Abnehmende Distanzen

Paps Franziskus bei einer Generalaudienz

Paps Franziskus bei einer Generalaudienz

Über Umarmungen und Franziskus‘ Form des Kontakt Aufnehmens habe ich hier schon öfters geschrieben. Das ist genau das, was den Papst so einfach zu verstehen lässt. Selbst Menschen, die kein Italienisch oder Spanisch verstehen, wird sofort klar, was dieser Mann will, wenn man ihn sieht. Man schaut ihn an und versteht, was Religion ist.

Vor einigen Tagen hat der Vatikan die Botschaft zum kirchlichen Medientag veröffentlicht, der immer am Gedenktag des heiligen Franz von Sales begangen wird, also am 24. Januar.

Bei der Vorstellung der Botschaft in einer Pressekonferenz hat eine italienische Medienexpertin – Chiara Giaccardi – einen Satz gesagt, der bei mir hängen geblieben ist. Sie sprach von einer kopernikanischen Wende in der Kommunikation, die bei Papst Franziskus deutlich werde: Unter Kommunikation sei nicht mehr die Weitergabe von Inhalten zu verstehen, sondern die Reduzierung von Distanz.

Reduzierung von Distanz: Besser kann man gar nicht zusammen fassen, wie dieser Papst agiert.

Da sind die Umarmungen, da ist die gereinigte Symbolsprache ohne rote Schuhe und so weiter, da ist die zugängliche Art zu predigen, da ist die auch für Nichttheologen nachvollziehbare Art, Texte vorzulegen wie etwa Evangelii Gaudium: Alles das baut Distanzen ab. Mein Lieblingsbeispiel ist das „Buon Giorno!“, mit dem er Angelusgebete und dergleichen beginnt. Bei seinem ersten Erscheinen, seiner ersten Kommunikation mit den Menschen auf dem Petersplatz vor fast einem Jahr hat sein „Buona Sera!“ genau diesen Effekt gehabt: Er stand oben, die Menschen unten, er auf einer Art Bühne, die Menschen vor ihm, aber durch den einfachen Gruß hat er sich auf Augenhöhe begeben. Und alle haben das sofort verstanden.

Der Papst steht für eine Kirche der abnehmenden Distanzen. Sprechen und Kommunizieren informiert nicht, sondern schafft Einheit und Begegnung. Und davon können wir gar nicht genug bekommen.

 

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90 Kommentare zu Abnehmende Distanzen

  1. Carmen Fink sagt:

    Lieber Pater Hagenkord, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Diese Nähe von der sie sprechen ist sogar durch das Fehrnsehen zu spüren. Mich hat am 13.03.13 der Satz berührt, bevor ich euch bete bitte ich euch für mich zu beten. Seit diesen Augenblick wusste ich für mich und für viele andere ändert sich das Leben. Er hat mich in diesen Moment sehr tief berührt und es hält bis zum heutigen Tag an. Franziskus ist Nähe, anders kann ich es nicht ausdrücken. Ein Brückenbauer ohne dass man Angst hat auf die andere Seite zu gehen. Er reißt Mauern ein, wie sie oft sagen ein Evangelium auf zwei Beinen.

    • Peter Lauschus sagt:

      Auch für mich war das so bewegend und auch das Gebet für Benedikt XVI., daß ich jeden Tag besonders für Franziskus ein Vater unser, ein Ave Maria und ein Ehre sei bete und die Gemeinde in der ich tätig bin gebeten habe es auch zu tun.

  2. KRP sagt:

    Ich habe nichts gegen Nähe, im Gegenteil Menschen die befreundet sind möchten doch auch beisammen sein, jedoch kann das auch Folgen haben und denke es sollte auch Vorsicht geboten sein. Zuviel Nähe kann auch oft falsch verstanden werden und es kann auch andere bedrängen. Bei soviel Nähe fallen mir ganz spontan sogenannte Spanner und Staker ein und man sieht ja wo sowas endet. Also bei aller Nähe und abnehmenden Distanz auch die Nachteile beachten. Aber sicher wird das für den Papst kein Problem sein höchstens für seine Sicherheitsbeamten und Mitarbeiter. Hoffentlich habe ich nun nicht wieder Negatives geschrieben aber ich bin nun auch ein realdenkender Mensch der auch eine andere Seite sieht die auch gefährlich werden kann. Man denke nur mal an alle Priester und Pfarrer die vielleicht so eine Nähe zulassen würden oh ich will das gar nicht weiter denken, nur mal so zum Nachdenken.

    • Silvia Brückner sagt:

      Liebe KRP, da liegen Sie gar nicht mal so falsch. Vor wenigen Wochen habe ich hier im Blog schon mal darauf hingewiesen, dass in einem der Piusbruderschaft nahe stehenden Blog sehr hässliche, zweideutige Bemerkungen in dieser Hinsicht über den Papst gemacht worden sind.

      Aber man muss auch bedenken, dass er als Südamerikaner anders empfindet und spontaner ist als wir Deutsche. Ich habe mir sagen lasst, dass Umarmungen und Wangenküsse in Argentinien ganz normal sind.

      • KRP sagt:

        Auch in Argentinien, Amerika und Anderswo gibt es, gab es Mißbrauch das sicher nichts mit der Mentalität des Umarmens zutun hat sondern weil es überall Menschen gibt die so etwas falsch verstehen und mit Nähe und Distanz nicht umgehen können.

        • Pater Hagenkord sagt:

          Ich glaube nicht, dass beim Thema Missbrauch um Nähe und Distanz ging. Es ging und es geht um Macht, Unterwerfung und Ausnutzen. Das ist etwas völlig anderes als zum Beispiel die „Zärtlichkeit Gottes“, von der der Papst so gerne und häufig spricht.

          • KRP sagt:

            Da haben Sie sicher Recht, dass es um Macht und Unterwerfung geht und doch fängt es erstmal mit vorgegebener Zärtlichkeit an um sich Vertrauen zu erschleichen.

      • chrisma sagt:

        @ Silvia Brückner In ganz Lateinamerika, auch in Italien und Frankreich, auch im Rheinland, selbst in Norwegen kenne ich Menschen die es tun. Oh ja es wird gerne wangengeküßt und umarmt. Es macht viel Freude und drückt Herzlichkeit und Wertschätzung aus. Und wer dahinter mehr vermutet, sollte sich fragen lassen, was sich denn im eigenen Kopf bewegt. Ich habe diesen Artikel auch gelesen, leider, leider habe ich es getan und mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

    • Carmen Fink sagt:

      Lieber KRP, Ich denke man kann hier Gottvertrauen Seiten des hl. Vaters voraussetzen. Hier geht es doch mehr als um Nähe. Den Weg Jesu zu folgen, Jesus in jeden Menschen zu sehen. Nach dem Motto, ganz oder gar nicht. Seine Worte.
      Und ich möchte Franziskus auch angemessene Distanz unterstellen, schauen sie sich bitte die offiziellen Begegnungen an.
      Es ist zu sehen wir glücklich die Menschen nach Berührungen von Papst Franziskus sind, dies ist jeden Mittwoch bei den Audienzen zu beobachten. Stundenlang nach der Katechese ist Franziskus den Menschen nahe, besonders den Bedürftigen. Bei jedem Wetter versprüht Franziskus Freude, Nähe, Wärme. Die Menschen dürsten danach, ansonsten wäre es nicht zu erklären das so viele Menschen nach Rom pilgern.
      Auch die Menschen den man es nicht zutraut tauen auf, gestern konnte man sehen wie angetan President Holland war. Sein Drang Franziskus zu berühren war größer als das Protokoll und Ressentiments.
      Franziskus ist ein Brückenbauer und Hirte wie wir ihn lange nicht hatten.

