Prophet beim Urbi et Orbi

Niemals habe ich so viele Radio-live-Hörer wie bei den zwei Urbi et Orbi Übertragungen im Jahr. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich die für öffentlich rechtliche Sender mache, Bayerischer Rundfunk, WDR, Hessischer Rundfunk, Deutschlandfunk, und ein Sender in Belgien. Ich werde zugeschaltet und darf dann zum Schluss die Worte sagen, die so wunderbar altmodisch nach Radio klingen: „Ich gebe zurück an die angeschlossenen Funkhäuser“.

Meine letzte Urbi et Orbi Übertragung hat es sogar bis in den TAZ-Blog gebracht. Der Kollege konnte nur zugeben, uns gehört zu haben, weil er auf der Toilette gewesen sei. War ihm wohl peinlich, oder musste ihm per TAZ-Journalist peinlich sein, wie auch immer. Aber er hat ein witziges Phänomen berichtet: Der Kommentator – also ich – sei an einigen Stellen dem Papst bei der Übersetzung voraus gewesen. Er habe also gewusst, was der Papst sagen würde, noch bevor er es sagte. Ein Prophet!

Was daran liegt, dass es sehr schwer ist, gleichzeitig zu hören und zu lesen. Denn Papst Franziskus weicht gerne vom Text ab, setzt neu an oder fügt ein. Da muss man dann mit seiner eigenen Übersetzung genau an der Stelle sein, wo er auch ist, sonst muss man einerseits Text A zu Ende bringen, gleichzeitig aber Textstück B merken, übersetzen und anschließend sagen. Mein Respekt vor Simultanübersetzern war immer schon groß, aber zu diesen Augenblicken wird er riesig.

Da aber in der Deutschen sprache die Wort-Ordnung eine andere ist als im Italienischen, kann es sein, dass das italienische Wort vom Papst noch nicht ausgesprochen ist, wenn ich die deutsche Übersetzung schon ins Mikro gesprochen habe.

Warum ich nicht warte? Weil man am Tonfall hören kann, ob er gleich abweichen wird oder nicht. Das haben wir gelernt.

Lieber TAZ-Kollege, ich gelobe Besserung. Ich werde mich mühen und dieses Mal alles noch besser machen, versprochen.

Gesegnete Ostern!

 

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In dir, Gekreuzigter, sehen wir uns

Karfreitag, die Meditation und Verehrung des Kreuzes. Aber nicht nur das: Papst Franziskus hat im vergangenen Jahr beim traditionellen Kreuzweg am Kolosseum ein Gespräch mit dem Gekreuzigten geführt, ein Gebet in ignatianischer Tradition:  „Wie ein Freund mit einem Freund spricht“, wie Ignatius sagt. Ein wunderbarer Text der Meditation und offensichtlich Frucht eines lebenslangen Betens. Zur geistlichen Begleitung dieses Tages stelle ich diese Meditation/dieses Gebet noch einmal ein.

 

Papst Franziskus beim Kreuzweg 2015

Papst Franziskus beim Kreuzweg 2015

„O gekreuzigter und siegreicher Christus, dein Kreuzweg ist die Synthese deines Lebensweges und das Abbild deines Gehorsams gegenüber dem Willen des Vaters. In ihm wird deine unendliche Liebe für uns Sünder Wirklichkeit und zum Erweis deines Auftrags und zur endgültigen Erfüllung der Offenbarung und der Geschichte des Heils.

Das Gewicht deines Kreuzes befreit uns von all unseren Bürden. In deinem Gehorsam gegen den Vater verringert sich unser Auflehnen und unser Ungehorsam.

In dir, verkauft, verraten und gekreuzigt von deinem Volk und von denen, die du liebtest, sehen wir unseren alltäglichen Verrat und unsere gewöhnliche Untreue.

In deiner Unschuld, unbeflecktes Lamm, sehen wir unser Verschulden. In deinem geschlagenen, angespuckten und entstellten Antlitz sehen wir die Brutalität unserer Sünden. In der Grausamkeit deines Leidens sehen wir die Grausamkeit unseres Herzens und unseres Handelns. In deinem Verlassenen sehen wir alle von den Familien, der Gesellschaft, von Aufmerksamkeit und Solidarität Verlassenen. In deinem geopferten Leib, durchbohrt und zerrissen, sehen wir die Körper unserer am Weg liegen gelassenen Brüder und Schwestern, entstellt von unserer Achtlosigkeit und unserer Gleichgültigkeit.

In deinem Durst, Herr, sehen wir den Durst deines barmherzigen Vaters, der in dir die ganze Menschheit umarmen, ihr vergeben und sie retten wollte.

