Achtsamkeit und brüderliche Zurechtweisung: Die Fastenbotschaft des Papstes

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Vorbereitung. Sie hat ohne den Blick auf Ostern keinen Sinn. Noch so viel Verzicht und Besserwerden geht ins Leere, wenn die Perspektive auf Ostern nicht stimmt. Papst Benedikt XVI. verfasst – wie auch seine Vorgänger – zu jedem Jahr eine Fastenbotschaft, eine Meditation und geistliche Lektüre, in diesem Jahr zu einem Vers auf dem Hebräerbrief: „Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen.“ (Hebr 10,24).

Es ist ein biblischer Text, eine exegetische Auslegung ganz in der Art und Weise, wie der Papst seine Jesus-Bücher verfasst hat: Die Heilige Schrift lesen in der Gemeinde, für den gemeinsamen Glauben. In dem vom Papst gewählten Teil des Briefes geht es darum, Jesus dem Hohepriester zu vertrauen, da er uns Vergebung und Zugang zu Gott erwirkt hat. Die Verse dieses Abschnittes geben an, wie sich dieses Vertrauen in unserem Leben entfaltet:

„Es geht darum, dass wir „mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens“ zum Herrn hintreten (V. 22), dass wir „an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten“ (V. 23), in dem ständigen Bemühen, gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern „die Liebe und gute Taten“ zu wirken (V. 24).“ Die drei göttlichen Tugenden, so der Papst, werden ergänzt durch die Teilnahme am Gottesdienst und das gemeinsame Ziel: Die volle Gemeinschaft in Gott (V.25). Weiterlesen

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Kein Seitensprung

Ich weiß nicht, ob es was mit Fasten zu tun hat oder Karnevall, aber diese Seite finde ich interessant: Statt-seitensprung.de. Dieser Blog wird darauf zurück kommen.

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Kardinal Rainer Maria Woelki

Papst Benedikt überreicht Kardinal Weolki den Ring

Konsistorium - Die Überreichung des Kardinalsringes (c) Osservatore Romano

 

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Der falsche Film

P Hagenkord im Interview mit Erzbischof Rainer Maria Woelki

Für Radio Vatikan, den BR und das ZDF

Erzbischof Rainer Maria Woelki, noch nicht Kardinal, über römische Perspektiven, Streit in der deutschen Kirche und wie es ist, im falschen Film zu sein.

http://212.77.9.15/audiomp3/00302455
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Es war einmal in Berlin

Es wird Zeit, sich mit einigen Tagen Abstand um die Entscheidung des Gerichts Berlin Tiergarten zu kümmern, das in den Zeitungen wenig, in unserer Blogosphere aber viel Resonanz ausgelöst hat. Ein Blogger hatte im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einem Eintrag über Kardinal Joachim Meisner die katholische Kirche als „Kinderficker-Sekte“ bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft war tätig geworden, weil sie darin eine „Störung des öffentlichen Friedens“ sah, wie das Gesetz es formuliert.

Eine Richterin hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, eine Störung sei nicht zu erkennen. Der juristische Prozess ist noch nicht abgeschlossen, die Staatsanwaltschaft kann Einspruch einlegen, aber das ist ein anderes Thema.

Was für eine Häme die Berichterstattung darüber im Netz ausgelöst hat! Bis auf einige Seiten, die sich zwar als katholisch Bezeichnen, mit Christentum aber nichts zu tun haben, habe ich von kirchlicher oder glaubender Seite noch nie solch herabwürdigende Häme Nichtglaubenden gegenüber gehört oder gelesen.

Die Richterin zitierte die Fälle von Missbrauch in der Kirche und das verloren gegangene Vertrauen in die Institution, das habe alles auch mit der Verantwortung der Kirche zu tun. Das ist alles richtig. Es mag sogar stimmen, dass Beschimpfungen nach solchen Ereignissen im gewissen Maß zu erwarten und zu ertragen sind, ohne gleich als Störung des öffentlichen Friedens gelten zu müssen. Weiterlesen

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Auch im Tod geborgen

Das Gebet aus Leid und Not: Noch einmal sprach Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch über das Beten Jesu am Kreuz. Eine Perspektive der Vergebung und der Hoffnung auf Gnade ergebe sich hier, wir fallen auch im Tod nie aus der Hand Gottes.

 

Die Worte des Papstes:

Bei der vorigen Audienz habe ich begonnen, über das Gebet Jesu am Kreuz zu sprechen. Heute möchte ich mit Ihnen die drei Worte betrachten, die der Evangelist Lukas vom Gekreuzigten überliefert hat. Das erste davon ist die Vergebungsbitte des Herrn für seine Henker: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (23,34). Jesus selbst vollzieht, was er lehrt: „Liebt eure Feinde; … betet für die, die euch misshandeln“ Weiterlesen

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Integrationsdebatte und Religion: Mehr Christentum, bitte!

Der Vatikan ist nun wirklich kein Ort, an dem es zu wenig inhaltsreiche Ansprachen gibt. Aber an diesem Dienstag gab es eine ganz besondere: Baroness Sayeeda Warsi, Mitglied des britischen Oberhauses, Mitglied im Kabinett David Cameron, erste Muslima in der Führung der konservativen Partei, gab eine Rede vor Studenten an der päpstlichen Diplomatenschule. Es gibt um die Rolle von Religion und Gesellschaft, um das Christentum und Europa.

Was die Muslima den Christen ins Stammbuch schrieb, war beeindruckend. „Europa müsse mehr Vertrauen in sein Christentum haben“. Sie diene als Abgeordnete „einem christlichen Land.“ Und das alles sei dem Glauben nicht abträglich, auch ihrem eigenen als Muslima nicht. Ganz im Gegenteil.

Ein eindrücklicher Beitrag zur Integrationsdebatte: Nur ein starker eigener Glaube lasse die Angst vor dem Glauben anderer, ja vor dem Anderen selbst abnehmen. Das Abschleifen der eigenen Identität sei genau der falsche Weg.

Sie selber habe ganz bewusst ihre muslimisch erzogene Tochter auf eine christliche Schule geschickt, schließlich sei Großbritannien ein christliches Land, mit christlichem Erbe und christlichen Werten. Das habe den Glauben ihrer heranwachsenden Tochter gestärkt, einen britischen Islam.

Religionen, so Warsi, spiegelten immer die Kultur des Landes wieder, in dem sie gelebt werden, und das sei auch gut so. Deswegen brauche Europa ein Christentum mit mehr Selbstvertrauen. Nur wer den eigenen Glauben ernst nehme, könne das auch mit dem Glauben des Nächsten tun.

Über eine Stunde sprach sie vor den angehenden Diplomaten über die Akzeptanz des Anderen, die über bloße Tolerierung hinausginge, über die Stärke kultureller Werte, die in Europa immer auch die Stärke religiöser Werte sei, und über die Gefahr, die eigene Geschichte verdrängen zu wollen.

„Um sicher zu stellen, dass der Glaube seinen eigenen Ort in der Öffentlichkeit hat und dass der Frieden in der Gesellschaft gefördert wird, müssen sich Menschen ihrer religiösen Identität sicherer werden, überzeugter in ihrem Glauben. Das bedeutet in der Praxis, dass Glauben nicht verwässert wird und Nationen ihr religiöses Erbe nicht verleugnen. Um diesen Gedanken zu Ende zu führen: Europa muss sich seines Christentums sicherer werden.“

Mehr dazu hier

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Vatileaks

Pater Federico Lombardi, Pressesprecher des Papstes, bei einer Pressekonferenz

Pater Federico Lombardi

Gelassenheit bei Verwirrung – Das ist der Ratschlag des Vatikansprechers angesichts der vielen Dokumente, die in der letzten Zeit aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit kamen und auf eine Weise von den Medien behandelt wurden, die den Titel „sorgfältige Berichterstattung“ nicht wirklich verdienen. Er nennt es „moralische Rohheit“; „mangelnde Wahrheitsliebe“, aber gleichzeitig gibt es eben auch die Mahnung zur Gelassenheit. Gudrun Sailer hat den Text zusammen gefasst.

 

„Vatileaks“ – so nennt Papstsprecher Pater Federico Lombardi die Tatsache, dass in letzter Zeit immer mehr interne Dokumente aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gelangen und dort einerseits zu aufgeregter Berichterstattung, andererseits zu großer Verwirrung führen und den Vatikan in ein schlechtes Licht rücken. Die Verantwortung dafür liegt auf beiden Seiten, schreibt Lombardi an diesem Dienstag in einer Note für Radio Vatikan: Bei jenen, die solche internen Informationen „auf illoyale Weise“ nach außen tragen, und bei den Medien, die sie „für Zwecke benutzen, die sicher nicht die reine Liebe zur Wahrheit sind“.

Lombardi nennt drei jüngere Fälle: Zum einen ging es um die wirtschaftlichen Gebarungen am Governatorat, das viele der weltlichen Güter des Vatikans verwaltet. Weiterlesen

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Caveat Emptor

Der Kollege John Allen, ein us-amerikanischer Vaticanista, hat einen bemerkenswerten Artikel auf seine Webseite gestellt: Finding the ‚new’ in Vatican News. Wie finde ich die Neuigkeiten in den Nachrichten über den Vatikan?

Wie bei allen Artikeln oder Büchern von Allen teile ich seine Schlussfolgerungen nicht in allem, aber einige Beobachtungen sind treffend. Vor allem die, dass es für Außenseiter schwer ist, das wirklich „Neue“ im Vatikan zu identifizieren. Und ich möchte hinzufügen: Das „Neue“ von der Lieblingsbeschäftigung hiesiger Journalisten zu trennen: Der Kaffeesatzleserei.

Und damit meine ich gar nicht einmal die absurden Geschichten von angeblichen Mordkomplotten, ich meine das Gemunkel zur Frage, wer welchen Posten bekommen könnte und was genau nun diese oder jene Äußerung wieder bedeute. Oder natürlich auch die Geschichte, die man gerne glaubt, ganz gleich, was an ihnen wirklich dran sein könnte.

Caveat Emptor: Die Verantwortung liegt beim Käufer, grob übersetzt. Oder noch loser übersetzt: Wer das alles glaubt, wer seine Wahrnehmung des Vatikan von allerlei Kaffeesatz prägen lässt, ist letztlich selber schuld. Weiterlesen

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„Anhand von Texten gnadenlos fragen”: Ein Gespräch mit Klaus Berger

Jesus, Gesicht einer Holzfigur„Die Theologen selber haben alles getan, um Jesus verschwinden zu lassen, indem sie ihn bestenfalls einen Sozialrevolutionär haben werden lassen, oder einen Bauernführer, da sind die abenteuerlichsten Jesusbilder entstanden. Die Flut der Jesusliteratur war kein Segen, sondern hat die Menschen noch einmal tiefgreifend verwirrt.“

Professor Klaus Berger ist einer der kantigsten Exegeten deutscher Zunge, berühmt ist sein Jesus Buch, das er als Ergebnis eines Lebens der Forschung für Jesus-Sucher geschrieben hat, berühmt ist auch seine Sammlung von Evangelientexten und anderen frühchristlichen Schriften in neuer Übersetzung und neuer zeitlicher Ordnung. Er war und ist nie um Meinung und Aussage verlegen. Er ist außerdem Familiar im Zisterzienserorden, also auch dem Ordensleben verbunden. Die italienische Bischofskonferenz hat ihn für eine dreitägige Konferenz nach Rom unter dem Titel „Der gegenwärtige Jesus“ eingeladen, eine Gelegenheit für ein Gespräch über Exegese und Schrift, über Jesus und den modernen Menschen und über störende Jesusbilder.

 

„Es herrscht ein bestimmtes Jesusbild vor, dass immer noch den Schlafzimmern des 20. Jahrhunderts entstammt: Jesus als Vegetarier, als Pazifist, als der Mensch, den man eigentlich nicht ganz ernst nehmen darf, dem man auf die Schulter klopft und sagt: Du hast es auch nicht besser gewusst, Kollege. So gehen moderne Menschen mit Jesus um, indem sie ihn einfach nicht für voll nehmen.“ Weiterlesen

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