„Denkt nicht, dass ich Werbung mache“

Piazza Pio XII, vor dem Petersplatz, beim Angelusgebet

Piazza Pio XII, vor dem Petersplatz, beim Angelusgebet

Papst Franziskus sagt, dass es keine Werbung sei, wenn er über ein Buch spricht. Also gut, da es keine Werbung ist, bringe ich diese Nichtwerbung-Werbung gerne in meinem Blog. Aus dem Angelus von heute:

 

„In diesen Tagen habe ich ein Buch eines Kardinals lesen können, von Kardinal Kasper, der ein großartiger Theologe ist, über die Barmherzigkeit. Und dieses Buch hat mir sehr gut getan – denkt aber nicht, dass ich Werbung für die Bücher meiner Kardinäle mache, so ist das nicht – aber es hat mir sehr gut getan. Kardinal Kasper sagte, dass das Spüren der Barmherzigkeit, dieses Wort, alles ändert, es ist das Beste, was wir spüren können. Es ändert die Welt, ein wenig Barmherzigkeit macht die Welt weniger kalt und gerechter. Wir müssen die Barmherzigkeit Gottes gut verstehen, dieses barmherzigen Vaters, der soviel Geduld hat. Denken wir an die Worte des Propheten Jesaja, der feststellt, dass auch, wenn unsere Sünden rot wären wie Scharlach, die Liebe Gottes sie weiß machen würde wie den Schnee. Das ist das Schöne an der Barmherzigkeit.“

Das Buch

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„Von der Basis nach oben“

Kardinal Jorge Mario Bergoglio, heute Papst Franziskus, im Interview

 

„Einer der ersten Kirchenväter schrieb, dass der Heilige Geist „ipse harmonia est“: er selbst ist Harmonie. Er allein ist zugleich Urheber der Einheit und der Vielfalt. Der Geist allein bewirkt Verschiedenheit, Vielfalt, und gleichzeitig Einheit. Denn wenn wir es sind, die Verschiedenheit machen, kommt es zu Schismen, und wenn wir es sind, die die Einheit wollen, kommt es zur Uniformität und Gleichschaltung.“

 

Worte von Kardinal Jorge Maria Bergoglio, geäußert in einem Interview in der inzwischen eingestellten katholischen Zeitschrift „30 Tage in Kirche und Welt“, im italienischen Original einfach nur 30Tage genannt. 2007 hatte er der Zeitschrift ein Interview gegeben, das mit folgendem Satz eingeleitet wird: „Lesen Sie hier, was er uns in seiner so einprägsamen und blumigen Ausdrucksweise erzählt, mit der er seine Zuhörer zu überraschen und in seinen Bann zu ziehen versteht.“

30Tage, eine 2012 eingestellte katholische Zeitschrift

30Tage, eine 2012 eingestellte katholische Zeitschrift

Zunächst geht es um das Dokument von Aparecida, der Bischofsversammlung Lateinamerikas, das ich hier schon einmal vorgestellt habe. Er beschreibt die Grundlagen dieses Dokumentes mit „von der Basis nach oben“; die Bischöfe hätten ohne Vorgaben und offen zusammengearbeitet und das Dokument sei so gewachsen. Kardinal Bergoglio ging es damals in dem Interview vor allem um die Frage der Verkündigung; um das, was wir heute Neuevangelisierung nennen.

 

„Das Ausharren im Glauben impliziert das Hinausgehen. Denn gerade dadurch, dass man im Herrn bleibt, geht man aus sich selbst heraus. Paradoxerweise gerade dann, wenn man bleibt, ändert man sich, weil man gläubig ist. Man bleibt nicht gläubig, wenn man wie die Traditionalisten oder die Fundamentalisten am Buchstaben klebt. Treue ist immer Änderung, Aufkeimen, Wachstum. Der Herr bewirkt eine Änderung in dem, der ihm treu ist. Das ist die katholische Glaubenslehre. Der hl. Vinzenz von Lerins zieht den Vergleich zwischen der biologischen Entwicklung der Person, zwischen der Person, die wächst, und der Tradition, die durch Vermitteln des depositum fidei von einer Epoche zur anderen wächst und sich im Laufe der Zeit konsolidiert: ,Ut annis scilicet consolidetur, dilatetur tempore, sublimetur aetate‘.“

 

Treue ist immer Änderung, Aufkeimen, Wachstum

 

Bei dem Interview ging es um das Konsistorium von 2007, zu dem der Kardinal nach Rom gekommen war, an dem er aber wegen einer Ischiasnerv-Entzündung dann doch nicht teilnehmen konnte. Er habe aber schon gewusst, was er hätte sagen wollen:

 

„Das heißt, ich hätte vielleicht zwei Dinge angesprochen, die man in diesem Moment am meisten braucht: Barmherzigkeit und nochmals Barmherzigkeit und apostolischen Mut.“ Weiterlesen

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Die Schriften des heiligen Franziskus

Aus gegebenem Anlass stelle ich hier noch einmal einen Buchtipp ein, den ich vor einigen Jahren gemacht habe: Franziskus-Quellen, ediert von Dieter Berg und Leonhard Lehmann.

