Africae Munus: Ein geistlicher Lungenflügel der Welt

Blick in die Synodenaula im Vatikan, während der Bischofssynode zu Afrika Oktober 2009

Die Bischofssynode zu Afrika, Vatikan, Oktober 2009

Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Dieses Zitat aus dem Matthäusevangelium steht über dem päpstlichen Schreiben, dass an diesem Samstag in Ouidah in Benin von Papst Benedikt XVI. unterzeichnet wurde.

Es ist die so genannte postsynodale Exhortation, das nachsynodale Lehrschreiben, dass das Schlussdokument der Sonderversammlung der Bischofssynode im Oktober 2009 im Vatikan. Der offizielle Titel lautet Africae Munus, Das Engagement Afrikas.

Die Synodenversammlung hatte zum Thema „Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ getagt, drei intensive und teils lebhafte Wochen, in denen sich in Rom eine selbstbewusste, aber auch um ihre Probleme wissende Ortskirche präsentierte. Stammesdenken und Korruption, Krieg und Hunger waren nur einige der hierbei genannten Themen. Den vorläufigen Abschluss bildete damals ein Dokument mit 57 Thesen, den so genannten Propositiones, die Papst Benedikt vorgelegt wurden. Daraus hat der Papst unter Mithilfe des Synodenrates dieses postsynodale Schreiben verfasst.

Er hat es viermal unterzeichnet und damit in den drei Hauptsprachen des Kontinents Englisch, Französisch und Portugiesisch sowie in Italienisch verabschiedet. Während der Abschlussmesse am Sonntag wird der Papst dieses Dokument offiziell der Kirche Afrikas übergeben.

 

Ein versöhntes Afrika

Papst Benedikt verweist in dem Schreiben wie auch schon einige male zuvor auf die vorangegangene Synode zu Afrika, die 1995 in dem Schreiben ‚Ecclesia in Africa’ von Papst Johannes Paul II. mündete. Benedikt XVI. zieht eine Linie von der damaligen Versammlung zu diesem Schreiben, es ginge um die erneuerte Verkündigung auf dem Kontinent, „um ein versöhntes Afrika zu schaffen, durch Wege der Wahrheit und der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.“

In seinem Schreiben spricht der Papst davon, wie ihn die Diskussionen und die Wortmeldungen während der Synode beeindruckt hätten. In ihnen sei ein Realismus im Blick auf den Kontinent sichtbar geworden. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

Was der Papst von Afrika erwartet

Papst Benedikts zweite Afrikareise führt ihn an diesem Freitag in das kleine westafrikanische Land Benin. Mit dabei ist ein Kurienbischof aus Benin, den Benedikt seit Jahrzehnten kennt: Barthelemy Adoukonou, Sekretär des päpstlichen Kulturrates und in den 70er Jahren Doktorand bei Joseph Ratzinger in Regensburg. Ein Interview der Kollegin Gudrun Sailer:

 

„Die katholische Kirche repräsentiert in meinem Land seit 150 Jahren eine große Quelle der Hoffnung und der tätigen Nächstenliebe. Der Kirche gehören bei uns hat mehr als 20 Prozent der Menschen an, einige Statistiken sprechen von 27 Prozent, die traditionellen Religionen sollen bei 20 Prozent liegen. Nun gut, ich bin weniger davon überzeugt…! Wie es ein afrikanischer Präsident einmal bei einer Pilgerfahrt ausdrückte: Wissen Sie, wir sind hier 20 Prozent Katholiken und 80 Prozent Muslime, aber 100 Prozent Anhänger der traditionellen Religionen. Das heißt, der Prozess der Evangelisierung lässt noch viel zu wünschen übrig. Wir haben sichere und gläubige Katholiken, ja, aber die traditionellen Praktiken mischen sich immer noch darunter.“

 

Was sind heute die großen Herausforderungen für die Kirche in Benin?

