War da was?

Historisch war es. Das konnte man in den vergangenen zwei Tagen fast überall lesen. Ob im dt. Internet oder italienischen Zeitungen, das Klima-Abkommen wird hoch eingeschätzt. Auch wenn man sich nicht einig ist, ob das auch schon wirklich hilft, dass es so ein Abkommen gegeben hat, dass es zu neuen Koalitionen gekommen ist, dass man die 1,5 Prozent-Erwärmungsmarke anpeilt, das alles wird gewürdigt.

Nur geschieht das kaum wahrgenommen. Gleich ob auf deutschen Seiten oder in den genannten italienischen Zeitungen, das Thema landet weit unten. Und wenn ich annehme, dass die Webseiten auf Interesse antworten und ein viel geklicktes Thema oben bleibt, dann kann ich nur annehmen, dass das Interesse daran auch nicht so groß ist.

War da was? Seit Monaten wird darüber gesprochen, was passieren könnte, sollte sich die Welt nicht einigen und sollte die Welt die Mittel nicht finden, die Einigung umzusetzen. Klimaerwärmung würde mehr Flüchtlinge produzieren als die Kriege in Syrien und Irak, und so weiter. Und jetzt interessiert das keinen mehr?

Ok, ich übertreibe, es gibt gute Analysen und Frankreichs politischer Rechtsruck ist ein wichtiges Thema, aber wenn es um Klimawende, Zugang zu sauberem Wasser für alle, um versinkende Inseln und versteppende Gegenden geht, um Umweltdesaster wie jüngst das in Brasilien etc., dann sollte da doch etwas mehr Aufmerksamkeit für heraus springen. Oder bin ich da naiv?

Laudato Si’, die Enzyklika des Papstes, hat im Untertitel ein Wort, was mir dazu einfällt: Sorge. Die Sorge um das gemeinsame Haus, gemeint ist der Planet.

Mir scheint bei der Lektüre der Medien gestern und heute, dass wir weiterhin sorglos sind. Selbst wenn zwei Wochen lang in Paris debattiert wird, wenn die Erwartungen vorher hoch waren, wenn wir wissen, was auf dem Spiel steht. Und diese Sorglosigkeit scheint mir die größte Umweltgefahr zu sein.

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27 Kommentare zu War da was?

  1. Rosi Steffens sagt:

    In der Vergangenheit wurde rücksichtslos auf die Natur eingeschlagen, egal wie viele Menschen und Organisationen sich auch ihrem Schutz gewidmet haben, die Machthaber waren stärker. Nun müssen sich die bewegen, deren Machtstreben die eigene Lebensgrundlage aus dem Blickfeld verloren hat. Jetzt zu jammern und die Schuld abzuwälzen, das ist nicht richtig.

    Seit ich klein bin wurde mir Natur als die Lebenspartnerschaft vermittelt, ohne deren Mitgefühl ich nicht leben kann. Sie ist der Nährboden für all das Gute im Menschen, und sie fördert sein Bestreben auch gut sein zu wollen. Mein Onkel kennt alle Vogelarten seiner Heimat am Klang ihrer Stimme, wie viel Mitgefühl braucht man dazu, um Vögel so unterscheiden zu können?

    Natur wurde misshandelt und missbraucht im Denken derer, die darin ihr eigenes Potential sahen und sich damit selbst beraubten. Heute leben wir aus den Folgen dieser Misswirtschaft und müssen das Beste daraus machen. Schritt für Schritt müssen wir uns der Natur wieder annähern, um ihr die für uns lebensnotwendigen Bestandteile abarbeiten zu können, ohne sie damit über das Maß hinaus zu belasten.

    Damit will ich sagen, die Natur kann sich akklimatisieren, der Mensch jedoch kann sich nur so weit zurückreduzieren, bis ihm kein Lebensraum mehr bleibt. Wenn ich dann beobachte, wo Menschen geboren werden und in welchen Ländern sich der Nachwuchs reduziert, dann glaube ich, kann man auch daraus erkennen wem die Natur die Stange hält. Ein gesundes Maß für alle ist das, was uns dabei helfen kann diese Situation zu meistern, um etwas ganz großartiges, kennenzulernen, das uns noch so viele Schätze zu bieten hat.

