Evangelisierung der Evangelisierer

Bischofssynode, Tag 7, Montagmorgen. Und gelacht wird auch.

Viele Beiträge bei der Bischofssynode beziehen sich auf kulturelle Besonderheiten oder erklären, was Neuevangelisierung sein muss. Ab und zu gibt es aber auch gut zusammenfassende Beiträge. Einer davon vom Montagmorgen stammt von William Slattery, dem Bischof von Pretoria, Südafrika. Er sprach über das Bedürfnis, auch die Evangelisierer zu evangelisieren.

 

Given the present structures of the church and the importance of liturgy and the parish community much depends on priests (81‑89 in the Instrumentum Laboris).

With few trained formators in many seminaries do seminarians personally encounter the Lord? Who discerns?

If young priests come out with poor human formation they will be unsympathetic and unable to make people belong. Belonging is as the heart of community, belonging is an image of the Holy Spirit. The real signs meaningful to young people in this subjective age are recognized by them in the area of belonging and interpersonal relationships. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Welt, Jahr des Glaubens, Rom, Spiritualität / Geistliches Leben, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

Tagebuch aus der Synodenaula

Einer der Experten bei der Bischofssynode ist der Bochumer Neutestamentler Thomas Söding, er führt während dieser Tage im Internet ein Tagebuch.

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Die deutschsprachige Kirche, Glaube und Welt, Neulich im Internet, Rom, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Ein Schwerpunkt der Synode: Die Familie

Bischofssynode, Nachtrag zu Tag 6, Samstag

Es gibt einige Themen, die in den an sich sehr unterschiedlichen Beiträgen der Synode immer wieder zur Sprache kommen, einige habe ich ja bereits in vorherigen Texten beschrieben. Die Familie als Ort und als Subjekt der Verkündigung. Als Beispiel hierfür hier ein Beitrag vom Samstag, vom Generaloberen der Schönstattpatres, Pater Heinrich Walter:

Wenn wir langfristig denken, dann hat die Kirche in der westlichen Welt keine Zukunft ohne eine Erneuerung der Familie. Wer Kinder hat, der hat Zukunft. Kinderreiche Eltern gelten statistisch als die glücklichsten Menschen in der Gesellschaft. Ehe und Familie muss man heute als eine Berufung erkennen. Hier geschieht Evangelisierung. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Welt, Rom, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , | 16 Kommentare

Warum ein „Jahr“ des Glaubens?

Die Kirche hat ein neues Thema: Etwas über ein Jahr lang – vom Gedenktag zur Konzilseröffnung am 11. Oktober bis zum Fest Christkönig im kommen den Jahr – werden Ereignisse, Veranstaltungen, Tagungen und Treffen unter der Überschrift des „Jahres des Glaubens“ stattfinden: Das große Projekt der Neuevangelisierung soll prominent plaziert werden.

Dieses Jahr des Glaubens hat bisher alle Elemente, die normalerweise solche ‚Events’ haben: Auftakt- und Schlussveranstaltung, Höhepunkte, ein eigenes Logo, etc. Der Vatikan wird außerdem nicht der einzige Ort sein, an dem Dinge zum Jahr des Glaubens stattfinden, wenn es gut läuft, werden sich viele Ortskirchen beteiligen und ihre eignen Veranstaltungen, Treffen, Gottesdienste, Tagungen, Ausstellungen und so weiter unter dem Motto dieses Jahres veranstalten.

 

Inhalt oder Event?

 

Dabei bringt ein solches Themenjahr immer auch die Gefahr der Eventisierung mit sich, ein Problem, das schon länger mit Bezug auf die Weltjugendtage diskutiert wird. Tausende von Menschen kommen zusammen, die Stimmung und die vielen Menschen, die Musik und das Besondere der Athomphäre verändern die Menschen und die Wahrnehmung, aber dann fahren alle wieder nach Hause und in den Alltag und es ist schwierig, von der dort erlebten Stimmung etwas mitzunehmen. Dasselbe kann bei den besonderen Veranstaltungen passieren, die das Jahr des Glaubens prägern werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass Events auf den Augenblick ausgerichtet sind. Der Glauben und vor allen Dingen auch der Glaube des Alltags will aber mehr, er will Dauer und Zeugnis und Weitergabe, er will den Glaubenden verändern. Die Stimmung des Augenblicks  und sei der auch noch so schön reicht nicht aus. Das Jahr des Glaubens darf also nicht nur eine Sammlung von Events werden.