  3. S.G. sagt:

    Jeder Papst hat sein spezielles Charisma. Papst Benedikt XVI. hat mir gezeigt, dass man intelligent sein und trotzdem einen Glauben haben kann. Man kann glauben, ohne dass man „naiv“ sein muss (Glaube und Wissen bedingen einander); weshalb ich in 2013 (Jahr des Glaubens) ein Fernstudium zum Katecheten begonnen habe. Mein „gefühlter“ Glaube soll eine feste Wissensbasis bekommen.
    Papst Franziskus hat das Charisma, die Leute im Innersten zu berühren.
    Viele seiner Predigten finde ich so zutreffend, dass ich sie mir auf Word kopiere und mir einen Ordner mit Themenbereichen angelegt habe. So kann ich mir immer wieder seine Predigten aufrufen, wenn ich ein bestimmtes Thema noch einmal überdenken will.
    Bei Papst Franziskus hat man das Gefühl, dass er das, was er predigt auch lebt (er lebt nicht nach dem Motto: Wasser predigen und Wein trinken). Er zeigt auf, dass der Glaube an Jesus Christus nicht ein Glaube an Christus, sondern ein Glaube mit Christus ist.
    Nur so kann die Kirche reformiert werden, da Jesus das Haupt der Kirche ist.

    • AM sagt:

      @S.G, bin derselben Auffassung. Kann mich voll und ganz Ihrer Meinung anschließen.

    • Peter Lauschus sagt:

      Im Internet lief folgende Reihung um: Johannes Paul II. hat uns gesagt, was wir glauben sollen, Benedikt XVI. hat uns gesagt warum und Franziskus sagt uns: Tut es!

  4. Peter Lehmann sagt:

    KRP
    Ich denke nicht, dass gemeint ist, dass ein Priester Kinder umarmen soll. Und sicher ist es auch gefährlich. Aber Leben ist gefährlich, täglich.
    Es geht darum Distanz abzubauen, sich auf den Anderen einzulassen, versuchen zu verstehen. Das Gemeinsame suchen und das Trennende versuchen zu überwinden. Nur so wird die Menschheit eine Chance auf ein friedliche Zukunft haben. Russen, Amerikaner und Chinesen, Christen, Muslime Buddhisten und Atheisten. Es geht nur gemeinsam.

    • KRP sagt:

      Das es nicht so gemeint ist und auf diese Art Distanz abgebaut werden soll ist mir klar und Ihnen, aber nicht alle werden das so sehen und nicht jeder kann Distanz und die Gemeinsamkeiten sowie das trennende erkennen. Hat es nie gegeben und wird es sicher nicht geben weil jeder Mensch anders ist und jeder es anders versteht. Seit dem barmherzigen Samariter ist das eigentlich Aufgabe des Menschen und nun frage ich hat man das berücksichtigt, sicher nicht deshalb Achtung nicht von jedem wird das so gesehen. Für Christen sollte es selbstverständlich sein und ist es sicher nicht wie erst für Nichtglaubende und Atheisten.

  5. chrisma sagt:

    Ich habe, Pater Hagenkord, Ihrem Beitrag nichts aber auch gar nichts hinzu zufügen. Ja Papst Franziskus hat „Dämme gebrochen“. Er hat eben die Distanz aufgehoben, hat sich in unsere Mitte gestellt und ist einfach bei uns. Vom ersten Moment an als er auf den Balkon trat (ich wusste wer er war, war aber vom Donner getroffen, weil ich nicht damit gerechnete hatte..) hat der klar gemacht: ich bin unter Euch…So ist es geblieben seit diesem Abend, er ist bei uns, unter uns, bringt uns die „Frohe Botschaft, die gute Nachricht“ wieder ganz nah. Es macht große Freude die Bilder zu sehen, die ihn im Umgang mit Menschen zeigen. Neben der „kopernikanischen Wende „ in der Kommunikation, aus dem Schaffen von Einheit und Begegnung entsteht auch Veränderung…..

  6. Jeannette Meyer sagt:

    Der Bereich der Intimsphäre, wozu auch der Körper des Menschen und ein gewisser Nahbereich gehört, ist kulturell sehr unterschiedlich ausgeprägt und unterliegt auch einem Wandel in der Zeit. Wer Teil einer Bussi-Bussi-Schickeria ist, wird sich innerhalb dieser Gruppe bei der Begrüßung ohne Weiteres am Kopf berühren können. Wer Feingefühl hat, wird es aber tunlichst unterlassen, einem fremden Japaner um den Hals zu fallen. Vermutlich sind die Handlungen des Papstes symbolhaft in seiner Funktion als Stellvertreter Christi zu verstehen, denn Jesus Christus ist als Gott mit seiner Menschwerdung dem Menschen auch körperlich ganz nahe gekommen. Ich denke, diese Symbolhandlung sollte aber nicht überbewertet werden, denn es sagt nichts über die persönliche Beziehung zwischen Jorge Bergoglio und der umarmten Person aus, wahrscheinlich kennen sich die beiden gar nicht. Es gibt z. B. auch demonstrative Bruderküsse auf politischer Ebene, und, wenn ich mich richtig entsinne, wurde Jesus doch mit einem Kuss verraten. Die nonverbale Sprache ist nicht per se besser als die verbale und ist auch nicht aussagekräftiger über die Nähe oder Distanz zwischen zwei Personen. Sie kann genauso täuschen.

    • Katharinadiekleine sagt:

      So gerne ich auch in den spontanen Jubel über diesen Papst einstimmen möchte, das, was sie sagen, liebe Jeanette Meyer, ist sehr klug. Und sie haben Recht: auch Jesus wurde durch einen Kuss verraten. Und wir sind allesamt nicht Jesus. Das sollten wir über aller Begeisterung nicht vergessen.

    • Renate Hoffmann sagt:

      Ich stelle immer wieder fest, dass Papst Franziskus genau weiß, wen er wie umarmt, küsst oder auch nicht. Wenn man sieht, wie er Papst emer. Benedikt begrüßt, ist es herzlich und brüderlich, aber auch mit einem gewissen Respekt.

  7. KRP sagt:

    Dem moechte ich voll und ganz zustimmen was @Jeanette Meier und @katharinadiekleine schreibt sogar jesus der sehr viel Naehe vertreten hat wurde verraten gerade weil so viele Menschen unterschiedlich sind. So sehr ich den Jubel auch verstehe.

  8. smilodon sagt:

    Also ehrlich gesagt, ich möchte nicht ohne meine ausdrückliche Erlaubnis umarmt oder sonst irgendwie berührt werden (wenn man vom normalen Händedruck zur Begrüßung absieht). Und von einem Fremden schon gar nicht, nicht einmal dann, wenn es ein Papst ist. Und leider ist gerade dieses An-den Leuten-Herumgreifen auch ein Grund, der mich dazu veranlasst, dem aktuellen Papst etwas distanziert gegenüber zu stehen. Woran man wieder sieht, wie unterschiedlich Meinungen sein können.

    • chrisma sagt:

      @Smilidon, ich habe von Papst Franziskus noch nie gesehen das er „an jemand herumgreift.“ Wortwahl……!!!!!

      • smilodon sagt:

        @Chrisam
        Und was tut er Ihrer Meinung nach auf dem Foto da oben am Anfang des Artikels?

        • chrisma sagt:

          @Smilodon sehr gern beschreibe ich Ihnen meine Wahrnehmung des Eingangsbildes: Ein Mensch sitzt im Rollstuhl, der Papst beugt sich über ihn, der Mann/Frau schließt beide Arme fest um den Körper des Papstes, der Papst umarmt den Menschen seinerseits. Das Bild zeigt eine warme herzliche Begegnung zwischen zwei Menschen. Interpretation: der Mensch hat lange darauf gewartet dem Papst zu begegnen, der Papst wird ihn vorher/nachher segnen, die Umarmung des Papstes wird dem Menschen unvergesslich sein, wird ihm helfen im sicher schweren Alltag. Ich schließe mich @AM und @carmen fink an: da wird keiner umarmt oder geküsst der es nicht möchte, der Papst ist ein Menschenkenner. Es ist Ihre Entscheidung wie Sie das Pontifikat beurteilen, aber Sie sollten es bitte mit Respekt tun, mehr sollte mein Einwand nicht bedeuten.

  9. Silvia Brückner sagt:

    So sehr ich Papst Franziskus liebe und verehre, umarmen und küssen müsste er mich nicht, falls ich ihm je so nahe kommen sollte. Ich würde mich über einen herzlichen Händedruck, ein paar freundliche Worte und am meisten über seinen päpstlichen Segen freuen.

    • Peter Lehmann sagt:

      Als wenn es hier ums Umarmen geht. Der Pater schreibt, und da bin ich voll seiner Meinung, dass dieser Papst z.B auf die roten Schuhe verzichtet, dass er auch eine Sprache wählt um sich mt den Menschen auf eine Stufe zu stellen, um nicht abgehoben zu erscheinen. Das Umarmen ist ein Einziges von vielen Beispielen. Franziskus wird schon sensibel genug sein zu erkennen, wo es gewünscht ist und wo nicht.

