Post-post-faktisch

Die Redaktion von Radio Vatikan gratuliert dem Wort „postfaktisch“ zur Wahl zum Wort des Jahres. Auch wenn wir damit eigentlich selber lieber nichts am Hut haben wollen. Mit der Erkenntnis, dass „gefühlte Wirklichkeit“, die sich von Tatsachen nicht verwirren lassen, unsere Welt zunehmend bestimmen, sind wir dann auch in der Wirklichkeit von heute angekommen. So ist das, Meinung und Gefühl regieren die Welt.

Ganz so neu ist das aber nicht, wenn ich das an dieser Stelle einwerfen darf. Schon lange halten wir das Mittelalter für ‚dunkel’ und lassen da alle möglichen Dinge stattfinden, die sich – in Wirklichkeit – zu anderen Zeiten abgespielt haben, Hexenverfolgung zum Beispiel. Da fühlt man sich selber gleich viel aufgeklärter.

Postfaktisch? Gibt es schon lange.

Noch nie hatten wir so viele Daten über die Welt um uns herum wie jetzt, das Problem ist aber dasselbe geblieben: wie ordnen? Und was sagt das dann über uns? Wenn das Gefühl das Steuerruder in die Hand nimmt und Fakten, die ihm widersprechen, nicht mehr heran lässt, dann helfen uns auch all die Daten nicht mehr.

Durch unsere Gefühle interagieren wir mit der Welt, aber mit dem Gefühl ist es wie mit dem Gewissen: es muss gebildet sein, informiert, trainiert, erfahren, sich selber auch mal in Frage stellend. Nur dann funktioniert es auch gut.

Also, ran an die Wirklichkeit. Und das Wort „post-faktisch“? Das lassen wir dann hoffentlich mit dem Jahr 2016 zurück.

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55 Kommentare zu Post-post-faktisch

  1. Rudolf Elsebusch sagt:

    Mit großer Sorge kann man beobachten wie das „Postfaktische“ Stimmungen erzeugt, Menschen verführt und Abneigung bis zum Hass schürt. Ich frage mich, wer Handeln bzw. dazu beitragen kann, um diese Entwicklung zu stoppen bzw. eine Wendung in eine bessere Zukunft bewirken kann. Ich denke dass Schulen, Bildungseinrichtungen und alle Medien hier ein besondere Aufgabe haben.

  2. Das Wort ‚faktenresistent‘ brächte ja noch viel deutlicher auf den Punkt, worum es da geht. Denn ‚postfaktisch‘ klingt für mich fast noch zu freundlich, gerade so als sei es ein Zustand nach den Fakten, habe die Fakten gleichsam überwunden. Aber ob postfaktisch oder faktenresistent: Gehen wir die Überwindung dieser Zustände beherzt an!

  3. Herbert Klupp sagt:

    Ich stimme dem Artikel hundertprozentig zu. Kindisch, „jetzt“ so einen Begriff auszuloben ( nur um den „Rechtspopulisten“ eins auszuwischen ? ) wo doch diese Sache „Marke Uralt“ ist. Als ich vor einigen Wochen das erste Mal darüber stolperte, wie jetzt Donald Trumps Wahlkampf auf eine „neuartige“ Weise diskreditiert werden sollte, dachte ich sofort: und was war das in der DDR damals ? Im Vergleich doch postfaktisch hoch zehn ! Lüge über Lüge wurde von oben verordnet und „gefühlmäßig“ geglaubt – oder jedenfalls ein ( falscher ) Friede mit der Lüge gemacht. Sehr gut auch das obige Beispiel mit der „Hexenverbrennung im Mittelalter“. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, daß der „Durchschnittsdeutsche“ dem folgenden Satz zustimmt, obwohl ALLE einzelnen Satzteile vollkommen falsch sind. Der Satz lautet: „Im Mittelalter hat die katholische Kirche Millionen von Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.“ Die Tatsache, daß diese „postfaktische“ Aussage gefühlt immer noch durchgeht, wirft ein deutliches Licht auf das Ausmaß der „Gehirnwäsche“, welches der Durchschnittbürger durch SPIEGEL und STERN, ARD und ZDF usw erfahren hat und immer noch erfährt.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Lieber Herbert Klupp, Sie haben die bemerkenswerte Fähigkeit, einen Kommentar zu schreiben, dem ich zustimmen kann, bis Sie dann zur letzten Zeile kommen und wir völlig auseinander liegen. Ich widerspreche: es gibt keine Gehirnwäsche. Dass Menschen immer weniger Wert auf Fakten liegen, findet trotz, nicht wegen, der Medien statt. Natürlich gibt es auch dort immer wieder unter-recherchierte Artikel oder schlichtweg Fehler, das gibt jeder Journalist zu. Aber der Vorwurf einer „Gehirnwäsche“ ist falsch und unterstellt böse Absicht, wo keine ist.
      Außerdem würde das ja das Argument verdrehen: wer postfaktischen Erzählungen glaubt, ist eben kein Opfer, weil er oder sie den Medien geglaubt hat. Sie verlegen die Frage nach der Verantwortung, und deswegen muss ich auch hier widersprechen.

