Streitbare Synode

Teilnehmer der Bischofssynode morgens auf dem Weg in die Arbeitsgruppen

Schnappschuss: Morgens in der Bischofssynode, vor der Gruppenarbeit

Vor der Synode habe ich falsch gelegen. Wie andere auch habe ich gemeint und auch in Mikros gesagt, dass man sich nicht zu viel von dieser Versammlung der Bischofssynode erwarten soll, weil zu hoch geschraubte Erwartungen zwangsläufig zu Enttäuschung führen. Ich habe geglaubt, dass erst das Jahr der Vorbereitung für die nächste Synode und dann diese Versammlung im Oktober 2015 Neues bringt. Damit lag ich falsch, seit Montag liegt ein Papier auf dem Tisch, das eine Sprache pflegt, wie wir sie zuletzt in Evangelii Gaudium gehört haben.

Seitdem wird gestritten. Das meine ich auf die positivste Weise: die Vertreter der Weltkirche arbeiten, damit dieser Text von Kardinal Erdö ihr eigener Text wird.

Theologie wird probiert, Argumente getestet, Änderungsvorschläge debattiert, abgelehnt oder angenommen (was noch nicht Arbizu einer Änderung des Gesamttextes führt, aber zu einer Vorlage für das Redaktionsteam). Auch außerhalb der Aula hört man Kommentare in Interviews, einige äußern sich kritisch über den Text, andere zustimmend. Manchmal geht es auch rau zu, gerade in der Öffentlichkeit. In den Kleingruppen ist es eher ein konzentriertes und dichtes Arbeiten, aber auch hier sind nicht immer alle gleich derselben Meinung.

 

Arbeitsgruppen

 

Damit meine ich nicht, dass jetzt alle gegen alle debattieren, dass es keinen gemeinsamen Grund gäbe. Im Gegenteil. Ich war jetzt in einigen Kleingruppen dabei und möchte bezeugen, wie ernsthaft gesprochen wird und wie viel unausgesprochen gut gefunden wird. Aber wie das bei Textarbeit so ist: Man spricht darüber, was man ändern möchte. Wenn ich also Streit sage, meine ich offene, ehrliche, respektvolle Auseinandersetzung, nach der man sich zum Kaffee in der Lobby trifft und freundlich miteinander spricht. Das ist die gute Form von “Streit”, wenn ich bei diesem Wort bleiben darf. Es zeigt, dass das wichtig ist, dass das Ernst genommen wird.

Streit ist gut. Auseinandersetzung ist gut. Abwesenheit von Streit um des “lieben Friedens” Willen, falscher Irenismus wie es Papst Franziskus in Evangelii Gaudium nennt, hilft nicht.

Spätestens bei den Pressekonferenzen, wo neben den Journalisten auch viele Vertreter von katholischen Lobbygruppen anwesend sind, wird deutlich wie wichtig es ist, dass alles debattiert wird und der endgültige Text Hand und Fuß hat.

Ein Teil meiner Meinung vor der Synode bleibt gültig: Der Text dieser Bischofssynode ist immer noch kein endgültiger Text, es wird ein Vorbereitungstext für das kommende Jahr sein. Auch da wird es Streit geben, Debatte, Auseinandersetzung, Änderung, Zustimmung, Lob und all das andere.

In der Pressekonferenz vorgestern (Montag) sagte Kardinal Luis Tagle einen Satz, der so etwas wie unser Mantra im Pressesaal geworden ist: “The drama continues”. It does.

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74 Kommentare zu Streitbare Synode

  1. Veronika Rass sagt:

    Ja, wer hätte je eine solch dynamische Debatte im Vatikan erwartet, an der man im Vorfeld sogar teilnehmen durfte. Dürfen Glaubende den Zwischentext mit ihren Bischöfen vor Ort beraten als Vorbereitung auf dien 2. Teil der Synode im Jahr 2015.

  2. Veronika Rass sagt:

    Wer hätte je mit solch einer dynamische Debatte im Vatikan gerechnet und ein solches Medieninteresse in aller Welt an einer ausserordentlichen Bischofssynode erwartet!
    Beginnend mit der Einladung zur Beteiligung an alle Glaubenden und weiter fortgeführt mit einem Zwischenbericht, der kontroverse Einstellungen beinhaltet.
    Mich interessiert, ob Partizipation der Glaubenden ermöglicht wird zwischen den beiden Synoden. Wird Erzbischof Reinhard Kardinal Marx mit den deutschen Bischöfen die bundesdeutsche Öffentlichkeit beteiligen an der Diskussion um den Vorbereitungstext zu 2. Synode im Jahr 2015?

  3. Einfacher Gläubiger sagt:

    Wenn ich meine Meinung zu dieser Versammlung abgeben dürfte:

    1.)VERWIRRUNG
    Ehescheidung ist unmöglich, daher bringt dieses ganze Gerede nichts, im Gegenteil.

    Die Verwirrung unter den Gläubigen wird immer grösser. Zu unrecht. Denn diese Synode ist nicht befugt, den Glauben zu verändern. der Papst übrigens auch nicht.

    2.)TODSÜNDE
    Kommunion im Stand der schweren Sünde ist verboten.
    Daher können Homosexuelle und Ehebrecher keine Kommunion empfangen. Das wird sich auch niemals ändern. Auch wenn es sich manch ein homosexueller oder ehebrecherischer Priester/Laie so wünscht.

    3.)VERLOGENHEIT
    Die Herren Bischöfen wissen ganz genau, dass Punkt 1 und 2 nicht zu ändern sind, und betrügen die Welt, wenn sie anderen eine falsche Hoffung auf Legitimierung der Sünde seitens der Kirche machen.

    Diese Synode ist eine Farce und ein riesiger Skandal!

    Falls Rom hier nicht bald konsequent Farbe bekannt, ist der Schaden
    unabsehnbar!

    Will Rom noch ein Schisma riskieren?

    • Pater Hagenkord sagt:

      Nein, Rom will die Lehre Jesu Christi den Menschen nahe bringen, wie es ihr Auftrag ist. Natürlich will keiner die Lehre ändern. Aber das um-sich-schlagen, was sie in ihrem Kommentar vollziehen, ist nicht wirklich hilfreich zu verstehen, was genau vorgeht. Beton anrühren, immer nur wiederholen was im Katechismus steht ohne zuzuhören ist eine grobe Vernachlässigung der Botschaft der Inkarnation Gottes: Gott ist Mensch geworden, Gott nimmt den Menschen ernst, auch wenn er Sünden beim Namen nennt. Sie betrügen sich selber wenn sie meinen, alles könne bleiben, wie es ist.

      • smilodon sagt:

        Ein bisschen versteh ich den “einfachen Gläubigen” schon. Wobei ich ihm insofern widersprechen muss, dass der Empfang des Leibes des Herrn im Stand der Todsünde nicht “verboten” ist, der Betreffende es aber im ureigensten Interesse lassen sollte, weil er sonst eine weitere schwere Sünde auf sich häuft. Und deshalb hat die Kirche immer davor gewarnt.
        OK, wir wissen noch nicht, was bei der Synode rauskommen wird. Aber wenn es jetzt plötzlich wirklich wesentliche Lockerungen geben sollte, wäre ich auch verwirrt. Denn dann müsste ich mir folgende Frage stellen: Hat die Kirche in den letzten fast 2000 Jahren geirrt oder irrt sie jetzt? Wobei das dann allerdings auch wurscht wäre, weil egal, ob sie jetzt irrt oder vorher geirrt hat: Sie kann offenbar irren. Und dann drängen sich unweigerlich die Fragen auf: Wo überall irrt die Kirche noch? Was soll dann das Ganze überhaupt?
        Aber wir sollten die persönliche Verwirrung vielleicht doch aufschieben, bis die Synode von 2015 gelaufen ist.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Ganz ihrer Meinung: Nicht von der allgemeinen Aufgeregtheit ins Boxhorn oder sonstwohin jagen lassen. Ich bin mir sicher, dass die versammelten Bischöfe sehr genau wissen, was Lehre ist und Lehre bleibt. Es ist ja nicht unsere Kirche, wie der Papst nicht müde wird zu betonen, sondern die Kirche Jesu Christi.
          Aber: Unsere Wahrheit ist kein Satz von Regeln, unsere Wahrheit ist eine Person. Und Personen muss man begegnen, Wahrheit ist Begegnung, um noch einmal unseren Papst zu zitieren. Das bringt Risiken, weil jede Begegnung uns verändert. Wachsen lässt, über den bisherigen Horizont hinaus blicken lässt. Und darauf freue ich mich, auch bei dieser Synode.

          • Guardianus sagt:

            Welches Risiko bringt die Begegnung mit der Wahrheit?….dass ich der Wahrheit “nur” begegne. (wie jener reiche Jüngling), aber dann die Wahrheit wieder verlasse und “meine Wege” eben weiter gehe?
            Was nützt “mir” dann jene Begegnung außer der Tatsache, die Wahrheit vielleicht erkannt zu haben, aber “mich” dieser verweigere….aus welchem Grund auch immer? ….vielleicht die Furcht weniger vor der Wahrheit, die das Wort Gottes (auch im Fleisch) ist, als vielmehr auch vor der eigenen Wahrheit in die “mich” das Wort Gottes (wieder) hinein führen möchte: die -sagen wir mal- die Begegnung mir “mir”selbst….. Das Risiko liegt wohl darin, dass “ich mich” nicht verändere und somit sich dann aber “meine Wahrheit” ändert….: die Wahrheit ein anderes Gesicht bekommt: Nicht das Gesicht Jesu ( in dessen Ebenbildlichkeit….

        • Teresa_von_A. sagt:

          Smilodon,Einfacher Gläubiger; warum darf denn die Kirche nicht irren? 2000 Jahre Kirchengeschichte zeigen es uns.Irrtum war immer schon im Preis mit inbegriffen. Denken Sie denn, dass die großen Heiligen aus Spaß und Dollerei aufgestanden sind?Schauen Sie sich mal an, was Katharina von Siena, Kirchenlehrerin, alles angeprangert hat.Beim Klerus. Oder Franz von Assisi. Oder Teresa, die ja nun ein Jahr lang gefeiert wird, ohne dass der Großteil der Feiernden je ihre Werke gelesen hätte. Auch Kirchenlehrerin.Alle Ordensgründer und Ordensreformer hatten ihre Plage mit Kirche und wurden heiliggesprochen..Glaube mundgrecht ist eine Illusion und macht starr. Ist es nicht anstrengend, alle zu verdammen, die anders sind? Homosexuell und Todsünde in einen Topf zu werfen, Einfacher Gläubiger, ist sehr einfach. Man bemüht sich doch in der Synode. Also w a s ist da eine Farce, Einfacher Gläubiger?Ich finde es sehr erfrischend, dass alle Glaubensrichtungen zusammentreffen. Es war ie anders. Nur wir haben es nie mitbekommen. Die Auseinandersetzungen. Hinter den Kulissen war es immer sehr lebendig.Dogmen und Enzykliken und andere Äusserungen des Papstes sind nicht dasselbe.Nicht jeder, dessen Ehe zerbricht, ist Ehebrecher.

