Kreuz-Zeichen

Es ist dreist: da wird das Kreuz im bayerischen Wahlkampf zu einem Werte-Zeichen umgedeutet, identitätsstiftend sei es, über Kirche hinaus auch für die Gesellschaft als solche.

Die Proteste auch von den Kirchen kamen sofort, da brauche ich mich nicht anhängen. Trotzdem meine ich, dass wir Herrn Söder dankbar sein müssen, denn er zwingt uns, über das Aufhängen von Kreuzen nachzudenken. Was für ein Zeichen ist das für uns?

Kardinal Marx hat sehr deutliche Worte gebraucht und bedauert, dass anstatt eines Gesprächs über das Kreuz „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“ entstanden seien. Und man tritt der Regierung Bayerns glaube ich nicht zu nahe wenn wir sagen, dass das alles auch mit dem Wahlkampf zu tun hat, in dem das Land schon steckt.

 

Warum hängen wir Kreuze auf?

 

Aber lassen wir die Polemik beiseite und erfüllen wir dem Kardinal und den vielen anderen den Wunsch: warum hängen wir Kreuze auf? Marx weist auf die Aufhängung in Schulen in Bayern hin, die anderen Regeln folgt und nicht einfach dekretiert ist, das funktioniert. Und zwar, weil es Gespräch gibt.

Wofür steht es?

Wofür steht es?

Warum hängen wir das Kreuzzeichen auf? Warum machen wir Katholiken ein Kreuzzeichen, öffentlich mindestens in Kirchen, ab und zu in der Familie, selten in der Öffentlichkeit? Warum befremdet es viele auch katholische Pilger hier in Rom zu sehen, dass Römer sich bekreuzigen, wenn sie an einer Kirche vorbei gehen? Und ich spreche hier von allen Generationen.

 

Sichtbare Seite der Auferstehung

 

Das Kreuz ist die für uns sichtbare und zugängliche Seite der Auferstehung, beides gehört zusammen. Da wir aber nicht wissen, was das genau ist, eine Auferstehung, halten wir uns an die andere Seite, das Kreuz.

Seit 1.000 Jahren prägt das unsere Kultur, das ist richtig und nicht wegzudiskutieren. Aber das Gespräch darüber muss auch mit denjenigen geführt werden, die den Glauben nicht teilen oder einen anderen Glauben haben. Das kann nicht bedeuten, das Kreuz in den Keller zu legen. Das kann aber auch nicht bedeuten, es als Kultursymbol vor sich her zu tragen.

 

Mit Verweis auf Kultur übertünchen

 

Das Bekenntnis zum Christentum nimmt ab, Kirchenbesuche nehmen ab, Zugehörigikeit zu einer der Kirchen nimmt ab. Das kann man nicht mit einem Verweis auf die vom Christentum geprägte Kultur übertünchen. Oder sich das Erbe des Christlichen unter den Nagel reißen wollen.

„Bei den Kritikern haben wir es mit einer unheiligen Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern zu tun“, meinte der CSU-Generalsekretär in der Hitze der Debatte sagen zu müssen. Ich bin gegen das verordnete Aufhängen. Denn Debatte gehört auch zu unserer Kultur. Das macht mich nicht zu einem Feind von Religion und auch nicht zu einem Selbstverleugner. Zwang hatten wir zuviel in der Religion, es muss auch ohne gehen.

Oder besser: Wenn Religion und denn Christentum in unserer Kultur eine Chance haben soll, dann nur mit Debatte, nur gemeinsam mit anderen Religionen und Nichtglaubenden, auf keinen Fall aber mit Zwang.

 

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37 Kommentare zu Kreuz-Zeichen

  1. G.F. sagt:

    „Ich bin gegen das verordnete Aufhängen.“

    Und ich bin gegen das verordnete Abhängen. Das hat es auch schon gegeben und wurde nicht so kontrovers diskutiert. Was das Kreuz für mich ist? Hochheilig! Daran der Herr gehangen, in Schmerz und Todesbangen! Zeichen der Provokation: „wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;“

    Nicht Neues unter der Sonne. Ihn nehme mal an, dass Paulus im Brief an die Korinther, nichts gegen das verordnete Aufhängen von Kreuzen einzuwenden hätte. Das unterstützt ja seine Verkündigung des gekreuzigten Christus.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Zum Glück sprechen Sie hier über ein Thema, das gar nicht zur Debatte steht. Wollen die Kirchen ein verordnetes Abhängen? Nein.