      • Jeannette Meyer sagt:

        @ Peter Lehmann,
        ich möchte gerne das Beispiel der roten Schuhe aufgreifen. Es gibt zwei (mind.) Möglichkeiten mit Unkenntnis umzugehen.
        1. Möglichkeit: man kann der Ansicht sein, da das Volk die roten Schuhe nicht mehr deuten kann, lässt man sie einfachheitshalber weg. Man entfernt den Stein des Anstoßes gewissermaßen, um das Volk ruhig zu halten. Nachteil dabei ist, das Volk bleibt weitherhin unwissend und in Spekulationen gefangen.
        2. Möglichkeit: man bildet das Volk, indem es die Bedeutung der roten Schuhe erfährt. Das heißt in diesem Fall, das Volk muss umfassend über den Glauben unterrichtet werden. Jeder Glaubensangehöriger wird dann die roten Schuhe selbst deuten können und einen persönlichen Gewinn daraus ziehen können. Nachteil dabei ist, dass man wesentlich mehr Zeit und Energie in die Glaubensvermittlung stecken muss. Außerdem macht es den Menschen freier und unabhängiger.
        Ich bevorzuge die zweite der oben beschriebenen Möglichkeiten, weil ich es schon mehrfach erlebt habe, wie es Menschen glücklich macht, wenn sie beginnen zu verstehen und wie sie aufblühen können, wenn sie als Mensch in ihrer Würde und in ihren Möglichkeiten ernst genommen werden.
        Sie werden es vielleicht schon gemerkt haben, ich bin kein Anhänger der Volkstheologie, wie sie von Papst Franziskus in modifizierter Weise vertreten wird. Vereinfachung, ganz allgemein betrachtet, unterstützt meiner Erfahrung nach gerade nicht in die Willensfreiheit des Menschen und somit seine Möglichkeit, sich für das oder den Guten zu entscheiden, sondern endet viel mehr in materiellem Exzess.

        • chrisma sagt:

          @ Jeannette Meyer, da bin ich aber schwerst beeindruckt was man so in so ein paar rote Schuhe hineininterpretieren kann. Ich kann als „Volk“ auch damit leben, das Sie sich mit einer gewissen Arroganz über „Volkskirche“ erheben. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ich von Ihnen in diesem Blog noch keinen nennenswerten höherwertigen Theologieansatz feststellen konnte, kann ja noch kommen. Wen wollen Sie dann „toppen“? Sie haben die Möglichkeit von Augustinus bis Karl Rahner. Das eigentlich maßlos Arrogante an Ihrer Haltung ist die Aussage: Papst Franziskus vertritt eine modifizierte Volkstheologie. Abgesehen davon, dass Sie wenig von der intellektuellen Dimension dieses Papstes verstanden haben, wie sieht denn der Theologieansatz aus den Sie bevorzugen??

        • Peter Lehmann sagt:

          Werte Jeannette Meyer,
          Kann Ihrem Beitrag nicht folgen. Wieso soll Vereinfachung in materilellem Exzess enden ? Jesus war, wenn man den Überlieferungen glauben schenken darf, Meister der Vereinfachung. Die Kunst großer Redner ist es immer schwierige Dinge möglichst einfach herüberzubringen. Ansonsten ist es Selbstbefriedigung. Tut mir leid ich bin da völlig anderer Meinung als Sie. Mit Verlaub, Meiner Meinung nach rücken Sie hier ganz weit weg von Ihrem angeblich christlichen Glauben.

          • Jeannette Meyer sagt:

            Werter Peter Lehmann,
            gewiss gebe ich Ihnen Recht, wenn Sie unter Vereinfachung die Klarheit der Rede in der Gemeinde verstehen. Sehr schön wird das ja auch von Paulus in 1 Kor 14,1 ff dargelegt. Deshalb möchte ich präzisieren, was ich unter der oben genannten Vereinfachung verstehe, nämlich die selektive Wahrnehmung des Menschen im Hinblick auf das, was ihm gerade nützlich oder begehrlich erscheint und er dabei gleichzeitig auswischt, was hierbei als störend empfunden wird, das aber zum Ganzen dazugehört. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“. In Lk 4,1ff wird dieser Versuchung eine ganz klare Absage erteilt. Der Mensch braucht Brot und geistliche Versorgung, oder anders ausgedrückt, er braucht die leiblichen und die geistlichen Werke der Barmherzigkeit. Kritisch sehe ich auch eine einseitige Vereinnahmung der Person Jesus von Nazaret, in Ihrem Fall als „Meister der Vereinfachung“. Nur ein Beispiel zur Vielseitigkeit seiner Person, in Joh 3,1 ff spricht er des Nachts mit Nikodemus und in Joh 4,7ff des Tags mit der Samariterin. Zwei sehr unterschiedliche Texte! Wenn seine Person so einfach wäre, wäre das Christentum vermutlich schon lange erledigt und wir wären gar nicht ins Gespräch gekommen.
            Zu guter letzt weise ich Ihren Versuch zurück, mir den Glauben absprechen zu wollen, das trägt zur Sache nichts bei.

          • Peter Lehmann sagt:

            Werte Jeannette Meyer
            Wie kommen Sie darauf, dass ich Ihnen Ihren Glauben absprechen will. Aus Ihrem oberen Text ist zu entnehmen, dass Sie gegen eine „Volkstheologie“ sind, was auch immer Sie darunter verstehen. Für mich hört sich dass ziemlich unchristlich, nach elitärem Denken an. Für wen sollte Ihrer Meinung nach die Theologie da sein ? Auch geistige Nahrung sollte schon so verabreicht werden, dass Sie vom „Essenden“ aufgenommen werden kann. So wird Papst Franziskus in seinem Kreis, unter „Fachspezialisten“, auch eine andere Sprachebene finden als auf dem Petersplatz.. Wenn Ihnen dass zu billig ist, sollten Sie sich halt nur mit seinen Theologischen Abhandlungen beschäftigen. Er aber muss möglichst alle erreichen. Jedem Recht getan ist eine Kunst die niemand kann.
            Hier wurde einmal ein sehr blumiges Zitat von Papst Benedikt em. erwähnt, wonach die Sünden der Kirche nur die Geburtshelfer für die Wiederkehr Christi wären. Das mag sich ja sehr schön und poetisch und intellektuell anhören. Aber der Fehler steckt im Detail. Das nächste Mal kommt Christi um zu richten, nicht um sich zu opfern. Und dann sind die Sünden nicht sehr vorteilhaft.
            Vermutlich ist das alles ja auch nur ein Missverständnis.

        • chrisma sagt:

          @Jeannette Meyer, ich hätte doch sehr gern eine Antwort auf meine Frage: welchen Theologieansatz Sie bevorzugen, wahllos mit Bibelzitaten um sich werfen um den eigenen Standpunkt zu untermauern ist das Eine, die Bibelzitate in eine vernünftige Exegese umzuwandeln das Andere. Ich sehe Ihrer Antwort mit einigem Interesse entgegen.

    • Carmen Fink sagt:

      Was läuft denn hier in den Köpfen ab? Keiner wird von Franziskus geküsst oder berührt der es nicht will! Bitte nicht auf dieser Ebene diskutieren. Es geht doch nicht um die Physis des Papstes,die unbestritten ist.
      Pater Hagenkord: „Der Papst steht für eine Kirche der abnehmenden Distanzen. Sprechen und Kommunizieren informiert nicht, sondern schafft Einheit und Begegnung. Und davon können wir gar nicht genug bekommen.“

    • smilodon sagt:

      @Frau Brückner
      D’accord! Händedruck ist OK, und ein Segen sowieso.

      • Silvia Brückner sagt:

        Wenn der Papst mich ganz persönlich segnen würde, wäre ich vermutlich genauso gerührt und innerlich aufgewühlt wie Andere nach einer Umarmung.

    • AM sagt:

      Warum nicht? Wenn ich mich die Frage erlauben darf. Sie brauchen mir die Frage, liebe Silvia nicht beantworten. Die Antwort versuchen Sie sich selbst zu geben.

