Obdachlos am Petersplatz

Der Papst will die „Umkehr der Strukturen“: In Evangelii Gaudium haben wir das zum ersten Mal gehört, auch wenn es da leider als „Neuausrichtung“ übersetzt ist, geschrieben hat der Papst „Umkehr“. Oder gar „Bekehrung“, „conversión“.

Wie schwierig das sein kann, sehen wir hier gerade in Rom. Der Aufreger des Tages ist die Tatsache, dass die Vatikanpolizei gemeinsam mit anderen Autoritäten wie der etwa der Stadtverwaltung Roms veranlasst hat, dass die vielen Obdachlosen, die unter den Kolonnaden des Petersplatzes schlafen, diesen Ort morgens, und zwar sehr früh morgens verlassen müssen.

Rückblick: Papst Franziskus und vor allem auch sein für Almosen zuständiger Erzbischof Krajewski haben in den vergangenen Jahren Aktionen für Obdachlose in Rom gestartet. Weil es hier in der Stadt warm ist und viele Touristen kommen, gibt es davon sehr viele. Für sie gibt es einen Friseur und eine Duschmöglichkeit, dem Papst geht es nicht nur ums Überleben, sondern auch um die Würde der Männer und Frauen. Und mit einigen von ihnen gemeinsam hat der Papst deswegen auch die Sixtinische Kapelle besichtigt.

Direkt um die Ecke vom Petersplatz: Die Betten der Obdachlosen

Direkt um die Ecke vom Petersplatz: Die Betten der Obdachlosen

Das erhöht natürlich die Attraktivität des Vatikan für Menschen auf der Straße. Auch in den Nebenstraßen leben jetzt viele, jede Nische wird zum Schutz vor dem Wetter genutzt.

Man sieht: Je mehr der Vatikan hilft, desto schwieriger wird es aber auch, wie die Entscheidung in dieser Woche zeigt.

In dem Jesuiten-Haus, in dem ich wohne, sind unten im Erdgeschoss Schlafmöglichkeiten für Obdachlose geschaffen worden, gemeinsam mit dem Vatikan. Es gibt eine Gruppe von Männern, die das gerne in Anspruch nehmen, Frauen finden woanders Unterkunft. Dann gibt es aber auch Männer, die das gar nicht wollen. Und es kommt Alkohol und dergleichen ins Spiel. Und damit Streit und Aggression, was einer der konkreten Auslöser der Entscheidung war, dass morgens um fünf Uhr die Schlafstätten geräumt werden müssen.

 

Sicherheit und Hygiene

 

Die Straßenreinigung muss putzen, hygienisch kann man das sonst nicht den Touristen und Pilgern zumuten. Ungesund für alle ist es auch, wenn man die Kolonnaden sich selbst überlassen würde. Außerdem ist der Petersplatz der Petersplatz, es geht auch um ein gewisses Dekorum. Das ist keine Show, es gehört aber zu einem Kirchplatz hinzu, dass er nicht aussieht wie eine Toilette.

Und dazu kommt auch die Sicherheit, wie uns der Chef der Vatikanpolizei, Domenico Giani, gesagt hat. Wenn die Obdachlosen unter Tage ihre Pappen und Kisten, unter denen sie schlafen, zurück lassen, dann ist das gefährlich. Wer sagt denn, dass ein Terrorist eine Bombe nicht genau da versteckt? Es sei den italienischen Kollegen nicht zuzumuten, dass dort so viele uneinsichtige Berge von Material lägen, die müssten die alle kontrollieren und sichern, sagt Domenico Gianni.

 

Ort der Zuflucht

 

Nachts dürfen die Männer – es sind vor allem Männer – dann wieder zurück, um dort zu schlafen. Auch haben sie Broschüren bekommen, in denen drin steht, wo man noch in Rom sicher unterkommen kann und wo man auch bleiben kann. Denn einer der attraktiven Punkte ist ja, dass der Petersplatz sicher ist, hier gibt es viel Polizei, hier werden Obdachlose nicht ausgeraubt und Opfer von Gewalt. Sicherheit ist wichtig.

Ich erzähle das so ausführlich, weil es eben ein Beispiel für den Prozess der Umkehr der Strukturen ist. Man macht einen Schritt, dann einen weiteren, und dann tauchen völlig neue Probleme auf. Probleme, die man ohne die Schritte vielleicht so nicht hätte.