In Dir, göttlicher Liebe, sehen wir auch heute unsere verfolgten Geschwister, enthauptet und gekreuzigt für ihren Glauben an Dich, unter unseren Augen und oftmals mit unserem mitschuldigen Schweigen.

Präge unsere Herzen, Herr, mit Regungen des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, des Schmerzes für unsere Sünden und führe uns zur Reue über unsere Sünden, die Dich gekreuzigt haben. Führe uns dazu, dass unsere Bekehrung in Worten zu einer Bekehrung des Lebens und der Werke werde.

Lass uns in uns die lebendige Erinnerung an dein entstelltes Antlitz bewahren, so dass wir niemals den entsetzlichen Preis vergessen, den Du bezahlt hast, um uns zu befreien. Gekreuzigter Jesus, stärke in uns den Glauben, dass wir nicht in Versuchung fallen. Mache in uns die Hoffnung lebendig, dass wir uns nicht den Verführungen der Welt folgend verlieren. Bewahre in uns die Nächstenliebe, die sich nicht von der Korruption und der Weltlichkeit trügen lässt. Lehre uns, dass das Kreuz der Weg zur Auferstehung ist. Lehre uns, dass der Karfreitag der Weg zum Osterfest des Lichtes ist. Lehre uns, dass Gott niemals irgendeines seiner Kinder vergisst und niemals müde wird, uns zu vergeben, und uns zu umarmen mit seiner unendlichen Barmherzigkeit, aber lehre uns auch selber nie müde zu werden, um Vergebung zu bitten und an die Barmherzigkeit des Vaters, eine Barmherzigkeit ohne Grenzen zu glauben.“

Und dann sprach der Papst das alte Gebet „Anima Christi“.

„Seele Christi, heilige mich,
Leib Christi, rette mich,
Blut Christi, tränke mich,
Wasser der Seite Christi, reinige mich,
Leiden Christi, stärke mich,
O guter Jesus, erhöre mich.

Birg in deinen Wunden mich,
von dir lass nimmer scheiden mich,
vor dem bösen Feind beschütze mich.
In meiner Todesstunde rufe mich,
zu dir kommen heiße mich,
mit deinen Heiligen zu loben dich
in deinem Reiche ewiglich. Amen.“

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Liturgie ernst nehmen

Es gibt eine Menge Kritik. Als Papst Franziskus zum ersten Mal die Feier zum letzten Abendmahl gefeiert hat, direkt nach seiner Wahl, war er in ein Jugendgefängnis gegangen und hatte dort auch einer jungen Muslima die Füße gewaschen. Im darauf folgenden Jahr 2014 war er in einem Heim für alte Menschen mit Behinderung, im vergangenen Jahr im Gefängnis von Rebibbia. In diesem Jahr ist er in einem Aufnahmelager für Flüchtlinge.

Fußwaschung 2014

Fußwaschung 2014

Und wieder wird er Menschen die Füße waschen. Männern, Frauen, Kindern, Christen wie Nichtchristen. Und auch wenn sich die verbale Kritik vor allem darauf bezieht, dass der Papst auch Nichtchristen dient, liegt darunter doch das Unbehagen, dass Frauen darunter sind. Bislang war der symbolische Gestus des Füßewaschens für Männer da, weil eben beim letzten Abendmahl Jesu nur Männer präsent waren, jedenfalls berichtet uns die Schrift nichts anderes.

Und dann hat der Papst auch noch die liturgischen Vorschriften geändert, bzw. ändern lassen, so dass ab jetzt eine Gruppe von Menschen ausgewählt werden kann, welche die feiernde Gemeine sozusagen vertritt, oder wie das Dekret dazu es formuliert: „die die Verschiedenheit und Einheit eines jeden Teiles des Gottesvolkes repräsentieren.“ Damit soll die Bedeutung der Geste Jesu im Abendmahlssaal angemessen ausgedrückt werden, wie der Papst in seinem Brief an den zuständigen Kardinal Robert Sarah geschrieben hat.

Und hier ist der Kern der Kritik, wenn man mal von den recht dummen Vorurteilen absieht, Frauen hätten in der Liturgie nichts zu suchen. Die Kritik sagt, der Papst verändere damit den Kern der Aussage dieses symbolischen Aktes. Der immer wieder gerne zitierte Sandro Magister, italienischer Vatikan-Journalist und seit Jahren aktiver Gegner der Reformen Papst Franziskus’ (wenn man bei „aktiver Gegner“ noch von Journalismus sprechen kann), fasst das sehr gut zusammen: früher hätte die Geste Jesu sozusagen erinnert werden sollen, so wie sie war, habe sie heute eine neue Bedeutung. Und Magister fügt an, dass es merkwürdig ist, dass ausgerechnet ein Jesuit mit seiner Betonung der Betrachtung und Meditation der Ereignisse mit Vorstellungskraft und Sinnen davon weggehe und die Geste mit neuem Symbolgehalt fülle.