  2. Nun, das Interesse an Umwelt und Klimawandel scheint mir hierzulande ziemlich groß zu sein, sowohl in qualitativ hochwertigen Medien als auch in alltäglichen Gesprächen.

    Hier z.B. ein lesenswerter Kommentar in der österr. Tageszeitung Der Standard:

    Die richtige Arbeit beginnt erst nach dem Klimagipfel
    KOMMENTAR JULIA SCHILLY
    http://derstandard.at/2000027350522/Die-richtige-Arbeit-beginnt-erst-nach-dem-Klimagipfel?ref=article

    Kurzlink:
    http://is.gd/zb2sjC

    Es mag im ersten Moment zynisch klingen, doch ich denke, dass die Thematik konkret spür- und erfahrbar sein muss. So wird aus einer möglicherweise etwas abstrakten Sorge ein konkretes Anliegen, eine konkrete Verantwortung. In vielen Teilen der Welt ist dies bereits so..

    Zwei Aspekte möchte ich ansprechen:

    1. Ökologie, Wirtschaft und Technologien:
    In Laudato Si‘ hat Papst Franziskus eine Brücke von der Ökologie über soziale Fragen, Fragen der Umverteilung bis hin zu Fragen der Religion geschlagen. Dies kann eine sehr gute Motivation sein. Doch wie verhält es sich mit Fragen der Wirtschaftlichkeit und der Technologien? Seriöse Stimmen sagen, dass Umweltzerstörung und Klimawandel unheimlich viel wirtschaftlichen Schaden anrichten. Irgendwann, wohl sehr bald, – wird es wohl nicht mehr rentabel sein, in fossile Energien zu investieren; es braucht neue Technologien, die es vielfach bereits gibt, die jedoch NOCH recht teuer sind.

    2. Ökologie, Demokratie und Menschenwürde:
    Vor ein paar Tagen habe ich den folgenden, für mich sehr interessanten Artikel in der NZZ gelesen:

    Titel-Zitat:
    Anpassung an den Klimawandel
    «Klimaschutz ist ein absurdes Wort»
    An der Klimakonferenz stehen Emissionsreduktionen im Zentrum der Debatte. Man sollte besser die Menschenwürde betonen, findet aber der Soziologe Nico Stehr und warnt vor antidemokratischen Strömungen.
    http://www.nzz.ch/schweiz/klimaschutz-ist-ein-absurdes-wort-1.18659285

    Kurzlink:
    http://is.gd/pssbUV

    So wichtig ökologische Anliegen sind, in einer Gesellschaft gibt es viele verschiedne Interessen und Anliegen. Ist diese Gesellschaft demokratisch organisiert, kann darüber offen diskutiert und abgestimmt werden. Auch lösungsansätze, die sich nicht bewährt haben, können wieder zurückgenommen bzw. korrigiert werden. In dem Artikel wird vor autoritärer Durchsetzung gewarnt, mögen die Ziele auch noch so löblich sein.

    Mir persönlich gefällt dieser Denkansatz sehr gut, nicht nur in ökologischen Fragen sondern auch bei anderen gesellschaftsrelevanten Themen.

    Herzlichst, Euer Lese-Esel

  3. Amica sagt:

    Frau Hattinger hat sicherlich recht: das Interesse ist da und zwar außerordentlich und es wird sogar noch viel intensiver werden. Seien Sie nicht so pessimistisch, Pater Hagenkord. Sie unterschätzen die Liebenswürdigkeit und die Ernsthaftigkeit der Menschen in Europa. Gerade dieses Jahr hat doch gezeigt, zu was Menschen, z. B in Deutschland, alles fähig sind. Vielleicht bin ich ja naiv.

  4. Klemens sagt:

    Klimaexperten wie Wolfgang Seiler, die ich kenne, sagen, dass ohne Papst Franziskus Paris gescheitert wäre.

    Entscheidend ist die Praxis, das was in Bezug auf Umsetzung /CO 2 Reduktion weltweit auch kirchlich getan wird. Die Öffentlichkeit und Medien sind hier nicht so massiv eingestiegen wie in Kopenhagen 2009. Damals wurde das Spiel auch deshalb verloren, da wir in den letzten 10 Jahren weltweit eine Abkühlungseffekt hatten und die Wissenschaft, diese natürliche Variabilität (d.h. sowas ist normal) „gerade gebogen“ hat. Das hatte einen enormen Glaubwürdigkeitsverlust zur Folge – pikanterweise wurde das durch Geheimdienstoperationen aufgedeckt. Daher war der gesuchte Schulterschluss der Wissenschaft mit der Kirche so wichtig.

