Toleranz und ihre Geschichte

(c) Catharijneconvent Utrecht

(c) Catharijneconvent Utrecht

Toleranz ist einer dieser magischen Begriffe: Wer ihn ins Spiel bringt oder ihn für sich selbst in Anspruch nehmen kann, ist auf der Seite der Guten. Zu Recht.

Toleranz ist aber nichts Abstraktes. Meistens sprechen wir darüber, als sei das ein irgendwie paradiesischer Zustand, oder eine Tugend, die man erreichen könne. Sie ist aber nicht abstrakt, sondern immer konkret. Eine Sache des Alltags mehr als des Ideals.

In Utrecht in den Niederlanden habe ich vor einigen Wochen eine Ausstellung besucht, die sich mit den verschiedenen Formen von Toleranz im so genannten goldenen Zeitalter der Niederlande befasst („Vormen van verdraagzaamheid“ heißt die Ausstellung im Catarijneconvent): Also mit dem Versuch, nach der Reformation die sich bildenden Konfessionen zusammen leben zu lassen. Nicht sehr erfolgreich, wie wir heute wissen, das Ganze endete dann in einem brutalen religiösem Bürgerkrieg. Aber die Ausstellung darüber ist gelungen.

Die Angst vor dem Zerfall der Gesellschaft durch religiöse Zersplitterung war so groß, dass man alles schleifen wollte, was Stein des Anstoßes sein könnte, so hat es jedenfalls eine Gemeinde in Utrecht probiert: man wolle „eine Gemeinde, wo sich alle zu Hause fühlen und niemand bestimmte Glaubensartikel unterschreiben muss“ heißt es in der Jacobikerk um 1580.

Das ist das 16., nicht das 21. Jahrhundert, auch wenn es vertraut klingt, ist es doch eine ganz andere Zeit. Und wie gesagt, es endete in Tränen, Krieg, Leid und gegenseitigen konfessionellen Ausgrenzungen, die noch lange anhielten.

Toleranz wollte auch in den Familien gelebt werden, wo die Frau Calvinistin und der Mann Katholik war oder umgekehrt. Wo Nachbarn Mennoniten waren oder die Schwager Lutheraner. Auch innerhalb der Konfessionen selber gab es blutige Auseinandersetzungen. Toleranz hatte also einen ganz praktischen Wert.

Toleranz ist gewachsen, hat Niederlagen erlitten und ist neu erfunden worden. Toleranz hieß aber immer – und das zeigt die Ausstellung sehr gut – wie man trotz unterschiedlicher religiöser Überzeugung zusammen leben kann. Toleranz war ein Zeichen von Interesse, nicht von Desinteresse oder abnehmender Wichtigkeit von Religion, wie sie heute manchmal verstanden wird. Man brauchte – und braucht – Toleranz, weil Religion wichtig ist. Sich das ab und zu vor Augen zu führen, ob nun per Ausstellung oder nicht, ist immer wieder lohnend.

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18 Kommentare zu Toleranz und ihre Geschichte

  1. veruschka sagt:

    Tut mir leid, aber irgendwie mag ich den Begriff „Toleranz“ nicht sonderlich, ich hasse ihn sogar. Das ist so ein typisches Modewort von heute. Da könnt ich fast aus der Haut fahren … und denk‘ zum Beispiel an diese „bescheuerte“ Aidsschleifenaktion oder diese dumme Loveparade in Berlin.
    Jemand heutzutage tolerieren, heißt irgendwie auch, dass er oder sie mir im Grunde egal ist… dann dulde(!) ich den Menschen neben mir bloß. Dulden… wie schön! Ich denke also, dass Toleranz im 16. Jahrhundert in Europa einen ganz anderen Stellenwert hatte, als etwa heute (das wird ja auch im Text oben deutlich gemacht).
    Andererseits zeigt das indirekt auch auf, dass die Menschen etwa heute in Westeuropa Nichts mehr für so wichtig erachten, als dass sie dafür sogar in Kauf nehmen würden, als intolerant zu gelten. Und das würde ihnen noch nicht mal groß weh tun… Ich meine, wer wird denn bei uns wegen irgendwelcher Äußerungen groß verfolgt?
    „Akzeptanz“ dagegen meint ein Substantiv, das weniger häufig verwendet wird und es setzt voraus, dass man sich mit der Haltung des Gegenübers tatsächlich und tiefer beschäftigt hat, so dass man diese sogar (teils) übernehmen kann.
    Eine weitere Steigerung wäre Hochschätzung, dann Bewunderung und eine weitere, ja, genau, Liebe! Und die Liebe könnte man jetzt auch wieder in mehrer Kategorien aufteilen. Ich bin zumindest wahrhaft verliebt in die Liebe!!!! Einer dieser Begriffe, die zwar auch inflationär verwendet werden, aber tatsächlich nie die „Magie“ verlieren, wenn sie an der richtigen Stelle und zum geeigneten Zeitpunkt gebraucht werden.
    Also, ich mein‘ ja nur (kleines Augenzwickern 🙂 ), aber haben Sie, hochgeschätzter Pater Hagenkord, als Mann der katholischen Kirche, es wirklich nötig über Toleranz in den Niederlanden zu sprechen? 🙂 Wohl nicht!
    Nichts für ungut.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Da antworte ich doch mal ebenfalls augenzwinkernd: Machen wir eine Ausstellung dazu in Deutschland, dann gehe ich auch da hin.

      • veruschka sagt:

        Ja, ja, ja, schon gut (grummel – und Rechtschreibfehler habe ich auch noch gemacht).
        Aber, wenn ich wirklich etwas mehr über „Toleranz“ in Bezug auf die Religionen bzw. Konfessionen erfahren möchte, dann muss ich mich ins 18. Jahrhundert begeben… und da würde man dann auch in Deutschland genügend Exponate für eine entsprechende Ausstellung auffinden können und sicherlich auch die Ringparabel von Lessing auf die Wand klatschen.
        Ich mag den Begriff jedenfalls nicht und ziehe – ohne mit der Wimper zu zucken (endlich ein Wort mit ck) – die Bergpredigt dem Kategorischen Imperativ vor.
        Ein schönes Wochenende für Sie!

        • maltem sagt:

          Der niederländische Begriff (im Titel der Ausstellung) scheint mir sogar mehr zu versprechen: „verdraagzaamheid“.

          • veruschka sagt:

            Ja, sehen Sie, gegen den hab‘ ich auch nix! Ein-sich-Vertragen setzt ja doch voraus, dass man sich vorher ordentlich gezofft hat… also sind da Emotionen vorhanden. Tolerieren (vom Lateinischen „tolerare“=ertragen, erdulden aushalten) hat dagegen immer so etwas Gnädiges und eben Teilnahmsloses an sich.
            Danke für Ihren Hinweis!

    • AM sagt:

      In Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz lesen wir „Toleranz, auch Duldsamkeit,ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.“ – verstehen wir die Definition auch so in unserer Religion?

      Toleranz kann in der Tat „Gleichgültigkeit“ beduten, liebe Veruschka. Heutzutage vermischt man alles, es gibt keine eindeutige Definition. Genauso wie das Verständnis von Loyalität, die man so lange missinterpreitiert hatte und „misshandelte“.

      Toleranz kann auch bedueten – Akzeptanz gegenüber dem was „falsch ist“ – keine Beachtung des Wertsystems. Bereits Benedikt XVI. hat über den aktuellen Relativismus mehrmals gesprochen. Welche Auswirkungen hat er auf die Zwischenmenschliche und soziale Beziehungen.
      Wenn ich jemanden liebe, dann kann ich seine Fehlhandlung, Fehldenken nicht tolerieren. Ich kann Verständnis haben, dass er so tut, weil er nicht fähig ist anders zu agieren. Aber ich tue alles, um ihm sein Bewußtsein zu erweitern, ich will ihn schützen ich will ihm helfen zu wachsen. Ansonsten geht er zu Grunde und damit auch meine Beziehung.