      Der Papat ist aber Menschenkenner. Er weißt, wer gerne geküsst werden möchte 🙂 Wenn Sie dies verstehen…

      • Silvia Brückner sagt:

        @AM, die Frage kann ich Ihnen gerne beantworten:

        Weil ich ein sehr distanzierter Mensch bin, der sich mit körperlicher Nähe sehr schwer tut. Ich möchte jetzt auch hier keine pseudopsychologische Diskussion vom Zaun brechen. Ich möchte in meiner Eigenart und meinem Sein einfach respektiert werden.

        Aber Sie können mir glauben, ich liebe Papst Franziskus von ganzem Herzen und gönne jedem eine Umarmung des Papstes. Aber ich habe auch Respekt vor ihm und seinem Amt und dieser Respekt drückt sich bei mir persönlich auch in einem konventionellen Verhalten meinerseits aus. Ich ginge z.B. auch nicht in Jeans und T-Shirt zu einer Papstaudienz, genauso wenig, wie ich in Jeans und T-Shirt Wortgottesdienst halten würde.

  10. chrisma sagt:

    Es ist offensichtlich eben doch auch ein „Mentalitäts“ Problem. Ich bin mit einer brasilianischen Großmutter bestückt, von daher ab und an in Brasilien, hab 12 Jahre Bolivien und Peru ( wo zwei meiner Söhne leben) auf dem Buckel. Dort wie überall in Lateinamerika ist es üblich sich mit Kuss auf die Wange zu begrüßen, zu umarmen und das hat nix mit Bussi, Schicki zu tun, es ist normal auch unter „Armen“ Menschen. Kinder-küssen und segnen war immer „Papst-Job“, seit JP II verstärkt, da auch er ein Papst war- solange er gesund- der auf Menschen zu gegangen ist und über ein großes Charisma verfügt hat. Auch Benedikt 16 em konnte da gut mithalten. Nicht zuletzt sollten wir an die vielen behinderten Menschen denken, denen die segnenden Hände des Papstes besonderer Trost ist, ihnen Kraft gibt. Alle klugen und guten Gedanken, die hier zum Thema geäußert worden sind in Ehren, aber es ist schon erkennbar in vielen Momenten eine sehr deutsche Sichtweise.

    • Katharinadiekleine sagt:

      Ich finde auch, wir sollten ein wenig die Kirche im Dorf lassen. Aus meinem „argentinischen Hintergrund“ weiß ich, dass sich Franziskus ganz „normal“ verhält, so wie sich die Menschen dort eben verhalten, sie sind einfach so gesellig, herzlich, emotional und auf körperlicher „Tuchfühlung“. Mindestens die Hälfte der Menschheit kennt das nicht anders und empfindet das als normal. Es ist nicht besser und nicht schlechter als das Distanzbedürfnis in anderen Breiten. Argentinier führen auch sehr viel schneller als wir „große“ Worte im Mund, wo wir uns erst 10 mal vorher überlegen, ob das auch so stimmt, was wir da sagen, weil wir das als übergriffig oder vereinnahmend empfinden. Von einer Argentinierin, die Franziskus noch aus seinen Zeiten in Argentinien kennt, weiß ich: Der war immer so. Der war gerne unterm Volk und hat auf der Straße mit den Leuten Mate getrunken.
      Was uns Franziskus vor Augen führt: Jesus war kein Intellektueller, er war kein Theologe. Christsein hat weniger etwas zu tun mit Studieren, theologischem Elfenbeinturm, sondern mit praktischer, gefühlter Nähe. Auf Tuchfühlung sein mit der ganzen Schöpfung. Und das fällt Menschen, die so sozialisiert werden, einfach leichter, die finden dazu eher einen Zugang.

      • chrisma sagt:

        Nicht vergessen: Tango. Er soll in seiner Jugend ein guter Tangotänzer gewesen sein. Ihm wurde zu Hause ein Tango gewidmet Das Werk mit dem Titel „Ahora, Papa Francisco“ („Jetzt, Papst Franziskus“) wurde im Kloster Santa Catalina in Buenos Aires im Beisein zahlreicher prominenter Gäste aus Politik und Kultur uraufgeführt. So sind‘ se die Argentiner…..

  11. KRP sagt:

    Eigentlich geht es mir gar nicht um das Umarmen und Küssen meinetwegen kann jeder, jeden Küssen und umarmen wie er denkt das es richtig ist. Das Papst Franziskus und auch Papst Benedikt em. wissen wie sie auf andere zu gehen sollen und sich verhalten ist für mich selbstverständlich und das beide in gesunder weise damit umgehen können. Aber das was ich hier lese ist meines erachtens Tunnelblick. Man sieht was man sehen will, es ist ja schön das alle hier nur gute Erfahrungen gemacht haben mit Nähe aber ein Beispiel möchte ich doch noch einbringen. Wenn ich lese das es nur ein Deutsches Problem ist dann kann ich dem nicht zustimmen. Ich denke da gerade auch an die Sekten in Amerika und Lateinamerika die ja auch regen Zulauf haben, was ich da so lese wird da oft mit sehr viel Nähe den Menschen etwas suggeriert und was kommt am Ende heraus. Aber vermutlich ist das alles nur in meinem „kranken Kopf“. Echte Gefühle, echte Nähe und abnehmende Distanz zeigt sich nicht in „Streicheleinheiten“ sondern in Handlungen und Taten gegenseitiger Achtung, Wertschätzung in dem jeden das was er macht und tut geachtet wird nicht das andere mit Wohlfühlhandlungen gefügig gemacht werden die vielleicht nur oberflächlich sind. Da gibt es viele Beispiele eines möchte ich noch anführen „Einzug in Jerusalem“ erst großer Jubel und dann Kreuzigung, hinterher sind sie ihm gelaufen, wollten ihn berühren und hinterher haben sie sich abgewandt bis auf ein paar einzelne. Alles nur meine Phantasien?
    Es ist ja schön das alle diese Art schätzen, ich schätze es auch ganz ohne Zweifel es wäre schön wenn es immer und überall nur so eine Herzlichkeit gäbe.
    Aber darum geht es nicht sondern um das richtige Maß für alle Menschen, jeden einzelnen.

  12. Carmen Fink sagt:

    http://m.youtube.com/watch?v=QPwC9fgXWQY dies ist ein Link zur Audienz von François Holland bei Papst Franziskus, ein kleiner Einblick zur Distanz und Nähe. Bitte auf dem Teppich bleiben. Ich wünsche allen einen schönen Sonntag.

    • Ich freue mich jetzt einfach mal über diese Herzlichkeit und Nähe von Papst Franziskus, ohne sie in Richtung Missbrauchsgefahr und Wankelmut der menschlichen Sympathien mit möglichen entsetzlichen Folgen zu zerdenken. Nichts ist unveränderlich in Stein gehauen, wo Menschen dabei sind und das Böse ist auch nie weit, wenn das Gute da ist. Das wissen wir. Warum noch alle Eventualitäten bereden, wo der Haken sein könnte? Auch Papst Franziskus ist nur ein Sünder, das sagt er selber oft genug. Deshalb muss man aber nicht fast schon auf den ersten dicken Beweis dafür warten, fast schon, damit man nicht nachher als naiv dasteht, wenn wieder irgend eine menschliche Katastrophe durch die Weltkirche rollt! Wenn Papst Franziskus´ guten Seiten und das, wo der heilige Geist in ihm wirkt, aufscheinen, dann freue ich mich jetzt einfach erstmal.

      Papst Franziskus´ Herzlichkeit und spontane Nähe wirkt auf mich so echt, weil sie nicht medienwirksam mit großer Geste daher kommt. Ich denke mir, dass er in Argentinien, wo Priester im Alltag vor dem „einfachsten“ Grundbedürfnis der Menschen stehen, zu überleben, dass er da einfach gehandelt hat, ohne vorher auf die Metaebene zu gehen und erstmal lange über Stil und Wirkung, Distanz und Nähe nachzudenken. Und das merkt man ihm an. Die Menschen haben Hunger, brauchen Kleidung, brauchen Schutz, brauchen ärztliche Versorgung. Die Ausgestoßenen, Zerstörten brauchen Zuwendung. Wenn Franziskus vor all dem Elend noch Zärtlichkeit geben kann, wie die neuen und alten Fotos zeigen, im Angesicht von zerstörten und kaum noch zu erkennenden Gesichtern, dann verstehe ich so richtig, was er mit zärtlicher Nächstenliebe meint. Ich weiß nämlich nicht, ob ich das könnte.

