Das Gastgeschenk

Der Kelch des Papstes für die lutherische Gemeinde

Der Kelch des Papstes für die lutherische Gemeinde

Wenn der Papst auf Reisen ist, bekommt jeder besuchte Bischof als Gastgeschenk einen Kelch. Es war also ein symbolisch aufgeladener Moment, als an diesem Sonntag auch Pfarrer Jens-Martin Kruse und die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Rom einen solchen Kelch als Geschenk erhielten.

Jahrzehnte und Jahrhunderte haben die Kirchen über die Kommunion in beiderlei Gestalten gestritten, auch deswegen ist die Gabe eines Kelches sehr versöhnlich. Und nicht zuletzt war das auch das Geschenk, das Papst Paul VI. dem Patriarchen Athenagoras gab, nachdem die 1.000 Jahre dauernde gegenseitige Exkommunikation zwischen Orthodoxen und Katholischen aufgehoben war.

Man konnte die angehaltene Luft in der Kirche geradezu hören, auch denen, die nicht alle Hintergründe kannten, war die Symbolik dieses Geschenkes sofort klar. Hier passiert ein Schritt, der so nicht zu erwarten gewesen war.

Im Fall der Bischöfe ist der geschenkte Kelch ein Zeichen der Verbundenheit in der Eucharistie. Jetzt ist dieser Kelch aber auch ein Zeichen der Hoffnung, dass das einmal möglich sein wird zwischen Lutheranern und Katholiken. Papst Franziskus hatte in einer Antwort auf eine der ihm gestellten Fragen betont, dass es nicht seine Kompetenz sei, das einfach so zu entscheiden. Aber sein Kommen, seine Worte, die Gesten waren ein deutliches Zeichen für die Hoffnung, dass die Einheit mit der Gnade Gottes einmal gelingen wird.

 

Zeichen von Hoffnung

 

Das Wort „Ökumene“ hat der Papst übrigens nicht ein einziges Mal benutzt. Mir ist das gar nicht aufgefallen, aber ein kluger Kollege hatte aufgepasst. Theologische Debatten und Kommissionen sind wichtig, aber ich vermute, dass der Fortschritt woanders liegt. Es war auch nicht vom Reformations-Gedenken die Rede, von Teilnahme oder Nichtteilnahme, dieser Papst besucht Menschen, er verabschiedet keine Programme oder schreibt Berichte. Dieser Papst geht andere Wege, als wir sie vielleicht gewohnt sind.

Nun darf man das Geschenk sicher nicht überbewerten. Aber wenn in einhundert Jahren einmal die Geschichte der Ökumene geschrieben wird, dann würde es mich nicht wundern, diesen Kelch dort erwähnt zu finden.

 

Nicht nur Evangelikale

 

An dieser Stelle muss ich außerdem ein Bekenntnis ablegen: Ich habe falsch gelegen. In der Vergangenheit habe ich immer gemeint, diesem Papst läge vor allem die Ökumene mit der Orthodoxie und ganz neu für einen Papst der Dialog mit den Pfingstkirchen und Evangelikalen am Herzen, weniger die „klassische“ Ökumene, wie wir sie mit den Kirchen der Reformation kennen. Das war falsch. Der Besuch gestern hat gezeigt, dass Papst Franziskus auch hier die richtigen Töne findet und seine Vision einer missionarischen, voran gehenden Kirche auch diesen Bereich umfasst.

Der Papst wollte eine Begegnung, und wenn er von Begegnung oder Dialog spricht dann meint er damit, dass alle Beteiligten nachher verändert dort wieder heraus gehen. Diese Überzeugung vertritt er immer wieder. Die Begegnung gestern – Sonntag – in der lutherischen Kirche in Rom war genau das. Kein Programm, keine Reflexion über den Stand der Ökumene, sondern ein Dialog zwischen Gläubigen.

Ich bin froh, dass ich dabei sein durfte.

 

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22 Kommentare zu Das Gastgeschenk

  1. Werner Schaube sagt:

    Papst Franziskus gab mit diesem Kelch ein wirkliches Zeichen des Friedens und der Versöhnung. Man wird es im Land der Reformation nicht nur dankbar zur Kenntnis nehmen, sondern
    in ökumenischer Glaubensfreude feiern.
    Werner Schaube

  2. Nun, glücklicher Pater Hagenkord, wenn Sie dabei waren. – Ich war auch dabei, via Radio Vaticana. Und die Veranstaltung hat mir sehr viel Freude bereitet, ganz besonders ein Aspekt, nämlich die weiterführenden Fragen.

