Nicht wählbar

Es ist der einfachste Weg, maximale Aufmerksamkeit und Erregung zu erzeugen: ein Nazi-Vergleich. Alles regt sich auf, alle Tabus werden berührt. Genau das will Frau Weidel von der AfD, indem sie die Kirche in den Zusammenhang mit dem 3. Reich stellt.

Screenshot vom Tweet

Screenshot vom Tweet

Der Tweet ist von gestern, also vom 21. Dezember.

Natürlich kann man jetzt die Rolle der Kirchen unter den Nazis debattieren, das Raushalten, die Unterstützung, den Widerstand. Aber das ist ja gar nicht die Absicht von Frau W. Sie will diffamieren.

Sie will Erregung, Aufregung, stillschweigendes Kopfnicken all derer, denen kirchliche Positionen nicht passen oder zu anstrengend sind.

Das hat nichts aber auch gar nichts mit geschichtlichen Entwicklungen zu tun. Das hat mit heute zu tun und damit, dass sich Kirche nicht heraushalten will. Ich könnte jetzt böse sein und das zu einer Erfahrung erklären, die aus dem Dritten Reich stammt, aber das braucht es gar nicht. Wer aus christlicher Überzeugung und in Gemeinschaft die Gesellschaft prägen möchte, der darf das. Das hat nix mit Trennung von Kirche und Politik zu tun.

Die Kirchen sagen, dass die AfD für Christen nicht wählbar ist? Genau, Frau W. Und Sie liefern einen Grund mehr. Wenn es den noch gebraucht hätte.

 

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37 Kommentare zu Nicht wählbar

  1. Danke@Pater Hagenkord für diese klare Aussage!

    der GANZEN Blog-Gemeinde besinnliches Fest!

    -und natürlich auch an das Vatican News Team – Radio Vatikan bleibt mir vertrauter- gerade als „Internationalist“ mag ich das Regionale…

    NICHT den Separatismus a la Katalonien..

    Pater Hagenkord noch eine kleine „Anregung“:
    könnte man:
    1.Livestreams-mit deutschem Kommentar etwas zeitiger ankündigen?
    2. bei YouTube in der Mediathek die deutschsprachigen besonderes kennzeichnen?

    die „kuriale Rede“ habe ich nicht -mit dt. Kommentar- gefunden oder bin ich beim navigieren noch zu „unbeholfen“?

    bin dann auf EWTN ausgewichen-der dortige Übersetzer hatte ein etwas „frommen“ Stil..

  2. Carmen Fink sagt:

    Bravo Pater Hagenkord, mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

    Ich schließe mich an, allen wünsche ich ein gesegnetes Fest.

  3. Actuarius sagt:

    „Es kommen da, o Herr, einige, die lassen bloß ihren eigenen Glauben leuchten und glänzen, den Glauben anderer aber beschimpfen, schmähen, verachten und verwerfen sie. Da sind wir denn, o Herr, im Unklaren, sind im Zweifel, wer wohl Wahres, und wer Falsches lehrt.“
    „Recht habt ihr, dass ihr da im Unklaren seid und Zweifel hegt. In einer Sache, bei der man wirklich im Unklaren sein kann, ist euch Zweifel aufgestiegen.
    „Geht nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber selber erkennt: ‚diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden‘, dann möget ihr sie aufgeben. (Buddha, Kâlâma-Sutta)

  4. Rosi Steffens sagt:

    Liebe Bloggemeinschaft, ich möchte an dieser Stelle ein gesegnetes Weihnachtsfest all denen wünschen, die es zu schätzen wissen gemeinsam um dieses einmalige Ereignis zu beten, um es in all die Herzen zu befördern, die sich ihm immer noch in Hartnäckigkeit verschließen.

    Es liegt mir fern dies als Verurteilung zu sehen, doch es soll Gedanken ins Rollen bringen, die der Wahrheit auf den Grund gehen, um ihr so gerecht zu werden, wie es jedem Menschen möglich ist.

    Würde hält die Geburt Christi für jeden bereit, der ihr im Glauben an Gott entgegengeht, um sich der Wiege anzunehmen aus der sie geboren wurde.

