Was von Vatileaks übrig blieb

Vor genau einem Jahr ging es los: Dokumente aus dem engsten Umkreis des Papstes gelangten an die Öffentlichkeit. Zuerst in einer Fernsehsendung des Journalisten Gianluigi Nuzzi, der dann auch später das Buch mit den Dokumenten verfasste, dann auch in Zeitungen.

Seitdem wurde wild spekuliert, wer gegen wen dort Dokumente an die Öffentlichkeit brächte. Bis heute endet jedes Gespräch über diese Affäre immer noch mit dem Eingeständnis mindestens eines der Gesprächsteilnehmer, nicht zu glauben, dass der schließlich verurteilte Paolo Gabriele allein gehandelt habe. Zu verlockend sind all die Spekulationen, zu verlockend sind sie es noch, bis heute.

Das ist das erste, was bleibt: Die Spekulation. Nichts und niemand wird den Verdacht von irgendwelchen Hintermännern oder Intrigen ausräumen können. Und das allein wirkt schon als Bestätigung des Verdachtes: Siehst du, also muss da was dran sein. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Kirche und Medien, Rom, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Praktische Blasphemie

Der Exeget Thomas Söding hat zur gegenwärtigen Debatte um Missbrauch und dessen Aufklärung einen interessanten exegetischen Kommentar geschrieben. Hier ein Auszug:

Was es aufzuarbeiten gilt, ist eine menschliche Katastrophe: missbrauchte Macht, verratenes Vertrauen, ausgenutzte Schwäche. Was es aufzuarbeiten gilt, ist aber auch eine religiöse Katastrophe. Es geht um praktische Blasphemie: Gottes Heiligkeit wird angetastet; sein Wille wird pervertiert, seine Barmherzigkeit wird in den Dreck gezogen.

Das Markusevangelium hat aber (im Spruch vom Mühlstein) nicht nur die Warnung der Jünger vor Missbrauch aufbewahrt; es überliefert auch ein Jesuswort, das den Weg weist, die nötige Aufklärung zu treiben: „Nichts wird geheim gehalten, außer damit es an die Öffentlichkeit kommt“ (Mk 4,22). Es ist von genau derselben religiösen Radikalität und Klarheit wie das schreckliche Wort vom Mühlstein, das doch nur den Schrecken des Missbrauchs im Gewande der Frömmigkeit bannt.

Was offengelegt werden muss, sind die Untaten der Täter, ihre Zahl und Schwere, ihre Ursachen, Erscheinungen und Folgen. Es gibt die These, dass der Zölibat und die Seminarausbildung, die katholische Sexualmoral und der klerikale Korpsgeist die Ursache seien. Es gibt die Gegenthese, dass all dies keine Gründe, keine Motive, keine begünstigenden Umstände seien. Wer hat Recht? Die Antwort ist von ungeheurer Wichtigkeit. Sie kann nur durch unabhängige Forschung gegeben werden.

 

Soweit ein kurzer Auszug, den ganzen Text lesen Sie hier.

Veröffentlicht unter Allgemein, Die deutschsprachige Kirche, Glaube und Gerechtigkeit | Verschlagwortet mit , , , , , , | 19 Kommentare

Das ökumenische Ökumenische Konzil

Foto von Edmund Schlink

Immer wieder gerne mit dem Osservatore Romano abgebildet: Edmund Schlink, der römische Beobachter für die EKD

Sie saßen im Petersdom direkt unter der Kuppel: Als 1962 das zweite Vatikanische Konzil zusammentrat, blickten einige Teilnehmer neidisch auf die Beobachter der anderen christlichen Konfessionen. Es ging unter den Konzilsvätern der Witz um, man wolle aus der katholischen Kirche austreten und dann als Beobachter wieder kommen, dann säße man besser und könne mehr sehen.