  2. Emma sagt:

    „auf keinen Fall aber mit Zwang“. Es ist süß, was sie schreiben, Pater Hagenkord, das ist das, was ich mir mein Leben lang schon wünsche, alle meine Ziele zwanglos zu erreichen! Leider oder vielleicht auch zu meinem Glück, hat mir das Leben da den Kopf immer wieder mal gerade gerückt ;-).
    Ich möchte statt „Zwang“ den Begriff „Motivation“ benutzen, ich denke, das passt ganz gut heutzutage. Moderne Forschung unterscheidet vereinfacht gesagt zwischen intrinsischer (innerer) und extrinsischer (äußerer) Motivation. Üblicherweise ist man in unterschiedlichen Anteilen innerlich und äußerlich motiviert. z. B. beim Musizieren. Um ein Instrument zu spielen, braucht es die innere Anregung und manche können sogar bis zu einem gewissen Grad autodidaktisch ein Instrument erlernen. Aber irgendwann kommt der Punkt, von dem ab man alleine nicht mehr weiter kommt. Dann spätestens braucht es eine äußere Motivation durch einen Lehrer. Und der ist im Grunde nichts anderes als der Widerstand, den man überwinden muss, um weiter zu kommen. Man braucht ihn, damit er einen aus der „Gravitationsfalle“ rausholt.
    Zwanglos leben halte ich für eine Illusion. Selbst ein Junkie, der sich ohne Anstrengung seine Glückgefühle verschafft, steht unter dem Zwang, sich seinen Stoff besorgen zu müssen.

  3. Beobachter sagt:

    Wenn Kardinal Marx sich gegen das Anbringen von Kreuzen in öffentlichen Gebäuden ausspricht, denkt man gleich an seinen Auftritt in Jerusalem.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Genau. Es geht um Behutsamkeit, um Nachdenken, um Bedeutung und Wirkung. Und nicht um Parteipolitik und um Wahlkampf. DAs ist genau eben nicht die Politisierung, die Sie anmerken. Exakt das Gegenteil ist der Fall.

  4. carn sagt:

    Wenn man eine ruhige Debatte will, dann wäre zu erwähnen, dass Blume das da:

    „Bei den Kritikern haben wir es mit einer unheiligen Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern zu tun“, meinte der CSU-Generalsekretär in der Hitze der Debatte sagen zu müssen.

    möglicherweise nur bezogen auf bestimmte Kritiker meinte; wenigstens gebrauchte er eine ähnliche Formulierung bei einer aktuellen Stunde im Landtag und meinte damit die Verfasser eines Antrags der Opposition; dann wären eben die Leute hinter dem konkreten Antrag gemeint gewesen.

    Und nicht z.b. andere Kritiker wie Kardinal Marx.

    Aber auf solche Feinheiten hat die öffentliche Debatte ja keine Lust.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Wer differenzieren will, der soll das auch sagen. Es ist schon merkwürdig, dass Sie mit „Unterscheidung“ nur dann etwas anfangen können, wenn es Ihnen zu passen scheint. Wenn Sie es gegen jemanden richten können.

      • carn sagt:

        „Wer differenzieren will, der soll das auch sagen.“

        Wenn mit Bezug auf einen konkreten Antrag eine Aussage gemacht wird, dann bezieht sich die Aussage meist auf den konkreten Antrag; aber ich weiß es nicht sicher, da ich die Originalquelle nicht gefunden habe und lediglich ein Landtagsvideo kenne, in dem Blume ähnlich formuliert und zwar speziell gegen die Grünen gerichtet.

        „Es ist schon merkwürdig, dass Sie mit „Unterscheidung“ nur dann etwas anfangen können, wenn es Ihnen zu passen scheint.“

        Ich kann mit „Unterscheidung“ vielfach deshalb nichts anfangen aufgrund dessen, dass die Ergebnisse zu denen ich gelange gerade laut den Proponenten von Unterscheidung falsch sein sollen; folglich mache ich wohl irgendwas falsch bei der Unterscheidung.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Wenn Sie auf der Suche nach einem Zitat sind: Das ist im DLF-Interview gefallen.

