Schämt euch, Journalisten, schämt euch!

Wer für den Vatikan arbeitet, bekommt sehr schnell und mehr als einem lieb ist Einblick in die Arbeitsweise meines Berufsstandes. Vieles wird übertrieben, angespitzt, falsch dargestellt, Dinge werden weggelassen, kurz: Je konfliktreicher, desto besser. Der Gipfel journalistischer Qualität ist derzeit in der Schweiz zu finden: Die Überschrift „Papst will keine Sexfilme mehr verkaufen“ ist auf so verschiedenen Ebenen falsch, irreführend, ärgerlich und unjournalistisch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, mich zu ärgern.

Wäre ich gelassen, würde ich denken, dass dieser Schreiberling meine, der Papst habe bisher selber Filme verkauft, in einer dieser Zeitungskioske wohlmöglich, hinterm Bahnhof, unterm Ladentisch. Das allein zeigt, wie völlig absurd das Theater ist. Der Artikel selbst unterstützt die Überschrift natürlich nicht, die ist nur gewählt worden, weil es sexy ist und Leute das lesen. Für wie dumm werden wir eigentlich gehalten? Auch wenn es sich um „20Minuten“ handelt, es gibt ein Grundniveau, das nicht unterboten gehört.

Noch ein Beispiel gefällig? Das ‚Pur’ Magazin, das sich katholisch nennt, fragt auf der Titelseite ‚Bischöfe als Porno-Produzenten?’, schön mit Fragezeichen versehen, dass das nicht als üble Nachrede zu bezeichnen ist. Meinen die tatsächlich ‚Produzenten’ ? Doch wohl kaum!

Das ist Irreführung, das ist unprofessionell. Nur weil es mit Sex und Pornografie zu tun hat und endlich schön mit Dreck geworfen werden kann, fallen alle journalistischen Hemmschwellen.

Schämen Sie sich!

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