Und trotzdem: Was kann dem Zentrum der katholischen Kirche besseres geschehen, als dass die am Rand unserer Gesellschaft Lebenden dort eine Zuflucht suchen und finden? Eigentlich ist das ein gutes Zeichen. Das muss nur jetzt in den Alltag übersetzt werden. Duschen und Friseur waren ein Schritt, jetzt braucht es weitere Schritte, um das umzusetzen.

Schrei-Kritik, wie wir sie hier in italienischen Medien hören, hilft da wenig. Als Christ freut mich, dass den Männern geholfen wird. Als Anwohner freut mich, dass es hygienisch bleibt. Und sicher. Das alles zusammen zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Aber dass es einfach würde, hat auch nie jemand behauptet.

 

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22 Kommentare zu Obdachlos am Petersplatz

  1. Franziska sagt:

    Ich verzichte gerne auf einen Besuch des Petersplatzes, wenn dadurch einer dieser armen Männer einen sicheren Platz erhält.

  2. ok –
    und die Sicherheitsaspekte ja – und die „Lumpen“ der Obdachlosen könnten ja tatsächlich von Terroristen MISSBRAUCHT werden

    JA soweit verstehe ich die Gendarmerie

    und TROTZDEM ist es wichtig , den Petersplatz nicht nur als ästhetisch-sterilen Prospekt zu erleben!!

    JA AUCH HIER lebt jetzt KONKRET das von Franziskus angesprochene LAZARETT oder auch die VERBEULTE Kirche!!

    und da soll eben nicht eine STERILE!! „Sauberkeit vorgegaukelt werden..

    wenn man sich den sterbenden Christus am Kreuz nicht nur in Museen anguckt,

    sondern sich nur ein die reale Situation eines sterbenden Menschen vorstellt…

    ja und dann reagiert der Körper auch.. ich möchte das nicht näher ausführen..

    jetzt hör ich sofort den Aufschrei die Entrüstungen..

    das ist doch gar nicht vergleichbar etc.. -ja aber dass ist nicht mein punkt..

    wer das nicht mehr aushält soll sich mal mit Menschen, die in Slums arbeiten unterhalten!

  3. Hardenberg sagt:

    Danke für die detaillierten Berichte. Vielleicht wäre es aber geschickter gewesen, der Vatikan hätte diese guten, nachvollziehbaren Gründe vorher kommuniziert. Aber gut, Fehler machen wir alle. Und ein gutes Argument ist vor einer Handlung in der Regel genauso gut wie nachher.

  4. carn sagt:

    „Ich erzähle das so ausführlich, weil es eben ein Beispiel für den Prozess der Umkehr der Strukturen ist. Man macht einen Schritt, dann einen weiteren, und dann tauchen völlig neue Probleme auf. Probleme, die man ohne die Schritte vielleicht so nicht hätte.“

    Wir sind eben fehlbare Menschen in einer gefallenen Welt; guter Wille und gute Tat sind leider keine Garantie, dass es dann auch gut wird; manchmal wird es tatsächlich gut; manchmal ein bißchen gut; manchmal gibts neue Probleme; manchmal wird gar nichts besser; und manchmal hat man es durch seine vermeintlich gute Tat erst recht schlimm gemacht.

    Aber das ändert nichts daran, dass man es versuchen muss und lernen muss.

    „Der Aufreger des Tages ist die Tatsache, dass die Vatikanpolizei gemeinsam mit anderen Autoritäten wie der etwa der Stadtverwaltung Roms veranlasst hat, dass die vielen Obdachlosen, die unter den Kolonnaden des Petersplatzes schlafen, diesen Ort morgens, und zwar sehr früh morgens verlassen müssen.“

    Und aufgrund der begrenzten menschlichen Wahrnehmung, kann man sogar der „böse“ in den Augen anderer sein, obwohl man was richtig macht.

    Denn gäbe es die Angebote für die Obdachlosen nicht um dn Vatikan herum, dann wären die woanders, würden dort vielleicht noch schlechter untergebracht und behandelt; aber es würde keiner (bzw. die Öffentlichkeit) wahrnehmen; weil der Papst versucht gutes zu tun, wird das Leid überhaupt sichtbar, und weil die Behörden eben solala Lösungen finden müssen, werden Vorwürfe gemacht.