    Viele Menschen haben Angst davor sich im Glauben Gott anzuschließen, mein Verlangen lag eher darin, ihn suchen zu müssen. Auf dieser Suche habe ich vieles empfangen, was mir die Liebe zum Leben schenkte. Um ein derart erfülltes Leben wie ich es von Gott empfangen kann an die Menschheit weiter zu senden braucht es einen eisernen Willen, der sich darin ausspricht, um nichts von all dem zu zerstören, was bereits überliefert ist.

    Mein Dank gilt insbesondere Ihrem Engagement Pater Hagenkord, das von einem Glauben und einer Hingabe zeugt, die Ihresgleichen suchen muss. Dahingegen kann ich nur mit meinem Zeugnis aufwarten, dessen Inhalt ich hier abgegeben habe, um ihm Sinn und Kraft zu verleihen auf seinem Weg in diese Welt.

    Übrigens erhielt ich dieses Jahr Weihnachten die Möglichkeit über unsere Pfarrgemeinde in die katholische Kirche einzutreten, die ich nutzte, um meinen Beitrag zum Erhalt dieser so starken und tragfähigen Gemeinschaft zurückzugeben.

    Vielen Dank für all die Gebete, die mich gerade in der letzten Woche in der Annahme gestärkt haben im täglichen Bemühen um christliche Nächstenliebe nicht allein zu sein.

  5. carn sagt:

    Allen hier gesegnete Weihnachten.

  6. carn sagt:

    „Die Kirchen sagen, dass die AfD für Christen nicht wählbar ist?“

    Das AFD nicht wählbar ist, ist klar.

    Mich würde nur mal interessieren, welche Partei für Christen überhaupt noch wählbar ist.

  7. carn sagt:

    Wie weit soll eigentlich die Abgrenzung von der AFD gehen?

    Frage, da ich gerade darüber gestolpert bin:
    https://de.nachrichten.yahoo.com/diakonie-schickt-100-euro-spende-afd-politiker-zuruck-140959476.html

    AfD-Politiker spendet einer von der Diakonie betriebenen „Die Tafel“ -Einrichtung 100 Euro; die schicken das zurück, da man sich von der AfD ausreichend distanzieren müsse.

    Mir erscheint das merkwürdig; höchstens wenn der AfDler die Spende zur politischen Inszinierung tätigte; aber soweit mir ersichtlich erfolgte die Spende ohne Tamtam und das ging jetzt erst nach dem Zurückschicken los.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Machen wir das Gegenbeispiel: das Geld wird genommen und ein halbes Jahr später präsentiert sich der Abgeordnete als Förderer der Tafel, die ja schließlich sein Geld genommen habe. Und dann kommen die Vorwürfe: abgegrenzt habt ihr euch, aber das Geld trotzdem genommen. Wie man es macht, macht man es falsch.
      Sie bestehen doch hier eigentlich immer auf Klarheit und Eindeutigkeit, da wundert es mich schon ein wenig, dass ausgerechnet hier das nicht gelten soll.

    • Rosi Steffens sagt:

      Spenden sind ein Almosen von dem Überfluss, der von Menschen angehäuft wird, deren Alltag nicht beseelt von Gott sondern von eigener Überzeugungskraft geleitet wird.

      Gaben sind von Gott gegebene Eigenschaften, die sich den Menschen annehmen, um ihnen in Nächstenliebe zu dienen und ihnen nicht abzuverlangen, was man nicht selbst zu geben bereit ist.

  8. Actuarius sagt:

    Wenn nun die katholische Kirchen sagt, dass die AfD für Christen nicht wählbar ist und ein gläubiger Christ tut es dennoch, wäre das dann eine Sünde, die der Lossprechung bedarf, wenn er seine Wahl früher oder später bereut?

    • Eskilcgn sagt:

      Ich finde man sollte da aber fein unterscheiden.
      Mit der Lossprechung meine ich.
      Bei einer Kommunalwahl sollte ein Priester absolutieren können. Bei einer Landtagswahl sollte das allerdings nur durch einen Bischof gehen.
      Die Bundestagswahl allerdings nur beim Papst selbst …. oder vielleicht beauftragt Franziskus hierfür wieder spezielle Lossprecher. So wie im Jahr der Barmherzigkeit.

      Aber mal Spaß bei Seite. Er wir uns hier absurde Gedanken über Absolutismus machen, sollten wir uns lieber fragen, was unser A teildaran ist, dass dieses rechte Gedankengut und Sprachgut wieder so hoffähig werden konnte in unserer Gesellschaft.

      Es geht nicht um Beichten. Es geht darum, etwas dagegen zu TUN!