    Zur unseren Sorglosigkeit: Wir haben nach Rio 92 faktisch 23 kostbare Jahre für den Klimaschutz verloren ! Die Ausgangslage ist heute im Jahr 2015 fast hoffnungslos. 1992 hatten wir z.B. weltweit 22 Mrd. t CO2 Emissionen pro Jahr, sind es 36 Mrd.t 2015 – zugelassen durch Paris sind 40 Mrd.t p.a. bis 2020, erst dann soll es runter gehen ! Unsere Erde ist aber nur bis 12 Mrd.t im Gleichgewicht, d.h. soviel kann durch natürliche Prozesse assimiliert werden. All das soll „jetzt“ mit freiwilligen Absichtserklärungen statt völkerrechtlich bindenden Reduktionszielen (das war der alte Plan) wie z.B. beim Monteral-Protokoll bzgl. FCKW erreicht werden ? Aus der Retroperspektive ist daher klar, dass einige Umweltorganisationen hier sehr skeptisch sind. Man könnte sagen, die letzten 23 Jahre sind wir sorglos in Richtung Abgrund gerannt….1.5 Grad könnten wir jetzt wahrscheinlich nur ereichen, wenn wir einen CO2 Sofortausstieg machen würden !

    Jeder Insider, der die innere Logik der COPs tiefer kennt, weiß, dass schon 1995 in Berlin alleine durch einen Artikel (mit Nr. 40) die Geschäftsordnung der COP mit der Verankerung des Einstimmigkeitsprinzips (dazu wurden von Saudi Arabien große Kanzleien beauftragt) eine fatale Entscheidung getroffen wurde – die faktisch jedes völkerrechtlich bindendes Protokoll unmöglich machte. Das man das nun nach 20 Jahren verstanden hat ist eigentlich auch keine große Leistung – daher nun die freiwillige Unverbindlichkeit !

    Paris wäre wohl ohne die massive Intervention durch Papst Franziskus (er soll ja sogar 2 Std. vor Ende noch zum Telefon gegriffen haben) genau an diesem Punkt gescheitert. Daher war es gut, dass der Heilige Stuhl hier, das erste mal seit 1995 – aktiv statt nur als Beobachter bei den Verhandlungen dabei war. Wir Katholiken haben hier auch fast ein viertel Jahrhundert gepennt – auf die Schulter klopfen brauchen wir uns da nicht – jetzt gilt es anzupacken !

    Der wichtigste Punkt ist hier weltkirchlich, dass der Heilige Stuhl die Klimarahmenkonvention UNFCC als 195 Staat beitreten und auch Paris ratifzieren wird ! http://www.taz.de/!5259311/ Was man von anderen – der Staatengemeinschaft – fordert, muss man selber tun, ansonsten ist man nicht glaubwürdig ! Radio Vatikan hat diesen revolutionären Schritt wohl übersehen…

    • Rosi Steffens sagt:

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Mensch nicht in der Lage ist das Klima zu schützen, er sollte sich jedoch in der Lage befinden, sich vor sich selbst zu schützen, sodass damit auch das Ziel des Klimawandels erreichbar wird.

    • Doktor_Krakebusch sagt:

      „Die Ausgangslage ist heute im Jahr 2015 fast hoffnungslos.“

      Ganz falsch, lieber Klemens. „Fast“ bedeutet, dass noch ein Funken Hoffnung bestehe – ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir den „point of no return“ schon lange überschritten haben.

      Extremwetter häufen sich (letztes Jahr sind wir hier in Münster buchstäblich abgesoffen), und jüngst konnte ich im T-Shirt die Fenster putzen. Im Dezember. Kapitale Unwetter im Empire, in Italien, in Frankreich, in Polen etc., wie ich sie in der Art noch nie erlebt habe. In meiner Jugend und als junger Erwachsener war ich viel in Asien/Südostasien unterwegs. In Hong Kong, Peking und Bangkok war die Luftqualität schon seinerzeit eine Katastrophe. Letztes Jahr war es in etwa so, als stünde ich in einer Tiefgarage, und alle Motoren liefen. Die neulich in Peking ausgerufene „Alarmstufe Rot“ war um ein Vielfaches schlimmer, und hätte mich wahrscheinlich ins Grab gebracht. Und dennoch werden (auch) in China neue Kohlekraftwerke gebaut.