 

Franziskus-Fresco in Subiaco

Franziskus-Fresco in Subiaco

Was wissen wir eigentlich vom heiligen Franz von Assisi? Die meisten von uns, dass er ein Heiliger war, ein Armer, ein Charismatiker, vielleicht sogar ein Radikaler, was Besitzlosigkeit der Kirche um der Nachfolge Jesu Christi willen angeht. Dass er ein Troubadour war, ein Dichter, dass er mit Tieren sprach, dass er die Stigmata am eigenen Leib trug. Aber vor allem, dass er einer der wichtigsten Heiligen war, den die Kirche jemals hatte, dass er die Nachfolge Christi auf so ganz andere Art vorgelebt hat, dass sie nachvollziehbar wurde und auch noch ist, denn unaktuell ist der Heilige keineswegs.

 

Aber wer hat schon einmal den heiligen Franz gelesen? Die geistlichen Schätze, die in den Gebeten und Meditationen, in den Ermahnungen und Briefen, in all den kleineren und größeren Texten versammelt sind?

 

Kleinere Sammlungen gibt es, aber vieles steckt eben nicht in den allbekannten, sondern in den wenig gelesenen Texten. Die franziskanische Ordensfamilie hat einen Band vorgelegt, in dem alle diese Schriften des heiligen Franziskus versammelt sind. Kritisch ediert und mit Kommentaren und Literatur versehen kann sich hier dem heiligen Franz nähern, wer mehr lesen und erkennen möchten. Das Ganze hat aber auch seinen Preis, fast 100 € kostet das Werk.

Ebenfalls enthalten sind frühe Lebensbeschreibungen und Chroniken, die das Umfeld des großen Mystikers, Dichters und geistlichen Lehrers erschließen. Aber auch die Klassiker, wie etwa der Sonnengesang und die Meditation zum Vaterunser sind vollständig ediert. Ein Buch zum Studium, aber auch zur geistlichen Lektüre.

 

Das Buch ist im Verlag Butzon & Bercker erschienen, es ist 1.997 Seiten stark und kostet 98 €.

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Erklärung eines Jesuiten zu Bergoglio, Junta und Verfolgung

Die Militärjunta in Argentinien: Plötzlich ist sie wieder auf der Tagesordnung. Nachdem der BR meinte, einen Jesuiten um Papstkritiker erklären zu müssen und ihm das Gefühl unterstellte, vom damaligen Provinzialoberen verraten worden zu sein – was der BR dann tunlichst zu belegen unterlässt – veröffentlicht dieser Pater nun eine Stellungnahme. Es ist Franz Jalics SJ, ungarischer Nationalität und derzeit als Exerzitienbegleiter in Deutschland tätig.

Die Erklärung im Wortlaut:

 

Seit 1957 lebte ich in Buenos Aires. Im Jahre 1974, vom inneren Wunsch bewegt das Evangelium zu leben und auf die schreckliche Armut aufmerksam zu machen, und mit der Erlaubnis von Erzbischof Aramburu und den damaligen Provinzial P. Jorge Mario Bergoglio bin ich gemeinsam mit einen Mitbruder in eine „Favela“, ein Elendsviertel der Stadt, gezogen. Von dort aus haben wir unsere Lehrtätigkeit an der Universität fortgesetzt.