    Auf den Seiten des Vatikan kann man eine komplette Mitschrift auf Italienisch nachlesen: die Fragen, die Antworten des papstes und seine Predigt. Auf die zweite Frage, also jener nach dem Weg zu einem gemeinsamen Abendmahl, antwortet er mit – noch mehr Fragen. Hier ein kurzes Zitat:

    „… E la Cena del Signore ci sarà, il banchetto finale nella Nuova Gerusalemme ci sarà, ma questa sarà l’ultima. Invece nel cammino, mi domando – e non so come rispondere, ma la sua domanda la faccio mia – io mi domando: condividere la Cena del Signore è il fine di un cammino o è il viatico per camminare insieme? …“
    http://w2.vatican.va/content/francesco/it/speeches/2015/november/documents/papa-francesco_20151115_chiesa-evangelica-luterana.html
    Kurzlink:
    http://is.gd/U5ynjy

    Eine Weile habe ich im Internet herumgesucht, was denn nun „il viatico“ bedeutet und unter folgendem Link eine schlüssige Definition gefunden: so in etwa Trost, Wegzehrung, Reisegepäck?

    http://dizionari.corriere.it/dizionario-modi-di-dire/V/viatico.shtml?refresh_ce-cp

    Ist ein gemeinsames Abendmahl nun ein Ziel oder ist es eine Wegzehrung? Korrigieren Sie mich bitte, falls ich dies falsch verstanden habe. Doch der papst fragt noch weiter:

    – Nach der gemeinsamen Taufe
    – Nach dem gemeinsamen Glauben an Jesus Christus
    – Nach dem gemeinsamen Gebet, der Glaubensvermittlung innerhalb der Familie und dem gemeinsamen Weg der Familie insgesamt.
    – Nach der Vergebung.

    Darf ich jetzt weiterfragen?
    – Wie viel Gemeinsames ist notwendig?
    – Wie viele Unterschiede dürfen sein?
    – Was bedeutet Einheit?

    Und während all dieser Fragen, dieser Unruhe, die sich nach Annäherung sehnt, tröste ich mich mit der wunderbaren Musik von Heinrich Schütz. Das folgende Chor-Musikstück habe ich sogar mal gesungen, halbwegs richtig: sogar 🙂 Und das erste, was ich beim Lernen davon verstanden habe war: „trinket alle, alle, alle daraus …“

    Unser Herr Jesus Christus, SWV 423 (Heinrich Schütz)
    Zwölf geistliche Gesänge (op. 13, Dresden, 1657)
    http://www2.cpdl.org/wiki/index.php/Unser_Herr_Jesus_Christus,_SWV_423_%28Heinrich_Sch%C3%BCtz%29
    Kurzlink:
    http://is.gd/Q81PW5

    Herzlichst, Euer Lese-Esel

    • KRP sagt:

      Ich hab leider diese Übertragung nicht gesehen aus dienstlichen Gründen. Jedoch waren es wirklich Fragen die der Papst stellte nach der gemeinsamen Taufe, gemeinsamen glauben an Christus und dem gemeinsamen Gebet? Kann ich mir nicht vorstellen denn die Taufe ist anerkannt genauso wie der gemeinsame Glaube an Christus und auch das gemeinsame Beten in den Familien. Vielleicht sind seine „Fragen“ so gestellt das sie von a l l e n auch wirklich anerkannt werden sollen, sollten. Konservativ, liberal eben von allen und darauf soll sich das bestreben richten um zu einer Einheit zukommen Gegenseitige Anerkennung und Achtung. Unterschiede denke ich dürfen sein denn und das ist meine subjektive Meinung jeder hat seinen eigenen Glauben.

  3. Carmen Fink sagt:

    Für mich als ev. Christin war es eine große Freude den gestrigen Gottesdienst mit Papst Franziskus im TV zu verfolgen.
    Ich fühle mich von ihm ernst genommen und hoffe durch diese ehrliche Geste gehen wir den Weg gemeinsam weiter auch wenn uns einiges trennt.

