    (zur Verdeutlichung sind die Rechtsextremisten hier mit aufgeführt)

    Katholisch: 29,6 %
    Evangelisch: 28,2 %
    ohne Konfession: 36,6 %
    (sind in Sachen Verlust christlicher Werte viel besorgniserregender!)
    Muslime: 4,2 % (ca. 3,4 Mio)
    Salafisten: 0,01 %
    (ca. 7000 laut Verfassungsschutz aufgerundet)
    Rechtsextremisten: 0,03 % (21.700 laut Verfassungsschutz)
    gewaltbereite Rechtsextremisten: 0,01 % (9.600 laut Verfassungsschutz)
    Sonstige: 1,4 %

    Anzahl der Asylanträge:
    Höchster Stand 1992: 438.191
    2014: 155.427

    Entscheidungen über die Asylanträge 2014 bis Nov.:
    Anträge gesamt 113.636

    Als Asylanten anerkannt: 1.919 (1,7%)
    als Flüchtling anerkannt: 24.923 (21,9%)
    = Aufenthaltserlaubnis für 3 Jahre
    Gewährung von subsidiärem Schutz: 5.092 (4,5%)
    = Aufenthaltserlaubnis für 3 Jahre
    Abschiebeverbot: 1.879 (1,7%)
    = Aufenthaltserlaubnis für 3 Jahre

    abgelehnte Anträge (!): 79.823 (70,2%)

    Quellen:
    https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/03/PD14_081_12521.html
    http://fowid.de/fileadmin/datenarchiv/Religionszugehoerigkeit/Religionszugehoerigkeit_Bevoelkerung_2010_2013.pdf
    http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-rechtsextremismus/zahlen-und-fakten-rechtsextremismus/zuf-re-2013-gesamtuebersicht.htmlhttp://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-10/salafisten-deutschland-verfassungsschutz
    http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/statistik-anlage-teil-4-aktuelle-zahlen-zu-asyl.pdf?__blob=publicationFile

  12. Suarez sagt:

    Ich kann mir eine Bemerkung nicht verkneifen: Mich erstaunt schon, wie eine Bewegung, die von einem verurteilten Drogenbesitzer (Kokain ist kein Spaß!) gegründet und propagiert wird, von wohlanständigen Leuten Kleinbürgern und selbstgewissen lehramtstreuen Christen wie bei kath.net hochgejubelt wird – und das obwohl dieses Milieu in seinem behaglichen Anstand mit verurteilten Straftätern sonst nichts zu tun haben will.
    Damit man mich nicht missversteht: Ich habe nichts dagegen Lutz Bachmann zu verzeihen und ihn als Straftäter auch wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das ist Christenpflicht. Mich wundert nur, dass eine bestimmt Klientel, die sonst Zeter und Mordio gegen Straftäter und (vermeintlich) ähnliches „Gesindel“ poltert, sich nun mit denselben Leuten solidarisiert.

  13. Suarez sagt:

    Und eines noch: Bevor in den 90er die SPD bedauerlicherweise beim Asylkompromiss einknickte, sagte Bischof Lehmann, dass in Deutschland wohl die Aufnahmebereitschaft begrenzt sei.
    Bemerkenswert: Lehmann sagte nicht, dass das Boot voll sei und wir niemanden mehr aufnehmen KÖNNEN, sondern, dass wir nicht BEREIT SIND, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.
    Ich bin der Überzeugung: Wir können und müssen noch mehr aufnehmen, weil diese Menschen in Not sind. Das ist nicht mal eine christliche Überzeugung. Das gebietet die Pflicht mitmenschlichen Umgangs. Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie dort nicht mehr leben können (weil sie wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Einstellung verfolgt und ja: auch von einem von uns Europäern mitverschuldeten Wirtschaftssystem ausgebeutet werden), haben alles Recht der Welt, zu uns zu kommen und uns darum zu bitten, dass sie bei uns menschenwürdig leben können.

    • Carmen Fink sagt:

      Ich stimme ihnen vollkommen zu. In diesem Zusammenhang sollte man die Demonstranten u Veranstalter mal fragen welchen sozialen, familiären Hintergrund sie haben. Ich bin mir sicher dass über die Hälfte, Angehörige haben, die vertrieben wurden und in Deutschland eine „Heimat“ gefunden haben. Nur mal so.

