Ein Anfang

“Wir wollen ja nicht schon wieder nur ein Dokument produzieren, das von wenigen gelesen und von vielen kritisiert wird”: So Papst Franziskus in seiner Eröffnungsansprache bei der Synode. Beruhigend, möchte ich sagen. Zu Beginn steht ein Text – das Instrumentum Laboris – dann werden Texte vorgelesen, Texte bearbeitet und zum Schluss einer verabschiedet. Und doch, wenn der Papst Recht behalten soll, dann geht es letztlich nicht um diese Papiere.

Papst Franziskus bei seiner Eröffnungsansprache am Mittwoch

Papst Franziskus bei seiner Eröffnungsansprache am Mittwoch

In seiner Predigt zum Beginn hat der Papst von Träumen und von Hoffnung gesprochen. Natürlich können die Teilnehmer hier nicht einfach einen Schalter umlegen und schon wird die Kirche anders, aber es ist doch wichtig, dass wenn man sich hier schon zusammen setzt und voneinander hört und miteinander spricht, dass dann auch nicht nur im Modus der Konferenz geschieht. Träumen und hoffen, das geht über das Produzieren von Texten hinaus.

Traum, Offenheit, Hoffnung, das kann man alles nicht einfordern und auch nicht messen. Aber gerade wenn es um die wichtigen Fragen der Kirche geht, dann muss das Teil der Haltung sein. Dann kann man nicht mit fertigen Meinungen kommen, das ist das, was ich aus den Worten des Papstes heraus gehört habe.

 

Träumen kann man nicht fordern

 

Letztlich ist das alles eine Frage dieser inneren Einstellung, der Haltung. Die muss diese Offenheit haben. Oder noch einmal in den Worten des Papstes, aus der Predigt am Mittwoch: “Diese Haltung bewahrt uns vor der Versuchung in moralistische oder elitäre Positionen zu verfallen, wie auch vor einer Neigung zu abstrakten Ideologien, die nie der Realität unseres Volkes entsprechen”.

Wir werden danach sehen, wer sich das träumen getraut hat.

 

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10 Kommentare zu Ein Anfang

  1. Kreuzsucher sagt:

    Ich habe gerade die ersten Bilder gesehen. Wozu braucht der Papst eine Wünschelrute?

  2. Wünschelrute =? bischofsstab

    oder besser HIRTEN Stab?

    Selbst als kreativer Mensch wäre ich nicht Drauf gekommen..?

    Esoterik ist nun wirklich eher was für „Zauber-Clowns“

    @Kreuzsucher gucken Sie mal bei einem Schäfer auf sein Hirtenstsb da kommt man auf eine gute Spur..!

    • Kreuzsucher sagt:

      Danke für die Informationen! Dieses Gebilde ist also ein Kreuz. Man lernt ja nie aus.

      PS:
      Der Hirtenstab des Schäfers hier um die Ecke hat auch kein Kreuz. Das ist bei ihm auch nicht so wichtig.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Sie meinen das Pastorale des Papstes bei der Eröffnungsmesse? Sagen Sie das doch. Es ist – wie alle Bischofsstäbe – eine künstlerische Darstellung. Wo soll da das Problem sein? Ästhetisch kann man das mögen oder nicht, aber die Zeiten, wo jeder Stab kirchenpolitisch aufgeladen war, sind doch wohl vorbei.

    • Lector sagt:

      Das ist Kunst. Das kann weg.

  3. river runner sagt:

    In einigen Foren, deren Texte ich hier nicht verlinken möchte, lese ich, dass dieser konkrete Bischofsstab von einigen Personen als „Teufelsforke“ interpretiert wird. Dies erklärt eventuell die Bemerkung von “Kreuzsucher”. Ich stimme dieser Meinung nicht zu.

    In anderen Foren, siehe (1) und (2), wird über die neuesten Aussagen des Papstes zum Teufel diskutiert, was mich erneut zu der Frage veranlasst: Wo will die Bischofssynode denn nun hin? Welche Theologie soll es denn in Zukunft zum Teufel sein? Gibt es laut Stand der Theologie im Jahr 2018 den Teufel noch? Gibt es die Hölle noch?

    Papst Franziskus ist Jesuit. Es ist daher davon auszugehen (siehe 1, 2 und 3), dass er nach den „Geistlichen Übungen“ des Ignatius von Loyola meditiert, oder in der Vergangenheit dazu meditiert hat, jedenfalls sieht die Ordensregel der Jesuiten dies vor.

    Die „Geistlichen Übungen“ – so wie Ignatius sie konzipiert hat – umfassen 30 Tage, die in vier „Wochen” untergliedert sind (siehe 3) Zu den Meditationen der „Geistlichen Übungen“ gehören auch Meditationen über die Hölle (siehe 3).

    Innerhalb der katholischen Kirche (hier im Bistum Trier unter Zuständigkeit von Bischof Stephan Ackermann) habe ich die folgende theologische Meinung zur Hölle gefunden:

    „Nicht der Himmel ist die Ausnahme, sondern die Hölle“. (siehe 4)

    Diese Auffassung im Bistum Trier scheint von der Meinung des Papstes abzuweichen. Ist das so?

    Hier ein Zitat aus dem Vortrag im Bistum Trier:

    „…..Doch mehr noch als der Himmel seinen Glanz eingebüßt hat, scheint im 21. Jahrhundert die Hölle ihre Schrecken, ja gleich ihr ganzes Dasein verloren zu haben … … in diesem Zusammenhang die beiden Theologen Hans Urs von Balthasar (1905-1988) und Karl Rahner (1904-1984), die beide von der Hoffnung sprechen, dass niemand verworfen ist. ….“ (siehe 4)

    Ich fasse die theologischen Meinungen zur Hölle wie folgt zusammen:

    Blaise Pascal: Die meisten Menschen enden in der Hölle (siehe 4)

    Augustinus: Die ‘massa damnata’, die Masse der Verdammten ist größer ist als die ‘massa renata’, die Menge der Erlösten“ (siehe 4)

    Ignatius von Loyola: Zahllose viele sind in der Hölle (siehe Tz 52 der „Geistlichen Übungen“)

    Hans Urs von Balthasar: Hofft, dass niemand in der Hölle ist (siehe 4)

    Karl Rahner: Hofft, das niemand in der Hölle ist (siehe 4)

    Die Lehre des Katechismus der Katholischen Kirche zum Teufel und zur Hölle findet sich in
    Zweiter Abschnitt, Das Christliche Glaubensbekenntnis
    II. Der Fall der Engel und IV. Die Hölle
    Tz 391 bis Tz 395 und Tz 1033 bis Tz 1037

    Will sich die Bischofssynode nun für eine Abschaffung von Tz 391 bis Tz 395 und Tz 1033 bis Tz 1037 des Katechismus aussprechen?

    Was will die diese Bischofssynode?

    Will sie alle Theologien aller ihrer Theologen auch in Zukunft noch gleichzeitig vertreten?

    Die „Geistlichen Übungen“ des Ignatius von Loyola enthalten auch ein Kapitel „Die Wahl“ .

    Es muss einer aber erst einmal zu der Einsicht kommen, dass er überhaupt eine Entscheidung treffen sollte.

    Literatur:

    (1) Papst gegen Teufel

    ….Wer sich als Jesuit wiederholt im Rahmen der Großen Exerzitien der Konfrontation mit dem Bösen gestellt hat, …..“

    http://blog.zdf.de/papstgefluester/2018/09/30/papst-gegen-teufel/

    (2) Diskussion des Artikels „Papst gegen Teufel“ auf dem blog „Papstgeflüster“ bei ZDF:

    http://blog.zdf.de/papstgefluester/2018/09/30/papst-gegen-teufel/#more-7407

    (3) Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen nach dem spanischen Urtext übersetzt von Peter Knauer

    Unter „Erste Woche“ auf Seite 50 unter Tz 52 steht: „…besonders Sünde eines jeden, der wegen einer Todsünde in die Hölle gegangen ist….“

    Erläuterungen zu den „Geistlichen Übungen“ finde man z.B. beim Bistum Mainz:

    https://dcms.bistummainz.de/bm/dcms/sites/einrichtungen/bildungshauser/kardinal_volk/zentrum/GROSSEEXERZITIEN/vortrag.html

    (4) Nicht der Himmel ist die Ausnahme, sondern die Hölle

    Das Katholische Forum Koblenz befasst sich mit einem „unbequemen Aspekt des Christentums“

    https://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/nicht-der-himmel-ist-die-ausnahme-sondern-die-hoelle/

    (5) Katechismus der Katholischen Kirche

    Zweiter Abschnitt
    Das Christliche Glaubensbekenntnis II. Der Fall der Engel und IV. Die Hölle

    Tz 391 bis Tz 395 und Tz 1033 bis Tz 1037

    http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM

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