      • Peter Werner sagt:

        Sehr geehrter Pater Hagenkord,
        ich muss dem Kommentator “Einfacher Gläubiger” zur Seite springen.
        Laut Zwischenbericht vom Montag ist ein großer Teil dessen, was während der ersten Synodenwoche in der Generalversammlung geäußert wurde, eine große Gefahr für einen Grundpfeiler der katholischen Glaubenslehre, nämlich für Ehe und Familie(Stichworte: falsche An-
        wendung der Kategorie der Gradualität, Gefahr der künftigen Ungenauigkeit in den Prüfungsverfahren auf Eheungültigkeit, falsche Wertschätzung der Homosexualität).

        Die Statements des Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz und des Präfekten der Apostolischen Signatur sind weitere “Zaun-
        pfähle” für diese große Gefahr.

        Unter Papst Benedikt XVI. hätte es eine solche Synode nicht ge-
        geben!!!

        Die kirchliche Lehre zu Ehe und Familie ist klar, streng und schön.
        Sie basiert zu 100% auf Christus (s. Neues Testament) und schließt auch Wiederverheiratete und Homosexuelle nicht aus der Ecclesia
        aus. Wer sie, also die Lehre, sich zu Eigen macht, der weiß, daß er auf dem Weg der Heiligkeit ist, womit ich nicht sagen will, daß Versagen, Sünde und Schuld hier nicht mehr vorkommen. Aber auch dafür hat ja die Kirche ihre probaten, ebenfalls auf Christus basierenden Gegenmittel (Reue, Buße,Vergebung, Neuanfang).

        Ich sage es nochmal: die kirchliche Lehre im Allgemeinen und die Lehre über Ehe und Familie im Besonderen sind sehr gut, incl. aller Details,wie Verbot von Sex vor und außerhalb der Ehe,künst- liche Verhütung, Abtreibung etc.. Es kommt wesentlich darauf an, daß die Menschen auf die Kirche hören; auf der Synode wurde da-
        gegen die Priorität umgekehrt gesetzt: die Kirche solle mehr auf die Menschen hören, oft auch mit dem Unterton, sie solle den Men-
        schen gehorchen. Die Kirche muss ihrerseits wieder lernen, ihre Lehre und vor allem die damit verbundene Schönheit und Heiligkeit in ihrer Verkündigung klar und verständlich zum Ausdruck zu brin-
        gen und sich dabei von niemandem mundtot machen zu lassen, weder von der Homolobby, noch von Politik-Christen (WiSiKi,BdKJ, KFD, ZDK etc.)und auch nicht von anderen Religionen, von Ungläu-
        bigen und Medien. Dieses Lernen muss schon bei den Lehrern an theologischen Fakultäten und in Priesterseminaren beginnen! Bischöfe, die diesbezgl. mutig und eifrig sind (in D z.B. Bischof Oster von Passau und Bischof Hanke von Eichstätt), müssen dann aber auch von den einfachen Gläubigen nach Kräften unterstützt und verteidigt werden.
        Nicht folgen kann ich dagegen Bischöfen wie dem Erzbischof von
        Ancona in Italien, der mit seinen Äußerungen zu “mehr als eine Prise Demut”, “verwirrend verschiedene Formen von Ehe und Familie”, “neuen Dynamiken” und “für mich ist das Problem nicht so sehr Kommunion ja, Kommunion nein” ( im heutigen RV-Beitrag “Nicht so tun, als wäre nichts geschehen”)wirklich ein Glanzstück rela-
        tivistischen Geschwafels hingelegt hat, das mich sofort an Loriots “Rede im Bundestag” erinnerte. Googeln Sie das mal, lieber Pater,
        und dann dem Pfad auf youtube folgen, dann werden Sie sofort verstehen, was ich meine (“Das Selbstverständnis unter der Vor-
        aussetzung”, “Und das ist es, was wir unseren Wählern schuldig sind”, “Die konzentrierte Be-Inhaltung als Kernstück eines zu-
        kunftsweisenden Parteiprogramms” usw.) Bei Loriot ist es Ironie und
        Humor, beim Erzbischof von Ancona und in der Synode aber ist es
        traurige und erschreckende Realität.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Es wird sie nicht wundern, dass ich Ihnen nicht zustimmen kann und will. Christentum ist mehr, viel mehr als das Befolgen von Regeln. Heil erlangt man nicht dadurch, dass man der Lehre folgt. Heil erlangt man durch Jesus Christus. Franziskus nennt das Neo-pelagianismus, also die Vorstellung, durch mein eigenes Tun – durch meine Befolgung von Regeln – könne ich Heil erlangen. Das kann ich nicht, es ist geschenkt. Natürlich muss das, was Jesus uns aufgetragen und gelehrt hat, Folgen in meinem Leben haben. Ich muss als Christ für das Leben einstehen, für die Würde des Menschen und so weiter. Das kann ich aber nur konkret tun, nicht abstrakt. Lehre ohne Aktion ist Ideologie.
          Das bezieht sich dann auch auf den Erzbischof von Ancona in unserem Stück: Er schaut hin und berichtet von der Pastoral. Das mag Ihnen nicht passen, mit Relativismus hat das aber nichts zu tun.
          Noch etwas anderes: Wenn Sie sich den Text genauer ansehen, dann werden Sie feststellen, dass vieles von dem, was das von diversen Teilnehmern öffentlich kritisiert wird, so gar nicht drin steht. Ich sehe nicht, wo die “Kritik” treffen sollte. Warum sind die beiden Kommentare, die Sie oben erwähnen, zutreffend, Wuerl oder Kurtz oder all die anderen, die sich wertschätzend zum Papier äußern aber nicht? Suchen Sie sich heraus, was Ihnen passt?
          Noch eines: Unter Benedikt XVI. hätte es diese Synode nicht gegeben: Das ist zunächst einmal eine Behauptung, die sich nicht beweisen lässt, gegen die Geschichte lässt sich nichts beweisen. Sie verstecken sich in einer Vergangenheit. Das tut niemandem gut.

          • KRP sagt:

            Lieber P. Hagenkord wer glaubt unter Papst Benedikt hätte es das nicht gegeben der hat ihn nicht verstanden. Der hat seinen Rücktritt nicht verstanden und sollte sich sein Pontifikat nochmal genau ansehen. Meines erachtens ist er zurück getreten weil niemand da war der ihn richtig unterstützt hat und er in Folge seines Alters das nicht mehr leisten konnte. Deshalb so die Konsequenz gezogen hat und den Weg freigegeben. Und das aus dem vollen Glauben auf und mit Gott.

          • Silvia Brückner sagt:

            Lieber Pater Hagenkord, oder wie es Kardinal Marx so griffig formuliert hat:

            Jesus hat kein Gesetzbuch geschrieben!

            Ich bin dankbar, dass unsere Bischöfe sich getrauen (dürfen) freu und ohne Angst vor persönlichen Konsequenzen öffentlich ihre Meinung zu äußern.

            Das gilt dann allerdings auch für die, deren Meinung ich nicht teile:

            Jeder darf sagen, was er denkt und seine Meinung entsprechend begründen, keiner wird dafür diskriminiert, des Amtes enthoben oder sonst irgendwie “bestraft”.

            Das zu erleben ist eine Wohltat.

          • Küng-Verehrerin sagt:

            Danke, Pater Hagenkord, das ist ganz meine Meinung! Ich glaube, dass der Papst ganz auf Jesu Seite steht, wenn er mahnt, auf die Menschen zu hören.Wie oft hat Jesus die Pharisäer getadelt, die das Gesetz über die Menschlichkeit gestellt haben!

          • Peter Werner sagt:

            Ich muss Ihren Worten unbedingt noch entgegnen, weil ich vieles
            nicht so stehen lassen kann. Aber ich schaffe es erst Sa-Vor-
            mittag. Also bis dann.

          • AR35 sagt:

            Lieber Pater Hagenkord!

            Ich kann “einfacher Gläubiger” und Herrn Werner gut verstehen. Wir reden hier von einem Sakrament, einem Grundpfeiler der Kirche.

            Alle Päpste bis zu Benedikt XVI. haben betont, dass wiederverheiratete Geschiedene keinen Zugang zu den Sakramenten haben können. Und in der Synode wird jetzt dieser Zugang gefordert.
            Wenn Herr Werner sagt, unter Benedikt XVI. hätte es eine solche Synode nicht gegeben, dann hat er schon recht damit. Denn Benedikt hatte einen klaren Standpunkt. Und man muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass er einer Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten niemals zugestimmt hätte.
            Ich kenne den Standpunkt von Papst Franziskus bei diesem Punkt nicht, den kennt, glaube ich, niemand, aber einige Kardinäle und Bischöfe verfolgen doch offensichtlich das Ziel, alle Päpste vor Franziskus lügen zu strafen. Sollte die Synode 2015 den Weg frei machen für wiederverheiratete Geschiedene ist das doch eindeutig ein Bruch mit allen Vorgängern von Papst Franziskus, die sich ja eindeutig positioniert haben. Ganz zu schweigen davon, dass Christus unmissverständlich sagte, was Gott geeint hat, dass dürfe der Mensch nicht trennen.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Niemand, aber wirklich niemand, “fordert” den Zugang. Wer auch immer das behauptet, weiß nichts davon, was in der Synodenaula passiert. Und niemand will mit der Tradition brechen, oder wie Sie es formulieren: lügen zu strafen. Niemand, aber auch niemand hat die Unauflöslichkeit der Ehe und damit die Jesusworte in Frage gestellt.
            Sie verbreiten Angst und Unsicherheit mit solchen apodiktischen Behauptungen.
            Zweitens: Lesen Sie die Rede Benedikt XVI. 2005 vor der Kurie, die berühmte Rede über die Hermeneutik der Kontinuität. Diese Hermeneutik ist die Hermeneutik der Reform, gegen die Hermeneutik des Bruchs. Soll heißen: auch Benedikt XVI. hat eindeutig Reform und Kontinuität zusammen gesehen, gegen den Bruch. Papst Benedikt XVI. hier gegen die Synode in Stellung bringen zu wollen ist frivol.