In der damaligen bürgerkriegsähnlichen Situation wurden von der Militärjunta binnen ein bis zwei Jahren ungefähr 30.000 Menschen, linksgerichtete Guerillas wie auch unschuldige Zivilisten, umgebracht. Wir zwei im Elendsviertel hatten weder mit der Junta noch mit den Guerilla Kontakt. Durch den damaligen Informationsmangel bedingt und durch gezielte Fehlinformationen war jedoch unsere Lage auch innerkirchlich missverständlich. In dieser Zeit haben wir die Verbindung zu einem unserer Laienmitarbeiter verloren, als die Person sich den Guerillas angeschlossen hatte. Nachdem er neun Monate später von den Soldaten der Junta gefangengenommen und verhört wurde, haben diese erfahren, dass er mit uns in Verbindung stand. In der Annahme, dass auch wir mit den Guerilla zu tun haben, wurden wir verhaftet. Weiterlesen

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Camminare – edificare – confessare

Franziskus erste predigtOhne respektlos sein zu wollen: Die erste Predigt des Papstes hätte genau so in einer Pfarrei gehalten werden können. Es war eine Predigt. Gestern Abend feierte er mit den 114 Wahl-Kardinälen die Messe zum Ende des Konklaves. Wir werden noch lange die wunderbare Sprache und die theologische Tiefe Benedikt XVI. vermissen, aber gestern haben wir bereits einen ganz neuen Ton gehört. Pastoral und sehr direkt.

Stehend, ohne Mitra, frei sprechend: Es sind nicht nur Stilwechsel, die sich in den ersten Tagen dieses Pontifikates zeigen. Vieles bleibt für Beobachter unverständlich, ist im Vatikan und in der Kirche vieles Symbolsprache, die immer weniger Menschen verstehen.

Um so interessanter ist es, dass Franziskus gewillt scheint, von diesen Symbolen weniger gebrauch zu machen.

Auf dem Weg sein, aufbauen und bekennen, und das alles im Zeichen des Gekreuzigten. Ich möchte das nicht überbewerten, aber mir scheint das ein guter geistlicher Anfang für das Pontifikat.

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Stellungnahme des Jesuitenordens

P Nicolás, Generaloberer der Gesellschaft Jesu

P Nicolás, Generaloberer der Gesellschaft Jesu

Der Generalobere des Jesuitenordens zur Wahl von Jorge M. Bergoglio zum Papst (inoffizielle Übersetzung).

 

Im Namen der Gesellschaft Jesu [offizieller Name des Jesuitenordens, Anm. d. Red] danke ich Gott für die Wahl des neuen Papstes, des Kardinals Jorge Mario Bergoglio S.J., die für die Kirche einen Schritt voller Hoffnung eröffnet.

Wir Jesuiten begleiten alle unseren Mitbruder im Gebet und wir danken ihm für seine Selbstlosigkeit, mit der er die Verantwortung für die Leitung der Kirche in einem bedeutsamen Augenblick übernommen hat. Der Name „Franziskus“, unter dem er fortan genannt wird, erinnert an seine dem Geist des Evangeliums gemäße Nähe zu den Armen, seine Identifizierung mit den einfachen Menschen und seine Bemühungen für eine Erneuerung der Kirche. Vom ersten Moment an, in dem er sich dem Volk Gottes gezeigt hat, hat er sichtbar Zeugnis abgelegt von seiner Anspruchslosigkeit, seiner Demut, seiner pastoralen Erfahrung und tiefen Spiritualität. Weiterlesen

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Welche Schublade für Franziskus?

Papst Franziskus am ersten Tag seines Pontifikates

Papst Franziskus am ersten Tag seines Pontifikates

Das Ofenrohr in der Sixtinischen Kapelle war noch nicht kalt, da war der Kampf um die Deutungshoheit schon im vollen Gang. Drauflos wurde erklärt, was da im Konklave, im Vatikan und unter den Kardinälen passiert sei.

Holen wir mal etwas Luft. Franziskus ist noch nicht 24 Stunden Papst. Er hat durch seine Namenswahl und sein Auftreten ganz starke Aussagen gemacht, auch die Gebetsbitte für sich und seinen Vorgänger waren geistliche Zeichen auf sein Pontifikat hin.

Es wird sich viel ändern, er wird viel ändern. Und auch wir müssen uns ändern. Dringend.

Zum ersten hat uns Franziskus bewiesen, dass unsere Kategorien von „konservativ“ und „progressiv“ nicht mehr stimmen. Es ist ja ein altes Lied auf diesem Blog, aber ich stimme es noch einmal an: Was wir in unserer Kirche und nicht nur da unter diesen Begriffen verstehen, trifft schon längst nicht mehr die Realität.

 

Begriffe, die Probleme schaffen, nicht lösen

 

Und genau das ist das Problem mit diesen Kategorien: Sie sollen uns helfen, zu verstehen, verwirren aber nur noch. Sie ver-unmöglichen es, zu sehen. Sie verstellen den Blick.