Was also will das Jahr des Glaubens sein? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Die deutschsprachige Kirche, Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Jahr des Glaubens, Spiritualität / Geistliches Leben, Vatikan, Zweites Vatikanisches Konzil | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar

Beobachtungen eines Beobachters

Bischofssynode, 6. Tag, Samstag

Nach fast einer Woche Tagung – öfters durch Feiern und Grundsatzansprachen unterbrochen –  zeichnen sich bei der Bischofssynode im Vatikan einige erste Linien ab, die ich weitergeben möchte. Es sind lediglich persönliche Beobachtungen und fassen sicherlich nicht die ganze Diskussionen zusammen. Es sind nur erste Eindrücke.

 

Ad intra oder ad extra?

Liegt der Beginn einer erfolgreichen und guten erneuerten Verkündigung nun in den Verkündigern selber oder in der Struktur der Kirche und ihrer Methode bzw. in der Art und Weise der Verkündigung? In Kürze formuliert: Innen oder Außen? Nach den Gewichtungen in dieser Frage lassen sich viele Beiträge den bisherigen Versammlungen der Bischofssynode ordnen.

Die ad-intra-Schule spricht von Umkehr, vom Bekenntnis der eigenen Fehler und der eigenen Schwächen, aber auch vom Finden er eigenen Berufung aller Christen. Nur in der persönlichen Begegnung mit Christus und in der Treue zu seiner Lehre finde man die Authentizität und die Energie zur erneuerten Verkündigung.

Die ad-extra-Schule spricht von Kommunikation und deren Änderung, vom Umbruch sozialer und ökonomischer Strukturen etc. Sie betont unter anderem die Wichtigkeit der katholischen Soziallehre, der Bildung, der Familien als Orte der Evangslisierung, die Ausbildung von Katecheten.

Selten sind Beiträge, die beide Seiten verbinden, den wichtigsten hat der Papst selber geliefert, als er am Donnerstagabend von der Sünde in der Kirche sprach, die zu struktureller Sünde werden könne: Bürstet man die Ansprache des Papstes etwas gegen den Strich, dann macht sie deutlich, dass innen und außen letztlich nicht zu trennen sind, auch wenn man sie systematisch getrennt behandeln muss. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Vernunft, Jahr des Glaubens, Rom, Vatikan, Zweites Vatikanisches Konzil | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Sprich, guter Christ, um dich zu offenbaren: Was ist der Glaub’?

Dante Alighieri – dargestellt im Dom von Orvieto

Eine wunderbare Veranstaltung zum „Jahr des Glaubens” fand gestern Abend in Rom in der Kirche il Gesù statt: Ein römischer Schauspieler las den 24. Gesang aus dem Paradies Dante Alighieris Göttlicher Kommödie. Dieser Gesang ist so etwas wie das Credo Dantes.

Es geht um die Apostel von Glaube, Liebe und Hoffnung, Petrus, Jakobus und Johannes (Canti 24-26). In diesem Stück spricht hier Petrus mit Dante – angestiftet von Beatrice – über den Glauben. Es ist eine Art scholastisches Examen.

Petrus fragt und Dante spricht, zum Abschluss billigt der Apostel den Glauben des Dichters und trägt ihm Verkündigung auf.

 

Paradies – Gesang 24

 

O sodalizio eletto a la gran cena
del benedetto Agnello

O auserwählte Tischgenossenschaft
Beim großen Mahl des Lamms, daß solcherweise
Euch speiset, daß euch’s voll G’nüge schafft,

Wenn er, durch Gottes Huld’ sich an der Speise,
Die eurem Tisch entfällt, vorkostend stillt,
Eh’ ihn der Tod beschwingt zur letzten Reise

So denkt, wie seine Brust vor Sehnen schwillt;
Netzt ihn mit eurem Tau–auch letzt die Quelle,
Der alles, was er sinnt und denkt, entquillt.