      • F. H. sagt:

        Lieber Pater Hagenkord,
        bitte lesen Sie genau: Herr Klupp ist exakt einer der Vertreter des Postfaktischen und damit sozusagen Verdreher des Faktischen:
        „Gehirnwäsche“ durch ARD, ZDF etc. (erstaunlicher- und lustigerweise nicht durch die „privaten“ also wirtschaftsfinanzierten TV-Sender), nicht Herr Trump habe diskreditiert, sondern Donald Trumps Wahlkampf sollte auf „eine ’neuartige‘ Weise diskreditiert werden“!
        Na, wenn das keine – ich wage zu sagen: unverschämte – Verdrehung von Tatsachen ist!

        Wie schon seit 3 Jahrzehnten durch die FPÖ und neuerdings durch die AFD werden hier Tatsachen einfach umgedreht, die Schuldigen zu Opfern und die Wahrheitssucher zu Beschuldigten gemacht.
        In Österreich ist es ja noch einmal gelungen, diese plumpe Art der Tatsachenverdrehung – ich nenne sie teuflisch, weil sie spaltend und destruktiv ist – abzuwählen, wir werden uns aber in den kommenden Monaten und Jahren hier wie dort massiv damit auseinandersetzen müssen.

        Wirklich ganz ungut wird es für mich, wenn diese Leute sich dann auch noch auf Gott („So wahr mir Gott helfe“) oder auf das Christentum oder ein selbstdefiniertes christliches Abendland berufen: mit dem Evangelium hat eine solche Einstellung nichts zu tun, es handelt sich hier ganz im Gegenteil – und ich bin Papst Franziskus sehr dankbar, dass er es auch immer wieder so deutlich benennt – um ein Werk des großen Durcheinanderwerfers, der es freilich ganz besonders auf die ganz Frommen (oder jene, die sich dafür halten) abgesehen hat.

      • Suarez sagt:

        Naja, Herr Klumpp ist schon auch anderweitig bekannt, z.B. auf dem islamophoben Hetz- und Suderportal kath.net. Dort verbreitet er seine Verschwörungstheorien aber wenig bemerkenswert unwidersprochen…

        • Silvia Brückner sagt:

          Suarez sagt:
          10. Dezember 2016 um 20:55

          So etwas nennt man Meinungsfreiheit, die in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte und in unserer Kirche doch wohl auch. Oder gilt das nur für die eigene Meinung? Und jemanden, der eine andere Meinung vertritt, darf man diskreditieren?

          Im Gegensatz zu Ihnen schreibt Herr Klumpp hier unter seinem Klarnamen und nicht unter einem Nickname, dh., er hat den Mut, öffentlich zu seiner Meinung zu stehen.

          • Suarez sagt:

            @Silvia

            1) Was macht Sie so sicher, dass Heribert Klumpp ein Klarname ist?
            2) Ich habe auch nicht die Meinungsfreiheit von Herrn Klumpp in Frage gestellt. Meinetwegen glaubt er an das geozentrische Weltbild oder an das Phlogiston.
            3) Ich habe schlicht in Frage gestellt, wie ernst zu nehmen jemand ist, der Verschwörungstheorien anhängt und schlicht jede Meldung glaubt!

    • Brigitta sagt:

      Also ich habe in meinem ganzen Leben noch nie das Gefühl gehabt, einer Gehirnwäsche zu unterliegen. Gehirnwäsche wurde in der Sowjetunion, in China und in Nordkorea angewandt – nachzulesen bei diversen Schriftstellern, die dies aus eigenem Erleben berichteten.

