Willkommen zurück in der Blogosphäre, Herr Erzbischof!

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ist in Lateinamerika eingetroffen. Erste Stationen der Reise sind São Paulo und Aparecida in Brasilien. Ein Kongress steht auf dem Programm, ebenfalls die Eröffnung der Adveniat-Aktion.

Was er dort genau tut? Das kann man in seinem Blog lesen. „Aus meinem ersten Blog während meiner Nigeriareise vor zwei Jahren weiß ich, wie groß das Interesse an unserer weltkirchlichen Arbeit ist. Deshalb bin ich erneut unter die Blogger gegangen“, sagte Zollitsch dazu.

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Katholisch sprechen

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle gepostet, dass ein Kollege von der TAZ bei Radio Vatikan – in der italienischen Sektion – für einen Journalistenaustausch weilt. Zum Abschluss hat er noch ein Interview gemacht.

 

 

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Das Kirchenrecht im Netz

Das katholische Kirchenrecht, in analoger Buchform

Kirchenrecht, analog

Zu den besten aber auch anstrengendsten Materien während meines Studiums der Theologie gehörte das Kirchenrecht: Ein wunderbares Fach, aber für jemanden, der vorher nichts mit Rechtssystemen oder Rechtsphilosophie zu tun hatte, doch eher Schwarzbrot. Nicht, dass ich als Westfale Schwarzbrot nicht zu schätzen wüsste.

Einen Schritt in die Netzwelt tun jetzt einige katholische kirchenrechtliche Institute, angeführt von dem der Uni Münster. Alles, was Sie jemals zum Thema Kirchenrecht fragen wollten aber nicht wussten, wo sie nachschlagen sollten: Eine Datenbank.

 

 

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Glaube kommt nicht aus der Pflicht

Bild des Heiligen Paters Alberto Hurtado Crichaga

Pater Alberto Hurtado SJ

Während meiner – kurzen – Zeit in Chile habe ich die Arbeit und die Schriften eines 1952 verstorbenen Mitbruders kennen gelernt, Pater Alberto Hurtado Cruchaga SJ. Er wurde 2005 in Rom heilig gesprochen, der zweite Chilene erst. Er hat etwas bodenständiges, zupackendes, aber auch etwas gefährliches, weil er so klar spricht, dass man sich dem gar nicht entziehen kann. Seine Sozialwerke überziehen noch heute Chile, und trotzdem ist er ein zutiefst geistlicher Redner und Schreiber.

Zum Fest Christkönig ein Auszug aus einer Predigt über das Königreich, Osterwoche für Jugendliche 1946

 

 

 

Der Erweis des Glaubens ist die Liebe, aber heroische Liebe und Heroismus sind nicht verpflichtend. Priestertum, Mission, Taten der Nächstenliege, das alles ist keine Verpflichtung unter Sünde, trotzdem sind sie alle notwendig für die Kirche und sie sind Werke der Freigiebigkeit.

An dem Tag, an dem es keine Priester mehr gibt, wird es keine Sakramente mehr geben. Und doch ist das Priestertum nicht verpflichtend.

An dem Tag, an dem es keine Missionare mehr gibt, wird sich der Glaube nicht verbreiten, aber trotzdem ist es nicht verpflichtend, Missionar zu werden.

An dem Tag, an dem es keinen mehr gibt, der sich um Kranke und Arme kümmert, wird die Besonderheit des Zeugnisses Christi verschwinden, trotzdem sind alle diese Werke nicht verpflichtend.

Was für eine wunderbare Idee das doch ist! Die Kirche lebt nicht und entwickelt sich nicht aus der Erfüllung von Verpflichtungen, sondern aus der Freigiebigkeit der Gläubigen!

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Africae Munus: Ein geistlicher Lungenflügel der Welt

Blick in die Synodenaula im Vatikan, während der Bischofssynode zu Afrika Oktober 2009

Die Bischofssynode zu Afrika, Vatikan, Oktober 2009

Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt. Dieses Zitat aus dem Matthäusevangelium steht über dem päpstlichen Schreiben, dass an diesem Samstag in Ouidah in Benin von Papst Benedikt XVI. unterzeichnet wurde.

Es ist die so genannte postsynodale Exhortation, das nachsynodale Lehrschreiben, dass das Schlussdokument der Sonderversammlung der Bischofssynode im Oktober 2009 im Vatikan. Der offizielle Titel lautet Africae Munus, Das Engagement Afrikas.

Die Synodenversammlung hatte zum Thema „Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ getagt, drei intensive und teils lebhafte Wochen, in denen sich in Rom eine selbstbewusste, aber auch um ihre Probleme wissende Ortskirche präsentierte. Stammesdenken und Korruption, Krieg und Hunger waren nur einige der hierbei genannten Themen. Den vorläufigen Abschluss bildete damals ein Dokument mit 57 Thesen, den so genannten Propositiones, die Papst Benedikt vorgelegt wurden. Daraus hat der Papst unter Mithilfe des Synodenrates dieses postsynodale Schreiben verfasst.

Er hat es viermal unterzeichnet und damit in den drei Hauptsprachen des Kontinents Englisch, Französisch und Portugiesisch sowie in Italienisch verabschiedet. Während der Abschlussmesse am Sonntag wird der Papst dieses Dokument offiziell der Kirche Afrikas übergeben.

 

Ein versöhntes Afrika

Papst Benedikt verweist in dem Schreiben wie auch schon einige male zuvor auf die vorangegangene Synode zu Afrika, die 1995 in dem Schreiben ‚Ecclesia in Africa’ von Papst Johannes Paul II. mündete. Benedikt XVI. zieht eine Linie von der damaligen Versammlung zu diesem Schreiben, es ginge um die erneuerte Verkündigung auf dem Kontinent, „um ein versöhntes Afrika zu schaffen, durch Wege der Wahrheit und der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.“

In seinem Schreiben spricht der Papst davon, wie ihn die Diskussionen und die Wortmeldungen während der Synode beeindruckt hätten. In ihnen sei ein Realismus im Blick auf den Kontinent sichtbar geworden. Weiterlesen

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Was der Papst von Afrika erwartet

Papst Benedikts zweite Afrikareise führt ihn an diesem Freitag in das kleine westafrikanische Land Benin. Mit dabei ist ein Kurienbischof aus Benin, den Benedikt seit Jahrzehnten kennt: Barthelemy Adoukonou, Sekretär des päpstlichen Kulturrates und in den 70er Jahren Doktorand bei Joseph Ratzinger in Regensburg. Ein Interview der Kollegin Gudrun Sailer:

 

„Die katholische Kirche repräsentiert in meinem Land seit 150 Jahren eine große Quelle der Hoffnung und der tätigen Nächstenliebe. Der Kirche gehören bei uns hat mehr als 20 Prozent der Menschen an, einige Statistiken sprechen von 27 Prozent, die traditionellen Religionen sollen bei 20 Prozent liegen. Nun gut, ich bin weniger davon überzeugt…! Wie es ein afrikanischer Präsident einmal bei einer Pilgerfahrt ausdrückte: Wissen Sie, wir sind hier 20 Prozent Katholiken und 80 Prozent Muslime, aber 100 Prozent Anhänger der traditionellen Religionen. Das heißt, der Prozess der Evangelisierung lässt noch viel zu wünschen übrig. Wir haben sichere und gläubige Katholiken, ja, aber die traditionellen Praktiken mischen sich immer noch darunter.“

 

Was sind heute die großen Herausforderungen für die Kirche in Benin?

„Die große Herausforderung ist, dass wir unsere Kultur zutiefst kennen müssen. Und eine tiefgehende Arbeit der Inkulturation leisten müssen. Das ist eine gigantische Arbeit. Sie erfordert viel Energie. Wir müssen dort, wo man das Evangelium hinbringen muss, die anthropologische Struktur unseres Volkes sehen, unsere Mentalität, wo und wie sie sich verwurzelt. Betrachten wir etwa die traditionelle Religion in Benin, den Voodoo. Da sehen wir, dass die traditionellen Weisen, die Ältesten, immer sagten: Beachtet das Gesetz der Natur, richtet euch nach dem Gesetz der Natur. Und überlasst die Magie den Hexern. Hier liegt für die Voodoo-Ältesten die eigentlich religiöse Dimension ihres Glaubens; es gibt da diese Nähe zu den Gesetzen der Natur und die Notwendigkeit, sich danach zu richten: Natur bedeutet das Gute. Und das Gute, das heißt auch Gott. Wir haben infolgedessen als Christen die Pflicht, zu den Voodoo-Anhängern zu gehen, um zu versuchen, alles zu festigen, was es dort auf dem Grund der traditionellen Religionen an Solidem, an Starkem, gibt.“ Weiterlesen

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Eine Frage, Herr Wallacher …

Die Hochschule für Philosophie in München – eine Institution des Jesuitenordens – richtet im kommenden Jahr einen Lehrstuhl für Medienethik ein. Mit der Einrichtung betraut wird der im Augenblick noch amtierende Intendant des ZDF, Markus Schächter. Ich habe den Präsidenten der Hochschule, Prof. Johannes Wallacher, gefragt, wie man sich diesen neuen Lehrstuhl vorstellen muss.

„Der Lehrstuhl wird sich erstmals systematisch in Forschung und Lehre mit den neuen Herausforderungen beschäftigen, die die Medienlandschaft mit sich bringt, in den klassischen Medien Fernsehen aber vor allem auch mit den Fragen, die sich mit den ganz neuen Medien, mit der Digitalisierung, mit sozialen Netzwerken stellen. Diese Fragen, die ja auf der Straße liegen und greifbar sind, erstmals systematisch zu erfassen und gleichzeitig auch die Brücke zur Praxis herzustellen, wird die Aufgabe dieses Lehrstuhls für Medienethik zu sein.“

 

Aufbauen wird den Lehrstuhl Prof. Markus Schächter, im Augenblick noch Intendant des ZDF. Wie sind Sie auf ihn gekommen?

„Es sind verschiedene Bezugspunkte, die uns zusammen geführt haben, vor allem das starke Interesse und die gemeinsame Überzeugung, dass wir in diesem Bereich eine ethische Reflexion brauchen und diese Fragen systematisch angehen müssen. Es ist kein Geheimnis, dass Herr Schächter eine gewisse Nähe zur Kirche hat. Es war ein guter Zeitpunkt, ihn für diese Aufgabe zu gewinnen.“

 

Sehen Sie denn gerade jetzt eine besondere Notwendigkeit für so einen Lehrstuhl und solch eine Reflexion?

„Ich denke, dass die Skandale des letzten Jahres, den um den Konzern Rupert Murdochs in Großbritannien oder die Wikileaks-Affäre, aber auch die sozialen Netzwerke Fragen stellen, die zeigen, dass die Herausforderungen immens sind, dass sie aber auch in der Verbindung zu wirtschaftsethischen Fragen ganz relevant sind, weil es auch um die Frage nach Gewinnstreben und Kommerzialisierung geht.“

Ein Interview mit Herrn Markus Schächter zu diesem Lehrstuhl lesen Sie hier und hören Sie hier.

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„Setze dich mir zur Rechten“

Es gibt erstaunlich viele Menschen, die die Gebete der Laudes oder der Vesper oder beides täglich beten. Geweihten Priestern ist dies aufgegeben, aber darüber hinaus finden eine ganze Menge Christinnen und Christen dort eine Sprache für das Gebet, die ihnen entspricht.

Erstaunlich ist dies vielleicht deshalb, weil die Sprache der Psalmen und deren Bildwelt nicht mehr die unsere ist. Es geht um eine Agrargesellschaft und um mediterane Pflanzen, es geht um Könige und Feinde, um Krieg und Unterwerfung. Und doch überliefern sich in diesen Texten oder besser in diesen Gesängen Erfahrungen mit Gott, die weitergebbar sind.