      Was und und den nachfolgenden Generationen das Leben schwermachen wird, sind die Methanhydrate, die mehr und mehr freigesetzt werden. Siehe dazu : http://www.ipcc14.de/berichte-1/ipcc-arbeitsgruppe-1/175-die-klimagefahr-vom-meeresboden

      Game Over (es sei denn, die Menschheit versteht irgendwann, dass es nur diesen einen Planeten gibt, den man unabhängig jedweder Weltanschauung zu retten hat)

      • Klemens sagt:

        „Game over“ – soweit sind wir noch nicht! Das verbietet unser Glauben, wobei uns apokalyptische Zeiten bevorstehen. Ja, es gibt immer Hoffnung – selbst wenn hier auf Erde alles zusammenbricht – die Allmacht des Allmächtigen ist größer als unser Verstand und unsere Angst.

    • Andreas sagt:

      Selbst wenn es gelänge die in die Atmosphäre abgegebenen, temperaturerhöhenden Emissionen dank einer weltweiten Energiegewinung ausschließlich mit Hilfe von Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Kernfusion auf vorindustrielle Werte zurückzuführen, könnte die Menschheit auch mit einer solch vollkommen ’sauber‘ erzeugten Energie, die Meere leerfischen, die Wälder abholzen und die Böden mit Chemikalien verseuchen und die Erde naturarm machen.

      • Klemens sagt:

        Das ist leider wahr ! Daher hat die Staatengemeinschaft in Rio 1992 ein „umfassende Therapie“ beschlossen zu der auch die Biodiversität, also alles Leben auf Erde gehört. Das gilt es konsequent umzusetzen. Gut, für den Boden fehlt noch eine UN Boden-Konvention. Auch Papst Franziskus sieht das in Laudato Si Ganzheitlich (integrale Ökologie)- die Menschheit muss die ganze Erde schützen.

        • Andreas sagt:

          Dann müßte man zur Vollständigkeit zum Schutz der ganzen Erde auch die Abwehr vor gefährlichen Himmelskörpern einbeziehen. Denn was nützt es, wenn wir mit Müh und Not Klima und Umwelt auf unserem Planeten wieder ins Lot bringen und es fällt uns dann irgendwann ein kilometergroßer Brocken auf den Kopf, der alle Anstrengungen zunichte macht. Lösungsansätze dafür gibt es meines Wissens bereits in den Schubladen der Raumfahrtorganisationen.

        • Rosi Steffens sagt:

          Ich glaube, die Erde schützt uns, so lange wir uns ihrer gewissenhaft annehmen.

          • Stephan sagt:

            Liebe Frau Steffens, es kommt mir vor, als stimmt es sehr präzise was Sie sagen, so einfach und klar – und inmitten so vieler sehr aggressiver und irrer Kommentare hier anlässlich diesen Themas tut das sehr gut. Stephan

          • Andreas sagt:

            Dieser Optimismus dürfte nur bis zur nächsten (natürlichen) Eiszeit reichen: http://www.physik.wissenstexte.de/eiszeit.htm

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich würde das nicht als Optimismus bezeichnen, bei der Menschlichkeit, die einem in dieser Welt entgegenschlägt, wenn man über den eigenen Tellerrand schaut. Vielleicht könnte man diese Einstellung als Gottergebenheit bezeichnen, denn ich habe in meinem Leben gelernt, er ist der einzige auf den man sich wirklich verlassen kann, wenn es hart auf hart kommt.

          • Klemens sagt:

            Der Schutz der Erde muss in der Tat den Schutz vor gefährlichen Himmelskörpern umfassen – das wäre die zentrale Aufgabe einer gemeinsamen Verteidigung aller Staaten, statt hier für blutige Kriege gegeneinander aufzurüsten!