    • Gabriele Luzia sagt:

      Lieber Herbert Klupp, was die DDR-Zeit betrifft (und – nebenbei – auch anderes), kann ich Ihnen nicht zustimmen, erst recht nicht „… hoch zehn“. Zumindest ein ziemlich bedeutender Teil der dort lebenden Bevölkerung, nämlich diejenigen, die sich nie damit abfinden konnten (und die am Ende dieses UNDING von Staat zum Kippen brachten), was dort politisch lief, hatten eher das permanente Gefühl, dass dort nichts stimmt und das man das gerade NICHT glauben konnte, was diese Regierungen unter Ulbricht bis Honecker „ihrem“ Volk weismachen wollten! Also, ich weiß nicht, aus welcher Position heraus Sie dieses Beispiel wählten! Haben Sie dort gelebt?

  4. Hildegard Königs-Albrecht sagt:

    Das beste Beispiel für eine „postfaktische“ Debatte ist für mich die Gender-Ideologie. Sie widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    • Schade das auch die Kirche dieser unseligen Debatte aufsitzt.

    • Brigitta sagt:

      Jetzt bräuchten wir Chrisma, die das viel besser erklären könnte. Die Genderdebatte hat nun gar nichts mit postfaktisch zu tun. Denn die Genderdebatte ist der Versuch, unterschiedliche sexuelle Ausrichtungen zu erklären.

    • @Hildegard Königs- Albrecht

      In DIESER PAUSCHALIERENDER Rigorosität kann ich dem nicht zustimmen,gerade weil ich eine liebe Kollegin hatte, die Gott dankte, dass es ihr nach langer LEIDENSZEIT ermöglicht wurde auch als Frau im dazugehörigen Körper zu leben !!

      wir MÜSSEN LERNEN zu differenzieren, denn diese Frau hat NICHT aus Jux oder aus Spaß einfach mal so ihr Geschlecht transformiert..

      Wissen Sie, mit diesem sensiblen Thema wird oft sehr einseitig in „unseren“ Kreisen umgegangen -oftmals von denen die diese Menschen GAR NICHT PERSÖNLICH(!!) kennen

      • Carlos sagt:

        Man kann das eigene Geschlecht gar nicht ändern. Es ist in der DNA jeder menschlichen Zelle unauslöschlich ab Werk eingeprägt.

        Hormone oder OPs ändern daran nur Äußerliches.

        • @Carlos haben Sie wirklich schon mal einen transsexuellen Menschen PERSÖNLICH kennengelernt?
          So ist das: Mir geht’s um den BETROFFEN Menschen, Ihnen offenbar um die DOKTRIN#
          aber so gibt’s KEINE menschliche Lösung…

        • Suarez sagt:

          @Carlos,

          richtig, man kann (derzeit) die Gene nicht ändern. Aber der Mensch und seine Geschlechtlichkeit ist gottseidank nicht nur seine Gene.
          Was sagen denn eigentlich zum Fall eines Mannes (wenn man ihn so nennen darf), der genetisch mit XY-Chromosomen ausgestattet ist, aber durch einen kleinen Gendefekt eine verminderte Aufnahme (nicht: Produktion!) von Testosteron wären des Embryonalstatus, der Kindheit und Jugend hatte? Er hat alle primären und sekundären Geschlechtsmerkmale einer Frau. Wissen Sie, wann man festgestellt hat, dass etwas ungewöhnlich ist? Während seiner Schwangerschaft!
          Oder der Fall einer Frau, deren Ungewöhnlichkeit man ebenfalls während der Schwangerschaft feststellte: Sie bestand genetisch aus zwei Individuen. Im ganz frühen Embryonalstatus sind zweieiige Zwillinge unterschiedlichen Geschlechts miteinander verschmolzen, ihr Hirn war aus männlichem Zellmaterial, ihr Körper aus weiblichem. Ist das ein Mann oder eine Frau? Was ist mit Hermaphroditen?

          Letztlich zeigen Sie eine selbstgewisse, eitle Haltung des Immerbesserwissens ohne auch nur den Hauch von biologischer Bildung zu haben. Vielleicht machen Sie sich erstmal mit den biologisch-medizinischen Fakten vertraut, ehe Sie so schwadronieren @Carlos!