Die reformierte Kirche war vertreten, verschiedene orthodoxe, die anglikanische, und natürlich die lutherische. Edmund Schlink saß für die EKD im Zentrum des Geschehens, fleißig und ausführlich berichtete er nach Deutschland, was denn da in Rom so alles vor sich ging. Und das war auch die Absicht von Papst Johannes XXIII., wie Kardinal Kurt Koch erläutert, der Ökumenebeauftragte des Vatikan:

„Papst Johannes XXIII. hatte zwei Ziele für dieses Konzil. Das war erstens die Erneuerung der katholischen Kirche und zweitens die Wiederherstellung der Einheit der Christen. Das Ziel des Konzils war von vornherein ein ökumenisches.“

Um dieses ökumenische Ziel zu erreichen, waren Vertreter anderer christlicher Kirchen eingeladen, und zwar keineswegs versteckt in Logen und abseits des Geschehens, sondern eben direkt unter der Kuppel des Petersdoms, sichtbar für alle.

„Man muss unterscheiden zwischen den offiziellen Beobachtern von den Kirchen, zum Beispiel war der große evangelische Theologe Edmund Schlink ein solcher Beobachter, auf der anderen Seite hat es Gäste gegeben, die nicht im Auftrag von Kirchen dagewesen sind, sondern im persönlichen Namen. So etwa der großartige reformierte Theologe Oscar Cullmann. Die haben sehr positiv gewirkt. Sie haben auch teilnehmen können an den Generalversammlungen in der Basilika, sie haben in den Gruppierungen sehr viel beigetragen und ihre Bemerkungen eingeben können und Papst Johannes XXIII. war es ein ganz wichtiges Anliegen, dass Beobachter und Gäste auch präsent sind.“

 

Einfluss in Rom, Einfluss in Deutschland

 

Edmund Schlink war für die EKD in Rom, aber er hat sich nicht nur am Konzilsgeschehen beteiligt, er hat vor allem auch ausführliche Berichte über das Geschehen in Rom nach Deutschland geschickt. Die EKD nahm das Konzil, dessen Verhandlungen ja vertraulich waren, durch die Linse Edmund Schlink wahr. Aber was genau sollte er dort machen?

„Das ist schwer zu sagen, weil es nämlich keine genaue Arbeitsbeschreibung für Schlink gibt und er sich seine Arbeit selber gestalten konnte“, sagt Margarethe Hopf, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für evangelische Kirchengeschichte in Bonn, die sich wissenschaftlich mit Schlink befasst. In jedem Fall war er aber nicht nur für die EKD wichtig, sondern auch für die Arbeit des Konzils selber. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Die deutschsprachige Kirche, Glaube und Vernunft, Kirche und Medien, Rom, Sprechen von Gott, Theologisches, Vatikan, Zweites Vatikanisches Konzil | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eine Zensur findet nicht statt!

Drei Jahre nach dem Beginn der öffentlichen Debatten um Missbrauch in der katholischen Kirche gibt es erneut Gesprächsstoff: Ein Projekt zur wissenschaftlichen Aufarbeitung, das die deutschen Bischöfe in Auftrag gegeben haben, ist vorerst geplatzt.

Natürlich übernehmen alle Medien erst einmal die Sicht des einen Vertragspartners, des Kriminologen Prof. Pfeiffer: „Angebliche Zensurwünsche der Kirche.“ Das ist sofort glaubwürdig, hat sich die Kirche vor 2010 in Sachen Missbrauch und Aufklärung ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Pfeiffer der gute, die Kirche wie gehabt in der schlechten Rolle. Die Verdachtslogik übernimmt die Stimmung.

Da kann natürlich auch das Justizministerium unter Frau Leutheusser Schnarrenberger nicht still bleiben, man wünscht sich dort eine wissenschaftliche Aufarbeitung auf Basis der Personalakten. Dabei ist immer noch nicht geklärt, wie man mit Datenschutz umgehen will, denn es sollen ja alle Personalakten aller Priester, also zum Beispiel auch die meine, herangezogen werden. Ich habe aber ein Recht auf Vertraulichkeit, gerade in Sachen Personaldaten.

