lādīngwén

Bischofssynode, Tag 4, abends

Rom ist eine kleine Stadt. Da kann es schon einmal passieren, dass man abends Menschen begegnet, die man sonst nur auf Bildschirmen oder dem Namen nach kennt. So habe ich heute Abend Kardinal John Tong Hon kennen gelernt, einen der drei Präsidenten der Bischofssynode. Als Bischof von Hongkong leitet er die Sitzungen, und zwar auf Latein.

Also lautete meine Frage: Warum Latein? Warum eine Sprache, die unendlich weit weg ist von seiner Eigenen – und wahrscheinlich auch von der Sprache so vieler anderer.

Seine Antwort: Equalitas. Wenn wir Englisch sprechen würden, würden französischsprechende Länder sich aufregen, und spanische, wenn Spanisch, portugiesische Länder, wenn Deutsch alle anderen. Also sprechen wir im Präsidium Latein und alle sind zufrieden.

Wenigen würde ich diese Begründung abnehmen, aber von einem Chinesen kommend, dessen eigene Sprache so gar nichts mit Latein zu tun hat: Ihm nehme ich das ab. Kardinal John Tong: Latina est universalis lingua!

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