          • Carlos sagt:

            Die Behauptung, dass das Geschlecht eines Menschen nicht geändert werden kann, lässt sich auch aus anderen Prämissen schlussfolgern. Zum Beispiel:

            Mann- oder Frausein ist in der Regel an äußeren Merkmalen wie Geschlechtsorgane erkennbar, lässt sich aber nicht auf die Summe dieser Merkmale reduzieren. Man kann einen Mann mit ziemlicher Sicherheit an seinem Geschlechtsorgan erkennen, aber man wird nicht zum Mann, indem man sich ein männliches Geschlechtsorgan transplantieren lässt.

            Das Geschlecht, das man hat, lässt sich nicht ändern. Man kann nur so tun, als ob man plötzlich ein anderes Geschlecht hätte. Das ist allerdings ungefähr so irrtümlich wie zu denken, dass ein Mann plötzlich eine Frau ist, wenn er ein Kleid trägt und sich wie eine Frau kämmt.
            Gleiches gilt auch, wenn das Geschlecht eines Menschen nicht eindeutig ist. Wenn jemand das männliche und das weibliche Geschlechtsorgan voll ausgewachsen und reproduktionsfähig hätte, dann würde er nicht dadurch zum Mann, dass man ihm das weibliche Geschlechtsorgan entfernt oder umgekehrt. Ein solcher Eingriff mag in solchen Ausnahmefällen sinnvoll und erlaubt sein. Von einer „Geschlechtstransformation“ kann aber auch da nicht die Rede sein.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Ein gutes Beispiel dafür, der Wahrheit eine Identität zu geben statt sie ihr zu nehmen.

          • Suarez sagt:

            @Carlos

            Die Zeiten werden kommen, dass man ins Genom wird eingreifen können und auch Erwachsenen Individuen ein anderes Geschlecht wird geben können. Im Übrigen ist Geschlechtswandel adulter Wirbeltiere schlicht und einfach durchaus möglich.

            Sie verwechseln abermals gender und sex. Sie reduzieren nach wie vor das eine auf das andere. Geschlecht ist mehr als das biologische Geschlecht.

            Im Übrigen habe ich überhaupt nicht behauptet, dass das Geschlecht geändert werden kann.

            Lernen Sie Biologie, ehe Sie wieder schwadronieren.

          • Carlos sagt:

            Da scheinen Sie wieder etwas nicht verstanden zu haben. Ich behauptete gerade, dass Geschlecht nicht die Summe seiner Merkmale ist.
            Wie kommen Sie dann auf die Behauptung, ich würde Geschlecht auf das „biologische“ Geschlecht reduzieren?

          • Suarez sagt:

            @Carlos: „Man kann das eigene Geschlecht gar nicht ändern. Es ist in der DNA jeder menschlichen Zelle unauslöschlich ab Werk eingeprägt.“

            „Ich behauptete gerade, dass Geschlecht nicht die Summe seiner Merkmale ist.
            Wie kommen Sie dann auf die Behauptung, ich würde Geschlecht auf das „biologische“ Geschlecht reduzieren?“

            Ich zitiere Sie nur. Sie reduzieren das Geschlecht auf die Biologie (die im übrigen sehr wohl potentiell änderbar ist). Das soziale Geschlecht ist ja gerade etwas, was änderbar ist – und sich in der Geschichte auch schon vielfach geändert hat.

            Sie mäandern. Sie waren es, der von der unveränderbaren DNA geschrieben hat (was ja nicht stimmt, die DNA ist änderbar).

            Es bleibt dabei: Sie haben von Biologie wenig Ahnung.

          • Carlos sagt:

            @Suarez

            Ist das Durcheinanderbringen wirklich keine Absicht?

            – Ich habe geschrieben, dass das eigene Geschlecht nicht änderbar ist. Sie behaupten, ich hätte geschrieben, die DNA sei unveränderbar.

            – Ich habe geschrieben, dass das Geschlecht mehr als die Summe seiner Merkmale ist. Sie behaupten, ich reduziere das Geschlecht auf die Biologie.

            Auch hier: ich räume das nicht wieder auf.

    • Suarez sagt:

      Es gibt gar keine Genderideologie, sondern verschiedene, ganz unterschiedliche Theorien zur Entstehung und Bedeutung von gender und sex. Vielleicht befassen Sie sich mal genauer mit etwas, ehe Sie pauschal unherschlagen.

