Die ersten Synodentage: Die Verschiedenheit und die Autoritätsfrage

Hören, Missbrauch, Armut und Migration, Sexualmoral: all das kam auf den Tisch. In den ersten Tagen der Bischofssynode ging es um die Realitäten, in denen Jugend und junge Menschen heute Leben. Vier mal trafen sich alle Teilnehmer in Plenarsitzungen, um dann – ab Freitag Nachmittag – in Kleingruppen das gehörte zu beraten.

Morgengebet in der Synodenaula

Beginn mit Gebet: Es soll auch ein geistlicher Austausch sein

Zeit für einige Gedanken dazu, drei Punkte möchte ich nennen, die ich aus diesen ersten Tagen mitnehme, erstens die Breite der Themen, zweitens eine gewisse Hilflosigkeit, drittens die Anfrage an Autorität in der Kirche.

Zuvor aber noch ein erster Eindruck, nach dem werde ich in den vergangenen Tagen besonders oft gefragt. Und schließlich sitze ich ja als Beobachter drinnen.

Es ist weniger kontrovers in diesem Jahr. Vor drei und vier Jahren, bei der Doppelsynode zur Familie, ging es – vor allem auch im Umfeld – aggressiv zu, drinnen wurde stärker gestritten. Es ging stärker um das Festzurren und Vertreten von Positionen. Das ist jetzt und bisher anders. Es geht viel mehr um Inhalte, um Interesse, die Fixierungen auf das, was einige Synodenteilnehmer gesagt haben (Kasper, Müller, Caffarra … sie wissen schon) gibt es nicht. Und das ist gut so. Aber nun zu meinen Punkten:

 

Der Streit ist nicht das Wichtigste

 

Ein erster Punkt: Die Breite der Themen. Das ist nicht wirklich eine Überraschung, die Realitäten auf der Welt sind so unterschiedlich, da muss man notgedrungen breit aufmachen, wenn man alles irgendwie einbeziehen will.

Oben habe ich einige Punkte schon angerissen, einige weitere möchte ich nennen:

  • Die Frage nach der Weitergabe des Glaubens an die folgenden Generationen
  • Die Frage nach Generationengerechtigkeit (der Jugend mehr zugestehen)
  • Der Jugend gemäße Liturgie, selbst wenn das dann nach Pentecostalen Kirchen aussieht (vor allem in Afrika eine Frage)
  • Die Rolle von Musik
  • Falsche und verführende Nationalismen
  • Digitaler Kulturwandel
  • Bürgerkrieg und Kindersoldaten
  • Freiheit wider die Manipulation, durch Technik, durch Konsum
  • Die Tatsache, dass viele Länder jung sind in dem Sinn, dass bis zur Hälfte der Bevölkerung jung sind, anders als unsere eigene überalterte Gesellschaften
  • Missbrauch, Armut, Migration und Sexualmoral hatte ich schon genannt.

Das sind einige der mehrfach genannten Themen, dazu kamen noch viele weitere, vor allem auf konkreten Erfahrungen aufbauende Berichte. Das hat noch keinen Fokus, kein Hauptthema, soll es auch gar nicht haben. Es ist aber ein guter und weiter Blick auf die Welt durch die Brille von Glauben und Schrift. Das war in der Aula spürbar.

 

Wie geht das heute, Kirche sein?

 

Ein zweiter Punkt: Wir wissen nicht mehr, wie das geht, heute Kirche sein. Ab und zu wurde es ausgesprochen, oft genug klang es bei Beiträgen mit, eine gewisse Hilflosigkeit wenn die Frage aufkam, wie heute Kirche zu gestalten ist, so dass sie auch für die kommenden Generationen „hält“.

Die Welt ist nicht mehr so, wie sie war, digitaler Wandel und Migration sind nur zwei der weltweiten Phänomene – neben anderen – welche alles für immer ändern. Die Schwergewichte auch der Weltbevölkerung verschieben sich, Kultur wandelt sich. Kirche weiß oft genug nicht, wie darauf reagieren.

