Jahrmarkt der Eitelkeiten, II.

Ein Nachtrag: Gestern haben wir gemeldet, dass Papst Franziskus veranlasst hat, dass eine Statue seiner Person entfernt wird. Das Erzbistum Buenos Aires – sein eigenes bis vor kurzem – hatte sie im Garten hinter der Kathedrale aufgestellt, vermutlich aus Freude darüber, dass der Papst einer der ihren ist. Diese Statue – mannshoch, wie berichtet wurde – wurde schnell der Anziehungspunkt für Touristen.

Jetzt also das aus: Der Papst will keine Statuen von sich. Sobald er gehört habe, dass es diese Statue gebe, habe er ihre Entfernung veranlasst.

Zur ‚Vatity Fair’ Geschichte von Gestern habe ich einige Radio-Interviews gegeben, unter anderem wurde die Frage gestellt, was denn der Papst davon hält, sich auf dem Cover der Modezeitschrift zu sehen.

Die Antwort gibt Buenos Aires.

 

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14 Antworten auf Jahrmarkt der Eitelkeiten, II.

  1. Teresa_von_A. sagt:

    Mit anderen Worten, man hat ihn nicht begriffen. Statue und dann pilgern..die Verkaufszahlen der Hefte mit Papstbild auf der Titelseite werden sich stark erhöhen.Bekommt der Papst etwas ab von dem Erlös und kann es den Armen geben?.Nach seinem Tod wird er es nicht verhindern können, es sei denn, er legt es vorher testamentarisch fest.Du sollst dir keine Götzen basteln.Den Heiligen geht es auch nicht anders.Sie haben von Gott gesprochen und der Mensch vergöttert.Der Rummel auf dem Petersplatz sollte vielleicht auch mal bedacht werden.Wenn Kirche und besonders der Vatikan stets angegriffen werden wegen ihres angeblichen Reichtums, dann auch die Pilger wegen der Pilgerfahrtkosten.Auch die kann man spenden.Wenn alle, dann alle.Am Papst sieht man, dass ein Jesuit durchaus Papst werden kann, ohne seine Ideale zu verraten.Im Gegenteil, er kann sie wunderbar einbringen. Ob das verstanden wird, steht auf einem anderen Blatt.Franziskus macht sehr viel Geistiges. Ebenso wie Benedetto.Wenn sie nicht verstanden werden, muss das nicht an ihnen liegen.

  2. Silvia Brückner sagt:

    Ja, der Papst lebt wirklich, was er predigt. Hier noch ein Link, wonach er spontan den päpstlichen Fuhrpark inspiziert haben soll:

    http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_64447436/nobelkarossen-papst-franziskus-inspiziert-vatikan-garage.html

  3. Dolorus sagt:

    Das macht eben die menschliche Größe diese Pontifex Papst Franziskus aus. Heißt es nicht schon in den Zehn Geboten:”Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine Fremden Götter neben mir haben und keine Götzenbilder anbeten.” Weiterhin sagt uns “Jesus der Christus”: “Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden”. Ich bin mir ganz sicher, sowohl bei Papst Franziskus, als auch bei Papst em.Benedikt XVI.gibt es nur dies als absolute Glaubensgrundsätze, nämlich den Vorzug Gottes vor allen Dingen und das zeigt ihre tiefe Frömmigkeit und die uneingeschränkte Liebe und Verehrung des Herrn und Dreifaltigen Gottes. Würden sie sich wohl sonst so gut verstehen? Ich möchte wirklich nicht spekulieren, aber vielleicht erleben wir auch noch, dass Papst Franziskus zukünftig bei Selig- und Heiligsprechungen (was ja Kirchenkritiker oft als modernen Personenkult interpretieren) härtere Vorschriften formuliert und anwendet?

  4. Carmen Fink sagt:

    Ich denke Papst Franziskus wird es nicht mögen als Coverman für diese Zeitschrift benutzt zu werden, leider kann er nicht verfügen dies zu unterlassen.
    Auch in Italien genauer in Napoli haben die Menschen eine Statua di Papa Bergoglio tra le patate, gesto devozionale a Cicciano, Napoli
    aufstestellt. Abwarten ob die auch entfernt wird.