      Und was für mich auch deutlich wird, ist, dass Papst Franziskus unsere europäischen Mängel und Nöte ebenfalls besorgniserregend findet, unsere Gottesferne, Sinn-Armut und innere Leere, unsere innere Wohlstandsverelendung. Denn er hat hier studiert, gearbeitet und gelebt, er kennt uns auch und unsere hohe andere Bedürftigkeit.

      Aber dass er aus einem Land kommt, wo die Verhältnisse so sind wie im Großteil der Welt, nämlich ärmlich und gefährlich, das rückt für mich so einiges für die Weltkirche und deren Zentrum, dem Vatikan, ins rechte Maß. Nähe bedeutet bei Papst Franziskus einfach Notllinderung und zärtliche Zuwendung. Direkt vor jedermanns Augen.

      • Claudia sagt:

        Finde ich gut – Ihre Sätze, Marianne O`Donnel-Michael. Kann mich Ihrer Sichtweise und Ihren Empfindungen gut anschließen. Ich denke, dass unser typisch deutsches Mißtrauen nicht zu sehr die Oberhand gewinnen darf. Es kann vieles schief gehen, doch dürfen wir nie auch die lichte Seite vergessen, sonst wäre die Hoffnung auf eine Besserung unserer Welt vergebens.

        • Danke, Claudia, die lichte Seite brauche ich persönlich sehr und es fasziniert mich bei jedem Papst, zu suchen und zu verstehen, warum wohl der Heilige Geist die wirklich unterschiedlichsten Männer für das Papstamt in ihrer Zeit ausgewählt hat.

          • chrisma sagt:

            @Liebe Marianne O Donnell-Michael sehr von Herzen danke ich Ihnen für diesen Beitrag. Ich habe ihn heute Morgen gelesen, sie finden für die Inhalte die mir wichtig sind die „richtigen“ Worte. So nun kann die Woche mit all ihren „Unabwägbarkeiten“ kommen. Danke

          • Liebe Chrisma, das geht mir selber so mit Pater Hagenkords Blog mit all den wunderbaren Artikeln, die mir Kraft geben, auch mit vielen der Kommentare hier! Ich lese ja schon eine ganze Weile mit! Von daher hat auch „Internetjournalismus“ in diesem lebendigen Blog eine hohe nicht nur informatorische, sondern auch seelsorgerische Wirkung auf mich! Ein Dank an Pater Hagenkord!

  13. KRP sagt:

    Warum noch alle Eventualitäten bereden, wo der Haken sein könnte?

    Man muss nicht immer mit jedem einer Meinung sein und sich immerzu berieseln lassen mit Süssen Reden und Gesten. Es gehört auch Provokation dazu, so wie Jesus eine Provokation für die sogenannte Elite war, manchmal gehört auch Auseinandersetzung mit den gesprochenen Worten dazu um sie zu verstehen und es gehören gute Argumente dazu. Mir fehlen die guten Argumente hier die mich überzeugen. Vor allem wenn ich aufgefordert werde mir die Berichte und Filme anzusehen, würde ich das nicht ansehen, lesen usw. würde ich mich sicher nicht damit auseinandersetzen. Ohne Auseinandersetzung mit dem gesagten bleiben Worte und Gesten nur schöne Momente die in Zeiten der Not vielleicht nicht tragen. Wenn die Argumente ausgehen bleibt oft nur noch eines übrig und das ist diffamieren, am besten den anderen schlecht reden. Hat man schon mit Jesus gemacht und geschieht aus Angst vor der Realität der Welt. Alle Menschen sind verschieden und jeder hat seine eigene Art wie er erkennt was wichtig ist und ich sehe hier ist es wichtig sich berieseln zulassen ohne sich zu hinterfragen wie das auf andere Wirken könnte.

  14. Juergen sagt:

    Vorschlag zur Weiterführung der Methode:

    Während der Messe wird in Zukunft nicht mehr das Evangelium verkündet und in der Homilie ausgelegt, sondern die Möglichkeit für 20 Minuten Gruppenkuscheln geschaffen.

  15. Elisabeth sagt:

    Die „Braut des Lammes“ nennt P. Hagenkords Beitrag „pastorales Geschwurbel vom feinsten“…dem pflichte ich bei!!!
    Ob die Kirche an Franziskus‘ Kost genesen wird, lasse ich dahingestellt…es kann aber doch nicht sein, dass er mit voller Absicht den jahrhundertealten gediegenen Traditionsgasthof zur Frittenbude abwirtschaftet…sorry für diese Assoziation…s‘ ist aber grade Mittagszeit! ‚Buon Appetito‘

    • Pater Hagenkord sagt:

      „Die Braut des Lammes“ kenne ich nicht, sie nennt ja auch nicht ihren Namen. Sie darf meine Gedanken auch gerne abtun, bitte sehr. Aber ich erlaube mir – nicht zum ersten Mal hier – die Meinung, dass Tradition lebendig ist und weiter entwickelt werden muss. Und das macht Papst Franziskus. Der Traditionsgasthof war schon lange nicht mehr gediegen, und damit meine ich nicht Papst Benedikt. Damit meine ich uns alle.

      • KRP sagt:

        P. Hagenkord ich denke es geht nicht so sehr um Ihre Gedanken sondern darum das es Menschen gibt die mit Nähe und abnehmenden Distanzen nicht umgehen können und dann Zuwendung mit Kuscheln verwechseln und dann die witzigsten Vorstellungen haben und irgendwie bestätigen sich doch meine Gedanken.

      • Herzbua sagt:

        Da bin aber gerade nicht Ihrer Meinung , auch wenn ich Sie und Ihren Blog sehr schätze. Tradition ist mehr, als an „ollen Kamellen“ zu hängen. Sie ist in meinem Lebensbereich sehr lebendig. aber wie lange noch? Tradition sind für mich die Liturgie und der Ritus. Benedikt hat in unvergleichlicher Weise die Schönheit der Liturgie gepflegt. Das wird jetzt so abgespeckt, dass es mich manchmal vor Kälte fröstelt. Das omnia ad majorem Dei gloriam der Liturgie auch mit Festlichkeit, Musik und Gesang hat seine Bedeutung verloren. Der nur noch gesprochene Segen Urbi et Orbi hat an Glanz verlören ( sicher nicht an Bedeutung!). Der Ritus wird für unwesentlich erklärt. Dafür Umarmungen, Abbauen von Distanzen? Mir ist bei dem ganzen nicht wohl, weil es viele Traditionen gibt, die nebeneinander erst das bunte Bild der geliebten katholischen, über den ganzen Erdkreis verstreuten Kirche ausmachen. Die feierliche Liturgie in einer alpenländischen Barockkirche sehe ich in Gefahr, schon an der Einstellung des Papstes zu den „Messgewändern“. Der Oster- und Weihnachtsgruß nur nicht Italienisch? Warum dann nicht gleich nur Lateinisch? Fragen über Fragen, die mich plagen seit Wochen. Ich kann die ganz große Euphorie leider nicht ganz Teilen.

        • Peter Lauschus sagt:

          Jesuitische Tradition: Jesuiten singen nicht.

          • Pater Hagenkord sagt:

            Da möchte ich was hinzufügen: Bei dem Satz geht es um das gemeinsame Chorgebet, das die Jesuiten nicht singen, wir beten wie alle Priester das Brevier, meistens alleine. Und warum Franziskus nicht singt? Weil er es schlicht nicht kann.

    • KRP sagt:

      Das ist keine Auseinandersetzung mit dem Thema das ist einfach nur „dumm“.

      • Herzbua sagt:

        Da ein KRP hier entscheiden kann was dumm ist, und keiner widerspricht verabschiede ich mich hier endgültig aus dem Blog der wenigen, die sich für auserwählt halten.

        • KRP sagt:

          Das bezog sich in keiner Weise auf Sie sondern auf die Art und Weise der Schreibweise von Elisabeth und Die Braut des Lammes wer auch immer das ist. Denn das ist Kommunikation im untersten Bereich.