          • carn sagt:

            Eigentlich eher RND:
            http://www.rnd-news.de/Exklusive-News/Meldungen/April-2018/Blume-Kruzifix-Kritiker-sind-unheilige-Allianz-von-Religionsfeinden-und-Selbstverleugnern

            „RND: Kritiker sagen, das Kreuz dürfe nicht zu „bayerischer Folklore“ herabgestuft werden. Macht Sie das nicht nachdenklich? Blume: Es macht mich nachdenklich in Bezug auf diejenigen, von denen diese Äußerungen stammen. Wer ein Kreuz aufhängt, legt damit ein Bekenntnis ab und muss sich nicht rechtfertigen. Ich höre gerade von muslimischen Zuwanderern Verwunderung darüber, wie selbstvergessen wir als Christen mit unserem Glauben umgehen. Bei den Kritikern haben wir es mit einer unheiligen Allianz von Religionsfeinden und Selbstverleugnern zu tun.“

            Er meint, die die den Folklore Vorwurf genutzt haben.

            Das wäre dann unter anderem Burkhard Hose, von dem soweit ich sehen konnte, die erste Folklore Kritik stammte:

            https://www.facebook.com/burkhard.hose/posts/1637501743008349

          • Pater Hagenkord sagt:

            Was zeigt, dass er das Zitat mehr als einmal benutzt hat.

          • carn sagt:

            Um das hinsichtlich Unterscheidung zu umschreiben, denn mit konkretem kann es leicht missverstanden werden:

            Meinem Eindruck nach wird der Begriff viel gegen Schwarz/Weiß-Denken verwendet und zwar dass das Ergebnis eines Gedankens nicht Schwarz oder Weiß sein sollte, sondern grau sein soll.

            Damit kann ich gar nichts anfangen; nur weil ein Ergebnis rein Weiß oder Schwarz ist, ist es deshalb nicht falsch; umgekehrt kann ein Grauton auch falsch sein.

            Vor allem ist Verständnis von Schwarz und Weiß zwingend, damit Grau überhaupt eine Bedeutung hat. Gerade aber wenn es darum geht, Schwarz und Weiß zu definieren, wollen viele ebenfalls jeweils Grau als Ergebnis; was vollkommen sinnlos ist.

            Und regelmäßig, wenn ich quasi gerade dabei bin, mich in der Diskussion damit auseinanderzusetzen, was bezogen aufs Thema Schwarz und was Weiß ist, ist Kritik gerade auch von Leuten, die Unterscheidung hochhalten, ich würde zu sehr Schwarz-Weiß-Denken normal; und für mich überhaupt nicht nachvollziehbar; denn gerade wer möglichst präzise Grau erfassen will, muss doch wissen, dass man erstmal dann äußerst präzise Weisß und Schwarz bestimmen muss; womit der, der Unterscheidung hochhält, doch eigentlich gerade kein Problem darin sehen sollte, wenn man bei der Klärung von Schwarz und Weiß auf Schwarz und Weiß konzentriert ist.

            Aber ist genau umgekehrt; ich soll irgendwas falsch machen, wenn ich mich darin verbeiße, genau zu verstehen, was Schwarz und was Weiß ist; folglich liegt irgendein ganz grundsätzliches Mißverständnis bei mir und/oder bei anderen vor.

            Aber folglich werden Sie mich regelmäßig bei bestimmten Themen beim Versuch sehen, mit feinsten Grautönen zu arbeiten; halt da, wo ich Klarheit hinsichtlich Weiß und Schwarz habe und deshalb den Grauton relativ genau erfassen kann.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Das mit dem Definieren von Schwarz und Weiß ist so eine Sache, Schwarz ist die Abwesenheit von Licht, Weiß ist wenn Licht aller Wellenlänge in gleicher Intensität wahrgenommen wird, also sozusagen alles Licht. Streng genommen sind schwarz und weiß also keine Farben und nicht mit den unendlich vielen Tönen dazwischen vergleichbar.
            Da es hier aber nicht um Physik geht, sondern um Moral und Vorschriften: auch die gibt es nicht im Absolut, sondern – in der Kirche, in den Geboten, in den Aufträgen Jesu – nur im Leben. Sie sind uns aufgetragen.

  5. JA ich bin dem MP.Söder DAFÜR auch dankbar:

    DASS jetzt ENDLICH auch in Bayern die Unterscheidung der Geister immer deutlicher SICHTBAR wird,

    Söder auch seine Vorgänger -besonderes Stoiber- haben dieses für CHRISTEN so wichtige Identifikationsmerkmal missbraucht.
    nicht nur in der migranten-Abschottung.