    Leggi il resto: http://www.linkiesta.it/ergastolo-papa#ixzz2YovKoOVT

    Die Generalaudienzen finde ich wichtig für die Menschen. Die Predigt des Papstes und dieses Gemeinschaftsgefühl wärend des gemeinsamen Gebetes, die große Freude, die Papst Franziskus den Menschen schenkt, wenn er durch die Massen fährt, geht zu Herzen.
    Und in Bezug zu Bescheidenheit des Papstes, am Sonntag fliegt er nicht mit dem Hubschrauber sonder fährt mit dem Auto nach Catelgandolfo. Ja, er lebt was er predigt.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Carmen Fink, das Gemeinschaftsgefühl kann man zuerst in seiner Kirchengemeinde haben.Wenn alles nur beim Gefühl bleibt, ist es fehl am Platz.Ich kenne Lourdes, ich kenne Generalaudienz in Rom. Ich kenne Gottesdienst mit Benedetto im Olympiastadion.Und ich kenne Weihnachtsgottdienste mit Menschen, die sich ansonsten nie blicken lassen.Von unseren regelmäßigen Fatimapilgern nicht zu reden. Was ist geblieben?

      • Carmen Fink sagt:

        Liebe Teresa_von_A.
        das eine schließt das andere nicht aus finde ich. Natürlich haben sie Recht, aber man kann den Menschen auf dem Peterplatz nicht absprechen tief im Glauben
        verwurzelt zu sein, Jesus zu lieben und ihm nachzufogen. Ich bin ein hoffnungsvoller Mensch, ich glaube Gott zeigt uns den Weg, hören wir hin.

      • Teresa_von_A. sagt:

        Das Gemeinschaftsgefühl kann sich gerade bei diesem Papst aus einem für uns fernen Land entwickeln.Aber nicht so hocherhaben, wie man es gerne hätte. Er verweist uns auf die ungemütlichen Ränder der Erde. Petersplatz in Rom und Lampedusa..was haben die beiden gemein?Armutsviertel in der sogenannten dritten Welt. Gemeinschftsgefühl in der eigenen Gemeinde, so, dass kein Neuer reindarf, oder zum Teil der Friedensgruß verweigert wird.Das kenne ich von Berlin.Gottesdiensttourismus. Dass man nicht mit anderen Gemeinden zusammenarbeiten will.Massenrausch lenkt ab. Zig Clübchen gibt es in der katholischen Kirche. Jeder für sich.Und innerhalb dieser Clübchen besteht Gemeinschaft nur während der besonderen Gottesdienste.Danach nicht mehr.Der Erzbischof oder der Kardinal als zusammenhaltender Einzelner. Denen reist man auch hinterher.Der Segen des Kardinals ist so berauschend, seine sozialkritischen Predigten nicht so?Rausch ist das, mehr nicht.

        • KRP sagt:

          Und solange die Menschen dem Rausch hinterherlaufen wird sich die Statuenanbetung sicher auch nicht ändern. Hoffentlich wird Papst Franziskus verstanden das nicht er angebetet wird sondern Gott.

          • Andreas sagt:

            Devotionalien werden sich im Katholischen bestimmt nicht ausrotten lassen, aber sie sollten in Bezug auf den Dargestellten posthumen Charakter haben. Der heilige Franziskus mit brauner Kutte, goldener Aureole und Vöglein auf der Hand ist durchaus recht hübsch anzuschauen und gewiß ein Liebling aller in einem katholischen Umfeld aufwachsenden Kinder, die Streicheltiere mögen und später einmal Tierarzt oder -ärztin werden wollen.

  5. Arnd sagt:

    Na ja, da solte man nicht so rationalistisch streng sein. Die Heiligen werden ja nicht angebetet und auch nicht als Ersatz für Gott gesehen. Es sind keine Götzen. Es macht den katholischen Glauben gerade aus, dass er ausgesprochen personal, also konkret ist, im Gegensatz zum Protestantismus. Wir Lebenden sind Gemeinschaft der Heiligen mit den Verstorbenen, sie gehören zur Kirche und damit zu uns, daher wird Franziskus da auch sicher nichts verändern. Und Benedikt im Olympiastadion war für mich schon ein großartiges Erlebnis, vor allem das Vater Unser. Das war nicht nur Gefühlsduselei, sondern macht eine weltumspannende Gemeinschaft der Gläubigen sichtbar, hat also eine spirituelle Dimension.

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