          • AR35 sagt:

            Lieber Pater Hagenkord!

            Ich danke Ihnen für Ihr Antwortschreiben. Sie haben natürlich einen weitaus besseren Überblick über die Synode als wir Aussenstehenden.
            Ich weiss nicht, ob meine Feststellung frivol ist, aber bei allem, was man so in den Medien von der Synode hört, hat die ganze Sache doch ein leichtes “Geschmäckle”, wie man bei uns sagt. Ich lasse mich jetzt mal überraschen, was im Abschlussbericht geschrieben steht. Dann sehen wir weiter.
            Nochmals danke für Ihre Antwort!

          • Peter Werner sagt:

            Sehr geehrter Pater Hagenkord,
            ich muss Ihrer Antwort so ziemlich in allen Punkten widersprechen.
            Das einzige, wo ich Ihnen Recht gebe, ist die Gnade, die in der
            Taufe Besitz von unseren Seelen nimmt. Das ist ein Geschenk, ohne
            unser Zutun. Dennoch bleibt die Glaubenslehre grundlegend. Zur Verdeutlichung eine Analogie: Unser Körper; das Herz ist super-
            wichtig (=Gnade), aber ohne das Blut (=Lehre) könnte er auch nicht am Leben bleiben. Und zumindest wenn Erwachsene getauft werden möchten, bekommen Sie zunächst Katechese, also Unterweisung in der Glaubenslehre. Auch hier also strahlt auf: die Lehre ist wichtig! Nicht zuletzt läßt sich das auch aus den Evangelien, aus den Worten Jesu selbst, herleiten:
            “… bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.”(Joh 15,9-10)

            Oder an anderer Stelle gleich mit Bezug auf unser Thema Ehe und Familie:

            “Aber eher werden Himmel und Erde vergehen, als daß auch nur der kleinste Buchstabe im Gesetz wegfällt. Wer seine Frau aus der Ehe entläßt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; auch wer eine Frau heiratet, die von ihrem Mann aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.” (Lk 16, 17-18)

            Es mag ja vielleicht glaubensmäßige Genies geben, die in der Nachfolge Jesu immer alles richtig machen und offensichtlich betrachtet sich ja, zumindest im kulturellen Westen, die Mehr-
            heit als Genies, wenn man die übliche Beichtpraxis anschaut. Aber ich komme auf dem Weg der Nachfolge Christi ohne Orientie-
            rung an der katholischen Glaubenslehre nicht aus und ei-
            gentlich erlange ich erst durch die Lehre und ihr Studium Freude am Glauben. Dass diese Orientierung konkret sein muss und nicht im Abstrakten verharren darf, ist eine Selbstverständlichkeit, die man eigentlich kaum extra erwähnen muß.

            Ich habe den Erzbischof von Ancona (EvA) deshalb ins Feld geführt, weil seine Interviewaussagen so typisch waren für pastoralen Synodensprech: ziemlich wirr, zusammenhanglos und eben doch relativistisch. Es ehrt Sie ja, dass Sie sich vor den Bischof stellen, aber, wenn Sie ehrlich sind zu sich selbst, dann müssen auch Sie das eingestehen. Und wenn ich mir dann vorstelle, dass solche Hirten in Predigten und Hirtenbriefen auch im Pastoralen und Vagen bleiben und von Lehre kaum was durch-
            scheinen lassen, dann kriege ich Herpesbläschen auf meiner Seele und hohen Blutdruck.

            Ihre vorwurfsvolle Frage:”Suchen Sie sich nur das aus, was Ihnen passt?” ist schon so weit unter der Gürtellinie, dass ich fast nicht darauf eingehen möchte. Nur so viel: soweit es meine beruflichen u. familiären Pflichten zulassen, studiere ich, meist auf RV und kathnet das allermeiste über die Synode. Dabei ist mir von Statments von Wuerl und Kurtz nichts in Erinnerung, wohl aber von Marx. Und ich denke, als jemand, der die “katho-
            lische Szene” seit ca. 9 Jahren beobachtet, ja der selbst ein kleiner unbedeutender traditionsverbundener Teil von ihr ist, liege ich sicher nicht so verkehrt, wenn ich mit Beunruhigung reagiere, wenn gleichzeitig Marx zufrieden ist und bei Burke sich Sorgenfalten auf der Stirn zeigen.

            Zu Benedikt XVI. das Gleiche wie zum Ancona-Bischof: wenn Sie redlich wären, würden Sie es bestätigen. Unter Benedikt XVI. hätte es solch eine Synode nicht gegeben!!! Und das am allerwenigsten, weil er schon so alt ist und die Kräfte schwinden. Nicht selten hat Benedikt sich zu Ehe/Familie in Predigten und Schreiben geäußert und nichts von diesen Äußerungen deutete darauf hin, dass er die Notwendigkeit sah, die Haltung der Kirche zu ändern. Und
            so ist es auch: nicht pastorale Wassersuppe nährt uns alle, auch die Wiederverheirateten und die Homos, sondern Jesus Christus. Und die katholische Glaubenslehre ist seine Ausführungsbestimmung für den einzelnen Gläubigen wie für die ganze Kirche.Wenn EB Gäns-
            wein mal wieder in D ist und ich die Zeit habe hinzufahren, werde
            ich diese unsere Streitfrage auch an ihn richten. Bin gespannt,
            was er dazu sagen wird. Ich sehe auch nicht, wieso ich mich hier in der Vergangenheit verstecke. Ich weiß aber: der Ratzinger-Papst hat kein Fishing for compliments betrieben.

            Zum Schluß noch eine Frage: Ab wann gilt bei einer Abstimmung in der Synode ein Schlussdokument (relatio synodi) als angenommen? Bei einer einfachen Mehrheit, bei 2/3- oder 3/4-Mehrheit?

      • Peter Werner sagt:

        Nachtrag
        Selbst auf die Gefahr hin, Eulen nach Athen zu tragen, möchte ich
        Ihnen noch Dr. Johannes Hartl, den Gründer und Leiter des Gebets-
        hauses Augsburg ans Herz legen. Dem Thema dieses Blogs gemäß em-
        pfehle ich ganz konkret seine Lehrserie “Am 6. Tag schuf Gott den
        Sex” (finden sie auf youtube). Das ist ein Musterbeispiel für eine
        lehrmäßige und glaubenstreue Verkündigung zu Ehe und Familie. Ich
        bin sicher, wenn Sie sich das angeschaut und angehört haben, werden
        Sie sagen:” Wow! Es geht also doch: die kirchliche Lehre kann er-
        folgreich verkündet werden. Warum kriegen das Bischöfe und Prie-
        ster bloß nicht hin?”

        • Teresa_von_A. sagt:

          was bekommen die bischöfe nicht hin? es geht doch auf der synode nicht darum, sodom einzuführen und zu fördern, sondern, dass niemand sich ausgeschlossen fühlt.was den 6. tag und den sex angeht, das ist privatsache, falls sie wissen, was ich meine.zauberwort distanz.ich weiß nicht, warum dieses thema immer so wichtig ist.das hat ja fast was pornografisches, dieser fromme blick ins schlafzimmer anderer.

          • Peter Werner sagt:

            Sie bekommen eine authentische Verkündigung dessen nicht hin, was
            die Kirche zur Ehe und zum Verhältnis Mann/ Frau sagt.
            Sie versuchen es gar nicht erst. Wann haben Sie zuletzt eine Pre-
            digt dazu gehört und wie oft haben Sie jemals Predigten dazu ge-
            hört? Nach meiner Erfahrung, und dass wurde mir vielfach bestä-
            tigt, herrscht da auf den Kanzeln ziemlich tote Hose. Man will
            scheinbar nicht anecken, also ist Schnauze halten angesagt.

            Ihre anderen Äußerungen zeigen, dass Sie mich nicht verstanden
            haben (Privatsache, Distanz, Pornografisches, frommer Blick).

            Die Kategorien um die es mir geht, um die es auch Johannes Hartl
            geht und der Kirche sowieso, sind das Wesen von Mann und Frau,
            das Wesen der Ehe, warum es Scheidung nicht geben kann, warum
            Ehebruch eine schwere Sünde ist und ähnliches.

            Aber schauen auch Sie sich das mal auf youtube an. Ist wirk-
            lich ein gut gemeinter Tipp von mir, ohne jede Bosheit. Mich haben
            diese Vorträge jedenfalls wirklich begeistert und ich habe jetzt
            eine viel bessere Motivation ein im christlichen Sinne guter Ehe-
            mann zu sein. Danach können wir uns gerne nochmal austauschen. Ich
            schaue immer wiedermal in diesen Blog hinein.

  4. Einfacher Gläubiger sagt:

    Kann ich nicht so gelten lassen, Herr Pater.

    2000 Jahre Kirchengeschichte und der Heilige Paulus (Gal 1,6-9) sind auf meiner Seite.

    Und wer ist auf Iherer Seite? Kardinal Kasper?;-)

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wenn das so einfach ist. Sie meinen also, Paulus spräche von ihnen? Das ist schon ein wenig vermessen.

    • Guardianus sagt:

      Sie stellen die falsche Frage “einfacher Gläubiger”. Wichtig ist nicht, wer auf “meiner Seite” oder ” hinter mir” steht, denn: was allein wichtig ist und allein zählt ist, dass ” ich” auf der richtigen ( rechten) Seite stehe, bzw. im Wort Gottes.

