Kein unbedingtes Recht auf Eigentum

Wenn man von Widerständen gegen Papst Franziskus spricht, dann meint man meistens vermutete Gegner im Vatikan. Die meisten Widerstände gegen den Papst finden sich aber gar nicht hier, sondern außerhalb des Vatikan. Und die meisten dieser Widerstände – zumindest in unserer westlichen Welt – haben mit seiner Denkweise zu Wirtschaft und Gesellschaft zu tun. Stichwort: „Diese Wirtschaft tötet“.

„Die Kirche verachtet die Reichen“, wusste eine Zeitung, „Kapitalismuskritik ist katholische Brauchtumspflege“ eine andere, dazu noch christliche Zeitung. „Jesus Christ is a Capitalist“ tönte es aus den USA herüber, ziemlich absehbar und nicht wirklich originell. Aber es wird durch die Bank „The Vatican’s Journey from Anti-Communism to Anti-Capitalism“ beklagt. „Would someone please shut that Pope up?“ ist die notwendige Konsequenz solcher Art Fundamentalopposition.

Zwei italienische Journalisten haben jetzt ein Buch dazu veröffentlicht, in dem Buch ist auch ein Interview mit Papst Franziskus zum Thema enthalten, das ich für RV zusammengefasst habe. In einer kurzen Variante findet es sich auch auf der Webseite, für die die beiden Autoren arbeiten.

 

Verwurzelt in der Tradition der Kirche

 

Zwei Dinge möchte ich hervorhzeben: Zum einen, wie wichtig die Tradition für den Papst ist. Die ganzen Vorwürfe gegen ihn wurzeln ja meistens darin, dass man meint, der Papst würde Neuerungen einführen, vom Papst der Freiheit (Johannes Paul II.) zum Papst der Bevormundung (Franziskus) und so weiter, wie oben im „journey from …“ angedeutet. Der Gipfel war während und nach dem Treffen mit den Volks-Bewegungen im vergangenen Jahr zu spüren, von denen einige wirklich politisch sehr links anzusiedeln sind.

Dagegen führt der Papst aber die Tradition der Kirche an. Es ist schon ein wenig witzig: All denen, die den Papst mit Blick auf die Tradition zurechtweisen wollen, sagt Papst Franziskus, dass es durchgehend durch die Geschichte eine klare Linie in Bezug auf den Umgang mit Armen gegeben habe. Er beginnt im zweiten und dritten Jahrhundert und arbeitet sich sozusagen bis Benedikt XVI. durch.

Unsere Wirtschaft mag sich in den vergangenen Jahrhunderten gewandelt haben und die Kritik heute anders klingen, aber sie geht zurück auf die frühe Kirche, ja auf das Evangelium selbst. Wer will, dass der Papst die Klappe hält, wie ein unerleuchteter US-katholischer Journalist zu meinen glaube, möchte schicht dass die gesamte Tradition der Kirche die Klappe hält und nicht beim Geldverdienen stört.

Das zweite, was ich betonen möchte: Die klare Aussage, dass es kein unbedingtes Recht auf Eigentum gibt. Wichtig ist die Qualifikation „unbedingt“, Eigentum ist also ein Recht, aber es steht nicht alleine und absolut, sondern bezieht sich auf die Anderen, das Gemeinwohl oder wie auch immer man das definieren will. In der deutschen Verfassung findet sich der Gedanke, dass „Eigentum verpflichtet“, aber die Gedanken, die Papst Franziskus von Papst Paul VI. übernimmt, gehen um einiges weiter. Es geht darum, dass niemand das Recht haben kann, Güter für sich zu behalten, wenn jemandem anderen etwas fehlt. Dort endet das Recht auf Eigentum.

 

Fetisch Eigentum

 

In vielen Büchern und Biographien wird den lateinamerikanischen Wurzeln des Papstes nachgegangen, meistens sehr klug und für mich erhellend. In der schnellen Meinung übersetzt sich das aber leider dann in eine Auffassung, all diese Einschätzungen habe er aus einem bestimmten wirtschaftlichen Zusammenhang mitgebracht und er kenne unsere soziale Marktwirtschaft nicht richtig.

Mit dem Interview und den Verweisen wird aber einmal mehr klar, dass das so nicht stimmt. Der Papst, der das Recht auf Eigentum so stark eingeschränkt hat, war Paul VI., aus dem wohlhabenden Norditalien, der Freund der italienischen Christdemokraten wie Aldo Moro. Es liegt nicht an den Erfahrungen einer Caudillo-Wirtschaft und der Erfahrung eines bankrotten Argentiniens, seine Ausführungen zu Ausbeutung lassen sich nicht auf seine Herkunft zurückführen und damit für unsere Breiten stumm machen. Die US-amerikanischen Kritiker haben schon recht, damit meint er wirklich die gesamte Art und Weise, wie heute Wirtschaft betrieben wird.

Und der Dreh- und Angelpunkt ist der Mensch: Steht er als geschaffenes Wesen im Mittelpunkt, oder ist er Mittel für das Funktionieren einer Wirtschaft? Geht es um den „Wirtschaftsstandort“, um die dämlichste der vielen Begründungen der vergangenen Jahrzehnte anzuführen? Oder steht der Mensch im Zentrum des Denkens?

Der Papst ist kein Revolutionär, oder wenn er einer ist, dann in der Tradition der Kirchenväter aus dem zweiten Jahrhundert und in der Tradition Pauls VI. und Pius XI., der vom „Imperialismus des Kapitals“ gesprochen hatte. Aber der Papst ist unbequem, weil er uns dazu bringen will, unsere Welt anders zu sehen, nämlich mit den Augen Jesu, der nicht die Mächtigen aufsuchte, sondern die Armen und Kranken.

Die Botschaft mag alt sein, die Botschaft mag urchristlich sein, aber sie ist nach wie vor eine Herausforderung – und für einige eine Zumutung – für die Glaubenden heute.

 

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54 Kommentare zu Kein unbedingtes Recht auf Eigentum

  1. Vom-anderen-Stern sagt:

    Eigentum ist Macht – und die verpflichtet unbedingt, insbesondere die geistige.

  2. Videns sagt:

    Wenn es kein Recht auf Eigentum gäbe, dann hätte sich Gott auch das 10. Gebot sparen können.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wieso, es gibt doch auch ganz legitimen Besitz, den jeder Mensch braucht und den der Papst ja auch gar nicht bezweifelt. Die Gebote sind ja auch weniger Gesetze, als zehn „Worte“, wie sie in der jüdischen Tradition genannt werden, Wege zu und mit Gott.

      • Videns sagt:

        Wer definiert, welcher Besitz legitim ist und welcher nicht?