    • Wrightflyer sagt:

      Welche Gender“ideologie“??

      Die Genderforschung will nichts anderes als untersuchen, welche geschlechtlichen Unterschiede tatsächlich biologisch sind und welche gesellschaftlich lediglich anerzogen sind.
      Nicht jeder fühlt sich in den gesellschaftlich anerzogenen Rollen wohl, manche leiden auch darunter. Z.B. Männer die meinen eine Rolle als Herrscher der Familie, Herrscher über die Frau ausfüllen zu müssen: Es ist kein Wunder wenn diese dann ihre Frauen halbtot schlagen.

      Ich z.B. dürfte nach klassischen Vorstellungen garnicht existieren:
      Ich bin eine Frau, interessiere mich aber nicht die Bohne für Schuhe oder Klamotten, stattdessen bin ich Ingenieur geworden, mich interessieren Naturwissenschaften, Industrieanlagen, Abenteuerexpeditionen und Flugzeuge. Ach ja, ich mag auch Fußball.
      Umgekehrt habe ich einen besten Freund der sehr einfühlsam mit Menschen umgehen kann, während unseres Studiums in einer Einrichtung für Behinderte gearbeitet hat und bei etwas bessserer Bezahlung auch bereit gewesen wäre, das Studium zu schmeißen und dort dauerhaft zu arbeiten. Und wissen Sie was? Ich nehme ihn immernoch definitiv als Mann wahr.

      Ich kenne als weiblicher Ingenieur das Phänomen daß es viele Jungs gibt die zwar Ingenieur geworden sind aber nicht die Begabung dafür haben. Die meinen daß man als Mann solche „männlichen“ Berufe machen müsste. Zum Glück gibt es immernoch sehr sehr gute Ingenieure, aber leider auch Flaschen die beweisen daß die technische Begabung nicht auf dem Y-Chromosom liegt.
      Umgekehrt hatte ich mal bei einem Asthmatest mit einer Arzthelferin zu tun, da dachte ich wirklich daß das Mädel nicht dafür geeignet ist sondern das nur gelernt hat weil es ein „weiblicher“ Beruf ist: Ich habe auf den Provokationstest derart heftig reagiert daß ich fast aus der Kabine gefallen bin und sie meinte hinterher: „Haben Sie etwas gemerkt?“ Mit ein BISCHEN Aufmerksamkeit hätte man hören können daß ich kaum noch Luft bekommen hatte…

  5. Schulze sagt:

    Wer bestimmt, was wahr und faktisch ist? Die Medien, die Politiker, die sog. Intelligenz?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Da gibt es glaube ich Kriterien. Überprüfbarkeit zum Beispiel. Übereinstimmung mit Tatsachen, die Menschen unabhängig voneinander feststellen können. Sowas. Das kann man nicht einfach festlegen, weder die von Ihnen genannte Intelligenz, noch irgendwelche Verschwörungstheoretiker.

      • Schulze sagt:

        An welche Menschen haben Sie da gedacht? Wer sucht selbige aus? Etwas ein unabhängiges Gremium, dem vermeintlich alle relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen angehören? Vielleicht analog Plasbergs TV-Sendung hart aber fair? Und wer überprüft diese? Das ist illusorisch. Wie viele (welt-)politische Ereignisse der letzten Zeit soll ich Ihnen benennen, bei denen sich die Antagonisten gegenseitig der Unwahrheit beschuldigt haben, der Faktenverdreherei? Im übrigen ist der Ansatz des Begriffs „postfaktisch“ schon in sich falsch, bedeutet er doch an sich nichts anderes, als dass wir es in den Zeiten davor nur mit allseits akzeptierten Fakten zu tun gehabt hätten. Und das ist definitiv unrichtig.

  6. Carlos sagt:

    Ein weiteres gutes Beispiel für Postfaktizität ist der Kampf des Papstes gegen „Rigidity“.

    Postfaktizität ist nichts anderes als ein Symptom von Neurosen. Der eigene Feind muss um jeden Preis abgeschossen werden, weshalb man sich nicht so sehr um echte Fakten kümmert und auch bereit ist, derbe und fast vulgäre Sprache für den eigenen gerechten Krieg zu verwenden.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Was hat das bitte mit Rigidität zu tun? Meinen Sie, diese gäbe es gar nicht und der Papst würde das nur erfinden?

