Der Bundestag und der Heilige Geist

Erzbischof Rainer Maria Woelki im Interview

Erzbischof Rainer Maria Woelki im Interview

Einige Tage vor der Ankunft des Papstes in Berlin konnte ich den Erzbischof, Rainer-Maria Woelki, zum Besuch und den Vorbereitungen, aber auch zur Kritik und der Diskussion um Geld und Bundestagsrede befragen.

Die Schlagzeilen vom vergangenen Wochenende: „Der Wunderheiler“, „Der Papst trifft Missbrauchsopfer“, „Weiter Streit über geplante Rede im Bundestag“, das sind alles Konfliktthemen, die um Augenblick durch die Zeitungen und nicht nur durch die Zeitungen geistern. Was meinen sie, hat der Papst eine Chance, gehört zu werden oder wird es bei den Konfliktthemen bleiben, wenn er kommt?

„Ich glaube, dass er bei uns Katholiken auf offene Ohren trifft und dass wir uns wirklich freuen, dass er kommt. Ich habe den Eindruck, dass das eher eine bestimmte Gruppe ist, die jetzt gegenwärtig diese Konfliktthemen schürt, vielleicht auch ein Stück mit durch die öffentliche Meinung beeinflusst. Gerade was die Rede im Bundestag angeht, tue ich mich persönlich etwas schwer damit, denn der Papst hat sich ja nicht selber darum beworben, hier eine Rede halten zu dürfen, sondern er ist auf Einladung des Bundespräsidenten und des Bundestagspräsidenten gekommen. Die verschiedenen Parteien, die im Bundestag sind, haben dem zugestimmt. Die Einladung ist von dort aus ergangen. Um so erstaunlicher ist jetzt die Reaktion, die man von dort hört.“ Weiterlesen

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Das Denken im Internet: Ein Interview

Eine der Herausforderungen der Woche wird das Hören und das Denken sein. Bekommt der Papst, wenn er nach Deutschland kommt, überhaupt die Chance, gehört zu werden, oder sind die Meinungen schon fertig und gebaut? Und selbst wenn das eine Überzeichnung sein sollte: Haben wir die Kapazität, über einige wenige Schlagworte hinaus zu lesen und zu denken? Und wenn die Antwort darauf „ja“ ist, dann gilt die Anschlussfrage: Geht das auch im Internet?

Dazu ein Interview mit jemandem, der das Geschäft schon seit längerem betreibt, ein Berliner Blogger, Autor und ehrenamtlicher Katechet. Der letzte Artikel, den im Blog gelesen habe, hatte über 18.000 Anschläge (Papst der Vernunft), für das Netz schon eine Herausforderung. Ein Interview:

 

Sehr geehrter Herr Bordat, Sie führen ein Blog zu Christentum, Existenzialismus und anderen intellektuell anspruchsvollen Themen. Gibt es dafür im Internet ein Publikum?

 

Ja, offensichtlich schon, denn die Zugriffszahlen entwickeln sich sehr positiv. Ich erhalte auch viele Rückmeldungen zu den Texten in meinem Blog. Das zeigt mir, dass sie wirklich aufmerksam gelesen werden. Weiterlesen

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Der Himmel über Berlin

Berlin hat gewählt. Neben den Wahlen sind die Zeitungen und vor allem die Meinungsspalten aber auch voll von Kommentaren zum anstehenden Papstbesuch. Talkshows und Dokumentationen über den Vatikan, Geschichten in Zeitungen, die Titelgeschichte im Spiegel, dafür, dagegen, jeder, der eine Meinung dazu hat, findet Platz, sie irgendwie unterzubringen.

