Angekommen in Berlin

Beobachtungen von der Papstreise.

Als erstes wurde ich verkabelt. Kaum Platz genommen wurden quer und längst durch die Kabine Kabel verlegt, schließlich sollte der Papst auch zu hören sein, wenn er seine traditionelle Pressekonferenz auf dem Weg gibt. Leider kreuzten sich die Kabel in meiner Nähe, die Technik war direkt in der Reihe vor mir. Aber als Radio-Mensch freue ich mich ja über jeden Ton, aber ungewohnt für einen Flieger war das schon. Überhaupt war es ein Flug der Besonderen Art, besonders auch des Gastes in Reihe Eins wegen.

Bis dahin war der erste Teil erwartungsgemäß glatt über die Bühne gelaufen, Einchecken, Warten auf den Flieger, ein zweiter und ein dritter Kaffee am frühen Morgen. Dann durch die Hintertreppe in den Flieger, in den hinteren Teil, den Teil für die Journalisten.

Die letzten Kilometer Flug sah man dann aus den Fenstern die ersten Vorboten des Staatsbesuches, die Flug-Eskorte.

Es ist schwer, sich der Atmosphäre hier zu entziehen, und wahrscheinlich will ich das auch gar nicht. Die Würde und gleichzeitig die Betriebsamkeit, die Tatsache, dass da der Papst unterwegs ist, dass alle Worte abgewogen werden, das lässt wenige unberührt. Und noch einmal, ich will ja auch gar nicht unberührt sein.

Und hier noch einige Beobachtungen vom ersten Teil der Papstreise:

 

Papst Benedikt gibt im Flugzeug nach Berlin eine Pressekonferenz

Pressekonferenz im Flugzeug

 

 

 

 

 

 

Ausstieg aus dem Flugzeug nach dem Papstflug nach Deutschland

Erste Begrüßung in Berlin Tegel

 

 

 

 

 

Empfang des Papstes durch Präsident Wulff in Bellvue

Empfang im Garten von Schloss Bellvue

 

 

 

 

 

 

Papst Benedikt XVI. bei der Ansprache im Garten von Schloss Bellvue

Papst Benedikt XVI. bei der Ansprache

 

 

 

 

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Den Stier bei den Hörnern fassen

Wie sieht der Vatikan den Papstbesuch und Deutschland? Kardinal Walter Kasper in Text und Ton

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Der Papst der Medien, der Papst der Proteste

Gerne gebe ich zu, dass nicht alles von mir sein wird, was während des Papstbesuches auf diesem Blog erscheint. Aber während der Papstreise nehme ich einiges von dem, was wir in der Redaktion produzieren, auch hier hinein. In diesem Eintrag finden sich Beiträge von Gudrun Sailer, zur Zeit Berlin.

„Wenn der Papst erstmal hier ist, dann wird hoffentlich auch eine Auseinandersetzung mit den Inhalten stattfinden.“ Das hofft Claudia Nothelle, die RBB-Fernseh-Chefredakteurin in Berlin. Mit Radio Vatikan sprach sie darüber, wie sich die Medien auf die Visite Benedikts XVI. in Deutschland vorbereiten. Im Berliner Raum werde katholische Kirche häufig „auf Sexualmoral reduziert“, so Nothelle; vielen Journalisten fehle Fachwissen, und Hintergründe „werden auch von der Kirche nicht immer gut dargestellt“. „Ich habe schon Situationen erlebt, in denen ein Bischof dasaß und sagte: Das ist ein Mysterium, das kann ich nicht erläutern.“ Audio

Gudrun Sailer hat auch Norbert Lammert, den Präsidenten des Deutschen Bundestages, zu den Protesten befragt, die die Medienseiten bevölkern:

„Ich glaube nicht, dass es die eine Erklärung dafür gibt. Es hängt sicher damit zusammen, dass sich aus diesem Anlass im wiedervereinigten Deutschland zwei sehr unterschiedliche Traditionen im Verhältnis von Staat und Kirche in besonderer Weise miteinander reiben. Die Situation haben wir in keinem anderen europäischen Land, falls überhaupt sonst irgendwo auf der Welt. Und zweitens haben wir innerkirchlich eine nicht erst mit diesem Besuch verbundene, seit langem zu beobachtende deutliche Auseinandersetzung über Erwartungen an Veränderungen, an Reformen in der Kirche, die sich mit diesem Besuch naturgemäß verbinden. Daraus ergibt sich insgesamt die kritische Masse, die dann leicht mit solchen meiner Meinung nach nicht wirklich durchdachten Protestgesten das Ereignis zu einem Medienspektakel hochschaukeln, das mir unter den genannten Gesichtspunkten unangemessen erscheint.“ Audio

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Der Papst unterwegs

Für alle, die sich noch kein Bild gemacht haben, was der Papst in den nächsten Tagen tun wird, hier ein Überblick.