„Die große Herausforderung ist, dass wir unsere Kultur zutiefst kennen müssen. Und eine tiefgehende Arbeit der Inkulturation leisten müssen. Das ist eine gigantische Arbeit. Sie erfordert viel Energie. Wir müssen dort, wo man das Evangelium hinbringen muss, die anthropologische Struktur unseres Volkes sehen, unsere Mentalität, wo und wie sie sich verwurzelt. Betrachten wir etwa die traditionelle Religion in Benin, den Voodoo. Da sehen wir, dass die traditionellen Weisen, die Ältesten, immer sagten: Beachtet das Gesetz der Natur, richtet euch nach dem Gesetz der Natur. Und überlasst die Magie den Hexern. Hier liegt für die Voodoo-Ältesten die eigentlich religiöse Dimension ihres Glaubens; es gibt da diese Nähe zu den Gesetzen der Natur und die Notwendigkeit, sich danach zu richten: Natur bedeutet das Gute. Und das Gute, das heißt auch Gott. Wir haben infolgedessen als Christen die Pflicht, zu den Voodoo-Anhängern zu gehen, um zu versuchen, alles zu festigen, was es dort auf dem Grund der traditionellen Religionen an Solidem, an Starkem, gibt.“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Interview, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Eine Frage, Herr Wallacher …

Die Hochschule für Philosophie in München – eine Institution des Jesuitenordens – richtet im kommenden Jahr einen Lehrstuhl für Medienethik ein. Mit der Einrichtung betraut wird der im Augenblick noch amtierende Intendant des ZDF, Markus Schächter. Ich habe den Präsidenten der Hochschule, Prof. Johannes Wallacher, gefragt, wie man sich diesen neuen Lehrstuhl vorstellen muss.

„Der Lehrstuhl wird sich erstmals systematisch in Forschung und Lehre mit den neuen Herausforderungen beschäftigen, die die Medienlandschaft mit sich bringt, in den klassischen Medien Fernsehen aber vor allem auch mit den Fragen, die sich mit den ganz neuen Medien, mit der Digitalisierung, mit sozialen Netzwerken stellen. Diese Fragen, die ja auf der Straße liegen und greifbar sind, erstmals systematisch zu erfassen und gleichzeitig auch die Brücke zur Praxis herzustellen, wird die Aufgabe dieses Lehrstuhls für Medienethik zu sein.“

 

Aufbauen wird den Lehrstuhl Prof. Markus Schächter, im Augenblick noch Intendant des ZDF. Wie sind Sie auf ihn gekommen?

„Es sind verschiedene Bezugspunkte, die uns zusammen geführt haben, vor allem das starke Interesse und die gemeinsame Überzeugung, dass wir in diesem Bereich eine ethische Reflexion brauchen und diese Fragen systematisch angehen müssen. Es ist kein Geheimnis, dass Herr Schächter eine gewisse Nähe zur Kirche hat. Es war ein guter Zeitpunkt, ihn für diese Aufgabe zu gewinnen.“

 

Sehen Sie denn gerade jetzt eine besondere Notwendigkeit für so einen Lehrstuhl und solch eine Reflexion?

„Ich denke, dass die Skandale des letzten Jahres, den um den Konzern Rupert Murdochs in Großbritannien oder die Wikileaks-Affäre, aber auch die sozialen Netzwerke Fragen stellen, die zeigen, dass die Herausforderungen immens sind, dass sie aber auch in der Verbindung zu wirtschaftsethischen Fragen ganz relevant sind, weil es auch um die Frage nach Gewinnstreben und Kommerzialisierung geht.“

Ein Interview mit Herrn Markus Schächter zu diesem Lehrstuhl lesen Sie hier und hören Sie hier.

Veröffentlicht unter Allgemein, Interview, Kirche und Medien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

„Setze dich mir zur Rechten“

Es gibt erstaunlich viele Menschen, die die Gebete der Laudes oder der Vesper oder beides täglich beten. Geweihten Priestern ist dies aufgegeben, aber darüber hinaus finden eine ganze Menge Christinnen und Christen dort eine Sprache für das Gebet, die ihnen entspricht.

Erstaunlich ist dies vielleicht deshalb, weil die Sprache der Psalmen und deren Bildwelt nicht mehr die unsere ist. Es geht um eine Agrargesellschaft und um mediterane Pflanzen, es geht um Könige und Feinde, um Krieg und Unterwerfung. Und doch überliefern sich in diesen Texten oder besser in diesen Gesängen Erfahrungen mit Gott, die weitergebbar sind.

Mache ich mir diese Worte zu eigen, kann ich lernen, mein Leben in ihnen auszudrücken. Das ist manchmal sperrig und geht nicht von heute auf morgen. Wie alle Dichtung brauchen auch die Psalmen Aufmerksamkeit und Wachheit des Betenden.