    Papst Franziskus:“Haben wir denn nicht dieselbe Taufe? Und wenn wir dieselbe Taufe haben, dann müssen wir zusammen gehen! …

  4. @liebe Beate Hattinger, gerne lese ich ihre Kommentare und vielen Dank für Ihre Links..

    und da ist meine-technische-Frage; mir wurde gesagt dass man Links in einem Blog nur mit einer EIGENEN WEBSITE senden kann; mit einer normalen e-mail funktioniert das. ist das wirklich so. Vielen Dank für kurze Info..

    • Lieber Herr Hopfener!

      Vielen Dank für Ihre anerkennenden Worte. Nun, schreibend bin ich ja noch recht neu hier, aber lesend schon viel länger.

      Nun zu Ihrer Frage: Wenn Sie von Ihrem Kommentar aus verlinken möchten, schreiben Sie einfach die Adresse in denText, am besten in eine eigene Zeile und sie sollte mit http beginnen. Sobald sich Ihr Kommentar im Moderationstatus befindet, hat die Blogger-Software die Link-Adresse in einen Link umgewandelt, ganz von selbst.

      Bei Mail-Adressen hingegen weiß ich dies nicht, und es fragt sich, ob dies so gut wäre. Wenn Sie eine Mail-Adresse angeben möchten, schreiben sie liber sicherheitshalber anstatt dem Klammeraffen_zeichen at, einfach als Spam-Schutz für den Empfänger.

      Habe ich Ihre Frage richtig beantwortet?

      Herzlichst, Ihr Lese-Esel

      • Liebe Frau Hattinger, vielen Dank einstweilen werde ich ausprobieren!
        haben Sie einen starken Bezug zur Selbstironie, da Ihr“Künstlername“ nicht unbedingt zur Kompetenz Ihrer Texte steht… grins..

  5. Suarez sagt:

    Ich freue mich ehrlich gesagt über die Wort unseres Papstes sehr. Er hat mit einfachen Worten eine lange und große Debatte zur Kommunion zusammengefasst: Die EINE Taufe gliedert alle (!) ChristInnen in die EINE (!) Kirche Jesu Christi ein, deren Verwirklichung die katholische Kirche ist. D.h. – von uns KatholikInnen aus betrachtet: Selbstverständlich gehören Orthodoxe, Vorchalkedonier, Lutheraner, Reformierte, Evangelikale zu UNS! Und wer getauft ist, hat das Recht auf Sakramentenempfang. Das sagt sogar unser Kirchenrecht in erfrischender Klarheit. Und das einzige, was zum Kommunionempfang berechtigt, ist die EINE Taufe. Einen Papst als Zulassungsinstanz, so habe ich Franziskus verstanden, braucht es nicht. Da reicht das Gewissen, das sich keiner schweren Sünde bewusst sein sollte.

    • chrisma sagt:

      @Suarez danke für die kurze Zusammenfassung. Mein italienisch hält sich sehr in Grenzen, sodass ich traurig bin die Rede nicht wirklich lesen zu können. Das was Sie schreiben war immer mein persönliches Verständnis vom Empfang der Kommunion – wie gesagt persönlich. Meine älteste und liebste Freundin ist gläubige Lutheranerin. Ich gehe mit ihr im lutherischen Gottesdienst zum Abendmahl. Sie hingegen geht nur in sehr, sehr ausgesuchten Momenten mit mir in der katholischen Messe zur Kommunion, eben wenn sie sich vor Gott dazu imstande fühlt. Ein Grund dafür: sie fühlt sich durch unsere Kirche ausgeschlossen und „uneingeladen“. Ihren Hinweis auf das Kirchenrecht finde ich spannend, nur wäre ich doch daran interessiert wie der Leiter der Kongregation für den Glauben die Worte des Papstes deutet. Frage: wo im Kirchenrecht finde das??