Die Marienkirche und der Fernsehturm in Berlin

Was alles so in den Himmel über Berlin ragt

Zum einen ist das natürlich gut so, zum anderen feiern aber auch alle Klischees fröhliche Urständ. Was die veröffentlichte Meinung alles so über Kirche und Glauben weiß, das kann schon bitter sein. Kein Sportreporter oder -fan dürfte so über die Hertha oder sonst einen Verein sprechen, er oder sie würde ausgelacht, und vielleicht sogar zu Recht. Aber über den Glauben und die Kirche darf man das alles verbreiten, Spezialist zu sein scheint eher hinderlich. Mich überfällt beim Blättern durch die Berliner Zeitungen eine ziemlich große Portion Staunen und Kopfschütteln.

Berlin hat gewählt, und der Wahlgewinner hat das mit dem Slogan „Berlin verstehen“ getan. Verstehen, aber hoffentlich auch ändern. Herausfordern, informieren, sprechen, treffen; alles, nur nicht die Dinge so lassen, wie sie sind.

Und das gilt auch für die öffentliche Diskussion um die Kirche: Nicht nur die öffentliche Meinung verstehen, nicht nur ein diffus geäußertes Lebensgefühl ansprechen und auf Applaus hoffen, sondern auch herausfordern, informieren, sprechen. Ich hoffe nur, dass nach den ganzen gedruckten und gesendeten Meinungen noch Aufmerksamkeit dafür übrig bleibt.

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Kein Tourismus, keine Show

Zwei Gedanken aus dem Wort zum Sonntag, das Papst Benedikt XVI. am Samstag Abend sprach:

 

„All dies ist nicht religiöser Tourismus, und noch weniger eine Show. Worum es geht, sagt das Leitwort dieser Tage: „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Es soll darum gehen, dass Gott wieder in unser Blickfeld tritt, der so oft ganz abwesende Gott, dessen wir doch so sehr bedürfen.“

 

Viele erwarten sich Wunderdinge oder ärgern sich jetzt schon öffentlich, dass der Papst geistlich wird, nicht kirchenpolitisch oder krisenintern. Aber das ist nicht das, was er ankündigt. Weiterlesen

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… da ist Zukunft

Wir können vielleicht sagen, dass mit dem Wort zum Sonntag die Papstreise nach Deutschland offiziell beginnt, der Papst wendet sich ein erstes mal an das besuchte Land. Aber auch abseits der Mattscheibe sind die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen. Wir Journalisten bekamen gestern noch vom Pressesprecher der Papstes, Pater Federico Lombardi, ein letztes ausführliches Briefing.

Ein Thema war das Motto der Reise, „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Es ist ein Zitat, und zwar von Benedikt XVI. selbst, es greift einen Gedanken auf, den der Papst bei einer anderen Reise, nämlich vor vier Jahren in Österreich, geäußert hatte. Am 7. September 2007 sagte er in Mariazell:

 

„Wir brauchen alles für uns selber, und wir trauen wohl der Zukunft nicht recht. Aber zukunftslos wird die Erde erst sein, wenn die Kräfte des menschlichen Herzens und der vom Herzen erleuchteten Vernunft erlöschen – wenn das Antlitz Gottes nicht mehr über der Erde leuchtet. Wo Gott ist, da ist Zukunft.“

 

In den nächsten Tagen werde ich im Blog unter anderem versuchen, diesem Zukunftsgedanken nachzugehen. Vielleicht wird ja etwas davon bei der Papstreise sichtbar. Watch this space.

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600 Bände Joseph Ratzinger

Für jemanden, der sich Seite für Seite und Band für Band langsam durch die Werke Joseph Ratzingers liest, ist es ein kleiner Schock, 600 Bände auf ein mal zu sehen. Auch wenn viele Übersetzungen darunter sind, Chinesisch etwa. Diese Werke sind bis heute noch in Rom zu sehen, ab Ende nächster Woche dann beim Herder-Verlag in Freiburg. Und als ihm die Schau am Donnerstag präsentiert wurde, kam Papst Benedikt XVI. etwas ins sinnieren:

http://blog.radiovatikan.de/wp-content/uploads/2011/09/herder-papst
Papstverleger Manuel Herder und Ratzinger-Leser Kardinal Koch

Papstverleger Manuel Herder und Joseph-Ratzinger-Leser (seit 1968) Kardinal Kurt Koch in der Buchausstellung

Warum die Schau: Papstverleger Manuel Herder sagt, dass die Bücher einen Zugang zum Papst und Theologen Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. bilden. Ich kann nur hoffen, dass einige reichen und ich nicht alle lesen muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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.. im Interview …

Ein Interview zu meinem Blog, gegeben SciLogs.