„Es ist ein notwendiger und überfälliger Schritt, dass sich die katholische Kirche öffnet und erstmals kirchenfremden Fachleuten Zugang zu den Kirchenarchiven ermöglicht“, so das Justizministerium heute. Aber genau das ist doch vor zwei Jahren passiert. Die Tatsache, dass es gescheitert ist, heißt ja nicht, dass es nicht versucht wurde. Vielleicht ist das Scheitern ja sogar ein Hinweis darauf, dass diese schnelle und allzu einfache Forderung gar nicht so schnell und einfach umzusetzen ist. Gerade etwa mit Blick auf Vertraulichkeit. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Die deutschsprachige Kirche, Kirche und Medien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 82 Kommentare

Die Unruhe Gottes für uns

Was ist Glauben? Was genau bedeutet das? Wie macht man das oder wie fühlt sich das an? Glauben ist eines dieser Worte, die wir so viel im Munde führen. Wenn wir es dann aber erklären sollen, dann stocken wir und bleiben bei Übersetzungen wie „Vertrauen“ oder „Nichtwissen und doch glauben“. In der Predigt zum Fest Erscheinung des Herrn hat der Papst darüber gesprochen, was und die drei Weisen über das Bischofsamt sagen können, denn es ging in dieser Messe um die Weihe von vier neuen Bischöfen, darunter Georg Gänswein. Wenn wir diesen Vergleich aber einmal herausnehmen, dann bleiben immer noch Sätze übrig, die uns dahin einführen können, was glauben heißt.

 

Unruhe

 

Die Männer, die da ins Unbekannte ausgezogen sind, waren auf jeden Fall Menschen des unruhigen Herzens. Menschen, die die Unruhe nach Gott und nach dem Heil der Welt umtrieb. Wartende Menschen, die sich nicht begnügten mit ihrem gesicherten Einkommen und ihrer wohl ansehnlichen sozialen Stellung. Sie hielten Ausschau nach dem Größeren. Es waren wohl gelehrte Männer, die vieles von den Gestirnen wussten und wohl auch über philosophische Bildung verfügten. Aber sie wollten nicht einfach nur vieles wissen. Sie wollten vor allem das Wesentliche wissen. Sie wollten wissen, wie man es macht, ein Mensch zu sein. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Vernunft, Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Jahr des Glaubens, Rom, Spiritualität / Geistliches Leben, Sprechen von Gott, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 8 Kommentare

Für das Leben

Indien ist in diesen Tagen ein fruchtbarer Boden für Forderungen nach der Todesstrafe. Ein indischer Mitbruder berichtete mir heute Morgen aus indischen Zeitungen, dass einer und wahrscheinlich sogar mehrere der angeklagten Vergewaltiger vor Gericht gefordert hätten, gehängt zu werden. Sie wollten ihren eigenen Tod für den Mord an der jungen Studentin.

Dazu passt, dass in Indien ein Gesetz erwogen wird, das die Todesstrafe nicht nur für Mord, sondern auch für Vergewaltigung vorsieht.

Vielleicht muss es noch einmal gesagt werden: Auch in diesen grausamen Fällen ist das Mittel dagegen nicht das Drehen an der Gewaltschraube. Natürlich geht es auch mir so, dass mir angesichts dieser Gewaltexesse das Ableben der Täter herzlich egal wäre. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen gilt: Wer wirklich die Würde der Frau und das Leben verteidigen will, der kann das nicht mit dem Tod tun. Wer den Wert des menschlichen Lebens in einer gewalttätigen Kultur verankern will, der kann das nur mit Wertschätzung tun, nicht mit Gegengewalt.

Man kann sich nur mit dem Einsatz für das Leben für das Leben einsetzen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Vernunft, Glaube und Welt | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Immer wieder: Katholisch trotz Austritt?

Ab und zu bekommen wir in der Redaktion Anrufe mit der Bitte um Hilfen. So auch heute: Jemand wollte eine vatikanische Kontonummer haben, um seinen „Mitgliedsbeitrag“ für die Kirche nach dem Austritt aus der Körperschaft Kirche direkt an den Vatikan zu überweisen. Auch nach dem Urteil in diesem Fall ist die Frage also scheinbar noch nicht ganz geklärt.

In Freiburg im Breisgau war es Helmut Zapp, pensionierter Kirchenrechtler, der aus der Körperschaft austreten wollte aber gleichzeitig der Kirche gegenüber sagte, er wolle katholisch bleiben. Ähnliche Fälle hatte es zuvor in der Schweiz gegen, und Zapp blieb auch in Deutschland nicht der Einzige, wie der Anruf in unserer Redaktion zeigt.