Blick auf den Altar auf dem Marktplatz von Erfurt, vor dem Dom

Erfurt ist vorbereitet

 

 

 

 

 

 

 

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Letzte Vorbereitungen

Ein Blick auf die Vorbereitungen für die Papstmesse in Erfurt, auf dem Domplatz

Der Domplatz in Erfurt am Dienstag Mittag

„Da kommt der Papst einmal in 1.000 Jahren, da müssen wir ihm schon eine gute Hütte bauen“. So kommentiert der Erfurter Wurstverkäufer meines Vertrauens den Aufwand, der im Augenblick in der Innenstadt von Erfurt betrieben wird. Riesige halb-offene Zelte für Altar-Insel und Chor sind schon aufgebaut, ich weiß nicht wie viele Kilometer Kabel verlegt, der Dom gesperrt, die Technik und die Dixies installiert: So viel Aufwand. Aber wir mir mein Wurstverkäufer sagt, das ist es Wert. Wenn man bedenke, wie viel Aufwand um Stars wir Lena oder andre gemacht würde, dann sei das nur Recht.
Aber es stellt sich schon die Frage nach dem Verhältnis zwischen Event und Interesse. Dass ich von der Domterasse aus auf die Vorbereitungen zu einem Massenevent blicke, das ist unbestreitbar. Aber es sind Kommentare wie die beim Grill oder auch in der Straßenbahn oder im Buchladen: Es gibt Interesse am Besuch des Papstes. Nicht alle wissen, was damit anzufangen ist. Andere sind begeistert. Und selbst die, die dagegen sind, sehen ihre Gelegenheit, endlich einmal ihre Argumente los zu werden. Event: Ja, aber nicht allein stehend. Um die großen Glaubensfeiern herum entsteht – um das Modewort zu benutzen – Dialog.

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Der Bundestag und der Heilige Geist

Erzbischof Rainer Maria Woelki im Interview

Erzbischof Rainer Maria Woelki im Interview

Einige Tage vor der Ankunft des Papstes in Berlin konnte ich den Erzbischof, Rainer-Maria Woelki, zum Besuch und den Vorbereitungen, aber auch zur Kritik und der Diskussion um Geld und Bundestagsrede befragen.

Die Schlagzeilen vom vergangenen Wochenende: „Der Wunderheiler“, „Der Papst trifft Missbrauchsopfer“, „Weiter Streit über geplante Rede im Bundestag“, das sind alles Konfliktthemen, die um Augenblick durch die Zeitungen und nicht nur durch die Zeitungen geistern. Was meinen sie, hat der Papst eine Chance, gehört zu werden oder wird es bei den Konfliktthemen bleiben, wenn er kommt?

„Ich glaube, dass er bei uns Katholiken auf offene Ohren trifft und dass wir uns wirklich freuen, dass er kommt. Ich habe den Eindruck, dass das eher eine bestimmte Gruppe ist, die jetzt gegenwärtig diese Konfliktthemen schürt, vielleicht auch ein Stück mit durch die öffentliche Meinung beeinflusst. Gerade was die Rede im Bundestag angeht, tue ich mich persönlich etwas schwer damit, denn der Papst hat sich ja nicht selber darum beworben, hier eine Rede halten zu dürfen, sondern er ist auf Einladung des Bundespräsidenten und des Bundestagspräsidenten gekommen. Die verschiedenen Parteien, die im Bundestag sind, haben dem zugestimmt. Die Einladung ist von dort aus ergangen. Um so erstaunlicher ist jetzt die Reaktion, die man von dort hört.“ Weiterlesen

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Das Denken im Internet: Ein Interview

Eine der Herausforderungen der Woche wird das Hören und das Denken sein. Bekommt der Papst, wenn er nach Deutschland kommt, überhaupt die Chance, gehört zu werden, oder sind die Meinungen schon fertig und gebaut? Und selbst wenn das eine Überzeichnung sein sollte: Haben wir die Kapazität, über einige wenige Schlagworte hinaus zu lesen und zu denken? Und wenn die Antwort darauf „ja“ ist, dann gilt die Anschlussfrage: Geht das auch im Internet?