        Wenn Sie den 10 Geboten den Gesetzescharakter absprechen und sie zu bloßen Worten degradieren, begeben Sie sich auf mächtig abschüssiges Gelände, das man als katholischer Priester besser meiden sollte.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Nein nein, es geht nicht um ein „bloß“, mir geht es um eine Erweiterung. Um Gebote zu verstehen, muss man mehr im Blick haben als einen Gesetzes-Charakter à la StGB. Das sind die Gebote Gottes nicht. Also hilft uns eine Erweiterung, sie besser zu verstehen.
          Und: Ich definiere das nicht, brauche ich auch nicht, der Papst hat das getan.

        • S.G. sagt:

          Pater Hagenkord will den 10 Geboten nicht den Gesetzescharakter absprechen – er will damit zum Ausdruck bringen, was Gott mit den 10 Geboten im Sinn hatte:
          „Weil ich Dich aus dem Sklavenhaus Ägypten herausgeführt habe verpflichte ich Dich auf diese Gebote…“
          Gott möchte, dass sein Volk niemals mehr versklavt werden soll, nicht nur körperlich sondern auch geistig. Indem das Volk Israel sich an die Gebote hält (vergleichbar mit Schwimmbojen im Meer -> die Schwimmbojen sind gesetzt, das Badegebiet ist damit abgesteckt) bleibt es in der Freiheit der Kinder Gottes und vor den Gefahren der Unfreiheit geschützt. Wenn das Volk Gottes sich über die Gebote hinwegsetzt (ins Meer schwimmen und somit die Warnung der Schwimmbojen nicht beachtend) wird es wieder in die Sklaverei zurückfallen, die durch die Herausführung aus Ägypten mit Gottes Hilfe überwunden wurde. Der Weg zu und mit Gott kann nur in Freiheit der Kinder Gottes beschritten werden durch die Einhaltung der Gebote. Die ersten drei Gebote beziehen sich auf das Verhältnis des Menschen zu Gott und die sieben weiteren auf das Verhältnis des Menschen zu seinem Nächsten. Wir sehen heute ja allzu deutlich, was die Nichtbeachtung der „Schwimmbojen“ nach sich zieht: Die Menschheit wird versklavt (durch Armut, Menschenhandel, Macht, Geldgier, usw.). Wir dürfen im Meer schwimmen (sprich Eigentum haben) er darf aber nicht dazu führen, dass wir durch ihn unfrei, versklavt werden. Siehe auch das Gleichnis vom reichen Kornbauer:
          Das Gleichnis vom reichen Kornbauer (Lk12,16-21)

      • Toribio sagt:

        Nur mal einiges Grundsätzliches aus meiner Sicht:

        1. Eigentum

        Alles was ich rechtmäßig erworben habe, durch Arbeit, Kauf, Erbschaft, Spiel unter eigenem Mittel-/ Geldeinsatz geht durch Rechtsgeschäft(Vertrag) / Rechtskraft in mein Eigentum über.
        Rechtsgeschäft(Vertrag) / Rechtskraft u.s.w. werden in unserem Rechtsstaat durch Gesetze geregelt.

        Ergo gibt es auch ein klares und unbedingtes Recht auf Eigentum.

        Dieses Eigentum gehört mir, weil ich es rechtmäßig erworben habe und niemand hat ein Recht darauf, mir dieses für sich oder einen anderen wegzunehmen oder anzueignen.

        2. Besitz

        Besitz aber kann, muß aber nicht mein Eigentum sein.
        Durch Verfügung/ Vertrag kann mir nämlich ein Dritter sein Eigentum/ seinen Besitz anvertrauen, um ihn für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit zu verwalten.
        In jedem Falle besteht jedoch eine Rückgabepflicht, wenn der Übergeber seine Sache wieder
        rechtmäßig zurückfordert.
        Das fordert von mir dass ich diesen Besitz so behandle, verwalte, wie ich es mit meinem Eigentum tun würde. Ich darf es also nicht wissentlich/ vorsätzlich veruntreuen, auch wenn ich es nur verwalte, da dass Gesetz für einen derartigen Vertrauensbruch mit einer empfindlichen Strafandrohung droht.

        3. Zehn Gebote als Grundlage für unser Rechtssystem

        Alle diese Gesetze basieren nach meiner Überzeugung als gläubiger Christ auf den Aussagen der zehn göttlichen Gebote .
        Die Gebote 1 – 3 beziehen sich auf die Gottesliebe, die Nächstenliebe und die Eigenliebe.
        Diese10 Gebote hat unser Herr „Jesus der Christus“ in seinen Gleichnissen und seiner Lehre in Verbindung mit der Hl. Schrift klar festgelegt und verbindlich für seine „Christliche Kirche“ verfügt.
        Im Laufe der Jahrhunderte haben dann Kirchen und weltliche Macht diese Gebote als Grundlage für unsere weltlichen Gesetze aufbereitet und sie in kirchlichen und weltlichen Gesetzen als verbindlich verfügt.
        Leider hat aus meiner Sicht die RKK hier den Bogen aus Kirchen immanenten Erwägungen etwas überspannt, was sich zum Beispiel im großen/ kleinen Katechismus sowie im Beichtspiegel des Gotteslobes der Deutschen Bistümer im Überfluss zeigt und belegen lässt.

        4.

        Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Papst Franziskuss meiner Aussagen gem. 1. – 3.
        im Klaren ist, dass GOTT seine Gebote so angedacht hat, wie es z. B. – S.G. – 11. Januar 2015 um 16:55 – hier im Blog sagt, nämlich als Begrenzungsbojen und Markierungslinien für das menschliche Verhalten.
        Die RKK wollte sicherlich Gutes tun und hat zwischen den Bojen so dichte Netze gespannt, dass sich die Menschen immer wieder darin verfangen mussten.
        Dies hat in der Folge dazu geführt, dass sie sich gegen dieses Gefängnis der RKK auflehnten und ihr sogar vielfach den Rücken kehrten.

        Der Hl. Vater Papst Franziskus und einige wenige Kleriker mit hohem geistigen Niveau haben das in Ihrer Erleuchtung durch den Hl. Geist erkannt.
        Sie versuchen nun in ihrer Nächstenliebe und ihrer Liebe im Verantwortungsbewusstsein vor Gott, ihrer Kirche der gläubigen Christen, durch verantwortliche Auslotung der Möglichkeiten im Rahmen der Hl.Schrift ihren Gläubigen,die sie zwischen den Bojen navigieren mehr Luft und Freiheit im Namen der und durch die göttliche Führung zu verschaffen, ohne die von GOTT gesetzten Bojen zu verschieben.
        Leider aber sehe hierbei in der RKK und im Vatikan viele Widersacher gegen den päpstlichen Kurs.
        Ich bin mir aber sicher „GOT T der DREIFALTIGE“ wird Papst Franziskus und seinen unterstützenden Helfern den Rücken so fest stärken, dass sie letzendlich im seinem Sinne und
        unter Entwirrung der o. a. Netze den Gläubigen wieder mehr Luft verschaffen zum Wohle und zur Stärkung unserer Kirche der gläubigen Christen.
        Wollen wir sie im Gebet unterstützen.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Zu erstens widerspricht Ihnen der Papst, und nicht nur dieser. Und er hat auch völlig recht, die Kirchenväter zu zitieren. Benedikt XVI. hat sogar das Alte Testament dahingehend ausgelegt, dass der Einsatz für die Armen und der Glaube an den einen Gott ähnlich hohe Gewichtung haben. Die Gebote Gottes kennen zum Beispiel auch das Jobeljahr, wo an und für sich rechtmäßiger Besitz dem Vorbesitzer zurückgegeben wird, wo Schulden einfach gestrichen werden und so weiter. Ich sehe in den Geboten auf keinen Fall eine Fundierung eines absoluten Rechts auf Eigentum. Im Gegenteil.