    Womit eine vom Prinzip her richtige Sache (hier eben Vatikan versucht Obdachlosen zu helfen) als Ursache des Problems gesehen wird (z.b. hier möglicherweise, dass am Ende Vatikan/Papst die „Bösen“ sind, die Obdachlose schikanieren, obwohl sie deren Situation eigentlich besser gemacht haben).

  5. carn sagt:

    „Womit eine vom Prinzip her richtige Sache (hier eben Vatikan versucht Obdachlosen zu helfen) als Ursache des Problems gesehen wird (z.b. hier möglicherweise, dass am Ende Vatikan/Papst die „Bösen“ sind, die Obdachlose schikanieren, obwohl sie deren Situation eigentlich besser gemacht haben).“

    Habe nun mehr ein wenig rumgeschaut in Kommentaren auf Seiten mit der entsprechenden Nachricht. Und wie vermutet, es kommentieren doch einige so, als sei in ihren Augen der Vatikan absolut verachtenswert.

    • Roswitha Steffens sagt:

      Zu Ihren beiden Kommentaren möchte ich noch folgendes zu bedenken geben:

      Jeder kann als Vorbild einer Gemeinschaft fungieren, wenn er damit dem Wohl genau dieser Gemeinschaft auch wirklich dient. Das Problem, das hier offen gelegt wird präsentiert eine Vorbildfunktion, die durch den Papst ausgelöst in ein Bewusstsein für Obdachlosigkeit führt, die es gilt in ihrer Mannigfaltigkeit zu erkennen und entsprechend diesem Vorbild Lösungen dafür weltweit zu finden, um Menschenunwürdigkeit systemübergreifend abzustellen. So erreicht man Schritt für Schritt die Ursachen der Obdachlosigkeit, um an deren Kern zu arbeiten. Alle Menschen tragen eine Mitverantwortung aus der Gemeinschaft, der sie angehören, die sie bisher nicht in vollem Umfang wahrgenommen haben, daraus ergibt sich die Frage:

      Wer oder was macht Menschen obdachlos?

      Die Antwort darauf ist für mich sehr einfach und doch finden gerade Regenten unzählige Ausreden dafür als Regenten ihrer Völker für eine friedliche und freie Weltgemeinschaft versagt zu haben.

      Ich glaube gerade die „Macher“ dieser Welt haben sich darauf ausgeruht Mensch zu sein und wir alle erhalten nun die Quittung dafür. Es war gerade so als hätten Einzelne einen Freibrief dafür erhalten die Schöpfung auszubeuten in der die sie tragenden Völker ihrer Macht ausgesetzt wurden, die unseren persönlichen Lebensunterhalt bestimmt und nicht nur mitbestimmt.

      Obdachlosigkeit ist für mich das Ergebnis mangelnder Teilhabe, denn Menschen haben nun einmal unterschiedliche Bedürfnisse, die ihren Begabungen entsprechen, die es gilt so zu fördern, dass diese Begabungen für den gemeinsamen Lebensunterhalt Sorge tragen können, um damit eine Völkergemeinschaft zu fördern und zu stärken, die auf die Arbeitskraft jedes Einzelnen baut, der damit seinen Beitrag zum gesamten Lebensunterhalt aus eigener Motivation heraus mit erwirtschaften kann.

      Heute werden Bedürfnisse einer Luxusgesellschaft aus der allgemeinen Arbeitskraft gewonnen und nicht spezifiziert dem Markt in Auftrag gestellt, wodurch eine Schieflage zwischen dem Abarbeiten der Grundbedürfnisse mit dem Erhalt des persönlichen Wohlstandes entsteht, der sich nicht mehr durch einzelne Personen wahrnimmt sondern von der Gemeinschaft gefordert wird.

      Obdachlose sind die Krone eines Systems, das Luxus bedient und Grundbedürfnisse daraus statistisch ermittelt, um sie irgendwie auf dem Weltmarkt zu lösen. So funktioniert kein System, denn Systeme wachsen aus dem Grundbedarf in eine gemeinsame Struktur, die sie tragfähig abarbeitet, um durch sie zu erfahren, wie Wohlstand für alle Völker wachsen kann und wie jeder einzelne Mensch seinen Beitrag dazu leisten kann und auch muss.