      • Suarez sagt:

        Liebe chrisma,

        die entscheidenden Canones sind 213 und 844 im CIC. Can 213 legt fest, dass die Gläubigen ein Grundrecht darauf haben, dass sie Sakramente empfangen können. Dieses Grundrecht gilt ausnahmslos für alle Getauften (d.h. auch nichtkatholische Christen haben Rechte in der katholischen Kirche! Das liegt schlicht an der Überzeugung der katholischen Kirche, die Verwirklichung der Kirche Jesu Christi zu sein). Das war übrigens immer schon so, weil die Kirche das Seelenheil sehr ernstgenommen hat und das auch immer noch tut (ein Beispiel, natürlich etwas angestrengt, aber so sieht man es am besten: Gäbe es dieses universelle Recht auf die Sakramente nicht oder müsste immer eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden: Was macht ein katholischer Pfarrer mit einer lutheranischen Sterbenden, die keinen eigenen Geistlichen aufsuchen kann, aber beichten möchte? Dieses Recht gibt dem Pfarrer die Möglichkeit zur gültigen und erlaubten Absolution – in Zeiten, in denen man dachte, ohne Beichte am Sterbebett fährt man direkt zur Hölle, ist das ein absolut essentielles Recht!).
        Can. 844 hat als besonderes Gesetz dieses Grundrecht abgestuft für unterschiedliche Konfessionen spezifiziert: Erlaubt spendet ein katholischer Spender Sakramente nur katholischen Gläubigen.
        Aber: Morgenländische Kirchen, bei denen gültige Weihen angenommen werden, haben eine so große Gemeinsamkeit, dass man eine Zulassung ausspricht, wenn die Gläubigen von sich aus die Sakramente wünschen (übrigens galt das nach dem 2. Vatikanum eine zeitlang auch umgekehrt von den russischen Orthodoxen. Und: Ein Sonderfall, auf den Kardinal Kasper gern hinweist: Die Franziskaner im Hl. Land waren Jahrhunderte lang die einzigen katholischen Geistlichen vor Ort. Wenn die Franziskaner einen Weihespender benötigten und kein eigener Bischof vor Ort war, sind sie zum orthodoxen Bischof gegangen).
        Was der Papst am Sonntag im Grunde getan hat, war, ohne es kirchenrechtlich auszudrücken, zu sagen: Unbeschadet des can. 844 ist der can. 213 das höher stehende Recht, über das weder Papst noch Kirche eine Verfügungsgewalt haben, sondern das einzig legitime Hindernis am Kommuniongang ist das subjektive Gewissen. Das erwartet er schon und das muss er auch erwarten. Aber endlich sagt ein Papst klar: die entscheidende Instanz in der Auseinandersetzung des Subjekts mit Gott ist das Gewissen und das ist auch gut so!

        • chrisma sagt:

          @Lieber Suarez, von herzen Dank für Ihre Ausführungen.

        • Gabi sagt:

          Lieber @Suarez, bei aller gläubigen Intuition, die mich durch -zig Jahre in dieser Thematik praktisch durch’s Leben leitete, und die mir immer Gelassenheit vermittelte, tut es mir irgendwie gut, dafür auch einen kirchenrechtlichen Hintergrund zu wissen. Vielen Dank!
          Umso fragwürdiger wird für mich wiederum das „Gezerre“ um den Sakramentenempfang für – nur als Beispiel – wiederverheiratete geschiedene KatholikInnen.

    • Christina sagt:

      Liebe oder lieber Suarez, so ganz klar ist das aber doch nicht, was nun gilt für die gemeinsame Kommunion bzw. das gemeinsame Abendmahl, je nachdem wie die Canones und weiteren Lehrdokumente mit einander verknüpft werden, auch unter der Voraussetzung, dass der Teilnehmende die Anwesenheit Christi glaubt und es ernst meint. Wenn das so klar wäre, wäre es längst offiziell entschieden.Es kommt eben drauf an. Als wir vor 30 Jahren mit Zelt und Geländewagen durch die Wüste fuhren und auf einem Berg eines Sonntags ein einsamer Trappist Gottesdienst hielt, hat er, wohl wissend, dass wir Protestanten waren, uns ganz selbstverständlich spontan die Kommunion gereicht. Irgendwann vor wenigen Jahren haben die Schweizer Bischöfe in Erinnerung gerufen, dass die Teilnahme von Protestanten an der kath. Kommunion und vice versa nicht zulässig ist. Als ich mich entsprechend verhielt anlässlich der Messe in einem mir befreundeten Kloster, interpellierte mich der Père Hôtelier, warum ich nicht an der Kommunion teilnähme. Auf meine Erklärung hin, ich sei hier zu Gast und hielte mich an die Regeln des Hauses, sagte er: „Bei uns ist das nicht so.“ Und so war’s auch vor wenigen Wochen an einer Theologentagung an der Uni Freiburg in der Schweiz. Die ganze Crème der katholischen Kirche war da, inklusive der Kardinal Kaspers. Im ersten Fall waren wir 3 einsame Christen „in partibus infidelium“,im zweiten haben wir eine ganze Woche 5 Mal im Tag zusammen gebetet, im dritten eine ganze Woche zusammen Theologie gewälzt. Offen ist allerdings, wenn die Konstellation umgekehrt gewesen wäre, wenn also die Katholischen bei uns Protestanten zu Gast gewesen wären, ob sie dann am Abendmahl teilgenommen hätten… Noch zum Gespräch von Papst Franziskus bei den Lutheranern in Rom: Die von ihm unter anderen erwogene Argumentation, Jesus habe (nur) gesagt, „tut das zu meinem Gedächtnis“ ohne weiter zu interpretieren, ist genau das Argument, das einige Monate früher beim Besuch des Papstes in Turin bei den Waldensern von deren Moderator, d.h. deren Vorsitzendem, für das gemeinsame Abendmahl vorgebracht wurde. Es kommt eben drauf an…