Man sieht das daran, dass Kirche oft genug wie aus der Zeit gefallen wirkt. In den USA etwa gibt es eine Studie des PEW-Instituts die zeigt, dass die Katholische Kirche zu den schlechtesten Glaubensgemeinschaften gehört wenn es darum geht, Glauben an die folgende Generationen weiter zu geben. Wir sprechen wenn wir ehrlich sind auch die digitale Sprache nicht. Die Moralvorstellungen werden schlicht nicht mehr gehört. Sakramente werden als hohl oder langweilig empfunden. Alles aus Stellungnahmen in der Aula.

 

Unbehagen

 

Der Diversität gegenüber ratlos und mit Unbehagen, sagt das Instrumentum Laboris dazu.

Und das sind nicht nur soziologische oder praktische Fragen. Das hat auch theologische Dimensionen, Kirche gibt es halt nie nur im Abstraktum, sondern immer nur gelebt, bezeugt, gefeiert. Wenn das nicht mehr gelingt, haben wir auch theologisch gesehen ein Problem.

Aber es ist das Land, das Gott uns jetzt gegeben hat, wie ein Teilnehmer sagte. Es hat keinen Sinn, sich zurück zu sehen, nach den guten alten Zeiten, die dann auch gar nicht so gut waren.

 

Kreativ trotz allem

 

Wie das gehen soll kann man nicht in einem Saal entscheiden, schon gar nicht für die ganze Welt auf einmal. Aber es ist gut, dass das gesagt wird, die Hilflosigkeit ist nicht hilflos, wenn ich das so sagen darf, sondern kreativ.

Für einen dritten Punkt möchte ich außerhalb der Synodenaula beginnen: Überall, in Artikeln wie in Protesten draußen vor dem Vatikan, wird angefragt, ob sich 260 Bischöfe sinnvoll über die Jugend unterhalten und gemeinsam Formulierungen dazu finden können. Frauen sind unterrepräsentiert, um es vorsichtig zu sagen, Stimme haben sie gar keine. Jugend gibt es, aber auch sie ohne Stimme.

 

Die Frage nach der Autorität

 

Die Bischofssynode ist Teil der Leitung der Kirche. Sie berät den Papst, sie selber trifft keine Entscheidung, sie ist kein Parlament. Aber sie ist Teil der Kirche. Und an diese Leitung, generell an Autorität in der Kirche, gibt es Anfragen. In Deutschland haben wir es nach der Vorstellung des Missbrauchsberichtes wieder gesehen: Autorität, Verantwortung, all das wird hinterfragt.

Leider gibt es immer noch ein weiter-so in vielen Stimmen. Stimmen, die wieder Autorität wahrnehmen wollen, ohne den Umweg über das Hören und Lernen zu machen.

 

Hören, lernen, verändern

 

Man wehrt sich gegen die Anfragen. Wir haben doch Lehre und Vorstellung von dem, was Kirche zu sein hat, höre ich ab und zu. Aber all das Pochen auf die Lehre, vor allem auf die Sexualmoral der Kirche, und die Klage dass man der Kirche nicht mehr zuhöre, das klingt in meinen Ohren auch etwas nach dem Pochen auf die eigene verlorene Autorität. Es gibt durchaus wichtige Debatten dazu, auch hier drin, aber manchmal hört sich das eben nach Klage nach verlorener Autorität an.

All das weist auf die Wichtigkeit des Hörens hin. Denn Hören und Lernen, das steht für Veränderung. Man kann nicht hören, ohne sich dadurch nicht verändern zu lassen. Das ist der Sinn des Zuhörens.

Autorität wird in Zukunft anders sein, als sie das war. „Hören“ muss Teil von Autorität werden, nicht als pädagogischer Trick, nicht als Praxis, sondern genuin Teil des Wesens, ja sogar als theologisches Prinzip von Leitung.

 

They want to be listened to, not just heard

 

„They want to be listened to, not just heard”, hat es ein Synodenteilnehmer es mit Blick auf die Jugend ausgedrückt. Darum geht es.

„Hören” war vielleicht das am meisten benutzte Wort in den ersten Tagen, in den Beiträgen und auch den Gesprächen. Das ist eine persönliche Schätzung oder auch nur ein Eindruck, auf jeden Fall aber war es zentral.

Soweit die erste Tage, das wird jetzt in nach Sprachen geordneten Kleingruppen beraten. Ich bin gespannt, wie nach diesem ersten Schritt (Sehen, Urteilen, Handeln) das Urteilen ausfallen wird.

Vaticannews hält Sie auf dem Laufenden. Und hier werde ich auch meinen Teil beitragen.