      • carn sagt:

        Mir ging es gar nicht darum zu implizieren, es sei falsch von Papst Franziskus sich für Obsachlose eingesetzt zu haben.

        Sondern dass dieses Eintreten am Ende auch dazu führt, dass einige meinen er sei schuld daran, dass es den Obdachlosen schlecht geht.

        Im Sinne von 2 alternativen Handlungsstängen:

        a) Papst hat sich vor einigen Jahren dafür entschieden, dass Obdachlose rudimentär in Vatikan versorgt werden;

        in Folge

        kommen mehr Obdachlose dorthin

        in Folge

        ergeben sich bestimmte Probleme

        in Folge

        entscheidet der Papst bzw. die von ihm kontrollierten Zuständigen (z.b. die Ordnungskräfte des Vatikans) bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, die für die Obdachlosen auch Nachteile haben

        in Folge

        nimmt die Öffentlichkeit wahr, dass aufgrund der Entscheidungen im Vatikan Obdachlose Nachteile erleiden

        in Folge

        gilt der Vatikan/der Papst einigen Leute als „böse“ bzw. es wird als Bestätigung eines entsprechenden Vourteils

        ODER

        b) Papst entscheidet sich hypothetisch gegen eine rudimentäre Grundverorgung von Obdachlosen im Vatikan

        in Folge

        kommen die Obdachlosen nicht vermehrt in den Vatikan

        in Folge

        müssen die vatikanischen Behörden keine Maßnahmen ergreifen

        in Folge

        nimmt die Öffentlichkeit nicht wahr, dass irgendwelche Obdachlosen unter den Entscheidungen des Vatikans zu leiden haben

        in Folge

        bilden sich die „einige Leute“ kein negatives Urteil bzw. sie sehen keine Bestätigung des bestehenden Urteils

        Und dabei geht es mir nicht darum, dass der Vatikan b) hätte machen sollen; sondern einfach nur der Hinweis darauf, dass man trotz richtigem Tun öffentlich am Ende als der „Böse“ gelten kann.

        Denn Option b) wäre ja für die Obdachlosen noch schlechter; sie kommen ja nur dann zum Vatikan, wenn woanders ihnen noch weniger Hilfe und Entgegenkommen zu Teil wird; täte der Vatikan also nichts dergleichen, würde es den betreffenden Obdachlosen woanders noch schlechter gehen.

        Mir geht es vielmehr darum, dass jeder selbst die Lehre daraus ziehen soll, dass nur weil das für einen selbst sichtbare auf einen „Bösen“ hindeutet, derjenige nochlange nicht der „Böse“ sein muss; manchmal hat man auch bei einer guten Tat einfach Pech.

        Auch eine Art Fluch der guten Tat.

        Als Christ kann man positiv vermerken, dass es auch einen Richter gibt, dem solche Fehler nicht unterlaufen, da er natürlich alles sieht.

        • Roswitha Steffens sagt:

          Ich kann leider das Böse in den Handlungen/Veranlassungen des Papstes nicht erkennen, doch ich kann nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die in allem und jedem das Haar in der Suppe finden und sei es darin, dass sie selbst ihr gewohntes Bild vom Petersplatz verlieren oder gar ihre Gewohnheiten auf eine neue Situation einstellen müssen, um das zu fördern, was ihre Mitmenschen durch ein Minimum an Teilhabe (ein Platz zum Schlafen) mit in die Gesellschaft einbindet und nicht davon ausschließt.

  6. George Renn sagt:

    Nil novi sub sole.
    Man sollte sich besinnen bevor zu beginnen.

    Die Jesuiten haben ihre frühere Niederlassung a.d. Gesu in Brüssel nach ihrem Weggang auch als Flüchtlings- und Asylantenunterkunft bereitgestellt und sich mit anderen gutherzigen Freiwilligern medial sehr prononziert eingesetzt.
    Vernünftige und besonnen Ratschläge wurden lange abgewimmelt.
    Wenn dann festgestellt wurde, daß dort Kinder und junge Mädchen massiv drangsaliert wurden und Nachschub für das Rotlichtmilieu gesucht wurde, liessen der Bürgermeister in Zusammenarbeit mit S.E. EB Léonard den ganzen Laden durch Polizeieinsatz um 06.00 schliessen.
    Unvergesslich die laut aufschreiende Pressekonferenz der wütenden Gutmenschen um 10.30, während um 10.00 schon das ganze Grausen veröffentlicht wurde.

