Heilsam dezentral

In der Kirche sind wir nicht gewohnt, dass Differenzen sichtbar werden. Die Kanzel ist der Ort, von dem aus etwas erklärt und ausgelegt wird, und zwar das Wort Gottes. Nun benutzt kaum noch wer die Kanzel, aber Sie wissen schon, was ich meine. Wenn ich predige, beziehe ich mich auf die Heilige Schrift, die ich auslege. Das ist kein Ort für Streitkultur. Und dementsprechend hat die Weltkirche in den letzten 200 Jahren, seitdem im 19. Jahrhundert die Gesellschaft sich rapide veränderte, eine zentrale Kanzel geschaffen, um nicht den Nationalismen, Militarismen und den ganzen anderen -ismen nachgeben zu müssen: Rom.

Nun aber leben wir hier in einer freien Gesellschaft, der Zentralismus nicht nicht mehr das Gebot der Stunde. Dezentralisierung ist angesagt, Papst Franziskus hat das in seiner Rede zum Synodenjubiläum noch einmal genauer ausgelegt. Aber wie geht das?

Zwei Beispiele. Bischof Timothy Thornton, der anglikanische Bischof von Truro, ist bei der Synode dabei und wurde bei einer Pressekonferenz gefragt, wie das eigentlich die anglikanische Gemeinschaft mache, die streite doch auch über Moral- und Sexualitätsfragen, vor allem zwischen den USA und den Ländern Afrikas. Diese Gemeinschaft steht vor einer Zerreißprobe. Thornton hatte nicht wirklich eine Antwort. Die katholische Kirche muss diesen Weg also selber suchen und ertasten.

Ein zweites Beispiel: Keine vollständige Einigung beim Vorbereitungstreffen für das 2016 geplante Panorthodoxe Konzil. Die orthodoxen Kirchen, die ja dezentral sind, wollen sich seit 1.000 Jahren das erste Mal wieder zusammen setzen und ein Konzil abhalten. Die orthodoxen Kirchen hatten ein Konsens-Prinzip vereinbart, nun hat aber ein Papier nicht die Zustimmung aller Kirchen erhalten, damit ist alles wieder offen. Hier ist alles dezentral, und hier gibt es große Probleme zwischen den Kirchen.

Beide Beispiele zeigen Problemlagen, auf welche die katholische Kirche blicken muss, wenn sie wirklich „heilsam dezentralisieren“ will, um den Papst zu zitieren. Und auch im Innern unserer Kirche sind ja nicht alle dafür.

 

Rom nicht mehr Garant für die eigenen festen Überzeugungen

 

„Schisma!“ schreien gleich einige. Das ist eine Drohung. Interessant ist, dass die Differenzen in den vergangenen 30 Jahren nie mit diesem Ruf begleitet wurden, es gab harte Konflikte um Schwangerschaftskonfliktberatung – auch eine Frage von Einheit – und Bischofsernennungen. Aber keiner ist auf die Idee gekommen, gleich vor einem „Schisma“ zu warnen. Nun ist es eine andere Gruppe, die alles aufs Spiel gesetzt sieht. Da werde dann gleich die ganze Lehre aufgegeben.

Dezentralisierung wird schwierig, soweit können wir das mit Blick auf die drei Beispiele feststellen. Dazu kommt aber noch etwas anderes: Universalität ist etwas Gutes.

Kardinal Vincent Nichols hat es bei einer unserer Pressekonferenzen während der Bischofssynode so ausgedrückt: „Critical and creative distance to our own culture“, Universalität schaffe eine kritische und kreative Distanz zu unserer eigenen Kultur. So Ähnlich hat es auch Papst Franziskus in Evangelii Gaudium ausgedrückt. Das ist ein katholisches Plus, das wir auf keinen Fall aufgeben wollen, vom Wunsch Jesu, dass alle Eins seien, mal ganz abgesehen.

Der Papst scheint mir weiß darum und hat deswegen in seiner Ansprache zur Dezentralisierung die Rolle des Papstes noch einmal ganz stark gemacht. Ein Widerspruch, wie es zunächst scheint, aber auf den zweiten Blick wichtig, dass bei all den Spannungen, die anstehen und die in den drei Beispielen genannt sind, die Einheit und die Universalität erhalten bleibt.

Gleichzeitig dezentral und Universal, und das auch noch heilsam, das ist das Projekt der Kirche für die kommenden Jahrzehnte

 

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31 Kommentare zu Heilsam dezentral

  1. Rosi Steffens sagt:

    Im Hinblick auf Allerheiligen und dem damit verbundenen Gedenken an die Toten, möchte ich zu ihrem Beitrag folgendes mitgeben:

    Heute stehen wir, die Familie und Freunde am Grab meines Bruders, um ihm auch im Tod die Liebe zu geben, die Gott am Leben erhalten kann, denn auch der Tod beinhaltet Leben, das Leben, das durch diesen Tod weiter führt, was verloren geglaubt. Wenn man der Toten nicht gedenkt, so verschwindet die Liebe immer mehr aus dem Leben und man verliert die Verbindung zu Gott, man setzt sein eigenes Leben in den Vordergrund und baut darauf, ohne die Verluste zu bedenken, die daraus entstehen können. Auch meines Bruders Tochter ist bei diesem Besuch ihres Vaters dabei und wir gehen vor dem allgemeinen, kirchlichen Gedenken an die Toten, um ihr die Tränen zu ersparen, die sie immer dann vergießt, wenn sie sich von anderen beobachtet fühlt oder die Musik sie so anrührt, dass sie weinen muss. Mein Bruder ist noch in unserer Mitte, er ist Teil dieses Lebens, denn ohne ihn wäre es nur ein Abklatsch dessen, was Jesus auf den Weg brachte, um es in das menschliche Bewusstsein zu führen. Ich ist immer nur ein Aufsetzen auf das Vorangegangene und kein neuer Anfang. Der Anfang liegt im eigenen Umgang mit dem Vorangegangenen, in der Entscheidung dieses Leben zu lieben oder aber Gott abzulehnen.

    Wenn der Einzelne im Zentrum steht, dann ist auch Kirche ein Akt der Nächstenliebe, denn dann trägt auch sie bewusst zu dem Leben bei, das in der Liebe zum Nächsten wächst, um es über all die Generationen fortzuführen, die die Zeit noch ins Leben führen mag. Jesus ist für die Kirche das Zentrum und der Ausgangspunkt, denn in ihm und durch ihn ist jeder Mensch zu finden, der als Beitrag zum Ganzen im Herrn seinen Auftrag erhielt. Die Kirche ist für jeden Christen die erste Verbindung zu Gott, denn Gott ist im Glauben verwurzelt und dieser Glaube fand nur durch den bewussten Weg über die Kirche ins bestehende Leben, um ihn durch die Zeit zu tragen, die Jesus zu Grunde liegt. Im Herrn ist all das aufgenommen, was Leben in der ihm nachfolgenden Zeit verwirklichen konnte, denn es gibt keine konkrete Zuordnung von Schuld und Unschuld über die gesamte Lebenszeit. Allein Gott steht am Ende eines jeden am Grab und entscheidet über dessen weiteren Werdegang. Ich glaube an Gott, weil mir nichts anderes übrig bleibt als meine menschliche Würde, denn jeder Mensch kann immer nur die Sicherheit bieten, die sein würdevoller Auftritt im Leben zulässt, um nicht ungläubig zu wirken. Einzig meine Kinder geboten mir mich am Riemen zu reißen und dieses Leben nicht aufzugeben, denn sie haben einen Anspruch an mich, den ich erst noch erfüllen muss, so Gott will.

  2. Amica sagt:

    „Kreative und kritische Distanz zu unserer eigenen Kultur“ schaffen. Das ist interessant. Distanz ist unglaublich wichtig, wenn man klar sehen will und insofern ist eine Figur wie die des Papstes, die alle Strömungen der Welt irgendwie vereint und niemand außen vor lässt eine wirkliche wichtige Bezugsfigur… aber sie ist eine Art Konstrukt. Wie kann ein Papst die facettenreiche Weltkirche in seiner Person wirklich abbilden? Muss er sich da nicht selbst als Person negieren? Muss er sich nicht um 180 Grad drehen, verbiegen lassen? Wird er nicht mit dem Amt zu einer vollständigen anderen Person? Papst Franziskus hat sich scheint’s nicht verbiegen lassen. Nun stellt sich aber die Frage, inwieweit so ein Papst die Weltkirche abbilden, repräsentieren kann. Ich schätze den jetzigen Papst, das soll nicht abwertend verstanden werden, aber kann man Individualität und Kreativität mit dem Papstamt verbinden? Ist das nicht unglaublich schwierig?

  3. Amica sagt:

    Ihr Text ist, nebenbei bemerkt, übrigens sehr klug, Pater Hagenkord.

  4. Elasund sagt:

    Lieber P. Hagenkord, ich muss Amica zustimmen. Der Text ist wirklich sehr klug. Ein Blick über den eigenen Gartenzaun (Anglikaner, Orthodoxe) zeigt, dass Dezentralisierung ein spannendes Thema ist. Gleichzeitig (durch Internet etc.) gibt es auch Harmonisierungen, die vor wenigen Jahrzehnten noch nicht möglich waren. Ich habe z. B. mitbekommen, dass evangelikale Christen in China die gleichen Predigten hören und die gleichen Lieder singen wie die Geschwister in England, USA oder Australien. Das Internet macht es möglich. Es gibt bei uns Katholiken, die sich jede Papstaudienz anschauen, das wäre für meine Mutter in meinem Alter noch unmöglich gewesen.
    Dass erst jetzt (Sie meinen wohl seit Papst Franziskus) vor einem Schisma gewarnt wird kann ich so nicht sehen. Ich habe z. B. einen Artikel von Christ und Welt gelesen aus dem Jahr 2011 mit der Überschrift SCHISMA http://www.christundwelt.de/detail/artikel/riss-durch-die-mitte-was-die-kirche-auseinandertreibt/ Was hier beschrieben wird, hat sich (noch) nicht verändert.