    .(die Willkommenskultur in 2015 waren engagierte BÜRGERINNEN UND BÜRGER aber nicht die CSU.)

    es werden 2 verschiedene Agenden verwurschtelt :

    richtig ist, dass das Kreuz sichtbarer Ausdruck des GELEBTEN Evangeliums ist!-DAS ist die „Agenda“ der Nachfolge Jesu.

    aber die CSU HAT doch ihre ganz eigene: also beispielsweise Parteiprogramme bzw. Wahlkampfmanifeste etc.

    im übrigen ist meine Hoffnung die, dass sich auch in Bayern die Erkenntnis durchsetzt:

    ES GIBT KEINE CHRISTLICHE POLITIK – Aber CHRISTEN(!!)IN DER POLITIK-beispielsweise in 5 demokratischen Bundestagsparteien..

    im übrigen denke ich, dass durch die vermutliche Anrufung des BVG die Situation wieder eher befriedet wird..

  6. Rosi Steffens sagt:

    Ich bin mir nicht mehr sicher ob jeder, der sein Handeln am Kreuz festmacht auch wirklich durch die Annahme dieses Kreuzes in Christus handelt.

    Wenn man davon ausgeht, dass das Kreuz von nun an „wieder“ in allen öffentlichen Gebäuden hängen soll, so kommt dadurch vielleicht auch zum Ausdruck, wie verloren wir uns doch ohne dieses Kreuz in den Ansprüchen wieder finden, die derzeit gerade an Bayern durch das Leben der Flüchtlinge an jeden von uns gestellt werden. Es scheint als fühlten sich einige von uns bedroht und hätten große Probleme damit, ihre Identität nicht an diese „unbekannte Übermacht“ des Lebens zu verlieren.

    Wäre ich betroffen von dieser Reaktion, so würde ich sie als Ausrede dafür nennen, dass sich Menschen zwar nicht mit ihrem Handeln an das Kreuz binden wollen es jedoch nichts desto trotz als Lösung für ihre Probleme sehen.

    Ich denke das ist ein sehr persönliches Anliegen und zeugt von einer grundsätzlichen Haltung, die zwar katholisch sprechen will aber nicht danach handelt.

  7. Michael Ellwanger sagt:

    Das Kreuz war ein staatliches römisches Folter- und Hinrichtungsinstrument. Das musste auch der Rex Judaeorum erfahren. So wie seine Emminenz der Kardinal Marx argumentiert, ist es nicht mehr weit, bis aufgrund der Rechtsprechung die Kreuze aus allen staatlichen Gebäuden entfernt werden müssen…

    • Pater Hagenkord sagt:

      Das verstehe ich nicht. Was am Argument von Kardinal Marx ist denn so, dass Kreuze entfernt werden müssten?

  8. Eskilcgn sagt:

    Ich persönlich habe das Kreuz in meiner Wohnung abgenommen und durch eine Christus Ikone die „mich anschaut“ ersetzt. Ich möchte in seinem „Augenblick“ verweilen.
    Die Darstellung des gekreuzigten hat sich in meiner Geschichte zu sehr mit einer verordneten Demut und falschen Frömmigkeit verbunden.
    Ich bin froh, dass in der Kirche in der ich Eucharistie feiere das Kreuz mit Corpus keine dominant Stellung im Raum hat.
    Ich segne mich und andere im Zeichen des Kreuzes. Ich bereinigen mich sichtbar oder in Gedanken, wenn ich Kreuzen oder Religiösen Symbolen begegne. Wenn ich mir der Gegenwart Gottes bewusst werde. Das kann an der roten Ampel sein. Das kann beim hören des Martinshorns sein.

    Das Kreuz ist für mich ei wichtiges Symbol. Das ich aber auch in seiner künstlerischen Gestalt sehen kann. Für mich ist es Ausdruck meines Glaubens. Aber ich muss es nicht anderen aufdrücken.
    Wo es im öffentlichen Raum erscheint nehme ich es wahr und freue mich darüber. Ich kann aber damit leben, wenn ich der einige bin der es „verehrt“. Bevor es „geschändet“ oder missbraucht wird würde ich es lieber abnehmen. Ich muss mich auch selbst davor hüten mit einem Kreuz auf andere los zu gehen. Bildlich und real gesprochen. Das Kreuz darf nie ein Machtinszrument sein. Es sollte auch für mich immer ein Stein des Anstoßes sein, in dem Sinne, dass es mir Zeigt, zu was wir Menschen fähig sind!