      • Suarez sagt:

        Liebe Frau Fink,

        mein Vater ist Serbe, meine Mutter stammt aus dem Böhmerwald und kam in den 60er Jahren aus der Tschechoslowakei. Ich bin in Bayern geboren, glühender Patriot und Katholik, aber absolut kein Fan von CSU, Pegida und Co. Ich meine zu wissen, dass Multikulti gelingt. Schon seit 2000 Jahren – denn die katholische Kirche ist multikulti!

      • Silvia Brückner sagt:

        @carmen Fink, auch ich hatte Angehörige, die vertrieben wurden und in Deutschland eine Heimat gefunden haben.

        Genauer gesagt, mein Vater und meine ganze Familie väterlicherseits waren Heimatvertriebene aus dem Sudetenland. Aber das waren keine Ausländer, die „in Deutschland eine Heimat gefunden haben“ sondern Deutsche!!!!

        Ich denke, Sie bringen da einiges Durcheinander. Es gab deutsche Ostgebiete, das waren Schlesien, Pommern, Ost – und Westpreußen. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges sind die Deutschen aus diesen damals noch deutschen Gebieten vor der Roten Armee nach Westdeutschland geflohen.

        Etwas anders verhielt es sich mit dem Sudetenland. Böhmen und Mähren waren ursprünglich österreichische Kronländer. Mein Vater wurde 1917 unter Kaiser Franz Joseph noch als Österreicher geboren.

        Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg fielen Böhmen und Mähren an die damalige Tschechoslowakei und die ehemaligen Österreicher, die natürlich Deutsch als Muttersprache hatten, bekamen zwangsweise die tschechische Staatsbürgerschaft.

        Später, ich glaube, es war 1938, verleibte Hitler dieses Gebiete und auch ganz Österreich dem deutschen Reich ein, dh., die ehemaligen Österreicher, die inzwischen Tschechen geworden waren, und die übrigen Österreicher bekamen die deutsche Staatsbürgerschaft.

        Nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg wurden die deutschsprachigen Bürger von Böhmen und Mähren zunächst wieder Tschechen.

        Sie wurden dann in Etappen vom tschechischen Staat zwangsweise nach Westdeutschland ausgesiedelt, mit dem nötigsten Gepäck und Transport in Viehwaggons.

        Mein Vater, seine Schwester und mein frisch verwitweter Großvater kamen im Februar 1946 in den Taunus bei Frankfurt am Main.

        Mein Vater fand als Ingenieur schnell Arbeit in Frankfurt und trug so zum Wiederaufbau des zerstörten Deutschlands bei. Meine Tante als gelernte Bankkauffrau fand Arbeit als Büroangestellte, mein Großvater, der zu Hause kaufmännischer Direktor bei Singer Nähmaschinen gewesen war, kam beim Finanzamt in Frankfurt unter.

        Ich erzähle das deshalb so ausführlich, weil ich damit erklären will, dass die Situation bei und nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sich deutlich von der heutigen Flüchtlingssituation unterschieden hat, denn da kamen Deutsche in den verbliebenen Rest von Deutschland, wo sie übrigens auch nicht willkommen waren.

        • Carmen Fink sagt:

          Ich verstehe nicht warum sie eine Unterscheidung machen. Ich wollte mit meiner Anmerkung deutlich machen dass es völlig egal ist. Wir haben die Pflicht, Menschen egal welcher Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung…die vertrieben werden, warum auch immer, aufzunehmen. Gerade diese Leute der Pegida oder der AfD sollten sich hinterfragen welchen Hintergrund sie haben und wie es vielleicht deren Familien war. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Flüchtlingen, es sind Menschen die unsere Hilfe brauchen. Punkt.

          • Silvia Brückner sagt:

            @carmen fink, ich habe versucht, Ihnen zu erklären, dass die Situation bei Kriegsende eine andere war als heute, da ich den Eindruck habe, dass Sie der jüngeren Generation angehören und Ihnen das Wissen über diese Zeit fehlt.

            Sie werfen Äpfel mit Birnen durcheinander.

            Falls Sie es nicht wissen sollten, die Flüchtlinge und Vertriebenen aus den DEUTSCHEN Ostgebieten mussten hier keinen Asylantrag stellen, das waren Deutsche, die einfach da waren, Deutsch als Muttersprache hatten nichtsdestotrotz den Einheimischen nicht willkommen waren, denn Wohnraum war knapp.

            Wenn Sie dieser Exkurs in die deutsche Geschichte nicht interessiert, Sie den Unterschied nicht verstehen wollen, dann ist das IHR Problem.