    • Ro sagt:

      Laut infratest sind 1.070.000 Wähler von der Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) und von der Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) bei der letzten Bundestagswahl zur AFD abgewandert. Dort hatte man sich an diesen bislang nicht gestört.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Was meinen Sie mit „dort“? Die „C“-Parteien?

        • Ro sagt:

          In diesem Zusammenhang die christlichen Parteien. Von dort kam der größte
          Stimmenanteil neben den Nichtwählern. Als diese Wähler noch CDU, CSU, SPD
          oder FDP wählten nannte man sie aber noch „Mitte“. Dabei muss man sich
          fragen, ob diese Wähler nun von einem Tag auf den anderen ihre Weltanschauung geändert haben, oder nur ihre Stimmabgabe.

          https://bilder.t-online.de/b/82/28/07/50/id_82280750/920/c_raw/tid_da/index.jpg

          • Pater Hagenkord sagt:

            Muss man sich das fragen? Mir geht er hier nur darum, die Diffamierungs-Taktik von Frau W. nicht ohne Kommentar einfach so stehen zu lassen.

          • carn sagt:

            Hier für Ihren Kommentar müssen Sie das nicht. Weidel hat explizit hart und/oder diffamierend gegen die römisch katholische Kirche ausgeteilt, da kann man ohne über Gründe für Wählerwanderungen nachzudenken erwidern.

            Nur wenn man halt was gegen die AFD tun möchte, wie z.b. Eskilcgn es möchte, dann sollte man verstehen, warum es entsprechende Wählerwanderungen gab.

            Denn warum es die Wählerwanderung gab, kann beeinflussen, welches Tun sinnvoll ist.

            Getreu den Erfahrungen von Sunzi:

            https://de.wikiquote.org/wiki/Sunzi
            „Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“ – Die Kunst des Krieges

            „Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Die Kunst des Krieges

            Wobei natürlich immer zu fragen ist, ob und wer der Feind ist, und immer an einen anderen Grundsatz zu denken ist:

            „44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,“

            In diesem Sinne schlage ich vor, dass jeder von uns für die auf der „anderen Seite“ des politischen Grabens betet.

      • Marcantonio sagt:

        Diese Wähler hatten ihre guten Gründe. Es ist nicht die Aufgabe eines Paters der Katholischen Kirche, sie dafür zu verteufeln.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Es ist wohl Aufgabe eines Christen, gegen Diffamierung aufzustehen. Ich verteufle keine Wähler, wer das sagt hat meinen Kommentar schlicht nicht gelesen. Ich wehre mich dagegen, von Frau W diffamiert zu werden.

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich glaube, ich kann Sie verstehen, denn Frau W beansprucht „Personal“ (Christen) für sich, das sie überhaupt nicht kennt. Pauschalurteile helfen nicht bei der Problembewältigung, die es ohne Zweifel gilt in den Griff zu bekommen. Dass hierbei verschiedene Blickwinkel eine Rolle spielen, das dürfte für jeden vernünftig denkenden Menschen außer Frage stehen, doch diese Blickwinkel in einen Konsens zu führen, das bedarf dann schon einer Differenzierung, die es gilt aus globalen Sachverhalten zu schöpfen und nicht aus individueller Perspektive anzulegen.

            Es gibt auch keine „guten Gründe“ sich Menschen anzuschließen, die derartige Beiträge leisten, die einer Gemeinschaft mehr schaden als sie zu stärken. Unsere Geschichte lehrt uns viele Dinge, unter anderem, dass es nur Unfrieden stiftet, wenn sich einzelne Menschen über das Volk erheben und ihm damit den Mund verbieten, denn jede Stimme zählt und muss so integriert werden, dass daraus ein passender Schuh für alle wird.

        • HJB sagt:

          „Diese Wähler hatten ihre guten Gründe.“

          Richtig.
          Den Vergleich mit dem 3. Reich hätte ich – als überzeugter Katholik – nicht gemacht.
          Ich hätte vielmehr gesagt: Die kath. Kirche hat von der „Flüchtlings“bewegung zu wenig Ahnung, als dass sie sich ein gutes und umfassendes Urteil erlauben kann.
          Wichtig ist: Immer erst vollständig analysieren und erst dann bewerten !
          Und das sage ich als jemand, der bereits in 2013 (!) als Mitglied einer Gruppe ein beim Spielen auf der Straße von Granatensplittern verletztes syrisches Mädchen nach Deutschland hat ausfliegen und in Deutschland hat operieren lassen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das ist nicht mein Eindruck. Erstens begegne ich hier vielen Katholiken und Mitarbeitern kirchlicher Hilfswerke und auch Christen von vor Ort die sehr wohl viel Ahnung haben von den Gründen hinter all der Bewegung. Und zweitens: wenn jemand beweist, dass Ahnung nichts zählt sondern nur Meinungsmache, dann ist das in diesem Fall Frau W. Also bleibe ich dabei.