    • chrisma sagt:

      @Elisabet, na klar hab ich sofort nachgeschaut, beim „Lamm „ Sehr tierlieb ist man dort: kleine Krokodile besuchen Papst Benedikt, Franziskus segnet ein kleines Lamm (wehe das wird gegessen). Ja es geht dort sehr gediegen und betulich zu….Ach und erst die Bilder, die Bilder… In meinem Kommunionsgesangbuch hab ich diese Art von Bildern aufgehoben, sie wurden uns im Internat für besondere Leistung/ gutes Benehmen verliehen, manchmal auch mit Glitter. (Hab nicht so viele gekriegt!) Und dort habe ich auch diese Art von „Kirche“ abgelegt und werde sie nicht wieder hervorholen. Noch ein Wort zur „Frittenbude“: bei uns im Rheinland werden dort nicht selten „Mittagstische“ gereicht, gute Hausmannskost, oft Eintöpfe mit einer guten Wurst darin, bezahlbar für die Menschen die noch nicht in die Armenküchen gehen müssen, die auch sich nicht mehr trauen in den gediegenen Traditionsgasthof oder in eine in sich selbst erstarrte Kirche zu gehen. Übrigens als Frau komm ich in diesem Portal der gediegenen Tradition überwiegend als Jungfrau und Märtyrerin vor…..Sie haben in diesem Blog einmal geschrieben, dass Sie „Schönbornerin“ sind, sein Interview mit Radio Vatikan ist spannend, hab‘s mir großem Interesse gelesen und auf diesem Level sollten wir weiterdiskutieren. „Krude“ Internetauftritte die anonym daher kommen, nöö. Einen ganz lieben Gruß nach Österreich

  16. Silvia Brückner sagt:

    Ich bin gerade sehr traurig, weil ich mich frage, ob introvertierte Menschen wie ich, die regelmäßig ihren Rückzug in die Stille brauchen um seelisch aufzutanken und dann der Gemeinschaft auch wieder etwas geben zu können, die auch generell die leisen Töne bevorzugen und nicht so leutselig sind wie der Papst, überhaupt noch einen Platz in der Kirche haben.

    Ich lese gerade „Evangelii Gaudium“ und da ist ständig die Rede von Gemeinschaft, vom Hinausgehen usw. uns allmählich bekomme ich den Eindruck, dass der Papst Menschen wie mich nicht liebt.

    • Hallo Silvia Brückner, ich kenne Ihren Schreibstil noch nicht gut genug, um herauszulesen, ob Sie es genauso meinen mit Ihrer Traurigkeit, wie Sie es schreiben oder ob es stille Ironie ist.
      Ansonsten: Stille und Rückzug im Gebet braucht doch jeder, auch Jesus hat es gebraucht. Und Papst Franziskus als Jesuit sowieso auch. Sonst hört und spürt man doch Gott gar nicht.

      Dass Papst Franziskus ein extrovertiertes Naturell hat und vor allem sich wünscht, dass die Kirche nicht um sich selber kreist auf Abstand zu den Menschen sowie er auch feststellt, dass der zunehmenden Individualisierung auch eine Traurigkeit anhaftet (Vereinzelung, Isolation denke ich) das spricht doch nicht gegen Stille, Rückzug und Besinnung sowie stille Betrachtung oder hörendes Gebet.

      Außerdem zeigt Gott doch, dass er alle unterschiedlichen Charaktere liebt, das sieht man ja schon an den so unterschiedlichen Päpsten.

      Das ist für mich auch der große Unterschied zwischen Themen wie in diesem Blog oder Themen in einem politischen oder rein fachwissenschaftlichen Blog.

      Hallo KRP, dies Ihnen auch als meine Antwort zu unseren unterschiedlichen Beitragsstilen, (die ja rein für sich gesehen erstmal ansonsten beide ihre Vor- und Nachteile haben und halt Selbstausdruck und Geschmackssache sind.):

      Jedoch: Kirchliche Belange bekommen von mir so gut wie immer erstmal einen riesigen Vertrauensvorschuss ohne zuviel Misstrauen, das entspricht meinen gelebten Jahrzehnten als Kind Gottes! Weil ich weiß, dass ich Gottes Wirken gar nicht erfassen und begreifen kann und neue Wege seiner Kirche erst im Gehen entstehen. Weil ich weiß, dass alle menschliche Intelligenz „dumm“ ist vor seiner Größe („Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“) und dass er uns trotz unserer Intelligenzverirrungen liebt. Weil mir Kirche trotz aller Probleme täglich Freude macht, Halt und Kraft gibt und ich vor allem als Kind Gottes sie letztendlich gar nicht begreifen und (ver-)urteilen kann und soll.

      Darum lese ich hier im Blog eher ein bisschen betrachtend, zuhörend und voller Freude auf Neuigkeiten, wenn Pater Hagenkord berichtet.

      Im Namen der Kirche ist schon Schlimmes geschehen und wegsehen dürfen wir darum nicht, dennoch möchte ich hier einfach nicht als ständige Bedenkenträgerin sein, wenn ich doch die große Freude erlebe, immer wieder den heiligen Geist wirken sehen zu dürfen, oft auch durch die Beitragsfenster, die Pater Hagenkord öffnet.

      • Silvia Brückner sagt:

        Keine Ironie!

      • Silvia Brückner sagt:

        Rückzug heißt für mich nicht in erster Linie Gebet sondern mal bei mir und für mich sein, tun können, was mir persönlich Freude macht, ich bin schließlich nicht im Kloster um mich nur ins Gebet zurückziehen zu dürfen.

        • Klar. Brauche ich auch oft, den Rückzug für mich.

        • Claudia sagt:

          Hallo Silvia Brückner, auch ich bin ein introvertierter Mensch und liebe es, mich zurückzuziehen. Es stimmt, man denkt erst, man ist nicht in Ordnung, bis man entdeckt, dass Introversion eine Anlage sein kann, die wesentliche und wichtige Eigenschaften mit sich bringt. Seien Sie nicht traurig, entdecken Sie Ihre Qualitäten! Eine kleine Einführung in das Wesen der Introvertierten zeigt ein wundervolles Youtube-Video. Denn Susan Cain, die Vortragende, erzählt darin vor einem sehr großen Publikum von ihrer wundervollen Veranlagung. Hier ist der Link: http://www.ted.com/talks/susan_cain_the_power_of_introverts.html
          Der Beitrag ist mit deutschen Untertiteln versehen. Viel Freude damit.

          • Silvia Brückner sagt:

            @Claudia, ich bin nicht traurig, weil ich introvertiert bin, ich finde das vollkommen ok, ich bin traurig, weil ich den Eindruck habe, dass es für introvertierte Menschen bei Papst Franziskus keinen platz in der Kirche gibt.

          • Liebe Silvia Brückner,
            bitte lesen sie diese Franziskus-Perle und ich glaube
            sie werden ihre Meinung ändern. Ich bin kein kath.net Fan aber die Perlen sind lesenswert.
            Gott segen sie.
            http://kath.net/news/44225

          • Pater Hagenkord sagt:

            Eine Bemerkung zu dem, was diese Webseite als „Perle“ weitergibt: Das sind Beiträge von Radio Vatikan, die dort einfach nur übersetzt und dann ohne Quellenangabe als Eigenleistung ausgegeben werden.

          • Danke für diese Information Pater Hagenkord.

      • Christian Matthes sagt:

        Danke für diese aufmunternden Worte.
        Sehr geehrte Frau Brückner, nur Mut !
        Es gibt einen Weg aus dieser Traurigkeit, sogar dann, wenn sie ironisch klingen sollte. Bitte schauen Sie sich das Bild oben nochmals an. Ein Mensch im Rollstuhl und Franziskus umarmen sich. Gehen Sie bitte – soweit möglich – ein Stück zu Fuß. Denken Sie bitte an die Emmausjünger. Laden Sie jemand ein, bei Ihnen „einzukehren“. Reden Sie über das, was Sie bedrückt. Falls möglich, sprechen Sie mit einem Menschen, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Vertrauen Sie auf die Hilfe des Heiligen Geistes. Ziehen Sie bitte die Möglichkeit in Erwägung, dass es sich um eine Wahrnehmungsstörung handeln könnte. Wir alle haben hie und da gelegentlich einen getrübten Blick. Sie sind nicht allein. Also, nur Mut !

        • Silvia Brückner sagt:

          Um Gottes Willen! Was haben Sie denn bloß aus meinem Beitrag heraus gelesen? Lesen Sie noch mal genau, was ich geschrieben habe und WARUM ich traurig bin und fangen Sie hier bloß keine pseudopsychologischen Spielchen an, dazu ist dieser Blog nicht da!

