Stille und Wort: Weg der Evangelisierung

Eine Neue Sprache finden. Das Wort Gottes neu ausdrücken. Neue Wege der Kommunikation finden. Wenn wir von Verkündigung sprechen, dann sprechen wir meist vom Reden. Irgendetwas muss kommuniziert werden, damit es gehört wird und ankommt. Das gilt für jede Form der Verkündigung, auch und vielleicht ganz besonders für die Neuevangelisierung. Soweit ist das alles eingängig und nicht sonderlich neu.
Was soll also das Thema „Stille“ für den nächsten Welttag der Kommunikation? Im September hatte der Papst angekündigt, „Stille und Wort: Weg der Evangelisierung“ solle das Thema für 2012 sein.

Zunächst: Stille ist nicht nur ein Gegenmittel zur Überlastung von Wort und Bild, eine Art Erholung und sozusagen ein psychologischer Ausgleich, den wir brauchen, um die Balance zu halten. Das mag die Stille auch sein, aber das ist nicht alles. Stille ist integraler Teil der Kommunikation.

Stille ist der Ort der Reflexion, ohne Stille kein Willkommen für das Wort. Wenn das Wort uns nur als Anlass für eigenes Sprechen gilt, verlaufen wir uns in der Kakophonie des Dauersprechens, keiner hört mehr. Dies ist ein Phänomen, das uns aus dem Alltag nur allzu genau bekannt sein sollte. Die Stille ist also der Ort des Willkommens. Stille und Sprechen sind kein Dualismus, sondern komplementär, sie ergänzen sich, sie gehören zusammen.

 

In der Kirche wird der Welttag der Kommunikation normalerweise am Sonntag vor Pfingsten gefeiert, 2012 wird das der 20. Mai sein. In Deutschland wird er am zweiten Sonntag im September begangen, Es ist der einzige Tag dieser Art, zu dem Zweite Vatikanische Konzil (im Dokument Inter Mirifica) aufgefordert hatte. Zum Fest des heiligen Franz von Sales, dem 24. Januar, veröffentlicht der Papst seine Botschaft zu diesem Tag. Im letzten Jahr lautete der Titel: „Wahrheit, Verkündigung und Authentizität des Lebens im digitalen Zeitalter“.

 

 

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9 Kommentare zu Stille und Wort: Weg der Evangelisierung

  1. Annemarie Wachsmann sagt:

    Hier in Berlin gibt es den einen oder anderen Priester, der predigt so, dass ich sprachlos bin und wochenlang nachdenke..das ist konstruktive Stille. Wie ich sie liebe.Und Evangelisation.

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  3. Anna Maletzka sagt:

    Ja, es ist wahr. Das Schweigen und die Stille sind genauso wichtig wie das Wort selbst. Ohne Schweigen, und die Stille verliert das Wort an Bedeutung. Es ist dann auch nicht möglich, das Wort zu verarbeiten. Man kann schnell denken, aber zu schnell irgendetwas zu sagen hat Konsequenzen. Früher war dies so praktiziert, jetzt wird alles in den Topf „Meinungsfreiheit“ geworfen. 

  4. Petra Krafft sagt:

    Stell dein Leben auf lautlos und höre auf die leise Stimme in Dir… 🙂

    • Peter Strauss sagt:

      Ein sehr guter Freund von uns wurde im Alter schwerhörig. Trotz überdurchschnittlicher Intelligenz hatte er Probleme mit mehreren Hörgeräten auch der teueren Klasse. Irgendwann wan dann bei einem mit angepassten Acrylohrstöpseln versehenen Gerät die Batterie leer. Das war es totenstill. Er hat dann – er ist Maler – in seinem Atelier bis heute dieses Funktionslose Hörgerät im Ohr um seine Ruhe zu haben. Er genießt dies mit sichtlicher Freude. Stille kann also sehr schön sein.

      • Annemarie Wachsmann sagt:

        sowas kenne ich auch..es hat alles seinen sinn..ich hatte mal gewaltige ohrprobleme und habe zum hno arzt gesagt, hat auch vorteile..es ist alles sehr entspannt.

      • Petra Krafft sagt:

        Danke für ihren netten Beitrag Hr. Dr. Strauß ihr Freund ist zu beneiden manchmal wäre es wirklich schön wenn wir die lauten Stimmen die um uns herum sind abstellen könnten wir würden weit aus ruhiger leben.

  5. Anna Maletzka sagt:

    Ich glaube bevor man in der Stille mit Gott und sich selbst kommuniziert, muss man die Regel der Kommunikation mit dem Menschen beherrschen. Ohne dies kann die Stille gefährlich werden. Selbstgespräche können auch zur „falschen“ Gewissheit und Überzeugung   leiten. Deshalb schätze ich den Beitrag sehr und empfehle ihn mehrmals zu lesen 🙂
    Die Stille und das Schweigen ist in der Kommunikation notwendig. Kann aber auch sehr verletzend sein. Daher wieder – die Liebe soll die höchste Priorität haben. Wie immer 🙂 

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