      • Teresa_von_A. sagt:

        Guardianus, dass man in diesem einsamen Stand immer wieder kämpfen muss, wissen Sie ja, denke ich, ich dachte mir Ähnliches heute. Beispiel die Heiligen, die alle in gewisser Hinsicht einsdam waren, aber nie aufgegeben haben..Das ist eine Gratwanderung zwischen Kontakthalten zu anderen Religiösen, aber seinen eigenen Glauben nicht von deren Wohlwollen abhängig machen. Bei mir ist es eher die Zugehörigkeit zur Kirche,die ich oft hinwerfen möchte. Glaubensprobleme kenne ich nicht so. Aber ich denke auch nicht, dass ich unbedingt auf der Seite des Herrn bin, Guardianus. ;-). Der Weg in den Himmel ist steinig, hieß es früher immer.Sich nicht einschüchtern lassen,. Nicht überheblich werden, Abstand halten wo man ihn braucht und Gemeinde…die Bischöfe machen mich überhaupt nicht nervös. Ich kenne die Differenzen aus meinem Theologiestudium.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Herr Werner,die Kanzel ist eher zum Bibelauslegen gedacht, weniger zum Moralpredigen.Wie oft ich jemand predigen gehört habe..was denken Sie, was in Berlin los ist? Wir haben von Petrusbruderschaft über Opus Dei und Regnum Christi, Neokatechumenat und charismatische Erneuerung und Kirche von obdachlos unten alles im Angebot.Bis hin zu Jesuiten intellektuell.In den Schlafzimmern der Anderen halten sich grundsätzlich rechts Unten auf. Ist sicher eine Sache des Wohnortes, die tote Hose. Bei uns ist die Welt bezgl Verkündigung und Unterstützung und Bekenntnis seitens der Kirche bestens.Ebenso Oekumene.Ich kenne Kirchen von innen, von deren Existenz Sie sicher nichtmals wissen. Für gute Angebote hat allein unser verflossener Kardinal Woelki gesorgt.Erzbistum Berlin, aus der Hauptstadt. :-). Die Bischöfe in Rom hatten erstmal nicht mein Vertrauen. Aber das vorläufige Ergebnis stimmt mich positiv.Ich habe am Montag mit einem über 80 jährigen Pfarrer telefoniert.Aus Paderborn: Was meinte der? Ach, da ändert sich ja doch nichts…Irrtum. Den Menschen zugewandt, so dass sich niemand ausgeschlossen fühlt. 2000 Jahre Kirche kann man nicht mit simplem Denken bewältigen.In Berlin leben Menschen, die woanders und zwar auch in Deutschland, unerwünscht sind. Man ekelt sie raus aus den frommen Gefielden, verlernt auf die Art, sich auseinanderzusetzen und will vom grünen frommen Tisch noch uns Vorschriften machen?Wir fürchten, was wir nicht kennen, hat Kardinal Woelki immer gesagt.

  5. KRP sagt:

    Wer anderen Todsünde, Verwirrung und Verlogenheit unterstellt…DER WERFE DEN ERSTEN STEIN.

  6. KRP sagt:

    P. Hagenkord bemüht sich offen, fair und in einem guten journalistischen Still über diese Synode zu berichten und es folgt nur Blicke zurück in eine mittelalterliche längst vergangene Zeit und es wird ihm dabei noch sein Glaube abgesprochen. Wenn in der Synode so ein Ton herrschen würde wie in so manchen Blogs und Sozialen Netzwerken wo man bei Kritik hinausgeschmissen wird dann glaube ich wäre die “Kirche” längst im Nirwana verschwunden.

  7. Teresa_von_A. sagt:

    Religion ist lebenswichtig für Religiöse, da hätten viele gern eine konstante Richtung. Das verstehe ich. Ein langer BLick in die Kirchengeschichte und Liturgiegeschichte zeigt, es war in der Kirche niemals heile Welt und niemals eine Richtung. Viel Gewalt auf jeden Fall und unsere großen Heiligen, die immer wieder ihr Leben aufgeopfert haben für den Bestand der Kirche. Mich macht der sogenannte Streit, den ich Disput nenne, hört sich harmonischer an :-)- nicht nervös, ich freue mich, dass offensichtölich jeder sich traut. Was ich von Kirche e r w a r t e, nachdem sie ja in den 70 ern und drumerhum bequem mit den Wölfen geheult hat und die Nachfahren heute die Folgen in Form von Mißbrauchsaufarbeitung am Hals haben, dass sie sich e i n d e u t i g äussert. Als Angebot, das ist unser Familienideal, das ist unser Eheideal..ohne andere zu diskriminieren oder gleich auszuschließen und die Basis kann sich gut um die eigenen Sünden kümmern, anstatt auf die unzüchtigen anderen zu schielen..was unsere deutsche Gesellschaft an Familienideal hat, Kinder kosten, Karriere muss nebenbei sein(eher Kinder nebenbei), Lebensabschnittspartner, Patchworkfamilie..Abtreibung im Zeitalter der zahllosen Verhütungsmöglichkeiten,ausgesetzte Babies,die Kinder werden nie gefragt..das steht mir bis obenhin. Kirche macht Angebote und hilft, so ist es bereits im Erzbistum Berlin. Wie reden Ehepaare miteinander, was tun, wenn Trennung droht, auch Kurse für Getrennte..Familiengottesdienste..und einfach nicht aus Romantik kirchlich heiraten lassen, sondern erklären, was man da verspricht..Das erwarte ich von Kirche, sonst wird es sein wie bisher–die unten gehen ihren Weg und die oben bekommen nichts mit.Mir gefälltdas kirchliche Familienbild, wer heiratet, hat auch Ideale.Ich möchte aber nichts von den kirchlichen Idealen aufgezwungen bekommen.

    • Peter Lehmann sagt:

      @ Teresa
      Sie sagten neulich, in meinen Augen, sehr treffend, das Gott verzeiht und das wir alle verzeihen sollen, nur Kirche verzeiht nicht. Ich denke das trifft den Kern der Sache. Es sieht tatsächlich so aus, als stelle sich die Kirche über Gott.
      Jesus selbst beschützt eine Ehebrecherin vor Strafe durch die Menschen. Tut das jemand, der den Täter schon aufgegeben, der den Täter im inneren selbst schon zur ewigen Verdammnis verurteilt hat ? Ich denke nicht. Er sagt nicht “Du seist ausgeschlossen”. Er gibt eine neuerliche Chance. Gehe hin und sündige fortan nicht mehr. Die sich als Kirche Gottes verstehende Instituion RKK aber maßt sich an zu sagen: “Du hast gegen eine Regel verstoßen Du darfst nicht mehr mitspielen”. “Ich aber sage Euch: Derjenige von Euch der ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein”. Ich denke die Kirche sollte sich darauf beschränken, die Regeln zu verbreiten und die Einhaltung der Regeln durch Aufklären und mahnen einzufordern, nämlich, das Verstöße gegen die Regeln Konsequenzen (nicht irdische, für das Seelenheil) haben können. Aufgewogen werden die Taten dann einzig und allein durch die Urteilsverkündung des “Oberste Gerichtes”. Das steht Kirche meines Erachtens nicht zu.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Dem möchte ich widersprechen. Es geht hier um ein Sakrament, und das ist für uns etwas so Heiliges, dass es nicht einfach gegeben werden kann. Es ist unserer Verfügung entzogen. Das hat nichts mit “nicht mehr mitspielen” zu tun. Das hat auch nichts mit ausschließen zu tun. Das ist auch keine Anmaßung. Eine Trennung zwischen irdischer und himmlischer Kirche, wie Sie es andeuten, ist nicht unser Verständnis von Kirche, das Reich Gottes ist jetzt schon unter uns. Abfanghaft, in zerbrechlichen Gefäßen wie Paulus es sagt, aber schon da.

        • Peter Lehmann sagt:

          Geehrter P. Hagenkord
          Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber wenn jemand wie Sie, fernab jedem eigenen Erlebens,über das heilige Sakrament der Ehe spricht ist es für mich immer ein bisschen so, als wenn ein blinder über Farben spricht.
          Eine Trennung zwischen irdischer und himmlischer Kirche ist nicht das Verständnis von Kirche. Himmlische Kirche was soll das sein ? Wollen Sie mit Ihrer Antwort andeuten, dass die RKK berächtigt wäre Menschen zur Verdammnis zu verurteilen ? Und dass soll nicht anmaßend sein ? Wann hat Gott der Kirche dazu die Befugnis dazu gegeben ?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Sie haben das Thema des Sakramenten indirekt angesprochen, ich habe darauf geantwortet. Ich nehme tatsächlich übel, wenn mir jemand Redeverbot erteilen will. Ich bin nicht blind, ich kann sehen und ich kann denken und lasse mir beides auch nicht nehmen.
            Den zweiten Teil Ihrer Antwort verstehe ich nicht. Sie haben doch die Trennung eingeführt, das würde alles beim letzten Gericht verhandelt und nicht hier auf Erden.
            Der Kirche sind die Sakramente anvertraut, hier uns jetzt. Dem versuchen wir alle, gerecht zu werden. Hier uns jetzt.

          • Peter Werner sagt:

            Der erste Abschnitt Ihres Beitrages ist unverschämt gegenüber dem
            Pater. Selbstverständlich kann er sich zu Ehe, Familie und sogar
            Sex äußern, gerade aus dem christlichen Blickwinkel heraus. Sie
            sollten sich für diese Äußerung in aller Form entschuldigen!

            Zum Zweiten Abschnitt: da wo Jesus zu Petrus sagt:”Dir sind die
            Schlüssel des Himmelreiches gegeben. Was du auf Erden bindest, wird
            auch im Himmel gebunden sein und was du auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein.” In dem Moment hat Gott der Kirche die Befugnis dazu gegeben, Sünden zu vergeben oder eben auch nicht zu vergeben (wenn keine Reue vorliegt).

          • Peter Lehmann sagt:

            Geehrter P. Hagenkord
            Ich habe keine Trennung zwischen irdischer und himmlischer Kirche eingeführt. Ich habe zwischen Kirche und Gott unterschieden. Das ist für mich auch ein Unterschied. Wenn ich Sie hingegen richtig verstehe, setzen Sie Kirche und Gott gleich.
            Und damit beantworten Sie auch meine Frage. Sie halten offenbar die Kirche für zuständig, Menschen zur ewigen Verdammnis zu verurteilen. Meiner Ansicht nach steht einzig Gott zu. Und mit dieser Auffassung denken Sie, das die Kirche nicht anmaßend ist?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das war nie meine Auffassung und ich habe auch keine Ahnung, wie Sie darauf kommen.

          • Peter Lehmann sagt:

            Geehrter P. Hagenkord
            Ihre Worte an mich:”… Sie haben doch die Trennung eingeführt, das würde alles beim letzten Gericht verhandelt und nicht hier auf Erden….
            Wie bereits gesagt habe ich zwischen Kirche und Gott getrennt, weil es meiner Ansicht nach nur von Gott verhandelt werden kann.