  5. Danke für den ,in großen Teilen sehr erhellenden, weil erklärenden, Beitrag zum Thema, das uns ja alle irgendwie berührt..
    Gerade am amtierenden Papst-unserem Franziskus- wird das sehr evident.
    persönlich glaube ich nicht, dass ein Papst mit Übernahme seines Dienstamtes seine gelebte Biographie sozusagen aufgibt und der „Mann In Weiß“ ein ganz anderer Mensch wird,-auch nicht durch die Standesgnade. also Franziskus ist immer auch Jorge Bergolio! Chemielaborant? erlernter Beruf?,´-durch den Ordenseintritt die ignatianische Spiritualität, Lehrtätigkeiten Provinzial usf. und eben jahrzehntelanger pastoraler Dienst- immer im LEBENDIGEN Kontakt
    zur Basis-das seelsorgerische immer VOR der „Verwaltung“ usf…
    Und das ist auch jetzt eine super Voraussetzung für dieses Amt. er ist Theologe natürlich, aber er hat immer den KONKRETEN MENSCHEN vor Augen. und nicht zu vergessen: wenn jeder Christ die Versuchung Jesu kennt, dann auch er und er widersteht ihr offensichtlich, also er nimmt das ja wörtlich mit dem „Diener aller Diener“..
    daraus stellt für mich schon die Frage, ist jemand, ohne diese oder ähnliche Voraussetzungen GEERDET genug mit dem gleichzeitigen „Blick zum Himmel“ dieses Amt ohne persönliche Verrenkungen zu LEBEN ??
    ich lebe seit 1972 als Badener-mit offiziell geduldetem Bleiberecht-in in München hab somit auch die Anfänge des pastoralen Dienstes vom späteren Papst miterlebt: von der Uni direkt zur praktischen Seelsorge und das war wirklich nicht so einfach..

    wie Franziskus sein Dienstamt lebt, wird bei evangelischen Amtsträgern durchaus wohlwollend nicht nur respektiert..
    ( in Wachtraum hab ich manchmal Martin L. vor Augen wie er nach seiner befreienden Lektüre des R-Briefs mit Franziskus am Tisch sitzt und mit ihm redet, wie unlängst Bischof Gaillot..)

    deswegen ist es für mich schon ein großes Wunder, dass sich die Kardinäle-fast alle von JPII und Benedikt ausgewählt, solch ein wunderbares“ Kuckucksei „ins Nest gelegt haben, da war der heilige Geist wirklich eine gute „Mutter“

    • als ich gestern meinen Text gesendet habe war ich nicht recht froh mit mir. zu meinem Beitrag stehe voll.
      nein, ich „fühlte mich nicht“ ( diese Ausdrucksweise hab ich aus Norddeutschland importiert und hat eher was mit ner beginnenden Erkältung oder mehr zu tun- die Bayern bringens auf den Punkt :mir geht’s besch…)
      nein, ich spüre nur sehr deutlich, und das hat mit der letzten Sonntagsmesse(1.11.)zu tun
      dass mein “ Rucksack“ immer weniger braucht, und somit wird er leichter, bisweilen ist das „Joch sogar superleicht“..
      mit den der Seligpreisungen und dem Vaterunser im Gepäck bin

      ich nach Haus las dann noch einige wenige Gleichnisse ,auch das Magnifikat,dazu kam die Erinnerung an eine Einkehr in Niederaltteich zum „Herzensgebet“ und schlussendlich der „barmherzige Samariter“:
      GEH HIN UND TU DESGLEICHEN!!
      mit anderen Worten, Jesu Botschaft ist KONKRET. Die Seligpreisungen (salopp die neutestamentliche Übersetzung des Dekalogs) stehen ja im direkten Kontakt zu den PRIMÄR-Tugenden. bewusst primär, weil die Sekundartugenden( Fleiß Pünktlichkeit, Verlässlichkeit gerade in unserer Jüngeren deutschen Geschichte ( Wannseekonferenz usf..)so missbraucht wurden..

      mehr Gewicht benötigt der Rucksack nicht..

      und jetzt natürlich die Frage wie konkret hat Jesus dann als Folge weitergedacht. .oder hatte er dafür gar keine Zeit..
      da gibt’s diesen einen -offensichtlich nicht unwichtigen- Satz:

      Auf diesen Felsen..! sicher ist in diesem Zusammenhang ja nur, dass ihm die konkrete Gemeinschaft wichtig war und ist..
      die Gestaltung derselben hat er ja völlig offen gelassen, und das war Segen und „Fluch“ (natürlich nicht von Jesus aber im Hinblick auch auf einen, mit zum Teil pathologisch schweren Gewicht beladenen Rucksack) oder könnte man auch folgern; nur „Strukturen“ wo der Primat des lebendigen Lebens nicht verfremdet wird? also „Strukturen des Vorläufigen“ ?-wie Frere Roger eins seiner früheren Bücher betitelte..

      natürlich bin ich nicht blind und sehe die Realität, und gebe auch gerne zu, dass mir als Musiker auch die kirchenmusikalischen
      Schöpfungen Bachs, Mozarts und Beethovens ua. sehr fehlen würden.