  9. HJB sagt:

    Diese hitzige Diskussion über die Verfügung der Bayerischen Staatsregierung ist schlicht nicht nachvollziehbar.
    Ich glaube auch, dass diese Verfügung Teil des Wahlkampfes der bayer. Regierung ist. Aber der Staat darf selbstverständlich christliche Kreuze in seinen Gebäuden aufhängen und dies auch ohne die Kirche um Erlaubnis zu fragen, wie es Kardinal Marx ja sinngemäß gefordert hat.
    Ich verstehe es absolut, wenn die katholische Kirche anlässlich dieser Verfügung an die Bedeutung und die christliche Verwendung des Kreuzes „erinnert“ und diese „anmahnt“. Eine weitergehende Kritik ist aber haltlos.
    Und die Kritik der evangelischen Kirche war auch moderater als diejenige von Kardinal Marx.

    • Pater Hagenkord sagt:

      Natürlich darf der Staat das. Aber es darf ihm aber – und als Christ sage ich muss ihm auch – die Deutungshoheit über dieses Kreuz bestritten werden. Erinnern und anmahnen reicht da nicht.
      Wenn man das gesamte Interview des Kardinals liest, dann findet man ja sein Lob der Lösung für die Schulkreuze. Da werden die Beteiligten einbezogen, das kommt nicht von oben.

      • HJB sagt:

        Folgende völlig unpolitische gemeinte Aussage möchte ich machen:
        Ich bin überzeugt, dass Ministerpräsident Söder als evangelischer Christ und intelligenter Mensch nicht auf die Idee kommt, die Deutungshoheit der Kirche im Hinblick auf das Kreuz Jesu anzuzweifeln.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Wenn er nicht auf die Idee gekommen sein sollte, warum tat er es dann?

          • G.F. sagt:

            Nun, das hat er ja hinreichend erklärt. Wenn z.B. ein Arzt in seiner Praxis im Wartezimmer ein Kreuz aufhängt, dann hat er selber die Deutungshoheit über das Aufhängen übernommen. Warum soll ein Ministerpräsident das nicht können dürfen? Im Falle des mir bekannten Arztes, rät er seinen Patienten, die Probleme mit dem Kreuz haben, einen Kollegen aufzusuchen der kein Kreuz in seiner Praxis aufhängt. Davon gibt es reichlich. Ich persönlich als Christ freue mich über das Bekenntnis zum Kreuz, die Motivation ist mir erst mal schnuppe.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Leider kann man nicht einfach seinen Freistaat wechseln, wie man den Zahnarzt wechselt. Der Staat sind wir alle, er stellt den Rahmen zur Religionsausübung und sichert den. Dafür sind wir dankbar. Auch baut der Staat auf dem christlichen Erbe auf, das Kreuz hat mit unserer Geschichte und Kultur zu tun und umgekehrt. Um so umsichtiger sollten wir damit umgehen. Missbrauch hat es zu viel gegeben, deswegen kann uns die Motivation nicht schnuppe sein.

          • G.F. sagt:

            „Leider kann man nicht einfach seinen Freistaat wechseln, wie man den Zahnarzt wechselt.“

            Im Falle des Arztes argumentieren die Gegner seiner Aktion mit denselben Argumenten wie hier auf dem Blog gegen den Ministerpräsidenten. Er würde das Zeichen des Kreuzes missbrauchen, er ist intolerant gegen andersgläubige und nicht gläubige Patienten und würde die Gefühle von Muslimen und Atheisten verletzen. Er würde das Zeichen des Kreuzes mißbrauchen um andere zu missionieren usw…usf….
            Die einzige Maßnahme die wieder Ruhe in die Praxis bringen würde, wäre das Kreuz in den Keller zu hängen, wo es keiner sieht…..aber das will ja selbst ein Herr Hagenkord nicht.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Der Vergleich mit dem Arzt hinkt. Eben weil die bayerische Staats- und Landesregierung nicht eine Option unter vielen ist. Sondern die gewählte Regierung unter einer Verfassung. Unter zweien, sogar.
            „Ein Herr Hagenkord“ findet gut, dass etwa Minister bei der Vereidigung schwören können „sowahr mir Gott helfe“ oder nicht. Wenn man Kreuze aufhängen kann oder nicht.
            Übrigens, hier wird immer von Muslimen gesprochen, hat jemand mal die jüdische Gemeinde gefragt? Die Nichtglaubenden?

