Störfaktor Kirchen-Radio

Ein Interview mit Erich Jooß, dem scheidenden Leiter des Sankt Michaelsbundes und damit unseres Partnersenders in München, dem Münchner Kirchenradio: Kirche setzt auf Themen, die vor allem der Privatfunk sonst nicht bringe.

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Ein Gott, der nicht spricht

Ein Gedanke zur beginnenden Arbeitswoche: Benedikt XVI. über das religiöse Leben in den deutschsprachigen Ländern.

Viele Menschen folgten einer nachgiebigen religiösen Auffassung. An die Stelle des personalen Gottes trete ein unbestimmtes Höchstes Wesen, das „nur eine vage Beziehung zum persönlichen Leben des Menschen hat.“ Die Aufgabe dieses Glaubens an einen persönlichen Gott habe aber einen Gott zur folge, der nicht mehr erkenne, spreche oder höre, und der auch keinen Willen habe. „Wenn Gott keinen Willen hat, dann ist Gut und Böse letztlich nicht mehr zu unterscheiden. Gut und Böse stehen nicht mehr im Widerspruch zueinander, sondern sind nur ein Gegensatz, in dem beide Elemente komplementär sind“, so der Papst.

(Ansprache im September 2010 an den damals neuen deutschen Botschafter im Vatikan, Walter Jürgen Schmid)

 

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Der Dom und die toten Kaiser

Das Kaiserrelief im Dom zu Speyer, zu sehen sind Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V.

Kaiserrelief im Dom zu Speyer: Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V.

Die Mächtigen dieser Erde suchen die Nähe zur Allmacht. Auf der Suche nach Legitimation in den ständigen Veränderungen der Welt binden sie diese an den einzigen unwandelbar Mächtigen der Welt, an Gott. Und so finden sich im Kaiserdom zu Speyer, der an diesem Sonntag 950 Jahre geweiht ist, Kaisergräber.

Nun will ich auf keinen Fall Urteile fällen über den persönlichen Glauben der Herren. Trotzdem fragen wir uns heute doch, wo denn all die anderen Gläubigen sind, die keine Macht hatten. Jedenfalls nicht in der wunderschönen Krypta unter dem Dom, einem der schönsten Räume, die ich kenne. Und diese Frage ist nicht nur aus political correctness gestellt. Warum erfahren diese Herren soviel christliche Aufmerksamkeit? Wie halten wir es mit dieser Nähe von Macht und Kirche? Weiterlesen

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Gerhard Richters Heisenbergkunst

Es ist Kunst, die irgendwie Scheu hat, ihr Objekt anzufassen. Un-Klar, un-deutlich, aber dann doch sichtbar und darstellend. Es sind die Bilder von Gerhard Richter. Im Sommer war eine Ausstellung im Bucerius-Kunstforum zu sehen, ab dem 6. Oktober dann in der Tate Modern in London. Für eine Buchbesprechung habe ich heute den Katalog zur Ausstellung in die Hand bekommen.

Von Gerhard Richter stammt das jüngste Großfenster im Hohen Dom zu Köln. Das ist das Mindeste, was man von ihm kennt. Von ihm stammen viele Bilder von Mutter und Kind, die Madonnendarstellungen durch die Jahrhunderte finden sich in ihnen wieder. Das war mein Zugang zu ihm.

Richter ist ein beunruhigender Künstler. Wer seine Foto-Gemälde-Bilder schon einmal im Original gesehen hat, kennt den Effekt der Klarheit aus der Ferne. Je näher man aber dem Bild kommt, desto unklarer wird es. Von ganz nah ist schon nicht mehr zu erkennen, was das sein soll. Heisenbergsche Unschärferelation der Kunst (ich bitte Physiker, nicht allzu sehr gegen diese Metapher zu protestieren). Weiterlesen

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Der Papst und seine Kirche

Blick auf die Jugendlichen, Backstage

Die Vigilfeier in Freiburg, 24. September

Radio Vatikan betreibt eine Nachlese zum Papstbesuch in Deutschland. Die Texte dazu stelle ich in diesen Tagen ins Netz. Die dritte Nachlese ist vom Kollegen Stefan von Kempis:

 

 

 

 

 

Für die Ökumene hatte er, wie er selber sagte, keine Gastgeschenke mitgebracht. Aber für seine eigene Kirche schon: Benedikt XVI. hinterließ der deutschen katholischen Kirche, aus der er kommt, einen ganzen Packen von Ratschlägen, Kritiken und Ermutigungen. Das Paket wird zusammengehalten von einem Faden namens „Entweltlichung“. Nicht alle sind begeistert von diesem Gastgeschenk des Papstes – aber wie sagt der Geistliche und Vatikanberater Wilhelm Imkamp aus dem Bistum Augsburg: „Der Papst ist ja nicht der Aushilfskellner, der für einen Lieferservice Bestellungen abarbeitet. Und zweitens sind geteilte Reaktionen eigentlich positiv: Das Schlimmste, was dem Papst und der Kirche überhaupt passieren kann, ist, dass ihre Worte und ihre Botschaft im Zeitgeistlob ersäuft werden und sozusagen zu Tode gelobt werden“ (in einem Interview mit dem Domradio Köln). Der Papst und seine deutsche Kirche: Machen wir das Paket mal auf, und schauen wir hinein. Weiterlesen

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Der Papst und die Neuevangelisierung

Papst Benedikt XVI. fährt im Papamobil im Olympiastadion Berlin ein

Olympiastadion Berlin, 22. Sept 2011

Radio Vatikan betreibt eine Nachlese zum Papstbesuch in Deutschland. Die Texte dazu stelle ich in diesen Tagen ins Netz. Die zweite Nachlese ist von der Kollegin Anne Preckel:

 

 

 

 

Neuevangelisierung: Neben der Ökumene hat der Papst die Stärkung des Glaubens im christlich geprägten Deutschland – denn das ist mit Neuevangelisierung gemeint – im Vorfeld seiner Reise als Hauptanliegen herausgestellt. Wenige Tage vor Abfahrt sagt Benedikt XVI. im „Wort zum Sonntag“, ausgestrahlt im Ersten Deutschen Fernsehen:

„All dies ist nicht religiöser Tourismus, und noch weniger eine Show. Worum es geht, sagt das Leitwort dieser Tage: ‚Wo Gott ist, da ist Zukunft’. Es soll darum gehen, dass Gott wieder in unser Blickfeld tritt, der so oft ganz abwesende Gott, dessen wir doch so sehr bedürfen.“ Weiterlesen

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Sprechen Sie Katholisch?

Das Funkhaus von Radio Vatikan, von der Engelsburg aus gesehen

Das Funkhaus von Radio Vatikan, Rom

Dieser Blog ist der erste, den Radio Vatikan produziert. Aber – standing on the shoulder of giants – er nutzt die Tradition, die der Sender hat. 80 Jahre alt wird Radio Vatikan in diesem Jahr, die Gelegenheit zur Feier bietet unser Patronatsfest. Denn der Erzengel Gabriel ist nicht nur der Schutzpatron der Müllmänner, Diplomaten und Zusteller, sondern auch der Radiosprecher.

Die Linie, die man vielleicht von der ersten Sendung am 12. Februar 1931 bis zu einer modernen Kommunikationsform wie einem Blog ziehen kann, kann man ja mal in die Zukunft verlängern. Und was dann?

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat in seiner Predigt bei der Festmesse heute morgen unter freiem und sonnenstrahlendem Himmel diese Dynamik aufgegriffen:

„Die Aufgabe der Kirche besteht darin, die Umstände zu schaffen, damit die Menschen Christus begegnen, damit jeder Mensch in ihm leben kann, in wahrem Frieden und in wahrer Freude. Die Medien arbeiten an dieser Aufgabe mit und sind aufgerufen, mit Mut der Wahrheit zu dienen. Zu helfen, dass die Öffentlichkeit die Tatsachen aus der Sicht des Evangeliums sehen kann. Es geht darum, die Grundsätze des Glaubens darzustellen, die über jede ideologische Vision hinaus gehen und jede Berechtigung haben müssen, im öffentlichen Diskurs zu stehen.“ Weiterlesen

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Nicht verschiebbare Bühnenbilder: Die Kirche und die Medien

Über dieses Spannungsfeld reden könnte ich stunden- und seitenlang. Auf einen Artikel komprimiert habe ich es auf den Seiten 29 – 31 hier.

 

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Der Papst und das Konzil

Das Zweite Vatikanische Konzil ist der Ideengeber des Papstes. Viele Kommentatoren würden das verneinen, aber gerade bei den letzten Ansprachen Benedikt XVI. in Deutschland war das mit Händen zu greifen. Lumen Gentium sei in Länge zitiert worden, meine Bischof Hanke zu erkennen. Darauf habe ich mich hingesetzt und ein wenig gestöbert. In Gaudium et Spes, der Pastoralkonstitution des Konzils, bin ich als erstes fündig geworden. Das ist zwar nicht wirklich erstaunlich, aber interessant finde ich es allemal. Es geht um das Verhältnis von Staat und Kirche, vor allem aber auch um die vom Papst angesprochenen Privilegien.

 

Gaudium et Spes, Nr. 76:

Sehr wichtig ist besonders in einer pluralistischen Gesellschaft, dass man das Verhältnis zwischen der politischen Gemeinschaft und der Kirche richtig sieht, so dass zwischen dem, was die Christen als Einzelne oder im Verbund im eigenen Namen als Staatsbürger, die von ihrem christlichen Gewissen geleitet werden, und dem, was sie im Namen der Kirche zusammen mit ihren Hirten tun, klar unterschieden wird. Die Kirche, die in keiner Weise hinsichtlich ihrer Aufgabe und Zuständigkeit mit der politischen Gemeinschaft verwechselt werden darf noch auch an irgendein politisches System gebunden ist, ist zugleich Zeichen und Schutz der Transzendenz der menschlichen Person. Die politische Gemeinschaft und die Kirche sind auf je ihrem Gebiet voneinander unabhängig und autonom. Weiterlesen

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Der Papst und die Politik

Papst Benedikt und Präsident Wulff bei den Begrüßungsansprachen im Garten von Schloss Belvue

Die Begrüßung des Papstes durch den Bundespräsidenten

Radio Vatikan betreibt eine Nachlese zum Papstbesuch in Deutschland. Die Texte dazu stelle ich in den nächsten Tagen ins Netz. Die erste Nachlese ist vom Kollegen Alex Kofler und bezieht sich auf den Papst und die Politik:

 

 

 

Schoss Bellvue

Der Papst stellte schon am ersten Tag seiner Reise vor dem Schloss Bellevue in Berlin, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, klar, dass er nicht, wie es andere Staatsmänner zu Recht tun, nur politische und wirtschaftliche Ziele verfolge. Bei seiner ersten Rede auf deutschem Boden deutete Benedikt an, dass es ihm um die Grundsätze geht, auf denen auch die deutsche Gesellschaft fußt.

„Der Religion gegenüber erleben wir eine zunehmende Gleichgültigkeit in der Gesellschaft, die bei ihren Entscheidungen die Wahrheitsfrage eher als ein Hindernis ansieht und statt dessen Nützlichkeitserwägungen den Vorrang gibt. Es bedarf aber für unser Zusammenleben einer verbindlichen Basis, sonst lebt jeder nur noch seinen Individualismus.“ Weiterlesen

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