„Der Glaube schien nicht mehr in der Zeit zu stehen“

Jahr des Glaubens, Konzilsjubiläum, Bischofssynode: Alles hat seinen Kern in einer Sache, dem Glauben. Bei all den Streitigkeiten, was das Konzil denn war und wie es wirkt und wirken soll und nicht gewirkt hat richtete der Papst an diesem Mittwoch in der Katechese der Generalaudienz den Blick auf den Kern. Den Glauben neu entdecken, nichts weniger will er mit seinem Jahr des Glaubens erreichen. Dasselbe wollte auch das Konzil, so der Papst.

 

Der vollständige Text des deutschen Teils der Generalaudienz:

Liebe Brüder und Schwestern,

morgen sind es 50 Jahre, Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet hat und an diesem Tag beginnen wir auch ein Jahr des Glaubens, um uns wieder neu in das Wollen dieses Konzils und das Wollen des Herrn selbst hinein zu begeben, Glauben zu lernen und aus dem Glauben zu leben.

Johannes XXIII. hat das Konzil einberufen aus dem Bewusstsein heraus, dass das Christentum müde geworden war und nicht mehr recht in der Zeit zu stehen schien, in Sprache und Formen der Vergangenheit zugehörig schien. So hat er das Stichwort ‚Aggiornamento’ geprägt, „es wieder auf den Tag bringen“. Das heißt nicht ein äußerliches neu Anstreichen des Glaubens, sondern es bedeutet seine innere Gegenwart neu zu entdecken. Er wollte, dass die ständige und lebendige innere Gegenwart des Glaubens wieder sichtbar wird, dass heute lebt und die Welt und die Menschen von heute formt.

Wenn wir zurück schauen, können wir sagen, dass das Wesentliche, was uns das Konzil gesagt hat, eigentlich sehr einfach ist: Gott gibt es. Er ist nicht eine Hypothese, er ist Wirklichkeit. Und: Gott ist nicht irgendwo, fern, sondern er ist selbst Mensch geworden. Gott ist so, wie Jesus Christus ist, denn Christus ist Mensch und Gott. Wir können Gott begegnen, auf ihn zu leben  und so unser Leben und unsere Welt reicher und größer machen.

In diese einfache Mitte des Glaubens hinein wollte und will das Konzil uns wieder führen. Und wir wollen sie heute neu erlernen und so wieder heute Christen sein, damit heute Gott in die Welt hinein leuchte und so der Mensch seine Würde wieder neu entdecken kann, denn wenn Gott wegfällt, ist auch unsere Würde dürftig geworden.

Wir wollen den Herrn bitten, dass er uns hilft, das Jahr freudig zu begehen und neu den Glauben zu entdecken und uns von ihm entdecken zu lassen und so auf den Herrn zuzugehen und so der Erneuerung der Welt zu dienen.

(…) Christus lädt uns ein die Freundschaft mit ihm im Gebet zu pflegen und so gemeinsam für eine bessere Zukunft zu leben. Bitten wir ihn um seinen Heiligen Geist, der die Liebe in der Welt zum Sieg führt.

 

Einen Bericht übGießen langen und ausführlichen italienischen Teil der Audienz finden Sie hier.

 

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