Neulich im Erzbistum Rom

Und da ist sie wieder, die Frage nach den wiederverheirateten Geschiedenen. Gerade erst hatte Kardinal Müller zum Dubia-Brief der vier Kardinäle Stellung bezogen, nun gehen durch Teile der deutschen Presse die Regelungen, die für das Bistum Rom getroffen werden. Das ist – weil es ja das Bistum des Papstes ist – für die ganze Debatte nicht uninteressant, deswegen darf man da auch mal ausführlicher drauf schauen.

Es geht um ein Pastoralforum des Bistums, abgehalten im vergangenen Sommer, und um die Abschlussrede von Kardinal Agostino Vallini, dem Vertreter des Papstes als Leiter des Bistums. Das Redemanuskript von Kardinal Vallini ist lang, ausgedruckt sind es fünfzehn Seiten. Dass es im deutschsprachigen Raum damals – im September – nicht wahrgenommen wurde, hat auch damit zu tun, dass der Bischof der Stadt – Papst Franziskus – genau an dem Tag in Assisi war, zum Gebetstreffen.

Die Römer sind nicht die ersten, Argentinien hatte schon (begleitet von einem lobenden Brief des Papstes) Richtlinien vorgelegt, die deutsche Bischofskonferenz will Ähnliches tun. Deswegen loht es sich, auch die konkreten Schritte hier anzuschauen, um zu sehen, wie der synodale Prozess nun in der Praxis ankommt.

 

Und wieder ein Teil des synodalen Prozesses

 

Kaffeepause bei der Familiensynode - der Papst im Gespräch

Kaffeepause bei der Familiensynode – der Papst im Gespräch

Und das ist auch schon das erste Ergebnis: Es ist Teil eines Prozesses. Amoris Laetitia (AL), also das Abschlussdokument der beiden Versammlungen der Bischofssynode zum Thema, legt keinen Schalter um, es beginnt einen Prozess. Und zwar in der Methode wie auch im Inhalt.

Beides spiegelt sich jetzt im Bistum Rom wieder, Kardinal Vallini, der den Papst als Vikar für das Bistum vertritt und damit die praktische Leitung inne hat, hängt die pastoralen und praktischen Vorschläge direkt an den synodalen Prozess zu Ehe und Familie an. Hier wird nicht die Deutungshoheit über einzelne Aussagen für sich beansprucht, keine Debatte um Lehre und Bedeutung geführt, wie es von verschiedenen Seiten gerne passiert (Plural!), sondern hier werden praktische Lösungen gesucht, die den bereits gegangenen Weg praktisch werden lassen.

Zweitens: Vallini zitiert AL mit der Aussage, dass die Kirche nicht bloß eine „kalte und leblose Doktrin“ verteidige. Es gehe auch hier darum, alles aus der Liebe Gottes heraus zu verstehen. Klingt erst einmal selbstverständlich, wenn man sich aber vor Augen hält, wie gerne Ehe und Familie – auch in der Kirche – ohne Gott verstanden werden, rein moralisch etwa, dann ist das nicht unwichtig.

Drittens: Es geht um Begleitung. Das zieht sich seitenlang auch durch Amoris Laetitia und jeder Seelsorger und jede Seelsorgerin weiß das auch. Wirklich tragfähige Gemeinden und Gemeinschaften bauen sich langsam auf, nicht auf Einzelentscheidungen. Also geht es bei Vallini um die langfristige Begleitung vor der Ehe auf die Ehe hin, es geht um die Begleitung der Familie nach der Hochzeit – auch andere Familien etwa – und so weiter. Soll heißen: Kirche als Gemeinschaft ist nicht nur für Problemlösung in „Fällen“ zuständig. Familien, die Teil der Kirche sind, sind es eben nicht nur wenn man sonntags zum Gottesdienst geht oder sich traut oder Kinder taufen lässt. Das Familienleben als solches sollte zumindest offen sein für die Gemeinschaft der Glaubenden, begleitet und begleitend. Wer hier gleich die Einmischung in die Privatsphäre vermutet hat begriffen, dass das nicht ganz ohne Anspruch ist. Es lohnt sich also, auch das zu lesen, und nicht gleich zu den kritischen Stellen über zu gehen. Hier liegt viel anspruchsvolles Tun.

 

Amoris Laetitia, Nr. 300

 

Viertens: Vallini legt in seiner Ansprache vor allem AL 300 aus, wenn es um die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen geht. Fast jeder Satz von AL 300 findet sich bei Vallini wieder, nur eben praktischer, nur eben mit konkreten Vorschlägen.

Es geht hier vor allem um zwei Dinge, um eine Personalisierung, vertreten durch das Stichwort der „Unterscheidung“, und um die Pastoralisierung, vertreten durch „Gradualität“. Personalisierung bedeutet, dass es keine Regeln gibt, die ohne Absehen von den Einzelsituationen angewendet werden könnten. Jeder Mensch ist eigen, jede Ehe ist eigen, jede Familie ist eigen, und so müssen auch die Wege eigen sein. Pastoral bedeutet, in den Worten von Papst Franziskus: „Der Weg der Kirche ist der, niemanden auf ewig zu verurteilen, die Barmherzigkeit Gottes über alle Menschen auszugießen, die sie mit ehrlichem Herzen erbitten“. Das geht nicht auf einen Schlag oder eben durch Umlegen eines Schalters, das sind Wege und Prozesse, das ist Begleitung und Reifung.