Dazu ein Interview mit jemandem, der das Geschäft schon seit längerem betreibt, ein Berliner Blogger, Autor und ehrenamtlicher Katechet. Der letzte Artikel, den im Blog gelesen habe, hatte über 18.000 Anschläge (Papst der Vernunft), für das Netz schon eine Herausforderung. Ein Interview:

 

Sehr geehrter Herr Bordat, Sie führen ein Blog zu Christentum, Existenzialismus und anderen intellektuell anspruchsvollen Themen. Gibt es dafür im Internet ein Publikum?

 

Ja, offensichtlich schon, denn die Zugriffszahlen entwickeln sich sehr positiv. Ich erhalte auch viele Rückmeldungen zu den Texten in meinem Blog. Das zeigt mir, dass sie wirklich aufmerksam gelesen werden. Weiterlesen

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Der Himmel über Berlin

Berlin hat gewählt. Neben den Wahlen sind die Zeitungen und vor allem die Meinungsspalten aber auch voll von Kommentaren zum anstehenden Papstbesuch. Talkshows und Dokumentationen über den Vatikan, Geschichten in Zeitungen, die Titelgeschichte im Spiegel, dafür, dagegen, jeder, der eine Meinung dazu hat, findet Platz, sie irgendwie unterzubringen.

Die Marienkirche und der Fernsehturm in Berlin

Was alles so in den Himmel über Berlin ragt

Zum einen ist das natürlich gut so, zum anderen feiern aber auch alle Klischees fröhliche Urständ. Was die veröffentlichte Meinung alles so über Kirche und Glauben weiß, das kann schon bitter sein. Kein Sportreporter oder -fan dürfte so über die Hertha oder sonst einen Verein sprechen, er oder sie würde ausgelacht, und vielleicht sogar zu Recht. Aber über den Glauben und die Kirche darf man das alles verbreiten, Spezialist zu sein scheint eher hinderlich. Mich überfällt beim Blättern durch die Berliner Zeitungen eine ziemlich große Portion Staunen und Kopfschütteln.

Berlin hat gewählt, und der Wahlgewinner hat das mit dem Slogan „Berlin verstehen“ getan. Verstehen, aber hoffentlich auch ändern. Herausfordern, informieren, sprechen, treffen; alles, nur nicht die Dinge so lassen, wie sie sind.

Und das gilt auch für die öffentliche Diskussion um die Kirche: Nicht nur die öffentliche Meinung verstehen, nicht nur ein diffus geäußertes Lebensgefühl ansprechen und auf Applaus hoffen, sondern auch herausfordern, informieren, sprechen. Ich hoffe nur, dass nach den ganzen gedruckten und gesendeten Meinungen noch Aufmerksamkeit dafür übrig bleibt.

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Kein Tourismus, keine Show

Zwei Gedanken aus dem Wort zum Sonntag, das Papst Benedikt XVI. am Samstag Abend sprach:

 

„All dies ist nicht religiöser Tourismus, und noch weniger eine Show. Worum es geht, sagt das Leitwort dieser Tage: „Wo Gott ist, da ist Zukunft“. Es soll darum gehen, dass Gott wieder in unser Blickfeld tritt, der so oft ganz abwesende Gott, dessen wir doch so sehr bedürfen.“

 

Viele erwarten sich Wunderdinge oder ärgern sich jetzt schon öffentlich, dass der Papst geistlich wird, nicht kirchenpolitisch oder krisenintern. Aber das ist nicht das, was er ankündigt. Weiterlesen

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… da ist Zukunft

Wir können vielleicht sagen, dass mit dem Wort zum Sonntag die Papstreise nach Deutschland offiziell beginnt, der Papst wendet sich ein erstes mal an das besuchte Land. Aber auch abseits der Mattscheibe sind die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen. Wir Journalisten bekamen gestern noch vom Pressesprecher der Papstes, Pater Federico Lombardi, ein letztes ausführliches Briefing.

Ein Thema war das Motto der Reise, „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Es ist ein Zitat, und zwar von Benedikt XVI. selbst, es greift einen Gedanken auf, den der Papst bei einer anderen Reise, nämlich vor vier Jahren in Österreich, geäußert hatte. Am 7. September 2007 sagte er in Mariazell:

 

„Wir brauchen alles für uns selber, und wir trauen wohl der Zukunft nicht recht. Aber zukunftslos wird die Erde erst sein, wenn die Kräfte des menschlichen Herzens und der vom Herzen erleuchteten Vernunft erlöschen – wenn das Antlitz Gottes nicht mehr über der Erde leuchtet. Wo Gott ist, da ist Zukunft.“

 

In den nächsten Tagen werde ich im Blog unter anderem versuchen, diesem Zukunftsgedanken nachzugehen. Vielleicht wird ja etwas davon bei der Papstreise sichtbar. Watch this space.

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