    Gut gemeint ist nicht selten das Gegenteil von gut gemacht.
    Trotzdem nett, wie P. Hagenkord hier die Schwierigkeiten des praktischen Lebens umschreibt.
    Die „Provokation der konkreten Realität“ , könnte man sagen 😉 .

    • Pater Hagenkord sagt:

      Aber genau das ist nicht das, was ich meine. Was Papst und Vatikan begonnen haben, ist eben kein verfehltes Projekt, wie sie es hier beschrieben. In Klammern: Das ist schon eine sehr, sehr einseitige Darstellung der Ereignisse. Aber das nur nebenbei. Konkrete Hilfe führt eben zu neuen Herausforderungen. Jetzt hinterher zu sagen, man hätte das gar nicht beginnen sollen, ist genau der falsche Schluss aus den Ereignissen.

    • carn sagt:

      „Vernünftige und besonnen Ratschläge wurden lange abgewimmelt.“

      Und ist das in Bezug auf die Situation in Bezug auf Obdachlose im Vatikan auch passiert?

      „Gutmenschen“

      Gutmensch ist eigentlich etwas positives; schwierig wird es erst in Kombination mit mangelnden Vorstellungsvermögen, übertriebenen Glaube an das Gute im Menschen, mangelnden Willen zur Wahrnehmung von widersprechenden Fakten und insbesondere Statistiken und/oder Glaube an „Erlösung“ im Diesseits.

  7. Micaela Riepe sagt:

    Il blocco «in accordo alle politiche di sicurezza nazionale»

    «L’accesso alla pagina web che state cercando di visitare è stato bloccato in accordo alle politiche di sicurezza istituzionali»
    è la scritta che compare a chi dal Vaticano cerca di accedere alla pagina http://www.correctiofilialis.org. Da nessun computer del Vaticano, dunque, si potrà aderire alla petizione del sito, che accusa papa Bergoglio di eresia, di modernismo e di troppo entusiasmo per Martin Lutero.

    Wenn das stimmt, weht aus diesem Verhalten derselbe katholische Geist, mit dem Sie mich zensieren. Bravissimo!

    • Pater Hagenkord sagt:

      Erstens: Ich zensiere nicht. Ich moderiere.
      Zweitens: Die Meldung ist falsch. Ich arbeite im Vatikan, ich hatte zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten, die Seite zu lesen. Es ist einfach Unfug. Aber wenn Sie Unfug brauchen, um ihre Meinung bestätigt zu sehen, dann bittesehr!

    • carn sagt:

      „Wenn das stimmt, weht aus diesem Verhalten derselbe katholische Geist, mit dem Sie mich zensieren.“

      „zensieren“ ist ein blödsinniger Begriff.

      Ich fände es auch mal gut, an jemanden zu geraten, der:
      a) AL unproblematisch findet; und
      b) so in Summe 10-15 Fragen+Nachfragen dazu beantwortet.

      Aber:
      Das hier ist quasi „Grundstück“ des Senders Radio Vatikan, womit der zuständige Bevollmächtigte das Hausrecht nach Lust und Laune durchsetzen kann; ohne dass die Begründung Sinn machen muss; wenn also Pater Hagenkord keine Lust auf eine Diskussion hat, ob denn AL Häresien befördert, dann werden entsprechende Kommentare einfach nicht „reingelassen“ so wie man unerwünschte Besucher nicht aufs Grundstück lässt; das ist keine Zensur.

    • carn sagt:

      Die Zuständigen im Vatikan haben mitgeteilt, dass ein paar Rechner im Vatikan allgemein den Zugang zu Webseiten blockieren, auf denen man persönliche Daten eingeben kann. Dies soll Sicherheitszwecken dienen; nicht unbedingt ungewöhnlich sowas.

      Da die betreffende Seite die Eingabe persönlicher Daten wenigstens auf einer Unterseite ermöglicht, kann die Nachricht daher stammen.

