Zeit, sich auf die Zunge zu beißen

Ganz viel Gewalt in wenigen Tagen. Ganz unterschiedliche Ereignisse in Würzburg, München, Florida, Japan, Ansbach, in der Normandie. Aber immer gibt es viel Aufmerksamkeit und zunächst wenig Informationen.

Neben all den fürchterlichen Geschichten gab es deswegen in den vergangenen Wochen auch immer eine zweite Ebene, die Berichte über die Berichte. Intensiv haben Journalisten öffentlich über ihre Arbeit reflektiert. Zu schnell oder zu langsam? Gesichter zeigen oder nicht? Spekulationen, Berichte über Nichtwissen, fürchterliche und zu lange live-Schaltungen, viral gehende Falschmeldungen im Netz und so weiter.

Viele gute Stücke gab es dazu. Wenn das Folgen hat und ins Unterbewusste des Berufs einsickert, dann würde mich das freuen.

Mir ist dabei noch eine andere Ebene in den Sinn gekommen. Während über „Hyperreagibilität“ und die Spekulationskrankheit debattiert wird, hat sich mir das Papst-Wort von den „chiacchere“ in den Sinn geschlichen, dem Geschwätz. Nun will ich niemandem unterstellen, schwätzen zu wollen, die meisten Kolleginnen und Kollegen wollen ja einen guten Job machen. Trotzdem: Übersetzen wir das mal mit „Reden um des Redens Willen“, dann kommt man dem schon näher.

Jeder, der der Versuchung von Schaden anrichtender Kommunikation nicht nachgeben will, der soll „bereit sein, selbst soweit zu gehen, sich auf die Zunge zu beißen“, empfiehlt der Papst (4. Sept 2015). „Es wird uns gut tun, uns die Frage zu stellen: Säe ich Frieden? Sähe ich mit meiner Zunge Frieden oder säe ich Zwietracht?“

 

Gewalt in der Sprache

 

Damit ist auch beim Reden die Frage nach der Gewalt berührt. Der Schwätzer ist ein „Terrorist, der eine Bombe wirft“. Das klingt erst einmal zynisch, wenn man das echte Leiden derer sieht, die durch echte Bomben ums Leben kommen wie in Syrien oder verletzt werden wie in Franken. Aber beim zweiten, unaufgeregten Blick wird klar, wie sehr diese Metapher zutrifft. Sprache kann Gewalt ausüben. Und zwar Sprache, die gar nicht Beschimpfung sein will, sondern einfach nur Geschwätz ist, Sprechen ohne Information, Reden um der emotionalen Erregung willen, aus der eigenen Aufgeregtheit oder Schwäche heraus. Auch die kann Gewalt ausüben.

Das ist nicht auf die mediale Kommunikation hin gesprochen, aber trotzdem hat sich das in meinem Hirn fest gesetzt. Was bewirkt das ganze Twitter-Geschnatter, wenn man keine Informationen hat, aber trotzdem redet? Die Spekulations-Fragerei, wenn klar ist, dass der Gegenüber noch gar nichts wissen kann? Die wilden Kommentare bei Facebook, die alles Mögliche unterstellen und spekulieren und dann groteske Schlussfolgerungen ziehen?

„Es bringt nichts, zu versuchen, sich zu rechtfertigen, indem man sagt ‚Aber manchmal muss man die Dinge beim Namen nennen, weil dieser und jener…’ Was säst du wirklich mit dieser Einstellung aus?“ Die Gewalt wird in der Welt nicht weniger. An uns ist es aber, zumindest die verbale Gewalt sein zu lassen.

 

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Franziskus, Glaube und Vernunft, Neulich im Internet abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

56 Kommentare zu Zeit, sich auf die Zunge zu beißen

  1. Paul sagt:

    Während Sie diesen Beitrag formuliert haben, Herr Pater, haben zwei Mohammedaner während der heiligen Messe mitten in Europa eine Kirche gestürmt und dem Priester den Kopf abgeschnitten.