          • HJB sagt:

            Antwort auf Pater Hagenkord (26.12.2017, 09:55 Uhr):

            Die Ursachen der „Flüchtlings“bewegung können wir hier nicht auf die Schnelle ausdiskutieren. Deshalb lassen wir die gegenteiligen Auffassungen hierzu besser mal so stehen.
            Und Weihnachten soll man auch nicht unnötigerweise belasten; es reicht schon, was an Weihnachten in der Welt sonst so los ist.
            Die Kirche muss sich jedenfalls mit weltlichen Problemen schon ausreichend befassen (und dazu auch Gegenmeinungen anhören und versuchen zu prüfen), wenn sie die Welt theologisch würdigen will. Denn es geht um nicht weniger als die Möglichkeit der Akzeptanz ihrer Haltung!
            Als überzeugtes Mitglied unserer katholischen Kirche muss ich ihr das – in aller Freundschaft – so sagen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Mit Verlaub, es geht eben nicht um Auffassungen, es geht um Analysen. Sie können der Kirche vorwerfen, diese nicht ausreichend zu betreiben. Meine Erfahrung ist das genaue Gegenteil, wenn ich Menschen zuhöre, die vor Ort – Zentralafrika, Naher Osten, Indien, Haiti – arbeiten, dann haben die genau im Blick, was Menschen zur Migration oder Flucht bewegt.
            Das hat auch nichts mit Weihnachten belasten zu tun. Der Papst hat uns ja gerade klar gemacht, wo wir Jesus sehen können: in den Gesichtern der Kinder heute, auf der Flucht, in Kriegsgebieten, hungernd. Das ist ein sehr weihnachtliches Thema.

          • HJB sagt:

            Antwort auf Pater Hagenkord (26.12.2017, 11:12 Uhr)

            Ich habe im Herbst 2015 keine hungernden und schlecht gekleideten Menschen kommen sehen. Im Gegenteil: Fast nur junge, gut gekleidete Männer und (im Gegensatz z.B. zu mir) mit dem neuesten Smartphone ausgestattet.
            Die Armut in den von Ihnen bezeichneten Teilen unserer Welt ist unbestritten. Dazu muss die Politik ursachenadäquate Lösungen finden. Doch leider ist sie dazu – mangels Leistungsfähigkeit und z.T. auch mangels echtem Interesse – bisher nicht in der Lage.
            „Flüchtlings“bewegung und Armut in der Welt sind nicht deckungsgleiche Probleme.
            Doch nun Frohe Weihnachten allseits!

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie lenken ab. Es geht um die von Frau Weidel verbreitete Verunglimpfung der Kirche. Gegen die wehre ich mich. Was Sie 2015 gesehen haben oder nicht gesehen haben rettet die Aussage dieser Frau auch nicht.

  9. Rosi Steffens sagt:

    Ich denke das ist Leben, seine persönliche Position darin einzunehmen, sie zu vertreten und an dem wachsen zu lassen, was sich daraus in größtmöglicher Gemeinschaft ergibt.

    Nun könnte man sagen, auch die AfD ist eine Gemeinschaft, doch ich denke Parteien oder andere organisierte Zusammenschlüsse stellen, vielleicht sogar ungewollt, ein eigenes System her das eher einen Bruch mit der Gemeinschaft verursacht, die sich aus Menschlichkeit durch Jesus ergeben sollte, wenn man sich seiner selbst als Mensch gewissenhaft annimmt.

    Im Grunde genommen ist es doch so, dass wir, die Menschheit, mehr oder weniger verzweifelt daran arbeiten herauszufinden, was uns so besonders macht, dass wir den Schaden anrichten können, den wir der Natur und uns selbst mittlerweile zufügen. Wir wollen das nicht und doch können wir es und das macht uns zu Werkzeugen, doch von wem?