      Denn das aus:

      Einer bermerkt, dass er von einem Rechner des Vatikans aus beim Klicken auf eine Unterseite eine Nachricht erhält, dass der Zugang dazu aus Sicherheitsgründen blockiert wird.

      dann durch Weitergabe vielleicht über eine weitere Person an einen Journalisten ein:

      Vatikan blockiert Zugang zu Webseite.

      wird, ist nichts ungewöhnliches; es ist auch völlig ohne böse Absicht erklärbar, denn die Art von inhaltlicher Veränderung ist bei Kommunikation
      Informant -> (möglicherweise dritte Person) -> Journalist
      leider nicht ugewöhnlich und wird durch manche Schlamperei letzterer noch begünstigt.

      Also Ball flach halten.

      Abgesehen davon, wie selten dämlich wäre es, diesen Zugang vom Vatikan aus zu blockieren? Auch dort dürfte der Streisand-Effekt bekannt sei (und ich habe gelesen, dass die Seitenbetreiber hohe Zugriffszahlen melden, wohl begünstigt durch die obige Berichterstattung).

  8. geht’s uns Christen denn jetzt nicht mehr ums KONKRETE EVAVGELIUM??

    Danken @Pater Hagenkord für ihr Zeugnis-gerade im Hinblick auf gewisse Kommentare..

    wie froh bin ich dass wir in diesen Weltpolitischen Turbulenzen eine Papst haben der ein WIRKICHER´ZEUGE ist -sowohl global aber auch im seiner unmittelbaren Umgebung..

    gestern nach den Wahlen: die Parteien empfinden die Migranten immer mehr als lästigen Ballast-die die Erfolge der Rechtsextremisten erst möglich gemacht hätte- da empfinde ich einfach Ekel pur´!!

    und dass in einem Land wo sich die Kanzlerin redlich bemüht-und selbst von den eigenen „Parteifreunden “ gemeuchelt wird

    und das in einem Wohlhabenden Land!!

    ganz fies das bewusste Aufeinanderhetzen von Flüchtlingen und den „deutschen“ Unterprivilegierten- und an dieser Hatz beteiligen sich nur die Neonazis..

  9. ..Korrektur: beteiligen sich NCHT NIUR dir. Neonazis!!

  10. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    Voltaire ließ schon Kandid erklären: „Nichts weiter, als zwanzig Morgen Land braucht der Mensch. Die bestellet er mit seinen Kindern. Diese Arbeit schützt dann vor drei Hauptübeln, vor Langeweile, Laster und Mangel.“ Ich meine, es schützt auch vor Mitleid, das ja kein Leid ist, es ist eine Droge der sich Menschen hingeben. Armut bekämpfen, das braucht Mut und nicht Tränen, die die Wirklichkeit verschwommen erscheinen lässt. Ich hoffe, dass sich Franziskus weiterhin nicht von Tintenklecksen abhalten lässt „Seine“ Stimme uns hörbar zu machen. Der kürzlich verstorbene Reiner Geißler sagte: „Geld ist genug da, soviel wie Dreck, es ist nur in den falschen Händen.“

    • carn sagt:

      „Geißler sagte: „Geld ist genug da, soviel wie Dreck, es ist nur in den falschen Händen.““

      Ich sehe nur das Problem, wie man es in die richtigen Hände bringen sollte.

      Denn bittet man um das Geld, wird man nur einen Teil erhalten.

      Nimmt man es mit Gewalt, dann ist das Raub, was – insofern es denn grundsätzlich verbotene Handlungen gibt – unzulässig sein könnte (gibt es keine grundsätzlich verbotenen Handlungen oder zählt Raub nicht dazu, kann man es eventuell durch das durch den Raub und die Geldumverteilung verhinderte Leid rechtfertigen).

      Treibt man es über Steuern ein, dann landet es in den Händen von Politikern; was dem Plan, es in die richtigen Hände zu bringen, komplett widersprechen kann.

      Abgesehen davon, wäre natürlich auch zu klären, wessen Hände denn nun die richtigen sind und wer das wie entscheidet; denn z.b. würden die meisten Politiker die Vorstellung, ihre Hände seien möglicherweise die falschen, als grotesk verwerfen.

      Ist also alles etwas komplexer als das „nur“ impliziert.

  11. Antonius Theiler geb.1941 sagt:

    Wer Heiner Geißler auf den Leim geht, hat Theodor Herzel „Solon in Lydien“ nicht gelesen und Voltaire nicht verstanden.