    Werter Herr Pater, es geht hier schon lange nicht mehr um verbale Gewalt. Wir befinden uns bereits im Krieg.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Genau das meine ich. Wir wisse noch gar nicht genau, wer wann was getan hat. Wir kennen die Motive nicht und spekulieren trotzdem herum. Im Beitrag ist der Bezug zu Frankreich ja auch schon drin. Natürlich ist die Gewalt unerträglich, aber es ist die falsche Reaktion, noch weitere Gewalt hinzu zu fügen. Im Übrigen ist auch „Mohammedaner“ herabwürdigend. Lassen wir uns unsere Welt nicht nehmen und werden wie die, die Gewalt für Mittel halten!

      • Paul sagt:

        Haben Sie da gerade einen Satz aus Ihrer Antwort gelöscht? Den wollte ich gerade kommentieren.

      • Hildegard Königs-Albrecht sagt:

        Warum ist die Bezeichnung „Mohammedaner“ herabwürdigend, sie ist sicher nicht mehr üblich, aber ich kann keine „Herabwürdigung“ erkennen. Wer legt das fest?

        • Pater Hagenkord sagt:

          Siehe Antwort von Suarez

        • Johann Hahn sagt:

          Wer das festlegt? Ganz einfach: Die Diktatur der Political Correctness. Eben diese hat auch apodiktisch „festgelegt“, dass früher völlig selbstverständliche Bezeichnungen, wie Neger, Zigeuner und Eskimo, nunmehr eine „Herabwürdigung“ sind. Bei den Mohammedanern wird wahrscheinlich zusätzlich die Catholic Correctness im Spiel sein.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das ist keine Diktatur. Das ist eine Frage des Respektes, den es früher nicht gab, den es nun aber gibt. Herabwürdigungen entstehen auch nicht durch Festlegungen, Herabwürdigungen entstehen dadurch, dass jemand herabgewürdigt wird.

          • Alberto Knox sagt:

            vielleicht denken sie erst mal nach, bevor sie schreiben. zigeuner – das ist der ziehende gauner – neger, das ist ein name, der von einem vernachlässigbaren phänotypischen unterschied herrührt, aus dem man unterlegenheitstheorien folgerte. und mohammedaner ist eine völlig unzutreffende beschreibung, die sich die betroffenen verbitten. vielleicht sollte man sie einfach mal statt hahn suppenhuhn nennen, damit sie wissen, was es bedeutet, unzutreffend benannt zu werden.

  2. Laurentius sagt:

    Ich denke, es ist eher Zeit, die Augen und Ohren nicht mehr von den klar zu erkennenden Tatsachen zu verschließen …

  3. Suarez sagt:

    Paul, Sie hysterisieren. „Mohammedaner“ ist nicht nur herabwürdigend (sorry, P. Hagenkord, das ist zu milde) – Muslime wollen „Gott Ergebene“ sein und eben nicht Muhammad-anhänger, weil Muhammad für Muslime jemand ganz anderes ist als Christus für Christen.

    Und dann wird aus eine Schändlichkeit noch etwas Ungeheuerlicheres: Aus dem Kehledurchschneiden wird ein Kopfabschneiden. Genau davor hat P. Hagenkord gewarnt – das ist Säen von Gegengewalt.

    Aber wir Christ*innen befinden uns in keinem Krieg. Zum Krieg gehört Gegenwehr – die ist uns aber seit der Bergpredigt untersagt. Allein, ich bin überzeugt, dass die Macht der wehrlosen Liebe auch die Gewalt überwindet. Das Blut des französischen Martyrerbischofs schreit nicht nach Rache oder Sühne. Es ist Same der Liebe, die Hass überwindet. Die Christ*innen der Alten Kirche hätten an einem solchen Tag etwas für unsere Ohren Schauriges gesagt: „Wir freuen uns, dass wir einen überzeugenden Martyrer mehr haben, der uns den leidenden Christus vor Augen stellt.“ – Paul, was sagen Sie zu dieser Haltung der Alten Kirche?

    • DANKE lieber @Suarez für diese EINDEUTIGE Antwort, weil NUR diese Argumentation dem LEBEN Jesu entspricht!!

    • Chamberlain sagt:

      Islam heißt auf Deutsch „Unterwerfung“. Sie haben in Ihren Handlungen nur die Wahl zwischen Wien 1688 und dem Appeasement der mittlerweile ausgerotteten orientalischen Christen.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Das ist doch Unfug. Es bedeutet so etwas wie „Hingabe an Gott“. Und was soll das für eine Alternative sein? 1688 ist mit heute nicht zu vergleichen, und das Leben der Christen „Appeasement“ zu nennen ist entwürdigend.