          • Christian Matthes sagt:

            Sehr geehrte Frau Brückner,
            bitte entschuldigen Sie, falls ich Sie verärgert habe. Sie baten mich, Ihren Beitrag nochmals genau zu lesen. Das hab ich gemacht. Verstehe ich es so richtig ?
            Sie lesen EVANGELII GAUDIUM und sind traurig, weil Sie den Eindruck haben, dass es für introvertierte Menschen bei Papst Franziskus keinen Platz in der Kirche gibt. Sie fragen, ob Menschen, die generell die leisen Töne bevorzugen und nicht so leutselig sind wie der Papst, überhaupt noch einen Platz in der Kirche haben.
            Ihr Eindruck (hier als Kommentar unter dem Bild und Beitrag zu Umarmungen und Franziskus’ Form des Kontakt Aufnehmens) hat mich erstaunt. Dort, wo ich Grund zur Freude sehe, ist für Sie Grund zur Traurigkeit. Gestern schien es mir so, dass die Erfahrung der Emmausjünger für Sie hilfreich sein könnte. Das war nicht als pseudopsychologisches Spielchen gemeint.

            EVANGELII GAUDIUM bietet aus meiner Sicht keinen Anlass zur Traurigkeit für introvertierte Menschen, wenn wir das Zitat von Johannes Paul II. nicht missdeuten, der bereits im Jahr 2001 zu den Bischöfen Ozeaniens sagte, jede Erneuerung in der Kirche muss auf die Mission abzielen, um „nicht einer Art kirchlicher Introversion zu verfallen.« (Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Oceania, 22.11.2001).

            Frau Brückner, auch Sie haben Ihren Platz in der Kirche, denn »niemand ist von der Freude ausgeschlossen, die der Herr uns bringt« (EVANGELII GAUDIUM, Seite 4).

            Übrigens: „jedes Mal, wenn wir auf Maria schauen, glauben wir wieder an das Revolutionäre der Zärtlichkeit und der Liebe“ (Seite 248)
            Für Menschen, die generell die leisen Töne bevorzugen, kann Maria ein leuchtendes Beispiel sein.
            Zum Schluss bleibt noch die Frage, ob Maria leutselig ist (dem Ursprung nach ein sehr schönes Wort). Ich weiß nicht, ob Sie es im positiven Sinn deuten können. Jedenfalls, ich finde es gut, dass Franziskus „leut selig“ ist. Was sollte er sonst sein?

          • Silvia Brückner sagt:

            @Christian Matthes, wie soll man Freude am Evangelium haben wenn im selben Atemzug ständig Forderungen an einen gestellt werden, denen kaum ein Mensch gerecht werden kann?
            Damit erzeugt man Schuldgefühle! Und wenn man schuldgefühle hat, soll man beichten gehen, aber das ist keine Hilfe, weil einem da meist noch mehr Schuldgefühle eingeredet werden.
            Und wie soll man an die Ränder gehen um zu missionieren, wenn die kapazitäten nicht mal reichen, um die Kerngemeinden zu versorgen. Man kann nicht alles auf die Schultern ehrenamtlicher Laien laden, zumal die Fortbildungsmöglichkeiten auf Kosten der Kirche gering sind. Wenn man sich wirklich fachlich qualifizieren will, muss man sich selbst umschauen und selbst dafür bezahlen. Und wenn ich „Evangelii Gaudium“ lese, ist es dann immer noch nicht genug, was man tut.
            Unser Papst hat eine bewundernswerte Energie, aber er treibt seine Herde auch ganz schön an..
            Und wo soll die Freude herkommen, wenn bei immer weniger Priestern immer mehr Gemeinden zusammengelegt werden müssen?
            Ich bin seit 15 Monaten Lektorin und seit einem guten halben Jahr Wortgottesdienstleiterin, beide Ämter nehme ich sehr gerne wahr, aber mehr geht aus Gesundheitsgründen nicht.

      • P.S.: Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmal auf Worte von Papst Franziskus verweisen, die klar machen, dass Kirche nicht einfach als menschliche Organisation verstanden werden kann. Und wie wenig man ihrem Wirken mit dem Überbetonen einzelner Aspekte gerecht wird.

        http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/27/papstpredigt:_priester_und_bischöfe_-_gesalbte_des_herrn/ted-767665

  17. Juergen sagt:

    Zu dem Thema KoDuDi (Kommunikation durch Distanzreduzierung) verweise ich mal auf mein Geschreibsel in meinem Blog. Das würde hier zu lang werden:
    http://kikreukreu.blogspot.de/2014/01/kommunikation-durch-distanzreduktion.html

  18. AM sagt:

    Für alle, die an einer wissenschaftlichen Auslegung der  Genese der Distanzierung interessiert sind:

    http://www.amazon.de/gp/aw/d/3466307163

    Das Buch ist nicht nur an  Psychologie-Fachkräfte adressiert, sondern an alle, die mit Menschen zu tun haben, z.B. im Sozialbereich, in der kirchlichen Pädagogik usw.

    • chrisma sagt:

      Liebe AM aus ärztlicher Sicht zu Ihren Buchtipps:
      1. Bonding Psychotherapie: Grundlagen und Methoden : Das was hier diskutiert wurde, gehört, wenn wir es überhaupt verorten wollen, in die vergleichende Verhaltensforschung. Das von Ihnen empfohlene Buch behandelt einen der vielen Ansätze zur Heilung von psychisch erkrankten Menschen. Soweit ich die Beiträge hier in diesem Blog lese, sind wir alle hier im Rahmen des ganz normalen „Wahnsinns“ den wir Leben nennen „Kopfgesund“. Dr. Straus der Autor des von Ihnen empfohlenen Buches ist ein durchaus sehr verdienter Arzt/Psychater, der eine psychodynamischen (tiefenpsychologischen) Grundorientierung sein eigenen nennt. Die von ihm favorisierte Bonding Therapie können wir im klinisch/psychiatrischen Bereich nur sehr bedingt einsetzten, da sie bei den schweren und schwersten Störungen, die bei uns vorliegen, zu starken Kontraindikationen führen kann.
      2. Das zweite Buch das auf Ihrem „Amanzon-Links aufgeführt ist: „Die heilende Kraft der Vergebung: Die sieben Phasen spirituell-therapeutischer Vergebungs- und Versöhnungsarbeit“ auch von Dr. Strauss. Dieses Buch gehört m.E. in die Hände von Menschen die mit Menschen arbeiten, Sozialarbeitern, nicht nur katholischen Pädagogen und alle „Hände“ die es interessiert. Dr. Strauss folgt hier seiner christlichen Orientierung, zieht bei seinen Seminaren (nicht ganz billig) Seelsorger hinzu.
      Den Begriff „Distanz- Genese“ kann ich so schnell nicht verorten??? Kenn nur den Begriff „Genetische Distanz“. Ihnen noch einen schönen Abend

      • AM sagt:

        Jetzt übertreiben Sie, @Chrisma. Haben Sie das Buch gelesen, oder mind. angeschaut, wie es aufgebaut ist? Unten das Info zu dem Buch:
        „(…)
        Jeder Mensch hat ein Grundbedürfnis nach Nähe. Die Fähigkeit, Beziehungen zu führen, in denen wir emotionale Offenheit und Körperkontakt erleben, ist einer der wichtigsten Faktoren für seelische Gesundheit. Das Wort »Bonding« steht für dieses Bedürfnis. Durch die Bonding Psychotherapie lernen Menschen, ihre Beziehungen
        so zu gestalten, dass sie gesünder und glücklicher leben können.

