Der Papst und Lumen Gentium

Ein ganz neuer Gedanke zur Papstrede in Freiburg, von Bischof Gregor Maria Hanke OSB, Eichstätt:


„Die Plattform für seine Rede war nichts anderes als Lumen gentium 8: Ich erkannte in einigen Formulierungen wortwörtlich Formulierungen aus der Konstitution Lumen gentium wieder, wo ja auch schon steht, dass die Kirche den Weg Christi gehen muss, der sich selbst entäußert hat und arm geworden ist. Dass die Kirche nicht auf Macht und Glanz in der Gesellschaft angelegt ist usw. Also, ich denke, der Heilige Vater hat uns hier einen kräftigen Impuls gegeben, uns mit dem Konzil auseinanderzusetzen. Wir sind vielleicht hierzulande deshalb so erschrocken über diese Rede, weil wir uns innerlich von diesen Forderungen des Konzils schon viel zu weit entfernt haben.“

Hier das ganze Interviewstück

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… da ist Zukunft, Lesehilfe Teil 2

Papst Benedikt XVI. hat während seiner Reise über Gott sprechen wollen, über die Vernunft und den Glauben. Wo Gott ist, da ist Zukunft, also machen wir uns in einer Wiederholungsbetrachtung noch einmal auf den Weg, dieser Zukunft auf die Spur zu kommen.

Im ersten Teil meiner kleinen Lesehilfe bin ich den Gedanken des Papstes nachgegangen, wie über das menschliche Suchen und Fragen die „Vernunft sich weitet“ und damit Gott ins Spiel kommt. Hier entsteht dann das Denken darüber, wie denn das Leben zu gestalten sei. Auch diese Gedanken nehmen im Bundestag ihren Ausgang. Der Papst macht klar, dass ein jedes Nachdenken darüber in der Frage nach Gott wurzeln muss.

 

Freiheit und Religion brauchen einander

Und noch etwas anderes kommt hinzu: Es ist wohl die Sorge vieler Menschen, dass der Papst auf sie herabblicke, sie verurteile. Wenn er sagt, viele seien „der Beliebigkeit verfallen“ meinen sie, der Papst wolle die Unterwerfung – und sie protestieren dagegen, innerlich oder auf der Straße. Dabei muss man aber immer den Satz des Papstes als Referenzrahmen dazu denken: „Wie die Religion die Freiheit braucht, so braucht die Freiheit die Religion.“ Wie es Präses Schneider ausgedrückt hat: Die Freiheit in der Religion ist genau eben nicht die Beliebigkeit. Sie ist eine Festlegung, eine Festlegung auf Gott. Weiterlesen

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… da ist Zukunft: Eine Lesehilfe zu den Papstreden

Die christliche Tradition kennt die so genannte Wiederholungsbetrachtung. Man macht etwas zweimal, das zweite mal ohne die Emotionen des ersten Males. Diese Tradition empfiehlt sich sehr beim Papstbesuch. Das alles war viel zu dicht, 18 Ansprachen und Predigten, vier große Gottesdienste, das ist viel zu viel, um es beim Besuch selbst mitbekommen zu haben. Die Webseite des Vatikan bietet alle Links zu den Reden, aber auch die vollständigen Videos an. Wir bieten auch eine CD mit allen Reden im Audio an.

 

Der rote Faden

Für alle, die möchten, biete ich eine Lesehilfe. Es gibt nämlich rote Fäden und Grundgedanken, die die Reden und Predigten des Papstes aufschlüsseln. Ganz bewusst lasse ich einmal die Kritiken an dem, was der Papst gesagt hat, außen vor. Aber auch die Texte derjenigen, die jetzt schon in den Papst hineinlesen, was er gar nicht gesagt hat. Die Lesehilfe soll keine Antwort auf diese Kritiken sein, man kann sich nämlich zu diesem Papst ganz einfach auch eine eigene Meinung bilden, wenn man denn hinhört. Er ist ein Papst, der eine verstehbare Sprache spricht. Man braucht die Kommentarseiten der Medien nicht. Er spricht nicht über die Köpfe der Menschen hinweg, aber man muss sich schon ein wenig anstrengen. Man muss sich von seinen Gedanken mitnehmen lassen.

 

Thema hörendes Herz

Der Papst begann sein Thema im Flugzeug: In der Gesellschaft wachse die Sehnsucht nach einer Stimme der Moral. Dasselbe Thema sprach er im Bundestag an, in seinem Lob der ökologischen Bewegung. Es ist der Gedanke der Sehnsucht, des Wunsches nach etwas, was über die ausbeutende oder unmoralische Welt des Alltages hinausgeht. Dabei ist das Wort Sehnsucht kein emotionaler Begriff, er gehört in das Nachdenken, oder besser das Nachspüren, das „hörende Herz“ König Salomos hinein, wie der Papst es vor dem Bundestag ausdrückte. Ein Gedanke, der am Schluss des Papstbesuches noch einmal explizit auftauchte. Weiterlesen

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Interview zur Bilanz der Papstreise

Bilanzgesspräch

Geführt heute bei Radio Vatikan, auf der Website auch
nachzulesen.

 

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Einladung zum Kommentar – Was bleibt von der Reise?

Eine Einladung an alle Leserinnen und Leser: Ich wäre an einem Ersteindruck nach dem Ende der Papstreise interessiert:

– Nach der Lektüre all der Kritik und der Berichte
– Nach all den Übertragungen im Fernsehen
– Nach den Analysen und Überlegungen
– Und vor allem: Nach der Teilnahme an einer der Veranstaltungen oder Gottesdienste.