        • KPR sagt:

          War lange nur stiller Beobachter und denke vielleicht ist es an der Zeit mal wieder zu zeigen auch „alte Blogleser“ sind noch da. Ich sehe es ändert sich nichts die Menschen vermischen vergangenes mit Neuem und versuchen vergleiche zu ziehen. Früher hat man mit Gewalt versucht zu agieren und heute tut man es genauso nur hat sich die Gewalt von Staaten auf Einzeltäter verschoben und etwas mehr auf die sprachliche Macht der Gewalt. Liebe zeigt sich anders sprachlich und in Taten aber dahin ist halt ein langer Weg.

      • Suarez sagt:

        Was war denn in Wien 1688? Sollten Sie die Belagerung der Stadt durch die Türken und die Entsatzschlacht am Kahlen Berge meinen, so war diese im Jahre 1683. Wenn Ihre historischen und sprachlichen Kenntnisse derart beschaffen sind und Sie DENNOCH meinen gegen den Islam poltern zu müssen, erlaube ich mir, Sie nicht ernst zu nehmen.

        Im Wort „Islam“ steckt übrigens auch das Wort für Friede.

      • Hemik sagt:

        Bis zum Ausbruch der „Rebellion“ gegen Assad, lebten viele Religionen friedlich nebeneinander in Syrien und auch im Irak. Herr Chamberlain, wenn man schon versucht zu übersetzen, dann muss man auch den vollständigen Sinn eines Wortes übersetzen, Unterwerfung unter Gott oder Hingabe der eigenen Person an Gott. Es sind Muslime die an den Islam glauben (der-/diejenige der/die sich Gott hingibt). Wir befinden uns nicht im Krieg mit Muslimen und Muslime nicht im Krieg mit Christen, deshalb ist auch das Wort Appeasement (Beschwichtigung) unangebracht.
        Es geht um Macht und Geschäft und um nichts anderes. Betreue Flüchtlinge in einem Lager in Griechenland, meine Lebensgefährtin und ich sind fast jeden Tag mit den geflüchteten zusammen. Es sind Menschen wie Sie und ich, sie wollen Frieden, eine Zukunft für ihre Kinde und sich, nichts anderes wie jeder Mensch. Sie haben keine Großmachtträume! Im Ramadan, haben wir über Tag zusammen gesessen, es wurde uns Wasser, Tee oder Kaffee und Gebäck gereicht, wir haben nach Sonnenuntergang mit zusammen das Fasten gebrochen. Wir sehen wie Männer mit ihren Frauen zusammen das Geschirr spülten und die Männer die hinterher das Geschirr zurück brachten, sich um die Kinder kümmerten. Wir sehen Muslimische-Frauen mit und ohne Kopftuch, keiner stört sich daran wenn eine Frau kein Kopftuch trägt!
        Wir sollten von unserem hohen Ross runter kommen, diese Menschen kommen nicht aus dem Urwald, sind keine Analphabeten, es sind Menschen!

  4. Rosi Steffens sagt:

    Tatsache ist für mich die kausale Errungenschaft aus der geistigen Einsicht in den Sachverhalt, der zur Aufklärung dessen dient, was zur Debatte steht. In der Aufklärung liegt die Rhetorik, die als kommunikative Eigenschaft des Raums Zeit in deren Ertragfähigkeit führt, die sich als Mensch verbal äußern kann. Keiner sollte also erwarten, dass auf seine Äußerungen etwas gegeben wird, solange sie Zeit zur bloßen Relativierung eigener Ansichten nutzt und ihr damit den Sinn zur Erkenntnis raubt. Zeit ist die emotionsgeladene Eigenschaft eines Raums, den wir als Mensch mental erfassen und durch unsere Objektivität bewusst in eine sinnvolle Äußerung führen, die Verantwortung übernimmt. Es fällt mir schwer zu glauben, Hass fände seinen Nährboden, würde er nicht verbal so geführt, dass er sich durch Gewaltausbrüche äußert, um sein individuelles Ziel zu erreichen. Unser aller Ziel sollte sich deshalb in der Verantwortlichkeit widerspiegeln, die wir mit jedem Wort ins Leben führen, das durch seine Äußerung den Raum erfüllt, der uns dadurch in seiner ganzen Bedeutsamkeit entgegentritt. Die Menschheit ist der Spiegel, der sich durch seine Menschlichkeit in verbalen Auseinandersetzungen selbst bestimmt. Es sollte also möglich sein, werfen Menschen Hasstiraden in den Raum, sich als Menschheit diesen Einzelkämpfern entgegenzustellen und dafür all die Kraft und Ausdauer einzusetzen, die sich durch die Gewissheit bietet Eins zu sein im Wesen, das seine Verbundenheit in der Fähigkeit sie zu bereden auch verwirklicht.