Wenn man zum Beispiel den Einsatz für Gerechtigkeit, das Anprangern von Ausbeutung etc. sieht, dann muss man ihn einen fortschrittlichen Papst nennen. Wenn man seine moraltheologischen Ansichten zitiert, dann wird jeder deutschsprachige Journalist ihn einen Konservativen nennen. Das Ergebnis: Eine gespaltene Persönlichkeit. Weiterlesen

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Franziskus

Nach dem Ordensgründer Benedikt ist nun also der Ordensgründer Franziskus, und das auch noch für einen Ordensmann als Papst.

Es ist ein wirklicher Wandel, den wir hier sehen. Menschlich wie der Abschied Benedikt XVI., aber ganz neu im Stil. Wie der Wechsel von Johannes Paul zu Benedikt ist auch dieser ein Bruch. Aber jetzt kommt ein neuer Kontinent.

Ich bin völlig sprachlos ob dieser Namenswahl. Das ist eine klare Ansage: Radikale Christusnachfolge, Option für die Armen, Einsatz für Gottes Schöpfung. Das erste mal seit Jahrhunderten ein neuer Name, das ist Programm.

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Die Dynamik des Wählens

Etwas geschockt war ich schon, als Tagesschau.de mich per Eilmeldung auf meinem Smartphone darauf hinwies: Konklave – Erster Wahlgang gescheitet. Der Artikel auf Sueddeutsche.de fängt genauso an: Der erste Wahlgang ist „gescheitert“.

Der Ofen zum Verbrennen der Wahlzettel

Der Ofen zum Verbrennen der Wahlzettel

Das ist schon ein merkwürdiges Verständnis von demokratischen Prozessen, dass ein nicht Zustandekommen einer Mehrheit im ersten Wahlgang ein „Scheitern“ darstellen soll. Wahlen sind Prozesse, keine ad hoc Sofortereignisse. Wer Entscheidungsprozesse und noch besser Wahlprozesse in kleinen Gruppen kennt, der weiß um die Gruppendynamik, die dabei entsteht.

Man entscheidet sich für A. Dann sieht man, dass A wenig Stimmen hat und muss überlegen, ob man bei A bleibt, den stärkeren Kandidaten B wählt, oder vielleicht C. Und man muss entscheiden, wann man das tut. Und diese Überlegungen stellen im Konklave alle 115 Kardinäle an. Das ist komplex und eine ganz eigene Form von Kommunikation.

Die Entscheidung entwickelt sich auf diese Weise. Der Heilige Geist ist kein Diktator, der Gottes Willen aufdrückt, er will entdeckt werden auf die verschiedensten Weisen, bei der Papstwahl in einem demokratischen Wahlverfahren. Dem muss man Zeit geben.

Was ich an diesen Schnellschuss-Überschriften und plakativen Begriffen wie „Gekungel“, „Machtkampf“ etc. wirklich daneben finde, ist dass sie nicht helfen, zu verstehen. Dafür sind wir Journalisten aber eigentlich da: Zu berichten und zu helfen beim Verstehen dessen, was da abläuft. Das gilt auch für den Wahlprozess. Herumgerate hilft nicht. Weiterlesen

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Einzug ins Konklave

Gebet und Hymnus, der zum Beginn der Wahl gesungen wird: Es ist eine Mischung aus Demokratie und Liturgie und das Liturgische darf man nicht verdrängen.

 

Komm, Heilger Geist, o Schöpfer du,
sprich den bedrängten Seelen zu:
erfüll mit Gnaden, süßer Gast,
das Herz, das du geschaffen hast.

Der du der Tröster bist genannt,
des allerhöchsten Gottes Pfand,
du Liebesglut, du Lebensbronn,
du Herzenslabung, Gnadensonn.

Du siebenfaches Gnadengut,
du Hand des Herrn, die Wunder tut;
du lösest aller Zungen Band,
gibst frei das Wort in alle Land.

Zünd unsern Sinnen an dein Licht,
erfüll uns mit der Liebe Pflicht,
stärk unser schwaches Fleisch und Blut
mit deiner Gottheit Kraft und Glut.

Den Feind aus unsrer Mitte treib,
mit deinem Frieden bei uns bleib,
führ’ uns auf deiner lichten Bahn,
wo uns kein Unheil schaden kann.

Lehr uns den Vater kennen wohl
und wie den Sohn man ehren soll;
im Glauben mache uns bekannt,
wie du von beiden bist gesandt.

Ehr sei dem Vater, unserm Herrn,
und seinem Sohn, dem Lebensstern,
dem Heilgen Geiste gleicherweis,
sei jetzt und ewig Lob und Preis.

 

Übersetzung von Angelus Silesius, 17. Jahrhundert.
Das Orginal nach Gotteslob: Weiterlesen

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