Fünftens: Wie ist das nun mit Kommunionempfang? Hier wird in den Medien der Hinweis von Vallini zitiert, dass der Papst im Konditional gesprochen habe, nicht im Indikativ. Es gebe als kein Recht auf Kommunionempfang. Das ist die andere Seite dessen, was ich eben geschrieben habe, es sind einzelne und sehr persönliche Geschichten, um die es geht, nicht allgemeine Regeln. Und diese Wege des Glaubens müssen offen sein, für den Willen Gottes, für den jeweiligen Partner und die Kinder und was gut für diese ist. Das bedeutet aber auch, dass die Kirche für ein Ergebnis offen sein muss, und das könne eben in bestimmten Fällen auch die Möglichkeit der Zulassung zu Beichte und Kommunion sein. Den Weg dahin darf man bloß nicht überspringen wollen.

 

Gleichgültig ist das keinem

 

Nebenbenerkung: Ich kenne kein Paar, dem das alles gleichgültig wäre und die mal nur so eben schnell zur Kommunion gehen wollen, das ist alles sehr ernsthaft, wie ich es erlebe. Offenbar muss man das aber in der innerkirchlichen Debatte noch einmal betonen, damit es auch alle hören.

Letztens darf ich noch den Ort betonen, wo das alles passiert. Das soll – auch hier folgt Vallini AL – das so genannte Forum Internum sein. Das ist ein technischer Begriff, der erst einmal darauf verweist, dass der Weg nichtöffentlich gegangen wird. Wir – die Öffentlichkeit – sind also nicht Richter, sondern die Entscheidung wird in diesem Schutzbereich getroffen. Der darf Regeln natürlich nicht außer Acht lassen, es ist keine Einführung der Beliebigkeit, aber es ist eben auch nicht das Aussetzen einer solchen Entscheidung der öffentlichen (Kirchen)Meinung. Geistliche Begleitung oder die Beichte sind Instanzen des Forum Internum.

 

Forum Internum

 

Was schließt nun Kardinal Vallini daraus? Was sind die nächsten konkreten pastoralen Schritte? Bildung! Ausbildung von Katecheten, von Begleitern, von Priestern und Ordensleuten, von allen, die damit zu tun haben. Denn anders, als es in der Öffentlichkeit – wo jeder eine Meinung zu allen haben darf – der Fall ist, muss man solche Dinge wie Begleitung nämlich lernen.

Und auch das ist ganz in Prozess-Gedanken von Amoris Laetitia. Das Bistum Rom geht hier „nur“ einen weiteren konkreten Schritt, andere werden hoffentlich bald folgen.

 

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24 Kommentare zu Neulich im Erzbistum Rom

  1. Silvia Brückner sagt:

    Den Weg des Bistums Rom begrüße ich ohne Wenn und Aber! Wenn ich das richtig sehe, ist damit die Dubia beantwortet.

    Was die Begleitung von Ehepaaren und Familien angeht, so stelle ich mir das in unseren riesengroßen, anonymen Seelsorgeeinheiten schwierig vor. Auch habe ich Zweifel, dass ein Paar oder eine Familie das will BEVOR Probleme auftreten.

    Wenn schon. dann sollte man eher die Ehevorbereitung anspruchsvoller gestalten als Voraussetzung für die kirchliche Trauung.

    Was den Kommunionempfang ganz allgemein angeht, so erlebe ich in meiner ganz normalen Durchschnittsgemeinde eher das Gegenteil von dem, was Sie, P. Hagenkord, erleben, also eher gedankenlosigkeit und eine Einladung für ALLE, die gerade zufällig im Gottesdienst sind.

    Diese meine Beobachtung bezieht sich aber ausdrücklich nicht auf wiederverheiratet Geschiedene sondern ist eine allgemeine Beobachtung.

    Dies fängt auch schon bei der Erstkommunionvorbereitung an. Da ist bei mir seit langem der Eindruck entstanden, dass die Kinder nicht wissen, was oder wen sie eigentlich empfangen, wenn immer nur vom „heiligen Brot“ die Rede ist, um nur ein Beispiel zu nennen.

  2. Elasund sagt:

    Was den Kommunionempfang angeht erlebe ich es so, dass ein eventueller Ausschluss als Strafe oder Einmischung der Kirche empfunden wird. Das steht der Kirche einfach nicht zu so die Überzeugung. Bei meiner letzten Familienfeier traf ich nicht zum ersten mal Leute die bei ihrer davorliegenden Familienfeier oder einem Begräbnis zuletzt einen Gottesdienst besucht hatten. Das waren dann 3 oder auch 9 Jahren Abstand zwischen zwei Eucharistiefeiern. Gleichwohl gingen die Leute ganz selbstverständlich zur Kommunion. Sie sind halt nach eigener Aussage „keine Kirchenspringer“ aber Gott gehört zum Leben dazu. Sie glauben ohne zu zweifeln – irgendwie. Sie vermissen nichts. Ich bin nicht so ganz sicher ob dieser unbeschränkte Zugang für alle wirklich gut ist. Eine häufige pastorale Realität in Deutschland ist er.