            Mir als Tochter eines Heimatvertriebenen können Sie damit nicht kommen. Ebenfalls Punkt!

          • Carmen Fink sagt:

            Frau Brücke,

            Sie wollen mich nicht verstehen. Es geht mir darum das vielleicht Pegida oder AfD Demonstranten nicht nur Vertriebene Familienangehörige haben sondern sicherlich auch den einen oder anderen ethnischen Hintergrund, auch deshalb ist es unsinnig dort zu hetzen und Ängste zu verbreiten, vielleicht sogar gegen eigene Angehörige. Es ist reine Spekulation meinerseits, und deshalb verstehe ich nicht warum sie da so heftig einsteigen?
            Ansonsten herzlichen Dank für ihre Belehrung!

          • Silvia Brückner sagt:

            Frau Fink, dann müssen Sie sich deutlich ausdrücken, wenn ich verstehen soll, was Sie meinen.

            Warum ich so empfindlich reagiere, will ich gerne versuchen, zu erklären:

            Ich bin 1951 geboren als Tochter eines sudetendeutschen Heimatvertriebenen und einer gebürtigen Frankfurterin (gemeint ist Frankfurt am Main).

            Die deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten galten als Menschen zweiter Klasse, u.a. deswegen, weil sie bettelarm hier im Westen angekommen sind.

            Die Verwandtschaft meiner Mutter hat meinen Vater abgelehnt und gedemütigt, auch ich wurde als „Flüchtlingskind“ bezeichnet, bekam noch nach dem Tod meiner Eltern Ende der 1990er Jahre zu hören, dass meine Mutter „nichts Besseres gefunden hätte, als so einen SUDETENGAUNER“.

            Mehr will ich hier jetzt nicht erzählen, denn das würde sonst eine unendliche Geschichte von Ausgrenzung und Kränkungen werden.

          • Carmen Fink sagt:

            Frau Brückner, ich habe Respekt vor ihrer Geschichte dass ändert nichts an meiner Aussage. Wie gesagt für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Flüchtlinge, alle haben dass Recht bei uns aufgenommen zu werden.
            Gerade sie, die diesen Hintergrund hat sollten doch verstehen das dass was von Pegida ausgeht Menschenverachtend, ausgrenzend und unchristlich ist. Dabei will ich es jetzt bewenden lassen!

          • Silvia Brückner sagt:

            @Frau Fink, auch ich habe keine Lust auf eine Endlosdebatte.

            Ich engagiere mich in meiner Gemeinde für die Flüchtlinge, auch, wegen meines familiären Hintergrundes. Ich bin aufgewachsen mit den Geschichten von Vertreibung, Ablehnung und Neuanfang einerseits und Verfolgung durch die Nationalsozialisten andererseits. Das prägt einen Menschen.

            Ich bin NICHT gegen Flüchtlinge, ich engagiere mich sogar für Sie. Ich lediglich gegen eine weitere Ausbreitung des Islams, weil ich darin eine Gefahr für unsere freiheitliche Demokratie sehe und auch für meinen /unseren christlichen Glauben.

        • Carmen Fink sagt:

          Frau Brückner , dass hatten wir alles schon mal. Jetzt sagen sie wirklich was sie denken, kein Islam in Deutschland. „Ich bin NICHT gegen Flüchtlinge, ich engagiere mich sogar für Sie. Ich lediglich gegen eine weitere Ausbreitung des Islams, weil ich darin eine Gefahr für unsere freiheitliche Demokratie sehe und auch für meinen /unseren christlichen Glauben.“ Ich bin nicht gegen ABER. Angst ist kein guter Berater, nur Gottvertrauen hilft dagegen. Wir sind ein offenes Land ich wünsche und bete von ganzem Herzen das es so bleibt. Und nun ist es mein lezte Kommentare zu ihren Kommentaren. Mit freundliche Grüßen C.Fink

          • Silvia Brückner sagt:

            Frau Fink, ich habe immer gesagt, was ich wirklich denke. Wenn Sie meine Beiträge nicht richtig gelesen haben, dann ist das nicht meine Schuld.

            Wenn ich etwas nicht bin, dann ist es unehrlich.

            So, und damit nun jeder fröhlich auf mir rumhacken kann:

            Ich engagiere mich für christliche Flüchtlinge und das ist wahrscheinlich mehr, als was Sie und Andere hier tun.