            Ihre an mich gewandten Worte lesen sich mich jedoch so, dass es auch auf Erden verhandelt wird, weil Sie ja nicht trennen.
            Was denn nun ? Wird es auch auf Erden verhandelt?
            Wenn ja, von wem ? Ist die Kirche nun in Ihren Augen befugt die Menschen zur ewigen Verdammnis zu verurteilen oder nicht ? Ist die Kirche in Ihren Augen Gott gleich oder nicht ?

          • Pater Hagenkord sagt:

            Nein, die Kirche ist nicht Gott, aber die Kirche hat den Auftrag, die Sakramente zu “verwalten”, wie die Übersetzung etwas unschön sagt, und zu schützen. Das hat nichts mit “darf nicht mehr mitspielen” zu tun.

          • Peter Lehmann sagt:

            Geehrter P Hagenkord
            Das soll sie ja auch tun. Die Frage ist, ob sie dazu ausschließen muss/darf, wo selbst Christus nicht ausgeschlossen, sondern verziehen hat?

          • Peter Lehmann sagt:

            GeehrterHerr P Hagenkord
            Selbstverständlich sind Sie nicht blind und brauchen sich nicht den Mund verbieten zu lassen, aber in punkto Ehe, so richtig mitreden können Sie trotzdem nicht.
            Es ist ganauso, wenn die Päärchen in punkto Zölibat mitreden. Ohne eigenem Erleben bleibt es Stückwerk.
            Ich verstehe den Zölibat auch nicht. Sinnvoll sehe ich darin ausschließlich, dass damit die Herausbildung kichlicher Familiendynastien vermieden wird(werden soll?).
            Unter diesem Gesichtspunkt halte ich ihn für sehr gut, so dass ich hierin die Kirche wirklich als fortschrittlich ansehe. Ich glaube, ein geschickt aufgebautes, möglicherweise auch nur begrenztes, “Vererbungsverbot” von Macht und Eigentum in den gesellschaftlichen Instituionen und auch im Privaten würde der Menscheit gut tun. Dann würden die Karten auch mal neu gemischt und vieleicht sogar weitgehende Chancengleichheit hergestellt.

      • Teresa_von_A. sagt:

        wenn ich bedenke, herr lehmann, wer alles am tisch des herrn beim letzten abendmahl gesessen hat und nicht ausgeschlossen wurde…ich frag mich auch,warum bestimmte kreise es so nötig haben, andre in die verbannung zu schicken. nun sind die bischöfe samt papst gnädig und schon kommt der sturm der frommen entrüstung.angebote machen und hilfe und was die sakramente angeht, mal nachdenken, wem man sie spendet. ich habe schon mal den eindruck, da ist die statistik wichtiger als das sakrament.herr pater hagenkord, reich gottes ist ein begriff mit vagen fragezeichen. das paßt hier nicht. kommunionempfang nur für die guten? dann..tschüss auch für eine ganze menge anderer gruppen.nimmt man etwas heiliges und straft andere mit entzug? nein, das will ich nicht begreifen. mal davon ab kenne ich eine ganze reihe jesuiten, die ganz anders handeln..also, sind die nun sünder? oder reicht es denen? es gibt eine ganze reihe von vorarbeiten, solange die nicht geleistet sind, ist ausschluss eine schande.nur die kirchlich heiraten lasen, die wissen, was das bedeutet. die einen bezug zu kirche haben..da ist man immer sehr gnädig.ehen machen sich nicht von selber. kirchliche auch nicht.es wird doch kirchlich-traditionell immer so auf dem letzten abendmahl herumgeritten. w e r von den verschlafenen verrätern wurde denn ausgeschlossen von jesus?oder geht es nur um wiederverheiratet? mein gott, es git auch die verlassenen, sollen die ewig alleine sein? oder komm t nun die hehre vorstellung von ewiger liebe? da hört es dann auf mit idee, da beginnt der wahnsinn.richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. überall neuanfang, nur da nicht. riecht nach neid.ich bin seit 35 jahren verheiratet. ich beneide niemanden,der es 2 und 3 mal macht.wo hat kirche denn bisher geholfen? d a s ist es. moralsaures ist keine hilfe und überzogene vorstellung von ehe auch nicht. realistische ideale..wer suchet, der findet.ehe ist nicht wie die liebe gottes zu den menschen, denn der mensch ist nicht gott.menschliche liebe, menschliche treue..das ist was anderes. das wird nicht göttlich durch das sakrament und betonfest. man geht einen weg mit kirche und kirche sollte mit gott gehen. tut sie das?

  8. Teresa_von_A. sagt:

    Guardianus, Stichwort Wahrheit, für Sie liegt die Wahrheit in der BIbel, nehme ich an, für mich auch..wie lange haben Sie und ich gebraucht, das zu entdecken und was haben wir in der Zwischenzeit gemacht? Die Wahrheit ist aber doch sicher nicht ein Gegenstand, den man vom Himmelholt oder aus der Bibel und der dann auf ewig betonfest uns den Weg weist? Sobald wir uns in Gruppen begeben, wird es unsicher..nicht der Gekreuzigte, nicht der Auferstandene waren der Antrieb für die Jünger, sondern der Heilige Geist. Und komischerweise alles, was sie mit Jesus erlebt haben, hat sie am End eher durcheinandergebracht, als er starb.Die Wahrheit, ein Weg mit Steinen und nie sicher. Leider..

    • Guardianus sagt:

      Geehrte Teresa, “Christus ist derselbe….”, Er ist der Fels, aber eben kein Gegenstand, sondern eine Person, ein -das Wort, das Fleisch geworden ist…im Gegensatz zu unserem Wort, das größtenteils Wort bleibt und eben nicht Fleisch und Blut….glaubwürdig wird.
      Der Mensch kann und wird such Jesus ( dem Wort Gottes)unausweichlich begegnen und vielleicht auch berühren, aber eins mit Jesus Christus zu werden, bzw. zu sein, das ist etwas ganz anderes. Auf das Letzere kommt es aber entscheidend an. Da muss “ich persönlich” nichts vom Himmel holen, als dass vielmehr ” der Himmel” zu “mir” kommt… Somit ist die Wahrheit der Weg in das Leben:” die Wahrheit wird euch von allem befreien…”
      Das Wort will also Fleisch werden…nicht mehr und nicht weniger!
      …..Wahrheit ist lebendig und kein Grab…

    • Guardianus sagt:

      .. welches wir mit Blumen überhäufen sollen: mit vielen endlosen, wenn auch klugen Worten von ( scheinbarer) Erkenntnis derselben darüber “nur reden und zerreden, was eben zur Unsicherheit Dritter führt, wenn das “Fleisch werden” in, mit und durch “mich” selbst ausbleibt….dem Wort die rechte Ant-Wort fehlt.

  9. Harald Töpfer sagt:

    Ich habe jetzt viel gelesen zur Synode, aber ich habe nicht verstanden, warum ein barmherziger(er) Umgang mit Sündern die christliche Eheleute überhaupt gefährden sollte. Das wird zwar ständig behauptet, aber nie gezeigt. Das erinnert mich ein bisschen an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, wo sich die, die den ganzen Tag geschuftet haben, darüber beschweren dass die anderen auch anständig bezahlt werden. Schmälert denn die Gnade für den Mitmenschen den Wert meines Bemühens? Gibt es wirklich CHRISTEN, die ernsthaft sagen würden, wenn ich gewusst hätte, dass ich nicht dafür in die Hölle komme, dann wäre ich auch lieber promisk/schwul/evangelisch (bitte nach Belieben erweitern) geworden? Sind solche Leute dann – nach ihren eigenen, wahren, christlichen Kriterien jemals wirklich sakramental verheiratet gewesen?
    Ich verstehe das ganze Geschrei nicht.
    Den Hunger des nächsten nach Gnade und Gemeinschaft zu stillen schmälert niemals meine Freude oder meinen Anteil an derselben. Eher im Gegenteil.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Diejenigen, die so gut verheiratet sind und es nicht ertragen, wenn geschieden und wiederverheiratet zum Tisch des Herrn gehn, könnten ja ihr Licht auf den Berg stellen auf dass es leuchte ohne Moralpredigt. Zu einer Ehe gehören mindestens 2 Menschen. Zu einer kirchlichen eine ganze unterstützende Gemeinde, die aber vor dem Schlafzimmer halt macht, sonst sähe ich mich gezwungen, den Zölibat des Pfarrers unter die Lupe zu nehmen.Einer trage des anderen Last und die Geschichte mit dem ungerechten Chef ist in der Tat ein gutes Beispiel..Falls man überhaupt beim Heiraten einen deal gemacht hat.Die Sakramentenlehre der Kirche kenne ich. Gott hat die Menschen erschaffen und muss von Kirche nochmal in Verbindung mit seiner Schöpfung gebracht werden?

      • Silvia Brückner sagt:

        Liebe Teresa, die katholische Schlafzimmerpolizei, oft von Laien ausgeübt, wird ganz bestimmt auch den Zölibat des Pfarrers aufmerksam bespitzeln, denn diese Leute haben kein anderes Interessengebiet als das Sexualleben anderer Menschen.

  10. Einfacher Gläubiger sagt:

    Also ehrlich gesagt, die Sache in Rom stinkt gewaltig nach einem Putsch der “Kasper-Fraktion”.

    Dieser altliberale Herr müsste doch schon längst pensioniert sein…

    —Haben etwa im Hintergründ Herr Küng und seine “Brüder” Ihre Finger mit im Spiel? Kommt einem beinahe so vor—
    Wie auch immer, Gott ist Person und als diese Person hat er sich klar im Bezug auf die Ehe geäußert.

    Er sagt ganz klar, es gibt keine Scheidung.

    Basta!

    “Er aber sagte zu ihnen: Jesaias hat richtig geweissagt von euch Heuchlern, wie geschrieben steht: dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, ihr Herz aber hält sich ferne von mir. Vergebens ehren sie mich mit ihrem Lehren von Menschengeboten.”

    Wie heuchlerische Pharisäer versuchen hier einige mittels fast talmudisch aus-ufernedem Pilpoul das Gesetz Gottes auszuhebeln. Wenn Ihnen etwas an Gott gelegen wäre, würden sie auf Christus hören.

    Meine Meinung dazu ist folgende:

    In Rom versuchen bestimmte Interessengruppen die letzte moralischen Bastillionen zu schleifen. Deshalb dieses putsch-artige Verhalten. Das Papier wurde zuerst der Presse, dann erst den Bischöfen vorgelegt.