      Wenn wir die Toleranz so werstehn würden wie heutzutage es gelebt wird, dann müsste die Welt auch mit Empörung gegenüber dem Vorgehen des Papstes sein. Denn Franziskus toleriert nicht die Positionen und Handlung der Bischöfen und des Kirchenvolkes – Er will es ändern.

      „Wir müssen von einer Kultur des Schweigens wegkommen. Und dort, wo es diese Kultur des Schweigens noch gibt, müssen wir sie als das bezeichnen, was sie ist: ein Feind der Wahrheit und ein Feind der Gerechtigkeit.“

      http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=561744

  2. KRP sagt:

    Vielleicht sollten wir mit Toleranz beginnen dann ist der Weg zur Liebe nicht mehr ganz so weit.

    • veruschka sagt:

      Ja, ok! Sie haben recht. Vielleicht verlange ich zu viel vom in der Wirklichkeit lebenden Menschen… was mich im Grunde herzlos macht. Also bin ich im Grunde hier die Böse.
      Danke für Ihren kurzen, aber sehr weisen Kommentar, liebe(r) KRP!
      Gut, fürs Erste ist Toleranz nicht so schlecht, aber ich bitte doch sehr darum, dass der Mensch (ob Frau oder Mann) hierin nicht stecken bleibt!
      Denn: „All you need is love“ (die Beatels sind doch immer wieder cool und auf ihre Weise sehr weise)! 🙂
      Gute Nacht!

      • Claudia sagt:

        Liebe veruschka, es ist nicht nur eine schwere Sache, Andersartige, Andersdenkende usw. zu tolerieren, machen sie uns doch zumeist Angst. Und stellen unser gewohntes Welt- und Glaubensbild in Frage. Zumeist können wir uns selber nicht tolerieren, geschweige denn, trotz Wissen um unsere Schwächen, uns gern zu haben. Zuallererst müssen wir lernen, uns selber zu akzeptieren, schlichtweg uns anzunehmen wie wir sind, dann geht es auch leichter mit den Anderen.

        • veruschka sagt:

          Liebe Claudia,

          da haben Sie doch hoffentlich keine Probleme, oder? Sie sind doch sicherlich eine tolle, gebildete und kluge Frau! Also im Blog kommen Sie schon so rüber! 🙂
          Aber eins stört mich schon bzw. macht mich etwas stutzig: Sie sprechen nur von den Schwächen. Das ist nämlich genau der Punkt… und gerade bei Frauen: Sie sehen immer nur ihre Schwächen, nicht die Stärken bzw. das, was sie liebenwert macht.
          Ich bin zwar kein Psychologe, aber in diesem Fall würde ich den Betroffenen einmal folgendes raten:
          Sich abends in Ruhe hinsetzen (wenn’s entspannt mit einem Glas Rotwein) und eine Liste aufsetzen: linke Spalte: „Was ich an mir mag“ und rechte Spalte: „Was ich nicht an mir mag“ und dabei kann man sich ruhig vor einen Spiegel setzen.