Der Schauplatz der Entscheidungen ist etwas unglücklich gewählt: Es sind immer wieder die Gerichte, die Klärung schaffen sollen. Zapp bekam erst Recht, dann aber hob der Verwaltungsgerichtshof die Entscheidung auf. Zapp ging nach Leipzig an das Bundesverwaltungsgericht, das dann im Sinn der Kirche entschied: Es kann nicht nur einen Austritt aus der Körperschaft geben.

 

Kantonale Kirchen

 

So richtig kompliziert wird das ganze aber in der Schweiz. Hier hat das Bundesgericht unlängst zugelassen, dass jemand aus der Körperschaft austritt und doch katholisch bleibt. Das Gericht fällte ein entsprechendes Urteil zu einem Fall einer Frau aus Luzern, die aus der staatskirchenrechtlichen Körperschaft austreten und gleichzeitig katholisch bleiben wollte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Die deutschsprachige Kirche, Glaube und Welt | Verschlagwortet mit , , , | 29 Kommentare

Amsterdamer Pranger

Kennen Sie das Buch „Katholiken“ von Brian Moore? Oder den danach gedrehten Film mit Martin Sheen? Es ist in den 70er Jahren geschrieben und spielt ein Gedankenexperiment durch: Die damals als „Liberale“ bezeichneten haben in der Kirche das Ruder übernommen und gebärden sich genauso rigide und unterdrückerisch, wie sie es davor den so genannten „Konservativen“ vorgeworfen hatten.

Aber es soll bei diesem Blogeintrag gar nicht um die Kirche gehen, sondern nur um die Perspektive des umgedrehten Machtspiels. Mir ist das Experiment Moores eingefallen, als ich im Spiegel die Meldung vom Amsterdamer Pranger gelesen habe. Nachgeschaut habe ich dann auch im Algemeen Dagblad und in anderen Medien.

Es geht darum, dass „Alltagsterroristen“ aus dem normalen Leben einer Stadt herausgenommen und – zeitweise – in kleine Wohnsiedlungen am Rande der Stadt umgesiedelt werden sollen. Es geht nicht um Verlagerung im großen Stil, aber um Trennung. Und die Idee dahinter klingt auch plausibel: Nicht die Opfer von Mobbing, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie sollen die Folgen von Übergriffen tragen, indem sie vielleicht aus ihrem Stadtviertel wegziehen müssen, sondern die Störer. Sehr gerecht.

Los geht es in Amsterdam Anfang diesen Jahres. Unliebsame oder störende Nachbarn können auf speziellen Webseiten gemeldet werden. Diese Fälle werden gesammelt und später ausgewertet. Während die Störenfriede dann in Containern wohnen müssen, sollen sie dort polizeilich kontrolliert werden.

Warum mich das an das Gedankenexperiment Moores erinnert? Weil es um mehr geht als nur den Schutz der Opfer von Alltagsterror und allerlei Feindseligkeiten. Es geht um Werte. Der Bürgermeister von Amsterdam, Eberhard van der Laan, spricht von den liberalen Werten der Stadt, die es zu verteidigen gelte.

Ich übersetze: Liberalität bedeutet hier Toleranz und Weite. Und es bedeutet auch, nicht gleich zu Gegengewalt greifen zu wollen, wenn irgend jemand übergriffig stört oder Schlimmeres; damit will man die Gewaltspirale vermeiden, aus der man nicht mehr heraus käme: Mehr Kameras, mehr Polizisten, mehr Kontrolle.

Aber mir drängt sich auch eine andere Übersetzung auf: Weil Amsterdam liberale Werte verteidigen will, gehen genau eben diese liberalen Werte über Bord. Es riecht ein wenig nach Segregation. Kein Wunder, dass sich die sozialdemokratische Stadtregierung plötzlich im selben Boot befindet wie Rechtspopulist Geert Wilders.

Wie gesagt, die Schwachen sollen verteidigt werden und die Täter nicht den Nutzen der Liberalität für sich in Anspruch nehmen können. Das ist löblich. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt mir da: Wo endet das? Und: Wer entscheidet, wo es endet?