 

Kann die Geste noch sprechen?

 

Da liegt ein grundsätzliches Missverständnis von Liturgie vor. Liturgie und damit auch liturgische Gesten wie die Fußwaschung sind keine historistischen Akte. Wenn man wirklich Jesu Handeln „wie es wirklich gewesen ist“ darstellen wollte, dann müsste man viel mehr an unserem Rituale ändern. Die Kirche nannte diese Fußwaschung immer das „Mandatum“, also das „Gebot“, weil sich hier ausdrückt, was Jesus als sein Gebot aufgetragen hatte: liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Dient einander. Der erste soll euer Diener sein. Und so weiter. Und dieser Dienst ist nicht symbolisch, er ist real und hat mit sich Bücken und Waschen zu tun. In der Geste drückt sich nicht ein historisches Geschehen aus, sondern ein Gebot für heute.

Wenn ein Bischof nur Priestern die Füße wäscht, weil ja schließlich auch Jesus nur den Jüngern die Füße gewaschen hat, ist das eine historistische Verkürzung. Wie alles in der Liturgie hatten die Regeln ihren Ursprung und ihren Sinn, aber haben in all den Veränderungen der Jahrzehnte nun nicht mehr die Aussagekraft, die sie haben sollten.

Wenn wir in der Liturgie diese symbolische Geste vollziehen – und ich stimme Sandro Magister zu, das ist nicht das Wichtigste in der Liturgie des Tages, sondern das ist und bleibt die Einsetzung der Eucharistie – dann soll diese Geste das Ausdrücken, was Jesus damit ausdrücken wollte. Damit muss das „Material“ der Geste, die „Sprache“ der Geste, an unsere Welt angepasst werden. Wohlgemerkt: nicht der Welt unterworfen, aber damit die Geste „sprechen“ kann, muss sie in einer Art und Weise vollzogen werden, dass sie verstehbar wird.

 

Kirche ist kein Museum

 

Den Symbolgehalt einer Geste kann man nicht dekretieren, dies und das bedeutet so-und-so. Symbole wirken oder sie wirken nicht. Wenn Papst Franziskus eine große Genialität hat, dann darin, Gesten sprechen zu lassen, sei es in der Liturgie mit der Auswahl seiner Kreuzstäbe oder dem Fußwaschen oder der Schlichtheit, sei es außerhalb der Liturgie mit den Umarmungen oder den Klage-Gesten vor den Mauern in Jerusalem. Und die Änderung der Ordnung in der Abendmahls-Liturgie stellt sicher, dass unsere Gottesdienste genau so sprechend bleiben. Schließlich – um ein Papstwort zu zitieren – ist die Kirche kein Museum, das nur bewahrt. Sie will verkünden und weiter geben, deswegen muss sie sicher stellen, dass sie verstehbar bleibt.

Liebe Kritiker der Franziskus-Aktionen: ihr seid in Gefahr, ein Missverständnis von Liturgie zu bewahren. Nämlich dass man das weiter machen muss, was immer schon gemacht wurde. Aber Liturgie ist lebendig und war es immer schon. Um den Kern zu bewahren, muss man Schritte tun, sie sprechend zu belassen.

Das bedeutet, Liturgie wirklich als das ernst zu nehmen, was sie ist: Zentrum des gemeinsam gelebten Glaubens. Wer die Feier im Museum lässt, macht letztlich genau das Gegenteil dessen, was er vorgibt zu tun. Er nimmt Liturgie nicht ernst.

 

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Santa Maria Antiqua

Rom hat eine Kirche mehr. Keine neue, obwohl auch auf diesem Gebiet einiges zu tun ist, Rom hat zu wenig Kirchen – klingt komisch und wenn man durch den Stadtkern geht wundert man sich über so einen Satz – aber es stimmt, Rom wächst an den Stadträndern und braucht neue Kirchen für die Menschen, die da wohnen.

Mit technischer Hilfe werden die Fresken besser sichtbar - Santa Maria Antiqua, Rom

Mit technischer Hilfe werden die Fresken besser sichtbar

Aber die Kirche, um die es hier geht, ist nicht neu. Sie ist alt. Eine der ältesten Kirchen, die noch stehen, wenn auch nur als Ruine. Was daran liegt, dass Santa Maria Antiqua im 9. Jahrhundert bei einem Erdbeben verschüttet wurde – wahrscheinlich von den auf sie fallenden Trümmern alter Kaiserpaläste – und erst im 19. Jahrhundert wieder entdeckt wurde. Man musst eine andere Kirche abreißen, um an diese Kirche heran zu kommen.