    • Physiker sagt:

      „Zeit ist die emotionsgeladene Eigenschaft eines Raums“

      Selten so einen Blödsinn gelesen.

      • Rosi Steffens sagt:

        Einmal ist immer das erste Mal, woher denken Sie sind Kraft und Energie entstanden, die sich beim Menschen durch Emotionen entladen?

        • Pater Hagenkord sagt:

          Mit Verlaub, auch mir erschließt sich selten, wovon Sie so ausführlich sprechen. Es ist einfach nicht verstehbar.

          • Rosi Steffens sagt:

            Verständnis ist Arbeit um Inhalte, die unverständlich erscheinen. Wenn ich bedenke wie viel Resonanz auf meine Beiträge erfolgte, dann wundert mich Ihr Unverständnis nicht. Trotzdem bin ich dankbar, dass sie mir hier die Möglichkeit gaben, mich so zu äußern, wie es mir möglich ist, denn im Glauben an Gott hoffe ich auf Leser, die verstehen wollen wovon ich schreibe oder bereits wissen über was ich hier schreibe. Liebe ist die schwerste Geburt aller Zeiten, um sie in die Welt zu führen braucht es die Zeit, die erdenklich ist und nicht die, die bereits durch das Leben an sich verbraucht wurde.

  5. Katholischer Beobachter sagt:

    Was ist Ihnen die freie Meinungsäußerung wert, Pater Hagenkord?

    Sie rufen hier zu einem politisch korrekten Umgang mit den Terroranschlägen der letzten Tage auf und lassen Ihre Kommentatoren über Leute herfallen, die die Anhänger Mohammeds nicht so bezeichnen, wie es die Islamverbände vorschreiben.

    Das ist der Nährboden, auf dem AfD-Wähler wachsen.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Die freie Meinungsäußerung ist mir sehr viel wert. Aber nicht alles, was sich als Meinung tarnt, ist auch eine solche. Ein wenig Realitätsbezug muss schon sein, sonst wird es zu Beschimpfung.
      Und nein, mir geht es nicht um „politisch korrekten“ Umgang, mir geht es um korrekten Umgang. Um genaues Hinsehen, um Nachdenken und auch mal Zweifeln, ob die eigenen Vorurteile eigentlich stimmen.
      Und mir geht es auch nicht um Vorschriften von Islamverbänden, die kenne ich gar nicht. Ich kenne aber Islamwissenschaftler, die mir beigebracht haben, was korrekt ist, nicht weil es politisch opportun ist, sondern weil es den wissenschaftlichen Standards entspricht. Ganz gleich, wem das passt oder nicht passt.
      Und mir zu unterstellen, dass ich Nährboden für die AfD wachsen lasse, ist ziemlich perfide und zudem falsch.

      • Alberto Knox sagt:

        „die die Anhänger Mohammeds nicht so bezeichnen, wie es die Islamverbände vorschreiben“…

        als katholischer christ möchte ich auch als katholischer christ bezeichnet werden – und nicht als anhänger der jesus-sekte oder papalist. dieses recht sollten wir auch den muslim einräumen. sie sind eben keine muhammedaner, sondern nach eigenem selbstverständnis gott ergebene.