 

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22 Kommentare zu Die ersten Synodentage: Die Verschiedenheit und die Autoritätsfrage

  1. heribkra sagt:

    Mir fällt da seit langem auch nichts mehr ein “wie das geht”, weltlich wie kirchlich nicht, und warum ich da Jugendliche zu einladen soll schon gar nicht;
    ich bin wirklich mal gespannt was sich in Rom so entwickelt, gerade auch beim Hören, und noch mehr darauf was G’tt dazu zu sagen hat.
    Derweil vermüllt die Großstadt in der ich lebe zusehends und die meisten Leute saufen sich gerade öffentlich um den Restverstand, in der Stadt und auf dem Oktoberfest-Festgelände; vielleicht ahnen die ja auch schon dass niemand mehr “weiss wie es geht” …

  2. Raimund Grammer sagt:

    Zuhören ist ja recht und schön. Und dann, entscheiden die “Alten” wieder Irgendetwas? Ich denke, der Ansatz müsste sein: Ihr Jungen seid die Zukunft, und Ihr müsst die Botschaft Christi weiter tragen. Nehmt das in die Hand, und wir? – unterstützen Euch mit unseren Erfahrungen, die wir mit unserem Glauben gemacht haben, und wir unterstützen Euch mit unserem Gebet. Doch das christliche Leben zukünftig gestalten müsst Ihr – die Jugend! Es ist Eure Zukunft! Meine Botschaft an die “Alten” (ich selbst zähle fast 70 Jahre) heisst. Loslassen! – Die Zukunft durch die “Zukünftigen” gestalten lassen. Und ein Bischof 50 ist in meinen Augen kein Jugendlicher!

  3. Wie geht das heute: Kirche sein?

    Ich habe mehr als 30 Jahre versucht, missionarische Seelsorge zu machen und bin überzeugt, dass es für ein zeitgemäßes Glaubensleben und eine zeitgemäße Kirchengestaltung ein großes Bündel von Aufgaben gibt, die angepackt werden müssten.
    Die nach meiner Erfahrung 10 notwendigsten Schritte:
    1. Eine zeitgemäße Glaubenslehre zum Thema „Naturwissenschaftliches Weltbild und der christliche Glaube“
    2. Eine zeitgemäße Glaubenslehre zum Thema „Psychologie und Glaube“ (Das Gefühlsleben wurde doch von vielen Jugendlichen thematisiert)
    3. Eine zeitgemäße Glaubenslehre zum Thema „Autoritätsverständnis“ auf der Grundlage der Aussagen und des Verhaltens Jesu in den Evangelien: Sowohl was die Autorität Gottes betrifft wie auch die menschliche Autorität. Dem entsprechend müssten kirchliche Strukturen umgestaltet werden und ein neues Verhalten aller Verantwortlichen in der Kirche eingeübt werden. „Gehorsam“ ist bei Jesus kein Wertbegriff, sondern es geht immer um die Wege der Mündigkeit, der Verantwortung, um seelisch-geistiges Wachstum.
    4. Ein zeitgemäßes Erlösungsverständnis (schon formuliert in Redemptor Hominis 1979 – aber nie in der Liturgie verwirklicht!): Erlösung nicht nur von Sünde und Tod.
    5. Eine zeitgemäße Gebetskultur ist zu gestalten aus den Erkenntnissen von den vier ersten Punkten und mit Einbeziehung der Erkenntnis der Subsidiarität in der Beziehung Gottes zu Welt und Menschen. (Wir haben eine massive Gebetskrise!)
    6. Ein zeitgemäßes Bibelverständnis: Die heilsgeschichtliche Evolution der Erkenntnis der Wahrheit müsste deutlich dargestellt werden. Manchmal klingt die Aussage „Wort des lebendigen Gottes“ bei einem überholten Text aus der Bibel für manche mitdenkende Gläubige wie eine Gotteslästerung.
    7. Ein zeitgemäßes Verständnis der Gebote Jesu (bereits verwirklicht in „Amoris Laetitia“ – aber von manchen Kardinälen und Bischöfen und vielen Gläubigen nicht verstanden!): Keine Erfüllungsgebote, sondern Sendungsgebote, die einen auf einen anspruchsvollen Weg der Erkenntnis und der Verwirklichung von Werten schicken.
    8. Eine zeitgemäße Sakramenten-Katechese auf der Grundlage der oberen Punkte.
    Ergänzend dazu: Die Eucharistiefeier als Feier des „Neuen Bundes“ im Sinne der Verheißung bei Jer 31,33-34 gestalten und feiern. Fehlt leider völlig!!
    9. „Umkehr“ und „Buße“ als wichtige Schritte zur Erneuerung der Kirche durch „Kirchentrauertage“ verwirklichen, um alle alten Altlasten der Kirche aufarbeiten: unbedingt notwendig!!
    10. Zeitgemäße Kirchenstrukturen aufbauen: Endlich die großartige Erkenntnis der Kirche von der „Subsidiarität“ innerkirchlich verwirklichen!
    In der Kirchenleitung ist offensichtlich bei vielen Verantwortlichen nicht bekannt, dass eine moderne Demokratie keine Diktatur der Mehrheit sein darf, sondern auf Werten basieren muss, die umfassend sein müssen und nicht beweisbar sind, sondern immer eine Art Glauben darstellen. Wir brauche nur die dafür notwendigen Strukturen und Organe, dann ist Demokratie auch in der Kirche keine Auflösung der Glaubensgrundlagen.
    Manfred Hanglberger