Das Ergebnis: eine mittelalterliche Kirche mit mittelalterlichen Fresken, unberührt von Hochmittelalter, Renaissance und Barock, von anderen Kunststilen mal ganz zu schweigen. Wie gesagt, es ist eine Ruine, aber eine sehr sehenswerte. Man kann ein wenig besser nachspüren, wie damals Kirche und Liturgie und bildliche Darstellung funktioniert haben. Es fehlen die uns vertrauten Gesichter wie die allen bekannten Heiligen, weil Franziskus und Katharina und wie sie alle heißen noch nicht geboren waren, als diese Kirche verfiel. Es sind weniger individuelle Heilige, die man hier sieht, sondern eher das, was die Tradition den „himmlischen Hofstaat“ nennt, also den Chor der Heiligen um Gott herum. Die Grenze zwischen Welt und Reich Gottes verschwimmt ein wenig, man ist irgendwie bei der Feier der Liturgie dazwischen, einerseits voll in der Welt, andererseits umgeben von den Heiligen. Man kann ganze Wände mit Heiligen sehen, die sozusagen die in der Kirche versammelte Gemeinde auf dem Himmel hin erweitert haben.

Man kann auch ein Kind Jesus sehen, das gewaschen wird, ein Mosaik zeigt das. Eher ungewöhnlich, diese Darstellung. Mit Hilfe von Licht werden auch einzelne Bereiche der Fresken besonders deutlich gemacht, eine Art pädagogische Lightshow. Das muss man nicht unbedingt mögen, aber es ist sehr hilfreich, zu verstehen und besser zu sehen.

Also, beim nächsten Rombesuch auf die Liste: Santa Maria Antiqua, auf dem Forum Romanum, direkt dem Eingang an der Via dei Fori Imperiali gegenüber.

 

Santa Maria Antiqua
Heilige - Fresko in Santa Maria Antiqua
Fresko in Santa Maria Antiqua
Fresko in Santa Maria Antiqua
Eine der beiden Seitenkapellen neben der Apsis
Fresken in Santa Maria Antiqua
Santa Maria Antiqua
Fresken in Santa Maria Antiqua
Apsis in Santa Maria Antiqua
Fresko in Santa Maria Antiqua
Santa Maria Antiqua

 

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Der synodale Prozess … was bisher geschah, Teil 2

– Fortsetzung von Teil 1

 

Dritter Akt: Zwischen den Synoden

 

Dieser Akt beginnt noch in der Synodenaula. Direkt nach der Abstimmung und der Schlussansprache des Papstes geht der Vatikansprecher Pater Federico Lombardi zu ihm und fragt nach, was denn nun zu veröffentlichen sei. Alles, der ganze Text, so die Antwort. Und wie ist das mit den drei Abschnitten, die kein Zweidrittel Mehrheit bekommen haben? Auch das. Mit den Stimmen.

Und so rannte Pater Bernd Hagenkord dann über den Petersplatz, um möglichst schnell möglichst viele Kopien für möglichst viele Journalisten machen zu lassen.

Bei der Arbeit: Synode 2015

Bei der Arbeit: Synode 2015

Der Papst hatte gleich gesagt, dass das Abschlussdokument das Vorbereitungsdokument – die so genannten Lineamenta – für die kommende Versammlung der Synode sein solle. Also wollte er, dass alle – auch die kontroversen – Abschnitte dort hinein sollten. Eine Wiederholung der Ausgangslage also, die Ansage war klar.

Dann aber passierte erst einmal lange Zeit nichts. Oder nicht viel. Das Synodensekretariat bereitete vor, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass in der Weltkirche sehr viel dazu passierte, zumindest nicht in unserem Sprachraum. Bücher und Artikel wurden veröffentlicht, das ja, aber Bewegung kam erst spät ins Spiel.

Zum Beispiel durch eine Fachtagung in Rom, die von den Bischofskonferenzen Frankreichs, der Schweiz und Deutschlands durchgeführt wurde und die von Theologen, Journalisten und den Synodenteilnehmern aus den Bischofskonferenzen besetzt war. Eine für mich sehr aufschlussreiche Konferenz, ich habe da sehr viel gelernt (ich dürfte dabei sein, weil ich eingeladen war, zu moderieren). Die Impulsreferate dazu sind auch unter dem Buchtitel „Theologie der Liebe“ veröffentlicht worden.