            Ich bin knapp 64 Jahre alt und gesundheitlich angeschlagen, ich kann mich nicht um die ganze Welt kümmern. Also setze ich Prioritäten und kümmere mich um christliche Flüchtlinge in meiner Gemeinde.

            Und was tun Sie? Außer jetzt wahrscheinlich gegen mich die Nazikeule zu schwingen? Dass Ihnen das Schicksal meiner Familie, das mich geprägt hat, am Popo vorbei geht, haben Sie ja schon deutlich zum Ausdruck gebracht.

            Und übrigens, das ist auch MEINE letzte Antwort an Sie, weil mir diese Diskussion endgültig zu blöd wird!

  14. KRP sagt:

    …Müssen wir für alle Ängstlichen Verständnis aufbringen?…Habe ich oben gelesen, was würde Jesus machen mit den ängstlichen? Kein Verständnis haben? Wenn wir als Christen nicht für die ängstlichen da sind wundert mich auch nicht weshalb die Menschen nämlich solche auch hier in diesem Blog die vor dem Islamismus Angst haben, sympatisieren mit den Kriminellen Aufrührern der Pegida. Nicht mit Pegida zu sympatisieren sondern den verblendeten normalen Menschen ohne Bildung helfen zu verstehen und Aufklären den Menschen die Angst nehmen. Sonst sehe ich schwarz und es gibt auch hier bald den Kampf mit Gewalt gegen die Angst vor den sogenannten „Feinden“, den Fremden.

  15. Elisabeth sagt:

    Wenn P. Hagenkord mittlerweile bereits einen neuen Beitrag zu PEGIDA eingestellt hat, so bin ich mir trotzdem sicher, dass sich hier die Diskussion in der Rauhnacht vom 5. auf den 6. Jänner in Erzählungen und Erklärungen zu den Montagsereignissen fortsetzen wird. Ich freu‘ mich darauf!

  16. Guardianus sagt:

    Vielleicht alles nichts Ungewöhnliches oder/und Überraschendes, wenn wir uns die Offenbarung des Johannes zu Gemüte führen: damals in Bildern der Vision und heute in der realen Wirklichkeit: sich eben diese Visionen erfüllen, wenn Zeit und Stunde hierfür gekommen sind, wie es eben auch der Herr sagt. Die Bilder nehmen im wahrsten Sinne des Wortes lebendige Gestalt an…..

  17. Peter Friedrich sagt:

    Da immer wieder Sympathisanten von Pegida Menschen mit einer differenzierenden Betrachtungsweise abwertend als „politisch korrekt“ abtun, hier einige Gedanken dazu.
    Ich sehe jetzt mal zwei Deutungsebenen der „politischen Korrektheit“.
    – Einerseits bezeichnet sie einen historisch mühsam erarbeiteten gesellschaftlichen Konsens bezüglich des respektvollen und wertschätzenden Umgangs mit Menschen anderen Geschlechtes, anderer Hautfarbe, nichtheterosexueller Lebensweise, anderer Nationalität, anderer Religion, körperlicher bzw. seelischer Behinderung, mit Arbeitslosen, Armen etc. So wie es als Menschenwürde auch verfassungsrechtlich geschützt wird. In diesem Sinne ist „political correctness“ eine der wesentlichen menschheitlichen Errungenschaften.
    – Andererseits kann man darunter verstehen, was Erich Fromm und Arno Gruen als die Krankheit des Normalen kritisieren, nämlich der alltäglich allgemein hingenommene Irrsinn der Ausbeutung von Mensch und Natur zugunsten eines auf herzlosem Konkurrenzdenken basierenden Wirtschaftswachstumsparadigmas, das einer immer kleiner werdenden Finanzelite immer wahnwitzigere Geldbeträge nach oben hin abführt, dabei sogar Kriege in Kauf nehmend. Dass die entsprechenden Politiker und Interessengruppen dann nicht gerne darüber reden oder reden hören, wenn Luft, Böden und Gewässer global vergiftet werden und wenn Hirne und Gemüter der Menschen durch Werbung und Konsum vergiftet werden, wenn im Rausch von Konsum und Mobilität nicht einmal die heilige Sonntagsruhe eingehalten wird, auf dass der Mensch sich wenigstens am siebten Tag rückbindet mit der bedingungslos liebenden Gegenüberhaftigkeit als solcher, die ihn erst zur menschlichen Person erschuf und erschafft, wenn Tiere in der Massentierhaltung grausam leiden, wenn Menschen in anderen Ländern regelrecht versklavt werden zur Ermöglichung von „Geiz ist geil“ in Billigdiscountern in Deutschland (parallel dazu etwa in Deutschland der Umgang mit Menschen in „Hartz 4“), wenn westliche Waffen diese geschundenen Menschen von ihrem berechtigten Protest abhalten (und solche Protestierenden allzuleicht als „Terroristen“ abgestempelt werden) etc. und wenn in vielen Medien über diese Zusammenhänge kalt hinweggegangen wird, dann widersetzt sich etwa auch ein Eugen Drewermann – in der Nachfolge Erich Fromms – ausdrücklich einer totschweigenden, verdrehenden, erstarrten und erstarrenden „politischen Korrektheit“.