    • mig sagt:

      “Keine Erfüllungsgebote, sondern Sendungsgebote, die einen auf einen anspruchsvollen Weg der Erkenntnis und der Verwirklichung von Werten schicken.”

      Ist da überhaupt ein Widerspruch zwischen “Erfüllungsgebot” und “Sendungsgebot”?

      Aus meiner persönlichen Erfahrung führt gerade die – oft scheiternde Versuch – Erfüllung des Gebotes auf einen anspruchsvollen Weg der Erkenntnis, den man nie betreten und gefunden hätte, wenn nicht die Erfüllung des Gebotes versucht wurde.

      “„Umkehr“ und „Buße“ als wichtige Schritte zur Erneuerung der Kirche durch „Kirchentrauertage“ verwirklichen, um alle alten Altlasten der Kirche aufarbeiten: unbedingt notwendig!!”

      Halte ich für problematisch. Denn durch die Deklarierung von irgendwas zu “Altlasten”, urteilt man über die damals Verantwortlichen – und zwar ohne überhaupt ein eindeutiges Bild und eine eindeutige Beweislage haben zu können.

      Z.b. man schaue sich Kirche und Nazis an; manche meinen es hätte Fehlverhalten bis hinauf zum Papst gegeben durch zu wenig Widerspruch und zu viel Entgegenkommen gegenüber den Nazis; andere meinen Pius XII hätte alles getan, was ihm sinnvoll möglich war ohne den Nazis soweit gegen den Strich zu gehen, dass sie ihn verhaften lassen und jedes greifbare Mitglied der Kirchenhirarchie ins KZ verfrachten. Können wir eindeutig beurteilen, was nun eher zutrifft?

      Meiner Ansicht nach nein. Und deshalb würde bereits die Diskussion, ob z.b. die “Kirchentrauertage” eben auch das Verhalten der Kirche vor und in WK2 betreffen sollen sinnlos, da wir es nicht wissen können, und würden vielleicht nur zu erbitterten Streit führen.

      Und über WK2 wissen wir vergleichsweise gut Bescheid; je weiter man in die Vergangenheit geht, desto ungenauer wird unser Wissen.

      Die anderen Punkte sind auf jeden Fall gute Denkanstöße.

    • river runner sagt:

      Das von Ihnen oben aufgeschriebene Programm kann die katholische Kirche mit den im Jahr 2018 noch vorhandenen Ressourcen doch überhaupt nicht bewältigen: Wer soll das alles leisten?

      Der katholischen Kirche gehen die Priester aus. Zu Massnahmen wie der Abschaffung des Zölibats, dem Einsatz von verheirateten Männern und Frauen als Diakone mit größeren Befugnissen und zur Einführung des Frauenpriestertums hat sich die Bischofssynode bisher nicht entschließen können.

      Was aber ist dann die Alternative zum Personalmangel der Kirche?

      Die katholische Kirche wird – wenn sie nicht mehr menschliche Arbeitskräfte beschäftigen will – die Betriebsabläufe stark rationalisieren müssen.