Im medialen Begleitfeuer ändert sich während dessen die Taktik. Statt immer nur auf Kardinal Kasper zu hauen, wurde nun ein neuer Vorwurf beliebt: die deutsche Kirche wolle die Zulassung zu den Sakramenten für wiederverheiratete Geschiedene, weil sonst viele Leute austräten und keine Kirchensteuer mehr zahlten. Es ginge also um Geld. Das hält einer ernsthaften Betrachtung hinten und vorne nicht stand, ist aber als laut klingender Vorwurf nicht ohne Attraktivität für all die, die das glauben wollen. Und vor allem für die, die unsere Kirche so gar nicht kennen und sich mit Oberflächlichem zufrieden geben, wie auch wir uns mit der Oberfläche andere Kirchen so gerne zufrieden geben. Und gleich dahinter ein zweiter Vorwurf: warum will eigentlich eine Kirche, deren Messen leer sind, lebhaften und wachsenden Kirchen vorschreiben, was in Zukunft zu machen sei? Weiterlesen

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Der synodale Prozess … was bisher geschah

Lesern dieses Blogs wird der Gedanke nicht fremd sein, dass „Dynamik“ einer der zentralen Begriffe ist, der hier zur Erklärung des Papstes und seiner Anliegen Verwendung findet. Dynamik in der Sprache, in der Haltung, bis hin zur „ständigen Haltung des Aufbruchs“, die der Papst selbst in Evangelii Gaudium als seine Absicht und sein Ziel beschrieben hat.

Das kann man auch im synodalen Prozess zu Ehe und Familie erkennen. Das kann man in den Synodenversammlungen erkennen. Und man muss kein Prophet sein um zu vermuten, dass Papst Franziskus sich treu bleiben wird und diesen Grundzug auch im Postsynodalen Schreiben erkennbar machen wird.

Um diesem synodalen Prozess zu Familie und Ehe auf die Spur zu kommen, möchte ich ihn anhand dieses Dynamik-Begriffs noch einmal nachzeichnen. Daran lassen sich die wichtigen Themen und Perspektiven identifizieren und damit lässt sich dann auch das Abschlussdokument des Papstes im Licht dessen, was geschehen ist und gesagt wurde, besser lesen und verstehen.

 

Prolog

 

Es begann mit einem Kardinal. Papst Franziskus hatte Ende Februar 2014 die Kardinäle nach Rom geladen, um neue Kardinäle zu erheben, es fand also ein Konsistorium statt. Diesem feierlichen Akt schaltete der Papst einen Studientag vor, nachdem er bekannt gegeben hatte, dass er zwei Versammlungen der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie abhalten wollte. Und für das Impulsreferat hatte der Papst Kardinal Walter Kasper gebeten, einen Text vorzubereiten.

Papst Franziskus leitet das Morgengebet bei der Bischofssynode in rom

Morgengebet bei der Synode

Von Anfang an ist also klar, dass der Papst einen Prozess will, eine Debatte. Auf den Einwand von Kardinal Kasper, er müsse intellektuell redlich dann auch über Dinge sprechen, die mindestens kontrovers seien, habe der Papst geantwortet, genau das wolle er. Nicht, dass damit klar ist, dass der Papst hinter dem Vorschlag steht. Aber er wollte die Debatte, komplett mit den kontroversen Themen. Der Papst spielt nicht auf Sicherheit.

Mit dem Name Kardinal Kasper verbindet sich aber gleich von Anfang an auch eine Verhärtung, die der Absicht des Papstes diametral entgegen steht. Man unterstellt Kasper alles möglich, bis hin zu Häresie. Er wolle die Lehre ändern und so weiter. Und anstatt auf die Frage zu antworten, die der Kardinal stellt, behandelt man es – in der Kirche wie in gewissen Medien – als ein Projekt, als Antwort, als Quintessenz einer „deutschen“ Theologie. Insgesamt vor allem was die Blogoshpere angeht ein sehr unappetitlicher Vorgang.

Außerdem gibt es auch gleich zu Beginn eine Verengung der Breite der Debatte auf eine Frage, maximal auf zwei: Erstens Wiederverheiratete Geschiedene und ihr Zugang zu den Sakramenten und zweitens Homosexualität. Ersteres liegt nahe, denn auch der Kardinal hatte das ja genannt, aber die ganzen anderen Themen der Pastoral zu Familie und Ehe werden schnell zu Gunsten dieser zugegeben schwierigen Themen an den Rand gedrängt. Alles soll sich an diesen zwei Fragen entscheiden. Eine Verengung.