      • S.G. sagt:

        Mohammedaner und Muslime: Die Gläubigen im Islam
        Anhänger des islamischen Glaubens werden oft Mohammedaner genannt.
        Diese Bezeichnung leitet sich von dem Propheten Mohammed ab, der diese Religion zu Beginn des 7. Jahrhunderts in Mekka stiftete. Mohammedaner ist allerdings ein umgangssprachlicher Begriff, der den Eindruck erweckt, dass Mohammed im Islam eine wichtigere Stellung einnehme als die alleinige Gottheit Allah.
        Ebenfalls unangemessen sind die Bezeichnungen Muselman, Muselmane und besonders die entstellte Form Muselmann, die als abschätzig empfunden werden. Korrekte Bezeichnungen sind Muslim oder Moslem. Das veraltete Wort Islamit wird nur noch sehr selten gebraucht.
        Quelle: wissen.de
        Die abendländische Bezeichnung ,“Mohammedaner“ lehnen die Muslime ab, da Muhammed als Prophet der Überbringer der Botschaft des Islam war, Gott allein aber anbetungswürdig ist.

  6. KRP sagt:

    Ich kann ganz gut verstehen was Sie mit Ihrem Bericht sagen möchten und um ein Beispiel zu nennen und wo kein Mensch mehr richtig hinhört und einfach nur noch Gewalt heraushört ist wenn ein ganzer Abend die Geschehnisse auf einem Sender rauf und runter laufen und immer nur das gleiche. Da kann ich fasst verstehen wenn Menschen keine Abgrenzungen mehr erkennen und finden und meinen sie müssten nun gegen alles und jeden sein.

  7. A.M.G. sagt:

    Statt darüber zu diskutiert, wie sich die Anhänger von Mohammeds Religion am liebsten nennen lassen, wäre eine Auseinandersetzung mit deren Gottesbild angebracht.

    Welche Konsequenzen hat es, sich Gott als ein Wesen vorzustellen, das bedingungslose Unterwerfung fordert? Welcher Raum bleibt da für die Freiheit des Menschen? Welche Legitimation für Gewalt ergibt sich daraus?

    • Rosi Steffens sagt:

      Es wäre in meinen Augen angebracht, sich endlich dem anzunehmen, was Gott uns jeden Tag schenkt indem er es in einen Alltag stellt, der uns ganz individuell fordert.

      Die Konsequenz daraus ist die Auseinandersetzung mit den Menschen, die das anders sehen. Gott ist die Macht, der ich mich unterworfen habe, freiwillig, da Menschen mir meine Würde abgesprochen haben und sich über mich stellten. Ich hörte einfach auf mich ihnen zu öffnen und bat Gott dabei um seine Hilfe. Dieser Glaube und meine Kinder gaben mir die Kraft in Jesus die Zeit zu entdecken. Wir stehen erst am Anfang unserer Erkenntnisfähigkeit und denken doch, wir hätten bereits alles erreicht. Die Welt der Dinge mag uns gehören, doch die Natur offenbart ihre Geheimnisse in einem Sachverhalt, der jedem Menschen durch Jesus und das Kreuz zu Grunde liegt. Der Glaube gewinnt mit der Zeit Einsicht in seine eigene Vollkommenheit, die im Herrn als mentale Eigenschaft eine reine Seele offenbaren kann, die sich ihm in ihrer ganzen Reinheit als Maria bereits hingegeben hat. Unsere Freiheit liegt im menschenwürdigen Umgang mit Gott und der Welt. Wer Gewalt als Option für den Glauben sieht, der glaubt nicht mit ganzer Kraft und Herrlichkeit, der nutzt Machenschaften von Menschen, die in ihrer Unvollkommenheit das Scheitern Gottes anerkennen. Einzig legitimierte Waffe Gottes ist das Wort, denn es führt den Kampf um die Liebe des Herrn unter die Menschen, die ihre Zeit dafür einsetzen, sich aus friedlicher Absicht im Glauben mit ihren Mitmenschen zu einen.

    • KRP sagt:

      Meines erachtens sollte niemand sich Gott so vorstellen, denn nicht Gott fordert bedingungslose Unterwerfung sondern bestimmte Menschen, Führer und die schränken dementsprechend dann wohl auch die Freiheit ein und nehmen sich die Legitimation für Gewalt heraus. Das Böse fordert die Unterwerfung nicht Gott und das ist in allen Religionen gleich.

      • A.M.G. sagt:

        Sie sollten sich davor hüten, das was Sie als Laie von Ihrer eigenen Religion wissen, auf andere Religionen zu projizieren und sie danach einzuschätzen.