    Werkzeuge dienen, sie unterwerfen sich nicht, denn sie stehen dem Menschen als Hilfsmittel gegenüber, um sich seiner Kompetenzen anzunehmen. Uns allen bleibt im Grunde genommen nur eines, um wirklich frei zu sein von Vorbestimmtem, wir müssen uns dem Willen unterwerfen, der uns die Freiheit schenkt, die wir nur durch Gott erhalten können.

    In der Annahme Gottes liegt Würde in jeder Person, die sich ihrer selbst gewissenhaft zu vertreten weiß.

    Das Teilen dieser Würde ist möglich, wenn man sich ihrer Geschichte annimmt, um damit den Schatz zu erhalten, den es gilt über jede Generation hinweg weiter zu vermitteln. Das Evangelium hat diesen Schatz für unsere Generation im Gedenken an Gott durch Jesus festgehalten und wir, die nachfolgende Generation sind nun dazu aufgefordert das Leben Jesus für all die zu erhalten, die sich diesem Leben anschließen wollen.

    Vorrangig steht hierfür jeder Einzelne in der Pflicht, denn in ihn ist der Weg des Glaubens geschrieben und der gibt all den Halt, den sein Leben braucht, um sich wirklich nachhaltig weiter entwickeln zu können.

    Kirche ist die Heimat des Glaubens im Sinn allumfassender Herausforderungen vor die die Menschheit gestellt wird. Dahingegen sehe ich die Politik und damit auch die AfD in der Verantwortung der Würde gegenüber, die sich aus jeder Person ergibt.

  10. carn sagt:

    Sehr geehrter Pater Hagenkord,

    da hier mehrere Posts Ihnen vorwerfen, Sie hätten auch etwas gegen die AFD-Wähler ausgeteilt, was Sie selbst anders sehen, hier die Stelle, wo andere vielleicht was reinlesen:

    „Die Kirchen sagen, dass die AfD für Christen nicht wählbar ist? Genau, Frau W. Und Sie liefern einen Grund mehr. Wenn es den noch gebraucht hätte.“

    Damit scheinen Sie neben Widerspruch zu Frau W. eben auch auszudrücken, dass Ihrer Ansicht nach die AFD für Christen nicht wählbar ist; was sagt das über Christen aus, die die AFD gewählt haben? Dass es keine Christen sind bzw. vom Glauben abgefallenen bzw. diese Christen zumindest gesündigt haben?

    Das werden manche so verstehen; und deshalb diese Vorwürfe, Sie hätten etwas gegen AFD Wähler gesagt.

    Ich gehe nicht davon aus, dass es so gemeint war; aber anscheinend andere.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Sagen wir so: wer Frau W oder Kompagnons wählt, der muss sich auch damit konfrontieren lassen, was die Leute so von sich geben. Von Glaube und Sünde und so habe ich hier nichts gesagt, hier geht es um menschlich-politische Umgangsweisen in einer Gesellschaft. Das Christentum hat eben auch Konsequenzen für die Ethik, das passt nun einfach nicht zu Diffamierungen.

      • carn sagt:

        Wie ich bereits sagte, die Frage ist, welche Partei überhaupt noch für Christen wählbar ist.

        Wenn man es ethisch betrachtet, kann eben nicht nur der öffentliche Umgangston relevant sein, sondern das Parteiprogramm bzw. die politischen Ziele sind genauso relevant.

        Und ich sehe keine Partei, die dann nicht durchfällt und deren christlichen Wählern man dann nicht damit konfrontieren muss, was sie da eigentlich wählen.

        Man kann sich nicht den einen Punkt, der einem grad besonders sauer aufstößt rauspicken und die anderen ignorieren.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Das ist zutiefst unpolitisch. Wer 100 Prozent sucht, wird Zersplitterung der Parteien und dann Unregierbarkeit ernten. Man muss sich irgendwie entscheiden, wenn man Demokratie ernst nimmt.
          Natürlich geht es auch um Inhalte, vor allem geht es um Inhalte, und im Idealfall geht es auch darum, sich selbst zu beteiligen. Nach der Italienischen Staatsgründung war es Katholiken jahrzehntelang verboten, sich politisch zu engagieren, was zur Folge hatte, dass Kirche lange Zeit überhaupt keine Rolle spielte und gar nicht mitreden durfte.
          Ich wende mich hier auch nicht gegen einen „öffentlichen Umgangston“, wie Sie das nennen. Da spricht eine innere Haltung. Wir haben zig Jahrzehnte hinter uns, in denen ein Politiker nach dem anderen nach einem Nazi-Vergleich in der Versenkung verschwand, zu Recht. Frau W benutzt das ganz bewusst, deswegen ist das nicht einfach nur „öffentlicher Umgangston“.