  3. Brigitta sagt:

    Die Dubia sind für die vier Kardinäle sicher nicht beantwortet, weil die ja ein einfaches nur ein Ja oder Nein hören wollen, wobei ich die Dubia an sich als Frechheit empfinde.
    In den großen Seelsorgseinheiten sind für mich an sich kein Problem, wir müssen nur endlich lernen, dass nicht alles von den Priestern gemacht werden muss, vieles kann und darf von Diakonen und PastoralreferentInnen und GemeindereferenInnen auch kirchenrechtlich gemacht werden. Lassen wir das doch erstmal zu.
    Die Diakone können z.b. die Ehevorbereitung machen inclusive der Trauung. Und in dieser Vorbereitung muss aber auch mal mit der Verweigerung der Trauung reagiert werden, wenn klar wird, dass es nur um die schöne Feier geht. Das bedeutet aber auch eine längere Art der Vorbereitung.
    Was Erstkommunionvorbereitung und Firmvorbereitung kann ich einen Blick in das Buch von Rainer M. Schießler „Himmel, Hergott, Sakrament – Auftreten statt Austreten“ schreibt: „ich kann und will die Kinder zu nichts zwingen, wenn es um den Glauben geht, setze ich voll auf Freiwilligkeit.“ Und diese Freiwilligkeit beginnt eben schon bei der Erstkommunion, bezieht sich auf die Ministrantenarbeit inclusive -plan und allem, was das dazugehört, bis zur Firmvorbereitung. Und bei ihm scheint es zu funktionieren.
    Und ähnliches scheint sich in der Diözese Rom anzubahnen.

  4. Elasund sagt:

    Was ich vor kurzem gelernt habe (durch den Austausch mit kirchlichen Angestellten) ist, dass viele geschiedene Wiederverheiratete eine Annulierung der (ersten) Ehe überhaupt nicht möchten. Es wird ausdrücklich abgelehnt die erste Ehe einfach als ungültig erklären zu lassen. Diesen Wunsch finde ich sehr verständlich nicht nur angesichts der Kinder aus der ersten Ehe die an einer Annulierung auch leiden.
    Bei http://www.katholisch.de habe ich gerade gelesen „Eine Zulassung zu dem Sakrament soll im Bistum Rom laut Vallini nur dann möglich sein, wenn eine Nichtigkeitserklärung der ersten Ehe durch ein kirchliches Gericht nicht möglich ist. Dies ist zuvor durch das Gericht zu klären.“
    Wenn das so stimmt würde es bedeuten, dass die vielen die eine Annulierung ihrer ersten Ehe grundsätzlich ablehnen schon mal nicht zu den Sakramenten dürfen.

  5. Brigitta sagt:

    Das sehe ich nicht so. Das könnte ja ein Grund sein, dass eine Annulierung nicht möglich ist.

  6. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    Aus den Augen eines Acht bis Vierzigjährigen.
    Über das nymphomane Leben seiner Schwester.

    Ein Paar gibt sich das Ja-Wort, die Braut in weiß im fünften Monat.
    Ein Kind wird geboren.
    Die Mutter ist noch jung und möchte noch was erleben.
    Der Vater ist ein häuslicher Mann.
    Er malt gerne und malt jetzt in der engen Küche einer drei Zimmer Wohnung.
    Die junge Mutter beschwert sich bei ihrer Mutter.
    „Was hab ich noch vom Leben, er geht abends nicht aus zum Tanzen.“
    „An meiner neuen Küche die ich von dir habe, sind Farbspritzer.“
    Ich lasse mich scheiden. – (Der Maler malte für mich und meine Krippe auch ein Panorama.)

    Die Ehe wird geschieden.
    Die neue Mitgift-Küche wird verkauft, die Farbspritzer fallen beim Verkauf nicht auf.
    Das Kind wohnt bei der Oma. (Ich bin der Onkel, meine Mutter vernichtet das Weihnachtskripperl-Panorama.)
    (Ich stelle kein Kripperl mehr für unsere Familie auf, warum auch?)
    Die lustige Mutter, meine Schwester, nimmt sich eine eigene Wohnung.
    Dem Ehemann der ersten Ehe machte man Probleme, sein Kind zu sehen.
    Dieses Kind aus erster Ehe will dann ihren Vater nicht sehen.
    (Mutter und Oma-Effekt)
    Und der Vater dann auch nicht mehr sein Kind. (Er zahlt aber Alimente bis zum 18. Lebensjahr)

    Die lustige Mutter nimmt sich eine eigene Wohnung und Zeit für abendliche Ausgänge.
    Nach einpaar Wochen hat sie einen neuen Freund und noch einen und noch einen.
    Nach zwei Jahren wird geheiratet. (In weiß)
    Netter, zweiter, zu häuslicher Mann, tat mir leid und auch seine netten alten Eltern.
    Es wird geschieden.

    Das Kind aus erster Ehe wohnt immer noch bei Oma und Opa und sagt, ich werde nur geholt zum Fotografieren für den Schreibtisch.

    Es wird zum dritten Mal geheiratet. (In weiß)
    Ein neues Kind erblickt die Welt.
    Der fünfzehn Jahre jüngere Ehemann (Feldwebel) taucht aus Verzweiflung unter.
    Das zweite Kind kommt auch zur Oma.
    Es wird geschieden.