Beatrix sprach’s–wie um des Poles Stelle
Sich Sphären dreh’n, so jene Sel’gen nun,
Flammend, Kometen gleich, in Glut und Helle. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Jahr des Glaubens, Kunst, Kultur und Können, Spiritualität / Geistliches Leben, Sprechen von Gott | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Jahr des Glaubens, Jahr des Denkens

Professor Robert Spaemann, aufgenommen in Rom

Robert Spaemann

Am Donnerstag nach der Messe zur Eröffnung des Jahres des Glaubens hat Papst Benedikt XVI. verschiedene Texte an Vertreter verschiedener Gruppen übergeben. Es waren dieselben „grandi messaggi“, die schon Papst Paul VI. aus Anlass des Endes des Zweiten Vatikanums an Vertreter derselben Gruppen übergeben hatte.

Einer der Vertreter der Intellektuellen und Wissenschafter – der Sucher der Wahrheit, wie es in der Botschaft heißt – war der deutsche Philosoph Robert Spaemann.

Nach der Übergabe habe ich ein Interview mit ihm führen können, dass ich – wenn mehr Zeit ist und keine Synode – sicher hier auch länger posten werde. Vorab aber schon einmal ein Stück, dass ich für das Radio gemacht habe.

 

Eines der großen Themen Benedikt XVI. und auch des Theologen Joseph Ratzinger ist die Verbindung von Glaube und Vernunft; ist deswegen das Jahr des Glaubens auch ein Jahr des Denkens?

Ich glaube ja. Ein Mensch muss letzten Endes mit sich im Einklang sein, und wenn seine Vernunft ihm etwas sagt und sein Glaube sagt ihm das Gegenteil, dann kann er das nicht einfach so stehen lassen. Er kann es auch nicht gewaltsam niederbügeln – entweder den Glauben oder die Vernunft –, sondern er muss versuchen, zu einer Einheit zu finden. Und diese Einheit gibt es von Anfang an. Der Apostel Paulus nennt den Glauben ein ,rationabile obsequium’, einen vernünftigen Gehorsam.

Die Wissenschaftsgläubigkeit der Gegenwart führt eigentümlicherweise dazu, dass der Vernunft nicht mehr getraut wird. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Vernunft, Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Interview, Jahr des Glaubens, Rom, Sprechen von Gott, Zweites Vatikanisches Konzil | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

„Ein kleines Stück Weggenossenschaft genügt schon viel“

Bischofssynode, Tag 4, Donnerstag Nachmittag

In der Nachmittagssitzung am sprach unter anderen Kardinal Joachim Meisner, er nahm Bezug auf den Apostel Philippus, den der Geist Gottes an die Straße führt und der die Fragen eines reisenden Regierungsbeamten beantworten soll, der in einer Schriftrolle liest. Ein Auszug aus den Ausführungen des Kardinals:

 

Heute sind die meisten Christen froh, wenn ihnen niemand eine Frage stellt. Von fünf Menschen, die wir auf den Straßen des Alltags treffen, sind drei auf dem gleichen Weg wie der äthiopische Regierungsbeamte (Apg 8:31), auf dem Rückweg von irgendeiner religiösen Sozialisation in ihr gegenwärtiges Leben. Sie sind beladen mit einer Auskunft über den Sinn ihres Lebens aus ihrer Vergangenheit, an der sie nun traurig herumbuchstabieren, ohne zu verstehen, was das mit ihrem Leben zu tun hat. Sie haben gleichsam ein Stück biblischer Botschaft eingekauft, so wie dieser Reisende eine Jesaja‑Rolle, aber sie haben niemanden, der sie anleitet, der eine Brücke zwischen dem Wort des Glaubens zu ihrem alltäglichen Leben schlägt. Es gehört offenbar für viele Zeitgenossen zur Modernität, an religiösen Fragen nicht interessiert zu sein.

Aber in Wirklichkeit schlägt sich ein übenwiegender Teil der Menschen, zumindest in Europa, mit Fragen herum, von denen er nicht weiß oder wahrhaben will, dass es religiöse Fragen sind. Darum ist die Straße in unseren Städten und Dörfern der Ort für die Weitergabe des Glaubens. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Die deutschsprachige Kirche, Glaube und Welt, Glaubens-Funde, Jahr des Glaubens, Rom, Spiritualität / Geistliches Leben, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , , | 3 Kommentare

Aggiornamento hier und heute

Bischofssynode, Tag 4 und 5

Papst Benedikt segnet von seinem Fenster aus

Benedikt XVI. am Donnerstag Abend beim Fackelumzug auf dem Petersplatz

Das Betrachten von Licht und Schatten des Konzils und seiner Folgen: Beides gehört zusammen.