  6. Rosi Steffens sagt:

    Vielleicht ist es „nur“ das Bewusstsein der Gemeinsamkeit im Glauben an einen Gott, das uns alle eint, egal ob beim Herrenmahl oder aber im alltäglichen Leben. Die Unterschiede sind vom Menschen gemacht und doch führen sie uns als Menschen auch wieder zusammen, eben in dem Gefühl sie bis hierher gemeinsam durchgestanden zu haben, um gestärkt als eine Einheit daraus hervorzugehen und als solche miteinander leben zu lernen. Gerade die Differenzierung von Menschen in Zugehörigkeiten ist doch ein menschliches Phänomen, Gott bezeichnet uns immer nur als sein Volk. Es kann doch sein, dass unsere geistigen Fähigkeiten erst durch diese Differenzierungen in eine größere Einheit finden konnten, der wir als gefühltes Relikt der Lebenszeit in Gott zu Grunde gelegt sind. Auch Gott wurde durch die Zeit vom Leben getrennt und ist doch als Vater im Sohn eine Einheit als Jesus. Vielleicht ist Liebe die Schöpfung aus dieser Trennung, um sie mit dem Heiligen Geist zu einen und daraus das Wesen der Zeit zu verwirklichen. So unendlich viele Dinge sind geschehen, Dinge die gutes hervorriefen und Dinge die dem Menschen seine eigene Bosheit vor Augen führten. Es ist nicht die Aufgabe des Menschen dafür eine Rechtfertigung zu finden, er muss sich nur selbst vor seinem eigenen Gewissen verantworten. Ich verbinde mit diesem Kelch die Einheit, die in Gott herrscht, um das Leben als solches in die Hände dieser Menschheit zu legen, Generation für Generation, so lange bis Gott die Selbstverständlichkeit ist, mit der jeder neue Tag gemeistert wird, weil Jesus darin verwirklicht ist, im Glauben an Gott als Vater, der den Glauben an die geeinte Menschheit vollendet hat.

  7. Amica sagt:

    Jetzt mal fernab von der Verständigung zwischen Katholiken und Protestanten: das mit dem Kelch leuchtet mir nämlich nicht so ein. Jesus spricht ja einmal davon, dass dieser Kelch doch bitte an ihm vorüber gehen soll und gleichzeitig ist er selbst der Kelch den man bei der Eucharistie trinkt. Einmal enthält der Kelch das Schlechte, das Böse, das Leid, ein anderes Mal verspricht er Erlösung. Ist dieses Gefäß nun negativ oder positiv zu deuten?
    Und dann ist es wieder sehr weiblich zu interpretieren: Vgl etwa Maria die ein Gefäß für Gott darstellt, Jesus austrägt für Gott. Oder die Heilige Barbara die den Kelch als wohl einzige Heilige als Attribut besitzt. Der Kelch ist etwas typisch weibliches. Wieso dürfen nur Männer innerhalb der katholischen Kirche Priester sein? Die Frau ist dem Kelch, dem Gefäß, doch so viel ähnlicher als etwa ein Mann. Aber was ist wichtiger das Gefäß oder der Inhalt? Muss der Inhalt männlich sein?
    Wenn wir etwas moderner vorgehen, wenn wir vom heiligen Gral sprechen dürfen: was wäre wenn es Nachkommen Jesu geben würde? Was wäre wenn wir Jesus durch die Genetik in vielleicht 30 Jahren rekonstruieren könnten? Was würde das für die Welt bedeuten? Wäre es blasphemisch Jesus nachbilden zu wollen? Wie würden Menschen darauf reagieren? Würde es die Welt verändern?

