Wenn einer eine Reise tut

Folge 13

Erika Kirchweger

Auf unserer Reise kommen wir nach Linz. Im Schatten der größten Kirche Österreichs, des Linzer Doms, treffe ich die Leiterin der Katholischen Frauenbewegung im Bistum, Erika Kirchweger. Sie steht der größten Frauengruppierung im Bistum vor, 50.000 Mitglieder hat der Verband. Gleichzeitig ist die KFÖ auch der größte Verband innerhalb der Katholischen Aktion Österreichs, des Laienverbandes der Kirche.

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London: Es brannte die Stadt, nicht die olympische Fackel

Vor genau einem Jahr war ich im Urlaub in Großbritannien, genauer: in London. Die Jesuitengemeinschaft, bei der ich zu Gast war, hat ihr Haus in Clapham im Süden der Stadt. Ich wurde Zeuge, wie nach dem Tod eines Jugendlichen die Stadt in Unruhen versank, so muss man das glaube ich ausdrücken. Immer mehr Gebäude in Flammen, Plünderungen, ganze Kaufhäuser wurden vor den Augen der hilflosen Polizei leer geräumt, bis dann 10.000 Polizisten in die Stadt gebracht wurden, um die Gewalt und die Plünderung einzudämmen, bevor sie auf andere Städte übergreift.

Tottenham, August 2011

Mir erschien das damals unbegreiflich. Und auch die nächtelangen TV-Sendungen und Talkshows, in denen ein Experte oder Betroffener nach dem anderen versuchte, dem Ganzen eine Erklärung abzuringen, halfen ganz und gar nicht.

In der Nacht auf den 7. August war Mark Duggan von der Polizei erschossen worden, Tottenham, Croyden, Clapham sahen danach Unruhen wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Und dann fiel allen ein: In einem Jahr ist ja Olympia! Was, wenn die Unruhen dann wieder ausbrechen? Was, wenn wir die sozialen oder ökonomischen Brüche in der Gesellschaft nicht in den Griff bekommen? Weiterlesen

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Wenn einer eine Reise tut

Folge 12

Die Ausgrabungen auf dem Domplatz in Sankt Pölten von oben gesehen

Die Ausgrabungen auf dem Domplatz

Vom Waldviertel und dem Karmel aus geht es weiter gen Süden, nach Sankt Pölten hinein. Dort lässt sich derzeit ein Blick in die Vergangenheit werfen, wie es vorher nicht sichtbar war und auch in einigen Monaten nicht mehr möglich sein wird: Ronald Risy, Stadtarcheologe von Sankt Pölten, gräbt nach den Ursprüngen der Stadt, bevor diese für den Markt- und Parkplatz wieder zugeschüttet und asphaltiert werden.

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Die Religion und der liberale Staat: Jürgen Habermas meldet sich zu Wort

Religion darf auch in einer liberalen Gesellschaft nicht in die Privatsphäre verbannt werden. Mit dieser Aussage meldet sich der Philosoph Jürgen Habermas in der aktuellen Debatte um Beschneidung und die Berechtigung von religiösen Traditionen in der säkularen Gesellschaft zu Wort. In einem in der Neuen Züricher Zeitung veröffentlichen Vortrag betont er, dass die Antwort des Laizismus, nämlich die Zurückdrängung des Religiösen, unbefriedigend sei. Die Mehrheitskultur dürfe „ihre Mitglieder nicht in der bornierten Vorstellung einer Leitkultur gefangen halten“, so Habermas mit Bezug auf das Kölner Urteil zur Zulässigkeit der Beschneidungspraxis. Der grundrechtliche Schutz gelte gerade auch für die weltanschauliche Identität der Mitglieder wie auch für deren Ausdruck. Das Kölner Gericht habe verkannt, dass „zusammen mit den eingebürgerten Muslimen auch der Islam zu Deutschland gehört.“

Gleichzeitig sei es Aufgabe der Glaubensgemeinschaften, die Grundsätze von Rechtsstaat und Demokratie „in den Kontext ihrer religiösen Hintergrundüberzeugungen“ einzusetzen. Die katholische Kirche habe dies zum Beispiel im Zweiten Vatikanischen Konzil vollzogen, so Habermas. Diese Einbeziehung säkular begründeter Werte in die Religion seie eine „Zumutung“, ohne die die Gesellschaft nicht auskommen könne.

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Wenn einer eine Reise tut

Folge 11

Maria Jeutendorf

Vom Waldviertel aus geht es gen Süden. Auf dem Weg nach Sankt Pölten liegt der Karmel Maria Jeutendorf. Die Schwestern dort beten für andere, sie pflegen das stellvertretende Gebet, auch für diejenigen, die nicht beten wollen oder können. Eine uns in der Moderne vielleicht fremd gewordene Spiritualität. Trotzdem haben über 1.000 Freiwillige vor 20 Jahren das Klostergebäude renoviert, damit die Schwestern dort einziehen können. Wir treffen Schwester Johanna, die Priorin des Klosters, und ihre Vorgängerin Schwester Margarita. Die erste Frage: Was machen Sie eigentlich den ganzen Tag über?