        Religionen unterscheiden sich und sind von unterschiedlicher Qualität. Der primäre Unterschied ergibt sich aus ihrem Gottesbild. Diese Unterschiede sind Realität und Sie sollten sich ihrer bewußt sein.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Die Unterschiede gibt es und die sollten Gegenstand von Dialog sein. Weder Bombenschmeißen noch Verunglimpfungen helfen da.

        • KRP sagt:

          Was wissen Sie eigentlich von meiner eigenen Religion? Sagt mein Kommentar denn aus welcher Religion ich angehöre? Sicher mag jede Religion Unterschiede haben und doch bin ich mir sicher das alle Religionen meinen die Richtige zu sein.

        • KRP sagt:

          Noch eines: ist der Führer eines Staates der Journalisten und der Opposition die eigene Meinung mit Gefängnis vergilt ein Demokrat oder ein Diktator? Was ist der, jemand der vom Volk bedingungslose Unterwerfung abverlangt? Ansonsten droht Gefängnis vielleicht sogar tot, ich denke nicht das, dass ein Demokrat ist. Ist das ein Mensch oder gleich die höhere Macht. Das ist ein Mensch. Menschen fordern Unterwerfung und das hat nichts mit Religion zu tun, da versteht man Religion falsch.

        • Rosi Steffens sagt:

          Religions“wissen“ beruht doch auf der bewussten Entscheidung für glebte Kultur, die gewissenhaft in den Kontext ihrer Entstehung gesetzt wird, um daraus eine Geschichte zu gewinnen auf die man dann sein Leben baut, oder täusche ich mich da? Glaube dahingegen ist die mentale Verbindung im Vertrauen auf das Unbekannte. Natürlich unterscheiden sich Religionen, denn sie schöpfen aus der Begegnung das Miteinander, das sie als Gemeinschaft trägt. Religion zu bewerten sehe ich persönlich als unangemessen an, denn es ist der Glaube an sich, der die Menschheit trägt und nicht die Religionen, sie sind sozusagen der gelebte Glaube. Außerdem sind wir alle Laien, wenn ich mich da auf einen Beitrag beziehen darf, den ich hier vor einiger Zeit eingestellt habe, denn alle Gläubigen gehören zu einem Volk, das dem Wesen nach dem Menschen Jesus entspricht.

          • Suarez sagt:

            Hä? Religionswissen beruht auf Lernen von Religionswissen.

          • Rosi Steffens sagt:

            Eine Entscheidung fällt dem Zeitpunkt zu, der sie fordert, um damit den Fortgang des Lebens selbstbestimmt zu begleiten. Gott/Göttin erfüllt den Raum vor allen Zeiten, zu denen der Mensch seinen Zugang erhält, eben durch die Allmacht, die ihm seinen persönlichen Lebensraum gewährt. Erst das Bewusstsein für diesen ersten Alltag führt Menschen in den Ertrag, der aus seiner ganz persönlichen Entscheidung schöpfen kann, um ihn nach göttlichem Ermessen so zu tragen, dass er damit einzig im Glauben an den endgültigen Frieden auf Erden in die menschliche Einheit führt, die ihn mit zu tragen in der Lage ist. Die Anteilnahme trägt sich im Heiligen Geist und teilt sich durch Gott der Menschheit mit. Wissen folgt also der Erkenntnis als gewissenhafte Prüfung dessen, was im Raum bereits zur Verfügung steht und durch Menschen nutzbar gemacht wird. Im Falle des Heiligen Geistes hängt Wissen offensichtlich am Glauben der Menschheit, die sich dadurch dem öffnet, der sich ihr erschließt. Ich bin überzeugt, ich habe in diesem Blog genug geschrieben, um die, die Interesse an meinen Beiträgen haben, im Glauben an Gott, denn auf dem Weg des Glaubens findet sich Weisheit als die geeinte Menschheit, die zu verwirklichen nur Allmacht in der Lage ist. Kein Mensch sollte sich davon ausnehmen in jedem Wort das Leben zu suchen, das sich durch Jesus bereits an eine geeinte Menschheit bindet. Wer das anders sieht, ist gut, denn auch er ist Teil meiner Gedanken. Im Übrigen sollen meine Beiträge keine Meinung darstellen, sie sind Ausführungen mit Inhalten, die Einlassung erfordern, um überhaupt erkannt zu werden. In den seltensten Fällen bestehe ich auf einer Ansicht, die ich entsprechend argumentiere. Sollte auch dies hier anders aufgefasst worden sein, so möchte ich mich dafür entschuldigen, doch auch ich bin nur ein Mensch mit Fehlern.