Fragen wir den Papst, wie er auf das Thema Familie blickt. Direkt vor Beginn der ersten Versammlung der Synode hatte er in Rio de Janeiro, beim Weltjugendtag, zu Jugendlichen gesprochen: „Es wird gesagt, die Ehe sei heute „aus der Mode“ gekommen. Ist die Ehe aus der Mode gekommen? [Nein…]. In der Kultur des Provisorischen, des Relativen predigen viele, das Wichtige sei, den Augenblick zu „genießen“, sich für das ganze Leben zu verpflichten, endgültige Entscheidungen „für immer“ zu treffen, sei nicht der Mühe wert, denn man weiß ja nicht, was das Morgen bereithält. Ich hingegen bitte euch, Revolutionäre zu sein; ich bitte euch, gegen den Strom zu schwimmen; ja in diesem Punkt bitte ich euch, gegen diese Kultur des Provisorischen zu rebellieren, die im Grunde meint, dass ihr nicht imstande seid, Verantwortung zu übernehmen; die meint, dass ihr nicht fähig seid, wirklich zu lieben. (..) Habt den Mut, „gegen den Strom zu schwimmen“. Und habt auch den Mut, treu zu sein.“

Das ist nicht die Perspektive, in der in unseren Breiten auf das Thema Familie geschaut wird. Aber man muss sie im Blick haben, um zu verstehen, um was es gehen soll.

Im Vorgriff auf später darf ich schon mal aus der ersten Versammlung der Synode zitieren: Wenn es um Familie geht, dann soll man bitte nicht ins Schlafzimmer schauen, sondern ins Wohnzimmer. Also weniger Fixierung auf Sexuaralmoral, bitte.

 

Erster Akt: Vorbereitung

 

Hauptdarsteller dieses ersten Aktes – um im Bild zu bleiben – ist der Fragebogen. Der Vatikan hatte ihn versandt, um … ja warum eigentlich? Es gab viel Verwirrung um diesen Fragebogen.

Zuerst steht er einmal dafür, was der Papst „die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee“ nennt. Die Realität der Lebenssituationen der Menschen soll abgefragt werden. Dahinter liegen gleich auch Fragen: Ist die Wirklichkeit ein theologischer Ort, darf sie Wahrheit bestimmen? Und wenn ja, wie? Das alles wurde mit dem ungewöhnlichen und überraschenden Instrument des Fragebogens eher angerissen denn beantwortet. Dementsprechend hilflos fielen die Reaktionen darauf aus.

Der Fragebogen stößt aber auch praktisch schnell an Schwierigkeiten. Wir hier sind quantitative Meinungsumfragen gewohnt, sie sind Teil unseres politischen und medialen Geschehens. Das ist aber nicht auf er ganzen Welt so. Und wie will ich die Antworten aus sagen wir Österreich mit denen aus Uganda vergleichen? Chile? Indien? Weiterlesen

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Untergraben

Immer wieder bekommen wir hier bei Radio Vatikan Post und vor allem Emails, ab und zu auch Kommentare bei Facebook, die behaupten, AfD und Konsortien würden christliche Positionen vertreten. Dagegen kann man viel sagen und zitieren, ich möchte einfach nur ein Zitat anführen, eines von vielen, das mir bei der Vorbereitung der Sendungen für Drei Jahre Papst Franziskus noch mal in die Hände gefallen ist.

Das nicht, um hier einfach ein Zitat aufzukleben und das Autoritätsargument zu bemühen. Sondern um zu zeigen, dass man als Christ besonnen reden kann und muss. Und um zu zeigen, was hier gerade auf dem Spiel steht.

„Die augenblickliche Migrationswelle scheint die Fundamente jenes „humanistischen Geistes“ zu untergraben, den Europa von jeher liebt und verteidigt. Dennoch darf man sich nicht erlauben, die Werte und die Prinzipien der Menschlichkeit, der Achtung der Würde eines jeden Menschen, der Subsidiarität und der gegenseitigen Solidarität aufzugeben, auch wenn sie in einigen Momenten der Geschichte eine schwer zu tragende Bürde sein können. Ich möchte daher meine Überzeugung bekräftigen, dass Europa, unterstützt durch sein großes kulturelles und religiöses Erbe, die Mittel besitzt, um die Zentralität der Person zu verteidigen und um das rechte Gleichgewicht zu finden in seiner zweifachen moralischen Pflicht, einerseits die Rechte der eigenen Bürger zu schützen und andererseits die Betreuung und die Aufnahme der Migranten zu garantieren.“

Ansprache vor Diplomaten zum Neujahrsempfang 2016.

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Umkehr und Reform: Drei Jahre Franziskus

An diesem Sonntag sind es nun schon drei Jahre, die Jorge Mario Bergoglio Papst ist. Und eigentlich ist das ein Zeitpunkt zu dem viele Kolleginnen und Kollegen Resümees schreiben, Rückblicke, die Erwartungen noch einmal formulieren und so weiter.