          Was das Rauspicken und Ignorieren angeht: das ist schon ziemlich arrogant von Ihnen. Ich darf nicht schreiben, was ich schreiben will? Ich darf einen Satz nicht kritisieren, wenn ich nicht gleich alle kritisiere? Wie gesagt, das spricht eine zutiefst unpolitische Haltung aus Ihrem Kommentar.

          • Ro sagt:

            Aber hat man nicht auch die Partei dieser Politikerin und alle
            ihre Wähler in eben diese Ecke gestellt? Wobei es schwer vorstellbar
            ist, dass 5 Millionen Nichtwähler, CDU-Mitglieder, CSU-Mitglieder,
            FDP-Mitglieder, Linke und Grüne mit der Abgabe ihrer Stimme an diese
            Partei zu Nationalsozialisten mutierten.

            Beide Seiten sollten Jene die dieser Gesinnung sind so benennen,
            aber von Pauschalisierungen absehen, ansonsten verliert der Begriff
            durch den alltäglichen Gebrauch die Bedeutung und Schwere die ihm
            aufgrund der Geschichte für immer zustehen sollte.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Die Partei hat sich von der Aussage/dem Tweet nicht distanziert. Und da die Dame eine offizielle Position hat, darf ich annehmen, dass sie für die Partei spricht. Ergo pauschalisiere ich nicht. Ich habe auch nichts davon gesagt, dass hier irgendwer zum Nazi wird. Ich spreche von Diffamierung und damit vor dem Missbrauch der Geschichte, vor dem Sie warnen.

        • Rosi Steffens sagt:

          Ich denke, es ist nun einmal so, dass in Deutschland rechte wie linke, nationalistische wie populistische Tendenzen existieren, die, wenn schon vorhanden am besten in einer Partei verankert werden, die sich mit ihren Inhalten im Parlament der Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung stellen muss, um eine demokratische Ordnung aufrecht erhalten zu können.

          Gäbe es diese Parteien nicht, so könnte ich mir vorstellen, organisieren sich Gruppen und stiften solange Unfrieden in einem Maße, bis Demokratie untergraben wird, vor allem eine, die gerade um ihr Überleben kämpft, wie es in meinen Augen in Deutschland der Fall ist und europaweit erkennbar wird.

          Damit will ich sagen, wenn schon extrem, dann lieber im Parlament als auf der Straße, denn dort kann man Debatten führen, um die Positionen zu relativieren, denen vielleicht der Blick für Grundlegendes und damit für das Wesentliche einer Demokratie fehlt, nämlich der Gemeinsinn, der alle durch gelebten Frieden in ein Miteinander führt, das für jeden bereithält, was er sich nicht zuletzt auch geistig erarbeiten kann, um es dann auch körperlich umzusetzen.

          Nicht die Parteien machen Politik, der Wähler bestimmt die politische Richtung mit seiner Stimme, um damit auch den Boden unter die Füße zu gewinnen, den er braucht um das Leben zu meistern, das sich ihm täglich zur Aufgabe stellt.

          Politiker sind die legislative Gewalt, die durch Gesetzgebung aus den GG zu generieren versucht, was die Würde jeder Person im Einklang mit ihrer Verfassung dem Staatswesen abverlangt. Das bedeutet jede Person ist selbst dafür verantwortlich wie sie lebt und vor allen Dingen von wem sie sich beeinflussen lässt, um das gemeinsame Ziel des friedlichen Miteinanders in einer demokratisch organisierten Gemeinschaft zu erreichen.

  11. Ro sagt:

    @Pater Hagenkord

    Mit Pauschalisierung meinte ich keinesfalls Ihre Position,
    sondern jene stetigen Pauschalisierungen, denen sich diese
    Partei ausgesetzt sah und sieht. Was keine Entschuldigung,
    sondern für mich nur eine Erklärung darstellen soll.

    Generell wird der Vergleich mit dieser Zeit im Diskurs viel
    zu oft gezogen, und will vergleichen, was in seinem Grauen
    nicht vergleichbar ist.

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