    • HJB sagt:

      Nachtrag:
      Und um es klar zu sagen: Ich halte die Verfügung der Bayerischen Staatsregierung für vertretbar und darüber hinaus sogar für gut.

      Wenn diese Verfügung dagegen nach Ansicht des Erzbistums München-Freising für Ausgrenzung von Schutzbedürftigen stehen soll, dann müssten sofort auch die Kreuze in Schulen abgehängt werden.

      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kreuz-erlass-marx-kritisiert-soeder-und-csu-scharf-15566947.html

      Übrigens: Nur ca. 1 % der Migranten sind schutzbedürftige Asylberechtigte. Alle anderen Migranten haben andere Gründe für ihren Aufenthalt in Deutschland und der EU. Es ist wichtig, dass die katholische Kirche das weltliche Problem „Flüchtlingskrise“ auch richtig analysiert.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Der Vergleich mit den Schulen stimmt nicht, hier gibt es keine Verpflichtung, Kreuze aufzuhängen. Die Frage, ob ein Kreuz hängt oder nicht, wird anders entschieden und der Staat gibt dazu den Rahmen vor.
        Und die Zahlen sind schlicht unglaubwürdig. Aus der Luft gegriffen. Sie unterstellen hier Tausenden von Menschen Motive, bitte analysieren Sie selber richtig, bevor Sie sowas in die Welt setzen.

        • HJB sagt:

          Pater Hagenkord, diese Zahlen sind amtlich und von der Bundesregierung mitgeteilt !
          Sie dürfen bei mir unterstellen, dass ich in solchen wichtigen Fällen wie diesem nur gesicherte Daten präsentiere !! Mit solchen Unterstellungen müssen Sie vorsichtig sein !

          • Pater Hagenkord sagt:

            Da fallen Sie auf eine bekannte Falschdarstellung herein. Die 1% beziehen sich ausschließlich auf Anerkennung nach §16a GG, „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“. Um die 30% werden als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt. Die Behörden sprechen auch dann von einer „Asylgewährung“, wenn ein Flüchtling unter die Genfer Flüchtlingskonvention fällt.

  10. Emma sagt:

    Ich verstehe von außen nicht so ganz, warum sich Kardinal Marx bezüglich der Entscheidung der CSU so kritisch äußert. Herr Söder hat als evangelischer Christ möglicherweise eine nur kulturell geprägte Einstellung zum Kreuz, es gibt ja den Begriff des Kulturprotestanten (ich hoffe, dass das kein diskriminierender Begriff ist, sondern ich möchte damit eine gelebte Realität ausdrücken). Es sollen ja wohl in den Behörden auch keine (katholischen) Kruzifixe aufgehängt werden, bei der die religiöse Aussagekraft viel stärker ins Auge fällt. Das aufgehängte Kreuz in öffentlichen Gebäuden ist doch eher eine protestantische Tradition, da deren Glaube doch stark ins Politische konvertiert ist (könnte vielleicht auch der „Stachel“ der Reaktion sein).
    Ich bin da gelassen und werde mich gegebenenfalls am indirekten Nutzen erfreuen. Gottes Wege sind manchmal unergründlich, warum soll nicht auch mal eine Wahlkampftaktik als Tragesel herhalten.

    • HJB sagt:

      Kardinal Marx will die sog. Flüchtlinge schützen. Das ist für mich der Grund für die scharfe Kritik, die auch für mich völlig überzogen ist.

      • Pater Hagenkord sagt:

        Das Kreuz steht für die Schutzlosen, für die Ohnmacht gegen die Macht. Das Wort „sogenannte Flüchtlinge“ ist im Zusammenhang mit dem Kreuz völlig daneben.

  11. Emma sagt:

    Ach ja, die Frage nach dem Kreuz. Was bedeutet es für mich? Es ist die Brücke, der Durchgang zum ewigen Leben. Wenn ich mich bekreuzige, dann erinnere ich mich an meine wahre Herkunft und freue mich, dass ich ein Kind Gottes bin. Das Kreuz sagt mir „Kopf hoch!“.

  12. Pater Hagenkord sagt:

    Auf Grund von vielen, mittlerweile auch anti-jüdischen Kommentaren, schließe ich an dieser Stelle den Thread zum Stück.
    Ich werde keine weiteren Kommentare frei schalten.

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