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Wenn einer eine Reise tut

Folge 10

Franz Mollner vor den Zetteln von Zwettl

Franz Mollner organisiert Pfarreien und Kooperationen

Das Waldviertel gehört zu den am dichtesten mit Pfarreien versorgten Regionen Mitteleuropas. Aber die Entwicklung der Kirche gehr hier nicht vorbei: Weniger Priester, geringerer Kirchbesuch, eine Strukturreform und eine Umstellung der Pastoral stehen an, Stichwort Pfarrverbände. Franz Mollner koordiniert in Zwettl für das Bistum Sankt Pölten diese Umstellungen: Ein Besuch in der Praxis der Kirchengestaltung für die Zukunft und den Wünschen der Menschen vor Ort.

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Wenn einer eine Reise tut

Folge 9

[Ich bitte um Nachsicht, scheinbar hat am Dienstag das Einstellen des Audios nicht funktioniert. Ich gelobe Besserung]

Pater Michael Hüttl OSB im Nosta-Aetate Garten, Altenburg

Pater Michael Hüttl OSB im Nosta-Aetate Garten, Altenburg

Es ist das Jahr des Zweiten Vatikanischen Konzils, und das macht sich zumindest einmal direkt bei meiner Reise bemerkbar.

Von Wien aus geht es in den Norden Österreichs, ins Waldviertel, genauer: Ins Benediktinerkloster Altenburg. Dort haben sich die Mönche das Konzilsdokument Nostra Aetate – also zum Dialog der Religionen – vorgenommen und umgesetzt. Und zwar ganz in benediktinischer Tradition in einem Garten: Steine, Pflanzen, Wege und freie Flächen, alles macht die Konzilstheologie zum Dialog und zur Verschiedenheit sichtbar und begehbar. Ein Spaziergang mit Pater Michael Hüttl OSB.

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Liebe Frau Käßmann, was wollen Sie eigentlich?

Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat es der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt: Sie wünscht sich mehr Entgegenkommen von Seiten der katholische Kirche mit Blick auf das Martin-Luther-Jahr 2017. „Ich hoffe, dass es im Jahr des Reformationsjubiläums zwischen Protestanten und Katholiken zu einer Geste der Versöhnung kommt“, damit könne „ein Akzent gesetzt“ werden, der dem Ereignis „eine neue Qualität“ gebe. So, in aller Nüchternheit, kann man das wiedergeben, was am Sonntag in der FAS stand und was heute durch die übrigen Zeitungen geht.

Mir bleiben mehr Fragen als Antworten, liebe Frau Käßmann:

  1. Warum eine Geste der Versöhnung und keine echte Versöhnung? Das ist ein Unterschied. Reicht Ihnen die Symbolik? Kopieren Sie hier die Politik?
  2. Und überhaupt: Warum müssen wir uns versöhnen? Wo genau ist der Konflikt oder der Streit oder die Spaltung? Ich sehe meine Glaubensbrüder und Schwestern der lutherischen Kirchen mit Respekt, und der Respekt gilt auch ihren Überzeugungen. Warum soll ich mich versöhnen?
  3. Wenn Sie die immer noch bestehenden theologischen Differenzen meinen: Soll sich da nur die katholische Kirche bewegen? Wäre nicht auch eine Bewegung der lutherischen Kirche auf die katholische zu eine Möglichkeit? Warum knüpfen Sie diese „Versöhnung“ an das Entgegenkommen der katholischen Kirche? Weiterlesen
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Wenn einer eine Reise tut

Folge 8

Ruth Leitner, Martin Omischl, Tatjana Steurer-Kiss (von links)

Gute Jobaussichten für Religionslehrer: Das meldet die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems. Der Generationswechsel lasse viele Lehrer in Ruhestand gehen, Religionslehrer würden bald dringend gesucht. Grund genug, bei unserer Reise bei der Hochschule vorbei zu schauen und zu fragen, warum Menschen heute den Beruf des Religionslehrers ergreifen. Sind es nur die guten Jobaussichten? Wie steht es um die Weitergabe des Glaubens in der Institution Schule?

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Wenn einer eine Reise tut

Folge 7

In der Kapelle des Klosters, Sr. Petra (links) und Sr. Marie Rose

Wien, 20. Bezirk. Unter den alten Mietshäusern steht ein neues, einstöckiges Holzhaus, offensichtlich der Eingang zu einer Kapelle. Hier ist vor kurzem das Kloster der Kleinen Schwestern vom Lamm entstanden, einer Kongregation innerhalb des Dominikanerordens, die zwar schon länger in Wien leben, aber erst jetzt ihre eigene Bleibe bekommen haben. Schwester Petra erzählt vom Leben als Bettlerin in den Straßen von Wien.

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