      TROTZDEM dieser Stachel bleibt, zugegeben diese Frage jetzt ist sehr verkürzt und provokativ:
      Würde der historische Jesus heute in seine Kirchen „erkannt“ werden- wenigstens so wie ihn die Emmaus Jünger erkannt haben ?

      ich geb das bewusst so vereinfacht ,ohne jede theol.Absicherung in die Runde. vielleicht mag jemand antworten..

      • ..Sorry Druckfehler und falsche Absätze, TROTZDEM der Inhalt ist so von mir gemeint

      • Kann mir jemand aus der runde sagen, worum die 5.Seligpreisung meist mit sanftmütig. keine Gewalt anwenden, Friedfertigen übersetzt wird??
        wäre ..selig die WEHRLOSEN nicht stärker am Urtext dran, gerade im Hinblick Auf die Passion Jesu, der zur Schau gestellte und Gegeißelte. Öl Garten. Kreuzigung etc.??
        Danke für Hinweis.

        • Suarez sagt:

          Sehr geehrter Herr Hopfner,

          nur damit ich über das Richtige rede: In meinem Bibeltext ist die von Ihnen gemeinte Seligpreisung (Fachbegriff: Makarismos) die DRITTE!
          Das griechische Wort (prâos), das im Original dort steht, ist verwandt mit dem deutschen Wort „Freund“ und bedeutet ‚gelinde‘, ‚zahm‘, ’sanft‘, ‚mild‘, ‚freundlich‘, ‚gnädig‘. ‚wehrlos‘ bedeutet es eben nicht.

          • @geehrter Suarez,
            Sorry, dann hab ich die Reihenfolge verwechselt ;ich meinte diese schon.
            Mir geht’s darum, und das ganz im Sinn von Papst Franziskus, das Kriegswaffen(-Polizei muss man MÜGLICHERWEISE etwas anders beleuchten)-also das der Einsatz von Rüstungsproduktionen mit dem Evangelium NICHT kompatibel ist!!
            wenn man diese Wahrheit des Evangeliums Nicht akzeptiert: es gibt GENÜGEND andere“ Rechtfertigungen“, welche die Befürworter für ihre Entscheidungen heranziehen können.

            MIT DEM EVANGELIUM ,und die SEELIGPREISUNGEN sind DER DIAMANT IST DAS NIE KOMPATIBEL:
            Schönen Abend noch.

          • Suarez sagt:

            Sehr geehrter Herr Hopfner,

            Gewalt ist keine der Optionen Jesu. Auch keine der Optionen Gottes. Gerade die vemeintlich so zu Gewalt aufrufenden Stellen in BEIDEN Testamenten sind in der Regel als psychologische Verarbeitungen erfahrenen Unrechts zu deuten. Die Bibel ist uns Menschen nicht fremd. Sie ist Gotteswort in unserem Wort. Wenn Gott die Gewalt nahe gelegt wird, dann nur, weil WIR nicht begreifen, weswegen Unrecht geschieht. Aber solche Stellen müssen immer von der größeren Wahrheit des alle Menschen und die gesamte Schöpfung liebenden Gottes gelesen werden.

      • Gabi sagt:

        Hallo, Ullrich Hopfener, das tat mir gut, Ihren Gedankenfluss mal so aufnehmen zu können. Vieles empfinde ich auch so. Martin Luther und Bischof Gaillot quasi in einem Atemzug zu nennen… und diese Kuckuckseier, die heutzutage auch in meinen Augen der Rückzugsgrund sind für manchen getauften Katholiken, die es damals schon abgetrieben hat…
        Ich bin der Ansicht, wer wegläuft, kann gar nichts mehr einbringen. Also bleib ich drin!

      • chrisma sagt:

        Gute Gedanken, aber lieber @Ullrich, aber weglaufen gilt nicht. Und meinen Glauben kann ich nicht außerhalb unserer Kirche leben. Ja wie würden -ja wie würden wir heute mit Jesus verfahren, ich denke der überwiegende Teil würde ihn erkennen, aber es gibt einige in unserer Kirche und die sind leider nicht machtlos….s. Dostojewski…..

        • @ Gabi und @Chrisma. gerade hab ich versucht einen längeren poste zu senden, aber die EDV Fuzzis haben das in ihrer unvergleichlichen Logik Verhindert..
          deswegen nur kurz:
          Kuckucksei war ganz positiv im Bezug auf die Vaterschaft des hl. Geistes bei der Wahl von Franziskus, die Mehrheit der Kardinäle hat möglicherweise die „Folgen“ dieser Wahl gar nicht bedacht..
          @Chrisma mitnichten mach ich mich vom Acker, die „Revolution“ Jesu gehört viel zu sehr zu meinem Leben ,als dass ich mich von einer wachsenden Anzahl von Fundis vertreiben Lasse!!
          PS. Schön @Chrisma dass sie sich wieder in der Runde bemerkbar gemacht haben.
          hätte gern die längere Version geschickt; aber der Mensch denkt und Gott lenkt?..Schönen Tag noch!

  6. Johanna sagt:

    In einer globalisierten Welt sollte ausgerechnet die katholische Kirche, die schon von ihrem Namen her weltumspannend ist, in nationale oder regionale Einzelkirchen zerfallen?
    Dass dafür ausgerechnet diejenigen Bischöfe plädieren, die sich sonst der überaus wichtigen Rolle der Kirche in der modernen globalisierten Welt sehr bewusst sind, ist nicht erklärbar. Sollte das wirklich der Lösung für eine einzelne Sachfrage geschuldet sein??

    Die Bischöfe sollten doch weltweit zusammenrücken, um ihrer Aufgabe in der modernen Welt gewachsen zu sein, aber wenn drei Wochen Gespräche hier scheinbar wenig bewirken, was kann man noch tun?

    • Michael sagt:

      @ Liebe Johanna,

      es geht ja eben gerade nicht darum auseinanderzufallen! So paradox es im ersten Moment klingen mag, aber gerade die Dezentralisierung soll ein Auseinanderbrechen verhindern! Ich stell‘ mir die Situation gerade vor wie einen Rucksack, der platzt, wenn man zu viel in ihn hineinpackt. Um im Bild zu bleiben: Die Kirche kann nicht alle gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, Erfahrungen, Eigenheiten etc. auf der Welt in ihren eigenen Rucksack stecken und dann auch noch glauben, dass sie auf ihrem „Pilgerweg“ vorankommt (das funktioniert erst recht dann nicht, wenn sich Bischöfe, Priester, Laien diesen Rucksack schnappen und alle in eine andere Richtung laufen wollen). Es geht jetzt darum, mehrere Rucksäcke zu packen und auf vielen Schultern zu verteilen. Nach wie vor ist es aber der Papst, der sagt, wo’s langgeht …!

      Also: Der Papst gibt die Richtung vor, die Kirche vor Ort kümmert sich um die konkreten Herausforderungen – nur so kann was vorangehen. Das is‘ ja eigentlich auch nix Neues, die Kirche nennt das „Subsidiarität“ und hat dieses Konzept sogar selbst entwickelt – nur an der Umsetzung hapert’s. Umgekehrt halte ich es für völlig utopisch, dass sich Bischöfe aus aller Welt zusammensetzen, zu jedem Thema die gleiche Meinung haben, und dann auch noch bis ins kleinste Detail konkrete Vorschläge machen, die überall auf der Welt funktionieren …

      • Pater Hagenkord sagt:

        Ein interessantes Bild, das Sie da verwenden. Darf ich mir das bei nächster Gelegenheit einmal „ausleihen“?

      • Johanna sagt:

        Lieber Michael,
        natürlich gibt es viele Themen, die in verschiedenen Kulturen unterschiedlich umgesetzt wurden und werden, das Prinzip ist sinnvoll und auch nicht neu und wird in Deutschland auch schon immer im großen Stil angewandt.

        Aber, ein Gedanke, den ich von Abtpräses Jeremias Schröder äußerst treffend fand, wenn ich das zitieren darf: „Ich denke an unsere weltweite Klosterfamilie. Unsere Klöster leben sehr unterschiedlich. Da, wo der Wesenskern des Mönchtums angekommen ist, gibt es tiefe Einheit, obwohl sich die äußeren Formen sehr unterscheiden. Aber da, wo ein entscheidender Wert – zum Beispiel persönliche Besitzlosigkeit – nur als Lippenbekenntnis formuliert wird und nicht wirklich in die Tiefe der Lebenswirklichkeit dringt, da zerbricht die Einheit, selbst wenn als Lippenbekenntnis genau das nachgebetet wird, was man anderswo gerne hören möchte.“
        Und ich denke, dass dieses zentrale gemeinsame Fundament in Deutschland schon weitgehend abhandengekommen ist. Denn die Lehre über die Sakramente und über die Familie sind doch sehr zentrale Elemente, und wenn man den Problemen sowohl der Kirche als der Familien in Deutschland begegnen möchte, dann, indem man diese Fundamente erneuert.

        Um bei Ihrem Rucksack-Bild zu bleiben, da ist es egal, ob jeder sich an seinem eigenen Wasserkocher und seinem eigenen Kompass abschleppt, obwohl einer davon ausreichend wäre – für die Kirche dagegen finde ich es suboptimal, wenn jeder mit seinem Kocher sein eigenes Süppchen kocht und mit seinem Kompass in seine Richtung läuft. Zu viel an Gemeinsamem abzugeben und zu verteilen schadet dann der Einheit und Beziehung.

        Wie gesagt, beim deutschen Ruf nach Dezentralisierung schwant mir nichts Gutes.

      • Rosi Steffens sagt:

        Vielleicht ist das Problem der Kirche eher das, dass einige ihrer Vertreter glauben, sie stünden im Recht und müssen sich nicht selbst daran messen. Kirche sollte das Recht nicht nur vertreten, das obliegt dem Papst, sondern die Kirche sollte sich als dienende Kraft Gottes selbst diesem Recht unterwerfen. Damit will ich sagen, die Vertreter der Kirche sind Menschen, auch wenn sie Ämter bekleiden, denen man eine Bedeutung zuspricht, so müssen auch sie sich mit jedem Obdachlosen gleichstellen, der um Almosen bittet. Es ist dieses Gefühl des Hingebens seiner Person an eine fremde Situation, die echte Kommunikation erst zulässt. Was nützt mir ein Rucksack (um bei Ihrem Beispiel zu bleiben), wenn dieser Rucksack zwar voll ist, sein Inhalt aber nicht gebraucht wird? Was nützt mir ein brauchbarer Rucksack, wenn ich nicht wandere? Wie viel Last trage ich, wenn der Inhalt wirklich gebraucht wird? Kirche muss im Herzen eine Mutter werden und nicht nur als solche im Wort stehen. Die Kirchengemeinde zu einem Leben hinführen, dass sie selbst in der Lage ist zu empfangen, das ist doch die große Herausforderung. Dabei auf Regeln zu achten, um sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren, das gilt für alle Gemeindemitglieder, auch den Vorsitzenden. Mütter sind in der Lage ihre Kinder zu guten Menschen zu erziehen, sie müssen sich dazu nur dem Anfang ihres eigenen Daseins unterwerfen. Kinder werden dazu geboren gut zu sein, erst diese Welt macht sie zu dem, was wir Erwachsenen in Kinder hineininterpretieren. Mütter haben die Aufgabe ihren Kindern das Gottvertrauen zu schenken, das sie selbst durch ihre Kinder empfangen dürfen. Gott richtet sein Wort an Mütter, durch die Kinder. Ich war erschrocken über die Worte meines Sohnes, als er den häuslichen Frieden damit störte, als er in den Kindergarten kam, doch ich machte mich für ihn auf den Weg, die Ursachen dafür zu finden. Die Welt ist nicht schlechter als zu meiner Kindheit, sie ist nur viel erwachsener geworden und verliert ihre Kinder immer mehr aus der Obhut. Nicht die Kinder sind das Problem dieser Welt, es sind die Mütter, die sich in den Vordergrund stellen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen statt den Ansprüchen ihrer eigenen Kinder die Liebe entgegenzubringen, die sie selbst bereits empfangen haben. Liebe ist die Kommunikationsebene der Kinder, solange wir die nicht erreichen, so lange werden wir auch keinen Rucksack brauchen, denn alles außer Liebe hat jeder Mensch im Übermaß. Die Liebe dieser Welt reicht nicht einmal mehr so weit, dass wir Gott dieses Leben zusprechen, wir nehmen es als Produkt unserer eigenen Leistung als Lohn für unser Tun. Niemand auf dieser Welt hat dieses Leben wirklich verdient außer der, dessen Liebe Gott erreichen kann, denn wir nutzen seine Kraft, die er unseren Kindern schenkt, um ihren Eltern zu zeigen, was sie im Glauben stärken kann. Wenn man es genau nimmt, dann liegt in jedem Kind ein Auftrag Gottes an den Menschen. Da reicht es nicht Kinder mit Fachausdrücken zu belegen, denen man dann medizinische Mittel und Maßnahmen entgegensetzt, um das im Zaum halten zu können, was eigentlich nur unsere Zuwendung fordert und damit die Zeit, die wir oft lieber in andere Dinge investieren, um uns selbst zu befriedigen. Wir stehen wirklich am Ende unserer Weisheit, denn Gott entzieht uns als Erwachsenen Möglichkeiten, um sie den Kindern zu vermitteln, in der Hoffnung sie mögen daraus etwas Sinnvolles bauen. Wir Eltern bürden den Kindern den Rucksack unserer Vorgeschichte auf, weil wir nicht bereit dazu sind, diese Geschichte so anzunehmen, dass die Liebe, die wir von Gott dafür erhalten in unsere gemeinsame Zukunft fließt. Es ist eine Entscheidung, die wir einmal im Leben treffen müssen, um diesem Leben gerecht zu werden, das bereits durch unsere Kinder in den Händen derer liegt, die teilen. Teilen wir uns einen Rucksack oder trägt jeder sein eigenes Gepäck? Ich glaube kein Mensch kann alleine das tragen, was jeder von uns im Glauben an Gott gewinnen kann. Es gibt jedoch Menschen, die sind in der Lage diesen Gewinn in Demut vor Gott zu teilen und diesen Menschen sollte man vertrauen können, denn in ihren Händen liegt das Brot für die ganze Welt. Kirche ist der Garant für den gläubigen Christen, auch sie wächst an ihren Aufgaben als Mutter mit in die Zukunft, um den Glauben zu erhalten, den Gott ins Leben rief, um sich selbst im Menschsein zu verwirklichen. Ich persönlich bin sehr dankbar für eine Kirche, die aus Menschen besteht.

        • S.G. sagt:

          Liebe Rosi Steffens,
          ich wurde tief berührt von ihrem Kommentar! In letzter Zeit verstehe ich Ihre Texte immer mehr (am Anfang konnte ich Ihren Texten schwer folgen – ich fand sich zu vergeistigt). Der heutige Text hat mich wirklich zu Tränen gerührt! Sie haben es auf den Punkt gebracht: Nur die Liebe zählt, weil Gott die Liebe ist. Was nutzt einem der ganze Rucksack (Lehrsätze, Dogmen, usw.), wenn er nicht angewandt wird, weil der Inhalt nicht bekannt ist. Nicht jeder Katholik kennt sich mit allen Regeln der Kirche aus (Inhalt des Rucksacks) und kann diese somit nicht anwenden. Wenn ein Christ aber nur den Teil vom Evangelium anwendet, den er verstanden hat, dann ist schon alles nach Gottes Willen erfüllt ( Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es! – nach Frère Roger). Gott ist die Liebe und er will, dass die Menschen zu ihm zurückfinden, deshalb wurde er sogar in Jesus Christus Mensch! Wenn wir ihm mit der gleichen Liebe zurück antworten würden, dann bräuchten wir keine Synoden, die klarstellen müssen, wie das Evangelium auszulegen ist. Die Liebe ist universal und hat überall auf der Welt den gleichen Ursprung – nämlich das Herz des Menschen. Wenn das erkannt wird, wäre die Dezentralisierung kein Problem.
          Ihren Satz:“ Gott richtet sein Wort an Mütter, durch die Kinder.“ kann ich für mich voll bestätigen. Durch meine Kinder habe ich zu Gott und zur Kirche wieder zurück gefunden☺. Bevor ich wieder zurück zur Kirche fand, war ich unzufrieden und unausgefüllt, obwohl ich einen tollen Ehemann, zwei liebe Kinder und ein sicheres Zuhause habe. Mir fehlte irgendetwas, ich konnte es aber nicht definieren. Hierzu passt folgender Satz, der von Basilius dem Großen stammt:
          Wir können uns die göttliche Liebe weder nehmen noch sie lernen, sie gleicht vielmehr einer Art geistigem Samen, der tief in uns eingepflanzt ist. In diesem Keim ist alles angelegt, was die Beziehung zwischen Mensch und Gott möglich macht.
          Die Kirche, als Braut Christi, hat die Aufgabe, diesen geistigen Samen durch die Sakramente zum Keimen zu bringen…

      • Alberto Knox sagt:

        ich halte dieses bild auch für sehr treffend! eine gelungene metapher!

  7. Michael sagt:

    Ja, klar doch! Bilder weiterzugeben ist ja wohl gute katholische Tradition! 🙂

  8. „Heilsam dezentral und universal“ –
    Bestimmt ist dies keine Schnelltherapie; viel eher ergeben sich daraus längere, nicht immer konfliktfreie Prozesse. Dass dies heilsame Wandlungsprozesse sind, die eine gute Entwicklung voranbringen, dessen bin ich sicher.

    In diesem Zusammenhang möchte ich zwei persönliche Highlights nennen, die, so denke ich, zum Thema passen.

    Das erste stammt aus dem Hause „Radio Vatikan“ mit dem Titel
    Zungenrede und iPhone-Botschaft des Papstes: Die Ökumene von Seiten der Evangelikalen
    de.radiovaticana.va/articolo.asp?c=777899

    Es geht um Ökumene, um Vielfalt und alles, was damit zusammenhängt, auch das Schwierige. Ich darf hier Bischof Tony Palmer zitieren:

    „(…) In den ersten 1.000 Jahren gab es nur eine Kirche. Nach der Trennung in Ost und West und der Reformation waren es drei Konfessionen. Seitdem sind 33.000 neue Konfessionen entstanden. Ich habe verstanden, dass Verschiedenheit göttlich ist, nur Trennung ist diabolisch.“

    Das zweite Highlight gehört zu meinen Allzeit-Lieblingsbüchern, das ich immer wieder zur Hand nehme, sobald der Durcheinander in meinem Kopf ein gewisses Ausmaß erreicht hat. .

    Eris & Eirene – Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen
    und Konflikten / Herbert Pietschmann. – Wien:
    Ibera Verlag/European University Press GmbH., 2002
    ISBN 3-85052-131-1

    Einheit und Vielfalt, Freiheit und Ordnung, Fortschritt und Tradition, sind nur einige Themen, die in diesem Buch diskutiert werden; auch die Dreifaltigkeit ist dem Autor ein Anliegen.

    Herzlichst, Euer Lese-Esel

  9. Alberto Knox sagt:

    dezentral bedeutet ja nicht, dass bei wesentlichen glaubensinhalten jetzt beliebigkeit herrrscht. nein, im wesentlichen gibt es einheit (auch wenn sich diese einheit verschieden ausdrücken kann: mailand und tolendo haben einen eigenen ritus für die messe – und sind nicht etwas trotzdem, sondern deswegen katholisch. um nur ein beispiel zu nennen).

    freilich gibt es auch missbräuche des anliegens der dezentralisation. besonders gut ist das im bistum regensburg zu beobachten, wo man eine – ich formuliere es spitz – joseph-ratzinger-idolatrie betreibt und sich der bischof nicht scheut, sogar pegida-affine worte zu benutzen. kostprobe gefällig?