      Nur durch technologischen Fortschritt wird es der Kirche in Zukunft noch möglich sein, ihre Basisaufgaben überhaupt zu bewältigen. Dies bedeutet Steigerung der Effizienz durch Technisierung und Automatisierung.

      Die katholische Kirche wird Zukunft Segnungsroboter einsetzen müssen.

      Die evangelische Kirche ist hier schon weiter:
      Auf der Weltausstellung der Reformation 2017 in Wittenberg ließen sich Tausende Besucher von einem Roboter segnen.

      Der Roboter “BlessU-2” war auf der Weltausstellung in Wittenberg sehr gefragt und spendete 120 bis 150 Segen pro Tag in allen gewünschten Sprachen

      Weitere Informationen finden Sie hier:

      Weltweit erster Segensroboter „BlessU-2“ auf der Weltausstellung

      https://gott-neu-entdecken.ekhn.de/veranstaltungen-projekte/projekte-der-ekhn/segensroboter-blessu-2.html

      • Christina sagt:

        Glaube wird weitergegeben durch Mitmenschen, welche Glauben erfahren haben. Offenbar können die von Ihnen genannten Roboter das, wie die Computer, die lernen und immer kluger werden. Warum nicht? Roboter für die Pflege gibt’s ja auch. Mir graut davor.

      • @river Runner
        Der „Computter“ soll das eine satirische Segnung sein??

        Wow ,na dann wirft der auch demnächst die „Lösungen“ für alle Grwissensfragen raus..

        NA dann Prost..

  4. Lieber Pater Hagenkord,

    DANKE! JA,ich bin froh über die persönlichen aber auch qualitativ guten Infos..

    die Idee ihren SÜDBADISCHEN Mitbruder zu engagieren war super ..

    Seine Seelische Offenheit.. na klar eben ein echter Südbadenser wie ich..(schmunzel)- in dem Kontext bin ich froh, dass Ihre Kollegen von Katholisch.de sich auch mit einem Blog bemühen…

    Ja! Der Rede Beitrag von Thomas A.(BDKJ)zeigt mir, dass sich der große -Tanker -Katholische Kirche- doch wenigstens atmosphärisch bewegt..
    die Gesicher der älteren Herren hätte ich allerdings schon gerne gesehen- ganz besonders die Mimik von PF..
    kann es sein, dass bei der Abendveranstaltung Thomas A. quasi fast neben ihm saß ?..

    RÜCKBLENDE:

    ein anderer Mann “in Weiß” mit einem schüchternen Kardinal bei der Messe 1980 auf der Oktoberfest Wiese.

    BARBARA ENGL-die damalige regionale BDKJ Vorsitzende sprach in einem Grußwort NUR wenige Stichworte an. Die Reaktion der Beiden
    Herren war entsprechend. der Kardinal versank ” Vor Scham” fast
    weiße Mann” schloss die Augen und betete(? für dieses VERIRRTE WEIB.
    als Trost gabs dann einen Rosenkranz…..

    insofern erhoffe ich mir von -Dem GEISTIG SO JUNGEN-Franziskus noch Wesentliches.

    ich frage mich warum man nicht Elemente der jährlichen EKD Synode aufgreift-sicher nicht 1/1 aber sich inspirieren lassen…

    50% der Menschheit in wesentlichen(!) Fragen auszuschließen geht nicht!!

    der “Mann in Weiß von 1980 hat Priesterinnen mit einem-für diesen hochintellektuellen Mann- mit einem FLACHEN Argument KATEGORISCH ausgeschlossen..
    aber ihm war doch auch bewusst. dass der inkarnierte Menschensohn AUCH ein stück weit Kind seiner Zeit war..
    selbst Paulus war da “gefangen..

    warum nicht die Berufung ALS SOLCHE sehen!
    und dann kann der “Ruf” Frau und Mann treffen -UND für Priester und Priesterinnen
    Klerikale Kariere geht gar nicht..

    danke Thomas A für ihre klaren unpolemischen Worte!

    am selben tag sprach ja auch Alois, der mir aus meinen Taizé Zeiten bekannt ist-da war er noch gar kein “Frere”

    ob er seinen Rede Beitrag wohl auch veröffentlicht. Aber seine Intention ist mir eh vertraut.

    also nochmal ein KRÄFTIGES DANKESCHÖN @PATER HAGENKORD

    • river runner sagt:

      @ Ullrich Hopfener

      Sie schreiben oben:

      „50% der Menschheit in wesentlichen(!) Fragen auszuschließen geht nicht!!“

      Das sehe ich auch so: Die katholische Kirche verweigert allen Frauen, diskriminiert also 50 % der Menschheit mit der Begründung Frau.

      Den Anteile homosexuell empfindender Menschen schätze ich auf 5 % der Menschheit.

      Die katholische Kirche diskriminiert diese Menschen, ja sie entlässt sogar Personen, die sich für die Rechte dieser Menschen einsetzen, aus Ämtern in der Kirche.

      Siehe:

      Der Rektor der katholischen Hochschule Stankt Georgen in Frankfurt am Main hat wegen positiver Aussagen zur Homosexualität seinen Posten verloren.

      Die Bildungskongregationn im Vatikan verweigert dem Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig die Bestätigung als wiedergewählter Rektor und verlangt einen öffentlichen Widerruf seiner Postitionen

      Siehe Zeitungsberichte vom 8. Oktober 2018 und den folgenden Artikel:

      Sankt Georgen
      Katholischer Rektor verliert Posten wegen Äußerungen zu Homosexualität

      http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/katholischer-hochschul-rektor-wegen-aeusserungen-zu-homosexualitaet-entlassen-a-1232028.html

      • Diane sagt:

        Ich bin eine Frau und ich fühle mich keineswegs diskriminiert. Ganz im Gegenteil: Meine Ansichten sind in manchen Dingen scheinbar so erzkonservativ, dass ich es sogar gut und richtig finde, dass Frauen NICHT die Priesterweihe erhalten können.

        Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige homosexuelle Männer und Frauen und ich möchte auch nicht, dass meine Ehe mit deren Verbindung auf eine Stufe gestellt wird. Das gleiche gilt für Adoptionsrecht usw.
        Ich möchte nicht, dass jemand diskriminiert wird. Aber wenn man es mal einfach ausdrücken möchte: Es gibt einige unabänderliche Regeln und wer sich daran nicht halten kann oder mag, für den ist es vielleicht nicht okay, katholisch zu sein.

        Zu dem Herrn oben noch:
        Warum sollen nicht sog. ältere Herren entscheiden? Es mag ein Zusammenspiel sein, das wird ja gerade (hoffentlich) gut praktiziert, letztlich müssen aber “Fachleute” entscheiden, was geht und was nicht geht. Jugendliche sind keine Theologen.
        Ich finde auch, es gibt unter den Bischöfen einige, denen man so etwas durchaus zutrauen kann.

        • @Diane, ich RESPEKTIERE IHRE ÜBERZEUGUNG VOLLKOMMEN, das ist KEIN Widerspruch, das ich das anders sehe ..

          zu1.) verweise ich einfach auf meinen poste vom 7.10.12.00ich bin glücklich, dass wir DIESEN Papst haben, der das FREIE nicht angst-besetzte Wort geradezu wünscht!

          JA ich glaube an die BERUFUNG von Priesterinnen/ Priester und das ist für mich keine Geschlechtsfrage- habe ich in diesem poste auch ausgeführt..

          ja Thomas A. hat sein Statement -im Gegensatz- zu Frau Engl ohne Scheu aber selbst-bewusst eingebracht. Bravo!

          das das bei dem privaten Blog ” kath.net” mehr oder weniger als so etwas wie der Ausverkauf der sog. kirchlichen Lehre diskreditiert wird.muss man als freie Meinungsäußerung einfach so respektieren…

          zu 2)
          glücklicherweise leben wir (trotz Rechtsextremisten ) in einem Rechtsstaat ..
          und bin deswegen froh, dass jetzt MM/FF endlich heiraten können..

          und die Adoption wird jetzt noch in Karlsruhe beim BVG überprüft bzw. verhandelt. bin aber zuversichtlich dass das durchkommt..

          ich selbst habe jahrelang in einer glücklich heterosexuellen Bez. gelebt, bis ein Tumor alles beendete..

          aber ich mag diese Begriffe:

          -heterosexuell.homosexuell .transsexuell.-

          ganz und gar nicht, dafür LIEBE!!

          weil sonst Beziehungen leicht falsch wahrgenommen werden
          – das ist was anderes als das BEMÜHEN GANZHEITLICH
          also seelisch und die offene körperliche Lust zu LEBEN in Eins zu bringen.
          vor kurzem habe ich ein frisch verheiratetes M.M Paar auf ihrer Hochzeit kennengelernt – DIESE AUGEN nach fast 40jähriger Partnerschaft – davon viele Jahre nicht offen zeigen dürfen!!
          wunderbar, dass sie nun ihren Lebensabend voll rehabilitiert LEBEN KÖNNEN

          aber nochmal @ Diane: Respekt vor Ihrer PERSÖNLCHEN Sichtweise, auch wenn ich diese NICHT teilen kann!

          • Rosi Steffens sagt:

            Herr Hopfener, zum ersten Mal kann ich Sie verstehen und ihren Kommentar nachvollziehen, das freut mich wirklich. Davor erschienen mir ihre Beiträge immer etwas wirr und unkoordiniert, jetzt kann ich ihre Argumente ganz klar nachvollziehen. Ich finde das sehr schön.

          • Diane sagt:

            Ganz ehrlich: Vielen Dank für das Geschriebene! DAS ist echte Toleranz!
            In einigen Punkten stimme ich Ihnen auch durchaus zu.
            Liebe Grüße

        • Doktor Krakebusch sagt:

          @Diane: “Ich möchte nicht, dass jemand diskriminiert wird.”

          Doch, das möchten Sie augenscheinlich. Sie möchten Menschen aufgrund angeblicher “unabänderlicher Regeln” ihrer Rechtssicherheit berauben. Besonders schäbig, wenn es um Kinder geht, die – auch wenn es Ihnen nicht passt – in Regenbogenfamilien glücklich groß werden.

          “Deren Verbindung”? Kein Wunder, dass Sie LGBT nur im Bekanntenkreis haben. Bei Freunden stellte sich die Frage gar nicht.

          Aber mal zurück: Was sollen denn diese “unabänderlichen Regeln” überhaupt sein? “Regeln” wie das geozentrische Weltbild”? “Regeln” wie die Nummer mit der “Beseelung”? In Wahrheit haben sich die “unabänderlichen Regeln” immer geändert. Ein Jammer, dass die katholische Kirche an der Reglementierung der Sexualität als Steckenpferd Numer eins (na gut, sonst gibt es ja kaum noch was) immer noch festhält.

          • Diane sagt:

            Naja, wie ich Freunde und Bekannte definiere, wissen Sie ja nicht. Von daher ist Ihre Mutmaßung ziemlich gewagt-um es freundlich auszudrücken.
            Und wo bleibt Ihre Toleranz meiner Einstellung gegenüber, so wie Sie sie ja von mir fordern? Aber so ist es ja meist.
            Ihnen ist schon klar, dass Sie MICH gerade wegen meines Glaubens diskriminieren?
            Und 2. Ich bin eine Frau und ich bin auch gegen die Quote! Passt das in Ihr buntes Weltbild? Ich arbeite als einige von ganz wenigen Frauen bundesweit in einem Job, den meist nur Männer ausüben. Niemand zweifelt an meiner Qualifikation. Wenn die Quote käme…Na, schönen Dank auch!
            Und noch was: Ich finde es ausgesprochen interessant, dass auch bei Ihnen direkt über “die Reglementierung der Sexualität” gesprochen wird. Sie glauben also, dass wir Frauen es schaffen, pädophile Priester vom Missbrauch abzuhalten? Wenn das so wäre, wäre ich die Erste, die “Hier” schreit. Aber ICH weiß, dass das Quatsch ist.
            Aber gut, fordern kann man ja viel.

        • Doktor Krakebusch sagt:

          @Diane: Sie haben viel geschrieben, und doch nichts gesagt. Keine Ahnung, wie Sie nach meinem Kommentar auf Frauenquote und Pädophilie kommen, aber ich toleriere, dass Sie ausweichen. Sonst müssten Sie ja klar sagen, warum Sie Ihre Verbindung für wertvoller erachten, als jede Regenbogenfamilie. Und warum Sie Regenbogenfamilien aufgrund ominöser “unabänderlicher Rechte” nicht die gleichen Rechte zukommen lassen wollen. Und wie Sie Ihr “Ich möchte nicht, dass jemand diskriminiert wird. Aber…” auflösen wollen. Ohne fadenscheinige und staatsrechtlich irrelevante “Begründungen” zu bemühen.

  5. @Pater Hagenkord
    eine technische anfrage: wird die Übersetzung des “Angelus” nur während der Synode ausgesetzt, oder war das ganze eine Art “Feldversuch”?
    DANKE FÜR KURZINFO

  6. Vielen Dank für Ihren Kommentag und vor allem auch für den Blog von Clemens Blattert – das ist eine super Idee und er macht das ganz ausgezeichnet!

  7. Amica sagt:

    Finde gut, dass “Musik” ein eigener Punkt ist.
    Stefan von Kempis hat den Chef von Taizé interviewt und da gemeint, dass eben Taizé auf Jugendliche sehr anziehend ist und die keine Nachwuchsprobleme haben.
    Ich war da nie, aber mir fällt eines auf: die Musik dort macht viel aus.
    Ich bin auch kein Musikexperte aber wenn ich diese Art von geistlicher Musik so kurz wie möglich beschreiben müsste, würd ich das mit folgenden Begriffen: “Wiederholung” – heißt: Meditation, “Betonung liegt auf ruhiger Melodie nicht auf Textinhalten”, “Bezug zur Tradition von monastischen Chören”. Irgendwie so.

    Also: Irgendwie ist da die “Musiksprache” der Orden ins Moderne übersetzt worden.
    Diese Taizélieder überzeugen, wirken authentisch.

    Genau das geht den Lobpreisliedern ab: sie sind zu hipp (und doch für den Normaljugendlichen und jungen Erwachsenen viel zu altbacken), haben zu viel inhaltliche (und etwas zu seichte) Botschaft und lassen einen nicht so recht in die Meditation finden.

    Wenn ich in die Kirche gehe, dann muss die Musik authentisch sein. Ein Konglomerat aus Schlager, Lovesong und irgendwie religiös, das geht gar nicht.

    Wenn wir über das “Zuhören” im Allgemeinen (nicht nur in Bezug auf die Musik) sprechen, dann ist die Musik ein gutes Mittel das Zuhören zu schulen. Benediktiner machen das etwa im Chorgebet. Sie sind Meister im “Hören von Zwischentönen”.

    Jugendliche lieben Musik und “hören Musikern gerne und am liebsten zu”.

    Das hängt miteinander sehr stark zusammen.

    Man sollte wirklich sehr stark überlegen, welche Lieder für neue Formen des Gottesdienstes geeignet sind und welche nicht.

    Und auch hier gilt: Oft ist weniger mehr.
    Schlichtheit und ehrliche Schönheit hat die Menschen immer schon an Kirchenmusik (Beispiel etwa: dem gregorianischen Gesängen) fasziniert.

    Taizé hat das fantastisch in die Jetztzeit übersetzt.

  8. Carlos sagt:

    Die Kirche lehrt zumindest in Deutschland mehrheitlich ihre Sexualmoral nicht. Ich sehe da auch Autoritätsverlust. Aber der fängt mit der Loslösung von der Autorität an, und zwar seitens derjenigen, die dann natürlich auch keine Autorität mehr haben.

    Wer nicht gehorsam ist, verliert seine Autorität.

  9. @lieber Pater Hagenkord,

    gerade hab ich bei katholisch.de -doch eine seriöse Quelle-

    ( allerdings berufen sie sich auf den “Kölner Stadt Anzeiger”)

    gelesen,dass die dritte Amtszeit von PATER ANSGAR WUCHERPFENNIG SJ. als Rektor der theol-philosoph. Hochschule ST: GEORGEN–trotz der Unterstützung(!)

    -des Orts Bischofs Bätzing sowie des Provinzials Pater Sieber SJ ua.-

    von der römischen Glaubenskongregration das NIHIL OBSTAT verweigert wurde .!!

    als Begründung werden positive Äußerungen zur Schwulen-LIEBE; Frauen-Diakonat oä..

    WIE passt DAS zum GEIST der AKTUELLEN SYNODE??…

    Aber vielleicht ist das ganze auch ein FAKE?…

    Vielleicht könnten Sie-Pater Hagenkord- mal etwas klärendes mit-teilen, schließlich ist ST.GEORGEN eine feste positive Größe ..

    DANKE

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