    Und dieses Papier tritt jedem anständigen Katholiken ins Gesicht. Das hat nichts mit “VERTIEFUNG” im Glauben zu tun, Herr Kasper, sondern mit “GLAUBENSABFALL”!

    Christus hat nur eine Braut
    Gott hat nur eine Kirche.

    Und wenn die Kirche, meint Sodomie und Hurerei wertschätzend entgegenzutreten, da diese ja auch “Formen der Liebe…” enthalten würden, dann gute Nacht!

    Dann sollte man diese “Titanik” in Rom möglichst schnell verlassen. Das wäre dann nämlich nicht mehr die Kirche.

    @KRP

    …und sündige NICHT mehr…

    • Pater Hagenkord sagt:

      Das ist schon ziemlich dreist, was sie da schreiben. Ich war die ganze Zeit in der Synode dabei, da gab es keine Parteiungen, auf keiner Seite. Das war alles offen und kollegial. Eine “Kasper-Fraktion” herbeizubehaupten ist Unfug, das ist Selbstimmunisierung. Auch dass die Journalisten das Papier eher hatten als die Bischöfe ist schlicht und einfach nicht wahr. Warum behaupten Sie so etwas? Das hat auch was mit Zeugnis ablegen zu tun, solche Falschmeldungen in die Welt zu setzen. Erheben Sie sich nicht über den Glauben anderer, wäre mein Rat. Hier wird gedacht und debattiert und gerungen, hier macht sich keiner die Aufgabe leicht durch ein einfach so aus dem Zusammenhang genommenes Bibelzitat.

      • Teresa_von_A. sagt:

        einfacher gläubiger, sie hätten einen höheren stundenlohn mit dem himmel ausmachen sollen.das kam ihnen nicht komisch vor, dass jesus mit zöllnern und sündern gespeist hat?hinterher hat er gesagt, sündige nicht mehr..hinterher..erst verziehen, dann ermahnt.aber das war gar nicht mehr nötig, denn die sünder waren so beeindruckt von jesus, dass sie erkannt haben, was sache ist in ihrem leben.haben sie sorge, wer alles mit ihnen zusammen in den himmel kommt? das wäre auch noch eine frage.

  11. Teresa_von_A. sagt:

    Rein äusserlich betrachtet hat doch der Gang zur Kommunionbank in deutschen Landen seine Heiligkeit schon verloren. Ich bin tridentinisch großgeworden. Eine Stde vor der Kommunion durfte nicht gegessen werden. Mindestens alle 4 Wochen ging man zur Beichte. Noch früher ging man aus Ehrfurcht vor dem Heiligen einmal im Monat zur Kommunion. Ende der 60 er kam der Schlendergang in Mode und hat sich bis heute gut gehalten. Nicht die Hände gefaltet. Sondern hängendeA rme. Eine Schlange wie in der Mensa.Von was will man denn da gewisse Sünder ausschließen? Es paßt einfach nicht, der Ausschluss.Heiliges Sakrament in der Theorie. Die Praxis straft das Heilige Lügen.Warum ist nicht schon geschieden die ausschließende Sünde?

    • Silvia Brückner sagt:

      1960, als ich zur Kommunion ging, waren es sogar noch drei Stunden Nüchternheit in Bezug auf feste Nahrung und eine Stunde vorher durfte man nichts mehr trinken.

      Meine Mutter und die Oma hatten Angst, dass ich im langen Erstkommuniongottesdienst umkippe, weil ich ein kränkliches Kind war.

      Deshalb haben sie mir mit nervösem Blick auf die Uhr noch schnell einen Kakao eingetrichtert und mich während der Feier mit Argusaugen beobachtet.

      Das kann es doch nicht sein, was Jesus Christus von uns erwartet.

      Ich war übrigens damals Klosterschülerin und so gut auf die geistliche Seite der Erstkommunion vorbereitet wie damals schon andere Kinder nicht mehr.

      Ich bin it tiefster innerer Ergriffenheit und Frömmigkeit damals das erste Mal zum Tisch des Herrn gegangen, aber den ganzen Stress und die Aufregung und die Angst, dass die Kinder ja nichts vorher versehentlich essen, das muss nun wirklich nicht sein.

      Dem gleichaltrigen Sohn einer befreundeteten Familie konnte z.B. die Mutter gerade noch im letzten Moment eine Tüte mit Plätzchen entreißen.

      Ich denke nicht, dass es diese Art von “würdiger Vorbereitung” oder Würdig sein war und ist, die Christus von uns erwartet.

      Und was den strafend – voyeuristischen Blick in fremde Schlafzimmer angeht, der ist ein Fall für den Psychotherapeuten und gehört schleunigst aus der Kirche verbannt, nicht nur beim Klerus sondern auch bei moralisierenden Laien.

      • Teresa_von_A. sagt:

        Frau Brückner, ein Fall für den Psychiater, die Schlafzimmerinteressenten.Ich habe mir viele Gottesdienste unter anderem mit dem Neokatechumenat angetan,einfach, um mitreden zu können. Nur dies4es Thema in allen Schattierungen.Rausgelaufen sind die Leut in Kreuzberg.Und der Priester rief ihnen hinterher, dass sie alle in der Hölle schmoren werden. Entschuldigen mußte er sich..öffenrlich. Dafür hat der Pfarrer gesorgt., so ist es. Ich bin 1957 zur Erstkommunion gegangen, an Ihrer Erzählung sehe ich, dass unser strenger Pfarrer noch gnädig war. Eine Stunde vor der Messe kein Essen mehr.Dispensen für schwache Gesundheit..Kleines Dorf im Ruhrgebiet.Also gingen wir sonntags um 8 Uhr.Man durfte sich auch nach den Gottesdiensten nicht über Weltliches unterhalten. Später im katholischen Gymnasium bischöflich privat ging man wohlgeordnet zur Kommunionbank. Jede Reihe hatte eine Führerin.Wir haben uns drum gerissen. Ich fand das schön. Ich sehe in Berlin Polen und Spanier unter anderem, die noch mit derselben Ehrfurcht zum Altar gehen. Oder in den Gottesdiensten der Karmelitinnen geht es ja auch sehr gesittet und geordnet zu, Unter beiderlei Gestalten.Ich nehme nicht die zum Maßstab, die ausscheren und eine Tüte Plätzchen mitbringen..Oder zu den Fürbitten erst ankommen. Fürbitten sind bei uns oft frei.

  12. Einfacher Gläubiger sagt:

    @Teresa_von_A.
    “…das kam ihnen nicht komisch vor, dass jesus mit zöllnern und sündern gespeist hat?…”

    Wie meinen Sie das? Ihnen kann ich nur entgegenen:

    “Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber zum Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des HERRN.” (1.Korinther 11:29)

    Wer liebt andere mehr? Derjenige, der die Sünde verharmlost (aus “pastoralen Gründen”), oder derjenige, der sie davor warnt?

    Ich mache mir Sorgen um Ihr Seeelenheil, liebe Userin @Teresa_von_A.

    Gott lässt seiner nicht spotten! Wie oft sieht man heutzutage einen lieblosen Umgang mit der heiligen Kommunion? Also ich sehr oft!

    Abgesehen heisst das doch nicht, Homosexuelle zu beleidigen…
    Das tue ich absolut nicht. Im Gegenteil, habe mich immer gut mit den Herrschaften verstanden. Nur mal so, liebe Frau @Teresa_von_A.!

    @Pater Hagenkord

    1.)Gut mag sein. Wenn dem nicht so ist, entschuldige ich mich natürlich. Wie kommt dann dieser Herr darauf? Entweder er lügt, oder er hat etwas total missverstanden…

    https://www.youtube.com/watch?v=vaMzMGUFMFo&list=UUX17igkZ9JhU64JoTBVSWeQ

    2.)Die Äußerungen Kardinal Kaspers bezüglich afrikanischer Bischöfe klingen gelinde gesagt sehr, sehr befremdlich nicht nur für einen Katholiken. Erst recht jedoch für einen Kardinal, der immerzu von WERTSCHÄTZUNG redet!

    HIER DAS AUDIO

    http://edwardpentin.co.uk/statement-on-cardinal-kasper-interview/

    Warum lässt sich Herr Kasper zu derartig befremdlichen Äußerungen hinreissen? Sieht so ein liebevolles WERTSCHÄTZENDES Statement aus?

    Nein sicher nicht. Wirkt eher geringschätzend, arrogant und hochmütig!

    Anyway. Nichts für ungut, aber DIESE Dreistigkeit, mit dem Manche in der Kirche Wahrheiten zu verwässern suchen, Dogmen de facto aus “pastoralen Gründen” ausser Kraft zu setzen oder (GRADUELL) zu verändern suchen ist skandalös! Zu diesen Herrschaften gehört Kardinal Kasper. Wie gesagt, das hat nichts mehr mit “Vertiefung zu tun”, sondern mit Glaubensabfall…

    Kardinal Robert Sarah: Pressure groups behind push to change Church teaching

    http://www.catholicnewsagency.com/news/african-cardinal-pressure-groups-behind-push-to-change-church-teaching-48097/

    Hoffentlich wird Kardinal Robert Sarah von Leuten wie Herrn Kasper (siehe Interview) überhaupt ernst genommen! Man knn es nach diesen Äußerungen Kaspers bezweifeln.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Nur kurze Antworten, zu mehr komme ich gerade nicht: Diese Webseite, die sie sich offensichtlich angesehen haben, ist Unfug. Der Mann sitzt immer in der Pressekonferenz, versteht aber nichts vom Vatikan und den Abläufen, hat immer wieder Falschinformationen und verfolgt nur das eine Ziel, Verwirrung zu stiften, Christen gegeneinander aufzubringen und Streit zu schüren. Das ist dann auch noch so schlecht gemacht, dass ich es eher erbärmlich denn ärgerlich finde.
      Und was Kardinal Kasper angeht, weiß ich nicht, was da passiert ist. In jedem Fall aber ist das Vorgehen von Herrn Pentin – des Interviewers – umprofessionell. Direkte Zitate werden grundsätzlich erst nach Autorisierung veröffentlicht, das ist Teil des Deals. Gestern habe ich mit mehreren afrikanischen Bischöfen über dieses Interview sprechen können und keiner von ihnen hat das sonderlich auf sich bezogen verstanden. Das war ein verunglücktes Interview, kein bösartiges.
      Und was Kardinal Sarah sagt, kann ich zum Teil unterschreiben, aber nur zum Teil. Es hat unglaublich schlechte Berichterstattung gegeben – sie sehen, ein wieder kehrendes Thema – der Papst habe gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt und so weiter. Anders als der Kardinal sehe ich darin aber keine Kampagne oder Pressure Groups, sondern schlicht schlechten Journalismus.