          • Andreas sagt:

            @Klemens: Danke für Ihre treffende Einschätzung. Wenn man noch weiter denkt, dass in kommenden Jahrhunderten zunehmend Mond und Mars mit zum Lebensraum des Menschen gehören werden (Stichwort ‚moon village‘: http://spacenews.com/op-ed-getting-serious-about-the-moon-village/), bekäme diese zentrale Aufgabe einen besonders umfassenden Wert, bis eines fernen Tages ein solcher Schutz für die vom Menschen bewohnten Himmelskörper Stand der Technik ist.

      • Antonius Theiler sagt:

        Lieber Andreas, was Sie schreiben von Kernfusion beweist, dass Adam nicht vom Baum der Erkenntnis gegessen hat. Auch das mit dem Baum ist ein Übersetzungsfehler, wie so viele andere in den Büchern. Adam sollte nicht vom Baum der Unmäßigkeit essen. Von der Erkenntnis zu essen hat noch nie geschadet. Wollen wir einen Erkenntnisversuch mit der Kernfusion wagen? Sollte also das Sonnenfeuer dauerhaft bei der Kernfusion, in solchen Anlagen entzündet werden, so entstehen equivalent zur gewonnen Energie langlebigste radioaktive Isotope, das heißt die Anlage aus bestem Material Nickel, Chrom und auch TZM wird radioaktiv (Müll). Bitte lesen Sie nach bei „Wasserstoff Energie für alle Zeiten“ ISBN 3-7906-0092-X. Dort ist auch ein Beitrag von Prof. Dr. W. Heiland ehemals Prof. am Max Plank Garching zu lesen. Dieser Beitrag von diesem Fusionsexperten endet mit den Worten „.…aber keine einen langfristigen Beitrag zur reichlichen, sauberen Energieversorgung versprechen kann.“ Auch Ludwig Bölkow machte wenige Tage nach Tschernobyl Franz Josef Strauß aufmerksam, dass die Kernfusion keine Lösung ist, die Betroffenheit war groß. Ich glaube die Bergpredigt hätte dem Bayerischen Josef gut getan und auch dir Andreas, bei deiner ehrlichen verständlichen Sorge über die leergefischten Meere, die Wälder, die Böden und so weiter.
        War da was?
        Was sagte da unser Papst Franziskus vom Osterhasen oder waren es Kaninchen?

        Nun lieber Andreas und geehrter Pater Hagenkord, zum kommenden Fest sollten wir uns ganz stark wünschen: „Friede auf Erden allen Menschen, besonders denen die keines guten Willens sind.“ – Ganz besonders diesen!

        Wenn das Justi Buch nicht vorhanden ist, dies bitte lesen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Kernfusionsreaktor

        Kapitel:
        4.6 Reaktorwerkstoffe

        • Andreas sagt:

          Ich kenne das Buch nicht, darf aber zu bedenken geben, dass die erste Auflage bereits 35 Jahre alt ist und von daher der Inhalt erfahrungsgemäß teilweise, besonders die Materialerforschung und Fertigungstechnik betreffend, überholt sein dürfte. Ich halte mich eher an eine neuere Lektüre aus erster Hand: http://www.fusion.kit.edu/downloads/Kernfusion.pdf Gewiß hat auch die Kernfusion ihre Schattenseiten (http://www.wir-ernten-was-wir-saeen.de/fusionsreaktor), aber die Sicherheit vor ‚Radioaktivität‘ spielt nicht in einem solch gravierenden Maße eine Rolle wie bei der Kernspaltung, wo wir es von vornherein mit Atomkernen hoher Protonenzahl zu tun haben. Bis die Kernfusion anwendungstechnisch gelingt, wird es noch eine Weile dauern, so dass diese Energiegewinnung zur aktuell notwendigen Minderung der Erderwärmung derzeit nicht in Frage kommt; ich hatte sie nur der Vollständigkeit halber mitaufgeführt. Ihren freundlich-wohlmeinenden bibelfesten Wünschen entnehme ich, dass Sie selbst derselben nicht mehr bedürfen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Wenn Gott schon solch unsagbare Kräfte in die Welt setzt, glauben Sie nicht auch, dass er dann nicht der Natur die Fähigkeiten zuschreibt, die sie braucht um sie zu beherrschen, ohne dabei aufklärende Systembestandteile in Gefahr zu bringen? Der Mensch ist und bleibt der Aufklärung unterworfen und aktuelle Wissensstände entsprechen nicht unbedingt den Erkenntnissen und Bildungsständen ihrer Zeit, sie unterliegen dem Austausch von Gedanken und deren angemessener Berücksichtigung im allgemeinen Wust des Geltungsbedürfnisses einzelner Menschen. Es ist und bleibt also Anforderung an den individuellen Bildungsstand, wie man sein eigenes Leben führt, um dem allgemeinen Bedürfnis zu entgehen, größer, besser und schneller als andere zu sein. Nur am Rande bemerkt, Information erhält meines Erachtens erst ihren wahren Wert, wenn sie sinnvoll so wahrgenommen wird, dass sie den eigenen Bedürfnissen bei der Umsetzung hilft und nicht dem massiven Druck durch allgemeine Anforderungen geopfert wird. Zur richtigen Zeit am rechten Ort kann Information alles bedeuten, doch in den Raum geworfen, um sich in den Vordergrund zu stellen, bietet sie mehr Aufwand als Ertrag.