Papst Benedikt XVI. schloss an diesem Mittwoch seine Generalaudienz-Katechesen zu den Psalmen ab, und er fügte die Einladung an alle an, „noch mehr mit den Worten der Psalmen zu beten, vielleicht sogar die Laudes, die Vesper und die Komplet zu eurem  regelmäßigen Gebet zu machen.“ Das könne eine Bereicherung werden.

 

Der Papst sprach heute über Psalm 110:

„Dieser Königspsalm wurde von der Kirche stets sehr geliebt. Die feierlichen Anfangsworte: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße“ (V. 1), Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Spiritualität / Geistliches Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Unverständnis

Es lässt sich nicht leugnen, mir ist in diesem Blog die Beziehungskiste zwischen Kirche und Medien sehr wichtig. Es tut sich viel, nicht alles angenehm, wie man auch in diesem Blog hat lesen können, sehr viel an Wandel und an Überforderung, sehr viel an neuen Chancen.

Mit einem Studientag hat sich der Vatikan letzte Woche mit dem Phänomen beschäftigt. Titel: „Unverständnis – die katholische Kirche und die Medien“. Kardinal Gianfranco Ravasi vom Päpstlichen Kulturrat hat uns gegenüber versucht, aus der Veranstaltung seine Schlüsse zu ziehen:

„Wir müssen eben sehen, dass es in unserer Zeit eine große Revolution im Medienbereich gegeben hat: Wir stehen nicht mehr nur der Presse gegenüber, wie wir sie etwa zu Zeiten von „Humanae Vitae“ oder dem Konzil hatten. Jetzt leben wir in einer virtuellen Welt, einer Welt extrem schneller Information, des Fernsehens und des Bildes. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Vernunft, Glaube und Welt, Kirche und Medien, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare

Die Predigt von den Dächern

Was Kirche im Internet zu suchen hat, für Möglichkeiten hat, tun kann und tun soll: Auf der Suche nach klugen Gedanken dazu bin ich auf einen Text Papst Johannes Pauls II. gestoßen: Das Evangelium im Zeitalter der globalen Kommunikation. Hier ein Auszug:

 

,,Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern“ (Mt 10,27). Tief in unserem Herzen haben wir heimlich die Wahrheit Jesu vernommen; nun sollen wir jene Wahrheit von den Dächern verkünden.“

,,In unserer heutigen Welt sind die Hausdächer fast immer übersät mit einem ganzen Wald von Sende- und Empfangsantennen, die Botschaften jeder Art in alle Welt aussenden und aus aller Welt empfangen. Da ist es nun von entscheidender Bedeutung zu gewährleisten, dass unter diesen vielen Botschaften auch das Wort Gottes gehört wird. Den Glauben von den Dächern zu verkünden, heißt heute, das Wort Jesu in der und durch die dynamische Welt der Kommunikationsmittel auszusprechen.“

Die Kirche dürfe nicht schweigen – so fährt der Papst dann fort – denn sie biete „die einzige letztlich befriedigende Antwort auf die tiefgründigsten Fragen des menschlichen Herzens – Jesus Christus selber“. Dieses Heil sei den Menschen zur Weitergabe anvertraut.

 

Beziehungsgeschichte Medien – Wirklichkeit

,,(…) Daraus folgt, dass sich die Kirche immer eingehender auf die sich rapid entwickelnde Welt der Kommunikation einlassen muss. Das weltumspannende Kommunikationsnetz weitet sich aus und wird von Tag zu Tag komplexer, und die Medien haben in zunehmendem Maße erkennbaren Einfluss auf die Kultur und ihre Übermittlung. Wo einst die Medien über Ereignisse berichteten, werden heute oft Ereignisse erfunden oder bearbeitet, um den Bedürfnissen der Medien zu entsprechen. Auf diese Weise ist die Beziehung zwischen Wirklichkeit und Medien komplizierter geworden, und das ist ein zutiefst ambivalentes Phänomen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Vernunft, Kirche und Medien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 4 Kommentare

Eine Frage, Pater Terstriep …

Wir sprechen heute vermehrt von „religiöser Indifferenz“. Menschen sei Religion egal. Nun ist Indifferenz ja Teil der christlichen Tradition, und das auch noch in einem guten Sinn. Trotzdem ist der Begriff der religiösen Indifferenz nicht positiv gemeint: Pater Dominik Terstriep: Was ist der Unterschied zwischen Indifferenz und „Das-ist-mir-egal“?