Im vergangenen Jahr war das auch so, angehängt an das Zitat von den Karnickeln wurde so einiges zum Zwei-Jahres-Tag geschrieben. Dieses Jahr ist da wenig. In den innerkirchlichen Medien ja, aber außerhalb? OK, es gibt die Wahlen in Deutschland heute, es gibt die Flüchtlinge und die alles verdrängende US-Wahl samt Show, aber trotzdem wäre eigentlich Platz und Zeit.

Immer noch der Beste Ausdruck dessen, wofür der Papst steht (c) Herder Verlag

Immer noch der Beste Ausdruck dessen, wofür der Papst steht (c) Herder Verlag

Aber gut, die News-Cycles – wie man das auf schön Neudeutsch nennt – sind halt unberechenbar. Dabei gäbe es so einiges. Die bevorstehende Veröffentlichung des Papiers zum synodalen Prozess zu Ehe und Familie zum Beispiel, zur nicht abflauenden Reisetätigkeit des Papstes, zu seinem Alter und immer wieder geschürten Gerüchten über Rücktritt oder nicht-Rücktritt. Man könnte über die Vatikan Reform schreiben und die Frage, ob und wie und wann nun was kommt und dass das jetzt – wieder mal ‚jetzt‘ – endlich – wieder mal ‚endlich‘ – umgesetzt wird. Man könnte über die Spannungen schreiben, die er in der Kirche auslöst, der Papst bringt ja Unruhe mit sich. Und will das ja ganz explizit auch.

Das alles könnte man schreiben. Stattdessen möchte ich es bei zwei Worten belassen, die ich schon im Titel genannt habe. Umkehr und Reform. Wenn ich mein Denken über diesen Papst zusammenfassen sollte, eingedampft und auf zwei Worte beschränkt, dann wären das diese beiden Worte. Barmherzigkeit könnte man auch sagen, aus sich heraus gehen, Zärtlichkeit: wir haben in der Redaktion eine ganze Reihe von Zentralbegriffen identifiziert und in der vergangenen Woche auch eine kleine Reihe dazu gemacht. Aber das war bewusst eher beschreibend.

Reform und Umkehr sind eher analytische Begriffe. Ja, der Papst nennt sie selber auch, aber sie kommen bei weitem nicht so oft vor wie Barmherzigkeit und Zärtlichkeit. Trotzdem sind sie irgendwie das Rückgrat des Pontifikates.

 

Das Eine und auch das Andere

 

Und es sind nicht zwei Kapitel, zwei Abteilungen, zwei Absichten, es sind die sprichwörtlichen zwei Seiten derselben Medaille. Wenn man sich die eine Seite anschaut, gerät die andere etwas aus dem Blick. Wer nur geistlich schaut, wird die Notwendigkeit der Reform nicht betonen und wer nur an Vatikan-Geschichten interessiert ist, wird die Spiritualität und die Notwendigkeit einer inneren Haltungsänderung verpassen.

Beide sind nicht voneinander zu trennen, sind aber nicht das Gleiche.  Man kann die Reform nicht von der Person in die Struktur verlagern, es braucht das, was die Bibel ‚Umkehr‘ nennt, das Gewissen, das Gebet, die eigene Haltung, das was im Tagesevangelium von heute so wunderbar gesagt wird: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Man kann aber auch nicht die notwendigen Änderungen von der Struktur auf die Person schieben, alles geistlich betrachten als hätte das alles keine realen Folgen.

Wir sehen das seit drei Jahren hier im Vatikan und auf dem Petersplatz und bei den Reisen. Und weil da noch einiges zu tun ist, werde ich es an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen gleich tun und kein Resümee zu ziehen versuchen. Ist ja auch zu spannend, um es in eine Dose zu packen.

Also, auf viele weitere Jahre, ad multos annos, Papst Franziskus.

 

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„Der Gegensatz“: Bergoglio liest Guardini

Als Jorge Mario Bergoglio 1986 nach Deutschland kam, hatte er das Projekt einer Promotion im Kopf. Die Idee war, in Frankfurt über Romano Guardini zu arbeiten, einen in Italien geborenen deutschen Denker, Religionsphilosophen und Theologen. Schon während seiner Noviziatszeit habe er eine Ausgabe von Guardinis „Der Herr“ auf dem Bücherbrett stehen gehabt, berichten Mit-Novizen.

Guardini geht es um die konkrete Welt. „Der Gegensatz“ müht sich um einen Weg, das Konkrete erfassen zu können, es wissenschaftlich behandeln zu können ohne es in den abstrakten Begriff aufzugeben, also es konkret zu belassen. Das ist die Idee hinter seinem Projekt. Es ist ein „existenzielles“ und zugleich sehr „praktisches“ Anliegen, wenn man philosophiegeschichtliche Kategorien aufkleben will.