          • Toribio sagt:

            @ Pater Hagenkord

            Danke für Ihre Antwort.

            Folgendes möchte ich Ihnen antworten:

            Als katholisch getaufter Christ bin ich seit 65 Jahren Angehöriger der Glaubensinstitution RKK.
            Im Rahmen meiner Volksschul- und Gymnasialausbildung durfte ich sehr viel und auch tiefer schürfendes über meine und verschiedene andere Religionen erfahren und teilweise auch vertiefen.
            Dass ich mich im Innern und aus gewachsener Überzeugung eigentlich von der RKK und ihrer Glaubenslehre aus Gründen, die ich hier schon mehrfach versucht habe darzulegen, ziemlich zurückgezogen habe, ist ein Faktum, das seinen Ursprung in der Kirchengeschichte dieser Religion hat.
            Mit den aus meiner Sicht überwiegend von Klerikern und Kirchenfürsten verursachten negativen und für mich unchristlichen Machenschaften in über zwei Jahrtausenden habe ich so meine Probleme, die mich an der RKK als wahre christliche Religion zweifeln lassen.
            Dies betrifft zwar aus meiner Überzeugung nicht meine Einstellung zum urchristlichen Glauben, wie ihn unser „Herr und Meister Jesus der Christus“ als Mensch gewordener Sohn Gottes gelehrt hat.
            Die RKK erreicht mich mit ihrer über Jahrhunderte aus meiner Sicht verfälschten, christlichen Urlehre nur noch als Anhalt.
            Ich meine auch, dass die RKK zugelassen hat, dass die Hl. Schrift von vielen unredlichen Theologen und sog. Glaubensvätern mit Ideologien, Philosophien und nur der Institution RKK dienenden sog. und nicht wirklichen Glaubenswahrheiten gespickt wurde, um das gläubige Gottesvolk im Sinne der RKK und unter ständiger Einrede eines schlechten Gewissens gegenüber einem einmal strafenden, dann aber wieder innig liebenden GOTT, über Jahrhunderte gefügig zu machen und bei der Stange zu halten.
            Leider wehren sich heute sehr viele Gläubige und schlagen mit Kirchenaustritt zurück, was ich übrigens nicht für den richtigen Weg halte.
            Dass mir der Hl. Vater Franziskus in manchen Dingen vielleicht widersprechen würde, mag sein.
            Er aber würde mich deshalb nicht verurteilen, sondern mich mit seinen ihm möglichen christlichen Mitteln in Liebe zu begleiten versuchen, so wie er sich in seiner Überzeugung als weltlicher Vertreter unseres HERRN und aufsteigenden Meisters versteht.
            Das von Ihnen erwähnte Jobeljahr (Jubeljahr) ist mir bekannt.
            Leider konnte ich weder in den Geboten Gottes, noch sonst einen direkten Bezug aus dem Munde Gottes dahingehend erkennen, also muss ich auch hier annehmen, dass diese Praxis von Klerikern im Sinne der RKK erfunden ist.
            Würde mich aber gerne von Beweisen aus der Hl. Schrift mit Gottesbezug überzeugen lassen.
            Beigefügt auch ein Link, der meine Meinung nur bestätigt:

            http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/jobeljahr-3/ch/8d7703035d89055d611648829299218e/

            Das Jobeljahr sehe ich eher als ein Relikt aus der jüdisch-hebräischen Thora.
            Für mich, der ich mich dem urchristlichen Glauben näher fühle als dem Glauben der RKK, hat diese Thora und und ihre Aussagen bis auf einige im christlichen Glauben verankerte Passagen überwiegend nur informativ geschichtliche Aussagekraft, weil das religiöses Recht der Juden ist, denen ich nicht zugehörig bin.
            Ihre Aussagen zur „Fundierung eines Rechts auf Eigentum“ in der Bibel, stehen deshalb für mich auf wackligen Beinen und entbehren jeglicher fundierter Beweiserbringung.
            Ich würde Ihnen empfehlen nochmals genau und ehrlich zu Ihnen, die zehn Gebote Gottes in der Urform selbst, nachzulesen.
            Ich bin zutiefst überzeugt, dass auch Sie erkennen können, das man dort ein absolutes Recht auf Eigentum ableiten kann.
            Vor allem bei Betrachtung des 6. und 10. Gebotes müssten Ihnen eigentlich , sofern Sie dafür zugängig sind, die Augen aufgehen.
            Dazu wünsche ich Ihnen viel Gottes Segen und Mut zur Lücke.

          • Pater Hagenkord sagt:

            „Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“ So beginnt laut Lukas das Wirken des Herrn. Und hinter dem Wort „Gnadenjahr“ verbirgt sich eindeutig das Jubeljahr, wie auch alle anderen angekündigten Taten Erfüllungen alttestamentlicher Versprechen darstellen.
            Was die „informativ-geschichtliche“ Aussagekraft angeht, finde ich das schwierig nachzuvollziehen. Man kann das Neue Testemant nur verstehen, wenn man die Texte des Alten Bundes mitliest. Paulus etwa ist voller Zitate, aber auch die Evangelien. Man kann die beiden nicht trennen, man würde damit genau das tun, was sie der RKK genannten Kirche vorwerfen: Sich einen Glauben zurecht legen.
            Und was die Gebote Gottes angeht, sind das nicht nur die zehn.
            Ihre Empfehlung, ich solle doch mal die Zehn Gebote noch einmal lesen, dann würde ich schon erkennen, ist ziemlich arrogant. Ich respektiere ihre Ansichten und Entscheidungen, sich von der Kirche zu entfernen. Aber einen so genannten urchristlichen Glauben außerhalb der Kirche gibt es schlicht nicht. Wir wissen alles, was wir vom Herrn wissen, durch die Überlieferungstradition und die Gemeinschaft, die wir zusammen die Kirche nennen. Sie können das durch das respeklose Buchstabenkürzel RKK gerne abwerten und Klerikern alles mögliche unterstellen, aber logisch kommen sie nicht darum herum, dass es ohne Kirche keinen Christus gibt.