    • Guardianus sagt:

      Wie dieses Thema schon sagt, ist diese Synode “streitbar”….und offenkundig nicht allein in einem positiven Sinn. Sie, der Sie sich als “einfacher Gläubiger” sehen, verspüren sicherlich einen Eifer, sich diesen “einfachen Glauben” nicht nehmen zu lassen. Das ist insoweit ja auch nicht schlecht und völlig legitim. Dieser Glaube lehrt uns aber auch, dass wir uns in der Ereiferung nicht von der Sünde hinreißen sollen:”ereifert ihr euch, so sündigt nicht, denn der Teufel geht wie ein brüllender Löwe umher…” Auch entspricht es nicht dem Weg der Liebe, von dem ein Paulus zu berichten weiß und der ganz anders ist und alles übersteigt: am meisten wohl unseren Verstand und unsere Kraft. Doch genau die Liebe ist es, die den Glauben erst wirksam werden lässt und den Willen des Herrn zur Erfüllung kommen lässt. Ihr Aufschrei mag dessen Berechtigung haben, doch ob Sie diesen “auf Ihrem Lager bedacht haben”, das wage ich einmal zu bezweifeln. Aber genau dieses Bedenken fällt dem “einfachen Gläubigen” oft recht schwer, weil es eben oft auch nicht einfach ist, die Geiste zu unterscheiden, darin man(n) wie auch Frau sich an dem aufhängt”, was er hört und sieht ohne darüber dann auch wirklich nachzudenken. Ein- oder zweimal darüber “geschlafen”, lässt dann die Dinge oft ganz anders aussehen…zumindest differenzierter. So kommt das Herz wieder zur Ruhe. Sicherlich nicht einfach, auch für einen Glaubenden oder einen Kleriker gleich in welcher Position.
      Probieren lohnt sich aber allemahl…

    • Teresa_von_A. sagt:

      Einfacher Gläubiger,ich verstehe Sie ja,, ich kenne die Bibel wie meine Westentasche..war mein Spezialgebiet im Studium..Aber w e r unwürdig isst und trinkt, weiß Gott. Der sieht in die Herzen..warum haben Sie das zur Erhaltung Ihres Glaubens so nötig, andere in Schach zu halten?Haben Sie nicht genug mit Ihren eigenen Sünden zu tun? Mich stört auch eine ganze Menge..zu spät Kommen Kinder hinten in der Kirche fangen spielen lassen..quasseln… Das können Sie aufopfern, lieber einfacher Gläubiger und sich somit nen Platz im Himmel verdienen.Ich sehe die heile Glaubenswelt in Berlin.Was man in dieser Stadt kämpfen muss, geht über die bösen anderen Katholiken hinaus. Wir halten da lieber zusammen.Auch mit Gruppen wie Neokatechumenat. Kardinal Woelki hat gesagt, wer hier katholisch ist, hat es sich überlegt.Ich habe früher im Rheinland gewohnt: sonntags ging man in die Kirche und werktags mit der Nachbarin ins Heu..das hat mir dermaßen die Lust an Kirche verdorben. Bistum Limburg war das.Wischiwaschi kirchenmäßig sehe ich in der westdeutschen Verwandtschaft. Cousin aus der Kirche ausgetreten, seine Frau Katholikin auf dem Papier. Kirchlich geheiratet wird wegen der Romantik..zu solcnen Hochzeiten gehe ich nicht..aber ich halte mich auch nicht dran mit meckern.

  13. KRP sagt:

    @Einfacher Gläubiger zum letzten mal wollen tu ich nicht (sündigen) doch gelingt das nicht immer weil ich noch kein Heiliger bin und Sie auch nicht sonst würden Sie sich nicht über andere erheben. Wenn niemand mehr sündigen soll weshalb gehen dann alle ausser die Geschiedenen Exkommunizierten, immer wieder in die Beichte und zur Eucharistie. Es gibt auch noch das Wort “Wie oft soll ich vergeben, unzählig oft.

  14. KRP sagt:

    “…“Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber zum Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des HERRN.” (1.Korinther 11:29)…”
    und wer @Einfacher Gläubiger kann das entscheiden wer ausser Gott weiss was unwürdig ist. Jesus ißt und trinkt mit allen Menschen die er findet auf der Straße, lädt alle ein und was unwürdig ist entscheidet alleine er und sonst niemand. Woher wollen Sie wissen wer unwürdig zum Mahl geht. Das alleine ist die Entscheidung allein zwischen Gott dem einzelnen Menschen. Sonst bräuchte es kein Beichtgeheimnis.

  15. KRP sagt:

    Für was ist Christus eigentlich gestorben, gemartert worden und wieder auferstanden? Meines erachtens für die Menschen die zwar wollen aber schwach sind. Die sich ihrer Schwachheit bewußt sind und wissen das sie immer wieder Vergebung brauchen. Das es Vorbilder gibt, das Gott immer wieder auch Menschen beruft die den anderen vorleben wie es geht, steht ausser Zweifel. Alle Menschen sind gerufen und alle dürfen kommen und die Vergebung erfahren, immer wieder. Die Entscheidung was unwürdig ist, ist eine Entscheidung zwischen jedem einzelnen Menschen und Gott. Ich frage mich wenn der Mensch nach dem Gesetz (AT) wirklich frei leben könnte weshalb gibt es dann ein NT wozu musste Christus am Kreuz sein Leben geben. Aus Liebe einzig und allein aus Liebe zu den Menschen die wissen das sie Sünder sind. Die Sünder sind gerufen.Christus ruft die Sünder alle Sünder. Und er weiss das der Mensch, jeder einzelne ein Sünder ist.

  16. Teresa_von_A. sagt:

    Ich habe viel mit den Berliner Karmelitinnen zu tun, kenne einige davon persönlich, aber auch eine andere Schwester aus einem anderen Karmel, die war mal meine Exerzitienbegleiterin. Ich habe lange Jahre gebraucht, um zu begreifen, w a s deren Spiritualität ist, obwohl oder weil ich die immer sehr laute Teresa von Avila und die Kleine Therese aus ihren Schriften sehr gut kenne. Sie sind ausserordentlich gebildet,diese Schwestern. Aber sie reden nur, wenn sie gefragt werden.Sie tragen die Last, die sie haben, weil der Karmel inzwischen offen ist für das oft trampelige Volk. Laut, chaotisch und plump oft, aber es gibt auch eine Reihe Freunde, die sich da gut einsortieren könnhen in deren Gottesdienste..Die Schwestern finden eine Menge Dige aus Welt und auch Kirche nicht gut. Sie tragen es vor Gott und es wirkt in vielen Fällen.

  17. Guardianus sagt:

    In diesem Zusammenhang darf wohl auch die Frage an die (rk.) Kirche gestellt werden, wie diese sich selbst -als “Braut Christi” – sieht und die doch “nur” eine Liebe und “nur” “ein Auge” haben sollte, welches eben auf deren Bräutigam gerichtet ist.
    Das Liebäugeln mit der Welt, das Festhalten an weltlichen (Kunst-)Schätzen kann doch wohl nicht ein Bestandteil dieser Ehe, bzw. dieses Eheversprechens sein, oder?
    Wie kann und darf ich dann jenen berühmten Stein werfen?…wie “mich” weiterhin an den Tisch des Herrn setzen…Nicht als Gast, sondern sogar als Braut?
    Vielleicht, P.Bernd Hagenkord, gehört diese Frage nicht hierher, aber Parallelen erkenne ich schon zu diesem Thema. Was sagen Sie dazu?

    • Teresa_von_A. sagt:

      Guardianus, das Liebäugeln mit dem Mammon, sich abhängig Machen von Geldgebern..die Amtskirche muss an sich ebenso arbeiten wie sie es von den Gläubigen verlangt. Da sehe ich Fortschritte, aber der Weg ist lang. Unten wie oben.Unsere weltliche Gesellschaft löst ihre Probleme mit Abtreibung und Euthanasie. Mit häufigem Partnerwechsel und Suizid. Mittendrin mal der eine oder andere, der es gut schafft. Das ist keine Alternative für mich.Seine Befindlichkeiten ausleben bis zum Kotzen. All die sexuell übertragbaren Krankheiten sprechen Bände.Die fallen nicht vom Himmel.In der Gesellschaft gibt es doch auch nur alle Variationen von Sex als Thema.Ewige Jugend wofür?Doch nicht, um philosophisches Denken zu fördern.Sondern Silikon Valley.

      • Guardianus sagt:

        Das mag alles stimmen, aber die Botschaft Jesu (im Besonderen von der Nachfolge: und um noch eines “obendrauf” zu setzen: an Seine Stelle auf Erden zu treten) gibt es nicht erst seit gestern, die eben Seine Nachfolge, bzw. Seine Stellvertretung ordnet. Und da sind eben die Verantwortlichen gefragt wie auch gefordert. Und wie das Wort Gottes eine solche Verstrickung mit der (Finanz-)Welt und deren (Macht-)Werken sieht, das scheint ein Paulus zu ahnen, indem er zum einen Bundesbruch mit Ehebruch vergleicht und zum anderen diese Freundschaft mit der Welt (mit dem in ihr herrschenden Geist) als Feindschaft mit Gott erkennt. Und das Wort Gottes selbst sagt uns, dass der Mensch nicht zugleich zwei Herren dienen kann, darin er eben nur einen lieben kann und eben dann den anderen “haßt”. Und genau da offenbart sich diese Wahrheit, dass eben das Wort Gottes dem Geist der Welt ein Dorn im Auge ist, weil dieser dann dessen scheinbaren Untergang und dessen Tod und Verderben sieht…dem (bequemen und sorgenfreien) Leben und seiner Freiheit beraubt. Soll und darf der Wille Gottes also wirklich geschehen, wie es die (rk.) Kirche betet und eben dieser Wille bekannt ist, weil dieser in, mit und durch die Fleischwerdung des Wortes, das Gott ist, dem Menschen offenbart wurde und der Mensch somit (eigentlich) unentschuldbar ist?
        Grundsätzlich, so glaube ich, muss es uns weniger um die Früchte gehen, sondern um die Wurzel allen Übels,: der fehlenden Sensibilität gegenüber dem Wort Gottes – dem verarmten Schuldbewusstsein…..einer abhandengekommenen Gottesfurcht: der “Anfang der Weisheit….”

  18. Guardianus sagt:

    Wenn also “Braut Christi” sich in die Sünde des (vor-)ehelichen Ehebruchs verstrickt (in meinen Augen), was wundert es die Verantwortlichen der (rk.) Kirche, wenn ein solches Thema auch eine Synode beschäftigt, bzw. ein Konzil? Was ein Thema menschlich-fleischlicher Schwachheit ist, sollte den geistigen Bereich nicht außen vor lassen, da -so glaube ich den Herrn und dessen Wort zu verstehen- dort der Ehebruch beginnt: in allerster Linie mit Ihm….oder irre ich mich? Eine Synode hierzu zuerst einzuberufen wäre vielleicht besser gewesen und wäre sicherlich auch im Sinne eines erem. Papstes Benedikt XVI. …denke ich mal, soweit ich dessen Schriften zu verstehen meine.

  19. Angelika Oetken sagt:

    Auf der Synode ging es doch um Ehe und Familie. Die Debatte scheint sich aber vor allem um sexuelle Themen zu drehen.

    Ich frage mich: gibt es nichts Wichtigeres im Zusammenhang mit Ehe (als feste, emotional-erotische Verbindung zwischen zwei Personen) und Familie (also eine Gruppe von Menschen, die miteinander leben und wo für Kinder, Schwache und Alte gesorgt wird)?

    Mir fällt wenn ich an “Ehe” und “Familie” abseits von Fragen, die die Sexualität betreffen ( in meinen Augen eine Privatangelegenheit) denke, eine Menge ein, worüber zu beratschlagen sich lohnt: die wirtschaftliche Bedrängnis, in die Familien zunehmend geraten, Gewalt, die Familienmitglieder gegeneinander ausüben, das Bedürfnis nach Anteilnahme, Hilfe und Rat, das Menschen, die in eine neue familiäre Situation geraten von uns allen benötigen. Ich nenne da nur: Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht von Kindern, wirtschaftliche Nöte, Abstimmung von Lebensentwürfen und -interessen, Krankheit, Alter, Tod. Auch Streit, Eifersucht, Trennung gehören dazu. Und natürlich Homosexualität bzw. die geschlechtliche Identität. Sowie die leider weit verbreitete sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen.

    Läuft das Leben der Diskutanten (einschließlich der Kleriker auf der Synode) so glatt, dass sie sich diesem Bereich nicht widmen?

    • Silvia Brückner sagt:

      Frau Oetken, bei der Synode ging es um die katholische Sexualmoral in Bezug auf Familien, wiederverheiratete Geschiedene, unverheiratet zusammenlebende Paare u.ä. Themen.

      Für uns Katholiken sind das brennende Themen, denn ganz simpel gesagt, hat sich katholisch sein bisher vor allem darin manisetiert, dass Sex nur in der katholisch geschlossenen Ehe zum Zweck der Zeugung stattgefunden hat.

      Wollte man eine Zeugung vermeiden, musste man sich an die unfruchtbaren Phasen im weiblichen Zyklus halten, aber nur in der Ehe.

      Alles andere galt und gilt nach offizieller Lehre als schwere Sünde.

      Leicht polemisch gesagt, dreht sich in der katholischen Kirche alles immer “irgendwie” um Sex.

      Natürlich haben Familie auch andere, weit größere Probleme und zum Christ sein, der Nachfolge Jesu, gehört viel mehr und Entscheidenderes als die Befolgung der katholischen Sexualmoral, aber um das in die Köpfe vieler Kleriker und katholischer Laien zu bringen, muss das Thema Sexualmoral mit allen Facetten geklärt werden.

      Uns Laien geht es in dem Fall vorrangig um die Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zu Kommunion und Beichte. Sehr viele von uns befürworten das, aber eine kleine Minderheit ultrakonservativer Katholiken, die im Internet sehr lautstark und kämpferisch auftritt, will das unbedingt verhindern.

      Deshalb beschäftigt sich die zweiteilige Synode mit diesen Fragen und ganz am Ende trifft der Papst die Entscheidung, nachdem er alle Argumente angehört und sorgfältig vor Gott und seinem Gewissen geprüft hat.

      So ist die katholische Kirche aufgebaut.

      • Silvia Brückner sagt:

        Es sind mir ein paar Tippfehler passiert: Es sollte oben heißen “manifestiert” und das Thema Homosexualität ist natürlich auch besprochen worden, gehört auch zur Sexualmoral

      • Angelika Oetken sagt:

        “Leicht polemisch gesagt, dreht sich in der katholischen Kirche alles immer “irgendwie” um Sex.”

        @Silvia Brückner,

        ich empfinde Ihre Bemerkung nicht als polemisch. Sie ist korrekt.
        Die erotische Anziehung zwischen Menschen ist eine starke Kraft. Reduziere oder beseitige ich sie, u.a. indem ich Regeln für sexuelle Kontakte aufstelle, die eben diese unattraktiver machen, dann gewinne ich Kontrolle. Der Mensch hat sich fortan zu entscheiden: Lust oder Gehorsam.

        Ich bin jetzt mal ein bisschen polemisch, aber mich kostet das auch nichts:

        “Monotheismus: die Liebe der Menschen untereinander wird durch die Liebe zu Gott ersetzt”.

        Die Ergebnisse erleben wir jeden Tag. Und in nichts zeigen sie sich deutlicher als im Phänomen des Kindesmissbrauchs.

        VG
        Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

  20. KRP sagt:

    Da Fr. Oetken mögen Sie recht haben das es weit mehr gibt was Familie ist, jedoch reduziert sich das in jeder Generation, jeden Jahrhunderts immer nur auf Sexualität und ist nicht neu. Vermutlich liegt das ja daran das es mit dem Fortbestand des Lebens zutun hat und Menschen wie auch alle Lebewesen eben auf Fortbestand geschaffen sind.

  21. Teresa_von_A. sagt:

    Diesen Themen widmet Kirche sich doch ununterbrochen. Aber da muss man sich allumfassend informieren.Synode hat sich an erster Stelle mit den Fragebögen befaßt.Synode war ein Teilbereich dessen, was in der Kirche an Themen behandelt wird immer wieder.Das steht weder alles in den Zeitungen, noch bei Radio Vatikan. Ist in den Bistümern unterschiedlich stark vertreten..mich interessiert das Erzbistum Berlin. Da ist man genug beschäftigt, wenn man da alles zusammenbekommen will.Köln sieht ja inzwischen auch anders aus.Mal davon ab, wenn nur die den Mund aufmachen dürfen, die moralisch einwandfrei leben, gäbe es in und um die Kirche das große Schweigen.Ist ja nicht so, dass die Konfessionslosen unbedingt das Gelbe vom Ei wären.

  22. Teresa_von_A. sagt:

    Ich empfehle jedem, der hier nur rummeckert und im Notfall sagt, ach, die sollen doch erstmal…und somit alle Initiativen seitens der Kirche totmacht..sich umfasend zu informieren. U m f a s e n d.Ich stelle fest, dass jeder Schritt, den Kirche unternimmt, plattgebügelt wird.Demokratie ist, wenn jeder seine Meinung sagen darf, rechts und links.Lustig finden muss man das nicht., Die Synode hat mich positiv überrascht, ich kenne da ganz anderes aus der katholischen Kirche.Ich weiß auch, was einzelne Bischöfe sagen..es sieh t erstmal gut aus..zu tun ist noch eine ganze Menge.Hintenrum habe ich erfahren, dass Kardinal Müller sich sogar für Frauen starkgemacht hat. Man faßt es sicht.Und dass Kirche inzwischen nicht mehr den Mißbrauch auf Kinder und Jugendliche beschränkt, sondern auch die Erwachsenen miteinbezieht, sollte in gewisse Kreise vordringen.Kirchenkritik hat nichts mit Vernichtung zu tun, aber sollte mit Objektivität zu tun haben.Später wird dann der Kirche vorgeworfen, sie hätte sich nicht distanziert vom Mainstream. Den Mainstream aus den 70 ern kenne ich persönlich. Der hat den kirchlichen Mißbrauch dermaßen gefördert, das wollen aber die Kritiker nicht wahrhaben.In der Gesellschaft gibt es dermaßen viele Tabuthemen. Vor der eigenen Tür kehren wäre da mal gut.Ich brauche niemanden, der mir zeigt, wo es langgeht. Ich übernehme die Verantwortung für mein Leben selber. Trotzdem ist es nötig, dass Gruppen dezidiert sagen, was sie denken. Der Bereich Kirche ist nun mal für atheistisches Denken ein böhmisches Dorf, das ist aber nicht nur unser Problem.Wer Wissen ansammeln will, muss offen für die Antwort sein.

  23. Guardianus sagt:

    Wenn ich so die Kommentare lese, so lässt mich der Eindruck nicht los, dass die Gemeinde Roms gar keine Feinde braucht. Nicht weniger stellt sich für mich die Frage, was das noch mit dem “Aufbau der Gemeinde” zu tun hat. Ist das alles was wir vom Wort Gottes gelernt haben?…Haben wir überhaupt etwas gelernt, außer dass wir uns so verhalten wie die damaligen “Streithähne” von Schriffgelehrten und Pharisäer? Der Papst schweigt – oder fehlen ihm die Worte? Und wenn es so weiter geht in den Kirchen vor Ort wie auch im Netz, dann hilft das Niemanden, außer vielleicht der Gewissensberuhigung und -Befriedigung, im “Namen Jesu” Eifer gezeigt zu haben… dabei vergessend Seinen Namen für eigene Interessen nicht mißbrauchen zu dürfen. Nein, die Kirche braucht keine Feinde, siehat deren “Meister in sich selbst. Ja, wir sollen werden wie die Kinder.Ich bin aber fest davon überzeugt, dass das Wort Gottes dies anders gemeint hat. Rom steht offenbar noch im Anfang. So kann man auch “junge” bleiben….aber auch unreif und faul!

    • Guardianus sagt:

      Sorry, P.Bernd Hagenkord, aber dieses Blogthema und deren teilweise für die Synode sehr fruchtloseBBeiträge, die Gemeinde nicht aufbauend, frustriert mich einfach….

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