          • Andreas sagt:

            Wie sehen Sie selber Ihren vorstehenden religionssoziologischen Beitrag im Lichte Ihres letzten Satzes?

          • Rosi Steffens sagt:

            Ich sehe dies hier als kleine Gemeinschaft, die durch Gedankenaustausch etwas gewinnen möchte und ich bin immer froh, wenn mir jemand Argumente entgegensetzt, die mich selbst fordern, oder teilweise auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen.

          • Roswitha Steffens sagt:

            Ich stelle mich dort in Frage, wo ich es für wichtig und angemessen halte, um damit auch die zu erreichen, die für ihre Positionen als Mensch gewissenhaft eintreten, um persönliche Interessen nicht für eigene Zwecke zu missbrauchen sondern deren Kraft sinnvoll für die Gemeinschaft aus der sie entstammt einzusetzen.

  5. Antonius Theiler sagt:

    Laudato Si’, die Enzyklika des Papstes Franziskus!

    Keine Tiara aus Doktorhüten konnte den Erfolg verhindern.
    Am Tag an dem Laudato Si verkündet wurde, an diesem Tag,
    war Franziskus der rechte Finger in Michelangelos Gemälde.
    „Die Erschaffung Adams“ (Was ist Adam? Aus Erde zur Erde..)
    Je mehr der würdige Purpur auf Franziskus spuckt,
    umso heller sein Leuchten, bei soviel Schatten.

    Die Zeit der Terror-Religionen ist vorbei.
    Liebe hat jetzt das Wort! Dieses Wort war auch „am Anfang“!

  6. Michael Düring sagt:

    Zu P. Hagenkord, Blog „War da was?“ vom 14.12. 2015

    In Paris ist ein Abkommen zur Begrenzung des Anstiegs der Erdtemperatur um weniger als 2 Grad Celsius, besser weniger als 1,5 Grad Celsius im Vergleich vor der Industrialisierung abgeschlossen worden. P. Hagenkord beklagt zu geringes Interesse der Menschen daran und macht das an den Reaktionen von Medien fest.

    Dazu habe ich Fragen.

    Halten Sie die komplexen Regulationen des lokalen Wetters, das in seiner Summe weltweit über einen längeren Zeitraum gemessen, Klima genannt wird, für so verstanden, daß man mit der alleinigen Senkung des CO2 Gehaltes der Atmosphäre eine berechenbare Änderung erzielen kann?

    Halten Sie tatsächlich die vielen Paradiesversprechen der Ideologien für machbar? Oder anders:
    glauben Sie, die Menschen könnten sich wirklich Paradiese schaffen, sich selber erlösen?

    Sind Verträge oder Gesetze ausreichend, das Übel (malum) aus der Welt zu schaffen?

    Muß man nicht darüber nachdenken, ob die Sehnsuchts- und Verheißungstexte des alten Testamentes (Kind spielt vor dem Schlupfloch der Natter) Utopien sind für uns, deren Verwirklichung Gott vorbehalten ist?