          • Toribio sagt:

            Gott zum Gruße Pater Hagenkord,

            Sie verwenden in Ihrer letzten Antwort ein Zitat aus den Weisagungen des Propheten Jesaja 61 : 1-3, welches Jesus Christus einmal während seines Wirkens in der Synagoge von Nazareth, Lk 4 : 18 – 19, aus dieser Schrift der jüdischen Thora vorlas.
            Aus dem darin vorkommenden Begriff „Gnadenjahr“ leiten Sie „Jubeljahr“ ab.
            Bis hierher könnte und will ich Ihnen gerade noch folgen.
            Wie Sie aber hiervon den Bogen auf „kein unbedingtes Recht auf Eigentum“ spannen halte ich für ziemlich verwegen und hanebüchen, denn das gibt diese Stelle bestimmt nicht her.
            Ich möchte zu diesem Punkt aber nichts mehr weiter ausführen, da ich mich nicht auch noch in den Verdacht eines Menschen rücken möchte, der die Worte der Hl. Schrift anzweifelt, auch wenn sie zusammenhangslos interpretiert sein könnten.
            Über meine Meinung zur Auslegung der RKK (übrigens eine gängige und oft gebrauchte Abkürzung ohne abwertende Absicht) habe ich mich ja schon hinlänglich geäußert.
            Glauben aber ist für mich Überzeugung, was Ihnen mit dieser Textstelle nicht gelungen ist.
            Ich wollte mit dem Hinweis auf die 10.Gebote auch nicht arrogant Ihnen gegenüber sein und Sie auch nicht beleidigen.
            Wenn es so schien, so sehen Sie mir das bitte nach.
            Ich erkenne auch nur wirkliche zehn Gebote Gottes und die dazu ergänzenden Worte unseres Herrn „Jesus der Christus“ bezüglich Gottes-, Nächsten- und Eigenliebe.
            Schade, dass wir uns hier immer im Kreis mit unserer gegenseitigen Argumentation drehen.
            Die Hl. Schrift des NT anzweifeln, Gottes bzw. Jesu Worte verleugnen bzw. schlecht reden möchte ich nicht, weil ich diesbezüglich trotz vorhandener Zweifel, immer noch viel zu viel Gottesachtung und Liebe zu Gott habe, die ich hoffentlich nicht ganz aufgeben werde..
            Schade, dass Sie nicht überzeugender argumentieren konnten.
            Ich wünsche Ihnen die Gnade und den Segen des Allmächtigen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Noch einmal: nicht ich mache den Bogen, sondern Pius XI., Johannes XXIII., Paul VI., Benedikt XVI. und jetzt Franziskus. Und das sind nur die Päpste, weiter oben ist ein Link zu den Kirchenvätern angegeben, auf denen ja unser Glaube ruht. Da finden sie noch ganz andere Sachen. Zum Überzeugen gehören immer zwei.

        • Suarez sagt:

          @ Toribio

          ich finde solche Sätze wie „dass GOTT seine Gebote so angedacht hat“ grenzwertig blasphemisch. Gott denkt nicht. Er verfolgt auch keine Intentionen. Höchstens analog. Das ist Kirchenlehre.

          • Toribio sagt:

            Von Gott geliebter Herr Suarez,

            bei allem Respekt und meiner Wertschätzung Ihnen gegenüber und Ihrer Ansicht finde ich, dass Menschen, die wie Sie so starre, unnahbare und für die heutige Zeit unverständliche Herangehensweisen verbreiten dafür verantwortlich sind, dass das Verständnis der Menschen gegenüber GOTT verkompliziert und immer weiter entrückt wird.
            Ich bin sicher GOTT ist einfacher, wie Sie es darstellen, weil er eben den Menschen sucht und ihn nicht verlieren will.
            Er ist uns näher als so mancher sog. gute Freund und er umarmt uns ständig, erdrückt uns aber nicht, sondern lässt uns viele Freiheiten innerhalb seiner Gebote.
            Und auch bei Verfehlungen dagegen, verzeiht er uns immer wieder in seiner innigen Liebe und gewinnt uns immer wieder für sich zurück.
            Er hat jedenfalls m. E. einen längeren Atem, als wir alle zusammen.
            Damit meine ich auch alle studierten und religiös belegten Kirchenvertreter/ -verherrlicher.
            Diese gegenteilige Herangehensweise zu GOTT praktiziert schon die RKK durch ihre Starrheit, Sturheit und Regelungswut, immer sich hinter Gott versteckend.
            Das Verhältnis GOTT/ Mensch verstehe ich als etwas zutiefst persönliches und wertvolles, nicht aber etwas institutionelles.
            Ich glaube eben aus Überzeugung, dass GOTT in seiner Liebe mehr und inniger denkt, als manche Menschen, die hier schreiben.
            Wer ihre Meinung nicht vertritt, bekommt dann meist die Stempel „blasphemisch“ oder „heretisch“ und vieles anderes mehr aufgedrückt und wird verbal in eine bestimmte Schublade abgelegt.
            Diese Vorgehensweise allein empfinde ich als „blasphemisch, heretisch“ und die Würde des Menschen verachtend.
            Zu früheren Zeiten hat sich die RKK solcher Probleme durch Hexenverbrennung u.ä. entledigt, wie die Geschichtsbücher lehren.
            Ich bin mir auch sicher, dass GOTT dem Menschen mit weitaus mehr Liebe, Geduld, Verständnis und Zuneigung entgegentritt, als Menschen, Kirchenvertreter u. a. fragl. Übermenschen überhaupt dazu in der Lage sind.
            Denn, „GOTT allein ist Liebe“ der das Böse und Negative überwinden und besiegen wird.
            Vielleicht stehen GOTT manche einfach, weltlich logisch und in der Liebe zu GOTT denkende Menschen näher, als viele sich unverständlich artikulierende und in ihrer Meinung etwas abgehobene Menschen, die es nur verstehen anderen den Spiegel vorzuhalten, während ihr eigener schon lange blind und obrigkeitshörig ist.

            Behüte Sie Gott und segne Sie!

        • Guardianus sagt:

          @Toribio: Eine Frage, bzw. ein Gedanke zu Punkt 1 fällt mir ad hoc ein Wort Jesu ein, der von einem „ungerechten Reichtum“ spricht und somit auch rechtmäßig Erworbenes etc….. doch in ein fragwürdiges Licht ob einer solchen Rechtmäßigkeit stellt. Wie denken Sie darüber?…

          • Toribio sagt:

            Lieber geschätzter Guardianus,

            gerne möchte ich Ihnen nach einiger Zeit des Nachdenkens und Nachschlagens auf Ihre Anfrage mit meiner bescheidenen Meinung aufwarten.
            In Ihren Einlassungen sprechen Sie von dem Wort Jesu über einen “ungerechten Reichtum”.
            Das Wort ungerecht alleine zeigt mir unmissverständlich, dass er von „ungerecht erworbenem Eigentum bzw. Besitz spricht, wobei der Schwerpunkt auf „ungerecht erworben“ liegt.
            Wie wir beide wissen lebte und lehrte unser „Jesus der Christus“ zu einer Zeit in der seine Heimat von der Römischen Besatzungsmacht unterjocht und regiert wurde.
            Weiterhin ist uns beiden gut bekannt, dass die Römer jüdische Geld- und Steuereintreiber sowie Zöllner beschäftigten, die den Juden und somit sicher auch Jesus in seiner menschlichen Schwäche verhasst waren bzw. diese von Ihnen aus verständlichen Gründen gemieden wurden.
            Sie nahmen es mit der Höhe der einzutreibenden Verbindlichkeiten gegenüber den Juden auch nicht so genau und bereicherten sich selbst zu unrecht zusätzlich.
            Und trotzdem versuchte er solche Leute zu überzeugen und für sich zu gewinnen.

            Denn er sagte:
            „Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken.
            Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“

            (Damit waren unter anderem jüdische „Zöllner“ gemeint, die für die Römer Steuern eintrieben, oft dabei ihre Landsleute übervorteilten und daher gehasst und gemieden wurden).

            Auch gingen diese skrupellos und ohne Erbarmen und oft auch gegen diese Schuldner gewaltsam vor.
            Wir wissen auch, dass der HERR Händler, Geldwechsler eher als Wucherer betrachtete und vor allem ihre Anwesenheit im Bereich des Tempelvorplatzes nicht ertragen konnte.
            Auch kennen wir beide den Vorfall auf dem Vorplatz/ Vorhof des Tempels als Jesus sich über diese so erzürnte, dass er deren Stände und Tische umwarf, einen Strick flocht und sie aus dem Hause seines Vaters vertrieb, weil er mit Recht meinte, dass das Haus seines Vaters ein Bethaus sei und keine Räuberhöhle.
            Ich bin mir sicher, dass „Jesus der Christus“ im Zusammenhang mit solchen Geschehnissen und Begebenheiten von „ungerechtem Reichtum“ gesprochen hat.
            Ich kann zumindest weder in der Hl. Schrift noch in anderen Quellen finden, das der HERR ehrlich und redlich erworbenes Geld und Eigentum sowie ehrlich erworbenen Reichtum oder
            ehrlich erworbenen Besitz verteufelt hätte.
            Mir ist auch keine Bibelstelle bekannt, wo er sich gegen rechtmäßig Erworbenes ausgesprochen bzw. es verteufelt hätte, da ihm sicher klar war, dass es auch rechtschaffene Arbeitgeber gab, die den Arbeitern gerechten Lohn zahlten, damit diese ihre Familien ernähren und rechtschaffen leben können.
            Ja, er gab uns sogar das Gleichnis von dem gerechten Weinbergbesitzer, der jedem Arbeiter den mit ihm vereinbarten Lohn ausbezahlte, ganz egal, wann er mit der Arbeit gemäß Absprache begann (Um die 3., 6. oder 9. Stunde).
            Dass ER darum warb, alles Erworbene zu verkaufen, das Geld den Armen zu geben und Ihm nachzufolgen ist eine andere Sache.
            Aber wie wir wissen überließ er die Entscheidung darüber dem reichen Bauernsohn und drängte ihn nicht, auch als er sich gegen die Nachfolge entschied.
            Ich bin mir aber darüber sehr sicher, dass ER im Einklang mit dem VATER im Himmel später diesen Bauernsohn inspirierte Gutes in seinem Sinne zu tun.

            Denn ich meine, wem der HERR einmal über den Weg gelaufen ist, den wird er unablässig wieder in Liebe versuchen für sich zu gewinnen.
            Wenn wir den „Dreifaltigen Gott“ anbeten und vertrauen, wird er uns immer den rechten Weg und das rechte Verhalten zeigen.
            Ich hoffe, das Sie mit meiner Betrachtungsweise zufrieden sind und ich den Knoten mit Hilfe des HERRN lösen konnte.
            Möge Gott der Herr Sie segnen und gesund erhalten und uns beide bald mal wieder mitenander unsere Gedanken austauschen lassen.

  3. Carmen Fink sagt:

    Mein erste Gedanke ist, dass nun jede Anschuldigung Franziskus sei Maxsist haltlos und belegt ist. Es wird immer Menschen geben den es nicht passt was Franziskus sagt aber dass hat andere Gründe. Mein zweite Gedanke „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, wir können nichts mitnehmen. Dritter Gedanke, es ist nicht Idiologiesch zu Teilen sondern Menschlich, zutiefst Christlich. Ich hoffe und bete das Franziskus viele Menschen erreicht und ins Herz trifft. Bewegen wir uns, teilen wir, geistig und matriell.

  4. Suarez sagt:

    Man könnte das Ganze auch in einem sehr großen und großzügigen geistesgeschichtlichen Bogen sehen.
    Ein Hegel wollte nichts anderes als das Christentum zu sich selbst bringen, ein Marx wollte nichts anderes als einen Hegelianismus ohne metaphysischen Überbau. Was bei Marx überlegenswert und gut ist (hinsichtlich der Gesellschaftskritik, ja auch der Gotteskritik), das ist also insofern auch gut christlich, weil es von dort stammt. Ich habe daher absolut nichts gegen einen Papst, der sich nicht scheut, zu sagen, auch atheistisch-marxistische Lehrer gehabt zu haben, die ihn beeindruckt haben.
    Und ja: Entscheidend für die Wahrheit, für die ein Papst einzustehen hat, ist nicht deren Verwendbarkeit im us-amerikanischen Wirtschaftssystem, sondern deren Ursprung bei Gott.

  5. Elasund sagt:

    Im Studium habe ich eine Vorlesung „Christliche Gesellschaftslehre“ gehört und dabei alle Enzykliken zur kath. Soziallehre gelesen. Wir haben hier ein solides Fundament mit wirklichen Antworten und Hilfen. Die Päpste sagen immer wieder das gleiche und doch setzt jeder seine eigenen Schwerpunkte. Mit der Schwerpunktsetzung dieses Papstes tue ich mir noch etwas schwer. Das kommt alles doch recht plakativ und simpel rüber. Wer hat z. B. je behauptet, dass es ein unbedingtes Recht auf Eigentum gibt? Über „Diese Wirtschaft tötet“ habe ich mich nur geärgert, weil der Satz nichts aussagt und sofort polarisiert.
    Den Gedanken, dass auch dieser Papst verwurzelt ist in der Tradition der Kiche finde ich sehr hilfreich.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Bei dem Satz muss man den Satz davor mitlesen, damit er Sinn ergibt. Es geht um die Wirtschaft, die andere Menschen ausschließt, diese Wirtschaft tötet.