          Ich kann nur eins sagen, Menschen, die besonders charismatisch sind, entsprechen in den wenigsten Fällen der Norm.
          Ein Beispiel wäre etwa Frida Kahlo. Eine Frau die eigentlich viel zu klein war, einen Damenbart und zusammengewachsene Augenbrauen besaß und körperlich sehr angeschlagen war… etwa nur ein Bein hatte und große Probleme mit der Wirbelsäule. Aber die Frau fand ich bereits mit 15 hochgradig interessant.
          Natürlich sind wir alle keine Künstlertypen oder auch Genies, aber jeder Mensch hat doch etwas was ihn oder sie auszeichnet. Und diese Eigenschaft(en) muss man dann auch selbst erkennen und betonen (aber bitte nicht den Partner fragen, sondern sich selbst ehrlich hierzu befragen).
          Und was die Schwächen angeht: Wer ist denn schon mit sich im Reinen? Müssen wir ja auch garnicht sein. Man kann doch über seine eigenen Schwächen auch lachen, oder?
          Schauen Sie, ich hab‘ etwa – ab und an – Probleme mit der Rechtschreibung, bin ein totaler Vollidiot beim Erlernen von Sprachen (das war sehr oft ein großes Problem für mich), bin unmusikalisch, bin extremst kurzsichtig (zum Glück gibt es Kontaktlinsen), bin viel zu klein, habe ordentlich graue Strähnen, die ich mir aber absichtlich nicht färbe und nie färben werde(!), bin hochgradig nervös (was manchmal wirklich nicht leicht ist und auf viel Unverständis stößt)… ich könnte das endlos weiterführen.
          Na und… ich möchte trotzdem mit niemand auf der Welt tauschen und mag‘ mich ganz gern, so wie ich bin.
          Was wirklich schlimm ist, ist wenn der Mensch nichts Liebenswertes an sich besitzt. Es gibt schon auch Menschen, die man so gar nicht lieb haben kann… das ist, find‘ ich, das Schlimmste. Natürlich haben diese Leute im tiefsten Inneren irgendetwas Liebenswertes an sich aber man muss dann schon intensiv danach suchen… und finden Sie erst einmal so einen hochgradig liebenswerten Sucher!

          • Claudia sagt:

            Nein, so ist das bei mir nicht, veruschka. Ich weiß aus meiner Arbeit als Therapeutin, wie sehr Menschen unter sich selber leiden können. Ihr Selbstwertgefühl wurde sehr verletzt.Und diese Menschen lernen im Gespräch, dass gerade jener Teil ihres Wesens, den sie ablehnen, sehr schöpferisch und kreativ ist. Und der ins Licht geholt werden möchte. Wenn es jetzt hier nicht die Seiten sprengt, gebe ich die Gedanken der Marianne Williamson weiter:Unsere tiefste Angst ist nicht,

            dass wir unzulänglich sind,

            Unsere tiefste Angst ist,

            dass wir unermesslich machtvoll sind.

            Es ist unser Licht, das wir fürchten,

            nicht unsere Dunkelheit.

            Wir fragen uns: “Wer bin ich eigentlich,

            dass ich leuchtend, begnadet,

            phantastisch sein darf?”

            Wer bist du denn, es nicht zu sein?

            Du bist ein Kind Gottes.

            Wenn du dich klein machst,

            dient das der Welt nicht.

            Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun,

            wenn du schrumpfst,

            damit andere um dich herum,

            sich nicht verunsichert fühlen.

            Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit

            Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.

            Sie ist nicht nur in einigen von uns,

            sie ist in jedem Menschen.

            Und wenn wir unser eigenes Licht

            Erstrahlen lassen,

            geben wir unbewusst anderen

            Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

            Wenn wir uns von unserer eigenen

            Angst befreit haben,

            wird unsere Gegenwart

            ohne unser Zutun andere befreien.

          • veruschka sagt:

            Aber wenn man sein Licht zu sehr erstrahlen lässt, überfordert man manche Menschen vielleicht auch zu sehr. Alles muss doch eher Schritt für Schritt erfolgen!
            Ich hab‘ schon einmal hier im Blog von einer Freundin von mir erzählt, die wirklich so eine „Aura“ besaß, wie Sie hier zitieren. Aber, wissen Sie, ich war mit meinen 23 Jahren total überfordert von so viel „Strahlkraft“. Sie konnte einfach Alles: Besser Zeichnen als ich, war Sprachen-begabt, war sozial engagiert, war extrem in sich gefestigt, war liebenswert. Sie erfüllte das Bild der jungen europäischen Vorzeigestudentin des 21. Jahrhunderts über alle Maßen.
            Sie hat mich sehr gerne gehabt und mich öfter zu sich und Ihrem Ehemann eingeladen… aber ich war einfach überfordert. Was sollte ich so einem Menschen Sinnvolles erzählen können? Mich machten diese Begegnungen eher traurig (nicht weil ich eitel war… anfangs vielleicht)… Ich fühlte mich daneben einfach nur wie Dreck. Also mich hob ihre Größe nicht empor, sondern zog mich herunter.
            Ich mag das „Kleinsein“ heute aber sehr gerne und ich finde es gut, vom Ego wegzukommen.
            Wissen Sie, ich hatte einmal eine Phase (so von 14-21), da hab‘ ich mich unglaublich viel mit mir selbst beschäftigt… habe den ganzen Tag nur Ölgemälde angefertigt und nur noch in dieser Kunstwelt gelebt. Viele Selbstporträts hab‘ ich da auch gemalt… ich hab‘ diese dann vor ein paar Monaten weggeschmissen: Zu viel Narzissmus war da drin enthalten… das merkt man erst, wenn man die Arbeiten nach mehreren Jahren wieder rauszieht.
            Mein Problem war also, dass ich bis zum 21. Lebensjahr von mir gnadenlos überzeugt war und dann kam jemand der mich gelehrt hat, dass ich nicht so grandios bin, wie ich gedacht hatte, und das war auch sehr gut so!
            Wissen Sie, diese Marianne Williamson kenne ich ja nicht, aber irgendwie wirkt sie auf mich wie so eine aufgeblasene Freimaurer-Lady. Im Sinne von: Du kannst alles was du willst schaffen, wenn du nur an dir arbeitest! Oder: Bearbeite den rauen Stein damit er zum Würfel wird! So in der Richtung. Wer ist diese Lady denn? (Sie ist Amerikanerin, heißt Marianne… oh,oh… ich ahne Fürchterliches). Wohl sehr erfolgreich (nach weltlichen Maßstäben). Aber wenn ich gar nicht erfolgreich sein will. Wenn mir das Alles Nichts mehr bedeutet. Wenn ich lediglich durch kleine Gesten den Menschen etwas geben will, sie lieb haben will. Wenn ich den „schrulligen“ älteren Herrn einfach nur so wie er ist phantastisch finde. So wie das Ernst Barlach zum Beispiel getan hat.
            Wenn mein Ziel einfach das ist, der Mensch zu werden, nach dem Diogenes mit seiner Lampe sucht: Ein wahrer Mensch, nicht mehr, aber auch nicht weniger!
            Sein Sie mir bitte nicht böse, aber die Lady Williamson mag ich überhaupt nicht!

          • veruschka sagt:

            Obwohl, Diogenes hätte ich jetzt nicht erwähnen sollen, das war jetzt ein Fauxpas: Gerade die Lampengeschichte finden die Freimaurer ja spitze/wie für sie zugeschneidert (und ist wiederum arrogant, wenn man von sich behauptet, dieser eine Mensch sein zu können… da hab‘ ich zu wenig nachgedacht… so hab‘ ich’s nicht gemeint… im Gegenteil).

  3. KRP sagt:

    Verlangen oder erzwingen kann man nicht´s. Das sollte, muss jeder Mensch für sich. Es fängt mit Toleranz an und hört mit Liebe auf. Stehen oder stecken bleiben sollte man nicht, nein ganz bestimmt nicht, sondern aufeinander zugehen, miteinander ins Gespräch kommen, nicht weg sehen wo Unrecht geschieht.

  4. Bela sagt:

    In den Niederlanden wurde allerdings von der Katholischen Kirche ganze Arbeit geleistet.

    Seit 1965 hat sich der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung fast halbiert und der Gottesdienstbesuch minimiert.

    Der ultraliberale Kurs der niederländischen katholischen Kirche hat sich absolut bewährt…das Konzil und die Folgen haben sich absolut bewährt!

    Die Kirchen werden in Clubs umgewandelt.

    Sehr schön.

    Die Kirche sollte sich einmal Gedanken machen , ob das Konzil ein Erfolg war.

    An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

    Die Konzilsfrüchte sieht man an der Entchristlichung Europas.

  5. Bela sagt:

    Nein, Herr Pater Hagenkord.

    Leider ist das alles wesentlich komplizierter.

    Natürlich sind Toleranz und Liebe wesentliche Bestandteile der Pastoral und des christlichen Glaubens.

    Natürlich hat sich die Gesellschaft gewandelt. Demographisch, politisch…

    Und die Kirche ist natürlich nicht immer an allem schuld.

    Nur wäre etwas mehr „Selbstkritik“ von offizieller Seite angesichts solcher dramatischen Zahlen sicher angebracht.

    Das Konzil ist 50 Jahre alt. Es sollte einen Aufbruch bedeuten.

    Was hat die pastorale Neuorientierung nun wirklich erreicht?

    Ein Unternehmen mit derartigen Bilanzen hätte Pleite gemacht oder schon längt den Kurs korrigiert.

    Natürlich ist die Kirche kein rein weltliches Unternehmen. Nein, sie sollte sich der Seelen annehmen.Um die geht es doch. Um das Seelenheil der Menschen.

    Die Institution Kirche gleicht heute nach außen eher einer etwas korrupten Wohlfahrtsorganisation, die immer mehr an spirtueller Kraft zu verlieren
    scheint.

    Selbst in Rom.

    Ehrlichkeit ist angebracht.

    Ehrlichkeit auch gegenüber der Welt.

    Aber das ist eben nicht immer einfach. Denn es erfordertMut, der welt zu sagen, was falsch ist.

    Die Apostel hatten den Mut.

    Beten wir für Unseren heiligen Vater, so wie er es bei seinem Ersscheinen in der Öffentlichkeit von Uns erbeten hat.

    Alles Gute

    …und Petrus hatte den Mut auch Fehler einzugestehen…

  6. AM sagt:

    Vielleicht nicht ganz passend, aber 
    noch einmal zur aktuellen Verwechslung und Änderung der Begriffe und über die Rettung der ursprünglichen Bedeutung. Hier empfehlenswert sich die Sendung über Empathie  mit Marie-Christine Beisel http://www.wdr5.de/nachhoeren/das-philosophische-radio.html anzuhören. 

    „Wie haben einen neuen Menschen Homo Empathikus (…)die Emphatie gilt als Schlüssel zum Erfolg.(…)“

    Kurz gefasst in der Wirtschaft bedeutet die Empathie  
    „Ich berechne mein handeln gegenüber meines Gegenüber,  um das zu bekommen, was ich will“

    „Zweck des Handelns ist nicht das Glück des Gegenüber, sondern Gewinnmaximierung (…)“
    Also rational an etwas herangehen, mit dem Ziel ihn zu manipulieren .

    Ähnlich geht es bei Toleranz – der Wunsch der Gruppe oder des Einzelnen, so zu handeln wie sie/er das tut oder sogar für Richtig (subjektiv) hält  – in der Mehrheit zu erlauben. Keiner sollte sich in mein persönliches „Wertesystem“ einmischen! So verstehe ich die heutige Definition der Toleranz – das Erlauben und Dulden aller meinen Handlungen. Unabhängig davon, ob ich der Mehrheit damit schade oder auch nicht.

    M. E. nach Schuld daran trägt die Psychologie. Die die für die betroffenen Menschen Verhaltensmuster erarbeitet hatte. Wohlvergessend, dass die Lehre verbreitet wird. Wohlvergessend, dass es Ausnahmen gibt und Abgrenzungen gemacht werden müssen. Die Wirtschaft hat daraus Nutzen gemacht. Wie am Beispiel der Empathie – hat sie begonnen den Menschen zu manipulieren. Ein anderes Beispiel die  Transaktionsanalyse, die mehr der Wirtschaft als dem Einzelnen betroffenen geholfen hat.

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