    • Suarez sagt:

      Mir scheint vielmehr, derjenige neurotisch zu sein, der das Nennen von wunden Punkten in der Kirche durch den Papst bekämpfen zu müssen scheint.

    • Wrightflyer sagt:

      Sich den Zustand der römisch-katholischen Kirche schönzufärben und zu behaupten daß nicht viele Gläubige unter einer starren Rigorosität gelitten hätten, ist auch keine geistige Gesundheit sondern Realitätsflucht.

  7. Die Tage habe ich noch meine Ängste im Artikel „Tiger im Busch“ zum ausdruck gebracht. Der Papst hat es die Tage noch etwas drastischer ausgedrückt. Diese Fakeblase sind mit die größten Gefahren unserer Zeit, wie man nun bei der letzten Wahl in der USA sehen kann. Es stimmt postkaktische Zeiten gab es immer aber noch nie so schnell wie heute. Seien wir aufmerksam und Danke Radio Vatikan für ihre Arbeit.

    • Wrightflyer sagt:

      Die gute Nachricht ist, daß die Amis den Trump garnicht gewählt haben.
      Selbst mit vielen verschwundenen Stimmen z.B. von Schwarzen oder Hispanics (es wurde schon vor Jahren aufgedeckt daß derlei Dinge in den USA leider geschehen) wurde Clinton mit 2,7 Millionen Stimmen Vorsprung gewählt. Dazu kommt noch ein kleinerer Anteil Stimmen für Jill Stein und 3 weitere Kandidaten.

      Auch wenn Trump jetzt Präsident wird, IST es ein Riesenunterschied ob die Amis ihn tatsächlich gewählt hätten oder nicht. Also ob man endgültig am Verstand der Menschheit zweifeln müsste.

  8. elke sagt:

    Eine sehr schöne Übung ist immer, wenn jeder nach postfaktischen Elementen in seinen eigenen Wortbeiträgen sucht. Ich beginne bei mir.

  9. Duden sagt:

    In nahezu jede faktischen Stellungnahme hier, und auch in
    den Beitrag selbst, gelangen postfaktische Partikel – vermutlich
    ohne dass es die jeweiligen Autoren bemerkt hätten. Die Wahrnehmung der eigene Wirklichkeit erscheint einem immer faktisch. -> Leider!

  10. Duden sagt:

    Wissen(-schaft) ist fast immer nur vorläufig.
    Oft folgen neue Erkenntnisse den alten Fakten.

    Zunächst galt auch die Behauptung die Erde
    sei eine Kugel als postfaktisch.

    Die Erdscheibe war für lange Zeit faktisch.

    • Roswitha Steffens sagt:

      Ich denke Erkenntnis eilt der Wissenschaft voraus und fordert den Glauben, der sie letztendlich durch das Leben führt.

    • Andreas sagt:

      Da bei einer Mondfinsternis die Form des Erdschattens stets rund erscheint, war die Erde schon immer eine Kugel. Für diese Erkenntnis brauchte es nur gute Augen und genügend Grips im Kasten.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Behaupten Sie damit, dass alle Menschen vor der Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist, dumm waren?

        • Andreas sagt:

          Unterstellen Sie, dass alle Menschen vor dieser Erkenntnis gute Augen hatten?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Als Historiker will ich nur einwenden, dass das Anlegen heutiger wissenschaftlicher Standards und Methoden und Erkenntnisinteressen auf vergangene Zeiten daneben geht. Sie benutzen die Vergangenheitsform „brauchte“. Damit beziehen Sie Zeiten ein, die sich die Welt anders erklärt haben, als wir das heute tun. Die Menschen waren aber nicht dümmer als wir heute, sie haben nur anders gedacht und ihre Aussagen über das, was die Welt im Innersten zusammen hält, anders formuliert.

      • Roswitha Steffens sagt:

        Wenn ich dazu bemerken darf, dass Erkenntnis nicht zu jeder Zeit allgemein zugänglich war sondern von einzelnen Personen getragen ist, die ihre Fähigkeiten dafür einsetzten Erkenntnisse für die Gegenwart und ihre Nachwelt so plausibel zu erhalten, dass nichts verloren geht. Will heißen, Wissen ist offensichtlich ein Gemeinschaftswerk, Erkenntnis dahingegen ist ein persönlicher Ertrag für das Gemeinwohl. Überheblichkeit hat noch niemanden in seiner Art zu leben gefördert, geschweige denn die Lebensgrundlagen mit ihm geteilt.

  11. Postfaktisch -. Was soll die ganze Aufregung? Das ist doch das, was wir schon die ganze Zeit über tun: Wir bilden uns spontan unsere Meinung (Vor-Urteil), probieren den Gedanken aus, gucken was passiert, wer was dazu sagt, und reflektieren, denken nach. Und so kommen wir langsam und schrittweise zu einer begründeten und abgewogenen Meinung. Der Punkt ist, dass das Nach-Denken, das Re-flektieren, das in Beziehung setzen zu anderen Wahrheiten in den neuen sozialen Bewegungen fehlt.

    • Roswitha Steffens sagt:

      Der postfaktische Teil der Menschheit stellt sich selbst in Frage, denn er handelt nicht nach den Maßstäben, die uns als Mensch vorgegeben sind, um das zu erreichen, was menschenmöglich ist.

      Stehen wir wirklich am Ende unserer Weisheit oder versucht dies in Frage zu stellen, wer ein Wort dafür in die Waagschale 2016 wirft?

  12. Wrightflyer sagt:

    Postfaktisch ist wahrlich kein neues Phänomen.
    Die heutige politische Lage haben wir einer langen Tradition der Lüge und Desinformation zu verdanken. Von dem Geheimgemauschel das mit zum Kriegsausbruch 1914 geführt hat bis zu denen der letzten Jahre, wie der Brutkastenlüge 1991, oder 9/11 oder den irakischen Massenvernichtungswaffen 2003. Oder den Märchenstunden der AfD. Letztere hetzt gegen Flüchtlinge um fleißig ihre eigene menschenverachtende Agenda zu vertuschen und ist damit leider erfolgreich: Kaum einer setzt sich mit der Tatsache auseinander daß die AfD z.B. die komplette Arbeitslosenhilfe abschaffen will.
    Putin ist auch gerade wieder fleißig dabei, antiwestliche Propaganda und Hetze gegen Homosexuelle zu streuen.

    Wir müssen uns aber stets bewusst sein was die Erfahrung der Geschichte uns lehrt:
    Wo immer Sündenböcke generiert werden, also Minderheiten wie früher die Juden in Deutschland oder heute Muslime in Polen und leider auch Christen in islamischen Staaten verfolgt werden, haben die Regierungen etwas zu verbergen. Gleiches gilt für Krieg gegen äußere Feinde. Je bösartiger der Westen im russischen Staatsfernsehen dargestellt wird, desto offensichtlicher ist daß sich die Probleme in Russland stapeln.

    Was Desinformation auf Facebook und co. angeht:
    Das Internet gibt es seit Anfang der 1990er, davor hieß es Datex-P, war teuer, langsam und zum Kotzen. Tim Berners-Lee am CERN hat unsere Welt von heute ermöglicht. Danke!
    Aber leider ist das Internet damit noch so neu daß swir es noch nicht geschafft haben, eine InternetZIVILISATION mit moralischen Maßstäben zu entwickeln. Wir fallen im Inet häufig noch auf eine frühere Evolutionsstufe, etwa in die Bronzezeit. Und wie grob die war können wir alle im AT bewundern…

  13. Herbert Klupp sagt:

    Lieber Pater Hagenkord, mit Befremden stelle ich fest daß Sie meine längeren differenzierten Ausführungen vom 11. Dezember 2016 um 19:58h
    ( zu DDR und heutige Medien ) sowie vom 11. Dezember 2016 um 20:15h ( zu ARD und linksgrüne Einseitigkeit unserer ÖR-Medien sowie der Bitte um Nachsicht wegen der falschen Vereinfachung durch das Wort „Gehirnwäsche“ ) gelöscht ? Ist es ein Versehen ? Ist es Zensur? Können Sie die beiden Beiträge bitte wieder „bringen“ ?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Dazu grundsätzlich mal die antwort: ich zensiere nicht, ich moderiere. In Ihrem Fall einen Kommentar, der ganz und gar nicht differenziert, sondern völlig undifferenziert und verallgemeinernd (siehe: „linksgrüne Einseitigkeit“) Behauptungen in die Welt setzt. Ich werde die beiden Beiträge deswegen hier nicht frei schalten, weil es ganz offensichtlich nicht um Debattenbeiträge oder Kommentare geht, sondern um Verunglimpfungen. Und die haben hier keinen Platz und werden deswegen moderiert.