  6. Konstantin sagt:

    Ich darf in diesem Zusammenhang auf den Beitrag von Prof.Dr. Wolfgang Berger hinweisen in der Wissensvhaftsmsnufaktur.net. Er benutzt in seinem Beitrag noch drastischere Worte als „Diese Wirtschaft tötet“. Im übrigen bin ich nicht der Meinung, der Satz sage nichts aus. Nur dann, wenn man ihn nicht im richtigen Kontext ließt. Und polarisieren wird uns Papst noch mehr, mehr als uns lieb ist.

  7. Konstantin sagt:

    Sorry, es soll heißen www. wissenschaftsmanufaktur.net/freihandelsabkommen.

  8. @konstantin sagt:

    Ich bitte noch einmal um Entschuldigung. Das Internet ist nur so intelligent, wie der der davor sitzt. Noch einmal:
    http://www.wissensmanufaktur.net/freihandelsabkommen.
    Danke für das Verständnis.

    • Peter Lehmann sagt:

      Hallo Konstantin
      Ich denke, dass das Internet unendlich intelligenter ist als jeder von uns, aber leider auch unendlich dümmer. Die Intelligenz dessen, der davor sitzt entscheidet nur darüber, was für ihn die Wahrheit ist.

      • @konstantin sagt:

        Guten Tag
        Ja, da muss ich Ihnen zum teil recht geben. Ihr Kommentar macht mich wieder nachdenklich. Und ich stelle mir die Frage, die Jahrhunderte lang die Menschheit gestellt habe. Was ist Wahrheit? Wahrheit ist für mich ein zentrales Problem der Philosophie. Nur wenn viele Menschen an etwas glauben, muss es nicht schon wahr sein. Das ist zu einfach! Es muss auch gleichzeitig allgemein bewiesen werden, so jedenfalls Thomas v. Aquin. „Übereinstimmen zwischen dem Wissen und dem Seienden.“ Ist eine Behauptung nicht erst wahr wenn die Realität mit ihr übereinstimmt? Ich glaube man braucht keine Beweise. Mir genügt es wenn durch Argumente ein allgemeiner Konsens hergestellt wird. Gleichsam ein gemeinsamer Tenor. Das unsere Kirche daran krankt, dass es eben nicht mehr diesen gemeinsamen Tenor gibt in den vielen gegensätzlichen Stimmen in unserer Zeit, macht mich nicht nur nachdenklich.

  9. Silvia Brückner sagt:

    Das mit dem Recht auf Eigentum ist eine schwierige Frage. Der Marxismus, der ähnliche Ideale hatte, hat sich nicht bewährt, zumal auch da die Funktionäre mehr besessen haben als der einfache Bürger.

    Der Kapitalismus ist auch nicht gerecht.

    Ich habe in meiner Kindheit (ich bin Jahrgang 1951) zahllose Predigten gegen den damals nach dem zweiten Weltkrieg sich noch bescheiden entwickelnden Wohlstand der kleinen Leute, die auch mal was vom Leben haben wollten, gehört, während gerade die vorkonziliare Kirche es immer mit den Reichen gehalten hat.

    Nicht zu vergessen die unermesslichen Reichtümer unserer Kirche. Insofern hat es einen Beigeschmack für mich, wenn der Papst sagt, es gibt kein unbedingtes Recht auf Eigentum.

    Nebenbei bemerkt, ich gehöre nicht zu den Reichen, die u.a. empört auf die Pegidaanhänger zeigen, weil sie denken, dass die alle nur zum „Mob“ gehören, der nicht teilen will. Wobei der so genannte „Mob“ sowieso nichts zum Teilen hat, die sich selbst zur Elite zählenden Spitzenverdiener aber schon.

    • Konstantin sagt:

      Ich finde nichtl, dass das Recht auf Eigentum, eine schwierige Frage ist. Lesen Sie den Artikel 17 (Eigentumsgsrantie) der allgemeinen Menschenrechte von 1948! Diese stehen in Einklang mit der UNO Menschenrechtserklärung von 1996. Sogar(!) die Kairo Erklärung für Menschenrechte im Islam Artikel 15 kennt den Begriff- Recht auf Eigentum-.Schwierig finde ich nicht die prinzipielle Frage, wie so oft. Sondern die Umsetzung dieser Rechte.Auch der frühe Kapitalismus unseres Landes im letzten Jahrtausend kannte den Begriff“ Eigentum verpflichtet“ und zwar den Menschen. Das alles hat mit dem Verständnis von Kapitalismus unserer Zeit nichts mehr zu tun. Ich wage zu sagen, dass der maßlose Kapitalismus unserer Zeit uber Leichen geht – tötet.

      • Silvia Brückner sagt:

        Ich meinte, dass diese Frage unter dem ethischen Gesichtspunkt schwierig ist, nicht unter dem juristischen.

        Ich habe Papst Franziskus auch so verstanden, dass er vom ethisch – christlichen Standpunkt ausgeht.

        • Toribio sagt:

          @Konstantin

          Wie Papst Franziskus ja bereits deutlich und richtig in seinem Interview vor einigen Tagen ausführte.

        • @konstantin sagt:

          Das der Papst vom ethisch-christlichen Standpunkt ausgeht ist mir auch klar. Meine Frage und Sorge ist aber, ob der Papst und die Kirche diese Frage losgelöst von den verschiedenen Eigentumstheorien ( und das sind einige) bestehen, sich durchsetzen oder im Idealfall sogar „vernetzen“ kann? Ein Beispiel: Die explosive, all gegenwärtige Theorie des Jeremy Rifkin. Seine Ansichten über die Eigentumstheorie pure Realität im Internetzeitalter, das Eigentum ganz anders definiert und die Folgen für den Menschen degradiert.

    • Toribio sagt:

      @ Silvia Brückner

      Das was Sie hier schreiben kann ich als Geburtsjahrgang 1949 in allem bestätigen.
      Aber alles das, wofür unsere Eltern und wir hart arbeiten und auf vieles verzichten mussten, haben wir ehrlich als unser Eigentum erwirtschaftet.
      Ob das mit dem Eigentum unser Herr „Jesus der Christus“ alles so von sich gegeben hat, möchte ich fast bezweifeln.
      Könnte auch einem fanatischen Hirn eines oder mehrerer späteren Schreiberlinge entsprungen sein oder auch bewusst oder unbewusst, von wem auch immer falsch übersetzt und von Nutznießern in eigennütziger und bereichernder auch bereitwillig und System immanent ohne Skrupel angenommen und bis aufs Messer verteidigt worden sein.
      Wir alle wissen doch, was bei Mundpropaganda und Erzählungen über Jahrzehnte am Ende für Fehlaussagen herauskommen können.
      Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das, was ich mir ehrlich erwirtschaftet habe, erst mal für mich und meine mir nahen Lieben bestimmt ist.
      Ob und wieviel ich von dem Übrigbleibenden an andere abgebe, kann und will nur ich allein entscheiden.
      Jeder, der nach dem Eigentum des Anderen trachtet, um sich das anzueignen, wird schon in den „zehn Geboten Gottes“ der „Schweren Sünde“ bezichtigt und angeklagt.
      Das heißt aber nicht, dass ich gegen die gezielte, erforderliche Unterstützung Armer und ohne eigene Schuld hilfsbedürftig Gewordener bin, da ich es in diesem Fall für ein Gebot der Nächstenliebe halte, diese im konkreten Einzelfall ausreichend solidarisch zu unterstützen.
      Im übrigen sollten sich m. E. auch und vor allem die RKK/ der Vatikan und alle sonstigen religiösen Institutionen um Erforschung ihrer eigenen Gewissen in Bezug auf Eigentum, Reichtum sowie Prunk- und Verschwendungssucht redlich und ernsthaft bemühen.
      Dabei sollten sie auch ihre Vergangenheit betrachten, bevor sie immer wieder vorschnell an die Geldbeutel der arbeitenden Bevölkerung denken und gehen wollen.

      Ihnen alles Gute und Gottes Segen.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Das ist mir der rechte Umgang mit dem Wort Gottes: Erst in einem Kommentar das Wort GOTT nur groß schreiben, und dann in einem anderen Kommentar das, was irgendwie nicht ins Bild passt, anzweifeln. Bei allem Respekt vor Ihrer persönlichen Überzeugung, so geht das nicht. Wir können uns keinen Gott zurecht legen, auch keinen Jesus, auch keine Schrift.

        • Toribio sagt:

          @ Pater Hagenkord
          Sie kennen doch sicher das Gleichnis von dem Balken und dem Splitter im Auge bzw.die Aussage Jesu, wer von Euch ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein.
          Möge Gott ihrem Temperament gnädig sein.
          An mir soll es nicht liegen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Was hat das bitte mit meinem Temprament zu tun? Sie widersprechen sich und jetzt weichen Sie einer Antwort aus. Und das liegt an Ihnen.

        • Guardianus sagt:

          Pardon, P.Bernd Hagenkord, aber so ganz weiß ich jetzt nicht, was genau „nicht ins Bild passt“ und von Toribio angezweifelt sein soll. Meinen Sie damit die „Gewissenserforschung“ der Kirche.. ob der von Toribio angeführten Verschwendungssucht etc…?
          Was ist daran verkehrt….“passt nicht ins Bild“?…
          Was stört Sie da genau?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Mich stört, dass er meint, Bibelstellen anzweifeln zu können, weil es ja sein könnte, dass … . Lesen Sie einfach seinen Kommentar. Das passt ganz und gar nicht ins Bild.

      • Silvia Brückner sagt:

        @Toribio, es ist wohl eine Frage der Generation, welche Erfahrungen man mit Gesellschaft und Kirche gemacht hat.

        Unsere Großeltern haben zwei Weltkriege erlebt, unsere Eltern einen, der ihnen ihre Jugend kaputt gemacht hat, jahrelang saßen sie Nacht für Nacht im Bunker oder waren als Soldaten an der Front.

        Wer wollte es ihnen verdenken, dass sie nach all den harten Jahren und den Hungerjahren der Nachkriegszeit am damals noch sehr bescheidenen Wohlstand teilnehmen wollten?

        Schließlich haben sie das Land wieder aufgebaut.

        Ja, und dann, wie gesagt, immer die allsonntäglichen Strafpredigten dafür, dass sie fleißig waren und aus eigener Kraft zu ein wenig Wohlstand gekommen sind, dass manche Familienmütter vormittags, wenn die Kinder in der Schule waren, ein paar Stunden halbtags berufstätig geworden sind, damit sich die Familie ein wenig was leisten konnte, für all das kam von der Kanzel nur Kritik.

  10. Guardianus sagt:

    Kein unbedingtes Recht auf Eigentum…
    Welches Recht auf Eigentum hat eigentlich ein Apostel, bzw. dessen rechtmäßigen Nachfolger, wenn das Wort Gottes sogar davon spricht, dass jene nicht Ihm nachfolgen können, wenn diese nicht auf deren ganzen Besitz verzichten, was doch noch ein Schritt weiter ist….?
    Vielleicht sagt Paulus auch deshalb:“…wenn wir Nahrung und Kleidung haben, dann soll uns das genügen…“-?

    • Toribio sagt:

      Gehrter @ Guardianus,

      mit dieser Ihrer Aussage haben Sie mit Verlaub genau den Nagel auf den Kopf getroffen.

      Die Kirche kann m. E. auch Geld anhäufen aus den Gewinnen ihrer Infrastruktur, wenn sie es dann auch wirklich gerecht zugunsten der Armen verwendet und nicht für die Bereicherung der Priester und Kleriker ausgibt.
      Hier meine ich nicht die zivilen kirchlichen Mitarbeiter.
      Die sollen so verdienen, dass sie ihre Familien ausreichend ernähren können und einer der Eltern sich um die Kinder kümmern kann.

  11. Amadeus sagt:

    Pater Hagenkord weist zu Recht darauf hin, dass es kein unbedingtes Recht auf Eigentum geben kann. Er ist damit im Einklang mit den Anfängen (vgl. dazu http://www.unifr.ch/bkv ) In dieser „Bibliothek der Kirchenväter“ mögen die Stellen unter dem Suchbegriff „Eigentum“ aufgesucht werden. Die dort gefundenen Aussagen können nicht deutlicher sein. Jedenfalls trägt Basilius von Cäsarea (+379) nicht umsonst den Ehrentitel des „Erster Sozialist“ (vgl. http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2629-7.htm-Eigentum ).
    Im Übrigen meine ich, dass es unter Christen in der Eigentumsfrage keine Diskussionen geben kann. Die Weisungen unseres Herrn sind eindeutig. Wenn in öffentlichen Diskussion darauf Bezug genommen wird, wird jeder Widerspruch zu einem Widerspruch direkt gegen unseren Herrn. Das Problem das wir haben ist unsere Bürgerlichkeit und unsere beschädigte Glaubwürdigkeit, die sich über alle Jahrhunderte hinweg – spätestens seit den Zeiten der Kirchenväter – nicht retten ließ und lässt.
    Mehr, als zu einem von materiellen Sorgen freien Leben notwendig ist, ist durch nichts zu rechtfertigen.
    „Denn wenn wir den Hilfsbedürftigen das Notwendige darreichen, geben wir ihnen damit doch nur eigentlich das Ihrige und spenden ihnen nicht das Unsrige; wir leisten damit eher eine Pflicht der Gerechtigkeit, als dass wir Werke der Liebe verrichten“ (Gregor der Grosse – † 604).

  12. Stephan sagt:

    Find ich gut in Zeiten der neoliberalen Kälte, die tief in unsere Herzen versenkt wird und sehr verbreiteter sozialdarwinistischer Ideen vom „survival of the fittest“, in einer Zeit, die auch schon „Zeitalter des Narzißmus“ genannt wurde. Es gehört ja auch in die Weihnachtszeit daran zu erinnern, daß es noch was Höheres gibt als Eigen-tum. Wie auch in dem schönen alten Weihnachtslied besungen:

    Zu Bethlehem geboren
    ist uns ein Kindelein.
    Das hab ich auserkoren,
    SEIN EIGEN will ich sein.
    Eia, eia, sein eigen will ich sein.

    In seine Lieb versenken
    will ich mich ganz hinab;
    mein Herz will ich ihm SCHENKEN
    und alles, was ich HAB.
    Eia, eia, und ALLES, was ich hab.

    O Kindelein, von Herzen
    dich will ich lieben sehr
    in Freuden und in Schmerzen,
    je länger mehr und mehr.
    Eia, eia, je länger mehr und mehr.

    Dich wahren Gott ich finde
    in meinem Fleisch und Blut;
    darum ich fest mich binde
    an DICH, mein höchstes GUT.
    Eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.

    Dazu dein Gnad mir gebe,
    BITT ich aus Herzensgrund,
    dass dir allein ich lebe
    jetzt und zu aller Stund.
    Eia, eia, jetzt und zu aller Stund.

    Lass mich von dir nicht scheiden,
    knüpf zu, knüpf zu das Band
    der LIEBE zwischen beiden,
    NIMM HIN mein Herz zum Pfand.
    Eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand.

  13. Franke2010 sagt:

    Wie vereinbart sich dieses Thema mit dem immensen Reichtum der Kirche,
    hier besonders der deutschen katholischen Kirche?
    Franziskus will sicherlich mit dieser Thematisierung etwas in seiner Kirche ändern.
    Gut so!
    Aber wenn man das Prunkgehabe der Kurienkardinäle , Bischöfe und Priester beobachten muss (größte Edelautos, Chauffeure, mehrere Sekretäre, usw.) wird man etwas ungläubig.
    Wofür benötigt der 80jährige Bertone eine riesengroße Edelwohnung, in bester Vatikanlage.
    Er lebt doch da alleine, oder??
    Der Ex-Bischof von Limburg benötigte ein Prunktdomizil.
    Wird dieser Herr jetzt wegen seiner Habgier in die Hölle verbannt?
    Die Bischofe von Köln und München residieren in edlen Palais.
    Die Kölner Kirche macht Ihre Geschäfte in sehr zweifelhaften Geschäftsbereich, Hauptsache der Profit stimmt.

    Es ist aber schön, dass der jetzige Papst mit bescheidenem Beispiel vorangeht. Bleibt nur zur hoffen, dass dies kein Werbegag ist sondern eine wahre Einstellung. Ich glaube es ihm.

    • Guardianus sagt:

      Es wird alles seine Gründe haben wie auch dessen Rechtmäßigkeit nach der Meinung der Verantwortlichen gerade der RKK. Und da ja Meinungsfreiheit herrscht sollte man(n) wie auch Frau es unterlassen, sich dieser Meinung zu widersetzen. Ob die Freiheit der Wahrheit entspricht…?

  14. Vom-anderen-Stern sagt:

    … weil er uns dazu bringen will, unsere Welt anders zu sehen …“
    Ein Tor der Hoffnung für Bedürftige und Aussätzige: http://www.shanti-leprahilfe.de/de/verein/presse/2006/unsere.kirche/

  15. Teresa_von_A. sagt:

    Gibt es irgendein Land, das im Wirtschaftswunder lebt? Wenn ja, bitte sich dorthin wenden. Ich lebe in Berlin und kann erzählen von fehlender Grundsicherung, bettelnden Kindern,Obdachlosen, maroden Schulen und Sporthallen, weil für nichts Geld da ist. Auf einmal höre ich, wir sind reich..aha..kein unbedingtes Recht auf Eigentum. Da ich lange Kircheninsiderin war mit ausführlichem Blick hinter die Kulissen..aber Silvia und andere haben es bereits gesagt. Meinungsfreiheitist auch auf dem Papier nur, Demonstrationsrecht, Streikrecht..vielleicht sollte man, bevor man sich über Reaktionen ereifert..schauen nach den Ursachen? Sonst haben wir am nächsten Montag 30 Tausend böse Demonstranten in Dresden.

  16. Teresa_von_A. sagt:

    Ich habe auch einen Vorschlag zu machen: Kirche geht mit gutem Beispiel voran. Die Kardinale gehen im schlichten Gewand einher wie unser Papst. Die Bischöfe…alle tätigen Orden verkaufen ihre Grundstücke und Häuser..dann geht es ihnen wie einem normalen Mieter, der immer Angst haben muss, rauszufliegen aus der Behausung. Einfache Gotteshäuser, die nicht mit Millionen saniert werden müssen…in Berlin zahlen das die bösen Reichen.Katholiken. Türkollekte, kaputter Kirchturm. Messgewand von 400 Eu für den Pfarrer…Schulgeld für kath Schulen. So ist es in Berlin. Bei der großen Entlassungswelle wegen Pleitegeier überm Erzbistum wurden Pfarrsekretärinnen und Küster entlassen reihenweise, Putzleute. Das alles darf man nun ehrenamtlich machen. Also mich ärgern Sprüche von Eigentum und Reichtum, wenn sie planlos in die Pampa geworfen werden. Von Politik und Kirche.Ich denke gerade an die Generationen nach uns, die die Residenz der sogenannten 3 Könige, den Kölner Dom, bei Laune halten müssen…

  17. Teresa_von_A. sagt:

    Weiterhin: jedes Tier braucht Eigentum und jeder Obdachlose und jeder Gefängnisinsasse, denn Eigentum hat mit Heimatgefühl zu tun.Die Praxis zeigt, dass die Evangelischen Räte ein Witz sind. Kirche beschimpft die, von deren Geld sie lebt. Wie wäre es mal mit einem riesigen Danke statt…Kirchensteuern, Spenden, Türkollekte, Freundeskreis und Stiftungen..Erbschaften.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Das ist gelinde unverschämt. „Die Evangelischen Räte sind ein Witz!“ Das sind sie nicht. Und das einfach zu behaupten, zeugt von Blindheit und Unwissen.

  18. Pater Hagenkord sagt:

    Wegen zu vieler unsinnigen, beschimpfenden und klar völlig am Thema vorbei gehenden Kommentare schließe ich diesen Thread.

  19. Pingback: Franziskus Effekt: Der Mensch im Zentrum | Laudetur Jesus Christus

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