    • Rosi Steffens sagt:

      Ich bin überzeugt davon, dass Jesus das menschlich erreichbare Maß ist. Diese Vorgabe Gottes an die Menschheit ist doch die Zielsetzung für eine geeinte Menschheit, die ihren Frieden findet indem sie an sich selbst arbeitet. Vielleicht symbolisiert der Kelch diese Einheit im Kommen wie auch im Gehen, denn es geht ja schließlich um die Lebenden und die Toten. Ich finde Ihre Fragen sehr sinnvoll und inspirativ Amica! Gerade für Menschen, die sich im kirchlichen Sektor gut auskennen dürften ihre Perspektiven von Interesse sein. Ich persönlich kenne mich mit den Gepflogenheiten der Kirche nicht besonders gut aus, doch mein Glaube inspiriert mich dennoch, um auch die Form verstehen zu lernen, die Menschen zum Glauben hinführen soll, die ihn offensichtlich nicht in die Wiege gelegt bekamen, um ihn dann als Mensch zu verwirklichen.

      • Amica sagt:

        Ich war heute in einem Anfängerkurs für Kommunionhelfer und da sprach der Referent davon, dass die Passion Jesu nicht Vergangenheit sondern stets Gegenwart ist. Ich versteh‘ das einfach nicht – es überfordert mein Denken.
        Aber unser früherer Pfarrer hat am Ostersonntag diesen Jahres eine phänomenale Predigt gehalten die mir da etwas weiter hilft: Er verglich die Passion Christi mit einem Scherenschnitt – schöner Vergleich! Man faltet ein Blatt Papier zusammen und schneidet dann ein Motiv hinein. Schließlich faltet man das Blatt auseinander und sieht auf mehreren Rechtecken dieses Motiv mehrfach wiedergegeben. Also, ein einmal gemachter Scherenschnitt vervielfältigt sich – greift hinaus über mehrere Dimensionen. Zeit ist plötzlich unwesentlich, wiederholbar.
        Die Passion Christi ist nicht einmalig, sondern das Ereignis vervielfältigt sich (eben jedesmal wenn wir Kommuniuon halten). Das war eine Predigt die unglaublich tiefsinnig war… etwas von Albert Einsteins Relativitätstheorie in sich hatte. Zeit – wie so viele Dinge – ist relativ bzw. in diesem Fall wiederholbar.
        Was sagt das über den Augenblick aus. Irgendwie muss ich da an „Zurück in die Zukunft“ denken. Kennen sie diese (relativ primtive) Filmreihe, Frau Steffens?
        Viel sagt die Aussage unseres früheren Pfarrers auf das Jetzt allerdings nicht aus. Müsste Jesus in unserer Zeit und in Deutsachland unbedingt ein Mann sein? Je mehr ich mit Leuten im kirchlichen Dienst in Kontakt trete, desto mehr schätze ich die weibliche Seite der Kirche. Darin liegt, meiner Meinung nach, das bessere Verständins zum Christentum. (Homosexuelle Männer ausgenommen 🙂 ) Das ist nicht sonderlich vatikanfreunbdlich. Sorry.

        • Amica sagt:

          Eins wollte ich noch anfügen: ich fragte den Referenten unseres Kurses wie viele Leute sonst so an der Kommunionhelferschulung für Anfänger teilnehmen. Und der sagte mir, dass es letztes Jahr im November etwas über zwanzig waren. Dieses Jahr waren wir 71. Voll cool! Die Kirche in Deutschland erlebt offensichtlich eine Art Renaissance. Schön, nicht? Egal ob Jesus heute Mann oder Frau wäre, das ist doch echt ein Lichtblick. 🙂

        • Rosi Steffens sagt:

          Ich kenne die Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ und ich glaube auch daran, dass Jesus in jedem Ich eine tragende Rolle spielt, auch wenn jemand das so nicht sehen kann. Am Ende liegt es im eigenen Glauben an Gott, die Gewissheit dessen zu finden, was Gott als seinen Willen in das menschliche Gewissen legte, um ihn so durch vernunftbegabte Denkweise an das ewige Leben heranzuführen, das jeder Mensch in der Lage ist zu realisieren, der das wirklich will. Dabei geht es nicht um die eigene Endlichkeit sondern darum, die Voraussetzungen zu erfüllen, die Gedanken an die Unendlichkeit zu dem zurückführen, der sie in einen legt, um sie für die Menschheit greifbar zu machen, die sich darum verdient macht. Ich ist also, wenn sie so wollen immer zu einem Teil Jesus und zu einem Teil Selbst, sodass man im Spiegelgefecht der eigenen Ansichten die Person daraus gewinnen kann, die man im Bewusstsein dafür auch verkörpert. Zeitreisen sind möglich, wenn man Gedanken nicht auf das denkbare beschränkt sondern um das undenkbare erweitert indem man Transzendenz nicht auf sich selbst begrenzt sondern objektiv als erreichbar sieht und fühlt. Gerade Zeit als physikalische Größe bietet uns aufgrund ihrer unendlichen Darstellungsmöglichkeiten eine Geschichte durch die wir unseren Werdegang aufzeigen können, um sie weit über das heute denkbare Maß hinauszutragen, für all die Generationen, die nach uns diese Welt bevölkern werden. Gott ist für mich die Grenze des menschlich erreichbaren, denn in Gott ist Zeit der Wesenszug der in der Lage ist uns als Jesus so zu verwirklichen, dass wir, Sie und ich uns noch heute über seine Relevanz in unserem Dasein unterhalten, 2015 Jahre nach seiner Geburt. Ich glaube nicht, das von mir jemand in 2015 Jahren noch eine Ahnung hat, und das ist der Unterschied, denn ich kann wiederkommen, Jesus nicht, er hat seine Wiedergeburt an uns hingegeben, um unsere Welt zu retten und sein Leben dafür an Gott weiter zu reichen. Sie sehen, der Glaube kann einen in ungeahnte Höhen führen und doch darf man dadurch die Bodenhaftung nicht verlieren, denn Ausschlag gebend für seine Umsetzung sind die täglichen Anforderungen und nicht das eigene Lebensbild. Getragen werden Bilder vom Volk und ins Leben geführt werden sie von den Machern, das sollte man bei all der eigenen Kreativität nicht vergessen. Jesus ist für mich die einzige Person, die in der Lage ist, die ganze Menschheit in ihr göttliches Dasein zu führen und die Kirche hat den Auftrag diesen Weg als Zeitzeugin so zu unterstützen, dass nicht die Menschheitsgeschichte aus den Augen verloren wird.

  8. KRP sagt:

    Lieber/Liebe @ Suarez, @ Christina
    Meines erachtens ist es kein Problem des gemeinsamen Mahles solange es von einem des Kirchenrechtes geweihten Priesters d.h. kath. od. orthodoxen Priesters gefeiert bzw. ausgeteilt wird.
    Aus eigener Erfahrung weis ich das es von einem protestantisch geweihten nicht gereicht oder anerkannt wird weil er keine kirchenrechtliche kath. Weihe besitzt. Meine Frage an Sie ist liegt das nicht daran das die protestantische Weihe von Seiten der kath. Kirche, Kirchenrechtes nicht anerkannt ist. Müsste, sollte man nicht deshalb einfach mal die Weihe der Pfarrer der sogenannten protestantischen Kirche anerkennen. Wer kann denn wirklich entscheiden was korrekt geweiht ist? Auf jeder Seite kath wie evang. gibt es meines erachtens Pfarrer /Priester die es mit der Weihe nicht so korrekt nehmen.
    Also weshalb wird die ev. Weihe nicht anerkannt, liegt vielleicht daran das Luther noch immer unter dem „Bann“ steht, den keiner denkt aufheben zu dürfen oder zu können. Ist das heute wirklich noch zeitgemäss wo die Priesterschaft immer geringer wird? Wobei ich weis schon das ja nur im europäischen Bereich so ist, solang man noch auf afrikanische, asiatische, indische und wo auch immer Priester zurück greifen kann ist das ja noch lange kein Problem.
    Alles eine Frage der Dokumente (Papier) und das ist ja geduldig.

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