„Gegensatz“ darf dabei nicht mit „Widerspruch“ verwechselt werden, genau hier liegt der Punkt. Es geht um eine Wechselwirkung, wie er später, nachdem er schon aus Deutschland zurück war, in einem Vortrag erklärt.

Einen „Gegensatz“ nennt er, wenn zwei Momente einander ausschließen und doch wieder verbunden sind und einander geradezu voraussetzen, wie er schreibt. Statik und Dynamik sind so ein Gegensatzpaar, Dauer und Strömen, Stand und Wandel, Einzelheit und Ganzheit, Schaffen und Verfügen. Das eine kann ohne das jeweils andere nicht sein. „Nicht Synthese also zweier Momente in einen dritten“, das ist Guardini ganz wichtig. Die Gegensätze bleiben Gegensätze.

 

Gegensatz, nicht Widerspruch

 

Guardini beginnt immer damit, dass er fragt, als was sich das Leben selber erfährt. Als Zusammenhang, als gegliedert, als Handeln, als bezogen und so weiter. Und von dort aus sucht er das Gegensatzpaar, was dem entspricht. Dass er mit der Frage nach dem Lebendigen beginnt, hat mit der Ausgangsfrage zu tun, wie oben angedeutet. Er will das „lebendig Konkrete“ fassen. „Das Konkret-Lebendige ist als Einheit gegeben. Aber als eine Einheit, die nur in dieser Weise, als gegensätzliche, möglich ist,“ wie er sagt.

Die Gegensätze lassen sich nicht logisch fassen, also in Begriffe, denn es handelt sich ja um das Lebendige. Sie lassen sich nur beschreiben und ansprechen. Sie lassen sich nicht aufheben in größere Zusammenhänge oder aus ihnen ableiten.

„Guardini hat seine Methode zur Realisierung einer Vision entwickelt, die den Dingen Raum gibt“, erklärt ein Schüler von Jorge Mario Bergoglio, Jesuitenpater Diego Fares, den Ansatz. Man muss sie nicht festlegen, man muss ihnen nicht das „Lebendig-Konkrete“ nehmen. Und so kann man auch den Anderen, den Gegenüber, als lebendig-konkret ansehen, ohne ihn einzuordnen.

 

Einheit im Austausch

 

Dass der Papst sich selber zu Guardini äußert, ist aber selten. Eine Ausnahme war die Audienz für die Guardini Stiftung, im November vergangenen Jahres. In wenigen Worten zeichnet er das Grundanliegen des Theologen nach und zitiert ihn: „Im schlichten Entgegennehmen des Daseins aus Gottes Hand vollzieht sich der Umbruch aus dem eigenen Willen in den Willen Gottes hinüber; so wird, ohne dass das Geschöpf aufhörte, nur Geschöpf, und Gott aufhörte, wirklich Gott zu sein, lebendige Einheit“. Dann weiter: „Das ist der tiefgründige Blick Guardinis. Er hat wohl seinen Ursprung in seinem ersten metaphysischen Werk Der Gegensatz. Für Guardini ist diese „lebendige Einheit“ mit Gott in den konkreten Austausch der Personen mit der Welt und den Mitmenschen eingebettet. Der Einzelne erfährt sich verwoben mit einem Volk, einem „ursprünglichen Zusam­menhang von Menschen, die nach Art, Land und geschichtlicher Entwicklung eins sind“. Dem Papst geht es hierbei um den Begriff „Volk“, aber auch hier sieht man einen der „Gegensätze“, Einzeln und Einheit. Weiterlesen

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Der französische Papst

„Meine Spiritualität ist französisch”. Ein persönliches Bekenntnis von Papst Franziskus soll noch nachgetragen werden, am vergangenen Samstag hatte er die französische Gruppe, ‚Poissons Roses’ getroffen, das Stichwort „arabische Invasion“ hat die Debatte völlig zugedeckt.

Aber seine „französische Spiritualität“ finde ich interessant genug, um sie zumindest hier noch mal zur Sprache zu bringen. Pierre Favre SJ und Louis Lallemant SJ, zwei Jesuiten und Klassiker der Spiritualität des Ordens, nennt der Papst beim Namen, Favre kann als Franzose durchgehen, obwohl seine Heimat Piemont heute Italien ist. Dann zählt er Henri de Lubac SJ und Michel de Certeau SJ auf, zwei Jesuiten des vergangenen Jahrhunderts.

„Für mich ist de Certeau bis heute der größte Theologe“, zitiert La Vie aus der Papstansprache vom Samstag. Ein als Kulturphilosoph wahrgenommener Denker als der größte Theologe? Da ist noch viel Spielraum für Papst-Studien.

Wer hat Lust?

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