„Das-ist-mir-egal” kann man von zwei Seiten her betrachten. Es gibt eine aktive Gleichgültigkeit. Die kann positiv ein Schutz sein. Jemand muss sich vor etwas schützen, das ihm bedrohlich erscheint, um weiter leben zu können. Er weiß sehr wohl, dass es die Gefahren um ihn herum gibt, sieht aber an ihnen vorbei, um – im Extremfall – überleben zu können oder weniger dramatisch, um weiter das tun zu können, was er gerade jetzt tun muss. Man kann z.B. an einen Studenten denken, der sich auf ein Examen vorbereitet und weiß, dass die Stoffmenge so groß ist, dass er das Ganze nicht wird beherrschen können. Dennoch versucht er sich so gut wie möglich vorzubereiten. Während der Vorbereitung auf die Prüfung ist ihm egal, was dann drankommen wird. Er tut sein Bestes, um arbeitsfähig zu bleiben und nicht durchzudrehen.

Oder eine Pflegerin im Hospiz, die jeden Tag mit dem Sterben konfrontiert wird. Sie kann nicht mit jedem Patienten mitsterben. Sie wird kaum sagen, der Sterbende sei ihr egal, aber sie schützt sich, indem sie den Tod, der auch sie einmal treffen wird, nicht zu nah an sich heran lässt. Oder denken wir an eine Frage oder einen Konflikt. Beide können jetzt nicht gelöst werden, man kommt da einfach nicht weiter. Sie werden auf die Seite gestellt, um dann hoffentlich später einmal wieder aufgegriffen zu werden.

Ins Negative schlägt diese Haltung um, wenn „Das-ist-mir-egal“ zu einem undurchdringlichen Panzer wird. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Welt, Spiritualität / Geistliches Leben | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Der Rhythmus der Synode

Sprechen und Buchstaben auf weißem Papier: Mindestens wir im Westen haben entschieden, was die Medien für die ernsthaften Dinge sind. Wenn wir da mal nicht falsch liegen: Es geht auch anders, vielleicht von uns ach so fortschrittlichen Menschen belächelt, sind diese Aufschreibsysteme nicht der einzige Weg. Was ein Projekt und ein Gespräch darüber zeigen soll: Wenn Papst Benedikt XVI. gegen Ender der Woche nach Benin fährt, dann wird einer der Anlässe für die Reise das sogenannte postsynodale Schreiben sein, also die Gedanken und Reflexionen des Papstes im Anschluss an die Afrika-Synode im Vatikan vor nun zwei Jahren. „Die Kirche im Dienst an Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ war das Thema der Sonderversammlung der Bischofssynode. Ein Text auf Papier.

Drei Musiker haben nach der Synode die Gedanken und Anstöße in Musik umgesetzt. Zwei von ihnen sind kontinentweit bekannte Größen der Musik, der dritte ist im Hauptberuf Redakteur hier bei Radio Vatikan. Ein Gespräch über Afrika, die Macht der Musik und den Beitrag der Kirche:

Filomeno Lopes, Redakteur von Radio Vatikan, im Studio

Filomeno Lopes

Filomeno Lopes, es ist eine CD mit afrikanischer Musik entstanden, wahrscheinlich wird es in Benin vor dem Papstbesuch auch ein Konzert mit dieser Musik geben. Warum Musik? Wann habt ihr begonnen, diese Musik zur Synode zu machen? Schon während der Synode?

„Nein, wir haben nach der Synode damit begonnen. Wir haben darüber nachgedacht, was ein Mittel sein könnte, die Ideen und den Inhalt der Synode und auch des kommenden Schreibens des Papstes zur Synode zu verbreiten. In Afrika sind das Straßenthemen. Frieden, Gerechtigkeit und Frieden sind keine Predigtthemen, man spricht überall darüber. Wir wollten nun ein in ganz Afrika geschätztes Mittel nutzen, und das ist nun einmal die Musik.“

 

Sprache der Jugend
„Wir wollten die Kirche ermuntern, vor allem die katholische Kirche, endlich zu erkenne dass heute ein großer Teil der Jugendlichen, die wir ja erreichen wollen, wir nur über die Musik erreichen können. Ob es uns gefällt oder nicht, die Musik ist das Mittel dazu.