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Antworten erwünscht …

Die Papstreise – die Papstreise. Als Papstreisejournalist und zumal als einer, der das erste mal im Papstflieger mitfliegen wird, ist das eine aufreibende Zeit, in der man gerne mal den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht.

Also meine Frage an alle Blogleserinnen und -leser: Was muss passieren, damit die Reise eine erfolgreiche Reise wird? Ganz im Ernst, mich würde interessieren, wie das gesehen wird.

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 „Mitten im Schweigen und der Abwesenheit Gottes“, Psalm 22 zum Fest Kreuzerhöhung

Berninis Engelstatue mit dem Kreuz

Berninis Statue des Engels mit dem Kreuz, Engelsbrücke, Rom

Es gibt Tage, an denen fällt das Beten schwer. Gott schweigt und ich stehe da und spreche irgendwie ins Nichts. Das geht nicht nur mir so, dass ist eine Erfahrung durch die Jahrhunderte, und es gibt Texte, die das viel besser ausdrücken können. Einer der tiefsten: Psalm 22. Und über diesen Psalm, das Gebet des allein gelassenen, sprach Benedikt XVI. an diesem Mittwoch – dem Fest Kreuzerhöhung.

 

„Ich bin ein Wurm und kein Mensch“,

so klagt der Psalm, „der Leute Spott, vom Volk verachtet. Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf… Du bist es, der mich aus dem Schoss meiner Mutter zog, mich barg an der Brust der Mutter. Von Geburt an bin ich geworfen auf dich… sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe…“

„In seinem Gebet wechseln sich die bedrängende Wirklichkeit der Gegenwart und die tröstliche Erinnerung über die Hilfe Gottes in der Vergangenheit ab“, so der Papst.
„Im tiefsten Leid angesichts seiner verzweifelten Situation, angesichts von Gottes scheinbarer Abwesenheit und seinem Schweigen ruft er aus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Er fühlt sich verlassen, Gott antwortet nicht. Und doch nennt er den Herrn „Mein Gott“; er gibt die Hoffnung nicht auf, dass Gott ihn hört und erhört. Weiterlesen

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Neuevangelisierung – Ein Besuch beim Chef

Besuch bei der Neuevangelisierung: Erzbischof Rino Fisichella leitet den Päpstlichen Rat dieses Namens. Diesen gibt es seit etwa einem Jahr (Oktober 2010), Zeit also, zu erfahren, was dieser Rat tut. Und natürlich auch die beste Zeit, ihn zu fragen, was denn der Papstbesuch in den Augen des Leiters des Rates für das Glaubensleben in Deutschland bedeuten kann.

Gelernt habe ich, dass der Rat koordinieren will, nicht vorgeben. Gelernt habe ich, dass er auf Initiativen von den Ortskirchen baut. Gelernt habe ich auch, dass es Beispielprojekte geben wird, die zeigen sollen, was alles geht. Und gelernt habe ich, dass der Rat auf Menschen baut – neue Evangelisatoren – und nicht auf Strukturen. Alles gute Nachrichten, wie ich finde. Das vollständige Interview senden wir morgen, also am Mittwoch, 14. September, dann gibt es auch den Link dazu. Bis dahin schon einmal Erzbischof Fisichellas Antwort auf die Frage, wie er sich einen erfolgreichen Papstbesuch in Deutschland vorstellt.

http://blog.radiovatikan.de/wp-content/uploads/2011/09/fisichella-papstreise
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