Die Reise ist ja noch nicht wirklich zu Ende, jetzt erst wird sich zeigen, was sie ausgelöst und angesprochen hat und was bleibt.

Papst Benedikt und Präsident Wulff bei den Begrüßungsansprachen im Garten von Schloss Belvue

Die Begrüßung des Papstes durch den Bundespräsidenten

 

 

 

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Papstreise – Ein erster Rückblick

ZDF - Kameras bei der Übertragung des Papstgottesdienstes in Freiburg

Übertragung der Papstmesse - aus meiner Sicht

Bei der Übertragung der Papstmesse an diesem Sonntag für das ZDF fragte mich Moderatorin Michaela Pilters, wie ich diese Papstreise, die langsam zu Ende gehe, beurteile. Also versuchte ich mich live und versuche ich mich nun hier an einem ersten, sehr provisorischen Rückblick. Kommentare sind willkommen.

Klartext ist das erste Wort, das mir bei der Reise in den Sinn kommt. Und dann natürlich die wunderbaren Gottesdienste. Im Wort zum Sonntag vor über einer Woche hat Papst Benedikt XVI. genau angegeben, was er zu machen gedachte. Weiterlesen

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Die Verfassung Deutschlands

Der Papst trifft an diesem Sonntag das Bundesverfassungsgericht. Aus diesem Anlass ein Blick auf das Grundgesetz der Bundesrepublik:

Präambel

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

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Meine KSJ und der Papst

Das Bild des Heiligen Ignatius bei der Vigilfeier

Links: Ignatius von Loyola, Patron der KSJ; Altarbild bei der Vigilfeier

Die Vigilfeier mit Jugendlichen: Die Verbände und Gemeinschaften stellen sich vor, und damit die Jugend der Kirche. Ehrenamtliche alle miteinander.

Der Schreiber dieser Zeilen hat auch ein kleines Ehrenamt für Jugendliche, ich bin seit einigen Jahren gewählter Bundeskaplan der KSJ, der Katholischen Studierenden Jugend. Umso stolzer bin ich, dass als zweites die KSJ Freiburg sich dem Papst vorstellen durfte. Bravo, KSJ, bravo! Das Audio ist geschnitten – Sorry, liebe übrige Verbände. Ich möchte aber anfügen, dass auch Pfadis und Minis, Don Bosco und Schönstatt eine wunderbare Figur abgegeben haben.
http://blog.radiovatikan.de/wp-content/uploads/2011/09/vigil
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„Vertrauen zurückgewinnen, Laien stärken“

Ein Interview mit dem ZDK-Präsidenten Alois Glück von meiner RV-Kollegin Anne Preckel.

Wie die Menschen wieder mehr zum Glauben bringen? Diese Frage treibt den Vorsitzenden des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, um. Und diese Frage ist es auch, die Grundtenor der letzten Station der Papstreise ist oder sein soll: Papst Benedikt XVI. trifft in Freiburg Vertreter der katholischen Laien, darunter Alois Glück, und angehende Priester. Fragen nach der Zukunft der Kirche und der Neuevangelisierung sollen auf den Tisch kommen.

„Kirche ist kein Selbstzweck“

„Zunächst ist einmal das Wichtigste, dass wir gemeinsam die Situation unserer Kirche bedenken. Miteinander beten, aber auch miteinander beraten darüber, wie die Situation ist, welche Schlussforderungen zu ziehen sind. Und das war das Großartige in der ersten Station mit Mannheim, dass die ganze Bandbreite der Kirche und Menschen, die in den unterschiedlichsten Diensten und Lebenssituationen sind, darüber miteinander beraten haben und eine gute Gesprächskultur entsteht. Das ist schon deshalb so wichtig, damit es nicht zu einer Polarisierung kommt, die destruktiv wird.“ Weiterlesen

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Luther für einen Katholiken

Die Händer Martin Luthers, Lutherstatue vor der Marienkirche in Berlin Mitte

Die Hände Luthers auf der Bibel - Lutherstatue vor der Marienkirche in Berlin Mitte

Martin Luther lässt mich nicht los. Es gibt so viele Meinungen, Ansichten, Erfahrungen und Lesarten des gestrigen Tages, an dem der Papst in Erfurt im ehemaligen Augustinerkloster war – dem Kloster, in das Martin Luther eingetreten ist und in dem er bis zu seinem Wechsel nach Wittenberg lebte – dass ich genau überlegen musste, was eigentlich mich am meisten beeindruckt hat. Und das war die Gestalt Luthers, der irgendwie immer da war. Sei es durch den Genius Loci, sei es durch die Deutlichkeit der Worte des Papstes, sei es durch die Würdigung des Ringens um einen gnädigen Gott, die der Papst ausgelegt hat.

Im Studium musste und durfte ich mich an Luthers Übersetzung des Römerbriefes abarbeiten. In wenigen Lehrveranstaltungen habe ich so viel Theologie gelernt und auch betrieben wie in diesem Seminar. Wenn man Luthers Gedanken folgt und seine Übersetzung unter die Lupe nimmt, dann kann man gar nicht anders, als selber einen Standpunkt einzunehmen. Wie ist das nun mit Gottes Zorn zu verstehen? Stehe ich als Getaufter immer noch in Gefahr ewiger Verdammnis? Wie gehen wir nach Christus um mit den Verheißungen des Alten Bundes? Weiterlesen

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