        Dieses Standardwerk bietet eine fundierte Einführung in die moderne Bonding Psychotherapie: umfassendes therapeutisches Grundlagen- und Praxiswissen, basierend auf den Erkenntnissen der Hirnforschung, Genetik und Psychotherapieforschung.“
         

        http://www.randomhouse.de/Buch/Bonding-Psychotherapie-Grundlagen-und-Methoden/Konrad-Stauss/e244303.rhd

        • chrisma sagt:

          @Liebe AM Ich kenne die „Bonding“ Therapie, kenne den Ansatz von Dr. Strauss (einer von vielen), das für und wider wird an anderen Orten diskutiert, unter dafür ausgebildeten Fachleuten. Benötige ich Rat im Bereich dieser Therapie, kann ich mich an zwei in „Bonding“ ausgebildete Therapeuten in unserer Klinik wenden. Die Therapie wird bei uns im Bereich „Drogekrankheit“ in abgewandelter Form angewendet. Der gesunde Mensch benötigt keine „Bonding“ Therapie oder überhaupt eine Therapie. Ein kranker Mensch, benötigt einen Arzt ( Fachrichtung entsprechend seiner Krankheit/Störung) und keine im Internet empfohlene Diagnose/Therapie. Ich gehe deshalb so streng und nachhaltig mit Ihnen um, da wir – vor allem die niedergelassenen Kollegen – vermehrt erleben, dass Patienten ihre vermeintlichen Krankheiten/Störungen googeln, den entsprechenden Ausdruck mit in die Praxis bringen und genau „das haben wollen“. Sie sollen und können Ihre persönliche Sehnsucht nach Heil, nach Glück im „Psych-Bereich“ suchen, persönlich will aber sehr hoffen, dass Sie nie ernsthaft in diesem Bereich erkranken. Ich verlasse Sie an dieser Stelle wieder. Maria’s schutz für Sie. PS ich kann Ihnen auch etliche „sog.“ Standardwerke“ anbieten zu den diversen Fragen…..

          • Silvia Brückner sagt:

            Sehr richtig, Chrisma. Vor allem sollte man jemandem, der aus welchen Gründen auch immer, weder vom Papst noch anderen Menschen, die er nicht gut kennt, umarmt werden will, in Form von Suggestivfragen nach den Gründen eine psychische Störung unterstellen.

            Das ist „Hobbypsychologie“, mit der man Schaden anrichten kann.

          • AM sagt:

            @Christa, dass Sie die Bondingtherapie kennen, beanstande ich nicht, sondern Ihre Kenntnis des K. Stauss Buches. Schauen Sie bitte sich auch mein Beitrag an, wem ich das Buch empfohlen habe.
            Am Rande, hätten  die Menschen mehr gegoogelt, hätten  die wir heute diese Artikel nicht lesen müssen 🙁 Sorry,

            http://m.rp-online.de/leben/gesundheit/medizin/wie-aerzte-ihre-patienten-gefaehrden-aid-1.3827783

          • AM sagt:

            Liebe Silvia, ja, die Bondingtherapie hat mit psychischem, seelischem Gleichgewicht, oder besser gesagt, mit psychosozialen Bedürfnissen zu tun. Ich persönlich kenne nur wenige, die emotional völlig offen und kompetent sind. Die Bondingtherapie von Dr. Stauss betrachtet viel mehr, als die ursprüngliche Form von Dan Casriel. 

            Die Bondingtherapie , oder das Wissen darüber  ist mit Sicherheit nicht für „psychisch“ Kranke, wie @Chrisma, dies beschreibt, sondern für alle die an einer Steigerung eigener Beziehungsfähigkeit arbeiten wollen. Vor allem im Sozialbereich, oder in der kirchlichen Gemeinschaft, wo man mit keinen „perfekten“  Menschen zu tun hat, ist es von Interesse, sich gut zu informieren. Ansonsten „irrt“  man nicht nur in Handlungen, sondern auch in Gedanken, und so, Menschen verletzt.

          • chrisma sagt:

            @AM Leider kann ich den Unfug nicht so stehen lassen. Sorry Dan Casriel hat Bonding in den 60iger und 70iger für schwerst drogenabhängige Menschen kreiert. Bonding ist nicht unumstritten als Gruppentherapie. Wenn heute diese Art von Therapie an gesunden Menschen praktiziert wird, ist das GELDSCHINDEREI. Der gesunde Mensch braucht keine Therapie. Da helfen Freunde, wenn man hat Familie, ein ausgefülltes Leben, Glaube kann auch immer eine Quelle für ein ausgefülltes Leben sein. Gegen Langweile kann man in eine Armenküche gehen und Gemüse schälen, lernt man viele nette Menschen kennen.
            Wann ein Mensch krank ist bestimmen ausgebildete Ärzte und sonst niemand…. Punkt. AUS Die Maus….Sie sind hier nicht im Blog „ wie gehe ich mit meinen Problemen um oder wie rede ich anderen Menschen Probleme ein.
            @Silvia, ja hundertmal Ja Wenn jemand sagt: ich bin traurig, hat er mindestens endogene Depression, sagt jemand: ich bin glücklich, ist er manisch…..der Psychunfug grasiert und macht auch vor diesem Blog nicht halt. Und wenn jemand introvertiert ist (was völlig normal ist, Menschen sind so oder so und wir sollten es einfach respektieren) bietet Ihnen sicher für teuer Geld eine nutzlose Therapie an.

          • chrisma sagt:

            @AM Sie maßen sich Kompetenzen, die sich nicht haben und werden allmählich übergriffig und unverschämt. Ich brauche Ihren Link nicht, ich habe eine fundierte Ausbildung, die durch Supervision durch gut ausgebildete Kollegen regelmäßig erneuert werden muss. Ich bin nicht in einem Krankenhaus tätig. In den USA gibt es keine Psychotherapeuten, das was Sie meinen ist die Tatsache, dass sich die amerikanische Oberschicht in den Ballungsräumen der USA für teures Geld Psychoanalytiker – deren Ausbildung sich maßgeblich von der europäischen unterscheidet- leisten können. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen in den USA kann dies nicht. Kommen Sie zurück in die reale Welt. Aus jedem Ihrer Beiträge quillt Inkompetenz.

      • chrisma sagt:

        Was meint dies: Es gibt in der kirchlichen Gemeinschaft keine perfekten Menschen?? Soll die katholische Kirche nun geschlossen eine Bonding Therapie absolvieren??? Oder die nicht perfekten Menschen im „Sozialbereich“??? Zuerstvörderst gilt hier: Resepkt, Resepkt und nochmal Respekt vor Menschen die unsere Hilfe benötigen. Aufwendige Therapien bekommen diese Menschen eh nicht bezahlt.

        • AM sagt:

          @Chrisma, ich habe den Eindruck, Sie hören nur eigene Stimme und haben „veraltete Muster“ einprogrammiert.  Ihre Definition fur „psychisch krank“ bezieht sich wahrscheinlich auf Ihre Praxis(Krankenhaus)erfahrung. Jeder, der egal, von was „abhängig“ ist – ist wahrscheinlich Ihrer Meinung nach, psychisch krank. Psyche kann belastet werden, auch von solchen Beiträgen, die Sie hier verbreiten. Trotzdem ist es keine psychische Krankheit. Schauen Sie sich bitte um, wieviele Menschen z. B. in Amerika einen persönlichen Psychotherapeuten haben, und regelmäßig hingegen. Sind die alle psychisch krank? Sie werfen in diesen Zeiten alles in einen Topf, obwohl die Wissenschaft schon lange begonnen hatte, zu differenzieren. Ein Empathie-Wachstum und Arbeit an der emotionalen Kompetenz wird übrigens auch Ärzten empfohlen, wenn Sie im Umgang mit Patienten Probleme haben – bitte untigen Link verfolgen.

          Aktuell gestern in 3Sat: 
          http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=41334

          Noch mal zur Klarheit. Die Zuschauer dieserart Sendungen sind keine psychisch Kranke! Trotzdem schauen Sie sich die Sendung an.

          • Silvia Brückner sagt:

            Liebe AM, erklären Sie uns doch bitte, woher Sie die fachliche Kompetenz nehmen, uns hier, die wir nicht Ihrer Meinung sind, ganz pauschal eine Therapiebedürftigkeit zu unterstellen und zwar die Bedürftigkeit nach der von Ihnen als allein richtig erachteten Therapie.

            Respektvoller Umgang mit Mitmenschen, deren Meinungen und individuell verschiedenen Persönlichkeiten sieht anders aus.

          • AM sagt:

            Liebe Silvia, bitte zeigen Sie mir die Stelle, wo ich Ihnen die Therapie empfehle. Ich habe Ihnen das Buch zum Lesen lediglich als Information empfohlen.

          • Silvia Brückner sagt:

            @AM, das ist keine Antwort auf meine Frage. Im Übrigen verweise ich auf Chrismas Antworten an Sie, denen ich voll zustimme. Verschonen Sie uns einfach mit Ihrer ungesunden Hobbypsychologie, auch wenn das gerade modern ist.

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