    Bei „Solon in Lydien“ geht es darum, dass ein junger Erfinder sagte: Ich habe das Mittel gefunden, ohne Feldfrucht Mehl zu erzeugen. Ich mache es aus einem Stoffe, der in der Natur in unerschöpflicher Menge vorkommt. Am Tag, an dem ich die Tochter des Königs Kroisos zur Gattin erhalten habe, schenke ich der Menschheit für alle Zeit das Brot. Brot ohne Schweiß, von keinem Mißwachse bedroht, im Ueberfluß, auf ewig …«

    Der Junge Mann und Erfinder verläst die Runde.
    »Nun, was sagen meine Freunde?« sprach König Kroisos, als sie wieder allein waren.
    »Gib ihm Deine Tochter, König von Lydien!« schrie Aesop begeistert.
    »Und was ist Dein Rat, Solon?«
    »Töte ihn!«
    Kroisos und Aesop sahen den Athener bestürzt an. Es war eine eigene Flamme in seinem Blicke. Der König fasste sich zuerst: »Du meinst, Solon, wenn er mich belogen hat?«
    Und Solon erklärte:
    »Mein Gedanke, Kroisos, ist einfach wie immer, einfach wie der Eure. Der Unterschied ist nur im Zeitmaß. Darum hatten meine Athener, glaube ich, Recht, als sie mir die Gesetze zu machen gaben. Ihr messt den Vorteil einer Sache an Stunden, Wochen oder an Jahren, wo ich mir Aeonen durch die Finger gleiten lasse. … Dieser junge Mensch ist eine der größten Gefahren, die jemals auf die Erde gekommen sind. Ich will nicht in der Sprache der Kinder und Frommen zu Euch reden, sonst würde ich über den Verwegenen klagen, der in das Schicksal der unsterblichen Götter eingreift und Persephone nicht mehr in die Unterwelt entsteigen läßt. Wir sind Männer, die hinter die Schleier geblickt haben. Wir wissen, was hinter dem Hierophantentum von Eleusis steckt. Das Feld bringt Früchte, nicht weil Demeter will, sondern weil es mit dem Schweiße des Arbeiters getränkt wird. Und dieser Bursche will das ändern. Sorglos will er die Menschen machen, dieser Verruchte. Das Beste, was sie haben, den Hunger, will er ihnen rauben. Was dann? Sollen die rohen Zeiten der Pelasger wiederkehren, soll mit dem Ackerbau die Seßhaftigkeit, der bürgerliche Sinn, die Gesittung abermals entschwinden? … König der Lyder, töte ihn, wenn Du ein König bist!«

    Jetzt die Erklärung für „heute“ in RV:
    Das Recht auf Arbeit will man zerstören, die Freude des Erfolges rauben. Nicht umsonst war das Flächenmaß ein Tagwerk. Wichtig ist, dass eine Regierung Arbeit schafft die befriedigt. Nicht Almosen Harz4 und Kontrolle in welchem Bett hast du heute Nacht geschlafen. Arbeit für jeden Menschen speziell seiner ihm von Natur aus gegebener Kraft und gegebenem Geist. Wenn sich der Mensch in die Sonne legt und darauf achtet, dass keiner einen Schatten macht, so ist es auch recht. Doch Mitmenschen zu betrügen, belügen und ungeheuer Geld anzuhäufen, dabei Schöpfung zu zertreten, das ist keine Arbeit. Denn am Abend kann nicht gesagt werden, alles ist gut und recht. Denn das sagte „ER“ doch am Ende eines jeden Schöpfungstages und wir Menschen sollen es auch sagen können, so wir doch Menschen sind.

    Haben wir jene Terrorregime vergessen, die Arbeitsverbote aussprachen? Nicht nur um den Menschen das Brot zu nehmen, auch Freude an der Arbeit raubten sie. So versuchten diese Tyrannen das Recht Mensch zu sein zu stehlen. Sie schrieben ohne zu denken: „Arbeit macht frei!“ und verstanden die Worte nicht. Heute haben Politiker die Sorge, dass es Menschen gibt die ohne Arbeit sein wollen. Wieder einmal zu kurz gedacht. Nach der Ruhe greift der Mensch zu einem Stock und zieht Kreise in den Sand. Der Mensch kann nicht anders, er muss arbeiten, seinen Körper in Schweiß bringen, das ist der Auftrag! Vergessen?

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