      • Herbert Klupp sagt:

        Lieber Pater Hagenkord, ich habe niemand verunglimpft. „Linksgrüne Einseitigkeit“ von ARD und ZDF ist meine feste Meinung, die ich gerne mit hunderten Erläuterungen und Erlebnissen begründen kann, und es stellt ja den Worten nach keine Verunglimpfung dar. Oder würden Sie jemand, der der AfD ( fälschlicherweise ) eine „populistische Einseitigkeit“ nachsagt, auch (weg-)moderieren ? Nochmal: ich beschimpfe niemand, sondern bringe meine Meinung mit Argumenten klar und ja, auch „hart“ auf den Tisch. Diese meine Äußerungen dann (weg-)moderiert zu bekommen (auch hier bitte Klartext: es ist eben doch eine Unterdrückung des Textes. Moderation im eigentlichen Sinne hieße eher, den Text irgendwie „einzubinden“, durch eine Einleitung zu entschärfen, o.ä.) betrachte ich ganz einfach als Versuch, gewisse Argumente nicht hören zu wollen. Das ist bequem, denn dann braucht man weder darüber nachzudenken noch eine Gegenmeinung mühsam zu begründen. Eine (weg-)moderierte Meinung kann sich nicht durchsetzten, denkt der Mensch. Aber Gott lenkt, und glauben sie mir: die Wahrheit kommt doch! Siehe Trump!
        Meine Hochachtung zum Schluß: ich hätte nicht gedacht, daß Sie diese meine „Verfahrenskritik“ (Beitrag 13.12., 20:00h )dann doch wieder publizierten. Vielen Dank jedenfalls dafür!

        • Pater Hagenkord sagt:

          Bitte lassen Sie mich mein Vorgehen hier erläutern: es gibt – auch wenn es hart klingt – kein Recht auf Veröffentlichung. Deswegen wird auch kein Text unterdrückt, wie Sie sagen, sondern ich entscheide, ob er auf das Blog passt oder nicht. Solche Debatten wie diese hier lasse ich zum Beispiel normalerweise nicht zu, weil es vom Thema weg auf eine Meta-Ebene führt, vom Reden über das Reden. Das hilft in der Regel niemandem.
          Auch dürfen Sie gerne Meinungen haben, wie Sie möchten. Das haben einer Meinung heißt aber nicht, dass diese nicht beleidigend, verunglimpfend etc. sein kann. Das kann sie sehr wohl. Ihnen geht es um Urteile. ARD und ZDF sind „linksgrün einseitig“ stimmt einfach nicht. Das kann ihre Meinung sein, es geht aber an der Realität vorbei. „Populistische Einseitigkeit“ bei der AfD hingegen beschreibt deren Markenkern, das macht sie aus.

        • Suarez sagt:

          „„Linksgrüne Einseitigkeit“ von ARD und ZDF ist meine feste Meinung“

          Ideologische Verblendung – oder christlich gesagt: Herzensverhärtung nennt man es, wenn man sich so sicher ist, dass einen nichts mehr abbringt von der eigenen Meinung!

          „und es stellt ja den Worten nach keine Verunglimpfung dar.“

          Naja, das zu beurteilen, was Sie empfinden, ist das eine. Das zu beurteilen, was Sie schreiben, ist das andere – und es ist sehr wohl verunglimpfend!

        • Andreas sagt:

          Lieber Herr Klupp, heute kann jeder mit Internetanschluss – gewissermaßen als Abfallprodukt der Elementarteilchenforschung – seinen eigenen Blog „aufmachen“ und alles, was ihn innerlich bewegt, sofern es nicht gegen die guten Sitten und die Gesetze verstößt, seiner Mitwelt völlig ‚unmoderiert‘ mitteilen.

      • Suarez sagt:

        Danke, P. Hagenkord. Ihr Blog ist wirklich nicht der Ort für die Verbreitung rechtslastiger Verschwörungstheorien und für verunglimpfungen.

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