    Es wird zum vierten Mal geheiratet. (In weiß)
    Meine Schwester war Sekretärin beim Bayerischen Justizminister und ging in der Maximilanstrasse einkaufen.
    Die Natur schlägt zu, meine Schwester erleidet einen Schlaganfall und ist einseitig gelähmt.
    Der vierte Ehemann sagt zu mir, dem Onkel der beiden Kinder, (ich war schon 40Jahre)
    „Wäre sie nicht einseitig gelähmt, wären auch wir schon geschieden.“

    Der Ehemann der Tochter aus erster Ehe erhängt sich, am Tag seiner Hochzeit.
    Die Erkenntnisse waren für den jungen Mann wahrscheinlich zu viel.

    Drei Jahre nach der ersten Scheidung, heiratet der Mann aus erster Ehe wieder.
    Die Eheleute bekommen drei Kinder.
    (Ich wusste, dass er christlich erzogen war. Ich rief ihn nach dem Tod meiner Schwester an.)
    Es sind dreißig Jahre vergangen. Er erfährt, dass seine erste Frau jetzt gestorben ist.
    Er sagt: „Ich will nicht mehr den kirchlichen Segen, einer hat mir gereicht.“(verbittert)

    Und er lebt glücklich mit seiner zweiten Frau und malt.
    (in internationalen Katalogen)
    Und da sie nicht gestorben sind, sie lieben sich noch heute.

    Die Küche mit den Farbspritzern ist schon durch die Müllverbrennung.
    Meine Schwester ist tot ohne Einsicht.

    Was hat die Bürokraten-Kirche diesem Mann und seiner zweiten Frau angetan?
    Es war bei dieser Frau auch noch die erste Ehe.

    Dante sah diese Theo-Bürokraten. Wo denn und wie denn? Nachlesen!
    Wer keine Angst hat, hat auch keine Vernunft und keinen Glauben!

    Persönlich:
    Dabei fehlt mir das Thema: Zerrissene Kinder von Priestern. Ich möchte nicht in der Haut der Bischöfe stecken. Die Kirche muss das Steuer herumreißen zum Menschlichen. Ich sehe weit und breit kein Riff. Nur Dusterer mit verstockten Herzen, verkrallen sich am Ruder.

    • Silvia Brückner sagt:

      Was Sie zum Schluss erwähnen, mit den Kindern von Priestern, das ist eine Tragödie, über die bisher bei der ganzen Diskussion über den Zölibat noch nie gesprochen worden ist.

      Diese Kinder und ihre Mütter werden von der Kirche einfach totgeschwiegen. Bei der Zölibatsdebatte geht es bisher immer NUR um die Männer, also die Priester selbst.

      Die betroffenen Frauen und ihre eventuellen Kinder existieren offiziell gar nicht für die Männerkirche.

      Selbst Wunnibald Müller, bis vor gut einem Jahr Leiter des Recollectiohauses in Münsterschwarzach beleuchtet das Thema Zölibat immer nur aus der Perspektive der Priester.

      • Elisabeth sagt:

        @Silvia: Auch Sie betrachten die Thematik etwas einseitig von der „Männerkirche“ her, da potenziell auch Ordensschwestern betroffen sind – wenn man sich nur auf den Zölibat bezieht.

        @beide: es scheint mir nicht so, als ob heimlich geborene, verleugnete Kinder, totgeschwiegene Partner, zwischen zwei nicht zu vereinbarenden Lebensentwürfen zerrissene Menschen und sanktionierte Brüche in Biografien ein Privileg der Römisch Katholischen Kirche wären.

        Menschliche Tragödien (ohne das kanonische Recht in seinen Auswirkungen hier relativieren zu wollen) wird es leider immer geben und nur die wenigsten persönlichen Verletzungen sind von Gesetzes wegen zu verhindern – egal ob kanonisch oder weltlich.
        Hier scheint eine Eingriffsmöglichkeit doch immer wieder auf das berühmte soziale Netz beschränkt.

        Ich persönlich fühle mich bei öffentlichen Zölibats-Diskussionen immer etwas unwohl und übergriffig, weil ich glaube, dass damit in eine Intimsphäre eingedrungen wird, deren Bewertung, Berechtigung, Auswirkung und Reformbedürftigkeit im Kern nur diejenigen beurteilen können, die sich für – oder aus konkretem Anlass gegen – diesen Lebensentwurf entschieden haben.

        Da ist für mich innerlich ein großes rotes Stopp-Schild, gerade weil sich das Thema (und dessen meist auf Spekulationen verkürzte Diskussion) auf dem Rücken und der Privatsphäre der „Betroffenen“ so großer öffentlicher Beliebtheit erfreut.

        Vom rein geschichtlichen Kontext einmal abgesehen, sehe ich hinsichtlich der Gelübde (da gibt es ja noch zwei, bzw. drei andere) für mich genauso viel Urteils- und/oder Einmischungskompetenz wie zu jeder anderen privaten/partnerschaftlichen Lebensentscheidung Dritter.

        • Silvia Brückner sagt:

          @Elisabeth:

          Ich habe deshalb u.a. nicht von Ordensfrauen gesprochen, weil ich den Zölibat der ORDENSLEUTE (Frauen und Männer) für sinnvoll halte, beim Weltpriester lehne ich den PFLICHTZÖLIBAT ab, nicht den FREIWILLIGEN.

          Auch habe ich noch nicht gehört, dass eine Ordensfrau vor ihren Vorgesetzten ein leibliches Kind vertuschen könnte (Frauen kriegen die Kinder, Männer zeugen sie nur) und den daran beteiligten Mann sitzen gelassen hätte oder mit ihm und dem Kind in einem heimlichen Konkubinat gelebt hätte, bzw. der Mann das Kind alleine aufgezogen hätte und es seine Mutter nicht hätte kennenlernen dürfen, höchstens als „Tante“.

          • Elisabeth sagt:

            Diese Form der Diskussion meinte ich.
            Die Argumentation Mann=Täter, Frau=Opfer ist mir zu einfach und zu einseitig.
            Es wird ja nicht einmal zwischen der Institution Kirche und den Betroffenen selbst unterschieden.
            Ganz zu schweigen davon, dass ganze Lebenswege (die wir nicht kennen!) auf ein Scheitern reduziert und unter dem Blick einer (männlichen) Schuldfrage bewertet werden.

            Nichts, von dem, was Sie schildern, kann sich nicht jeden Tag direkt vor Ihrer Haustür genauso abspielen, ohne dass Sie es überhaupt zur Kenntnis nehmen. (Und oh ja: auch Frauen können und tun! Sie sehen wirklich nur eine Seite)

            Auf die von Ihnen genannte Thematik wird aber vor allem aufgrund eines filmhaften Vorurteils öffentlich geschaut – und pauschal geurteilt.
            Und damit bin ich nicht einverstanden.

      • Antonius Theiler geb.1941 sagt:

        Frau Silvia Brückner, Sie bringen es auf den Punkt „Männerkirche“. Ich lege noch ein Holzscheit drauf, nicht zum Hexenverbrennen, sondern die „Männer Bibel“ und erkläre es.

        „Nachdem Ismails Mutter gestorben war, kam Ibrahim um nach seiner Familie zu sehen, welche er einst zurückgelassen hatte. Doch fand er Ismail nicht. Als er Ismails Frau nach ihrem Ehemann fragte antwortete sie: „Er ist fortgegangen um nach den Besorgissen zu sehen.“ Dann fragte er sie nach ihren Lebensbedingungen und sie sagte: „Wir leben in Armut, Elend und Not.“ Ibrahim antwortete ihr: „Richte deinem Mann meine Grüße aus wenn er zurückkommt und sag ihm er soll, seine Türschwelle austauschen.“

        Als Ismail kam fühlte er etwas ungewöhnliches und fragte seine Frau: „War jemand hier?“ Sie sagte: „Ja, ein alter Mann, der soundso ausah, kam und befragte mich über unser Haus. Ich sagte ihm dass wir in Armut und Not leben.“ Darauf sagte Ismail: „Hat er dir eine Anweisung gegeben?“ Sie antwortete: „Ja, ich soll dich von ihm grüßen und du sollt deine Türschwelle austauschen.“ Ismail sagte: „Es war mein Vater und er hat mir aufgetragen …….

        Also, was hatte Abraham seinen Sohn Ismail aufgetragen? Und machte er es dann auch?

        Wenn das Kind in der Krippe zu Bethlehem weinte, dann deswegen, weil Männer sich Rechte nehmen und dann sich hinter einem mangelhaften Geschichtsbuch des jüdischen Volkes verstecken. Wenn wir das Alte Buch nicht zurücklassen, können wir die Bergpredigt nicht verstehen. Aber mit allem, was nach dem Pfingstfest dazu gefusselt wurde, auf griechisch und Latein, geht es auch nicht. Nur die Sprache des Herzens ist SEINE Sprache, die ER dort am See formte. Jetzt sollten wir alle die Türüberleger austauschen.

        Nur 500 Jahre nach Christi Geburt schrieb ein religiös Enttäuschter: „Dann ließen Wir Unsere Gesandte ihren Spuren folgen; und Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, (ihnen) folgen, und Wir gaben ihm das Evangelium. Und in die Herzen derer, die ihm folgten, legten Wir Güte und Barmherzigkeit. Das Mönchstum jedoch, das sie sich erfanden – das schrieben Wir ihnen nicht vor – um das Trachten nach Gottes Wohlgefallen; doch sie befolgten es nicht auf richtige Art. Dennoch gaben Wir denen unter ihnen, die gläubig waren, ihren Lohn, aber viele unter ihnen waren ruchlos.“

        Ich hoffe, dass Papst Franziskus Hand anlegt und nicht lange den Bremsern die Sprache der Liebe erklärt. Denn diese kaufen keine Rückfahrkarte zum See Genezareth.

        „Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.“

  7. Silvia Brückner sagt:

    Antonius Theiler geb.1941 sagt:
    12. Januar 2017 um 12:26

    Ich habe lediglich den PFLICHTZÖLIBAT für Weltpriester und die daraus – manchmal – entstehenden Probleme kritisiert, keinesfalls habe ich meiner rk Kirche den Kampf angesagt und ich lehne auch nicht das AT, ohne das das Christentum überhaupt nicht verstanden werden könnte, ab.

    Ganz im Gegenteil, ich schätze das AT sehr, weil es unsere Wurzel ist und viel Weisheit enthält.

    Ich möchte deshalb nicht von Ihnen für Ansichten, die ich keinesfalls teile, vereinnahmt werden.

    Und ich bin auch bewusst nicht auf Ihre Familiengeschichte eingegangen, weil sich mir nicht erschließt, inwiefern die Kirche daran schuld sein sollte.

    • Elasund sagt:

      Was mich nervt an der Diskussion zum Zölibat ist, dass immer das Zölibat für alle Probleme verantwortlich gemacht wird. Es gibt wahrhaftig genug Menschen die ihren Vater nicht oder kaum kennen. Ich kenne eine Frau die Seelsorge macht für Frauen die eine Beziehung haben zu einem Priester. Ich fragte sie mal, ob die entsprechenden Priester auch sagen würden, dass sie eine Beziehung zu einer Frau haben. Sie meinte dann, dass es leider gar nicht so selten vorkommt, dass die Frau dann feststellen muss, dass sie nicht die Einzige ist mit der der Priester ins Bett geht. Nicht jedes Priesterkind hätte ohne Zölibat einen liebevollen und treusorgenden Vater. Das ist keine realistische Vorstellung. Es gibt Männer die nach über 20 Jahren Ehe außerhalb dieser Ehe ein Kind zeugen. Da ist auch nicht die Pflichtehe des Mannes schuld.

      • Elisabeth sagt:

        Zumal leider in der Debatte zu leicht vergessen wird, dass die große Gruppe der Nichtverheirateten – so auch ich – neben der allgemein für alle anzustrebenden Keuschheit, ebenfalls zur Enthaltsamkeit aufgerufen ist.
        Will man alle Verfehlungen, sozialen oder sonstigen Negativ-Outcomes aus dieser Gruppe auf den einen Paragraphen fokussieren, wird es schwierig.

        • Silvia Brückner sagt:

          Ich gehöre auch zu den Unverheirateten!

          • Elisabeth sagt:

            Sehen Sie, das meinte ich ja. Unsere sicherlich sehr unterschiedlichen Charaktere und das, was wir vielleicht manchmal anrichten, auf die Punkte 2349 und 2353 zurückzuführen, hilft nicht wirklich, glaube ich zumindest.
            Man könnte jetzt einmal den Umgang der Amtskirche damit diskutieren oder das, wie jeder von uns damit umgeht. Was eben nur in Betrachtung des Einzelnen überhaupt möglich und selbst dann schwierig ist.
            Das hört ja schon bei uns beiden auf: ich kann nichts über Sie sagen (geschweige denn urteilen) und Sie nicht über mich. Zumal wir als Menschen mehr sind als dieser eine Absatz im Katechismus.
            Das habe ich versucht einzuwenden und wollte Sie damit absolut nicht angreifen.

    • Antonius Theiler geb.1941 sagt:

      Frau Silvia Brückner, es tut mir leid, wenn Sie sich von mir vereinnahmt fühlen. Eigentlich ziehe ich meine Meinungen immer alleine durch. Also verzeihen Sie mir, ich bin ein alter Flegel.
      Als Entschädigung mein Lieblingsgedicht von Karl May. Er war ein Freund von Berta Suttner.

      Was klingen doch von allen, allen Seiten
      Für liebesarme Stimmen auf mich ein!
      Daß ich ein Mensch bin, kann ich nicht bestreiten,
      Doch man befiehlt, ich soll ein Engel sein.
      Wer seid denn Ihr, die über mich ihr richtet,
      Obwohl von Euch kein Einziger mich kennt?
      Wer hat mir Eure Fehler angedichtet,
      Indem er sie so kühn die meinen nennt?
      Ich frage nicht, um Euch hier anzuklagen,
      Denn was Euch fehlt, die Nachsicht, macht mich still.
      Ich habe nur das Einzige zu sagen,
      Daß ich um Folgendes Euch bitten will:
      Verzeiht mir, daß ich bin und daß ich lebe,
      Genau so schwach, so fehlerhaft wie Ihr!
      Indem ich meine Fehler Euch vergebe,
      Verzeih ich als die Eurigen sie mir!

  8. S.K. sagt:

    Seit einiger Zeit verfolge ich die Diskussion bezüglich AL und die Hl. Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene. Ich bin selbst betroffen, weil ich einen geschiedenen Mann geheiratet habe. Alle Argumente, die für eine Rechtfertigung gescheiterter Ehen und eine diesbezügliche Öffnung der Kirche sprechen, kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich selbst viele Jahre so gedacht habe. Aber in all diesen Jahren war ich nicht wirklich katholisch gläubig, ich war nur ein lauer Taufschein-Christ.

    Nun hatte ich die Gnade gläubig zu werden und das hat mir eine andere Sicht gegeben:
    Wir können nicht gleichzeitig katholische Christen sein, aber Gottes Gebote, insbesondere das 6. Gebot ablehnen bzw. nicht befolgen wollen. Das geht nicht zusammen! Als wahrer Christ weiß ich auch, dass Gott nur Gutes für uns möchte und seine Gebote gut für uns sind! Ich will hier nicht weiter auf unsere heutige Gesellschaftsproblematik in Bezug auf gescheiterte Familien eingehen . . .

    Wenn ich also wahrhaft gläubig bin, dann verstehe ich auch, dass ich einen Fehler, eine Sünde begangen habe. Selbstverständlich ist Gott barmherzig und vergibt mir – wenn ich bereue und nicht weiter sündige. Und die Kirche hat diese Menschen auch bisher nicht „auf ewig“ verurteilt – wenn die Sünder bereuen und bereit sind, auf Sexualität in der neuen Ehe zu verzichten. Das ist schon die praktische Lösung, nach der angeblich erst noch gesucht werden muß! Und ja, ich weiß, welcher Aufschrei an dieser Stelle kommt. Aber es muß doch klar sein, dass ich für eine schwere Sünde auf irgendeine Art Buße leisten muß. Also entweder verzichte ich auf die Sexualität oder ich verzichte auf den Empfang der Hl. Kommunion. Beides geht eben nicht. Mit diesem Verzicht kann ich vielleicht Gnaden bei Gott erwerben und Sünden wieder gutmachen. Das Problem ist nur, dass heutzutage fast niemand mehr auf etwas verzichten oder gar sühnen oder leiden möchte. Das ist zutiefst unmodern und passt nicht zu unserem „Wohlfühl-Zeitalter“. Das Studium der Leben unserer Heiligen kann hier Abhilfe schaffen. Es geht nicht um unseren Willen, auch nicht um den Willen der kath. Kirche, sondern um GOTTES Willen und in letzter Konsequenz um unser ewiges Heil.

    Gottes reichen Segen.

    • Elasund sagt:

      Ich kenne auch zwei Frauen die als Wiederverheiratete Geschiedene bewußt auf die Kommunion verzichten, weil sie dies als den Willen Gottes erkannt haben. Das bewundere ich und es stellt mich selbst in Frage die ich doch oft selbstverständlich und manchmal gedankenlos zur Kommunion gehe. Allerdings glaube ich, dass es – zumindest in der deutschen Kirche – NICHT das ist, was vorrangig ist. Das Erste ist die Verkündigung einer Person – Jesus Christus – das weitere (z. B. Kommunion oder nicht) entsteht daraus. GOTTES Willen ist vor allem, dass er eine Beziehung (einen Bund) möchte zu/mit den Menschen – später folgt dann was zu tun ist.

  9. Gabriele Luzia sagt:

    @S.K.: „Mit diesem Verzicht kann ich vielleicht Gnaden bei Gott erwerben und Sünden wieder gutmachen. Das Problem ist nur, dass heutzutage fast niemand mehr auf etwas verzichten oder gar sühnen oder leiden möchte. Das ist zutiefst unmodern und passt nicht zu unserem „Wohlfühl-Zeitalter“. …“.
    Ihren Beitrag finde ich bedenkenswert, aber gleichzeitig auch bedenklich. Gott schenkt uns Seine Gnade, DAS glauben wir (wenn wir glauben), wir müssen sie uns nicht erwerben, und Er ist barmherzig, wenn wir Ihn darum bitten. Das sind keine Erkenntnisse aus dem „Wohlfühl-Zeitalter“, sondern theologische Erkenntnisse von Augustinus, Martin Luther und anderen, z.B. Papst Benedikt XVI., und auch Papst Franziskus.

    Die Bischöfe von Malta haben wohl eher diesen Maßstab für ihre pastorale Praxis im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gewählt, oder habe ich da was nicht richtig verstanden? (siehe Nachricht bei RV vom 15.01.17).
    Eine solche Praxis wünsche ich mir auch in der deutschen katholischen Kirche: die Akzeptanz, dass jeder mündige Christ sein Verhältnis zu Gott in eigener Verantwortung lebt.

  10. Roswitha Steffens sagt:

    Mit unserer Ehe haben sich mein Mann und ich dafür entschieden all das miteinander zu teilen, was das Leben uns durch dieses Versprechen bietet aber auch das, was es von uns als einzelne Person dafür fordert. Man teilt, um im Teilen das Glück zu finden, das durch die Ehe getragen wird, weil sie zeitlos im Geiste des eigenen Angesichts erscheint. Wie sollten Menschen diese einmalige Erfahrung machen, die sich ein Versprechen geben und vielleicht sogar noch ihr Gelübde vor Gott ablegen, um es dann doch zu brechen?

    Wie will man Unendlichkeit begreifen lernen, wenn man täglich in der Angst lebt, dem Leben nicht gewachsen zu sein (Leistungsprinzip), es nicht fortführen zu können (Schwangerschaft) oder gar es zu verlieren (Krankheit)?

    Frau zu sein ist die verantwortungsvollste Aufgabe, die es auf dieser Erde gibt, denn diese Tatsache fordert die Selbstbeschränkung auf das, was man selbst am Leben erhalten kann. Die Emanzipation der Frau oberflächlich abzutun, nur weil man sie in ihrer ganzen Tiefe und Tragweite nicht erkennen kann, das genügt den Ansprüchen der Menschheit bei weitem nicht mehr. Jeder Mensch will die einzige Macht sein, die das Leben für sich gewinnt, um damit die Freiheit zu erlangen, für die es sich lohnt die eigene Person einzusetzen, anders befreit das Leben nicht von den Zwängen, die wir uns selbst auferlegten. Wohlbefinden liegt im verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Gewissen, das jede Person für sich selbst ins Gebet nehmen muss, um dadurch das zu erreichen, was die Wahrheit auch aussprechen kann. Rücksicht auf die Mitmenschen zu nehmen, die Hilfe benötigen, weil ihre eigene Kraft für dieses Leben nicht ausreicht, das sollte selbstverständlich sein und keine unfreiwillige Last darstellen. Alten und kranken Menschen, aber auch Kindern schuldet jede Generation ihre überschüssige Energie, denn die trägt das Herz, um es für die Lebenszeit einzusetzen, die wir miteinander teilen, nicht ohne all unsere Mitmenschen aus dem Leben daraus so gut es geht mitzunehmen.

    In der Ehe sollte die Frau die Emanzipation finden, die sie mit dem Mann teilt, um gemeinsam die Verantwortung ins Leben zu tragen, die daraus als Mensch erwächst.

    Damit will ich sagen, wir sind in Mann und Frau durch Vernunft (nicht durch Sexualität) berufen, als Mensch die Würde zu verwirklichen, die unabhängig macht, um selbst zu verantworten, was existenziell die Welt mitgestaltet.

    • Gabriele Luzia sagt:

      Liebe @Roswitha Steffens, ich versuche immer wieder, Ihre Blog-Beiträge zu verstehen,natürlich mit dem Stückchen Verstand, mit dem ich ausgestattet bin, und mit meinem Glauben, mit meiner Bildung. Manchmal denke ich, endlich verstehe ich Sie, aber dann ist es schon wieder vorbei… wie auch diesmal. Meistens höre ich dann auf zu lesen und gehe zum nächsten Beitrag.
      Ich könnte Ihren ganzen Beitrag satzweise aus meiner Sicht kommentieren (wie ich das jeweils verstehe – oder auch überhaupt nichts damit anzufangen weiß), aber DAS ist sicher nicht der Sinn der Sache. Ich lese ja auch, anderen Lesern geht es ähnlich.
      Sie wollten ein Buch schreiben, verlauteten Sie an irgendeiner Stelle. Aus ganz nachvollziehbaren Gründen, die Sie andeuteten, kam es nicht dazu.

      Ich würde kein Buch mit einem Text gekauft, den ich nach einigen Sätzen nicht – auch beim besten Willen nicht! – irgendwie einordnen kann.

      Versuchen Sie doch vielleicht mal, wenn Sie Ihre Gedanken mitteilen wollen, sich in einen anderen Menschen als Sie selbst es sind, mit ganz anderen Erfahrungen, hinein zu versetzen, damit er / sie Ihre Gedanken versteht. Manchmal macht es schon ein Absatz verständlicher.

      Ich würde Sie gern ganz verstehen. Aber Sie machen es – mir jedenfalls – schwer.
      Herzliche Grüße
      Gabriele Luzia

      • Silvia Brückner sagt:

        Geht mir ganz genauso, dass ich die Sprache, die Formulierungen und Gedankengänge von Frau Steffens beim BESTEN Willen nicht verstehe.

        Ich vermute, dass es ihr auch weniger darum geht, sich anderen Menschen mitzuteilen sondern sich etwas von der Seele zu schreiben, so wie Manche z.B. Tagebuch schreiben.

      • Roswitha Steffens sagt:

        Es liegt nicht in meinem Sinn, Gedanken verstehen zu können sie sollen nur nachvollziehbar sein. Ich glaube es liegt an mir und meinen Mitmenschen, wie Gedanken ihren Weg ins Leben finden. Vielleicht sind nicht alle Gedanken für jeden bestimmt, denn Gedankengut umfasst ja all das, was man sich selbst in irgendeiner Weise durch ganz persönliche Erfahrungen erarbeitet hat. Dass das nicht für alle das Gleiche ist, das sollte jedem klar sein, das macht ja die Vielfalt in ihrer ganzen Individualität aus. Was jedoch für alle Menschen gleich sein sollte, das ist das Gute, das durch Jesus Christus offenbart wurde, um sich mit jeder Person der Wahrheit zu stellen, die sich aus dem Gedankengut ergibt, das sich mitteilen kann, um offen zu legen, was dem eigenen Gewissen entspricht.

        Sie müssen mich nicht unbedingt verstehen, um Gedanken mitnehmen zu können, die ihnen selbst bewusst werden. Es reicht schon, wenn Gedanken Interesse so wecken können, dass daraus etwas Neues entsteht, eine Dynamik, die aus ihrer eigenen Interpretation heraus Fahrt aufnimmt, um damit in dem Bewusstsein vorzudringen, das durch seine Einmaligkeit auf ganz individuelle Art das Leben bereichert.

        Ich integriere Menschen einfach in mein Bewusstsein, deren Gedanken ich zwar nachvollziehen kann, so aber nicht bestätigen würde. Es ist nicht meine Aufgabe die Menschen eines Besseren zu belehren, denn diese Fähigkeit besitze ich nicht.

        Ich danke Ihnen für ihre Antwort, sie hat mir persönlich wieder ein Stück weiter geholfen.

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