    • Suarez sagt:

      Unter uns: Auch der christliche Gott fordert eine bedingungslose Unterwerfung, Demut und Gehorsam. Unter das Gesetz der Liebe. Das ist im Islam nicht soviel anders.

      • KRP sagt:

        Nö, Gott fordert nicht bedingungslose Unterwerfung er lässt es unserm freiem Willen ob wir uns unter sein Gesetz der bedingungslosen Liebe stellen wollen.

        • Rosi Steffens sagt:

          Ich glaube, genau da kommt die Vernunft ins Spiel, denn sie lässt in Anbetracht unserer Menschlichkeit im Grunde nur eine Entscheidung übrig, die uns sinnvoll erscheint.

      • A.M.G. sagt:

        Er hat uns die Freiheit geschenkt, ja zu ihm zu sagen oder auch nein zu sagen. Wenn wir ja sagen, dann muß es ein freiwilliges Ja sein. Ein anderes will er nicht.

      • Rosi Steffens sagt:

        Es gibt nur den Glauben, der zu Gott führt. Dabei spielt der Name Jesus eine tragende Rolle, denn er ist das letzte sichtbare Zeichen, das Gott für die Menschheit hinterlassen hat. Leider kämpfen viele Menschen um eine Priorität, die ihnen bereits als Mensch in die Wiege gelegt ist, statt sie für ihre Wiege einzusetzen. Es mag sein, dass Heilige und Propheten nach Jesus ins Leben getreten sind, doch all diese Menschen sind eben die Priorität, die bereits durch Jesus Christus offenbart wurde. Ist es denn so schwer daran zu glauben, dass der Nächste dem Ich gleichgestellt ist, um es in Würde zu tragen und damit dem Herrn zu danken? Ich verstehe die Welt nicht mehr, denn das Leben wäre so einfach, würde jeder in seinem Alltag nach der Erfüllung suchen, die ihm vorschwebt und dabei die berücksichtigen, die ihren Anteil dazu beitragen. Aber nein, immer wieder meinen Menschen sie müssten anderen Menschen erklären, was denn die Erfüllung sei. Jeder! ist bereits die Offenbarung des Herrn und je eher wir uns damit abfinden umso erfüllter wird unser Leben werden. Die Menschheit ist das Produkt aus ihrer Handlungsweise und wird nun mit den Konsequenzen daraus konfrontiert, was ist daran ungerecht oder falsch? Gut ist, dass wir Menschen sind und uns allein damit im Glauben stärken, um all unsere Menschlichkeit in Fähigkeiten zu setzen, die uns Möglichkeiten aufzeigen, sie sinnvoll ins Leben einzubringen. Ohne Zwang und ohne Macht, allein durch das Gefühl der Gleichwertigkeit aller Menschen, die sich einen Raum teilen aus dem sie ihr Leben schöpfen können.

      • Suarez sagt:

        Dann definieren Sie bitte den freien Willen. Auch der ist von Gott geschenkt. Und er fordert sehr wohl eine bedingungslose Unterwerfung. Was denn sonst?

        • KRP sagt:

          Wenn es so einfach wäre freien Willen zu definieren hätten das die Philosophen längst gemacht aber eine eindeutige Definition gibt es gar nicht und Menschen können gar nicht sich eindeutig entscheiden die werden immer Zweifel haben. Das weis Gott denn er kennt seine Schöpfung. Deshalb wird er sicher nicht etwas verlangen wo er eh weis das der Mensch es gar nicht kann, sich bedingungslos Unterwerfen. Also mir ist in meiner Lebenszeit noch niemand begegnet der sich bedingungslos unterworfen hat die sind alle erst durch Höhen und Tiefen gegangen, haben gehadert und gerungen. Aber wem es gelingt dem wurde es bestimmt geschenkt von Gott, ohne Zweifel. Nix für ungut Suarez, ist halt meine Meinung und eigentlich schätze ich Sie sehr.