    Bitte nicht missverstehen, ich warte nicht mit den Händen im Schoß auf ein jenseitiges Paradies.
    Aber an die Substitution der täglichen Pflichten durch Sprüche wie, „wir retten den Planeten“, und die zugehörige Stimmungsmache in den Medien glaube ich nicht. Uns bleiben genug viele kleine Schritte zur Verbesserung des Umgangs miteinander und des Umgangs mit den uns anvertrauten Dingen. Nichts zu tun, weil wir die Zukunft nicht kennen, ist falsch (ist aber infolge der „german Angst“ hier verbreitet). Aber Utopien machen zu wollen ist auch nicht sinnvoll.

    „Hoffnung ist nicht die Gewissheit, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß es einen Sinn hat- ganz egal wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel)

    Herzliche Grüße

    Michael Düring

    • Klemens sagt:

      Der Schutz der Erde ist keine Utopie oder Ideologie, sondern zwingende Notwendigkeit. Ansonsten enden wir alle in der irdischen Hölle. Ja, zur Erlösung müssen wir das malum (Böse) überwinden und aus der Welt schaffen – auch werden wir die Erde nicht „retten“, wenn wir das nicht schaffen ! Natürlich beginnt die Rettung der Erde im Kleinen – jeder muss das Seine dazu tun, auch in Bezug auf das Böse.

      Zitat von Elie Wiesel

      „Wo soll ich beginnen? Die Welt ist so groß. Ich werde also mit dem Land beginnen, das ich am besten kenne, mit meinem eigenen. Aber mein Land ist so groß. Ich fange doch lieber mit meiner Stadt an. Aber meine Stadt ist so groß. Am besten beginne ich mit meiner Straße. Nein, mit meinem Haus. Nein, mit meiner Familie. Ach was, ich beginne bei mir.“

  7. Stephan sagt:

    Lieber Pater Hagenkord,

    bei uns hier gibt es sonntags immer in der Kathedrale eine Hl. Messe in lateinischer Sprache – nur Lesung, Evangelium und eine glücklicherweise kurze Predigt sind in der Landessprache. Ich geh‘ da gerne hin. Latein ist mir nicht nur leicht zu verstehen und seit Kindheit vertraut, so daß ich mich in der ausländischen Heimat leichter zuhause fühle, es entsteht auch verstärkt der Eindruck von großer Robustheit der Kirche und ihrer Fähigkeit, das Zentrale über viele Menschenalter, Zeitalter hinweg im Gedächtnis zu bewahren und dadurch zu pflegen. Jedes Jahr am 3. Advent wird ein „Sonntag der Freude“ gefeiert. Hier hat der Priester in seiner kleinen Predigt den Heiligen Franz erwähnt, daß er die Freude als ein Prinzip genommen hat, weil die Freude die Traurigkeit überwindet und übertrifft! Ich empfehle, vom Internet und den Zeitungen wegzugehen, nicht die Google-Plazierungen zu zählen, hier findet man die Menschen nicht, schon gar nicht in Statistiken. Besser nicht über die Gleichgültigkeit der Menschen schimpfen sondern hingehen zu ihnen, mit ihnen sprechen und sie kennenlernen. Es ist eine Freude, und Sie werden sehen, wie sie sich sorgen und kümmern, die allermeisten tun es. Wenn man es sieht kann man es anerkennen und man kann sich mit den Menschen und daher also auch mit Gott leichter versöhnen. Und jetzt kommt’s, warum die lateinische Messe so gut ist! Wie singen da nämlich immer ein cooles lateinisches Lied, und das geht so:

    Gloria in excelsis Deo
    et in terra pax hominibus
    bonae voluntatis.

    Bonae voluntatis! Man muss das raushängen lassen, es ist ganz leise und beginnt ganz still im Ohr.

    Liebe Grüße,
    Stephan

  8. Klemens sagt:

    In Zeiten des Hl. Franziskus war man schon weiter…. die „Nachhaltigkeit“ = sustentamento“ hat Franziskus schon im Cantico delle Creature besungen: „creature dai sustentamento“

    Laudato si‘, mi signore, per frate vento,
    et per aere et nubilo et sereno et onne tempo,
    per lo quale a le tue creature dai sustentamento.

    Dieses coole Lied wäre doch was für die lateinische Messen. Jeder der das Lied wirklich verinnerlich hat, kann man sich die Lektüre von Laudato Si wahrscheinlich sparen!

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