  18. KRP sagt:

    Was ist Heimat, vertrieben, angekommen nicht aufgenommen? Die Erde, die Welt ist heute so von allen zu erreichen und überall leben Menschen. Gott hat sie alle geschaffen laut der Schöpfung, er hat keinen Unterschied zwischen Farbe und Weltanschauung gemacht. Was er wollte und wofür Christus sein Leben am Kreuz gelassen hat ist das eigentlich alle friedlich nebeneinander leben sollten. Er hat auch nicht gesagt da kommt ein Fremder den darfst du Mensch nicht aufnehmen weil er anders ist wie du. Sondern er hat gesagt. Liebe deinen Nächsten wie dich selber. Das ist die Aufgabe und das Gebot. Dazu sollte es normaler Weise auf dieser Welt die ja Gottes Welt ist keine Grenzen geben und alle sollten nebeneinander leben können und dürfen. Aber dann kommt der Mensch der vor lauter Neid, Rachsucht, Macht und Gier nicht genug bekommt. Die Leidtragenden sind die Schwachen, Alten, Kranken und Kinder. Das einfach mal nur so nebenbei…

  19. Vom-anderen-Stern sagt:

    Wenn man das Faltblättchen der „KIRCHE IN NOT – Weltweites Hilfswerk Päpstlichen Rechts“ über den Islam – Weltreligion und Weltmacht liest (liegt u.a. an deutschen Autobahnkirchen aus) und ernst nimmt, wundert es nicht, dass sich manche Zeitgenossen vor dieser Religion fürchten und dies öffentlich zum Ausdruck bringen. Man bestelle gratis und lese: http://www.kirche-in-not.de/shop/Jahr-des-Glaubens/Glaubens-Kompass-Islam::161.html Da es zum Wesen von Offenbarungsreligionen gehört, dass ihre Grundannahmen nicht (im Sinne von Karl Popper) revidiert, sondern nur hermeneutisch neuinterpretiert werden dürfen, werden sich meiner Ansicht nach die Menschen auch in Zukunft an den uneinheitlichen Offenbarungen mit LEIDENschaft und mitunter wirklich leidvoll abarbeiten.

  20. Antonius Theiler geb,1941 sagt:

    Vatikan verurteilt Attentat auf Satirezeitschrift in Paris
    http://de.radiovaticana.va/news/2015/01/07/vatikan_verurteilt_attentat_auf_satirezeitschrift_in_paris/1117241
    “Eine doppelte Verurteilung“, betonte der Vize-Pressesprecher des Vatikans Ciro Benedettini vor Journalisten, käme von Seiten des Vatikans: einerseits für den „schrecklichen Akt der Gewalt“ an sich und andererseits für das Attentat auf die Pressefreiheit, die genauso wichtig sei wie die Religionsfreiheit.
    Nichts könne eine derartige Gewalt gegenüber einem gemeinschaftlichen Gut der Gesellschaft – die Meinungsfreiheit – rechtfertigen.

    Bei all dem Wahnsinn, der in Paris geschah, wirft Gregorovius der Geschichtsschreiber der Stadt Rom, sein römisches Tagebuch jetzt mit Freuden ins Feuer. Er klagt darin die katholische Kirche des kindisch gewordenen Alters dieses Instituts an, anlässlich des syllabirten Blödsinns der Quanta cura. Dort wurde die Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Religionsfreiheit als ein wichtiges Gut in der Gesellschaft mit Unfehlbarkeit verflucht.
    Welch einen jugendlichen Glanz gibt dieser Heilige Vater Franziskus seiner Kirche. Gregorovius schrieb weiter, dass dieser Gordische Knoten, mit dem sich unsere Kirche selbst fesselte, in unserer Zeit gelöst werden wird.
    Antonius Theiler geb. 1941

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*