          • KRP sagt:

            …können gar nicht sich b e w u ß t eindeutig entscheiden…

          • Suarez sagt:

            Mit Verlaub, SIE waren es, der/die den freien Willen in die Diskussion brachte, dann müssen SIE auch begründen, warum der freie Wille der bedingungslosen Unterwerfung unter Gott widerspricht. Für mich ist der freie Wille – ob es ihn gibt oder nicht – jedenfalls nicht der Unterwerfung, die Gott fordert, entgegenstehend.

        • S.G. sagt:

          Ist Liebe Unterwerfung? Ich denke nicht….
          Sonst hätte ich mich meinem Mann unterworfen – das empfinde ich aber nicht so ☺ – da wäre ich ihm dann eventuell hörig, bzw. seine „Sexsklavin“ und wäre ihm keine gleichberechtigte Partnerin auf Augenhöhe… Liebe ist ein Geben und Nehmen. Gott liebt den Menschen und freut sich, wenn er zurückgeliebt wird.

          Wir können uns frei für oder gegen Gott entscheiden.

          Wenn wir uns für ihn aus Liebe (nicht aus Angst!)entscheiden, dann sollten wir alles daran setzen, ihm zu gefallen. Nicht dass Gott es nötig hätte, dass wir ihn lieben – aber erst wenn wir beginnen, eine Beziehung zu Gott aufzubauen (Liebe ist Beziehung – man braucht immer ein Gegenüber) gelangen wir zu unserer wahrhaftigen menschlichen Identität. Das unterscheidet uns vom Tier.

          Wie gefalle ich Gott? Ich schaue auf Jesus – der zeigt mir den Weg hierzu…

  8. Micaela Riepe sagt:

    Es gibt Unterschiede im Gottesbild, nicht nur bei Muslimen und Christen, sondern auch bei Christen untereinander, bei Katholiken untereinander, wie die Debatte hier zeigt.

    Was mich unmittelbar und tief berührt hat, war das Gespräch zwischen einer Nonne und dem Mörder des französischen Priesters, direkt nach dem Mord, während der Geiselnahme. Dann überhaupt noch Worte zu finden, einander verstehen zu wollen, zeugt von etwas Unvorstellbaren, nennen wir es Gottes Gnade. Die in einem solchen Augenblick kaum auszuhalten ist.

    Ich zitiere aus dem Spiegel:

    Schwester Huguette wiederum sagt in der Wochenzeitung „La Vie“, nach dem Mord habe einer der Attentäter gelächelt.

    „Aber es war kein triumphierendes Lächeln, sondern ein sanftes, von jemandem, der glücklich ist.“ Dann habe einer der Männer Schwester Hélène gefragt, ob sie den Koran kenne. „Ja, ich respektiere ihn wie ich die Bibel respektiere, ich habe bereits mehrere Suren gelesen“, antwortete sie demnach.

    Besonders die Suren über den Frieden hätten sie beeindruckt, sagte Hélène. „Frieden, das ist das, was wir wollen“, antwortete einer der Attentäter. „Solange Bomben auf Syrien fallen, werden wir die Attentate fortsetzen“, fuhr er fort. „Wenn Ihr aufhört, hören wir auch auf.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/frankreich-nonnen-berichten-ueber-den-mord-an-dem-priester-a-1105466.html

    • S.G. sagt:

      @ Micaela Riepe: Ja, ich denke wie Sie, dass bei dieser Nonne die Gnade Gottes gewirkt haben muss, da ihre Reaktion übermenschlich war!

      Lukas 12, 11 – 12:
      Wenn ihr in den Synagogen vor Richtern und Machthabern verhört werdet, dann sorgt euch nicht darum, was ihr sagen oder wie ihr euch verteidigen sollt! Denn der Heilige Geist wird euch zur rechten Zeit das rechte Wort geben.

  9. Nachwuchslinker sagt:

    Meine Parteifreundin Selim Gören hat sich auf die Zunge gebissen, aber das wurde nicht honoriert.

    • Gabriele Luzia sagt:

      @ Nachwuchslinker: Sie sollten sich den Artikel von Pater Hagenkord nochmal genauer durchlesen! Was hat dieser Fall mit dem „Geschwätz“ zu tun, welches Papst Franziskus meint und zu recht kritisiert? Rein gar nichts, finde ich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*