Mache ich mir diese Worte zu eigen, kann ich lernen, mein Leben in ihnen auszudrücken. Das ist manchmal sperrig und geht nicht von heute auf morgen. Wie alle Dichtung brauchen auch die Psalmen Aufmerksamkeit und Wachheit des Betenden.

Papst Benedikt XVI. schloss an diesem Mittwoch seine Generalaudienz-Katechesen zu den Psalmen ab, und er fügte die Einladung an alle an, „noch mehr mit den Worten der Psalmen zu beten, vielleicht sogar die Laudes, die Vesper und die Komplet zu eurem  regelmäßigen Gebet zu machen.“ Das könne eine Bereicherung werden.

 

Der Papst sprach heute über Psalm 110:

„Dieser Königspsalm wurde von der Kirche stets sehr geliebt. Die feierlichen Anfangsworte: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße“ (V. 1), Weiterlesen

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Unverständnis

Es lässt sich nicht leugnen, mir ist in diesem Blog die Beziehungskiste zwischen Kirche und Medien sehr wichtig. Es tut sich viel, nicht alles angenehm, wie man auch in diesem Blog hat lesen können, sehr viel an Wandel und an Überforderung, sehr viel an neuen Chancen.

Mit einem Studientag hat sich der Vatikan letzte Woche mit dem Phänomen beschäftigt. Titel: „Unverständnis – die katholische Kirche und die Medien“. Kardinal Gianfranco Ravasi vom Päpstlichen Kulturrat hat uns gegenüber versucht, aus der Veranstaltung seine Schlüsse zu ziehen:

„Wir müssen eben sehen, dass es in unserer Zeit eine große Revolution im Medienbereich gegeben hat: Wir stehen nicht mehr nur der Presse gegenüber, wie wir sie etwa zu Zeiten von „Humanae Vitae“ oder dem Konzil hatten. Jetzt leben wir in einer virtuellen Welt, einer Welt extrem schneller Information, des Fernsehens und des Bildes. Weiterlesen

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Die Predigt von den Dächern

Was Kirche im Internet zu suchen hat, für Möglichkeiten hat, tun kann und tun soll: Auf der Suche nach klugen Gedanken dazu bin ich auf einen Text Papst Johannes Pauls II. gestoßen: Das Evangelium im Zeitalter der globalen Kommunikation. Hier ein Auszug:

 

,,Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern” (Mt 10,27). Tief in unserem Herzen haben wir heimlich die Wahrheit Jesu vernommen; nun sollen wir jene Wahrheit von den Dächern verkünden.”

,,In unserer heutigen Welt sind die Hausdächer fast immer übersät mit einem ganzen Wald von Sende- und Empfangsantennen, die Botschaften jeder Art in alle Welt aussenden und aus aller Welt empfangen. Da ist es nun von entscheidender Bedeutung zu gewährleisten, dass unter diesen vielen Botschaften auch das Wort Gottes gehört wird. Den Glauben von den Dächern zu verkünden, heißt heute, das Wort Jesu in der und durch die dynamische Welt der Kommunikationsmittel auszusprechen.”

Die Kirche dürfe nicht schweigen – so fährt der Papst dann fort – denn sie biete „die einzige letztlich befriedigende Antwort auf die tiefgründigsten Fragen des menschlichen Herzens – Jesus Christus selber“. Dieses Heil sei den Menschen zur Weitergabe anvertraut.

 

Beziehungsgeschichte Medien – Wirklichkeit

,,(…) Daraus folgt, dass sich die Kirche immer eingehender auf die sich rapid entwickelnde Welt der Kommunikation einlassen muss. Das weltumspannende Kommunikationsnetz weitet sich aus und wird von Tag zu Tag komplexer, und die Medien haben in zunehmendem Maße erkennbaren Einfluss auf die Kultur und ihre Übermittlung. Wo einst die Medien über Ereignisse berichteten, werden heute oft Ereignisse erfunden oder bearbeitet, um den Bedürfnissen der Medien zu entsprechen. Auf diese Weise ist die Beziehung zwischen Wirklichkeit und Medien komplizierter geworden, und das ist ein zutiefst ambivalentes Phänomen. Weiterlesen

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