    anfang oktober predigte bischof voderholzer zum rosenkranzfest (http://www.bistum-regensburg.de/typo3conf/ext/mediathek_main/uploads/3/151009_RosenkranzprozessionPredigt.pdf). dieses fest wurde im jahr 1571 eingeführt, da der papst gott für den sieg einer christlichen flotte über eine muslimeischen danken wollte.
    nach dem ii. vaticanum und dessen dokument nostra aetate sollte man glauben, dass christen darauf verpflichtet sind, von muslimeb mit hochachtung zu reden.
    doch der regensburger bischof kommt affirmativ auf diesen hintergrund zu sprechen! er spricht mit vorurteil vom „Abwehrkampf“ des christlichen abendlands gegen den „vorwärtsdrängenden Islam“ auf.
    auch im weiteren ist ein pauschal islam-kritischer Ton zu lesen:

    – „Was bewegt dieses Volk [gemeint ist das „christliche“ deutsche], wovon ist es getragen, woran glaubt es, dass es so gastfreundlich ist und Opfer für die Fremden aufzubringen bereit ist, die wir in islamischen Ländern nicht erleben?“

    das ist schlicht sachlich falsch. die türkei nahm fast 2 millionen flüchtlinge auf, der libanon mehr als eine million, jordanien hunderttausende.

    – „Der ganze Abgrund zwischen Islam und christlichen Werten wird hier deutlich.“

    eine ganze religion wird pauschal als gewalttätig vorverurteilt – was sagen wohl Millionen seit jahrzehnten friedlich und freundschaftlich mit und bei uns lebender Muslime dazu? und das gerade zur 50-jahrfeier von nostra aetate.

    – das perfide „erst einmal“: „Die Menschen, die Muslime, die aus den genannten Ländern fliehen, sie kommen erst einmal nicht, um das Abendland zu erobern.“ damit insinuiert der bischof, dass die flüchtlinge nachträglich eben doch europa erobern wollen!

    für solche bischöfe kann man sich als christ nur schämen. immerhin zeigen solche bischöfe aber auch, dass sie nicht auf der seite eines wirklich guten papstes sind.

    • Suarez sagt:

      Holla die Waldfee. Da hat sich der Regensburger Bischof aber gehörig vergallopiert. Er sollte um Entschuldigung bitten – und umkehren. Das ist kein Weg in Gehorsam dem 2. Vatikanum und dem Papst gegenüber.

      • Angelika Oetken sagt:

        Laut Gerüchteküche sind es zwei Jesuiten, die für Herrn Vorderholzer die Reden schreiben. Der Bischof selbst legt Wert darauf, „Sohn einer sudetendeutschen Mutter“ zu sein. Entsprechend ist wohl seine politische Gesinnung.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Das ist jetzt aber völlig ohne Bezug zu irgend einer Tatsache. Gerüchteküche, was soll das bitte heißen? Und was hat die Herkunft aus dem Sudentenland mit der politischen Gesinnung zu tun?

          • Angelika Oetken sagt:

            Lieber Herr Hagenkord,

            „aus gut informierten Kreisen“…. also „Flurfunk“:
            Informationen, die aus einer Institution heraus nach außen sickern oder gezielt von dort aus verbreitet werden. Entweder von Whistleblowern oder von Angehörigen der Organisation, um die es geht. Zu welchem Zweck auch immer.

            Der Flurfunk wäre nahezu wertlos, gäbe es nicht die „Buschtrommeln“. D.h. Externe, die Daten und Hintergrundinfos miteinander abgleichen und mittels strukturierter Schlussfolgerung den Wahrheitsgehalt und vor Allem den Zweck der Whistleblowerei ergründen. Und zwar im Team. So dass aufbereitete Nachrichten informell verbreitet und ggf. veröffentlicht werden können.

            Der kürzlich verstorbene Helmut Schmidt war extra ins Verlagswesen eingestiegen, um sowas umzusetzen. Das können meine MitstreiterInnen und ich uns leider nicht leisten 😉

            Zur sudentendeutschen Herkunft: das sagt doch erstmal gar nichts darüber aus, welche politische Gesinnung jemand hat. Aber wenn eine Person sich selbst in der Öffentlichkeit so tituliert, dann darf ich doch davon ausgehen, dass sie eine politische Nähe zur strammdeutschen Landsmannschaft hat oder?

            VG
            Angelika Oetken

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie versuchen tatsächlich, das auch noch als ernsthaft hinzustellen und zu verteidigen? Dass jemand, der die Traditionen seiner Herkunft – die ja unter Flüchtlingen noch auf ganz andere Weise zur Identitätsbildung gehören als bei anderen – weiterträgt, gleich als „strammdeutsch“ verunglimpft werden, ist schon ziemlich unverschämt. Dass sie dann aber auch noch diese Gerüchteküche als etwas Ernst zu nehmendes betiteln, weil es ja nicht nur Flurfunk ist, sondern auch noch Buschtrommel, das hat schon tragikomische Züge. Konstruktiv ist das nicht, informativ auch nicht, es hat noch nicht einmal was mit Meinung zu tun. Das ist nur noch uninformierte üble Nachrede.

    • Gabi sagt:

      Der Link zum Predigttext von Bischof Rudolf Voderholzer…Nun ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm… Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass die kriegerische und niederträchtige Geschichte der Völker bestimmender sein soll als die Liebe, die Jesus gepredigt hat. Muss man einfach nur das Eine (die menschlichen Völkerschlachten) gegeneinander abwägen? Ich denke anders…

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