Nur ein Beispiel: Im Südwesten Afrikas, wo ich herkomme, gibt es 15 Staaten. Nach dem Krieg in Liberia, in Guinea Bissau – meinem Land – und so weiter, wollen heute über 90 % aller Jugendlichen bis 17 Jahren Musiker werden. Sie wollen Rapper werden. Sie wollen Dinge sagen, die ich in ihrem Alter mich nicht getraut hätte, den Erwachsenen zu sagen. Sie wollen kommunizieren, sie wollen reden. Und die Musik kann das schaffen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Interview, Kunst, Kultur und Können, Spiritualität / Geistliches Leben, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Schämt euch, Journalisten, schämt euch!

Wer für den Vatikan arbeitet, bekommt sehr schnell und mehr als einem lieb ist Einblick in die Arbeitsweise meines Berufsstandes. Vieles wird übertrieben, angespitzt, falsch dargestellt, Dinge werden weggelassen, kurz: Je konfliktreicher, desto besser. Der Gipfel journalistischer Qualität ist derzeit in der Schweiz zu finden: Die Überschrift „Papst will keine Sexfilme mehr verkaufen“ ist auf so verschiedenen Ebenen falsch, irreführend, ärgerlich und unjournalistisch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, mich zu ärgern.

Wäre ich gelassen, würde ich denken, dass dieser Schreiberling meine, der Papst habe bisher selber Filme verkauft, in einer dieser Zeitungskioske wohlmöglich, hinterm Bahnhof, unterm Ladentisch. Das allein zeigt, wie völlig absurd das Theater ist. Der Artikel selbst unterstützt die Überschrift natürlich nicht, die ist nur gewählt worden, weil es sexy ist und Leute das lesen. Für wie dumm werden wir eigentlich gehalten? Auch wenn es sich um „20Minuten“ handelt, es gibt ein Grundniveau, das nicht unterboten gehört.

Noch ein Beispiel gefällig? Das ‚Pur’ Magazin, das sich katholisch nennt, fragt auf der Titelseite ‚Bischöfe als Porno-Produzenten?’, schön mit Fragezeichen versehen, dass das nicht als üble Nachrede zu bezeichnen ist. Meinen die tatsächlich ‚Produzenten’ ? Doch wohl kaum!

Das ist Irreführung, das ist unprofessionell. Nur weil es mit Sex und Pornografie zu tun hat und endlich schön mit Dreck geworfen werden kann, fallen alle journalistischen Hemmschwellen.

Schämen Sie sich!

Veröffentlicht unter Glaube und Welt, Kirche und Medien | Verschlagwortet mit , , , | 96 Kommentare

Der Herr des einen Bundes

Gerne hören wir die Unterscheidung zwischen den beiden Bünden, dem neuen (Neues Testament, christlich) und dem alten Bund. Das soll wohl dabei helfen, die Gebote des ersten Bundes nicht zu wichtig nehmen zu müssen. Falsch! sagt unser Glaube. Falsch! sagt heute auch der Papst:

 

Generalaudienz 9. November 2011

Papst Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz

Papst Benedikt XVI., Generalaudienz auf dem Petersplatz

Heute möchte ich einige Gedanken zu Psalm 119 oder nach anderen Zählungen 118 vorlegen. In diesem langen Gebet wird die Schönheit der Tora, des Gesetzes Gottes besungen. Als Offenbarung und Wort Gottes trägt sie eine heilende Kraft in sich, sie zeigt, wie man lebt, sie schenkt Freude und Leben. Das Gesetz Gottes drückt nicht nieder wie eine Last, es ist uns nicht wie als Knechten auferlegt, sondern es macht uns frei, zu Söhnen, wird von uns so angenommen und wird dann zur wirklichen Freude. Für den Psalmisten bedeutet das Hören des Wortes deswegen auch, ihn selbst aufzunehmen, im Wort ist Er da, ihm zu begegnen. Und so betet er: „Mein Anteil ist der Herr; ich habe versprochen, dein Wort zu beachten“ (V. 57). Das Wort „Anteil“ erinnert an die Stämme Israels, die sich das verheißene Land in Besitz nahmen und jeder sein Landstück bekam und damit fest zum Erbe Gottes gehörte, indem er ein Erbe im Land hatte. Die Leviten und damit die Priesterschaft wurde kein Land zugeteilt. Ihr Erbteil, ihr Land, war Gott selbst. So spricht der nach Numeri zum Priester Aaron: „Du sollst in ihrem Land keinen erblichen Besitz haben. Dir gehört unter ihnen kein Besitzanteil; ich bin dein Besitz und dein Erbteil mitten unter den Israeliten“ (Num 18:20). Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Spiritualität / Geistliches Leben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 2 Kommentare