Es gibt Meinungen die nur das Licht sehen wollen oder nur den Schatten, aber eine ausgewogene Beurteilung muss beides kennen.

Am Donnerstag Abend sprach der Papst auf dem Petersplatz davon, dass die Kirche in den 50 Jahren seit dem Konzil hat lernen müssen, dass aus der Sünde einzelner auch strukturelle Sünde werden könne. Die Begeisterung und Dynamik des Konzils damals dürfe die Realität der Schwäche des Menschen nicht aus dem Blick lassen.

 

Am Donnerstag sprach er bei einem Mittagessen mit den noch lebenden Teilnehmern des Konzils.  Seine Betrachtung galt dem Wort, das wohl wie kein anderes für die Lichtseite des Konzils steht: Aggiornamento, etwas ins heute bringen. Das Christentum sei immer etwas Neues, es gehöre nie nur in die Vergangenheit. Deswegen hätte der Instinkt Johannes XXIII. bei der Wortwahl – die auch damals nicht unumstritten gewesen sei – völlig richtig gelegen, so Benedikt XVI.

 

Dieses Aggiornamento könne aber nicht Bruch bedeuten, dann verliere man die Lebendigkeit der Wurzeln. Es bedeute nicht ein Zurücknehmen des Glaubens oder die Übergabe an die Moden der Zeit. Hier sieht der Papst auch die Dimensionen der prophetischen Kritik am heute, die die Distanz zu den Moden mit sich bringe.

 

„Die Erinnerung an die Vergangenheit ist kostbar, aber kein Selbstzweck“, so der Papst. Das ‚Jahr des Glaubens’ wolle diese Erinnerung an das Konzil und dessen Botschaften fruchtbar machen für das Heute. Wir können also sagen: Auch das ‚Jahr des Glaubens’ will seine Art des Aggiornamento.

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Glaube und Vernunft, Jahr des Glaubens, Rom, Sprechen von Gott, Vatikan | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Benedikt XVI.: Die Begegnung mit den großen Themen der Neuzeit

Benedikt XVI. blickt zurück auf das Konzil: Die Wichtigkeit von Religionsfreiheit und Dialog der Religionen in der Begegnung mit der modernen Welt. Auszüge aus einem Vorwort zu einem Band, das an diesem Donnerstag neu erscheint, und zwar im Sonderheft des Osservatore Romano zum Konzilsjubiläum:

 

Dies war ein Augenblick einer außerordentlichen Erwartung. Großes mußte geschehen. Frühere Konzilien waren fast immer einer konkreten Frage wegen zusammengerufen worden, die sie beantworten sollten. Diesmal war kein bestimmtes Problem zu lösen. Aber um so mehr lag eine allgemeine Erwartung in der Luft: Das Christentum, das die westliche Welt gebaut und geformt hatte, schien immer mehr seine prägende Kraft zu verlieren. Es schien müde geworden, und die Zukunft schien von anderen geistigen Mächten bestimmt zu werden. Das Empfinden für diesen Gegenwartsverlust des Christentums und für die Aufgabe, die daraus folgte, war sehr genau zusammengefaßt in dem Wort „aggiornamento“. Das Christentum muß im Heute stehen, um Zukunft formen zu können. Damit es wieder gestaltende Kraft für das Morgen werden könne, hatte Johannes XXIII. das Konzil einberufen, ohne ihm konkrete Probleme oder Programme vorzugeben. Dies war zugleich die Größe und die Schwierigkeit der Aufgabe, vor der die Kirchenversammlung stand.

 

Religionsfreiheit

Die Begegnung mit den großen Themen der Neuzeit fand unerwartet nicht in der großen Pastoralkonstitution statt, sondern in zwei kleineren Dokumenten, deren Wichtigkeit erst nach und nach in der Rezeption des Konzils zum Vorschein gekommen ist. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Benedikt XVI., Geschichte, Glaube und Vernunft, Glaube und Welt, Kirche und Medien, Rom, Sprechen von Gott, Theologisches, Vatikan, Zweites Vatikanisches Konzil | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar