Vatileaks – und nun?

Die größte Mediengeschichte aus der Abteilung „Skandale und andere Widrigkeiten“ seit der Williamson-Geschichte und der Radio Vatikan Blog schweigt.

Er schweigt deswegen, weil ich schier sprachlos bin. Die Menge an Dokumenten, die Tiefe der Furche, die das in das Vertrauen vor allem hier innerhalb des Vatikan zieht, die überhaupt noch nicht abzusehenden Folgen, die das haben wird: Das alles lässt mich sprachlos zurück.

Ich glaube irgendwie nicht an die Einzeltätervariante. Das wäre zu schön. Aber auch zu einfach: Einer war es und mit dessen Verhaftung ist alles vorbei. Ich glaube nicht, dass es vorbei ist.

Aber ich hoffe, dass wir hier daraus lernen. Bis dahin suche ich noch meine Worte.

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23 Antworten auf Vatileaks – und nun?

  1. Teresa_von_A. sagt:

    Es ist sicher nicht vorbei und wie die Sendungen des Senders Phoenix zeigen, oder zeigen wollen, ist es nicht das erste Mal. Dass heimlich etwas weitergegeben wird.Wenn dies der Wahrheitsfindung dient und dafür sorgt, dass nicht einzelne starke Gruppen sich durchsetzen,wo doch der Heilige Geist am Werk sein sollte, ist es ok.Wie ich öfters sage: das Papstamt ist keine Belohnung, sondern Fegfeuer, vorgeholt. Der große Geist wächst daran, der Papst ist ein großer Geist.

  2. noemi sagt:

    Nun es hat auch von der Untersuchungskommission keiner behauptet, daß nun alles vorbei sei- nach der italienischen Presse geht jetzt die Jagd nach den Mittäter und/oder Auftraggebern los.
    Die Vaticanisti sehen die diversen Seilschaften am Werk, die alle zusammen ein Zeile hatten: Kard. Bertone bloßzustellen und aus dem Amt zu entfernen- sie haben ja auch immer auf das Staatssekretarit gedeutet- das an allem Schuld sei. Nur dann hätte der gute P.Gabriele nicht ein persönliches Fax an Msgr.Gänswein, das das Appartamenteo nie verlassen hatte stehlen und an G.Nuzzi weitergeben dürfen. Dadurch war der Kreis der Verdächtigen mit einem Schlage sehr klein geworden. Auf einem ganz anderen Blatt steht: wer sind die Hintermänner? Die besagten Vaticanisti ( Tornielli, Izzo etc.) erwarten weitere Verhaftungen und würden sich nicht wundern, wenn jetzt auch Soutanenträger mit Zucchetto betroffen wären.
    Hoffen wir auf glasklare Aufklärung dieses bösen Tuns und daß das Leck für sehr lange Zeit verschlossen bleiben möge.
    Heute jedenfalls sagte der Hl. Vaterauf dem Petersplatz vor ca. 50.000 Gläubigen: “Der Wind rüttelt an diesem Haus, aber es fällt nicht. Es ist auf den Felsen gebaut.” Da sage ich – Amen.

  3. F. M. sagt:

    Also ich halte den Inhalt der Dokumente für brisanter, denn die Art und Weise ihrer Aufdeckung.

    Der Vatikan als Intrigantenstadel, wer hätte das jemals auch nur zu denken gewagt?

  4. KRP sagt:

    Es ist gut das sich so manche Machenschaften aufdecken. Es braucht das Leck sich auch nicht zu schließen. Denn da zeigt es sich das alles nur Menschenwerk ist und Menschenwerk vergänglich ist und alles ans Licht kommt was ans Licht kommen soll und ans Licht kommen muss. Es zeigt das der Vatikan auch nur aus Menschen besteht und noch nicht aus Heiligen.

  5. Teresa_von_A. sagt:

    ich denke, die leut haben gründe für das, was sie aufdecken wollen. zu niedriges gehalt kann nicht der grund sein..zu wenig kommunikation, meiner meinung nach und die mit den starken ellenbogen haben das sagen.

  6. Peter Lehmann sagt:

    Wozu ist Jesus gestorben?
    Man könnte fast denken, dass sein Tod als Alibi für die eigenen Sünden herhalten muss. Was kümmern mich meine Taten, er hat ja schon für mich gebüßt.
    Und das Spiel der Eitelkeiten um Macht und Einfluss hat sich seit damals nicht geändert. Und die Kirche spielt dieses Spiel seit Rom mit. Und das makabere daran ist, sie spielt es im Namen dessen, der es nie gespielt hat und Gegner dieses Spiels war. Lasst dem armen Mann doch endlich seine Ruhe.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Ich bin nun mal ganz böse, Herr Lehmann und sage..Männerverein..ob da nun unbedingt Jesus zitiert wird? Neuevangelisierung tut Not, Glaubenskrise auch in Rom ,bzw im Vati Kan.Also bitte sich keine Gedanken um die Basis machen, wenn oben auch die Glaubensnot groß ist.Vielleicht hat das zur Folge, dass mit dem sündigen Volk gnädiger umgegangen wird?Vom Klerus aus?

      • Peter Lehmann sagt:

        Männerverein. Da bin ich völlig bei Ihnen. Am schlimmsten sind, wie schon gesagt, die überehrgeizigen Karrieristen. Karriere um der Karriere Willen nicht um der Sache Willen? Die machen im Eigeninteresse IMMER ALLES mit, ohne nachzudenken.
        Ich bin nächste Woche das erste Mal in Rom und will mir ein paar Sachen ansehen. Die Hinterlassenschaft der Künstler wird vermutlich erdrückend sein.
        Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Kirche umzieht, in eine kleine unbedeutende Scheune ohne Prunk. Da kommt man sich dann auch nicht mehr so wichtig vor, wirkt dafür aber authentisch.

        • Teresa_von_A. sagt:

          da gibt es bei den ignatianischen impulsen vom pater kiechle ein buch, zum thema macht ausüben. kann ich empfehlen.

  7. Tilda sagt:

    Wenn ein Familienvater mit 3 Kindern seine Existens aufs Spiel setzt, sich zu so einer Tat hergibt, ist er meiner Meinung nach erpresst worden, Frage ist von wem? und womit.

    • Teresa_von_A. sagt:

      Tilda, ich denke nicht, dass diese Version weiterhilft. Wer hat ihn erpresst, Atheisten? Nein, bleiben Sie am besten mal i n der Kirche.Es hat auch schon ein Kardinal rausgeschmuggelt. Von wem wurde der erpresst?Erpressen kann man übrigens nur Leut, die selber Dreck am Stecken haben. Oder denken Sie, dass die Kinder dieses Familienvaters entführt werden sollten? Es wird Zeit, dass Unrecht aufgedeckt wird.

  8. Silvia Brückner sagt:

    Ich mag schon gar nichts mehr von all diesen Dingen hören um meinen Glauben an die Kirche – nicht den an Christus – nicht ganz zu verlieren.

    naturgemäß gibt es halt mehr Sünder als Heilige in der Kirche, und das war schon immer so.

    Nach all den Skandalen, die seit Anfang 2010 über uns hereingebrochen sind, wundert mich fast gar nichts mehr.

    Nur, wie soll unter diesen Umständen die Neuevangelisierung glaubwürdig rüber kommen?

    • KRP sagt:

      An die Kirche soll ein Christ auch gar nicht glauben sondern an Christus. Vielleicht sollte jeder mehr an den Gründer der Kirche glauben als an deren Vertreter.

    • Teresa_von_A. sagt:

      die skandale sind älter als 2010.das wissen die opfer. man lese die heiligenbiografien und weiß, die hatten nicht nur unter den atheisten zu leiden, sondern auch unter der kirche.johannes vom kreuz wurde von seinen ordensbrüdern ins gefängnis geworfen und wäre er nicht geflohen, hätten sie ihn umgebracht.e i n beispiel für innerklösterlichen terror. sentire cum ecclesia. wir haben nur die eine.die dinge sind nicht harmloser, wenn sie in den hinterhöfen bleiben, unterm teppich, sie können nur aufgearbeitet werden, wenn sie öffentlich sind.übung macht den meister, nicht weglaufen.

    • die nachdenkliche sagt:

      Nun, ich lebe in einem Rechtsstaat, dessen freiheitlich-demokratische Grundordnung ich schätze. Dennoch zeitigt diese Verfassung kein blindes Vertrauen in diesen Staat, sondern einen stets wachsamen Blick auf sein Tun und die Arbeit für mehr Transparenz.
      Woher sollte dann überhaupt Vertrauen kommen in eine absolutistische Monarchie, die keinerlei Mechanismen der Machtkontrolle kennt? Der Vatikanstaat bzw. der Hl. Stuhl hat “vertrauenstechnisch” wenig zu verlieren.

      Im übrigen glauben Katholiken nicht an die Kirche, sondern an den dreieinen Gott.

      • Teresa_von_A. sagt:

        die nachdenkliche: sie werden sehen, dass viel zuviele an die kirche glauben, an festehende liturgien ,als wären es zauberformeln, an hochwürden, der keinerlei menschliche züge haben darf, an pomp and circumstances. und die verantwortung für ihr seelenheil sehr gerne abgeben an eine heile welt, die nur in ihren vorstellungen heil ist. koste es was es wolle.ich brauche so etwas nicht.kann mir einen vatikan leisten, der nun wieder in den medien steht.

      • Silvia Brückner sagt:

        Katholiken fühlen sich aber auch mit ihrer Kirche verbunden

        • Teresa_von_A. sagt:

          und das heißt, silvia? verbunden allerdings, sonst wäre ich nicht drin. aber das mäntelchen des schweigens über mißstände hängen, ist kriminell.interne lösungen bringen nichts, wie der mißbrauch gezeigt hat.aus der kirche kann man austreten, aus dem staat nicht. da wäre es ebenso nötig, wenn austreten eine lösung ist.kirche hat nicht mehr schutz verdient als andere einrichtungen.es sei denn, kirche wird mit himmel gleichgesetzt.zumal ja nun die ant.kirchlichen immer schon hinter dem vatikan einen haufen unredlicher vermutet haben..aufdecken, probleme lösen, weiter geht es, besser.

          • Silvia Brückner sagt:

            Von Vertuschen war meinerseits nie die Rede.

            Was ich sagen wollte, dass ich, wie viele andere Katholiken auch, eine persönliche Bindung an die Kirche habe und deshalb für mich persönlich, also rein subjektiv, abwäge, welche Enthüllungen an die große Glocke gehängt, sinnvoll sind und welche mehr Schaden als Nutzen verursachen.

            Und was ist für die Öffentlichkeit wirklich interessant und was dient nur der Sensationsgier.

  9. Teresa_von_A. sagt:

    die öffentlichkeit ist riesengroß. da gehören wir beide auch zu, ich bin für lückenloses aufdecken.silvia.die kirche möchte sich so gerne zur ruhe setzen. nun hatten wir den mißbrauchsskandal und a ruah ist..kann gar nicht sein, a ruah, wenn noch soviel in untergrund brodelt. im staat wird auch ehrlichkeit verlangt.der einzelne mensch soll ehrlich sein, steht in den 10 geboten. in kommunistischen staaten freut man sich als zuschauer über aufdeckung. und hier? kann ich nicht ernstnehmen.wer sich nun wieder schämt, katholisch zu sein..ich nicht.

    • Silvia Brückner sagt:

      Ich schäme mich keineswegs, katholisch zu sein.

      Aber wer etwas anzuprangern hat, soll es offen tun und nicht hinter den Kulissen intrigieren.

      Ähnliches gilt auch für das Internet, in dem sich die meisten user hinter nicknames verstecken.

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