Veröffentlicht unter Allgemein, Neulich im Internet | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Der Versuch der vielen Blicke

Zeichnung seiner Perspektivvorstellungen von David Hockney

David Hockney: Perspektive Diagram

Von der besten Kunst in der Ausstellung kann ich hier keine Bilder zeigen. Im Museum Ludwig in Köln sind zur Zeit hunderte von Bildern von David Hockney zu sehen. Landschaftsbilder vor allem, immer wieder Wald, Wiese, Horizont. Da steckt unendlich viel van Gogh drin und so fürchterlich aufregend ist das alles nicht. Ölgemälde, ins riesige vergrößerte iPad-Zeichnungen, Zeichnungen: Alles Mögliche ist zu sehen und schaut man auf die Jahreszahl dann fragt man sich unwillkürlich, wann der Mann Zeit hatte, das alles zu schaffen.

Dass Hockney sich aber Zeit lassen konnte, das sieht man an seinen Videoinstallationen. Sechs Kameras an einem Auto installiert, alle mit leicht anderes Perspektive. Und dieser Wagen rollt dann durch die Landschaft des ländlichen England. Die Filme sind nebeneinander montiert und zeigen zusammengesetzt ein Blild von der Landschaft, aber die Bilder sind nicht völlig synchron, die Perspektiven sind immer leicht anders und so gehen die einzelnen Blicke nicht fugenlos ineinander über.

Das sind die Bilder, die man selber sehen muss und die hier keinen Platz haben.

Es geht Hockney um Perspektive. Er sagt, dass uns die Gewöhnung an die eine Perspektive beschränke, dass wir viele Perspektiven bräuchten, und das gleichzeitig. Siehe die von ihm gezeichnete Grafik. Und was er sagt, das zeigen seine Bilder.

Da ist nichts Spektakuläres zu sehen, es ist wie ein Sonntag-Morgen-Spaziergang durch eine menschenleere Landschaft, Bäume eben, viele Bäume, Pflanzen, und alles zieht an unserem Auge vorbei. Oder besser, mit den vielen Kamras und den verschiedenen Perspektiven: Es zieht an unseren vielen Augen vorbei. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Kultur und Können | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Heilige Familie

Die Krippe auf dem Petersplatz in Rom

Die heilige Familie ganz rechts: Krippe auf dem Petersplatz, Rom

Jetzt stelle mer uns janz dumm: Was is eene Familie?

Das Thema Familie hat in letzter Zeit einiges an Prominenz bekommen: Vom Betreuungsgeld angefangen über Arbeitszeitbegrenzung für Eltern weiter über gleichgeschlechtliche Partnerschaften bis hin zu den Ansprachen des Papstes vor Weihnachten, für die er sehr viel Kritik hat einstecken müssen. Man mag der Kirche zustimmen oder nicht, die Grundformen menschlichen Zusammenlebens sind und bleiben eines der wichtigsten Themen, die wir haben.

Und so feiern wir heute das Fest der heilgen Familie. Wir feiern Josef, Maria und Jesus. Aber dabei lesen wir ein Evangelium, das scheinbar so gar nicht passen will zu so vielem, was über Familie gesagt wird. Denn Jesus passt sich so ganz und gar nicht ein.

Die Eltern haben Angst, weil das Kind weg ist. Sie suchen es, sogar drei Tage lang (eine Nebenbemerkung: Dass Jesus drei Tage lang weg ist und dann ganz anders zurück kommt, ist eine kleine Vorwegnahme dessen, was später am Kreuz geschieht). Ein Kind drei Tage lang suchen zu müssen, kann für keine Eltern einfach sein.

Deswegen ist der Vorwurf gerechtfertigt: „Wie konntest du nur?“ Die Antwort Jesu klingt für unsere Ohren neunmalklug „Ja wusstet ihr denn nicht ..?“ Er gibt keine Erklärung, er hat keine Schuldgefühle, es scheint, als nehme er die Angstgefühle seiner Eltern nicht ernst. Kein gutes Zeichen für eine Familie, auch nicht für die heilige Familie. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Jahr des Glaubens, Spiritualität / Geistliches Leben, Sprechen von Gott | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar